DS3 Cabrio PureTech110 und DS3 PureTech130 – Gesichtskontrolle

DS3 Cabrio PureTech110 und DS3 PureTech130 – Gesichtskontrolle

PSA macht den Citroën- oder eben auch DS-Fans bereits seit Monaten die Münder wässerig: Schon oft wurde eine Modelloffensive proklamiert, es sollte eigentlich dieses Jahr losgehen. Dann die enttäuschende Antwort von DS-Markendirektor Nicolas Perrin: Spätestens 2018 sehe man neue Modelle.
Vielleicht auch schon früher. Vielleicht. Dann eben noch einmal den aufgefrischten DS3 kaufen, dessen Neuerung vor allem darin besteht, dass er kein offizieller Citroën mehr ist. Statt Doppelwinkel prangt nun das nobel aussehende DS-Signet auf dem Kühlergrill. Bereits ab 15.890 Euro wird der Kunde fündig, dann gibt es 60 kW/82 PS sowie 4,6 Liter Verbrauch/100 km im gemittelten NEFZ. Knauseriger und obendrein sparsamer sind die 1,2 Liter großen Dreizylinder, wenn ihnen ein Turbolader Druck macht: Dann sollen lediglich 4,3 Liter pro 100 km durch die Leitungen fließen. Alleine in Verbindung mit dem Getriebeautomaten sollen wieder 4,6 Liter auf der Uhr stehen. Ab 18.990 Euro geht es los. Dieselfahrer werden ab 20.740 Euro fündig, während Cabrio-Interessenten mindestens 19.840 Euro auf den Tisch legen müssen.

Der neu gestaltete Kühlergrill des DS3 ist das auffälligste Merkmal des gelifteten Kleinwagens
Der neu gestaltete Kühlergrill des DS3 ist das auffälligste Merkmal des gelifteten Kleinwagens

Cabrio ist ein gutes Stichwort. Die erste Ausfahrt führt uns mit einem offenen, 81 kW/110 PS starken Turbo durch einen lauen Frühlingstag. Das Faltdach weit geöffnet, die Dachholme schützend neben dem Haupt: Zu einer Jahreszeit, da der Wind noch frisch pustet, ist man froh, kein echtes Cabriolet zu fahren, ohne auf Frischluft verzichten zu müssen. Eine richtige Alternative für Cabrioliebhaber ist der französische Kleinwagen also nicht – das Freiheitsgefühl ist einfach zu wenig ausgeprägt. Aber der schicke, auf Wunsch zweifarbige Cityflitzer sieht hübsch aus, die elektrische Kapuze verleiht ihm einen edlen Touch. Dazu passt der Umstand, dass DS3-Kunden jetzt mit einer richtigen Wandlerautomatik (1.800 Euro Aufpreis) fahren dürfen, um einen Hauch Oberklassekomfort zu erleben. Der aufgeladene Dreizylinder schiebt den 1,2-Tonner hinreichend kräftig voran, und die Schaltvorgänge erfolgen konzeptbedingt geschmeidig. Dass PSA hier noch keine acht Gänge anbietet, kann man verschmerzen. Die Sturmstärke bleibt übrigens auch bei schneller Autobahnrunde eher moderat, was man von der Lautstärke im Innenraum naturgemäß nicht sagen kann. Blöd nur, dass der variable Himmel oberhalb von 120 km/h nicht mehr geschlossen werden kann.

Man kann den DS3 durchaus lieben, denn er ist einfach ein liebenswürdiges Auto und im Vergleich zum Segment-Wettbewerb nicht einfach ein schnöder Kleinwagen
Man kann den DS3 durchaus lieben, denn er ist einfach ein liebenswürdiges Auto und im Vergleich zum Segment-Wettbewerb nicht einfach ein schnöder Kleinwagen

Man kann den sirrenden Turbo-Dreizylinder auch noch stärker genießen: Mit 96 kW/130 PS übertrumpft der Kleinwagen schon manchen Kompakten und sorgt durchaus für Fahrspaß. Es geht bei entsprechendem Gasfuß nachdrücklich voran, während die Übersetzungen des manuellen Sechsganggetriebes sportlich-klackend und mit einer wohligen Präzision einrasten. Der Wunsch nach einem Automaten wird beim starken PureTech leider nicht erfüllt. Aber sonst stimmt alles in dem Franzosen – das wertig anmutende Lenkrad mit dem dicken Kranz liegt gut in der Hand. Die üppigen Rindshaut-Fauteuils im „Uhrenarmband-Finish“ sind über jeden Zweifel erhaben und der Kleinwagen-Klasse längst entwachsen. Man muss für sie aber auch 3.700 Euro extra zahlen – das ist eine Stange Geld trotz mitgelieferter Sitzheizung.

Das beginnt mit dem ausgefallenen Design, geht über die prägnanten 3D-Rückleuchten und endet noch lange nicht beim schicken Interieur
Das beginnt mit dem ausgefallenen Design, geht über die prägnanten 3D-Rückleuchten und endet noch lange nicht beim schicken Interieur

Man kann den DS3 durchaus lieben, denn er ist einfach ein liebenswürdiges Auto und im Vergleich zum Segment-Wettbewerb nicht einfach ein schnöder Kleinwagen. Das beginnt mit dem ausgefallenen Design, geht über die prägnanten 3D-Rückleuchten und endet noch lange nicht beim schicken Interieur, das Schöngeister nach entsprechendem Kreuzchen bei den Optionen mit hochglänzendem Klavierlack lockt. PSA verspricht dem Kunden über drei Millionen Konfigurationsmöglichkeiten mit Außen- und Polsterfarbe. Auch für Technik-Fans lohnt sich ein Blick in die Preisliste durchaus. Dort stehen neben Dingen wie Bluetooth-Freisprechanlage, Digitalradio und Navi (zusammen 1.690 Euro) auch sicherheitsrelevante Extras wie das autonome Bremssystem. Leider bleibt der 400 Euro teure Freund in der Not der höchsten Ausstattungslinie vorbehalten. Wer übrigens enttäuscht ist, dass der inzwischen sechs Jahre alte Kleinwagen nicht mit echten Innovationen punkten kann, möge sich wenigstens an seiner ansehnlichen Verarbeitungsqualität erfreuen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ausgereifter Autos und mitunter mehr Wert als mancher zweifelhafte Fortschritt.

Previous ArticleNext Article
SPX-Redaktion | Patrick Broich |

Dieser Artikel stammt vom SP-X Redakteur Patrick Broich.

Citroen Typ H – Kastiges Comeback

Eine der markantesten französischen Auto-Ikonen ist der Lieferwagen Citroen Typ H. Immerhin 33 Jahre, von 1948 bis 1981, wurde der mit gewelltem Blech beplankte Kasten produziert und prägte lange Zeit das Straßenbild Frankreichs. Jetzt beleben der Italiener Fabrizio Caselani und der ungarische Designer David Obendorfer den Mythos wieder.

Mit den neuen Anbauteilen bietet der Citroen Jumper den markanten Wellblech-Look des Typ H

In der Autowelt hat sich Obendorfer bereits mit einigen spektakulären Retro-Entwürfen einen Namen gemacht. Auch wenn seine sehenswerten Designideen sehr lebensecht wirkende Fahrzeuge zeigten, handelte es sich bislang nur um Computerbilder. Der neuzeitlich interpretierte Typ H ist hingegen Wirklichkeit geworden.

Zwar bestehen zwischen dem alten und dem neuen Typ H eindeutige Ähnlichkeiten, doch handelt es sich bei der Neuauflage um eine recht moderne Interpretation

Zwar zitiert die Neuzeit-Version klar erkennbar das historische Vorbild, doch handelt es sich zugleich um eine recht moderne Interpretation. Die Technik unterm Wellblech entspricht heutigem Serienstandard, denn im Kern handelt es sich um einen Citroen Jumper. Dieser wurde allerdings neu eingekleidet mit Karosserieteilen aus Fiberglas, die von der italienischen Firma FC Automobili produziert werden. Insgesamt sollen dort 70 Umbau-Kits für den italienischen Markt entstehen, die den Jumper zum Typ H wandeln. Preise wurden noch nicht genannt.

David Obendorfer hat sich auch viele Styling-Ideen für den Typ H ausgedacht

(Mario Hommen/SP-X)

Aktuelle Suchanfragen:

Peugeot Expert und Citroen Jumpy – Nun auch mit Doppelkabine

Die Nutzfahrzeugmodelle Citroen Jumpy und Peugeot Experte sind ab sofort auch als Kastenwagen mit Doppelkabine bestellbar. An Bord ist Platz für bis zu sechs Personen, das Laderaumvolumen beträgt bei der 4,95 Meter langen Variante 3,2 Kubikmeter, bei der Ausführung mit 5,30 Metern Fahrzeuglänge sind es 4 Kubikmeter. Für den Antrieb stehen vier Dieselmotoren mit Leistungswerten von 70 kW/95 PS bis 130 kW/177 PS zur Wahl. Die Nettopreise starten bei 25.750 Euro (brutto: 30.643 Euro).

Auch den Citroen Jumpy gibt es in einer neuen Variante

Citroen Jumpy und Peugeot Expert sind baugleich und werden gemeinsam mit dem ebenfalls weitgehend identischen Toyota ProAce im französischen Valenciennes gebaut. Die Nutzfahrzeuge gibt es in drei Länge und zwei Höhen, als Fahrgestell, Kastenwagen oder Kombi. Zudem haben alle drei Marken spezielle Pkw-Varianten mit besserer Ausstattung und aufgewerteter Optik im Programm. (Holger Holzer/SP-X)

Aktuelle Suchanfragen: