Erster Test: BMW Fünfer 2017 (G30)

Erster Test: BMW Fünfer 2017 (G30)

Der König ist tot, lang lebe der König! Oder so. Seit sich BMW mit dem E12 als sportliche „Obere-Mittelklasse“ positioniert hatte, gelten die Bayern als das Maß der Dinge in diesem Segment. Eine fast schon luxuriöse Limousine im Segment der viertürigen Limousinen, aber immer ein wenig sportlicher als die anderen. Das war mit dem E28 nicht anders. Es war mit dem E34 nicht anders. Und so weiter. Und man war Vorbild. Während Stuttgart immer dem sachlicheren Komfort verbunden war, galten die Bajuwaren als Sportler. Dann kamen die Ingolstädter und suchten ihren Platz in diesem Trio. Seitdem ist es ein Dreikampf in der „Oberen Mittelklasse“. Im Segment der Dienstwagen für Vielfahrer und Abteilungsleiter. Und die Grenzen verschwimmen immer mehr. Komfort und Dynamik? Müssen heute eh alle aus dem Effeff abliefern. Wie sich also unterscheiden? Eine besondere Aufgabe für den jüngsten Star der Bayern, den „neuen Fünfer“ (G30). mein-auto-blog ist den neuen Fünfer als 530d xDrive und 540i sDrive bereits gefahren. Test- und Fahrbericht aus Portugal:

Sportlehrer im Anzug

Erster Test des neuen BMW 530d xDrive und BMW 540i sDrive

[notification type=“notification_info“ ]Quick-Info: Marktstart des neuen Fünfer ist am 11. Februar 2017 – seine offizielle Weltpremiere erlebt er auf der Autoshow in Detroit Anfang Januar. Einstiegspreis: 45.200 € für den 520d. [/notification]

Die erste Frage: Welcher ist der Neue? Stehen die Generationen F10 und G30, also „der Neue“, neben dem Alten, fragt man sich, was sich verändert hat. Es wirkt ein wenig, als käme das neue Modell mit Messern bewaffnet zu einem Pistolen-Duell. Sicher, die Scheinwerfer gehen jetzt bis zu den Nieren und hinten, ja, irgendwas ist da anders. Aber reicht das? Doch wer tiefer schaut, erkennt die harte Arbeit, die hinter einer solchen „Transformation“ steckt. Sieht aus wie ein Fünfer, aber moderner. Man erkennt sofort, welcher der beiden der jüngere ist. Die Formensprache entwickeln, ohne den Charakter zu schädigen. Eine unfassbar komplizierte Aufgabe. Schönstes Detail dabei? Die Motorhaube. Denn der vordere Abschluss kommt nun ohne „Kaiserschnittnarbe“ aus. Diese in letzter Zeit in Mode gekommene Unart, die Frontmaske und die Motorhaube sichtbar zu trennen. Die krassen horizontalen Spalte mögen beim Crashtest für günstigere Reparaturkosten sorgen, weil bei leichten Schäden nur die Maske und nicht die Haube getauscht werden müssen – aber es sieht unausgegoren aus. Einfach mal die „Nasen“ vergleichen, der G30 wirkt wie geliftet. Positiv.

Und auch wenn man beim Design erst einmal auf Langeweile und Faulheit tippt, unter dem Blech haben die Münchner das ganz große Besteck ausgepackt. Sie haben sich an den goldenen Grundsatz der „drei Mehr“ gehalten. Mehr Dynamik, mehr Effizienz, mehr Features.

erster-test-fahrbericht-009-bmw-g30-fu%cc%88nfer-2017
Portugal 2016 im November – Testfahrten im Regen.

Fit dank Diät

Ein guter Weg zu mehr Fitness ist die Diät. Immer. Erst recht bei Autos. BMW spricht von 100 Kilogramm, die man dank cleveren Leichtbaus verloren hat. Ganz ohne Carbon-Core wie beim Siebener und ohne Voll-Aluminium-Hülle. Viel Alu, aber eben nicht nur. Grundsatz eins und zwei, mehr Effizienz und mehr Dynamik lassen sich durch die Diät schon beeinflussen, 10% mehr Leistung (z.B. : 540i) helfen zudem bei der reinen Längsdynamik. 10% weniger Verbrauch freuen Brüssel und Fuhrparkmanager. Und die Umwelt.

Gadget-on-Tour

Seit ein paar Jahren spielt BMW die digitale Trumpfkarte. Man will die Integration des digitalen Lifestyle so fest in den Markenkern schnitzen, wie man es mit dem Dynamik-Anspruch bereits getan hat. Der neue Fünfer kommt daher auch mit einer ganzen Fülle an Innovationen und einem feinen Paket an Assistenten und Gizmos. Allerdings schießt man an einem Punkt massiv über das Ziel hinaus.

erster-test-fahrbericht-053-bmw-540i-g30-2017
Neues Cockpit-Design. Frei stehendes Display für Entertainment und Navigation.

Verrannt im Gizmo-Zeitalter

Dass sich der Autoschlüssel zum Ersatzhandy entwickelt, ist die gänzlich falsche Richtung. Ein Display im Schlüssel? Das ganze Ding so groß und unförmig, dass man Angst um die Hosensäckel bekommt? Eine Spielerei. Ein Auswuchs des: Sowas ist möglich, aber unsinnig. Zumal alle Funktionen des „Display-Key“ mit seinem 2.2 Zoll großen Touchscreen auch über die BMW eigene Connected Drive Applikation nutzbar wären. Laden lässt er sich über die Induktiv-Ladeschale in der Mittelkonsole oder über einen eigenen USB-Port (sic!). Was aber, wenn bereits das Handy in der Schale liegt? Wohin dann mit dem Schlüssel? In der Hosentasche bringt er Unbeteiligte in Bedrängnis. Nein. Da haben andere die besseren Ideen gehabt. Die richtige Lösung? Vermutlich dem Kunden die Entscheidung zu überlassen. Handy als Autoschlüssel oder Autoschlüssel als Ersatz-Handy? Und auch die Gesten-Steuerung ist so ein Feature, dessen Nicht-Existenz keine Sinnfrage aufwerfen würde. Das Radio per Fingerdreh in der Luft lauter machen? Was war am einfachen Drehregler so verkehrt? Zum Glück bleibt diese Möglichkeit. Also, auch hier, den Haken dran.

HEY! Wie fährt er sich denn nun?

Schlüssel, Assistenten, Gewicht – alles nicht so der Primärfaktor beim BMW-Kauf? Stimmt. Kommen wir zu dem „wie er sich fährt„.

erster-test-fahrbericht-001-bmw-g30-fu%cc%88nfer-2017
Papa Habby am Steuer des Fahrer orientierten BMW Fünfers (G30).

Erste Fahrt im neuen BMW 530d xDrive

Die gute Nachricht: Zum Start des neuen Fünfers gibt es ein attraktives Angebot an Motoren. Also nicht diese Dreizylinder-Dinger, sondern echte Motoren. Reihensechser. Der 530d fährt mit einem 265 PS starken Dreiliter-Sechszylinder vor. Als xDrive stehen dann bereits 56.900 € im Leasingrechner. Dafür erstmalig im Angebot : Allradantrieb, Achtgangautomat und Dreiliter-Turbodiesel MIT Allradlenkung. BMW nennt das System „Integral-Aktivlenkung“ und kümmert sich damit nicht um das leichte Verständnis des Features. Im Prinzip – vereinfacht – lenkt die Hinterachse nun aktiv mit. Bei niedrigen Geschwindigkeiten gegenläufig, bei höheren Geschwindigkeit in die gleiche Richtung wie die Vorderachse. Die Wirkung im Fahrverhalten? Nicht direkt spürbar. Man spürt nur eines: Der Fünfer fährt sich, wieder einmal, wie eine Sport-Limousine eine ganze Nummer kleiner. Von den fast fünf Metern und wenigstens 1.77 Tonnen bleibt selbst auf winkligen Gassen in Portugal nichts übrig. Ernsthaft. Leichtfüßig zirkeln, beschwingt den Asphalt-Tango anlegen und die Business-Limousine tanzen lassen. Ach – ja, BMW – war das nicht die Marke, die die „Freude am Fahren“ im Slogan hat?

Der 265 PS Diesel bringt 620 glückliche Newtonmeter Kraft mit. Das zaubert auch dem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht. Zusammen mit der ultrafamosen 8-Gang Automatik – der Dank geht nach Friedrichshafen zu ZF – spielen hier zwei zusammen, deren Symbiose zum Maßstab für den Rest der Automobil-Industrie gelten darf. Reihensechszylinder und der 8HP-Automat. Die Benchmark in der Frage nach der besten Lösung für einen „klassischen Antriebsstrang“.

Dass BMW beim Fünfer vollständig auf eine Luftfederung verzichtet, mag verwirren. Aber nach einem Tag on Tour mit dem 530d und 540i nicht mehr. Was die Fahrwerksentwickler der Marke mit dem Propeller im Logo da auf die Räder stellen, beeindruckt. Vor allem, wenn man eben weiß, wie gut woanders so eine Airmatic pardon, Luftfederung arbeitet. Der Spagat zwischen feinfühligem Abrollen und zackiger Reaktion auf den Wunsch nach einer Richtungsänderung – famos. Sicher, der Haken in der Aufpreisliste der – wie immer – teuren Optionen sollte dann auch bei der SA-Nummer „2VA“, dem „Adaptive Drive“, gesetzt sein. Dank aktiver Stabilisatoren arbeitet das Fahrwerk mit den klassischen Stahlfedern in einer überzeugenden Direktheit.

erster-test-fahrbericht-017-bmw-540i-g30-2017
BMW 540i sDrive im M-Ornament.

Erste Fahrt im neuen BMW 540i sDrive

Sprechen wir von Glück. BMW hatte zur internationalen Fahrveranstaltung in Portugal nur zwei Triebwerke mitgebracht. In Anbetracht eines sehr wahrscheinlichen 518i mit dann nur noch drei Zylindern frohlockten die Reihensechser bei den ersten Tests mit dem erotischen Timbre des klassischen Motorenbaus. Der Benziner, naturgemäß, noch ein wenig mehr als der Turbodiesel. Dem im „M-Sportpaket“ antretenden 540i sDrive hört man am besten beim Motorstart von außen zu. Den trapezförmigen Endrohren entfleucht ein kurzes Fauchen, ein knappes akustisches Versprechen auf die Leistungsfreudigkeit. Und er setzt es um. 340 PS waren mal M-Werte.

Sämig der Lauf, freudig das Drehverhalten, erfolgreich das Leistungsversprechen. Der Turbobenziner liefert mit Nachdruck ab, was er auf dem Papier verspricht. Zum lockeren Tanz durch das Drehzahlband passt die trockene Abstimmung des Fahrwerks in der Sport-Einstellung des Fahrdynamik-Erlebnisschalters. Wie schwer soll der Fünfer sein? Mit der jüngsten Generation mag man bei der Optik nur für Experten einen Schritt getan haben – aber was die Fahrdynamik angeht, da ist man erneut der Maßstab. Beeindruckend die Traktion der Hinterrad getriebenen Limousine. Selbst feuchtes und verwinkeltes Geläuf verunsichert nicht. Dazu passt das Leberwurst-dicke M-Lenkrad ganz wunderbar. Zwei, drei Kurven und man spricht mit der Business-Limousine eine Sprache.

Wie groß der Anteil der Allradlenkung am gelieferten Fahrspaß ist, muss ein Vergleich mit einem Fünfer ohne die Option zeigen. Fakt ist: Trotz Stahlfederung kann der „Neue“ wieder genau das, wofür man bereits vor 30 Jahren den Fünfer gelobt hat: Dynamik auf einem Level leicht oberhalb der anderen. Ohne deswegen unkomfortabel zu werden.

erster-test-fahrbericht-012-bmw-540i-g30-2017
„Nur Stahlfedern“ – keine Luftfederung als Option.

Infotainment und Level 2

Während Gestensteuerung und klobiger Display-Key beim ersten Kontakt komplett durchfallen, kann das große Infotainmentsystem ebenso punkten wie die rasend schnelle Navigation und Sprachsteuerung. Natürliche Spracheingabe ist für Multimediasysteme eine echte Aufgabe, die jüngste Generation des „BMW Connected Drive“ Paketes mit 10.25 Zoll großen Display meistert diese Aufgabe jedoch beeindruckend gut. „Fahre mich nach, navigiere mich nach … “ und Sekundenbruchteile später ist das korrekte Ziel eingetragen. Dass man zudem die Daten zur Navigation per Handy übertragen kann, die Connected App (eigentlich nur „das BMW Connected“) einen per Shortcut zum Terminkalender frühzeitig darüber informiert, wann man los fahren muss und man zudem im Fahrzeug einen Microsoft Exchange-Server als Mailserver abfragen kann – alles nur richtige Schritte in die Zukunft. Ob BMW-Fahrer jedoch mit dem ersten Schritt zur teil- Autonomen Fahrt einverstanden sind? Fraglich. Umso schöner, dass die Integration des „Driving Assistant Plus“ so frei von nervenden Faktoren umgesetzt wurde. Die Möglichkeit, Tempolimits automatisch an den Tempomaten weitergeben zu können, spart sich BMW. Man will die Philosophie der BMW-Fahrer nicht verändern. Und so sind Tempolimit plus x km/h per Knopfdruck möglich, aber erst, wenn der Fahrer dies bestätigt. Auf der Autobahn erweist sich diese Philosophie als gut umsetzbar. Fährt man Tempomat 140 und das System erkennt ein kommendes Tempolimit von z.Bsp. 120 km/h, wird dies im Head-Up Display frühzeitig angekündigt und dann per Tastendruck übernommen. Aber eben nicht nur die 120 km/h, sondern die vom Fahrer über das Menü aktivierten persönlichen „Kulanz-Plus“. (Sie kennen das ja sicherlich 😉 Tempolimit plus 10)

Eine besondere Erwähnung verdient zudem das Head-Up-Display. Das gehört ganz klar zu den Besten, die derzeit am Markt sind. Umfassend in den Möglichkeiten einstellbar, gestochen scharf und mit klaren Farbanteilen. So macht das richtig Sinn.

erster-test-fahrbericht-066-bmw-540i-g30-2017
BMW 540i sDrive in Portugal.

Modellangebot zum Marktstart

Zum Start wird BMW einen Vierzylinder Benziner mit 252 PS im 530i anbieten, mit und ohne Allradantrieb und einen Diesel-Vierzylinder im 520d, ebenfalls mit oder ohne Allradantrieb. Der 520d leistet 190 PS und 400 Nm! Darüber rangieren die zwei Sechszylinder. Einmal als Diesel und 265 PS und einmal als Benziner mit 340 PS. Ab März bereits soll der 530e iPerformance mit Vierzylinder-Benziner und 252 PS Systemleistung dank E-Power antreten. Hier versprechen die Bayern 50 km elektrische Reichweite und einen Normverbrauch von 1.9 Litern. Ebenfalls ab März wird es eine „Efficient Dynamics Edition“ des 520d geben. Weiterhin 190 PS stark, aber mit einem cW-Wert von 0.22 und einem Normverbrauch von 3.9 Litern Diesel auf 100 Kilometer! Das Angebot vorerst abrunden wird dann der 4.4 Liter Achtzylinder mit 462 PS und 650 Nm. Der M550i xDrive soll in 4.0 Sekunden auf Tempo 100 spurten. Preise für diese Varianten stehen noch nicht fest!

Jetzt mit "Live-Kacheln".
Jetzt mit „Live-Kacheln“.

Fazit

Mag sein, das Design ist nicht progressiv genug. Der Rest unter der zumeist aus Leichtmetall (Alu) bestehenden Hülle ist es. BMW übernimmt die Rolle des Dynamikers im Segment, erneut und maximal überzeugend. Bei der Gadget-Gizmo Abteilung der Münchener wäre aber eventuell mehr Blick nach Schwaben ganz hilfreich. So richtig warm konnte der Autor mit dem Weg der Münchener bei der Digitalisierung und Featurisierung noch nicht werden. Dass man jedoch in dieser Klasse mit einem Stahlfahrwerk so überzeugend aufspielen kann, es zeigt die Dominanz der Bayern in diesem Sektor. Ach – und einen Reihensechser? Sollte man sich immer gönnen – greifen Sie zu, wechseln Sie jetzt in den Leasingrechner … oder spurten sie noch mal schnell ins Fitness-Studio.

[notification type=“notification_info“ ]

Für wen der „neue Fünfer“ die richtige Wahl ist:

Wer die Dynamik schätzt, gerne aktiv fährt und dann auch noch beim Dienstwagen die Freiheit hat, zum Sechsender zu greifen.

[/notification]

DATEN BMW 530d xDrive

Preis: € 56.900 €
Antrieb Benziner: R6-Zyl.-Diesel, 2.993 ccm, 195 kW (265 PS), 620 Nm.
Antrieb Elektro:  — / —
Dimensionen: 5 Sitze, L/B/H 4936, 2126, 1479 mm, Gewicht 1770 kg, Kofferr. 530 l,
Fahrleistungen: 0-100 km/h 5,7 sec, Spitze 250 km/h, Normverbrauch/CO2 5,4 l/100 km/ 128 g/km.

 

Aktuelle Suchanfragen:
Previous ArticleNext Article
Bjoern

Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

http://about.me/bhabegger

2 Comments

  1. Schade, dass der 550i anscheinend nur als „M-Performance“ Version erscheint. Es war/ist immer schön zu sehen, wenn jemand einen unauffälligen 550i sein eigen nennt. Wirkt stilvoll und zeigt, dass die Person das „Besondere“ schätzt.
    Zumal es auch einen M5 geben wird, womit eine Sportvariante vorhanden sein wird.

Erste Fahrt: BMW X3

BMW X3 Fahrbericht

Kraftpaket mit Geländeambitionen

Als Spagat zwischen X5 und X1 gedacht, gründete der X3 mit seiner Präsentation auf der IAA 2003 das Segment der Mittelklasse SUV. Der nicht ganz so bullig wirkende X3 kam sportlicher und agiler daher als sein großer Bruder, X5. Mittlerweile wird er ab Herbst diesen Jahres in der 3. Generation den Münchner Automobilhersteller weltweit vertreten. Mehr als 1,5 Millionen verkaufter Fahrzeuge seines Typs sprechen eine deutliche Sprache. Ein überarbeitetes Design, seine bereits gelungene Motorenpalette und eine weitere Ausstattungslinie sollen die Erfolgsgeschichte des „kleinen“ SUV weiter schreiben. Dass er darüber hinaus mehr als nur Ambitionen auf seine Geländetauglichkeit anmeldet soll er künftig auch bei seiner dritten Auflage im Kundeneinsatz demonstrieren. Im Herbst 2017 stehen der X3 in den Programmen xLine, Sport und Luxury Line in den BMW Autohäusern zur Verfügung. Mit seinem kleinsten Benziner und seiner Basisausstattung startet der X3 bei einem Preis von 44.000 Euro ins Rennen um weiterhin gute Verkaufszahlen.

Als Mittelklasse-SUV klar Positioniert

Schon mit der ersten Einführung des „kleinen Bruders“ des X5 Anfang 2004 waren die Aufgabenstellungen des Kompakt SUV klar definiert. Es sollte eine Verbindung zwischen einer robusten Off-Road Optik und einem dynamischen Fahrzeug mit sportlichen Ambitionen schaffen. Die Ingenieure des bayrischen Automobilherstellers haben ganze Arbeit geleistet, denn mehr als 1,5 Millionen Einheiten des X3 gingen in den ersten beiden Generation an seine Kundschaft. Niemals Müde vom Erfolg, fährt der in Nordamerika, Südafrika und China produzierte X3 ab diesem Herbst in die 3. Generation. Gegenüber seinem Vorgänger konnte der X3 in fast allen Abmessungen zulegen. 4,18 Meter Länge, 1,90 Meter Breite, 1,68 Meter Höhe und 2,86 Meter Radstand lassen ihn sehr breit und wuchtig auf der Straße stehen. Beim ersten Blick über das Außenkleid des BMW erkennen wir die kurzen Überhänge vorn und hinten, die dem Fahrzeug eine Gewichtsverteilung von 50:50 geben. Seine Front bietet mit der dreidimensionalen BMW Doppelniere und seinen angepasst aggressiven Scheinwerfern eine von Haus aus sportliche Performance. Dieser Auftritt zieht sich über die Seitenlinien bis hin zum Heck, das mit den Voll-LED-Leuchten in Dreidimensionaler Optik, des heruntergezogenen Dachspoilers und der doppelbordigen Endrohre für einen bleibenden Eindruck sorgt. 204 Millimeter Bodenfreiheit lassen den Kompakt SUV zusätzlich im Gelände mühelos nicht nur Auf- und Abfahrten nehmen. Das aerodynamisch optimierte Dach drückt seinen Cw-Wert auf 0,33, was sich klar auf die Verbrauchswerte auswirkt. Der uns präsentierte kombinierte Verbrauchswert des 3.0 M40i mit 265 kW von 8,2 Litern ist an dem Tag der Veranstaltung leider nicht zu prüfen. Für die ersten Tests standen uns sowohl Fahrzeuge für Fahrten auf der Straße als auch im unwegsamen Gelände im Hinterland von Lissabon/Portugal zur Verfügung.

Typische BMW-Optik

M40i als Flaggschiff

Zum Verkaufsstart präsentiert sich der Bayer mit einer Motorenpalette von zwei Diesel und drei Benziner recht übersichtlich. Dabei dient erstmals ein M-Modell in der X-Serie als Flaggschiff. Kombiniert werden sowohl die Benziner xDrive20i mit 135 kW (184 PS), der xDrive30i mit 185 kW (252 PS), als auch die Diesel xDrive20d mit 150 kW (190 PS), der xDrive30d mit 195 kW (295 PS)  mit einem weiter entwickeltem Acht-Stufen Steptronic Getriebe. Das von uns auf den Straßen vor dem Atlantik gefahrene M-Modell erhält wegen seiner Übersetzungen ein sportlich abgestimmtes Getriebe. Der M40i ist gleichermaßen auf den kurvigen Wegen und auf den Autobahnen rund um Lissabon gerade wegen seines Drehmoments von 500 Newtonmeter immer wieder mit gefühlter brachialer Gewalt unterwegs. Dennoch bleiben seine Motoren durch die konsequent umgesetzte Entwicklungsstrategie des EfficientDynamics beim X3 effizient, darf man den Kennzahlen des Herstellers vertrauen. Aber auch ganz banale Dinge, wie Optimierung beim Leichtbau führen dort hin. So erzielten die Entwickler von BMW durch den Einsatz von mehr Aluminium-Komponenten im Motor- und Fahrwerksbau eine Reduzierung des Gesamtgewichts von ausstattungsbereinigt bis zu 55 Kilogramm.

Karosserie Optimierung durch Leichtbau Konzept

Innenraum funktional und luxuriös

Im Innenraum demonstrieren die Testfahrzeuge vor Ort durchweg ein Bild von hochwertigen Materialien und einer Verarbeitungsqualität, wie man Sie von einem deutschen „Premiumhersteller“ erwarten würde. Die Sportsitze des M40i geben zu jeder Fahrsituation den dementsprechenden Halt und Sicherheit. Fahrer und Beifahrer, als auch Passagiere im Fond genießen Sitzkomfort mit groß bemessener Beinfreiheit. Die hohe Sitzposition, die natürlich auch im X3 vorherrscht, bietet dabei eine komfortable Rundumsicht. Beim Kofferraumvolumen wurde wie schon bei den Außendimensionen nachgebessert. Demnach faßt der Stauraum bei voller Bestuhlung 550 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzen reichen dann 1.600 Liter für einen Einkauf beim Baumarkt unbedenklich aus. Sein Lenkrad ist mit den Bedienelementen besetzt, die ein Optimum an Komfort bieten und dennoch nicht überladen wirkt. Seine Rundinstrumente vor dem Lenkrad sind zwar digitalisiert, vermitteln indes den Eindruck von Analogzeiten. Das oberhalb des Lenkrades erscheinende Head-Up Display spiegelt ganz individuell Funktionen der Fahrerassistenzsysteme, Geschwindigkeitsanzeige und/oder Navigationsanzeigen. In der Mitte des Armaturenbrett fungiert der Touchscreen als Schaltzentrale und Funktionsanzeige zugleich. Er lässt sich auf Wunsch ganz intuitiv mit Finger- und Handgesten steuern. Optional liefert BMW einen Sprachassistenten, der seine Befehle in einer Alltagssprache entgegen nimmt, um diese dann entsprechend umzusetzen. Im Screen integriert ist eine Weiterentwicklung des BMW ConnectedDrive. Auf der Basis einer flexiblen Plattform, der Open Mobility Cloud, werden die Funktionen des Smartphones auf dem Display angezeigt.

Lederausstattung ist beim M40 eine Selbstverständlichkeit

Fahrerassistenzsysteme auch fürs Gelände

Beim Thema Sicherheit- und Fahrerassistenzsysteme richtet man bei BMW Alles dem teilautonomen Fahren aus. Unter dem Begriff „BMW Personal Co-Pilot“ fassen der Hersteller aus München seine stetig weiterentwickelnden Systeme zusammen. Hierzu gehören die neueste Generation einer adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage, der Active Cruise Control (ACC), die unter anderem im stockenden Verkehr das Fahrzeug bis zum Stillstand abreisen lässt und automatisch wieder anfahren soll. Weiter im optional erhältlichen Paket sind eine mit aktiven Lenkeingriffen arbeitende Funktion Lenk- und Spurführungsassistent, ein Spurwechsel und Spurhalteassistent mit Seitenkollisionsschutz sowie die Vorfahrt-, die Falschfahr- und die Querverkehrswarnung. Für den Einsatz im Gelände verfügt der X3 darüber hinaus über der Bergabfahrassistenten, der vom Fahrer lediglich das Mitlenken erfordert. Geschwindigkeit und Verzögerung des Fahrzeuges wird durch die Voreinstellung der km/h geregelt.

Nicht nur Ambitionen fürs Gelände. Die Tauglichkeit nimmt man ihn nach der ersten Fahrt ab.

Produktionen auch in Südafrika und China

Seine ausführliche Preisliste stand uns bei Veranstaltung bereits zur Verfügung. Der ersten Fahrzeuge werden zudem im Herbst diesen Jahres an seine Kunden ausgeliefert. Ab Januar 2018 werden Kauffreudige auch mit Fahrzeugen aus der Produktion aus Südafrika und China beliefert, was seiner Qualität in keiner Weise hinten anstehen lässt. Seinen Startpreis findet der X3 mit dem kleinsten Benziner und der Basisausstattung bei 44.000 Euro. Ende der konventionellen X3 Modelle bildet der stärkere Diesel und die Ausstattung „M Sport Advantage“ bei 62.000 Euro. Der M40i als Flaggschiff beginnt seinen Einstieg bei 66.300 Euro.

In Zukunft auch in Südafrika und China produziert, der BMW X3

Fazit: Fahrspaß und guter Nutzwert werden die Verkaufsargumente beim X3 anführen. Dabei wird sowohl der anspruchsvollere Kunde, als auch der Geländefahrer und die junge Familie Ihr Premium Kompakt SUV finden. Die Messlatte für Sicherheit- und Fahrerassistenzsysteme, sowie Antriebsvarianten setzten den X3 an die Spitze unserer persönlich geführten Liste in seinem Segment.

3 Liter Motoren stehen übrigens beiden Modellen

Der neue BMW X3 schiebt die Messlatte der Premium SUVs nochmals ein ganzes Stück nach oben und setzt sich, wie wir meinen dabei an die Spitze.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Wolfgang Groeger-Meier

Aktuelle Suchanfragen:

Weltpremiere: X2: Oans, zwoa, g´SUVa?

Automobilhersteller sehen immer wieder Lücken in ihrem Portfolio – das ist bei den Bayern nicht anders. Wer sich die Nomenklatur der Modelle genau angesehen hat, hat dies aber kommen sehen, schließlich klafft zwischen BMW X1 und BMW X3 eine Lücke. Diese möchte nun der BMW X2 schließen, ohne aber darauf zu verzichten, etwas ganz Besonderes zu sein: Ein SAC, also ein Sports Activity Coupé. Ausblick auf den neuen Münchner.

Design – Warum der BMW X2 ein Coupé ist

Haken wir zunächst die wichtigsten Zahlen ab: Der neue BMW X2 ist 4,36 m lang, 1,82 m breit und 1,53 m hoch. Auf dieser Basis, die vollkommen ins Schwarze des Kompaktklasse-Formats trifft, versammeln sich rund 1.460 kg Leergewicht – je nach Motor. Überschüssige Pfunde hat der Bayer damit nicht, sondern liegt, wie schon mit seinen Abmessungen, auf Augenhöhe mit der Kompaktklasse-Konkurrenz. Aber ein SUV? Nein, das schmeckt den Münchnern nicht, sodass der BMW X2 zum SAC, also einem Sports Activity Coupé wurde.

Der BMW X2 ist kein SUV sondern ein SAC – ein Sports Activity Coupé

Als Alleinstellungsmerkmal soll entsprechend die athletische Sportlichkeit eines Coupés dienen. Dem BMW X2 sieht man man seine Dynamik auf den ersten Blick an: Er wirkt durchtrainiert, zeigt die Robustheit eines SUVs und kombiniert sie mit einer gewissen Eleganz und Sportlichkeit. Aber ein Coupé? Hat ein solches nicht für gewöhnlich zwei Türen? Oder einen nach hinten abfallenden Dachverlauf?

Wie dem auch sei, der BMW X2 nutzt typische Elemente der BMW X-Modelle, wie etwa die quadratisch anmutenden Radhäuser oder die markanten Endrohre. Bei den Vierzylindern sind diese zweifach vorhanden – eines links und eines rechts. Hinzu kommen betonte Seitenschweller, eine elegante Dachlinie und eine flache Fenstergrafik, die das Greenhouse verkleinert und die Rundumsicht einschränken dürfte. Aber das ist man von modernen Autos gewohnt. Dennoch wirkt der BMW X2 eigenständig und sticht aus der Masse hervor – besonders in den Ausstattungslinien M Sport X und M Sport, die den Charakter noch individueller machen.

Jung, dynamisch und modern: Die Zielgruppe des BMW X2

Eigenständigkeit suggeriert auch die BMW Doppelniere, deren bislang bekannte Trapezform umgekehrt und nun nach unten hin breiter wird. Dadurch steht das Fahrzeug kräftiger und aggressiver da, als seine Brüder der X-Reihen. Und eine weitere Premiere steht im X2 an: Die Designer spendiertem dem SAC ein BMW-Logo an der C-Säule, das von historischen BMW wie dem 2000 CS oder 3.0 CSL stammt. Ob die anvisierte Kundschaft, die vorwiegend „jung oder jung geblieben“ sein soll, dieses Element als historisch anerkennt, ist hingegen fraglich.

Antriebe – Zünftiges zum Start

Dass der BMW X2 sich von der üblichen Kompakt-SUV-Zunft entfernen will erkennt man nicht nur an seiner Kategorisierung als „SAC“ sondern auch daran, dass unter seiner dynamischen Hülle zunächst nur kräftige Aggregate stecken. Zum Marktstart stehen drei Motoren zur Verfügung – allesamt mit TwinTurbo-Aufladung. Bei den Benzinern startet die Palette mit dem BMW X2 xDrive20i und 141 kW/192 PS. Damit soll der Verbrauch zwischen 5,5 und 5,9 Litern im Mix liegen. Wer das Potential des 2.0 Turbomotors mit seinen 280 Nm oft ausnutzt, wird diesen Verbrauch eher nicht realisieren können, wohl aber die zügigen Fahrleistungen. Mit seiner 7-Gang-Steptronic soll der BMW X2 xDrive20i in 7,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und maximal 227 km/h schnell sein.

Das BMW-Logo auf der C-Säule soll an historische Klassiker erinnern

Auch die Diesel sind eher zünftig-stark ausgerüstet. Der BMW X2 xDrive20d und der BMW X2 xDrive25d verfügen beide ebenfalls über 2.0 Liter Hubraum – genau wie der Benziner. Bei der Leistung stellt die selbstzündende Einstiegsversion 140 kW/190 PS bereit, während der stärkere Diesel 170 kW/231 PS leistet. Beim Drehmoment liegen 400 bzw. 450 Nm an und schieben den SAC druckvoll nach vorn. Der xDrive20d soll in 7,7 Sekunden auf 100 km/h sprinten und für maximal 221 km/h gut sein, während der xDrive25d den Standardspurt in 6,7 Sekunden absolviert und 237 km/h schnell ist. Beide Aggregate sind mit einer 8-Gang Steptronic kombiniert und verfügen über Allradantrieb. Trotz ihrer guten Fahrleistungen sollen die Aggregate aber beim Konsum knausern: Die schwächere Variante wird mit 4,6 bis 4,8, der stärkere Diesel mit 5,1 bis 5,3 Liter im kombinierten Verbrauch auf 100 km angegeben. Im kommenden Jahr wird die Palette darüber hinaus nach unten erweitert. Dann wird man den BMW X2 als sDrive18i, xDrive 20i, sDrive18d und xDrive18d ordern können.

Ausstattung und Innenraum – Wer die Wahl hat…

… hat die Qual, das ist soweit bekannt. Im Fall des BMW X2 bedeutet dies, dass der SAC – je nach gewählter Ausstattungslinie – besonders dynamisch daherkommt. Wählen kann man zwischen der Basis, dem M Sport und M Sport X. Letztere sind jeweils mit einem M Sportfahrwerk mit einer strafferen Feder- und Dämpferkennung sowie einer leichten Tieferlegung ausgerüstet. Optional stehen zudem dynamische Dämpfer in der Preisliste.

Das Cockpit kommt einem bekannt vor, bietet aber lifestyligen Pfiff

Innen zeigt sich ein Cockpit in BMW-Manier mit aufgesetztem Bildschirm. Das wirkt aber immer noch modern. Überzeigen möchten die Bayer darüber hinaus mit hoher Qualität, wie etwa mit hochwertigen Polsterungen. Die beiden oberen Ausstattungslinien sind mit einer Stoff-Alcantara Polsterungen oder mit perforiertem Leder „Dakota“ in Magmarot erhältlich – das dürfte ein echter Hingucker sein. Zusätzlich sorgen Kontrastnähte auf dem Armaturenbrett und in der Mittelkonsole für hochwertige Akzente.

Modern zeigt sich zudem der Instrumententräger mit seinen großen Displays sowie das Angebot an Online-Diensten. Darunter fallen BMW Connected und BMW ConnectedDrive Services. Seitens der Fahrsicherheit steht zudem ein vollfarbiges Head-Up Display bereit, damit man den Blick nicht mehr von der Straße nehmen muss. Außerdem bietet der BMW X2 einen Stauassistenten, der Teil des optionalen Driving Assist Plus ist. Dieses fasst eine Reihe von kamerabasierten Fahrerassistenzsystemen zusammen, wie etwa den automatisierten Einparkassistenten.

Wer, wie, was?

Für einen Ausflug in die Berge ist der neue BMW X2 auch mit Allradantrieb erhältlich

BMW tut gut daran, ein weiteres SU… pardon, ein SAC, auf den Markt zu bringen. Nun ja, das Coupé sucht man vergebens, erwischt. Dennoch scheint die Nachfrage nach Fahrzeugen, in denen man hoch sitzt und die einen Geländewagen imitieren nach wie vor ungebremst zu sein. Der Nachfrage nach Premium-Produkten ist es ohnehin, weshalb die Verfügbarkeit von starken Motorisierungen und exklusiven Ausstattungsmerkmalen bestens auf die Zielgruppe zugeschnitten zu sein scheint. „Jung oder jung geblieben“, urbane und aktiv soll man laut den Münchnern sein. Na, wiedererkannt?

 

Aktuelle Suchanfragen: