Die Zukunft fährt elektrisch, autonom und vernetzt

Die Zukunft fährt elektrisch, autonom und vernetzt

Im Gespräch: BMW-Chef Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender BMW AG

Die Zukunft fährt elektrisch, autonom und vernetzt

Es gibt Menschen, mit denen kommt man nicht so einfach ins Gespräch. Harald Krüger ist so einer: Seit Mai 2015 herrscht der Vorstandsvorsitzende der BMW AG über die Marken BMW, Mini, Rolls Royce, BMW Motorrad und BMW i. Jede Menge Verantwortung, viele Chancen, große Gefahren pflastern seinen Weg. Doch bei allem Druck, dem Top-Manager wie Krüger ausgesetzt sind: Die Tätigkeit als BMW-Boss hat ihre Sonnenseiten. Harald Krüger verrät uns im persönlichen Gespräch am Rande des Concorso d’Eleganza 2017 mehr darüber und über die Zukunftspläne der BMW Group. Tenor: Elektrisch, autonom und vernetzt fährt die Zukunft, doch so schnell geht es nicht ganz ohne Verbrennungsmotoren.

Tradition, Nostalgie und Zukunftsvisionen am Comer See

Cernobbio am Westufer des norditalienischen Comer See, eine halbe Autostunde oberhalb von Mailand: Einmal im Jahr strömen Auto- und Motorradfans aus aller Welt hierher. In Villen d’Este, Erba und Visconti wartet das Schaulaufen unglaublich wertvoller Old- und Youngtimer auf die Freunde edlen Blechs. Nostalgie trifft am Comer See auf die Zukunft, denn Studien zeigen stets, wo’s in den nächsten Jahren lang geht. Das weltberühmte Auktionshaus Sotheby’s versteigert Kostbarkeiten auf vier und zwei Rädern, die für Millionen von Euro den Besitzer wechseln.

BMW als Patron des Concorso

Seit 1929 zelebriert der Concorso d’Eleganza Automobile und Motorräder in einer Art und Weise, die seinem Namen voll gerecht wird. Seit 2009 ist BMW Patron des dreitägigen Events. Klingt nach Mafia, heißt aber konkret: Die Bayern sind hier nicht nur Sponsor, sondern auch für die reibungslose  Organisation verantwortlich. 2017 macht sich BMW-Vorstandsvorsitzender Harald Krüger erstmals selbst ein Bild vom Concorso – und lädt uns zum hochexklusiven Gespräch in der Villa d’Este.

Ein Marathon, kein Sprint

Besonders erfreut zeigt sich Krüger über die jüngste Entwicklung des kompakten Elektro-Autos i3. Neben über 50 Prozent Plus im ersten Quartal 2017 sei es vor allem diesem Modell zu verdanken, dass sich bei BMW der Anteil elektrifizierter Autos (also einschließlich Plug-In-Hybride) deutlich erhöht habe. Krüger zuversichtlich: „We are ramping up!“ („Wir sind am Hochfahren!“). Hintergrund: Für 2017 erwarte er den Verkauf von etwa 100.000 dieser Fahrzeuge. Das wäre dann genauso viel, wie zusammen genommen in den drei Jahren zuvor. Dennoch legt Harald Krüger für die Elektroautos und Plug-In-Hybride großen Wert darauf: „Das ist ein Marathon, kein Sprint.“

Lautloses Heimkommen mit dem i3

Unverkrampft offen schildert der BMW-Chef seine persönlichen Erfahrungen mit Elektroautos. Im Hause Krüger habe die fast lautlose Mobilität so einige Überraschungen mit sich gebracht: „Meine Frau hörte mich anfangs nicht, wenn ich mit dem i3 heimkam.“ Er fahre etwa jedes zweite Wochenende den erfolgreichen, rein elektrischen Kompakt-BMW. Krügers persönlichen Erfahrungen nach könne man von der Elektromobilität nur regelrecht schwärmen: „Das ist hochemotionales Fahren. Die Menschen unterschätzen völlig, wie schnell man mit einem Elektroauto aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen kann.“ Plug-in-Hybride machen dem Vorstandsvorsitzenden ebenfalls Spaß. Sein häufigstes Dienstauto: Ein 7er Plug-In-Hybrid: „Ich lebe nur rund 16 km von BMW entfernt. Deshalb kann ich praktisch jeden Tag rein elektrisch ins Büro und wieder nach Hause fahren.“ Der geborene Breisgauer ist aus all diesen Gründen von der Elektromobilität voll überzeugt, und zwar „zu 110 Prozent für BMW und über alle Marken hinweg.“

Elektrisch auch auf zwei Rädern

Dass diese Aussage die Sparte von BMW Motorrad mit einschließt, sah man 2017 am Comer See anhand der überraschenden Studie „Concept Link“: Eine Mischung aus Roller und Motorrad mit rein elektrischem Antrieb, dazu vollvernetzt und eine interessante Alternative zum Auto, um den dichten städtischen Verkehr zu überlisten. Für Bequemlichkeit ist sogar ein Rückwärtsgang zum Rangieren an Bord. BMW möchte auf diese Weise wohl immer mehr Nicht-Biker aufs Zweirad locken. Den aktuellen Elektro-Roller BMW C Evolution kann man dank 11 kW Nennleistung (bei 48 PS Spitzenleistung) mit dem A2-Führerschein für 16jährige fahren – oder mit dem alten 3er, sofern er von vor dem 1. April 1980 stammt.

Weiter in Diesel investieren

Bei aller Elektro-Euphorie: Der Diesel bleibt laut Harald Krüger noch länger im Programm. Er sei entscheidend, um die CO2-Ziele für 2020 erfüllen zu können. Krüger: „Wir wollen 2025 15 bis 25 Prozent elektrifizierte Autos sehen. Das heißt: Auch dann sind 75 Prozent immer noch Verbrennungsmotoren. Deshalb werden wir weiter in Diesel investieren.“ Ob das allerdings bis 2030 anhalten wird oder darüber hinaus, könne heute niemand wissen. Ebenso bei der Brennstoffzelle: „Niemand kann sagen, wieviele dieser Autos man 2025 verkaufen kann. Klare Antwort deshalb: Diesel und Benziner werden im Portfolio bleiben.“

Kooperation mit Toyota: Von Brennstoffzelle bis Sportwagen

Brennstoffzellen gehören zusammen mit Wasserstoff-Antrieb zu den Feldern, auf denen BMW derzeit mit Toyota kooperiert: „Das ist eine gute Partnerschaft. Da weiß man nie, ob sich das weiterhin aufs Bestehende beschränken wird.“ Entscheidend sei, dass beide Partner eine Win-Win-Basis erkennen. Die liegt für BMW und Toyota offenbar auch beim Sportwagen-Projekt vor, aus dem Ende dieses Jahres die beiden Sportwagen BMW Z5 und Toyota Supra auf einer gemeinsamen technischen Plattform hervorgehen werden. Aufgrund seiner persönlichen Eindrücke vom Z5 klingt Harald Krüger auch hier beinahe euphorisch: „Das funktioniert von beiden Seiten her sehr gut. Das erste Auto, das ich fahren konnte, fühlte sich fantastisch an.“

BMW Concept 8 Series nimmt BMW-Design vorweg

Die Weltpremiere eines seriennahen neuen Luxus-Coupés von BMW beim Concorso d’Eleganza nahm Krüger zum Anlass, um über das Luxus-Segment überhaupt mehr zu verraten: „Es ist eines meiner strategischen Ziele, im Top-Luxus-Segment zu wachsen. Und der BMW Concept 8 Series passt da exakt hinein“. Das mondäne Nostalgie-Event am Comer See hat sich dank zahlreicher Concept Cars und Bikes während der letzten Jahre zum Barometer für die baldige Modellpolitik entwickelt. Harald Krüger weiter zu BMWs jüngster Konzeptstudie: „Der 8er ist ein sehr dynamisch designtes großes Sport-Coupé. Er verkörpert die Balance aus Luxus und Sportlichkeit. Die positiven Reaktionen hier und im Internet bestätigen den offensiven Schritt ins Luxussegment, den wir mit ihm gehen werden.“ Das gelte auch für den künftigen X7. Er werde ab Ende 2018 BMWs SUV-Palette nach oben erweitern. Zusätzliche Modelle würden im Top-Luxus-Segment noch folgen: Unter anderem laut Krüger ein All-Terrain-Fahrzeug von Rolls Royce.

iNext baut 2021 auf neuer Architektur auf

Ab 2021 wird sich laut BMW-Chef Krüger der iNext als nächster Meilenstein der Marke durch eine neue Architektur auszeichnen, die von vornherein auf die drei Antriebsformen Elektromotor, Plug-In-Hybrid und Verbrennungsmotoren ausgelegt ist. Mit dem iNext mache die Marke BMW einen großen Sprung in Sachen Elektroantrieb, aber auch beim Autonomen Fahren und der Konnektivität. Zuvor wird es Schlag auf Schlag gehen: 2018 kommt der i8 Roadster als Plug-In-Hybrid, 2019 der Elektro-Mini und 2020 der Elektro-X3. Wer jetzt immer noch nicht genug an Neuheiten hat, der muss sich Harald Krügers vielversprechende Worte zur kommenden großen deutschen Automesse auf der Zunge zergehen lassen: „Haben Sie Geduld bis zur IAA in Frankfurt, da wird es noch etwas mehr zu sehen geben.“

Fazit: Elektroantrieb ist das Gebot der Stunde, wenn man BMW-Chef Harald Kürger aufmerksam zuhört. Aber: Der Diesel ist weiterhin wichtig, unter anderem wegen der CO2-Ziele 2020. Wie lange das anhält, kann man heute ebenso wenig wissen, wie den Startpunkt autonomen Fahrens in Serie oder die wesentliche Ausbreitung der Brennstoffzelle samt nötiger Infrastruktur. Viele Fragezeichen, denen Harald Krüger gerne Ausrufezeichen entgegensetzt – wie zuletzt beim Concorso d’Eleganza 2017 mit dem neuen 8er und seinem Großangriff in der Top-Luxus-Klasse.

Previous ArticleNext Article
Ralf Schütze

Seit 1989 pflege ich als Motor-Journalist meine angeborene Leidenschaft: Vater Fahrlehrer, Onkel Auto-Mechaniker und Motorrad-Rennfahrer – von Geburt an hatte ich Benzin im Blut. Mittlerweile haben sich kWh dazugemischt, denn ich finde auch die Elektro-Mobilität und Alternative Antriebe äußerst spannend.

Schön, dass ich meine Erlebnisse und Erkenntnisse auf mein-auto- blog.de mit Euch teilen darf.

Erste Fahrt: BMW X3

BMW X3 Fahrbericht

Kraftpaket mit Geländeambitionen

Als Spagat zwischen X5 und X1 gedacht, gründete der X3 mit seiner Präsentation auf der IAA 2003 das Segment der Mittelklasse SUV. Der nicht ganz so bullig wirkende X3 kam sportlicher und agiler daher als sein großer Bruder, X5. Mittlerweile wird er ab Herbst diesen Jahres in der 3. Generation den Münchner Automobilhersteller weltweit vertreten. Mehr als 1,5 Millionen verkaufter Fahrzeuge seines Typs sprechen eine deutliche Sprache. Ein überarbeitetes Design, seine bereits gelungene Motorenpalette und eine weitere Ausstattungslinie sollen die Erfolgsgeschichte des „kleinen“ SUV weiter schreiben. Dass er darüber hinaus mehr als nur Ambitionen auf seine Geländetauglichkeit anmeldet soll er künftig auch bei seiner dritten Auflage im Kundeneinsatz demonstrieren. Im Herbst 2017 stehen der X3 in den Programmen xLine, Sport und Luxury Line in den BMW Autohäusern zur Verfügung. Mit seinem kleinsten Benziner und seiner Basisausstattung startet der X3 bei einem Preis von 44.000 Euro ins Rennen um weiterhin gute Verkaufszahlen.

Als Mittelklasse-SUV klar Positioniert

Schon mit der ersten Einführung des „kleinen Bruders“ des X5 Anfang 2004 waren die Aufgabenstellungen des Kompakt SUV klar definiert. Es sollte eine Verbindung zwischen einer robusten Off-Road Optik und einem dynamischen Fahrzeug mit sportlichen Ambitionen schaffen. Die Ingenieure des bayrischen Automobilherstellers haben ganze Arbeit geleistet, denn mehr als 1,5 Millionen Einheiten des X3 gingen in den ersten beiden Generation an seine Kundschaft. Niemals Müde vom Erfolg, fährt der in Nordamerika, Südafrika und China produzierte X3 ab diesem Herbst in die 3. Generation. Gegenüber seinem Vorgänger konnte der X3 in fast allen Abmessungen zulegen. 4,18 Meter Länge, 1,90 Meter Breite, 1,68 Meter Höhe und 2,86 Meter Radstand lassen ihn sehr breit und wuchtig auf der Straße stehen. Beim ersten Blick über das Außenkleid des BMW erkennen wir die kurzen Überhänge vorn und hinten, die dem Fahrzeug eine Gewichtsverteilung von 50:50 geben. Seine Front bietet mit der dreidimensionalen BMW Doppelniere und seinen angepasst aggressiven Scheinwerfern eine von Haus aus sportliche Performance. Dieser Auftritt zieht sich über die Seitenlinien bis hin zum Heck, das mit den Voll-LED-Leuchten in Dreidimensionaler Optik, des heruntergezogenen Dachspoilers und der doppelbordigen Endrohre für einen bleibenden Eindruck sorgt. 204 Millimeter Bodenfreiheit lassen den Kompakt SUV zusätzlich im Gelände mühelos nicht nur Auf- und Abfahrten nehmen. Das aerodynamisch optimierte Dach drückt seinen Cw-Wert auf 0,33, was sich klar auf die Verbrauchswerte auswirkt. Der uns präsentierte kombinierte Verbrauchswert des 3.0 M40i mit 265 kW von 8,2 Litern ist an dem Tag der Veranstaltung leider nicht zu prüfen. Für die ersten Tests standen uns sowohl Fahrzeuge für Fahrten auf der Straße als auch im unwegsamen Gelände im Hinterland von Lissabon/Portugal zur Verfügung.

Typische BMW-Optik

M40i als Flaggschiff

Zum Verkaufsstart präsentiert sich der Bayer mit einer Motorenpalette von zwei Diesel und drei Benziner recht übersichtlich. Dabei dient erstmals ein M-Modell in der X-Serie als Flaggschiff. Kombiniert werden sowohl die Benziner xDrive20i mit 135 kW (184 PS), der xDrive30i mit 185 kW (252 PS), als auch die Diesel xDrive20d mit 150 kW (190 PS), der xDrive30d mit 195 kW (295 PS)  mit einem weiter entwickeltem Acht-Stufen Steptronic Getriebe. Das von uns auf den Straßen vor dem Atlantik gefahrene M-Modell erhält wegen seiner Übersetzungen ein sportlich abgestimmtes Getriebe. Der M40i ist gleichermaßen auf den kurvigen Wegen und auf den Autobahnen rund um Lissabon gerade wegen seines Drehmoments von 500 Newtonmeter immer wieder mit gefühlter brachialer Gewalt unterwegs. Dennoch bleiben seine Motoren durch die konsequent umgesetzte Entwicklungsstrategie des EfficientDynamics beim X3 effizient, darf man den Kennzahlen des Herstellers vertrauen. Aber auch ganz banale Dinge, wie Optimierung beim Leichtbau führen dort hin. So erzielten die Entwickler von BMW durch den Einsatz von mehr Aluminium-Komponenten im Motor- und Fahrwerksbau eine Reduzierung des Gesamtgewichts von ausstattungsbereinigt bis zu 55 Kilogramm.

Karosserie Optimierung durch Leichtbau Konzept

Innenraum funktional und luxuriös

Im Innenraum demonstrieren die Testfahrzeuge vor Ort durchweg ein Bild von hochwertigen Materialien und einer Verarbeitungsqualität, wie man Sie von einem deutschen „Premiumhersteller“ erwarten würde. Die Sportsitze des M40i geben zu jeder Fahrsituation den dementsprechenden Halt und Sicherheit. Fahrer und Beifahrer, als auch Passagiere im Fond genießen Sitzkomfort mit groß bemessener Beinfreiheit. Die hohe Sitzposition, die natürlich auch im X3 vorherrscht, bietet dabei eine komfortable Rundumsicht. Beim Kofferraumvolumen wurde wie schon bei den Außendimensionen nachgebessert. Demnach faßt der Stauraum bei voller Bestuhlung 550 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzen reichen dann 1.600 Liter für einen Einkauf beim Baumarkt unbedenklich aus. Sein Lenkrad ist mit den Bedienelementen besetzt, die ein Optimum an Komfort bieten und dennoch nicht überladen wirkt. Seine Rundinstrumente vor dem Lenkrad sind zwar digitalisiert, vermitteln indes den Eindruck von Analogzeiten. Das oberhalb des Lenkrades erscheinende Head-Up Display spiegelt ganz individuell Funktionen der Fahrerassistenzsysteme, Geschwindigkeitsanzeige und/oder Navigationsanzeigen. In der Mitte des Armaturenbrett fungiert der Touchscreen als Schaltzentrale und Funktionsanzeige zugleich. Er lässt sich auf Wunsch ganz intuitiv mit Finger- und Handgesten steuern. Optional liefert BMW einen Sprachassistenten, der seine Befehle in einer Alltagssprache entgegen nimmt, um diese dann entsprechend umzusetzen. Im Screen integriert ist eine Weiterentwicklung des BMW ConnectedDrive. Auf der Basis einer flexiblen Plattform, der Open Mobility Cloud, werden die Funktionen des Smartphones auf dem Display angezeigt.

Lederausstattung ist beim M40 eine Selbstverständlichkeit

Fahrerassistenzsysteme auch fürs Gelände

Beim Thema Sicherheit- und Fahrerassistenzsysteme richtet man bei BMW Alles dem teilautonomen Fahren aus. Unter dem Begriff „BMW Personal Co-Pilot“ fassen der Hersteller aus München seine stetig weiterentwickelnden Systeme zusammen. Hierzu gehören die neueste Generation einer adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage, der Active Cruise Control (ACC), die unter anderem im stockenden Verkehr das Fahrzeug bis zum Stillstand abreisen lässt und automatisch wieder anfahren soll. Weiter im optional erhältlichen Paket sind eine mit aktiven Lenkeingriffen arbeitende Funktion Lenk- und Spurführungsassistent, ein Spurwechsel und Spurhalteassistent mit Seitenkollisionsschutz sowie die Vorfahrt-, die Falschfahr- und die Querverkehrswarnung. Für den Einsatz im Gelände verfügt der X3 darüber hinaus über der Bergabfahrassistenten, der vom Fahrer lediglich das Mitlenken erfordert. Geschwindigkeit und Verzögerung des Fahrzeuges wird durch die Voreinstellung der km/h geregelt.

Nicht nur Ambitionen fürs Gelände. Die Tauglichkeit nimmt man ihn nach der ersten Fahrt ab.

Produktionen auch in Südafrika und China

Seine ausführliche Preisliste stand uns bei Veranstaltung bereits zur Verfügung. Der ersten Fahrzeuge werden zudem im Herbst diesen Jahres an seine Kunden ausgeliefert. Ab Januar 2018 werden Kauffreudige auch mit Fahrzeugen aus der Produktion aus Südafrika und China beliefert, was seiner Qualität in keiner Weise hinten anstehen lässt. Seinen Startpreis findet der X3 mit dem kleinsten Benziner und der Basisausstattung bei 44.000 Euro. Ende der konventionellen X3 Modelle bildet der stärkere Diesel und die Ausstattung „M Sport Advantage“ bei 62.000 Euro. Der M40i als Flaggschiff beginnt seinen Einstieg bei 66.300 Euro.

In Zukunft auch in Südafrika und China produziert, der BMW X3

Fazit: Fahrspaß und guter Nutzwert werden die Verkaufsargumente beim X3 anführen. Dabei wird sowohl der anspruchsvollere Kunde, als auch der Geländefahrer und die junge Familie Ihr Premium Kompakt SUV finden. Die Messlatte für Sicherheit- und Fahrerassistenzsysteme, sowie Antriebsvarianten setzten den X3 an die Spitze unserer persönlich geführten Liste in seinem Segment.

3 Liter Motoren stehen übrigens beiden Modellen

Der neue BMW X3 schiebt die Messlatte der Premium SUVs nochmals ein ganzes Stück nach oben und setzt sich, wie wir meinen dabei an die Spitze.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Wolfgang Groeger-Meier

Aktuelle Suchanfragen:

Weltpremiere: X2: Oans, zwoa, g´SUVa?

Automobilhersteller sehen immer wieder Lücken in ihrem Portfolio – das ist bei den Bayern nicht anders. Wer sich die Nomenklatur der Modelle genau angesehen hat, hat dies aber kommen sehen, schließlich klafft zwischen BMW X1 und BMW X3 eine Lücke. Diese möchte nun der BMW X2 schließen, ohne aber darauf zu verzichten, etwas ganz Besonderes zu sein: Ein SAC, also ein Sports Activity Coupé. Ausblick auf den neuen Münchner.

Design – Warum der BMW X2 ein Coupé ist

Haken wir zunächst die wichtigsten Zahlen ab: Der neue BMW X2 ist 4,36 m lang, 1,82 m breit und 1,53 m hoch. Auf dieser Basis, die vollkommen ins Schwarze des Kompaktklasse-Formats trifft, versammeln sich rund 1.460 kg Leergewicht – je nach Motor. Überschüssige Pfunde hat der Bayer damit nicht, sondern liegt, wie schon mit seinen Abmessungen, auf Augenhöhe mit der Kompaktklasse-Konkurrenz. Aber ein SUV? Nein, das schmeckt den Münchnern nicht, sodass der BMW X2 zum SAC, also einem Sports Activity Coupé wurde.

Der BMW X2 ist kein SUV sondern ein SAC – ein Sports Activity Coupé

Als Alleinstellungsmerkmal soll entsprechend die athletische Sportlichkeit eines Coupés dienen. Dem BMW X2 sieht man man seine Dynamik auf den ersten Blick an: Er wirkt durchtrainiert, zeigt die Robustheit eines SUVs und kombiniert sie mit einer gewissen Eleganz und Sportlichkeit. Aber ein Coupé? Hat ein solches nicht für gewöhnlich zwei Türen? Oder einen nach hinten abfallenden Dachverlauf?

Wie dem auch sei, der BMW X2 nutzt typische Elemente der BMW X-Modelle, wie etwa die quadratisch anmutenden Radhäuser oder die markanten Endrohre. Bei den Vierzylindern sind diese zweifach vorhanden – eines links und eines rechts. Hinzu kommen betonte Seitenschweller, eine elegante Dachlinie und eine flache Fenstergrafik, die das Greenhouse verkleinert und die Rundumsicht einschränken dürfte. Aber das ist man von modernen Autos gewohnt. Dennoch wirkt der BMW X2 eigenständig und sticht aus der Masse hervor – besonders in den Ausstattungslinien M Sport X und M Sport, die den Charakter noch individueller machen.

Jung, dynamisch und modern: Die Zielgruppe des BMW X2

Eigenständigkeit suggeriert auch die BMW Doppelniere, deren bislang bekannte Trapezform umgekehrt und nun nach unten hin breiter wird. Dadurch steht das Fahrzeug kräftiger und aggressiver da, als seine Brüder der X-Reihen. Und eine weitere Premiere steht im X2 an: Die Designer spendiertem dem SAC ein BMW-Logo an der C-Säule, das von historischen BMW wie dem 2000 CS oder 3.0 CSL stammt. Ob die anvisierte Kundschaft, die vorwiegend „jung oder jung geblieben“ sein soll, dieses Element als historisch anerkennt, ist hingegen fraglich.

Antriebe – Zünftiges zum Start

Dass der BMW X2 sich von der üblichen Kompakt-SUV-Zunft entfernen will erkennt man nicht nur an seiner Kategorisierung als „SAC“ sondern auch daran, dass unter seiner dynamischen Hülle zunächst nur kräftige Aggregate stecken. Zum Marktstart stehen drei Motoren zur Verfügung – allesamt mit TwinTurbo-Aufladung. Bei den Benzinern startet die Palette mit dem BMW X2 xDrive20i und 141 kW/192 PS. Damit soll der Verbrauch zwischen 5,5 und 5,9 Litern im Mix liegen. Wer das Potential des 2.0 Turbomotors mit seinen 280 Nm oft ausnutzt, wird diesen Verbrauch eher nicht realisieren können, wohl aber die zügigen Fahrleistungen. Mit seiner 7-Gang-Steptronic soll der BMW X2 xDrive20i in 7,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und maximal 227 km/h schnell sein.

Das BMW-Logo auf der C-Säule soll an historische Klassiker erinnern

Auch die Diesel sind eher zünftig-stark ausgerüstet. Der BMW X2 xDrive20d und der BMW X2 xDrive25d verfügen beide ebenfalls über 2.0 Liter Hubraum – genau wie der Benziner. Bei der Leistung stellt die selbstzündende Einstiegsversion 140 kW/190 PS bereit, während der stärkere Diesel 170 kW/231 PS leistet. Beim Drehmoment liegen 400 bzw. 450 Nm an und schieben den SAC druckvoll nach vorn. Der xDrive20d soll in 7,7 Sekunden auf 100 km/h sprinten und für maximal 221 km/h gut sein, während der xDrive25d den Standardspurt in 6,7 Sekunden absolviert und 237 km/h schnell ist. Beide Aggregate sind mit einer 8-Gang Steptronic kombiniert und verfügen über Allradantrieb. Trotz ihrer guten Fahrleistungen sollen die Aggregate aber beim Konsum knausern: Die schwächere Variante wird mit 4,6 bis 4,8, der stärkere Diesel mit 5,1 bis 5,3 Liter im kombinierten Verbrauch auf 100 km angegeben. Im kommenden Jahr wird die Palette darüber hinaus nach unten erweitert. Dann wird man den BMW X2 als sDrive18i, xDrive 20i, sDrive18d und xDrive18d ordern können.

Ausstattung und Innenraum – Wer die Wahl hat…

… hat die Qual, das ist soweit bekannt. Im Fall des BMW X2 bedeutet dies, dass der SAC – je nach gewählter Ausstattungslinie – besonders dynamisch daherkommt. Wählen kann man zwischen der Basis, dem M Sport und M Sport X. Letztere sind jeweils mit einem M Sportfahrwerk mit einer strafferen Feder- und Dämpferkennung sowie einer leichten Tieferlegung ausgerüstet. Optional stehen zudem dynamische Dämpfer in der Preisliste.

Das Cockpit kommt einem bekannt vor, bietet aber lifestyligen Pfiff

Innen zeigt sich ein Cockpit in BMW-Manier mit aufgesetztem Bildschirm. Das wirkt aber immer noch modern. Überzeigen möchten die Bayer darüber hinaus mit hoher Qualität, wie etwa mit hochwertigen Polsterungen. Die beiden oberen Ausstattungslinien sind mit einer Stoff-Alcantara Polsterungen oder mit perforiertem Leder „Dakota“ in Magmarot erhältlich – das dürfte ein echter Hingucker sein. Zusätzlich sorgen Kontrastnähte auf dem Armaturenbrett und in der Mittelkonsole für hochwertige Akzente.

Modern zeigt sich zudem der Instrumententräger mit seinen großen Displays sowie das Angebot an Online-Diensten. Darunter fallen BMW Connected und BMW ConnectedDrive Services. Seitens der Fahrsicherheit steht zudem ein vollfarbiges Head-Up Display bereit, damit man den Blick nicht mehr von der Straße nehmen muss. Außerdem bietet der BMW X2 einen Stauassistenten, der Teil des optionalen Driving Assist Plus ist. Dieses fasst eine Reihe von kamerabasierten Fahrerassistenzsystemen zusammen, wie etwa den automatisierten Einparkassistenten.

Wer, wie, was?

Für einen Ausflug in die Berge ist der neue BMW X2 auch mit Allradantrieb erhältlich

BMW tut gut daran, ein weiteres SU… pardon, ein SAC, auf den Markt zu bringen. Nun ja, das Coupé sucht man vergebens, erwischt. Dennoch scheint die Nachfrage nach Fahrzeugen, in denen man hoch sitzt und die einen Geländewagen imitieren nach wie vor ungebremst zu sein. Der Nachfrage nach Premium-Produkten ist es ohnehin, weshalb die Verfügbarkeit von starken Motorisierungen und exklusiven Ausstattungsmerkmalen bestens auf die Zielgruppe zugeschnitten zu sein scheint. „Jung oder jung geblieben“, urbane und aktiv soll man laut den Münchnern sein. Na, wiedererkannt?

 

Aktuelle Suchanfragen: