Citroën DS4 im Fahrbericht

Citroën DS4 im Fahrbericht

Erneut ein französischer Testwagen. Und sofort waren die Vorurteile wieder da:  „Schlecht verarbeitet, billige Materialien und das ganze Automobil klappert auf jedem Straßenbelag und die Bedienung wird ein logischer Super-Gau“. Dazu dann natürlich auch noch der Gedanke an die nicht vorhandene Langzeit-Qualität.

Dumm nur, alle Vorurteile gingen während dem Test den Bach hinunter. Da sitzt man nun vor dem PC und will seine Erfahrungen über den Französischen Golf-Gegner aufschreiben und man merkt wie man mit sich selbst ringt, weil sich doch  all diese wunderbar zurecht gelegten und vorgefertigten Beurteilungen, die man im Kopf bereits vor dem Test fertig zusammen geschrieben hatte,  in Luft aufgelöst haben.

14 Tage im Citroën DS4 haben vor allem eines gezeigt:

Der Franzose spielt Golf in einer neuen Klasse!

Und auf einmal ist alles anders: Der DS4 besticht bereits bei der ersten Sitzprobe durch seine vollständige und fast luxuriöse Ausstattung und mit einem umfangreich beledertes Armaturenbrett, dieses wiederum würdigt den Tester mit den doppelten Ledernähten und schmeichelt dem Autotester-Auge wie ein französischer Sternekoch dem Gaumen seiner Gäste.

Die Ausstattung ist phänomenal und ganz egal wohin die Finger langen, es fühlt sich alles gut verarbeitet an. Wie war das noch gleich mit dem Vorurteil im Bezug auf Haptik und Verarbeitung? Selbst auf schlechten Straßen klappert nichts im edlen Franzosen-Golf.  Dann auch noch das: Die Bedienung der Tasten, Knöpfe und Schalter gibt mir keine Rätsel auf, obgleich es nur so wimmelt an Vielfalt und Bedienmöglichkeiten. Ist der DS4 so unfranzösisch, oder sind meine Vorurteile einfach fehl am Platz gewesen?

Citroën DS-Linie: Der neue Charakter im Hause Citroën, eingezogen mit der „DS-Linie“,  hatte mich bereits im Fahrbericht über den DS5 Hybrid4 begeistern können. Endlich kehren die Franzosen dorthin zurück, wo ich  sie eigentlich immer gesehen habe: Ein ungewöhnliches Design und besondere Lösungen. Der DS4 kommt nun nicht etwa mit einem völlig neuen Konzept auf die Straße, nein – viel mehr spricht er zum ersten Mal die Sprache der Golf-Klasse mit einer beneidenswerten Eleganz, der notwendigen Wertigkeit und vor allem ohne das unverständlichen nuscheln eines französischen Landei-Dialekts.

Im Falle des gefahrenen DS4 SportChic mit 163 PS starken Diesel-Motor kommt sogar eine gehörige Portion Sportlichkeit und dank straffem Fahrwerk auch noch Kurvenspaß hinzu. Ist das endlich ein würdiger Gegner für den Dauer-Primus  von Volkswagen?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen die Details stimmen – die Antworten finden sich in den 10 Kategorien meines Fahrberichts!

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  • Modellbezeichnung: [wpseo]Citroën DS4 HDi 165[/wpseo]
  • Ausstattung:  SportChic
  • Testwagenpreis: 33.400€
  • Grundpreis Baureihe: 20.950€  (120PS)

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  • Hubraum: 1.997 ccm³
  • Leistung: 163 PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h
  • Beschleunigung: 0-100: 9,3  Sekunden

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Citroen DS4 Frontansicht

[one_fourth last=“no“]Das sagt auto,motor und sport  über das Fahrzeug: Die Panorama-Frontscheibe ist nicht der einzige Lichtblick am originellen Citroen DS4… – Zitat-Auszug [/one_fourth][one_fourth last=“no“]Das sagt das motorsport-total  über das Fahrzeug:  Schon knapp über Leerlaufdrehzahl schiebt der Turbodiesel den Citroen mit Nachdruck vorwärts... – Zitat-Auszug[/one_fourth][one_fourth last=“no“]Blogger-Stimme vom Roadtrip: Der DS 4 steckt die zahlreichen Schlaglöcher im zum Glück kleinen Königreich mit bemerkenswerter Härte weg – Zitat-Auszug[/one_fourth][one_fourth last=“yes“]Noch eine Blogger-Stimme über den DS4 : Das Lenkrad liegt gut in der Hand, die Instrumente und Schalter sind gut angelegt und auch in Griffweite. – Zitat-Auszug[/one_fourth]

Zur großen Citroën DS4 Galerie

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Das will er sein:

Die avantgardistische elegante Erscheinung in der Golf-Klasse.

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Das kann er:

Vorurteile in Wohlgefallen auflösen und stilvoll beeindrucken.
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Das kann er nicht:

Jedermann gefallen. Und das ist auch gut so!
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DS4 Seitenlinie Rücklicht

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Design Außen: très chic

Ist es ein Zweitürer? Aber dafür sind die vorderen Türen doch zu kurz? Der DS4 versteckt seine Viertürigkeit in dem er die Griffe für die hinteren Türen in den Coupéförmigen Dachbogen und dort zwischen prägnante Chrom-Zierleisten bereit hält.

Zwei maskuline Sichtkanten formen in der Seitenansicht eine kraftvolle Betonung der Radhäuser und der kurze Überhang hinten bekräftigt die Absicht ein eleganter Kompaktwagen bleiben zu wollen.

Das gesamte Design des DS4 lebt von spannungsgeladenen Bögen ohne dabei das Auge des Betrachters zu sehr mit sinnlosem Linienspiel zu ermüden. Chromspangen in der Heckschürze  und ein insgesamt selbstbewusstes  Rücken-Design  sprechen für sich selbst.

Punktabzug in der B-Note kassiert der DS4 alleine für die zu hoch liegende Karosserie. Zwischen Rädern und Radhauskante ist einfach zuviel Luft übrigt.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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Design & Haptik Innen: complimenteur

Ist das noch Kompaktwagenklasse? Ein vollständig beledertes Armaturenbrett mit feinen Ziernähten und wundervoller Haptik? Überzeugend geringe Spaltmaße im Übergang zwischen Armaturenbrett und Türverkleidung. Wo andere Kompaktwagen-Mitbewerber durch Hartplastik-Wülste negativ auffallen, da kann der DS4 Fahrer nur milde lächelnd über wohlig warmes Leder streicheln.

Großes Kino und zugleich ein echtes Statement in der Kompaktwagenklasse.

Teutonisch perfekte Übergänge und kühle technoide Perfektion mag man vermissen – ein Verlust indes ist es in diesem kompakten Wohlfühl-Ambiente ganz sicher nicht.

Wen stört da noch die Tatsache, dass man zum einsteigen in der zweiten Reihe einen großen Bogen um die spitze Türform machen muss? Geschenkt.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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DS4 Innenraum

Fahrleistungen & Fahrgefühl: Nicht nur Chic.

Es bleibt ein Kompaktwagen mit Frontantrieb. In Verbindung mit den montierten Michelin Pilot Super Sport Reifen verliert der DS4 an grundsätzlich vorhandenem Fahrwerks-Komfort, besticht dafür mit einer gnadenlosen und völlig verlustfreien Präzision in flotten Kurven.

Präzise lässt sich der DS4 über Autobahnkurven und Landstraßen wedeln. Einzige Überraschung hierbei für mich war immer wieder nur der Gedanke: Das soll ein französischer Kompaktwagen sein?

Citroën gibt eine Vmax von 212 km/h an – de facto liegt der Tacho da einiges drüber – den Riegel schiebt hier die Übersetzung vor, denn im 6.ten Gang bei 4.000 Umdrehungen ist Schluß für den Zweiliter Diesel-Vierzylinder.

Ein Fahrzeug mit Frontantrieb kann in dieser Kategorie niemals 10 von 10 Punkten erreichen – eine 7 von 10 ist für den DS4 jedoch bereits mehr, als sich der Kompakte Franzose zuvor hätte erträumen können.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

DS4 Citroen Seitenansicht

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Alltagsfaktor: nouveau chic

Zu viel Platz für ein Coupé, zu wenig für einen 4,5 sitzigen Kompaktwagen. Wer schön sein will muss leiden, das wusste bereits meine Oma zu kommentieren. Nun – der DS4 ist auch in dieser Kategorie vor allem ein Schmeichler. Der Alltag wird bestimmt vom kraftvollen Motor und der gut gewählten Getriebe-Abstufung. Neben den komfortablen Extras wie der Massage-Funktion für den Rücken von Fahrer und Beifahrer, den Assistenz-Systemen inklusive Totwinkel- und Spurhalte-Assistenten oder dem  Parkplatz-Finder wird jede Fahrt vor allem durch die unglaublich perfekt wirkende Verarbeitung des Franzosen versüßt.

Auch die in 3-Stufen zu kontrollierende Belüftungs-Intensität der Klima-Automatik sorgt für Wohlgefallen, fast noch mehr als die weit in den Dachbereich verlaufende Panorama-Windschutzscheibe, deren clevere Lösung mit 2 verschiebbaren Sonnenblenden für eine ganz neue Aussicht sorgt.

Wen interessiert da noch, dass der Kofferraum mit seinen ausreichenden 355 Liter durch eine hohe Ladekante erschwert zu beladen ist?  Stattdessen überzeugt auch hier eine clevere Idee: Die Kofferraum-Beleuchtung ist zugleich eine Akku-Taschenlampe die man heraus nehmen kann. Und wenn die dann noch mit einer LED, statt einer billigen und schwachen Glühbirne ausgeliefert werden würde, dann wäre auch ich mehr als  restlos begeistert!

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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Serien-Ausstattung: complètement

Berganfahrhilfe, Abbiegelicht, Regensensor, Lichtsensor, Totwinkel-Assistent, Automatische Parkbremse, Tempomat, Bordcomputer, Elektrische Fensterheber vorne (wir erinnern uns, hinten lassen sich die Scheiben nicht versenken), Automatisch abblendender Innenspiegel, Klimaautomatik, Leder soweit das Auge reicht, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Sitzheizung, 230 Volt-Steckdose, Park-Piepser mit Parkplatzfinder, 18 Zoll Alufelgen, Außenspiegel elektrisch Anklappbar, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Pedale und Fußstützen in Aluminium-Optik, 6 Airbags, Kombiinstrumente mit Farbeinstellung nach Benutzerwunsch und einer Nacht-Optik-Variante.

DS4 Innen-Details

Da bleibt so gut wie kein Wunsch unerfüllt – oder? Ich war und bin begeistert.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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Citroen DS4 Seite

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Motor: SportChic.

Ein Kompaktwagen mit Frontantrieb braucht um ein Minimum an „Sport“ abliefern zu können einen Antrieb mit Dampf und Drehfreude.

Der klassische 2 Liter Vierzylinder Turbodiesel im DS4 liefert 163PS ab und bringt hierzu 340Nm bei 2.000 Umdrehungen mit. Mit beiden Werten lässt sich in der Golf-Klasse  sehr gut punkten. Zumal der Euro5-Motor frei von Anfahrschwächen und Turbo-Lethargien ist. Er dreht bis knapp unter die vier Tausender Grenze frei durch und zieht die Fuhre dynamisch durch die 6 Gänge des manuellen Getriebes.

Dabei wird der Motor zu keinem Zeitpunkt nervig laut – die Geräuschdämmung der Franzosen wirkt perfekt und Vibrationen dringen nur dann bis zum Lenkrad durch, wenn man als Fahrer zu viele der 340Nm zum gleichen Zeitpunkt auf die Vorderachse bringen will.

Mit 8,7 Liter im „Hektiker-Autobahn-Extrem-Dynamiker-Modus“ kann man leben, wer es bewusst sparsam angehen will, der schafft locker eine 4 vor dem Komma. Im Alltag dürfte eine hohe 5 machbar sein.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

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Getriebe: SportChic

Von Hand zu sortierende sechs Gänge. Nichts besonderes. Kein Doppelkupplungsgetriebe zur Wahl. Wer ein automatisiertes Getriebe wünscht muss zu einer anderen Motorisierung greifen. Den kleinen 1.6er 112PS Diesel gibt es mit einer elektrisch betätigten Variante des manuellen Getriebes und den 163PS  Turbo-Benziner mit einer 6-Gang Automatik.

Klassische Kost in der Kompaktwagen-Klasse. 

Der Franzose mag es „weich“ –  soweit meine Vorurteile. Im Falle des Kupplungspedals kann ich das nicht bestätigen. Es überzeugt mit definiertem Druckpunkt und der Schalthebel mag knackig durch die definierte Schaltkulisse geführt werden.

Keine Überraschungen bedeutet auch: Alles nach Plan und dank einer guten Abstufung erhält die manuelle Box die maximale Punktzahl für schlichte Getriebe-Technik.

 

Bewertung: 7 von 10 Punkten

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Citroen DS4 Motorraum

Multimedia & Audio: SportChic

In der gefahrenen Ausstattung bekommt man neben dem großen Display auch eine umfangreiche Multimedia-Ausstattung zum Entertainment-System des DS4 geliefert. Sowohl die bereits als „klassische“ zu bezeichnende CD kann abgespielt werden, als auch über Bluettooth-Profil die Lieblings-Playlist vom eigenen Handy.  Ein Klinken-Aux und ein USB-Anschluss ist auch mit an Board.

Anstelle einer Touchscreen-Lösung hat Citroën leider nur auf die nicht immer praktischen Dreh-Drücksteller zurück gegriffen. Vor allem bein eingeben einer Navigations-Adresse (wie bei unserem RoadTrip des öfteren notwendig) nervt diese umständliche Auswahl.

Pluspunkte bekommt das System für die saubere Musik Wiedergabe, dank der im Testwagen verbauten Denon-Lautsprecher war das jedoch zu erwarten.

Grundsätzlich genial finde ich die Lösung, beide Monitore im Fahrzeug, also den großen in der Mittelkonsole, als auch den kleineren im Armaturenbrett mit jeweils unterschiedlichen Informationen belegen zu können.

So zeigt das Navi bei aktiver Routenführung auch in den Instrumenten des Armaturenbretts alle notwendigen Informationen an, während der Beifahrer nach neuen Radiosendern im großen Multimedia-Display suchen kann.

Bewertung: 8  von 10 Punkten

DS4 Entertainment

Lifestyle: savoir vivre

Es ist noch immer schwer, dem Nachbarn zu erklären, warum man einen „Franzosen“ mag. Doch noch nie habe ich mich derart schnell geschlagen gegeben. Sollen die „Unwissenden“ doch dumm sterben. Einen Citroën muss man mehr denn je erfahren, um zu verstehen was den Unterschied ausmacht. Und mit der DS-Linie läuft bei Citroën alles in die richtige Richtung.

Unkonventionelles Design, eine für die Kompaktwagenklasse perfekte Verarbeitung kombiniert mit guter Materialwahl. Packt man dann noch, wie im DS4 SportChic eine vollständige Ausstattung hinzu, dann wird es wirklich schwer – selbst für kritische Motzköppe (wie mich) – ein gutes Argument gegen den „french way of life“ zu finden.

Umringt auf dem Parkplatz der Kompaktwagen-Eitelkeiten konnte ich mit einem Lächeln auf meinen Lippen die Ausfahrt zur unkonventionellen Lösung nehmen – ohne weiterhin das Gefühl zu haben, ich müsste mich rechtfertigen –  mir würden dabei im Falle des DS4 HDI165 SportChic eh die Argumente ausgehen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Citroen DS4 Schpkoladenseite

Der Kostenfaktor:

Über 30.000 Euro für einen Franzosen? „Mei bist deppert?“

Nun ich kann eine Entwarnung aussprechen, auch wenn es viel Geld ist – der Testwagenpreis von 33.400€ ist mehr als gerechtfertigt. Nicht nur weil man eine Ausstattung erhält die man anderswo in dieser Klasse weder für Geld noch gute Worte bekommt, nein – vor allem weil das, was man bekommt, auch noch durch gute Verarbeitungsqualität überzeugt.

Zu recht fragt man nun nach der Langzeit-Qualität. Diese Frage kann ich leider nicht beantworten – aber ich habe eine gute Nachricht – ich rede mit Citroën über einen Dauertestwagen,  damit könnte ich dann selbst erfahren, was noch dran ist – an den „Vorurteilen“ zur Qualität von Französischen Fahrzeugen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

leinwand ds4

Zwei Sätze zu:

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Reifen:

Michelin Pilot Super Sport – eher ungewöhnlich diese Reifenwahl und ich konnte beim örtlichen Citroën-Händler auch keinen zweiten DS4 mit dieser Reifenwahl finden. Einerseits  ist die harte Flanke des Michelin dem Komfort nicht zuträglich, auf der anderen Seite begeistert der Reifen durch Lenkpräzision!
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Verbrauch:

Der DS4 lässt sich betont sparsam bewegen, verfällt man nicht der Lust an der Drehfreude des zwei Liter Dieselmotors. Es ist primär ein selbstgemachtes Problem wenn man mit dem DS4 mehr als 7 Liter auf 100 km verbraucht – es macht einfach viel Spaß flott über die Straßen zu düsen.
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Savoir Vivre:

Im Straßencafé sitzen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und bei einem Glas Rotwein, ein wenig Käse und einer selbstgedrehten Gauloise mit Freunden plaudern.  In Zukunft könnte dazu noch das Selbstbewusstsein kommen, wieder schöne und feine Autos zu bauen.
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Rücksitzbank:

Theoretisch passen 2 Erwachsene auf die Rücksitzbank, oder auch 3 Kinder. Natürlich ist es doof, dass sich die Fenster nicht herunter kurbeln lassen – aber mal unters, zum einen fährt man doch eh fast immer alleine und zum anderen sorgt die Klimaanlage zugfrei für die richtigen Temperaturen im Innenraum.

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Details am DS4

Fazit:

Es war einmal…“ So fangen nicht nur alle Märchen an, so muss ich in der Zukunft auch über meine Vorurteile gegenüber den französischen Kompaktwagen sprechen.

Es war einmal ein Bjoern, der wäre nie im Leben darauf gekommen und hätte sich Gedanken über den Kauf eines Citroën gemacht.  Nach dem ersten Test des DS5 Hybrid4, den ich vor allem wegen der Kombination aus Hybrid-Diesel-Antrieb testen wollte, hat der DS4 nun endlich meine Festung der „sicheren Vorurteile über französische Automobile“ sturmreif geschossen und im gleichen Atemzug dann auch noch überrollt.

Nun stehe ich also da und muss ganz offen zugeben: Ja – ich würde mir sofort einen DS4 HDi165 SportChic kaufen – nicht nur für meine Frau, auch für mich – für den Alltag. Für einen Alltag mit einer für mich bis dato unbekannten Lust am „savoir vivre“.

Und das sagt dann auch mein persönliches Punkte-Ergebnis für den DS4 aus:

Ranking: 78 von 100 Punkten

Da gibt es keinen Spielraum  für Diskussionen:  Die Punkte ergeben ein Gesamt-Ranking und sind über alle Fahrzeugklassen vergleichbar – da direkt objektiv auf Modellklasse und Zielgruppe eingerichtet. Je mehr Punkte, desto besser ist das Fahrzeug. Ein Sportwagen kann keine 100 Punkte erreichen, weil der Alltagsnutzen gering ausfällt. Ein Familien-Van fällt eventuell in der „Straight-Performance“ durch. Das Ranking ist natürlich ein völlig subjektives – es ist das mein-auto-blog Ranking. Bjoern Habegger

[toggle title=“Disclosure:“] Mein Testurteil ist  unverkäuflich und wurde daher ohne Einfluss und Kontrolle des Herstellers erstellt!
Dennoch: Danke an Citroën  für das Testfahrzeug.[/toggle]

Text/Fotos: Bjoern Habegger | mein-auto-blog.de | 2012 |  by-nc-nd

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

Test: Nissan X-Trail

Seit 2014 fährt der Nissan X-Trail in der 3. Generation für den japanischen Autohersteller und dies als meistverkauftes Fahrzeug der Marke überhaupt. Zur Modellpflege 2017 bietet Nissan einen neuen Powerdiesel mit 2 Liter Hubraum zur Ergänzung des 1.6 Liter Diesel. Als zusätzliches Kaufargument soll darüber hinaus die Ausstattungslinie „N-Connecta“ dienen, um den SUV weiter auf Dauerbrennerkurs zu halten. Der X-Trail passt sich damit den Wünschen seiner Kunden an. Diese wollen außer einem geländefähigen SUV ein umfangreiches Sicherheitspaket und Komfortausstattung. Bestehen bleibt der seit 2014 auf den Markt gebrachte Mainstream Look, der die Ecken und Kanten der 2. Generation abgelöst hatte. Mit seinem Lifestyle-Charme und drei Motorisierungen startet er ins Modelljahr 2018 durch. Den Einstieg findet der X-Trail bei einem Preis von 24.990 Euro.

Testbericht: Nissan X-Trail 2.0 dCi N-Connecta Xtronic

On- und Off-Road-Mix aus Japan
Nissan X-Trail 2.0-Liter Diesel.

Die Front des sportlichen Kompakt SUVs prägen Stilelemente der aktuellen Murano und Qashqai Modelle. Damit findet Nissan eine Konzernsprache, die zumindest die Crossover Familie einheitlich auftreten lässt. Breit zu den Seiten hochgezogene Schürzen fassen den chrombesetzten Kühlergrill ein, der wiederum das Markenlogo prominent zur Schau trägt. Die seitlichen Enden der Frontscheinwerfer setzten sich in einer geschwungenen Sicke über die gesamte Fahrzeuglänge fort, bevor sie bogenförmig bei den Heckleuchten wieder aufsteigen. Am Heck sorgen die Scheinwerfer für einen dynamischen Auftritt. Die Dachreling ist fest mit dem Dach verbunden. Das verbessert die Aerodynamik. Der Wagen ist zudem mit knapp 1,82 Meter Breite und 1,73 Meter Höhe größer dimensioniert im Vergleich zu seinen Mitbewerbern. Die optimierte Windschlüpfrigkeit macht sich beim Kraftstoffverbrauch (5,8 Liter im Normtest mit 19’’ Rädern) und Abgasemission (152 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer) trotz seines Xtronic-CVT-Automatikgetriebes positiv bemerkbar. Wir erreichen die angegebenen Werte nicht ganz, dafür haben wir gerade durch das Automatikgetriebe viel Spaß an der Performance des X-Trail. Selbst im Gelände macht das frontangetriebene Fahrzeug eine erstaunlich gute Figur und meistert den einen oder anderen unbefestigten Weg. Der ausschließlich als Fünf- und Siebensitzer erhältliche X-Trail ist in der Stadt gleichermaßen bequem unterwegs, obwohl sein Wendekreis sich manchmal als hinderlich erweist. Auf längeren Autobahnstrecken bietet der Japaner zwar einen guten Sitzkomfort, jedoch fallen uns die Innenraumgeräusche unangenehm auf.

Kann auch zur Jagd ausgeführt werden.

Cockpit einfach strukturiert

Das sich selbst erklärende Cockpit gefällt bereits beim ersten Einsteigen. Alle Instrumente, die das Fahrzeug betreffen, sowie das in der Mitte des Armaturenbretts sitzende Navigationssystem mit Smartphone-Anbindung bieten nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Information. Zudem leistet das Nissan Connect System Zugriff auf die Applikationen des jeweiligen benutzten Smartphones. Die sehr gut zugeschnittenen Vordersitze wirken nicht nur ergonomisch durchgestylt, sondern geben Halt in jeder Fahrsituation. In Sachen Flexibilität liegt der X-Trail deutlich über dem Trend seiner Mitbewerber. Durch den Klappmechanismus für die Rücksitzbank wächst das Laderaumvolumen von 565 Liter auf angemessene 1.996 Liter.

Schlicht, einfach und doch voller Informationen.

Kleiner Diesel mit viel Drehmoment

Eine gehörige Portion Fahrspaß vermittelt der von uns getestete neue 177-PS-Diesel. Denn mit einem maximalen Drehmoment von 380 Newtonmetern bei 2.000 Umdrehungen agiert das Aggregat durchzugsstark. Bei einer Beschleunigung ab 100 km/h indessen wirkt der X-Trail ein wenig schwerfällig. Kombiniert mit dem komfortabel abgestuften Xtronic-CVT-Automatikgetriebe lässt sich der SUV aus Japan effizient durch den Stadt- und urbanen Verkehr steuern. Seine Lenkung ist spursicher ausgelegt, so dass in der Stadt ein sehr entspanntes Einparken in Verbindung mit seiner Rückfahr- und 360-Grad-Kamera möglich ist.

2.0 Liter Diesel mal ganz überzeugend.

N-Connecta steht für Konnektivität

Die Fahrerassistenzsysteme, die wir bereits aus dem neuen Qashqai kennen, finden wir auch im X-Trail wieder. Die japanischen Ingenieure konfigurierten bereits ab dem Basismodell  „VISIA“ ein stark verbessertes ESP-System mit Berganfahrhilfe, das Fahrerassistenz-Paket bestehend aus autonomen Notbrems-Assistent, Spurhalte-Assistent und Verkehrszeichenerkennung, LED-Tagfahrlicht, einer elektronischen Parkbremse und Einparkhilfe vorn und hinten. Zum Einsatz kommen in der von Grund auf neu aufgelegten Version „N-CONNECTA“ unter anderem das NissanConnect System inkl. Round View Monitor für 360 Grad Rundumsicht. Lieferumfang ist hier das Navigationssystem mit Sieben-Zoll-Touch-Farbdisplay inkl. 3 Jahre kostenloser Kartenaktualisierung, USB-Schnittstelle, Rückfahrkamera und Smartphone Integration. Zusätzlich schnürt Nissan für die neue Ausstattungsline das Style-Paket, tertiär aus 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und Bereifung, einer elektrisch öffnend und schliessenden Heckklappe und dem Intelligent Key mit Start-/Stopp-Knopf.

Dick bereift mit 19 Zoll Rädern.

SUV zu kleinen Preisen

Der X-Trail, den es sowohl als Fronttriebler als auch mit 4 x 4 Allradantrieb gibt, ist ab einem Preis von 24.990 Euro zu haben. Dafür bietet Nissan einen 1.6-Liter Benziner mit 163 PS. Die Dieselmotorisierung hingegen wartet mit dem 1.6 dCi sowohl als frontgetriebenes als auch 4 x 4 angetriebenes Aggregat mit der Leistungsstufe 96 kW (130 PS) und einem Sechsgang-Schaltgetriebe auf. Der Basispreis beträgt hier 32.630 Euro. Die Preisunterschiede zwischen den fünf Ausstattungslinien VISIA, ACENTA, N-CONNECTA, N-VISION und TEKNA sind moderat gehalten, dabei verführen sie in erster Linie immer zur nächst höheren Ausstattungslinie.

SUV mit viel Potential.

Fazit: Alles in allem trifft den X-Trail eher die Bezeichnung „geländegängiger SUV“, als „Kompakt-SUV“. Zusätzlich sind die Synergien zwischen Raumangebot, Fahrdynamik und nettem Lifestyle Look sehr gut gelungen.

Motor und Getriebe

Nissan

X-Trail 2.0 dCi N-Connecta

Motor Diesel
Hubraum 1.995 ccm³
Leistung 177 PS @ 3.750 U/min
Kraft 380 Nm @ 2.000 U/min
Getriebe Xtronic-CVT-Automatikgetriebe
Antriebsachse Frontantrieb

Abmessungen und Fahrleistungen

Länge, Breite, Höhe 4.690, 1.830, 1.730   mm
Radstand 2.705 mm
Leergewicht 1.823 kg
Wendekreis 11,2 m
Höchstgeschwindigkeit 199 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 9,6 sec
Normverbrauch 5.8 l/100 km

Verbrauch im Test

Alltagsfahrer 6.2 l / 100 km
Öko-Experte 5.9 l / 100 km
Außendienst-Modus 6.8 l / 100km

Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (NISSAN CENTER EUROPE GmbH) – Beitragsbild: Hersteller (NISSAN CENTER EUROPE GmbH)

Renault Kadjar – SUV à la francaise

SUV und Crossover sind zurzeit total angesagt: Kein Hersteller, der es schafft, ohne diese Fahrzeuge am Markt zu überleben. Selbst reine Sportwagen- und Luxus-Marken haben sie im Programm oder planen sie. Konkrete Beispiele? Gern! Bentley warf zuletzt mit dem Bentayga ein Luxus-SUV auf den Markt, Rolls Royce plant eines und selbst Lamborghini und Ferrari wollen ein solches in Planung haben. Von diesen Fahrzeugkategorien ist der Renault Kadjar zwar weit entfernt, macht aber vieles besser, als sein wenig beliebter Vorgänger, der Renault Koleos. Was der Franzose auf dem Kerbholz hat, haben wir uns genauer angesehen.

Design – Smokey Eyes für den nachhaltigen Eindruck

Aggressiv dreinschauende Voll-LED-Scheinwerfer mit selbstbewusst großem Markenlogo.

Bereits auf den ersten Blick bemerkt man den Renault Kadjar. Grund dafür ist sein ausdrucksstarker Blick aus den beiden optionalen Voll-LED Scheinwerfern. Serienmäßig kommt der Franzose allerdings bereits mit einem LED-Tagfahrlicht vorgefahren und sorgt auch im Basis-Trimm dafür, dass man ihm hinterherschaut. Und so erzeugt das SUV einen grimmig dynamischen Auftritt, der vom prominent gesetzten Markenzeichen (Rhombe) eine angenehme Spur Selbstbewusstsein eingeimpft bekommt. Gut so, wirkte der Vorgänger – der Renault Koleos – doch etwas buckelig und fand vermutlich aus diesem Grund wenig Abnehmer.

Den Kadjar hingegen lässt man sich gern gefallen: Mit seinen 4,45 m Außenlänge wirkt er stattlich, liegt aber auf Augenhöhe mit der Konkurrenz vom Schlage eines Kia Sportage oder Volkswagen Tiguan. Diese Stattlichkeit rührt von den wohlgeformten Rundungen her, wie sie etwa an den vorderen Kotflügeln oder am hinteren Hüftschwung zu finden sind. Die geschwungene, untere Fensterlinie, das sanft nach hinten abfallende Dach und die hübschen 19-Zoll-Räder sorgen für einen Spritzer Dynamik im SUV-Design-Cocktail. Das Heck wirkt hingegen unaufgeregt. Kein Wunder, war gerade diese Partie jene, die beim Koleos die Geister schied. Hier haben sich die Designer wohl bewusst zurückgenommen. Der Name „Renault Koleos“ besteht übrigens weiter, wurde aber an ein größeres SUV vergeben. Auch dieser ist sehr ansehnlich und lässt die Vergangenheit schnell vergessen.

Interieur – Der Renault Kadjar wirkt aufgeräumt

Übersichtliches Cockpit im Renault Kadjar. Einzig über die digitalen Instrumente lässt sich diskutieren.

Im Innenraum macht der Renault Kadjar fast schon einen nüchternen Eindruck. Eine Tastenflut sucht man ebenso vergeblich wie effektheischende Elemente. OK, die digitale Tachoeinheit ist nicht jedermanns Sache und lässt sich bei direkter Sonneneinstrahlung nicht optimal ablesen. Diese Kritik müssen sich aber auch andere Hersteller, die gar „virtuelle Instrumente“ anbieten, auch gefallen lassen. Funktional gibt es ansonsten an der Instrumentierung nichts auszusetzen. Die farbliche Anpassbarkeit ist eine Spielerei, die man allerdings kaum benötigt.

Gefallen hat das Infotainment des französischen SUV, das mit seiner einfachen Bedienung überzeugen konnte. Per Wisch- und Touchgeste scrollt man durch Menüs. Angenehm auch, dass man sich Bildschirme nach eigenen Präferenzen zusammenstellen kann. Und noch etwas: Renault hat sich zwar auf das Weglassen konzentriert was die Bedienung anbelangt, doch eines ist geblieben: Der Drehregler für die Lautstärke. Danke! Mancher Hersteller hat sich vollends von diesem Element verabschiedet – schade. Schließlich greift man hier blind hin und kann so die Augen auf der Straße lassen. Gleiches lässt sich über den Bedienungssatelliten hinter dem Lenkrad sagen, der für die Infotainmentsteuerung verantwortlich ist. Als alter Renault-Fahrer ist dieses Element natürlich in Fleisch und Blut übergegangen. Für Novizen wirkt er zunächst befremdlich, lässt sich aber schnell verstehen und verinnerlichen.

Fragwürdige Unterbringung der Tasten für die Sitzheizung.

Eine Schrulligkeit – und das ist bei Renault schon lange ein Thema – ist die Unterbringung der Tasten für die Sitzheizung. Sie befinden sich in der Mittelkonsole unter der Armlehne. Warum sie nicht mit der Klimaautomatik gruppiert werden? Ein Rätsel. Kommen wir aber zurück zum positiven Teil: Dem Platzangebot. Vier Erwachsene reisen entspannt im Renault Kadjar. Die Vordersitze bieten dabei jeder Statur eine angenehme Sitzposition, wenn auch nicht mit viel Seitenhalt. Gut nutzbar und mit einem cleveren Gimmick ausgerüstet zeigt sich auch der Laderaum des SUVs. Zwar bieten seine Konkurrenten mehr Basisvolumen als die 472 Liter des Renault Kadjar. Dennoch ist das Volumen alltagstauglich und verkraftet das Reisegepäck einer vierköpfigen Familie. Reist man mit kleinem Gepäck – und hier kommt das Gimmick im Kofferraum zum Tragen – lässt sich der Ladeboden aufstellen und teilt das Gepäckabteil in zwei Bereiche. Verrutschen oder Herumfliegen von Ladegut gehört der Vergangenheit an.

Fahreindrücke – Zurück zu alten Tugenden

Der Renault Kadjar mag grimmig aussehen, fährt aber angenehm komfortabel. Eine Wohltat im Alltag.

Französische Autos? In der Vergangenheit verband man mit diesen vor allem weiche Reisemobile, die an Omas Sofa erinnerten. Zwar ist der Renault Kadjar weit entfernt von diesem „Schiffsschaukel“-Fahrverhalten, doch macht er einen großen Bogen um steife und vermeintlich sportliche Federn und Dämpfer. Stöße und Unzulänglichkeiten im Straßenbau absorbiert das SUV gekonnt, was vor allem auf langen Strecken besonders wohltuend wirkt. Bei niedrigen Tempi spürt man zwar den verhältnismäßig geringen Querschnitt der 19-Zoll-Bereifung, allerdings nicht in einem sonderlich störenden Rahmen.

Ein weiteres, entscheidendes Element, das für die lange Reise prädestiniert, ist der kräftige Motor des Renault Kadjar. Ausgerüstet mit dem 1.6 dCi und 130 PS wirkt der Franzose angenehm druckvoll. Reisetempi von 170 km/h stellen sich von selbst ein und wirken angenehm. Dabei liegt der Verbrauch bei rund acht Litern auf 100 km, was angesichts der Größe, dem  cW-Wert und der gebotenen Leistung als gut bewertet werden kann. Lässt man es gemütlicher angehen, liegen gut sechs Liter an.

Der 1.6 dCi gibt sich kräftig, sparsam und ist zudem ein kultivierter Zeitgenosse.

Ein Gebiet, das dem Renault Kadjar wenig liegt, ist die wilde Hatz über Landstraßen. Überraschung? Keineswegs. Die komfortable Ausrichtung des SUVs wirkt im Allgemeinen eher angenehm als störend und wird durch den Allradantrieb mit hoher Fahrsicherheit verbunden. Dennoch sollte man vor stärkeren Kurven wissen, dass sich der Kadjar etwas behäbig zur Seite neigt. Unterstützt wird dieser Eindruck von seiner leichtgängigen, etwas taub wirkenden Lenkung. Dafür gibt er sich in der Stadt recht wenig auffällig.

Fazit – Der Alltag ist stressig genug

Termine, die Kinder von der Schule abholen, die Wochenendeinkäufe erledigen und noch schnell zum Baumarkt. Bei diesem Stress braucht man kaum ein Fahrzeug, das mit Straffheit und übertriebener Sportlichkeit nervt. Ganz im Gegenteil, man sucht eher nach einem Kandidaten, der einen unbehelligt jeglicher Widrigkeiten unterstützt. Dieser Kandidat könnte der Renault Kadjar sein. Sein komfortabler Gesamteindruck ist sehr angenehm, der Antrieb druckvoll und effizient. Zwar hat das SUV seine Eigenheiten, wie etwa die Bedienung mancher Elemente. An diese gewöhnt man sich aber schnell. Vor allem, wenn man die geheimnisvolle Ausstrahlung des Renault Kadjar betrachtet, mit der man sich überall sehen lassen kann.