News: Cadillac ATS Coupé – Exotischer als ein Aston Martin

News: Cadillac ATS Coupé – Exotischer als ein Aston Martin

Cadillac kennt man hierzulande fast nur noch als Elvis-Fan. Gerade einmal 97 Fahrzeuge des US-Premiumherstellers sind im vergangenen Jahr hierzulande zugelassen worden. Das toppen sogar Exoten wie Aston Martin, Maserati und Bentley ganz locker. Für das neuestes Modell der traditionsreichen Marke muss das kein Nachteil sein: Das Cadillac ATS Coupé lebt von seiner Rarität.

Als Auto für anspruchsvolle Kunden, die von den deutschen Premiummarken gelangweilt sind, sieht Cadillac selbst seinen Mittelklasse-Zweitürer. Das stimmt, insoweit dass das Coupé nicht das hierzulande in dieser Klasse übliche Audi-BMW-Mercedes-Logo trägt. Es ist aber auch ein wenig heuchlerisch, weil der ATS sich gerade diese drei Marken ganz offensichtlich zum Vorbild genommen hat. Agil auf den Rädern, elegant im Blech und modern in Sachen Technik verabschiedet sich der Viersitzer endgültig vom klobigen Kitsch, den die Marke nach ihrer besten Zeit in den 50er- und 60er-Jahren lange verkörperte.

Innen ist der ATS gut verarbeitet
Innen ist der ATS gut verarbeitet

Zu formaler Beliebigkeit hat der neue Kurs jedoch nicht geführt: Das Coupé steht mit seinen vertikalen Scheinwerfern, dem mächtigen Kühlergrill und den schnittig gebügelten Karosseriefalzen eindrucksvoll und eigenständig da. Und wirkt dabei fast schon eine Spur zu edel für ein Mittelklassemodell. Auch der Innenraum macht mit viel Leder und Holz-Zierteilen einiges her, wirkt dabei etwas barocker und verspielter als die kühlen Hightech-Lounges in den Modellen der deutschen Hersteller. Verarbeitung und Materialauswahl sind gut, aber nicht ganz so perfekt wie bei Audi und Co.

Komplett unamerikanisch gibt sich das ATS Coupé beim Antrieb. Unter der langen Haube arbeitet in Europa kein Sechszylindern, sondern ausschließlich ein Vierzylinder, dessen zwei Litern Hubraum von einem Turbo bis zu 203 kW/276 PS Leistung und 400 Nm Drehmoment entlockt werden. Vor allem beim gleichmäßigen Cruisen macht der Benziner eine gute Figur, stellt immer reichlich Kraft zur Verfügung und bleibt akustisch angenehm im Hintergrund. Wer beherzter aufs Gas tritt, entlockt dem Vierzylinder zwar einen ordentlichen Zusatz-Punch, aber auch einen wenig ansprechenden, dünnen metallischen Klang. Das passiert auch bei zurückhaltender Fahrweise nicht allzu selten, weil die Automatik lediglich sechs Schaltstufen zur Verfügung stellt und so immer wieder zu größeren Drehzahlsprüngen gezwungen ist. Ein wenig mehr Sounddesign würde hier schon viel helfen, sind Fahrleistungen und Verbrauch doch ansonsten voll in Ordnung. Wer mit Vollgasetappen spart, kommt mit gut neun Litern auf 100 Kilometern aus.

Komplett überzeugen kann das Fahrwerk. Dank Hinterradantrieb, aufwändiger Achskonstruktion und präziser Lenkung nimmt der Cadillac Kurven locker und schwungvoll, der lange Radstand und die ausgewogene Abstimmung sorgen gleichzeitig für komfortables Reisen. Besser treffen auch die Deutschen den Kompromiss aus Sport und Alltag nicht. Eine Kleinigkeit stört dann aber doch den Fahrgenuss mit dem Amerikaner. Wobei „Kleinigkeit“ der falsche Ausdruck ist – denn die Außenspiegel sind das genaue Gegenteil davon. Wie von einem Pick-up oder dem Riesen-SUV Escalade übernommen wirken die beiden Pfannen links und rechts von der Passagierkabine. So breit, dass sich hinter ihnen ein kleiner Lkw oder ein mittlerer Kurvenausgang verstecken könnte.

Zwei Türen, rahmenlose Scheiben - der ATS ist ein klassisches Coupé
Zwei Türen, rahmenlose Scheiben – der ATS ist ein klassisches Coupé

Das ist dann allerdings wirklich Meckern auf hohem Niveau. Denn unterm Strich muss der Cadillac den Vergleich mit Audi A5, BMW 4er oder Mercedes C-Klasse nicht scheuen. Kleinere Schwächen überdeckt dabei der vergleichsweise günstige Preis. 39.600 Euro kostet die getestete Variante mit Hinterradantrieb, zur Basis-Ausstattung zählen dann bereits Xenonlicht, Klimaautomatik und Metalliclack. Eine Allradvariante gibt es zwei Ausstattungsstufen höher für 47.895 Euro.

Autor: Holger Holzer/SP-X

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Cadillac CTS-V: Haudrauf mit Manieren

Die Klasse der übersportlichen Power-Limousinen ist klar aufgeteilt: Mercedes-AMG E63, BMW M5 und Audi RS6 – das war´s. Oder? Mitnichten! Aus den Vereinigten Staaten scharrt ein Kandidat nicht gerade leise mit den Hufen, um es der deutschen Konkurrenz so richtig zu zeigen: Der Cadillac CTS-V. Sein Rezept ist ein 6,2 Liter V8 mit Kompressor und irrwitzigen 649 PS. Da kann die Konkurrenz nicht mithalten. Aber schafft es der Caddy sich die deutsche Premium-Konkurrenz auch beim Fahren vom Hals zu halten oder ist er nur ein Papier-Tiger? Fahrbericht.

Design – Männliche Kanten, weibliche Rundungen

Wollen wir einmal in typischen Klischees sprechen: Der Inbegriff eines echten Kerls ist muskulös, kantig und groß, während für weibliche Formen eher das „Coke-Bottle“-Design als Sinnbild verstanden wird – also geschwungen und rund. Schauen wir uns den Caddilac CTS-V an, ist die Frage wohl geklärt, welches der beiden Klischees der Ami eher erfüllt: Hier steht ein waschechter Kerl, der seinen Hauptwohnsitz ins Fitnessstudio verlegt hat.

Nicht nur mit seinem selbstbewussten Kühlergrill zieht der Cadillac CTS-V die Blicke auf sich

Und so richtig unauffällig ist der Caddy auch nicht: Sein riesiger, vergitterter Grill setzt sein Selbstbewusstsein ebenso gekonnt in Szene, wie die ins Auge stechende rote Lackierung. Dazu kommt eine kantig ausgeformte Motorhaube mit Luftauslässen, in denen die Arme eines langjährigen Bodybuilders verschwinden können. Ungewohnt zeigt sich auch die Gestaltung des Lichts: Die Hauptscheinwerfer ziehen sich spitz bis weit in die Kotflügel und wirken wie grimmig zusammengekniffene Augen, während das vertikal verlaufende Tagfahrlicht zweigeteilt bis in den unteren Bereich der Frontschürze reicht. Zusammen mit den großen Kühlluft-Schlünden ergibt sich so eine Front, die keinen Zweifel an der Power des Cadillac CTS-V lässt.

Seitlich zeigt der Ami die gewohnt kantige Gestaltung: Scharfe Kanten prägen die Ansicht. Dabei wirkt das Design nicht langweilig, sondern modern und trägt die typischen Merkmale der aktuellen Fahrzeuggestaltung, wie etwa ein knapp sitzendes Greenhouse oder eine Coupé-haft abfallende Dachlinie zum Heck hin. Hier zeigt sich auch die schiere Größe des Amerikaners. 5,05 Meter sind einfach kein Pappenstil. Die Masse an Fahrzeug zeigt sich auch, wenn man einen Blick auf das Räderwerk wirft: 19-Zoll-Räder rundum mit 295er Reifen an der Hinterachse sind per se nicht klein – ganz im Gegenteil. An der ausladenden Karosse des Caddy wirken sie aber beinahe schon schmächtig.

Das Heck des Cadillac CTS-V signalisiert dieselbe Stärke, die man bereits an der Front mit anerkennendem Kopfnicken wahrgenommen hat. Das beginnt mit der korrekt geformten Bügelfalte in der Heckschürze, geht über die vier armdicken Endrohre und endet mit dem ausladenden Heckspoiler aus Carbon. Beim Anlassen weiß dann restlos jeder Beischeid, was Sache ist: Der Cadillac CTS-V prustet aus voller Lunge das Lied der Vernichtung über die vier Endrohre in die Umwelt. Großes Kino, das alle Nackenhaar in Alarm-Stellung versetzt.

Fahreindrücke – Er will. IMMER!

Nun gut, das Aggregat läuft schon, also schauen wir mal, wie sich der Ami beim Fahren schlägt. Die Automatik auf D und beim sachten Gasgeben den Tönen des V8 mit leisem Kompressor-Säuseln lauschen – herrlich. Der Tritt aufs Gas fällt dennoch bewusst vorsichtig aus – wir sprechen hier schließlich von 649 PS und 855Nm, die auf die Hinterachse losgelassen werden. Und so tastet man sich vorsichtig an den Amerikaner heran. Dabei fällt auf, dass der CTS-V auch ganz unauffällig sein kann. Gemütliches Cruisen in der Stadt? Kein Problem! Die 8-Gang-Automatik hält einen entsprechend hohen Gang parat und den Antrieb damit im niedrigen Drehzahlbereich – Power ist ohnehin im Überfluss vorhanden. Und auch die Feder-Dämpfer-Abstimmung geriet allgemeinverträglich: Poltern, fiese Schläge oder gar unangenehme Härte sind dem Caddy fremd. Stattdessen überzeugt die starke Limousine mit einem angenehmen Federungskomfort, der mit treffender Straffheit kombiniert wird.

Das zeigt sich auch bei zügiger Landstraßenfahrt, wenn man sich an die Leistungscharakteristik gewöhnt hat. Die Lenkung will mit strammem Griff gefasst werden, zeigt sich aber schön zielgenau und sortiert den Begriff der Hektik ins Nirvana. Hohe Kurvengeschwindigkeiten sind möglich und lassen sich ohne nennenswerte Seitenneigung bewerkstelligen. Nur sollte man eines tunlichst vermeiden: Starkes Gasgeben. Ansonsten muss das ESP eingreifen und das auskeilende Heck einfangen. Vorsicht ist geboten.

Hier geht´s heiß her: Der 6,2 Liter V8 entledigt sich seiner Abwärme über ausladende Öffnungen in der Motorhaube

Auf der Autobahn, wenn der rechte Fuß ruckartig schwer wird und den Kickdown betätigt, wird das Heck ebenfalls zum Leben erweckt und sorgt selbst bei Tempi von 130 noch für aufgerissene Augen. Es dauert nur den Bruchteil einer Sekunde, bis der Automat eine, zwei oder drei Stufen herunterschaltet und das Höllenfeuer losbricht. Die Traktionskontrolle hat alle Hände voll zu tun, die ungestüme Hinterhand im Zaum zu halten, während man nachhaltig an Geschwindigkeit gewinnt. Ein Spektakel, das man erlebt haben muss. Ist man nicht auf Krawall gebürstet und vermeidet den Kontakt mit dem Bodenblech, kann man binnen kürzester Zeit auch ohne einen Herzanfall in Tempo-Regionen vorstoßen, bei denen die deutsche Premium-Konkurrenz längst ausgecheckt hat.

200 km/h stellen sich von selbst ein und der Verbrauch sinkt sogar noch. 250 km/h sind gar kein Problem, erst ab rund 290 km/h wird es etwas zäher. Dann nämlich schaltet die Automatik in eine der höchsten Fahrstufen – und die ist lang ausgelegt. Zwar gewinnt der Caddy auch dann noch stetig an Geschwindigkeit, nur eben nicht mehr mit der davor wahrgenommenen Vehemenz. Dabei ist Vehemenz genau das Stichwort des CTS-V: Von null auf 100 km/h geht es – bei gefühlvollem Gaseinsatz – in 3,7 Sekunden, ein Ende will der Amerikaner erst bei 320 km/h kennen. Beeindruckend! Vehement kann man aber auch den ein oder anderen Drift hinlegen – an Leistung mangelt es schließlich nicht – der, Kompetenz vorausgesetzt, nicht in einem unkontrollierten Dreher enden muss.

Innenraum – Verstecken war gestern

A propos Dreher: Diese gibt es im Interieur des Cadillac CTS-V nicht mehr. Drehrädchen glänzen durch Abwesenheit. Stattdessen findet man am Infotainment eine matt-silberne Leiste, die für die Regelung der Lautstärke zuständig ist. Man gleitet einfach mit dem Finger über das noble Metall und schon wird es lauter – oder eben leiser. Dabei hat das Bose Soundsystem jederzeit Bässe in petto, die den V8 locker in den Schatten stellen. Das kann auch manchmal diametral wirken.

Klar gegliedertes Cockpit mit hübschen, digitalen Instrumenten

Angenehm ist hingegen die Gestaltung des Innenraums. Hartplastik? Was ist das?! Es ist fast egal, wo man anfasst, der Amerikaner gefällt mit hoher Materialgüte. Kunststoffe sind eh kaum vorhanden und alles mit feinem Leder oder Alcantara überzogen. Hinzu kommt der Einsatz von Carbon hier und dort und sorgt für ein sportlich-nobles Ambiente, das durch geschmackvoll gesetzte Verkleidungen in Klavierlack ergänzt wird.

Verwendung findet es vor allem im Bereich des Infotainments, das – nachdem man sich an die Lautstärkeregelung gewöhnt hat – wenig Rätsel aufgibt. Bedient wird es in Smartphone-Manier über Wischgesten und gibt auch bei der Display-Auflösung keinen Grund für Kritik. Schließt man ein Smartphone an, aktivieren sich – je nach Gerät – Android Auto oder Apple CarPlay mit seiner entsprechenden Oberfläche. Eine feine Sache, da man so Zugriff auf seine Musikdatenbank, bereits eingegebene Navigationsziele und festgelegte Apps hat.

Und auch bei den Platzverhältnissen braucht sich der Cadillac CTS-V nicht zu verstecken. Vorn nimmt man auf bestens ausgeformten Recaro-Sitzen Platz, die nicht mit übertriebener Härte nerven, aber eine nachhaltige Unterstützung bieten. Einzig die Schenkelauflage könnte für Großgewachsene länger ausfallen. Einmal den Sitz eingestellt, mangelt es weder für den Fahrer, noch für den Beifahrer an Platz. Sitzen in der ersten Reihe zudem durchschnittlich große Erwachsene, ergibt sich auch in Reihe zwei genügend Platz, sodass der Reise zu viert nichts im Wege steht. Einzig der Kofferraum ist mit einem Volumen von lediglich 388 Litern etwas eingeschränkt. Seltsamerweise wirkt er gar nicht so klein, wie es die Angabe vermuten lässt, sondern gefällt mit einer guten Nutzbarkeit im Alltag.

Bequem und langstreckentauglich: Die Recaro-Sitze passen auf Anhieb

Fazit – Allerlei guten Dinge sind V8!

Premium-Konkurrenz? Warm anziehen! Der Cadillac CTS-V ist ein ganz böser Junge und kann seinen Mitstreitern zweifellos das Wasser reichen. Weder bei der Materialauswahl noch bei der Verarbeitung patzt er. Das Platzangebot passt und der Antrieb ist von der Sorte, der einem die Tränen der Begeisterung horizontal in Richtung Ohr treibt. Der Kompressor-V8 hat Druck in jeder Lebenslage und begeistert mit seinem Gänsehaut erregenden Geboller. Es ist allerdings nicht von der Sorte, die einem nach kurzer Zeit auf die Nerven geht, sondern stets ein Lächeln auf die Mundwinkel treibt. Dass es diesen Fahrspaß nicht zum Nulltarif gibt, ist kein Geheimnis. 20 Liter Super-Benzin sind eher Standard, als Ausnahme. Aber Kraft braucht auch Kraftstoff – soweit kein Wunder. Wundern kann man sich auch über den  Einstiegspreis von knapp 100.000 Euro. Nicht wenig – wohl wahr – aber weit unter Konkurrenz-Niveau und damit ein echtes Schnäppchen. Zumal hier schon eine Vollausstattung inbegriffen ist. Und dafür bekommt man ein Auto, das nicht an jeder Straßenecke parkt.

News: Cadillac CTS-V – Amerikanischer Donnerkeil

Mit dem Cadillac CTS-V will die amerikanische Nobelmarke ab Herbst ernsthaft gegen Mercedes E 63 AMG, BMW M5 und Konsorten antreten. Die Limousine der oberen Mittelklasse ist mit ihrem 6,2-Liter großen und 477 kW/649 PS leistenden Achtzylinder-Benziner das stärkste Auto der Markengeschichte.

Als Spurtzeit auf Tempo 100 gibt der Hersteller 3,7 Sekunden an, als Höchstgeschwindigkeit 320 km/h. Die passende Übersetzung wählt eine Achtgangautomatik, die die Kraft an die Hinterräder überträgt. Alternativ können die Gänge auch über die Lenkradwippen gewechselt werden. Für den nötigen Halt sorgen 19 Zoll große Michelin-Pneus. Je nach Untergrund, kann das Fahrwerk der Limousine in unterschiedlichen Modi eingestellt werden.

Mit mindestens 98.500 Euro ist der Cadillac CTS-V auch günstiger als der 104.000 Euro teure BMW M5 (412 KW/560 PS) und der 103.700 Euro teure Mercedes E 63 AMG (410 KW/557 PS).

Neben dem CTS-V hat Cadillac außerdem noch den kleineren Hochleistungssportler ATS-V neu im Programm. Das als Limousine und Coupé angebotene Mittelklassemodell ATS-V wird von einem turbogeladener V6-Benziner und 356 kW/470 PS angetrieben. Damit erreicht er in 3,9 Sekunden 100 km/h. Mindestens 74.900 Euro kostet der BMW M3/M4-Gegner.

Autor: Adele Moser/SP-X