Citroën Blogger Roadtrip

Citroën Blogger Roadtrip

Blogger roadtrip Citroen

Der zweite Blogger Roadtrip war noch keine 20 Minuten vorbei, da wollte ich bereits wieder zurück auf die Strecke. Nicht weil wir auf diesem Trip zu wenig gefahren wären – nein – mit über 3.200km haben wir die Distanz klar über erfüllt, nein, es waren diese wunderbaren Momente die mir spontan gefehlt haben.

3 Tage, 3 Fahrzeuge, 3.000 Kilometer

Der zweite Blogger Roadtrip

Der erste Roadtrip hatte einen klaren Fokus auf dynamische Strecken und extrem dynamische Fahrzeuge. Beim zweiten Roadtrip hatte ich den Fokus auf „Reisen statt rasen“ und mit Citroën hatten wir auch hier wieder einen extrem gut passenden Partner. (Der erste Roadtrip mit Porsche und den sehr fahraktiven Strecken quer durch die Alpen ist „hier“ nach zu lesen.)

Mit dem französischen Automobil-Hersteller Citroën musste die Streckenwahl natürlich auch über die Mautpflichtigen „Autoroute“ der „Grand Nation“ führen.  Und um zu verstehen wie groß unser Nachbarland ist, gab es nur eine Möglichkeit: Die Nord-Süd Durchquerung. 

Gestartet wurde wieder – wie beim ersten Road-Trip – an der Heimat-Adresse des beteiligten Automobil-Herstellers. Im Falle des Importeurs Citroën war das: KÖLN.

Von der Jecken-Hochburg im Westen Deutschlands führte die erste Etappe, am ersten Tag, quer durch Belgien zur traditionsreichen Rennstrecke: „Spa-Francorchamps“. Die über die Grenzen von Belgien bekannte Gastfreundschaft von Parkplatz-Einweisern sorgte dann zwar dafür, dass uns ein erstes Gruppen-Foto mit der Rennstrecke als Hintergrund verwehrt blieb – aaaaber – dank meiner (wiedermal /sic!) perfekten Teilnehmerwahl konnten wir auf das Fachwissen von Tom Schwede zurück greifen (ein alter Motorsport-Intimus) und uns noch eine ruhige Foto-Location mit Rennstrecken-Hintergrund sichern.

Citroen Roadtrip Spa

Da bereits am ersten Tag eine Etappe von knapp 900 km auf dem Programm stand, waren die Fotopausen extrem kurz gehalten. Und so gab es auch beim Citroën Roadtrip das gleiche Bild, wie beim Porsche Roadtrip: Wann immer wir hielten, sprangen 7 Blogger aus den Fahrzeugen und suchten spontan nach den besten Blickwinkeln.

Citroen Roadtrip Blogger

Das Tages-Ziel war ein kleiner Ort an der Französischen Kanal-Küste: Ouistreham. Der Abend klang bei einer landestypischen Speise aus. Für mich war es: „Broiler“ mit Chips. Oder wie der Franzose sagt: „Poulet et des Frites“.

Und ja – ich habe bereits besser gegessen und war still und heimlich mit dem Handy beschäftigt um heraus zu finden, wo die berühmte US-Burgerkette „McD“ wohl die nächste Niederlassung versteckt hielt. (Es müsste eigentlich entlang der Normandie gerade zu wimmeln von Burger-Bratern. Oder?)

Egal – die Laune am Tisch stieg mit meiner Ankündigung für den nächsten Tag:

1.200 km quer durch Frankreich – Vom Kanal bis hinab an die Coté

Hört sich erst einmal unspektakulär an – bedenkt man das Tempolimit auf den französischen Autobahnen, die ständigen Maut-Stationen und den Wunsch aller Beteiligten, immer mal wieder für Foto-Stops anzuhalten, wird einem aber schnell klar – weswegen der Start auf 7 Uhr gelegt wurde. Wir wollten doch am Ende immer noch im Sonnenlicht ankommen.

Was gibt es schöneres als den Sonnenuntergang im mondänen Küsten-Städtchen Nizza zu erleben? Eben – und so war Eile angesagt.

citroen roadtrip ds4

Dank der disziplinierten Truppe, extrem kurz gehaltenen Raucher- und Pinkel-Pausen, sowie dem ständigen Blick auf die „avisierte“ Ankunftszeit laut Navigationsgerät – kamen wir tatsächlich 15 Minuten vor dem Sonnenuntergang in Nizza an.

Unter der ignorierten Berücksichtigung aller Verbots-Schilder haben wir die 3 Haupt-Darsteller des Roadtrips kurzerhand vor dem Steinstrand und dem dahinter liegenden Mittelmeer drapiert und alle waren froh, mit digitalen Fotoapparaten zu arbeiten.  Man erinnere sich nur an den Zeitverlust beim auswechseln der alten Filmdosen 😉 – Dank der sehr interessierten Promenaden-Besucher war es eine wirkliche Herausforderung, mal eben ein paar „Fahrzeug-Fotos“ zu knipsen. Ohne Jogger, Radfahrer, Kinderwägen, 70 Jährigen Lebedamen und ignoranten Gehweg-Paparrazis mit auf das Foto zu bekommen.

Citroen Nizza Promenade

Nie zuvor habe ich in meinem Leben derart viele Citroën auf einer Autobahn gesehen, wie auf der Autoroute von Paris nach Lyon. Es ist mir direkt unheimlich geworden.

Zugleich hatte ich am ersten Abend – nach über 1.200 km Tempo limitierter französischer Autobahn, auch verstanden, was den Reiz eines Citroën ausmacht. Es ist diese Fähigkeit zum entspannten reisen. Am deutlichsten konnte man dieses Talent im häufig unterschätzten Citroën C5 erleben. Diese gnadenlose Ruhe im Fahrzeug, dieses wunderbare Hydropneumatik-Fahrwerk, die bequemen Sitze. Der C5 war für mich am Ende des gesamten Trips die absolute Überraschung.

Citroen c5 roadtrip

Bevor das Trip-Fazit gezogen werden konnte – lag jedoch noch ein Roadtrip-Tag und weitere 1.200 km Fahrstrecke vor den St0ßstangen. Und weil gegen Ende eines solchen Meilen-Marathons dann doch der ein oder andere die Lust verspürt einen fixen Endpunkt zu kennen – war auch die zweite Nacht auf dem Roadtrip eine eher kurze.

Kurz nachdem die Sonne über der Coté d’Azur begonnen hatte den Weg zum Höchststand am Firmament zu suchen, waren die 6 Blogger, die 3 Citroën und der ungnädige Organisator (*hust – ich*) wieder auf der Straße. Die Sonnenstrahlen über dem wundervollen blauen Meer, ein Himmel ohne jedwede Wolke und diese wunderbare Route zwischen Nizza und Monaco sorgten dann für den kurzfristigen Wunsch, nicht die Autoroute zu wählen, sondern möglichst nah am Meer zu bleiben.

Ich denke – wenn die anderen Blogger nur halb so viel Spaß und Lust an dieser kurzen Etappe zwischen kultiviertem Süd-Französischem Badeort und dem herrschaftlichen Stadtstaat Monaco hatten wie ich – dann hatten sich bereits alle gefahrene Kilometer bezahlt gemacht.

DS5 monaco

Monaco – Snobisten-Weltkultur-Erbe

Keine andere Stadt verkörpert für mich so wunderbar die Widersprüche in meiner eigenen Weltanschauung. Ich liebe diese exklusiv distinguierte Art des Lebens und verstehe zugleich in keinster Weise, wieso man sich so etwas überhaupt antun sollte.

Eventuell ist es einfach nur meine allererste Erinnerung an diese Stadt: Es ist schon viele Jahre her und es war im Sonnenaufgang – als ich zum ersten Mal über die Bucht von Monaco schaute – nach 12 Stunden Autobahnfahrt. Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein.

Roadtrip home

22:23 Uhr waren wir zurück in Köln – auf dem Parkplatz an der André-Citroën-Straße. Ursprünglich mal geplant war eine Ankunftszeit, so um 16 Uhr herum :). Die Schuld nun nur auf den Stau vor dem Gotthard zu schieben, die verfluchten Autobahn-Baustellen auf der A5 oder unsere Lust auf einen schnellen Burger kurz nach der Deutsch-Schweizer Grenze, wäre wohl unfair.

Am Ende war es für alle – trotz der enormen Kilometerleistung und den wirklich vielen Stunden im Auto – eine, mindestens „interessante“ Erfahrung der beteiligten Blogger gegenüber der Marke Citroën, mit vielen Chancen den französischen Automobil-Hersteller und seine Fahrzeuge völlig neu zu „er-fahren“.

Es waren tolle Routen dabei. Ein wunderbares Gefühl nach 12 Stunden Landquerung das Meer vor der Küste Nizzas zu erblicken. Gespräche mit mehr oder weniger viel Tiefgang und eine Gruppe die sich blendend verstand.

Bevor ich die Tage noch auf die 3 Fahrzeuge eingehe die uns von Citroën gestellt wurden, ein oder zwei Worte über ein wirkliche schlechtes Hotel in Köln,  2 mehr oder weniger schöne Hotels in Frankreich und „last but not least“ über die mit gefahrenen Blogger schreibe – will ich an dieser Stelle bereits den Partnern danken!

  • Danke an die „mutigen“ Blogger!
  • Danke an Citroën Deutschland!
  • Danke an Vodafone!

 

Eine Galerie meiner besten Fotos von diesem Trip befindet sich auf unserer „Facebook-Seite“

 

..schaut bald wieder rein, für mehr Infos über den Citroën DS4, den DS5 und den C5 – sowie über: Tom Schwede, Mario Lehmann, David Hoffmann, Peter Pölzlbauer, Daniel Bönninghausen und den Film- und Foto Experten Camillo Pfeil!

Blogger-Roadtrip 612 Citroen

 

Alle bis heute (28/09/) erschienen Beiträge zum RoadTrip:

  • http://www.rad-ab.com/2012/09/21/der-2-blogger-road-trip-ist-gestartet-mit-citroen-unterwegs/
  • http://passiondriving.de/2012/09/21/der-zweite-blogger-road-trip-ist-gestartet-vive-la-france/
  • http://www.trendlupe.de/archives/2442-Blogger-Road-Trip-Nummer-2-ist-gestartet!.html
  • http://www.autoaid.de/blog/es-geht-in-die-nachste-runde-blogger-road-trip-2-%E2%80%93-3-tage-3-neue-autos-6-neue-blogger-und-eine-unbekannte-3-000-kilometer-lange-strecke/
  • http://kickaffe.wordpress.com/2012/09/20/back-to-the-routes-blogger-road-trip-2-auf-dem-weg-nach-koln/
  • http://xyonline.de/2012/09/zweiter-blogger-road-trip-der-erste-tag/
  • http://xyonline.de/2012/09/zweiter-blogger-road-trip-der-zweite-tag/
  • http://xyonline.de/2012/09/zweiter-blogger-road-trip-der-letzte-tag/
  • http://www.smartpit.de/2-blogger-road-trip-erster-tag/
  • http://www.smartpit.de/2-blogger-road-trip-tag-2/
  • http://www.billigstautos.com/los-geht-es-mit-dem-zweiten-blogger-road-trip
  • http://www.billigstautos.com/blogger-road-trip-es-geht-nach-frankreich
  • http://www.billigstautos.com/blogger-road-trip-wir-sind-in-frankreich
  • http://www.billigstautos.com/zweiter-blogger-road-trip-der-erste-tag-geht-zu-ende
  • http://www.billigstautos.com/blogger-road-trip-erstes-video
  • http://www.billigstautos.com/zweiter-blogger-road-trip-von-nord-nach-sud
  • http://www.billigstautos.com/blogger-road-trip-tag-zwei
  • http://www.billigstautos.com/blogger-road-trip-wir-nahern-uns-dem-ziel
  • http://www.billigstautos.com/zweiter-blogger-road-trip-wir-sind-in-nizza
  • http://www.billigstautos.com/zweiter-blogger-road-trip-dritter-tag
  • http://www.billigstautos.com/blogger-road-trip-sind-gleich-in-basel
  • http://www.billigstautos.com/2-blogger-road-trip-die-ubersicht
  • http://www.billigstautos.com/2-blogger-road-trip-1-tag
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Bjoern

Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

http://about.me/bhabegger

16 Comments

  1. Toller Artikel. Ich mag deinen Schreibstil sehr!
    Ich soll von meinem Freund fragen, ob der C5 tatsächlich eine Hydropneumatik hatte? Ein Bild vom Motorraum wäre hilfreich, denn den C5 gibt es auch ohne Hydropneumatik!

    Liebe Grüße von C1-Fahrern! =)

    1. Danke Uli,

      ja der C5 hatte wirklich eine Hydropneumatik und es war „göttlich“ 😉
      Ich persönlich habe wohl kein Foto vom Motorraum – aber mal schauen ob die anderen eines gemacht haben…

Land Rover Experience 2017 Peru – Über Stock und über Stein

Die Land Rover Experience Tour 2017 hat sich mit Peru sicherlich eines der interessantesten und vielfältigsten Länder dieser Erde für ein Abenteuer ausgesucht. Rund 1800 Kilometer Straßen und Pisten, entlang des Pazifiks, durch die Wüste, in die Höhe der Anden und in den Dschungel. Alle Teilnehmer können bei ihrem Abenteuertrip durch das Land im Osten Südamerikas auf den Discovery bauen, der, mittlerweile in seiner fünften Generation, Menschen und Material zuverlässig zum Ziel bringt. Mein auto blog Autorin Solveig Grewe war ein Stück weit dabei in dem Land voller Kontraste, extremer Höhenunterschiede und den gastfreundlichsten Menschen überhaupt.    

  

Mit Hingabe poliert Ciro die halbhohen dunkelbraunen Schnürschuhe, die er zuvor mit einer geheimnisvollen Creme behandelt hat. Der ausgehandelte, wohlwollende Preis für die Aktion liegt bei vier US Dollar. Das ist eine Menge Geld für den peruanischen Schuhputzer, in dessen Heimat der Durchschnittsverdienst pro Tag bei gerade mal einem Viertel davon liegt. In dem pittoresken Andenort Cusco sind Touristen die beste Kundschaft für Ciro. Nach getaner Arbeit gibt er breit grinsend noch vier Tage Garantie auf den Hochglanz, der sich jetzt eingestellt hat. Was er nicht ahnt, ist, dass die Schuhe schon einen Tag später einer harten Bewährungsprobe unterzogen werden. Cusco ist der erste Programmpunkt der zwölften Land Rover Experience Tour, die in diesem Jahr zum zweiten Mal nach Südamerika führt und aus einem Tross von 16 Land Rover Discovery und drei begleitenden Range Rover Sport besteht. Der erste Höhepunkt der Tour ist die für jeden Peru Touristen obligatorische Ruinenstadt Machu Picchu – Zeugnis der lange untergegangenen Inka-Kultur. Mach Picchu zeigt sich gerade wolkenverhangen und dadurch besonders mystisch. Die Anfahrt bleibt Bahn und Bus vorbehalten, Autos ist sie untersagt.

Am nächsten Tag geht es mit dem Flugzeug ins 500 Kilometer östlich und am Pazifik gelegene Pisco. Die heiße sandverhangene Luft flirrt, als der Tross bei Ica in eine der trockensten Wüsten der Erde abbiegt. Ein kurzer Stopp noch, um den Reifendruck der hier unerlässlichen Offroad-Reifen (Goodyear Wrangler DuraTrac) von knapp drei bar Druck auf 1,8 bar abzusenken. Das vergrößert die Auflagefläche und verbessert die Traktion im Sand. Dann heißt es, das  Fahrwerk hochstellen und im Offroad-Programm den passenden Modus für den Allradantrieb zu wählen. Es ist früher Nachmittag, die Sonne senkt sich langsam über die mit Reserverädern und Benzinkanistern auf dem Dach schwer bepackten „kings oft the hills“ inmitten der bizarr geformten mächtigen Dünen. Der Verlauf des Tracks wird wegen der Schatten langsam unübersichtlich. Ohne viel Wenn und Aber treibt der Sechszylinder Kompressor Benziner mit 340 PS und 450 Nm die weit mehr als 2 Tonnen schweren Fahrzeuge durch den Sand. Doch Achtung, wer der Spur nicht präzise folgt, der landet schnell im Abseits, was hier mit tiefem Sand gleichzusetzen ist. Eine tückische Linkskurve hinunter und gleich wieder ein steiler Hang nach rechts hoch, da ist es auch schon passiert. Gleich zwei Fahrzeuge bohren sich mit ihrer Front in den Sand. Eine erste Gelegenheit und in einem Fall eine wahre Herausforderung für die Mechaniker, die die Kolonne begleiten und deren hauptsächliche Aufgabe bisher nur daraus bestand, durchdrehende Räder mit Sand zu unterfüttern. Jetzt hängen gleich drei von ihnen über und unter dem aufgerissenen Kühler des einen Disco, um ihn mit Hilfe mitgeführter Ersatzteile, Kabelbinder und Klebeband wieder fahrbereit zu machen.

Über den so fein gewienerten Schuhen liegt längst die gleiche Patina wie über dem Lack eines jeden Discovery. Am nächsten Tag geht es von nur wenigen Metern über NN über asphaltierte Straßen, die diesen Namen eigentlich nicht verdient haben, immer wieder abgelöst von noch schlechter zu befahrenen scharfkantigen Geröllstrecken, hinauf auf 4500 Meter in den Zentralanden. Schlaglöcher ohne Ende und der gefährlichsten Art, weil man ihre Tiefe nur erahnen kann. Die schnellen Entscheidungen, welche umfahren werden müssen und welche durchfahren werden können, fordern den Fahrern volle Konzentration ab. Die Allradler machen dabei dank Luftfederung weitestgehend gute Miene zum bösen Spiel. Doch versehentlich übersehene „schlafende Polizisten“, wie sie in Deutschland gerne genannt werden und die hierzulande in besiedelten Gegenden oder Gefahrenstellen über die gesamte Fahrbahnbreite zu schnelle Fahrt abbremsen, nimmt selbst das komfortabelst eingestellte Fahrwerk krumm. Den Atem raubt das alleine noch keinem der Fahrer, wohl aber die Höhenluft bei einigen. Auf über 4000 Meter Höhe fällt der Sauerstoffgehalt so gering aus, dass selbst wenige Schritte draußen bei den unvermeidlichen Zwischenstopps zur vorher unvorstellbaren körperlichen Anstrengungen werden.

Den Einwohnern macht diese Höhe nichts aus. Stoisch treiben sie ihre Kuhherden an den Autos vorbei, winken aus ihren Häusern oder Hütten, obwohl ihre frisch gewaschene Wäsche auf der Leine unter dem von dutzenden von Rädern aufgewirbelten Staub erkennbar leidet. Sie lachen, freuen sich, dass in der Einsamkeit der Bergwelt endlich mal etwas passiert. Dann windet sich die Straße wieder höher hinauf, wird enger. Links die Felswand, rechts der Abgrund. Mehr als zwei Meter Breite bringt der Disco auf die Straße, das Verkehrsschild weist nicht mehr als 3,20 Breite der Straße auf. Entgegenkommen sollte jetzt besser niemand. Wer den Berg hinauf fährt, muss warten. An diese Regel halten sich ausnahmslos alle, Ausweichbuchten gibt es genug. Die warnenden Hupsignale vor jeder Kehre sind über Stunden die dominierende Geräuschkulisse der Fahrt.

Am nächsten Tag setzt Nieselregen ein. Die Straßen bleiben schmal, die Geröllstrecken werden glitschig. Steinbrocken, die sich irgendwann vorher gelöst haben, und jetzt auf der Straße liegen, machen die Fahrt zum Slalom. Zur rechten sucht sich ein Wasserfall Hunderte von Metern über den Autodächern seinen Weg, seine Ausläufer münden in einem ausgewaschenen Bachbett. 28 Zentimeter Bodenfreiheit beim Disco und Achsverschränkungen von 50 Zentimeter helfen, den Weg zum anderen Ufer mit Bedacht zu erreichen. Dort wird der rotbraune Weg immer mehr zum Schlammgemenge. Nur langsam schiebt sich die Kolonne vorwärts, die grüne Wand des Dschungels rückt immer näher und scheint den Tross verschlucken und auf ewig in sich aufnehmen zu wollen.

Als Tagesziel steht Huancayo auf dem Programm, eine Stadt mit über 300 000 Einwohnern auf etwa 3200 Metern Höhe. Welch ein Kontrast zu der Urform alles Lebens im Dschungel. Auf zwei Spuren strebt alles miteinander, aber eigentlich immer durcheinander in Richtung Innenstadt. Immer wieder sind es die kleinen Taxis, die hier wie wohl überall auf der Welt wegen ihres Motorengeräusches liebevoll TucTucs genannt, die einem gerne schon mal den Weg abschneiden. Doch immer wieder ist es dieses  entwaffnende Lächeln der Peruaner, das erst gar keinen Ärger aufkommen lässt und einen schnell die Strapazen der vergangenen Tage vergessen lässt. Leider führt der Weg nicht mehr nach Cusco, so dass die Garantie für den Glanz der braunen Schnürschuhe  leider verfallen wird.

Text und Bilder: Solveig Grewe

Citroen Typ H – Kastiges Comeback

Eine der markantesten französischen Auto-Ikonen ist der Lieferwagen Citroen Typ H. Immerhin 33 Jahre, von 1948 bis 1981, wurde der mit gewelltem Blech beplankte Kasten produziert und prägte lange Zeit das Straßenbild Frankreichs. Jetzt beleben der Italiener Fabrizio Caselani und der ungarische Designer David Obendorfer den Mythos wieder.

Mit den neuen Anbauteilen bietet der Citroen Jumper den markanten Wellblech-Look des Typ H

In der Autowelt hat sich Obendorfer bereits mit einigen spektakulären Retro-Entwürfen einen Namen gemacht. Auch wenn seine sehenswerten Designideen sehr lebensecht wirkende Fahrzeuge zeigten, handelte es sich bislang nur um Computerbilder. Der neuzeitlich interpretierte Typ H ist hingegen Wirklichkeit geworden.

Zwar bestehen zwischen dem alten und dem neuen Typ H eindeutige Ähnlichkeiten, doch handelt es sich bei der Neuauflage um eine recht moderne Interpretation

Zwar zitiert die Neuzeit-Version klar erkennbar das historische Vorbild, doch handelt es sich zugleich um eine recht moderne Interpretation. Die Technik unterm Wellblech entspricht heutigem Serienstandard, denn im Kern handelt es sich um einen Citroen Jumper. Dieser wurde allerdings neu eingekleidet mit Karosserieteilen aus Fiberglas, die von der italienischen Firma FC Automobili produziert werden. Insgesamt sollen dort 70 Umbau-Kits für den italienischen Markt entstehen, die den Jumper zum Typ H wandeln. Preise wurden noch nicht genannt.

David Obendorfer hat sich auch viele Styling-Ideen für den Typ H ausgedacht

(Mario Hommen/SP-X)

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