Audi A3 – Fahrbericht – Mallorca

Audi A3 – Fahrbericht – Mallorca

http://www.bigblogg.com/archiv/2012/06/08/horch-bigblogg-im-a3/

Von Bescheidenheit, keine Spur.

Audi hat den neuen A3 (8V) auf der Balearen-Insel Mallorca vorgestellt. Innerhalb von 4 Wochen haben 1.200 Journalisten aus aller Welt die Möglichkeit die, nach den Worten von Audis Marketing-Chef „von Ohain“, Premium-Benchmark in der Kompaktwagenklasse kennen zu lernen.

Premium ist in der Tat, was Audi an Assistenz- und Multimedia-Features in den kleinen Ingolstädter packt. Von der Twitter- und Facebook-Vorlesefunktion, bis hin zu LED-Scheinwerfer mit adaptivem Lichtkegel und aktiven Systemen zur Unfallvermeidung.

Audi A3 – Fahrbericht – Kurzform

Audi-A3-Mallorca_300

Schlagwort: MQB

MQB steht für „Modularer Querbaukasten“ und beschreibt die neue Plattform-Technik im Haus Volkswagen und den Konzern-Töchtern.  Der MQB wird mit dem neuen Audi A3 erstmalig als Konstruktionsgrundlage verwendet und wird in der Zukunft für über 30 Modelle aus dem Konzern-Baukasten der Wolfsburger und der hübschen Töchter das Fundament der Entwicklung bilden.  Mit der breiten Verwendung des MQB-Baukasten wird der Konzern Stückkosten und Einmal Aufwendungen im Bereich von 20% senken können.

Damit bildet der MQB den strategischen Schlüssel für die vielfältige Anzahl an Modellen im Konzern und der Möglichkeit auch Nischen- und Nischen-Nischenmodelle mit geringer Stückzahl fertigen zu können, ohne hierfür einen Verlust zu kalkulieren. MQB steht für 20 % mehr Effizienz in der Fahrzeug-Fertigung des Konzerns.

Schlagwort: Premium

Premium. Das Lieblings-Schlagwort von Marketing-Experten und Profi-Verkäufern, wenn es darum geht, etwas hochpreisiges an den Mann (oder die Frau) zu bekommen, dessen Vorteil oder Nutzen nicht sofort auf der Hand liegt.

Premium kostet halt ein wenig mehr, weil und so lautet die Erklärung: Das Produkt mit diesem Prädikat deutlich höhere Qualitätsansprüche erfüllt. Im Automobil-Bereich erfüllt das Prädikat: „Premium“ für mich, wenn eine Marke den Faktor des „sich wohlfühlens“  vollends erfüllt hat. Haptisches Feedback der Finger und der olfaktorische Einfluss von Leder und besonderen Werkstoffen wie Echt-Holz, Glas oder Keramik im Innenraum sind hier die am schnellsten benannten Punkte.

Premium bleibt jedoch ein weicher Begriff und sollte durch Beispiele und Alleinstellungsmerkmale von besonderer Güte unterstrichen werden.

 

Audi-A3-Detailaufnahme-Scheinwerfer

Bodywork: „Athlet mit gutem Geschmack.“

Dank der neuen MQB-Plattform des Mutter-Konzerns, bekommt die Kompaktwagenklasse aus Ingolstadt und später dann auch die aus Wolfsburg, ein sportiveres Grunddesign. Kürzere Überhänge und ein längerer Radstand sorgen für eine gestreckte Linienführung mit Spannungs geladenen Design-Spitzen. Die Tornado-Linie – im Prinzip eine zu tief hängende Schulterlinie – spannt als Sichtkante die flachen und weitläufigen Blechformen und lässt das Auge an einer Linie um das Fahrzeug herum wandern.

Oberhalb des Schwellers formt eine Spannungslinie die Taille und lässt den unteren Karosserie-Teil, zwischen den Radhäusern, mit Kraft und sportiver Eleganz als Ausdruck der Leistungsfähigkeit in Erscheinung treten.

Das sportive Design wird bestätigt durch das – erstmalig bei Audi – gesenkte Fahrzeuggewicht innerhalb eines Generationenwechsels – Minus 80 Kilogramm, das ist ein guter Anfang und der richtige Schritt.

Audi-A3-TDI-quattro

Powerhouse: „Leistung ist keine Sünde!“

Aktuell bringt Audi eine überschaubare Zahl von Motoren an den Start. Mit einem 122PS TFSI-Vierzylinder geht es los, das Leistungs-Ende der Benzin-Motoren bildet am Anfang der 180PS 1.8 Liter TFSI Motor. Für die Diesel-Fraktion endet die Auswahl derzeit beim 2.0 TDI mit 150PS. Audi hat jedoch bereits weitere Versionen angekündigt. So bildet die Basis im Herbst ein 1.2 TFSI Benzin-Motor und für die Diesel-Faktion wird es einen besonders sparsamen 1.6 Liter TDI mit 105PS geben.

Wirklich interessant für eine große Käuferschicht dürfte der 140PS starke 1.4 TFSI mit Zylinderabschaltung werden.  Dieser Motor ist in der Lage, trotz seiner süffisanten Leistungsausbeute von 140PS und dem breiten Drehzahlband – in definierten Drehzahlbereichen – 2 seiner 4 Zylinder ab zu schalten und so nicht nur innere Reibung zu sparen, sondern auch Kraftstoff.

Sportfreunde bleiben selbst beim 180PS starken TFSI derzeit noch auf der Strecke. Sowohl mit DSG als auch manuell geschaltet, ist der aktuelle 180PS TFSI Motor viel mehr ein solider Allround-Motor, als ein Sportmotor. Die sportlichen Versionen haben derzeit noch viel Platz sich zu entfalten. 230PS und mehr sollten für die Zukunft bereits in der Planung sein.

Audi hat dem neuen A3 eine umfangreiche Revitalisierung des Standard-Antriebskonzeptes mit Frontmotor und Frontantrieb zu kommen lassen. Dank der Möglichkeit von dynamischen Einstellungsmöglichkeiten an Lenkung, Gaspedal und Dämpfung – kann man sowohl mit Hut, als auch mit Ray Ban Sonnenbrille, den Fahrspaß am Auto finden, den man sucht.  Vorbei damit auch die Zeiten der stuckrigen, weil zu sportlich hart abgestimmten Vorderachse. Eine Prima Balance aus sportiver Lust und entspannendem Komfort.

Audi-A3-Detailaufnahme

 

Lifestyle: „5-Sterne Premium, oder doch nur Business as usual?“

Er ist die Benchmark.  Mag er fahrdynamisch noch ein wenig hinten anstehen, was die Verarbeitung und die Materialwahl im Innenraum angeht, so ist der neue Audi A3 schlicht die Benchmark, die Hürde der Hürden, das obere Ende der Skala – der Audi A3 ist nicht „ein“ Premium-Kompakter.

Der neue Audi A3 ist DER Premium-Kompakte im Golf-Segment.

Ein Basis-Modell für den avisierten Preis von 21.600€ stand leider nicht zu Testfahrten zur Verfügung und bei keinem der Modelle war der Gesamtpreis benannt – aber, da Audi den Konfigurator bereits online gestellt hat, habe ich einfach mal ein wenig „konfiguriert“ und bin nun sicher: Auch bei Audi wird weiterhin der „richtige Spaß“ am Premium-Kompakten erst bei 30.000 € aufwärts los gehen.

Dann aber richtig. Die gezeigten Kombinationen aus roten S-Line Modellen mit schwarzer Leder-Ausstattung macht in der Tat ebenso viel Lust auf den Premium-Einstieg, wie die Gletscherweißen Modelle mit brauner Lederhaut für den Innenraum.

Wenn Auto fahren mehr als ein notwendiges Übel ist, dann sollte es doch auch richtig schön Spaß machen – oder? Wer mehr als „nur einen Kompaktwagen“ kaufen will – der kann sich einen Premium-Kompakten kaufen. Der Audi A3 gehört nicht nur dazu, was die Haptik angeht – ist er die Nummer 1.

Audi A3 - Präsentation in Fahrt autobahn

Haptik? Sie baden gerade Ihre Hände darin.

Schalter, Module, Elemente – die Finger fühlen weiches Leder, kaltes Metall, sensibles Kunststoff. Nichts klappert – alles klickt oder rastet,  nur mit der subtilen Eleganz der Oberklassen-Wertigkeit im Innenraum alleine, kann der A3 die Insassen begeistern. Da muss man noch keinen Meter gefahren sein.

Der Audi hat eine einfache Antwort auf die Frage, was bei ihm „Premium“ ist: Er fordert auf, seinen Innenraum mit geschlossenen Augen zu erkunden.

 

Audi-A3-Innenraum-Tornado-Düsen

Die Rechnung bitte:

21.600€ soll der Einstieg mit dem noch nicht lieferbaren 1.2 TFSI Motor sein. Wer Premium-Kompaktmodelle sucht und vom Audi A3 gefunden wird – dürfte die niedrige 20.000er Klasse schneller verlassen haben, als der 1.8 Liter TFSI aus der in Serie lieferbaren Start/Stopp Automatik aufwacht.

Unterhalb der  30.000€ Grenze wird vermutlich kein Kaufvertrag unterschrieben, sucht der Käufer den Faktor „Premium“ in seinem neuen Kompaktmodell. Das ist bei anderen Herstellern in dieser Klasse nicht anders – 70€ für den beleuchteten Make-Up Spiegel in den Sonnenblenden zu verlangen zeugt allerdings von einiger Selbstüberschätzung in Ingolstadt. (Nur in der Ambiente Ausstattung bereits Serie!)

Der Käufer wird es schlucken und bis zur Auslieferung bereits vergessen haben.

Audi-A3-Innenraum-Qualität-Haptik

 

Zwei Sätze zu:

..dem Design:

Verkürzte Nase, längerer Radstand und hierzu eine spannungsgeladene Seitenlinie die trotz allem nicht überladen wirkt. Der neue Audi A3 wird von vielen nicht sofort als neu erkannt – was man mit progressivem Design entschuldigen kann, könnte auch mangelnder Mut sein.

..dem Image:

Die Hüte und Hosenträger sind bei Audi schon lange verschwunden. Es bleibt alleine die Frage ob eine Marke mit dem Anspruch an die Klassen-Benchmark, die gesamte Breite vom Kleinwagen bis zur Luxuslimousine glaubhaft abdecken kann, wenn das wichtigste Modell am Ende nur ein Golf im eleganteren Blechkleid ist.

.. der Effizienz:

Weniger Gewicht ist einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu sparsameren Automobilen. Bei Audi wird die Karosserie-Diät unterstützt durch so clevere Motoren wie den neuen 1.4 TFSI mit 140PS und Zylinderabschaltung.

..dem 180PS TFSI-Motor:

Der Sprung zwischen dem 140PS 1.4 TFSI mit Zylinderabschaltung und dem 180PS TFSI war subjektiv nicht besonders groß – der 1.8 TFSI wirkte zugeschnürt und eingebremst in seinem Elan.

Fazit: „Alles Premium?“

Ein neues Modell über eine Strecke von weniger als 200km zu fahren, kann nur ein erster Eindruck sein. Im Falle des kleinen Audi mit dem großen Kühlergrill wird bereits nach wenigen Stunden klar: Hier fährt einer, der meint es ernst mit seinem Führungs-Anspruch an die Premium-Kompaktwagenklasse. Das überschaubare Angebot an Motorisierungen zum Start, wird die Begeisterung der Kunden für den neuen A3 nicht weiter belasten – zumal eine Ausbau des Motorenprogramms bereits angekündigt ist.

Im Innenraum sind die Ingolstädter, was den eigenen Anspruch darstellt die Premium-Benchmark zu sein, am Ziel angekommen. Fahrdynamisch bleibt Luft nach oben. Aktuell noch zu viel Luft.

Weiterführende Links:

 

Blogger-Berichte:


Die Kosten für Reise und Übernachtung wurden vom Hersteller übernommen. Das Testurteil ist jedoch unverkäuflich und wurde daher ohne Einfluss und Kontrolle des Herstellers erstellt!
Dennoch: Danke an die Audi AG  für die Einladung.

Text/Foto: Bjoern Habegger | auto-bloggerei.de | 2012 |  by-nc-nd

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Bjoern

Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

http://about.me/bhabegger

6 Comments

  1. Ich weiß, der Bericht ist jetzt über ein halbes Jahr alt, aber ich würde gerne wissen, ob du nach der Vorstellung der neuen A-Klasse immer noch der Meinung bist, das der A3 die Bencchmark im Premium-Kompakt-Segment ist? Und was ist mit dem 1er BMW?

Erste Fahrt: BMW X3

BMW X3 Fahrbericht

Kraftpaket mit Geländeambitionen

Als Spagat zwischen X5 und X1 gedacht, gründete der X3 mit seiner Präsentation auf der IAA 2003 das Segment der Mittelklasse SUV. Der nicht ganz so bullig wirkende X3 kam sportlicher und agiler daher als sein großer Bruder, X5. Mittlerweile wird er ab Herbst diesen Jahres in der 3. Generation den Münchner Automobilhersteller weltweit vertreten. Mehr als 1,5 Millionen verkaufter Fahrzeuge seines Typs sprechen eine deutliche Sprache. Ein überarbeitetes Design, seine bereits gelungene Motorenpalette und eine weitere Ausstattungslinie sollen die Erfolgsgeschichte des „kleinen“ SUV weiter schreiben. Dass er darüber hinaus mehr als nur Ambitionen auf seine Geländetauglichkeit anmeldet soll er künftig auch bei seiner dritten Auflage im Kundeneinsatz demonstrieren. Im Herbst 2017 stehen der X3 in den Programmen xLine, Sport und Luxury Line in den BMW Autohäusern zur Verfügung. Mit seinem kleinsten Benziner und seiner Basisausstattung startet der X3 bei einem Preis von 44.000 Euro ins Rennen um weiterhin gute Verkaufszahlen.

Als Mittelklasse-SUV klar Positioniert

Schon mit der ersten Einführung des „kleinen Bruders“ des X5 Anfang 2004 waren die Aufgabenstellungen des Kompakt SUV klar definiert. Es sollte eine Verbindung zwischen einer robusten Off-Road Optik und einem dynamischen Fahrzeug mit sportlichen Ambitionen schaffen. Die Ingenieure des bayrischen Automobilherstellers haben ganze Arbeit geleistet, denn mehr als 1,5 Millionen Einheiten des X3 gingen in den ersten beiden Generation an seine Kundschaft. Niemals Müde vom Erfolg, fährt der in Nordamerika, Südafrika und China produzierte X3 ab diesem Herbst in die 3. Generation. Gegenüber seinem Vorgänger konnte der X3 in fast allen Abmessungen zulegen. 4,18 Meter Länge, 1,90 Meter Breite, 1,68 Meter Höhe und 2,86 Meter Radstand lassen ihn sehr breit und wuchtig auf der Straße stehen. Beim ersten Blick über das Außenkleid des BMW erkennen wir die kurzen Überhänge vorn und hinten, die dem Fahrzeug eine Gewichtsverteilung von 50:50 geben. Seine Front bietet mit der dreidimensionalen BMW Doppelniere und seinen angepasst aggressiven Scheinwerfern eine von Haus aus sportliche Performance. Dieser Auftritt zieht sich über die Seitenlinien bis hin zum Heck, das mit den Voll-LED-Leuchten in Dreidimensionaler Optik, des heruntergezogenen Dachspoilers und der doppelbordigen Endrohre für einen bleibenden Eindruck sorgt. 204 Millimeter Bodenfreiheit lassen den Kompakt SUV zusätzlich im Gelände mühelos nicht nur Auf- und Abfahrten nehmen. Das aerodynamisch optimierte Dach drückt seinen Cw-Wert auf 0,33, was sich klar auf die Verbrauchswerte auswirkt. Der uns präsentierte kombinierte Verbrauchswert des 3.0 M40i mit 265 kW von 8,2 Litern ist an dem Tag der Veranstaltung leider nicht zu prüfen. Für die ersten Tests standen uns sowohl Fahrzeuge für Fahrten auf der Straße als auch im unwegsamen Gelände im Hinterland von Lissabon/Portugal zur Verfügung.

Typische BMW-Optik

M40i als Flaggschiff

Zum Verkaufsstart präsentiert sich der Bayer mit einer Motorenpalette von zwei Diesel und drei Benziner recht übersichtlich. Dabei dient erstmals ein M-Modell in der X-Serie als Flaggschiff. Kombiniert werden sowohl die Benziner xDrive20i mit 135 kW (184 PS), der xDrive30i mit 185 kW (252 PS), als auch die Diesel xDrive20d mit 150 kW (190 PS), der xDrive30d mit 195 kW (295 PS)  mit einem weiter entwickeltem Acht-Stufen Steptronic Getriebe. Das von uns auf den Straßen vor dem Atlantik gefahrene M-Modell erhält wegen seiner Übersetzungen ein sportlich abgestimmtes Getriebe. Der M40i ist gleichermaßen auf den kurvigen Wegen und auf den Autobahnen rund um Lissabon gerade wegen seines Drehmoments von 500 Newtonmeter immer wieder mit gefühlter brachialer Gewalt unterwegs. Dennoch bleiben seine Motoren durch die konsequent umgesetzte Entwicklungsstrategie des EfficientDynamics beim X3 effizient, darf man den Kennzahlen des Herstellers vertrauen. Aber auch ganz banale Dinge, wie Optimierung beim Leichtbau führen dort hin. So erzielten die Entwickler von BMW durch den Einsatz von mehr Aluminium-Komponenten im Motor- und Fahrwerksbau eine Reduzierung des Gesamtgewichts von ausstattungsbereinigt bis zu 55 Kilogramm.

Karosserie Optimierung durch Leichtbau Konzept

Innenraum funktional und luxuriös

Im Innenraum demonstrieren die Testfahrzeuge vor Ort durchweg ein Bild von hochwertigen Materialien und einer Verarbeitungsqualität, wie man Sie von einem deutschen „Premiumhersteller“ erwarten würde. Die Sportsitze des M40i geben zu jeder Fahrsituation den dementsprechenden Halt und Sicherheit. Fahrer und Beifahrer, als auch Passagiere im Fond genießen Sitzkomfort mit groß bemessener Beinfreiheit. Die hohe Sitzposition, die natürlich auch im X3 vorherrscht, bietet dabei eine komfortable Rundumsicht. Beim Kofferraumvolumen wurde wie schon bei den Außendimensionen nachgebessert. Demnach faßt der Stauraum bei voller Bestuhlung 550 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzen reichen dann 1.600 Liter für einen Einkauf beim Baumarkt unbedenklich aus. Sein Lenkrad ist mit den Bedienelementen besetzt, die ein Optimum an Komfort bieten und dennoch nicht überladen wirkt. Seine Rundinstrumente vor dem Lenkrad sind zwar digitalisiert, vermitteln indes den Eindruck von Analogzeiten. Das oberhalb des Lenkrades erscheinende Head-Up Display spiegelt ganz individuell Funktionen der Fahrerassistenzsysteme, Geschwindigkeitsanzeige und/oder Navigationsanzeigen. In der Mitte des Armaturenbrett fungiert der Touchscreen als Schaltzentrale und Funktionsanzeige zugleich. Er lässt sich auf Wunsch ganz intuitiv mit Finger- und Handgesten steuern. Optional liefert BMW einen Sprachassistenten, der seine Befehle in einer Alltagssprache entgegen nimmt, um diese dann entsprechend umzusetzen. Im Screen integriert ist eine Weiterentwicklung des BMW ConnectedDrive. Auf der Basis einer flexiblen Plattform, der Open Mobility Cloud, werden die Funktionen des Smartphones auf dem Display angezeigt.

Lederausstattung ist beim M40 eine Selbstverständlichkeit

Fahrerassistenzsysteme auch fürs Gelände

Beim Thema Sicherheit- und Fahrerassistenzsysteme richtet man bei BMW Alles dem teilautonomen Fahren aus. Unter dem Begriff „BMW Personal Co-Pilot“ fassen der Hersteller aus München seine stetig weiterentwickelnden Systeme zusammen. Hierzu gehören die neueste Generation einer adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage, der Active Cruise Control (ACC), die unter anderem im stockenden Verkehr das Fahrzeug bis zum Stillstand abreisen lässt und automatisch wieder anfahren soll. Weiter im optional erhältlichen Paket sind eine mit aktiven Lenkeingriffen arbeitende Funktion Lenk- und Spurführungsassistent, ein Spurwechsel und Spurhalteassistent mit Seitenkollisionsschutz sowie die Vorfahrt-, die Falschfahr- und die Querverkehrswarnung. Für den Einsatz im Gelände verfügt der X3 darüber hinaus über der Bergabfahrassistenten, der vom Fahrer lediglich das Mitlenken erfordert. Geschwindigkeit und Verzögerung des Fahrzeuges wird durch die Voreinstellung der km/h geregelt.

Nicht nur Ambitionen fürs Gelände. Die Tauglichkeit nimmt man ihn nach der ersten Fahrt ab.

Produktionen auch in Südafrika und China

Seine ausführliche Preisliste stand uns bei Veranstaltung bereits zur Verfügung. Der ersten Fahrzeuge werden zudem im Herbst diesen Jahres an seine Kunden ausgeliefert. Ab Januar 2018 werden Kauffreudige auch mit Fahrzeugen aus der Produktion aus Südafrika und China beliefert, was seiner Qualität in keiner Weise hinten anstehen lässt. Seinen Startpreis findet der X3 mit dem kleinsten Benziner und der Basisausstattung bei 44.000 Euro. Ende der konventionellen X3 Modelle bildet der stärkere Diesel und die Ausstattung „M Sport Advantage“ bei 62.000 Euro. Der M40i als Flaggschiff beginnt seinen Einstieg bei 66.300 Euro.

In Zukunft auch in Südafrika und China produziert, der BMW X3

Fazit: Fahrspaß und guter Nutzwert werden die Verkaufsargumente beim X3 anführen. Dabei wird sowohl der anspruchsvollere Kunde, als auch der Geländefahrer und die junge Familie Ihr Premium Kompakt SUV finden. Die Messlatte für Sicherheit- und Fahrerassistenzsysteme, sowie Antriebsvarianten setzten den X3 an die Spitze unserer persönlich geführten Liste in seinem Segment.

3 Liter Motoren stehen übrigens beiden Modellen

Der neue BMW X3 schiebt die Messlatte der Premium SUVs nochmals ein ganzes Stück nach oben und setzt sich, wie wir meinen dabei an die Spitze.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Wolfgang Groeger-Meier

Sprint-Sumo – Der neue Porsche Cayenne Turbo

Man stelle sich mal vor, das japanische Sumo-Nationalteam würde zu Olympia reisen und dort auf der 400m-Hürdenstrecke antreten wollen. Aus einem natürlichen Vorteil würde ein natürlicher Nachteil erwachsen. Einfach, indem man die Disziplin ändert, in der man antritt. So kann man sich das Problem vorstellen, will man einen 2.2 Tonnen SUV zum Sportwagen machen. Aber wer, wenn nicht Porsche sollte da erfolgreich sein? Und genau das tat man damals mit der ersten Generation. Nun stand die dritte Generation des Cayenne zum ersten Test zur Verfügung – und wieder einmal stellt sich die Frage: Kann das gutgehen? 

Testbericht: Porsche Cayenne Turbo

Sumo-Ringer und Sprinter in Personalunion

Der Cayenne teilt sich auch in der dritten Generation die Plattform mit den Konzernbrüdern. So stehen Audi Q7 und auch Bentley Bentayga auf der gleichen Plattform. Das sieht man dem Zuffenhausener Edel-Sport-SUV jedoch nicht an. Gerade beim Design hat man es ruhig angehen lassen. Das mag man auf der einen Seite wieder kritisieren – ist aber dennoch mittlerweile normal. Das Rad lässt sich nicht jedes Mal neu erfinden. Von vorne wirken vor allem die massiven Lufteinlässe auf den Betrachter, in der Seitenlinie fällt kaum auf, dass der neue Cayenne 9 mm tiefer liegt als der Vorgänger. Dass er um gute 6.5 Zentimeter gewachsen ist, das ist schon eher zu erkennen.

Auch wenn die Zuffenhausener aus vielerlei Gründen auf die Plattform der Konzernmutter setzen mussten, so gehen sie bei strategisch wichtigen Komponenten einen eigenen Weg. Bei Porsche ist man stolz über die Veränderungen, die man den Konzernbrüdern voraus hat. Hinterachse und Vorderachse sind Porsche eigene Entwicklungen und auch beim Antriebsstrang setzt man auf die eigenen Ideen.

Dazu kommen weitere Innovationen wie eine aktive Aerodynamik, eine spezielle Bremsanlage und das Innenraum-Bedienkonzept aus dem Panamera.

Ganz oder gar nicht?

Bei den Motorisierungen vertraut Porsche vom Start weg auf Turbomotoren. Neben einem 340 PS starken V6 mit Mono-Turbo steht ein 2.9 Liter V6 Bi-Turbo mit 440 PS zur Wahl und der V8 Bi-Turbo mit 550 PS, den wir auf Kreta für einen ersten Test gewählt haben.

Als Cayenne Turbo markiert dieser derzeit die Spitze der Nahrungskette bei den Sport-SUVs. Und das mit einem Gewicht von locker 2.2 Tonnen. Soviel zum Thema: „Sumo-Nationalmannschaft“. Um auf der 400m-Hürdenstrecke nicht hilflos zu verhungern, greift Porsche tief in die Trickkiste. Der 4.0 Liter V8 geht mit seinen 770 Nm überzeugend zu Werke. Aber Leistung ist nicht alles, die Masse muss man in den Griff bekommen. Der Top-Cayenne bekommt daher auch in Serie alle die faszinierenden Features,  die man eine Motorisierung tiefer optional bestellen müsste.

Der Allradantrieb des Cayenne ist mit einer variablen Momentenverteilung und Torque-Vectoring ausgerüstet und klar hecklastig domestiziert. Erstmalig vertraut Porsche auch auf eine Mischbereifung beim Cayenne. Mit 285ern Reifen auf der Vorderachse und 315ern auf der Hinterachse ist der Turbo überzeugend bereift. Das ganze natürlich in 21-Zoll. Hinzu kommt, wie beim Panamera, erstmalig eine aktive Hinterachslenkung für das große SUV. Neben eindeutigen Vorteilen beim Handling verkleinert sich damit zudem der Wendekreis auf überschaubare 11.5 Meter.

Am Heck des SUV thront zudem, erstmalig, ein aktiver Heckspoiler. Bis zu 30° Verstellwinkel lassen ihm verschiedene Aufgaben zukommen. Neben dem Optimieren des Luftwiderstandes arbeitet er auch für den Komfort der Passagiere. So gleicht er, bei geöffnetem Panorama-Dach, die Luftströmung aus und verhindert ein unangenehmes Wummern  im Innenraum. Ab 170 km/h arbeitet er zudem als „Airbrake“ und kann bei einer Vollbremsung aus Tempo 250 km/h den Bremsweg um bis zu 2 Meter verkürzen.

770 Nm sind ein Argument

Subtil wummernd setzt der Cayenne Turbo verbranntes Benzin in Vortrieb um. Sparbrötchen und Buchhalter könnten die Effizienz des Antriebs steigern, wenn sie auf den V8 verzichten und zum Beispiel den modernen V6 Bi-Turbo wählen. Aber ernsthaft. Ein Porsche SUV mit weniger als 8 Töpfen? Das klingt nach Selbstkasteiung. Also eingestiegen in den sportlichsten Sumo, den die Aschebahn je gesehen hat.

Und das meine ich ernst. Heckbetonter Allradantrieb. Effektive Dreikammer Luftfederung, aktive Wankstabilisierung und Torque-Vectoring – alles vernetzt und gesteuert über Porsches neues 4D-Chassis Control. Dass zudem Pirelli P Zero in fast unsittlicher Größe montiert sind, erledigt den Rest. Der Cayenne lässt eine neue Interpretation der physikalischen Grenzen zu. Er entzaubert alle anderen „Sport-SUV“ als fette und ungelenke Sumos. Wirft sich in Kurven, als wüsste er nicht, welches Leergewicht im Fahrzeugschein steht. Untersteuern? Selbst grob provoziert, scheut er sich davor und verteilt soviel Kraft in Richtung hinteres Kurven äußeres Rad, dass er sich aufrecht aus der Kurve zieht.

Beim Sound dürfte der 4 Liter Achtzylinder ein wenig mehr auftrumpfen – aber zur Entschuldigung sei gesagt, die optionale Sport-Abgasanlage war nicht verbaut – der Klang daher sehr bescheiden. Nur subtil.

Wolframcarbid 

Eine der Königsdisziplinen bei Porsche war immer schon die negative Beschleunigung. Das Bremsen. Da erlaubt man sich keine Ausrutscher. Und das, obwohl unser Testwagen nicht einmal die optionale erhältlichen Keramikstopper montiert hatte. Stattdessen glänzten an der Vorderachse massive 415mm große Bremsscheiben in einem unnatürlich hellen Farbton. Fast spiegelglatt. Die von einem Zehnkolben-Festsattel eingefassten Grauguss-Scheiben sind eine der Neuheiten von Porsche. PSCB steht dabei für „Porsche Surface Coated Brake“. Eine Wolframcarbid-Beschichtung lässt die Scheibe, nach einer kurzen Einfahrzeit, hell und ebenflächig glänzen, wie ein Spiegel. Diese hochfeste Beschichtung verlängert die Lebensdauer, garantiert standhaftes Bremsenwerkzeug und, ganz nebenbei, verringert sie die Bildung von Bremsstaub. Es mag albern klingen, aber eine der wichtigsten Eigenschaften der neuen PSCB ist in der Tat, die Felgen werden kaum noch von Bremsstaub verdreckt.

Gut, dass bei aller Schönheit auch die inneren Werte und die Leistung der Bremsanlage so überzeugend ausfallen. Denn mit 286 km/h dürfte dieser Sumoringer so manch einen Sprinter im Windschatten zurück lassen.

Wer gerne die Langstrecke fährt, vom Durst (locker 15+ Liter) des Turbo aber abgeschreckt wird – der wird im kommenden Jahr (eventuell 18 Monate) auch einen Diesel ordern können. Und wer nur zwischen Bauhaus-Villa und Schule pendelt, für den kommt in Kürze eine Plug-in Hybrid Variante.

Der Innenraum wird zur Lounge

Wer den neuen Porsche Panamera kennt, der kennt nun auch das Interieur des Cayenne. Ein großer 12,3-Zoll Touchscreen dominiert das Armaturenbrett, darunter eine elegante Ebene aus schwarzem Lack mit Touchfeld-Bedienung. Ebenso das Cockpit. Zwei 7-Zoll TFTs rahmen einen runden, analogen Drehzahlmesser ein und überzeugen mit einer prächtigen Darstellung, hohem Kontrast und liebevoller Grafik. Dass Porsche zudem erstmalig Amazon-Music als App für das PCM anbietet und die Sprachsteuerung soweit aufgebohrt hat, dass man nun auch die Sitzheizung damit aktivieren kann – es sind Details am Rande einer beeindruckenden Wohlfühl-Athmosphäre.

Habbys Fazit:

Dass der Turbo mit knapp 140.000 € alles, nur kein Schnäppchen ist, wird niemanden überraschen. Dass man auf 15-Jahre Erfahrung und 770.000 verkaufte Vorgänger aufbauen konnte, man spürt es an jeder Ecke. Nie zuvor war ein SUV eindrucksvoller in der Lage, sowohl den Langstrecken-Reisekomfort als auch die uneingeschränkte Dynamik,  die man mit einem Zuffenhausener verbindet, unter einen Hut – Pardon, in die kurze Schürze eines Sumo-Ringers –  zu stecken. Dieser Cayenne bügelt die Konkurrenz. Auch auf der 400m-Hürdenstrecke.

Motor und Getriebe

Porsche

Cayenne 2018 Turbo

Motor Turbo-Benziner 8-Zylinder
Hubraum 3.996 ccm³
Leistung 550 PS @ 5.750 – 6.000 U/min
Kraft 770 Nm @ 1.960 – 4.500 U/min
Getriebe 8-Gang Wandlerautomatik ZF
Antriebsachse Aktiver Allradantrieb, Lamellenkupplung, variable Momentenverteilung

Abmessungen und Fahrleistungen

Länge, Breite, Höhe 4.926, 1.983, 1.672 mm
Radstand 2.895 mm
Leergewicht 1.222 kg
Wendekreis 11.5 m (m. Allradlenkung)
Höchstgeschwindigkeit 285 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 3.9 sec (m. Sport Chrono Paket)
Normverbrauch 11.9 – 11.7 l/100 km 🙂