Fahrbericht Lexus IS-F

Fahrbericht Lexus IS-F

Lexus IS-F Lohr am main

Furchtbar farblos. Japanische Autos mögen perfekt in der Technik sein, aber am Ende sind sie doch immer irgendwie „farblos“ und „langweilig“ – beinah blutleer und emotionslos.  Ja – so habe ich auch mal gedacht und ja, ich kenne noch viele Autofahrer die immer noch so denken. Aber – vermutlich ist keiner von denen bisher diesen Wagen gefahren.

14 Tage mit dem Lexus IS-F haben für 14 Tage Muskelkater im Gesicht gesorgt. Dieses ständige grinsen beim Autofahren war eine besondere Herausforderung für meine Gesichtsmuskulatur.  Dabei ist die IS-Baureihe bei Lexus ja auch nichts anderes als die edle japanische Version von BMW 3er und C-Klasse. Dank dem Buchstaben „F“, der im übrigen für die Rennstrecke „Fuji“ steht, wird aus der eher etwas biederen Limousine ein Amphetamin für den automobilen Alltag.

F wie Fuji, oder wie Japaner dem V8-Motor huldigen:

Lexus IS-F im Fahrbericht

LEXUS IS-F 423PS

Klassische Limousine: Wem die Limousinen aus dem Hause Toyota nicht luxuriös und edel genug sind, der findet sein Wohl in den Showrooms der Tochtermarke Lexus. Auf Basis der glaubwürdig aufrechten IS-Baureihe hat man aus dem Konzept der klassischen Limousine einen Sportwagen mit Kofferraum geschaffen, die sich im Windschatten an die deutschen Platzhirsche M3 und C63 AMG heran pirscht – um dann, dank freier Fahrt bis 270,  vorbei zu ziehen.

Hubraum ist durch nichts zu ersetzen:  Die Zukunft im automobilen Motorenbau mag dem „Downsizing“ gehören – mein Herz jedoch gehört von nun an diesem Motor. Fünf Liter Hubraum verteilt auf 8 Zylinder, dank Direkteinspritzung und variablen Ventilsteuerzeiten mit der puren Lust an Drehzahlen gesegnet. Per Gaspedal auf dem direkten Weg in das Elysium der Verbrennungsmotoren-Technik. Permanent auf der Lauer um den Fahrer durch die kleinsten Bewegungen seines Gasfuß in die Kraftquellen- Walhalla entführen.

8-Gänge für ein Halleluja: Automobile Getriebekultur auf dem Gipfel der Perfektion. Im IS-F verrichtet eine Wandlerautomatik mit acht Stufen ihren Dienst. Wer aber nun glaubt – mit einer Wandlerautomatik könne man jedweden sportlichen Anspruch sofort auf dem nächsten Parkplatz abstellen, der wird vom IS-F mehr als positiv überrascht. Denn im „M-Modus“ dient ab dem zweiten Gang eine Wandlerüberbrückung als Samurai der Getriebe-Performance und trägt dafür Sorge, dass binnen 0,1 Sekunden der nächste Gang eingelegt wird. Beim herunterschalten verpassen Zwischengasstöße dem Motor die richtigen Drehzahlen um die Hinterachse nicht durch Schleppmomente aus der Balance zu bringen. Als Ergebnis erhält der leistungswillige Sportfahrer eine akustische Inszenierung die man in München oder Affalterbach auch nicht besser hin bekommt.

Betrachtet man die Motorische Potenz und die Meisterhaftigkeit des Getriebe-Automaten dann scheint die Beurteilung des opulent mit Leistung versehenen Japaners, mit den Wurzeln in der nach Premium lechzenden automobilen Mittelklasse, ja bereits fest umrissen zu sein – oder?

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  • Modellbezeichnung: [wpseo]Lexus IS-F[/wpseo]
  • Ausstattung:  –
  • Testwagenpreis: 71.320€
  • Grundpreis Baureihe: 70.600€ 

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  • Hubraum: 4.969 ccm³
  • Leistung: 423 PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 270 km/h
  • Beschleunigung: 0-100: 4,8 Sekunden

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Lexus IS-F Hinten

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Das will er sein:

Der Samurai in der Klasse der kraftvollen Limousinen.

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Das kann er:

Einen enormen Spagat zwischen Performance-Ritt und Langstrecken-Galopp hinlegen.
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Das kann er nicht:

Alle Wünsche erfüllen.
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Lexus IS-F Haube

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Design Außen: Samurai im Bademantel

Man sollte schon ein wenig SuperPlus im Blut haben um den IS-F als das zu erkennen was er ist. Von außen trägt er einen Mantel der die Leistung geschickt verhüllt. Einzig die arg straff nach oben gewölbte Motorhaube und die Kotflügel, die eine enorme Spurweite und breite Räder verhüllen wollen, fallen auf den ersten Blick auf. Von hinten sind es die 4 unorthodox angeordneten Auspuffrohre die für leichtes Stirnrunzeln sorgen. Eine Limousine mit ungewöhnlich dicken Backen – ich fühle mich ein wenig an den 500 er Mercedes der seligen W124 Baureihe erinnert. Auch dort war ein großer V8 unter der ansonsten zumeist in hell Elfenbein lackierten Motorhaube versteckt. Wirklich verraten wurde der damals extrem potente 500 er nur durch seine dicken Backen.  Wie im Falle des IS-F.

Ein Samurai der den Kimono gegen einen Bademantel eingetauscht hat.

Bewertung: 10 von 10 Punkten

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Design & Haptik Innen: Arg asiatisch

Ein Blick in das Cockpit und seinen dominanten Drehzahlmesser und es dürfte auch dem letzten klar sein, worum es in diesem Auto nun gleich gehen wird.

Weniger beeindruckend empfinde ich den Mix aus gelangweilt wirkendem Plastik und einer Digital-Uhr die allzu bieder an die Achtziger Jahre erinnert.  Meine Frau konnte jedoch aus dem IS-F nicht mehr aussteigen. Nie zuvor hat sie sich so wohl und behütet aufgehoben gefühlt. Mir persönlich allerdings ging der Fahrersitz nicht weit genug hinunter und das Lenkrad nicht weit genug heraus.

Es bleibt bei diesen beiden Kritikpunkten – der Rest des Innenraums überzeugt durch viel Leder und einwandfreie Verarbeitung. Trotz des betont straff ausgelegtem Fahrwerks, sitzen maximal 4 Insassen in einer Oase der Ruhe. Vorausgesetzt – der Fahrer hält den Motor unter 3.500 Umdrehungen … !

Bewertung: 7 von 10 Punkten

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Lexus IS-F Cockpit

Fahrleistungen & Fahrgefühl: Fährste quer, siehste mehr.

Es pochen nicht nur 8 Zylinder unter der Haube des Lexus IS-F, sondern auch zwei Herzen in seiner Brust. Wer die Achtstufen-Automatik sich selbst überlässt und das Gaspedal nur zärtlich streichelt, der erlebt die wunderbare Welt der mühelosen, schweigsamen und doch nachhaltigen Fortbewegung. Dank der großen maximalen Übersetzungsmöglichkeit der acht Gänge, kann man genüsslich  und nur kurz oberhalb der Leerlaufdrehzahl alle etwaigen Verkehrs-Situationen – bis hin zum cruisen mit Tempo 130 –  abhandeln.

Wer den „Sport Button“ im Lenkrad drückt und das Automatik-Getriebe auf Manuell stellt, der erlebt einen zweiten Lexus IS-F. Angeschärft. Energisch und mit viel Druck durch das gesamte Drehzahlband schiebt der Fünfliter V8 die 4 Passagiere über das Asphaltband. Bitumen-Verbände fürchten den Zorn der Hinterreifen wenn die Kraft der 505 Nm über sie herfällt. Dank einer Torsen-Differentialsperre an der Hinterachse macht der Hecktriebler das beste aus der Situation – dennoch lässt sich die 19 Zöller an der Hinterachse fast nach belieben von  Traktion zur Gleitreibung überreden.

Während meines Testzeitraums waren zudem Winterreifen montiert – in Verbindung mit den ersten kühlen Frostnächten und feuchten Straßen wurde aus dem harmlosen Limousinen-Vertreter ein kurzweiliger und der steten Querfahrt zugeneigter Spielkamerad.

Dank der mechanischen Sperre lässt sich der IS-F kinderleicht im Drift um Biegungen jeder Art bewegen.  Neben einer guten Beziehung zum nächsten Tankwart sollte man in Falle einer opulenten Nutzung dieser Talente jedoch auch den guten Draht zum Reifenhändler pflegen.

Wobei auch eine andere Reifenwahl hilfreich sein könnte. Der Tester war mir 225er Winterreifen in 18 Zoll rundherum ausgerüstet. Gegenüber der Mischbereifung im Sommer mit 225/40-19 vorne und 255/35-19 hinten, ein klarer Traktions-Nachteil – bereits in der Theorie. Eklatant in der Praxis.

Die ZF-Dämpfer sind straff – sehr straff – abgestimmt, hier würde ich mir variabel arbeitende Dämpfer wünschen um dem Spagat aus ultraflinker Reiselimousine und gut verstecktem Extrem-Sportler noch besser gerecht zu werden.  Alles in allem – jammern auf hohem Niveau. Aber gerade weil das Niveau der Motor-Getriebe-Einheit so hoch ist, zählen die kleinen Kritiken doppelt. Vollkommenheit ist kein weit entferntes Ziel mehr – nicht für diesen Samurai!

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Lexus ISF Hinten

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Alltagsfaktor: Genussfreuden auf Japanisch

16.7 Liter Super auf 100 km. Wer sich den Alltag mit dem IS-F versüßen will, der sollte über die notwendigen Reserven für die Nebensächlichkeiten mit einem solchen Gefährt verfügen. Neben dem obligatorischen Tankstellenbesuch darf man auch die Reifenfrage nicht unbeantwortet lassen.

Meine Testfahrt fand aufgrund des Zeitraums – es ist November – mit Winterreifen statt und hier darf man dem Sportsfreund attestieren, nicht besonders zimperlich mit dem schwarzen Gold umzugehen. Im Prinzip ist man zu jederzeit, immer und überall in der Lage die gesamte Fuhre mit dem rechten Fuß zu lenken. Das derart beherzter Einsatz für die Lebenszeit der Reifen nicht förderlich ist – nun, ich denke das muss ich nicht dezidiert erläutern.  Der Satz Winterreifen in 225/45-18 V kostet im übrigen:  785€. Das nur als Info für die „Drifter“ unter uns!

Mit einem Kofferraum-Volumen von 378 Litern können dann auch die maximal 4 Mitfahrer auf die große Tour gehen, ohne sich gleich auf das 2Sportwagenfahrer-Gepäck“ aus Zahnbürste und Kreditkarte beschränken zu müssen.

Klarer Pluspunkt für den Alltag: Der IS-F sieht nicht nach 423 PS aus und besticht als Sportlimousine daher durch eine hohe Sozialverträglichkeit.  Typisch japanisch eben: Nach außen immer bescheiden!

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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Serien-Ausstattung: Full-House

Wunschlos glücklich dank einer umfangreichen Serien-Ausstattung. Eine andere Wahl bleibt dem IS-F Käufer aber auch nicht, denn typisch japanisch bleibt die Aufpreisliste extrem übersichtlich. Einzig ein Glas-Schiebedach, Metallic-Lack und eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage stehen auf der Liste der Sonderausstattungen.

Da ich mit der Aufzählung aller Ausstattungs-Details den Bericht sprengen würde, nur das wichtigste in Kürze: Airbags in Hülle und Fülle (10 an der Zahl!) Xenon-Scheinwerfer und LED-Tagfahrlicht, 2-Zonen Klimaautomatik, Navi-Entertainment-System mit Touchscreen und Mark-Levinson Audio-Anlage, Tempomat, elektrische Sitze mit Memory-Funktion, Sitzheizung, Keyless-Go und ein Start-Stopp-Knopf um das wichtigste am Fahrzeug zu starten: Den Achtender unter Buckelwal-Haube.

Mir fehlen: Ein Head-Up Display, ein DAB-Radio, aktives Kurvenlicht und ein aktives Fahrwerk (z.Bsp. BILSTEIN) um die Möglichkeit zu haben, zwischen einer komfortableren und einer noch sportlicheren Variante zu wählen.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

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Lexus IS-F V8 Motor

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Motor: good times

Selten war der Schmerz an der Tankstelle derart süß. Es mag sein, dass ein aufgeladener und im Hubraum kastrierter Motor auf ähnliche Leistungswerte kommen kann, wenn man ihn nur genug unter Druck setzt. Aber nichts geht über das Geräusch eines startenden V8-Motors. Besonders empfehlenswert in einer Tiefgarage bei geöffneter Tür. Dieses vrüt-vrüt-vrüt-vroooooom ist Balsam für die Ohren der von Dieselmotoren geschundenen Individuen.

Lexus IS-F unter der motorhaube

Der 5l V8 von Lexus spielt bis 3.600 Umdrehungen den soliden und braven Drehmoment-Lieferanten um sich beim überschreiten dieser Grenze in einen animalisch röhrenden und wild hämmernden Sport-Motor zu verwandeln. Bis kurz unter die 6.600 Umdrehungen will er gepeitscht werden um im manuellen Modus binnen dem Bruchteil einer Sekunde nach dem Gangwechsel weiter anzuschieben.

Faszination buchstabiert man „I-S-F“.

Bewertung: 10 von 10 Punkten

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Getriebe: 8-Gang Automatik

Ich habe mich schwer damit getan zu entscheiden, was wohl am faszinierenden am Lexus IS-F ist, der Motor – oder das Getriebe? Mit der Acht-Stufen-Automatik haben die Japaner alles richtig gemacht. Im automatischen Modus sind die Gangwechsel verschliffen und komfortabel. Mit der großen Spreizung von 8 Gängen gesegnet lässt es sich zu jederzeit betont niedertourig dahingleiten. Tempo 130 entlockt dem V8 im achten Gang nur wenig mehr als die Leerlaufdrehzahl.

Für viele sportliche Fahrzeuge mit Automatikgetriebe ist aber gerade das Getriebe bei sportlicher Fahrweise das größte Hindernis. Da wird wild hin und hergeschaltet, der Wandler frisst Leistung und so richtig passt ein Automatik-Getriebe dann doch nicht zum „Sport-Gedanke“.

Im Lexus wird der Wandler überbrückt sobald der Fahrer in den manuellen Modus wechselt. Das Ergebnis sind Schaltvorgänge im Bereich von 0,1 Sekunden beim hoch schalten und mit automatischem Zwischengas perfektionierte Gangwechsel beim herunter schalten. Und: Das Getriebe bevormundet seinen Fahrer nicht, es gibt keinen Kickdown-Befehl und es bleibt im gewählten Gang, auch wenn man den Motor in den Begrenzer dreht. Perfekt!

Das erste Mr. Jekyll und Hyde Getriebe! So muss das sein!

Bewertung: 10 von 10 Punkten

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Lexus IS-F Seitenansicht

Multimedia & Audio: Nebenschauplatz

Theoretisch besitzt der IS-F eine tolle Soundanlage. Sogar eine Premium-Surround-Sound Anlage mit 14 Lautsprechern. Dem entsprechend fein ist der Klang. Einzige das veraltete Multimedia-System mit seiner grob pixeligen Grafik und der wenig intuitiven Bedienung stört den Multimedia-Genuss. Dafür entschädigt zu jeder Zeit der V8-Motor mit einer ehrlich vorgebrachten Sound-Darbietung.

Das Navi-System freut sich vermutlich auch, wenn es in Rente geschickt wird, so ist die Stimme und die Audio-Ansage der Routeninformationen zwar sympathisch und vollständig – die Grafik und die Bedienung jedoch nicht mehr zeitgemäß.

Bewertung: 5  von 10 Punkten

Lexus Innenansicht

Lifestyle: Underdog

Noch immer trifft man Menschen die mit der Marke Lexus nicht viel anfangen können – eigentlich schade, denn bei Lexus baut man faszinierende Fahrzeuge und noch viel wichtiger für den deutschen Premium-Kunden: Weniger Pragmatismus, mehr Detail-Liebe und vor allem höchste technische Perfektion.

Übrigens: Von 10 befragten Passanten befanden 10 den Lexus als „hübsch“ und gefällig im Design. Einige hatten das Gefühl, eine „kraftvolle“ Limousine vor sich zu haben. Da wurde wohl alles richtig gemacht!

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Lexus IS-F Landstrasse

Der Kostenfaktor:

Mit 71.320 € ruft man bei Lexus eine stolze Summe für eine übersichtliche viersitzige Limousine auf – in Anbetracht des Leistungspotential und der Perfektion in der Darbietung empfinde ich den Lexus jedoch als „Schnäppchen“. Ein vergleichbarer Mercedes-Benz C63AMG (Test im kommenden Jahr!) kommt auf mindestens 80.000 € in vergleichbarer Ausstattung.

Niemals zu unterschätzen bei solchen Fahrzeugen sind die Folgekosten – das betrifft jedoch alle Fahrzeuge in dieser Leistungsklasse und fliest daher nicht in das Ergebnis ein.

Extrapunkte gibt es für den Service-Intervall von 30.000 km (o. 24 Monate) und die Tatsache das man bei Lexus eine 3-Jährige Garantie serienmäßig erhält.

Bewertung: 5 von 10 Punkten (5 Punkte – die Maximalpunktzahl für Fahrzeuge über 50.000!)

Lexus IS-F Kombi

Kurz erwähnt:

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Brembo:

Asiatische Hersteller sagen gerne wenn sie Bauteile von renommierten Herstellern verwenden, in diesem Fall vertraut Lexus auf eine Pizzateller-Große (360 mm) Bremsanlage mit 6-Kolben-Monoblock-Sätteln von BREMBO an der Vorderachse. Hinten ist die Brembo-Scheibe nur geringfügig (345 mm) kleiner
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Verbrauch:

Schmerzlich aber wahr: Am besten man fährt nur lange Strecken – in der Stadt bewegt sich der Konsum um die 16 Liter und bei StVo-gerechter-Fahrweise über Land bei etwa 9 Litern. Wer es richtig krachen lässt kann auch die 20 er Grenze Problemlose knacken und fährt dann alle 245 km zum tanken.
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Torsen:

Eine mechanische Hinterachssperre bleibt für sportliche Fahrzeuge die ultimative Lösung beim ringen um die Traktion. Lexus verwendet zusätzlich eine über Bremseingriff regelnde Traktionssperre die jedoch für den Einsatz auf der Strecke abschaltbar ist. Eine „Sport-Taste“ variiert zudem die Regeleingriffe.
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Leergewicht:

Mehr Sumo als Bonsai. Luxus und dicke Technik summieren sich auf knapp 1.8 Tonnen Leergewicht. Eigentlich zuviel um ernsthaften sportlichen Absichten nach zu kommen. Dank kraftvollem V8 und bissiger Brembo-Bremse gelingt der Spagat überraschend gut!

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Lexus IS-F Schnauze

Fazit:

Auf die Dauer hilft nur …“  Leistung – ordentlich Motorleistung. Es ist eine wunderbare Limousine die Lexus da im Angebot hat. In Kürze dürfte es den neuen IS geben und dann hoffentlich auch bald einen neuen IS-F. Diese famose Verbindung aus kraftvoller Reiselimousine und powerdrift-tauglichem Kurvenschreck macht jeden Tag und jeden Kilometer unfassbar viel Spaß!

IS-F Abschluss

Der Lexus IS-F ist einfach eine geile Kraftwutz im unschuldigen Limousinen-Format – bestätigt wird dies durch die Punktzahl:

Ranking: 80 von 100 Punkten

Da gibt es keinen Spielraum  für Diskussionen:  Die Punkte ergeben ein Gesamt-Ranking und sind über alle Fahrzeugklassen vergleichbar – da direkt objektiv auf Modellklasse und Zielgruppe eingerichtet. Je mehr Punkte, desto besser ist das Fahrzeug. Ein Sportwagen kann keine 100 Punkte erreichen, weil der Alltagsnutzen gering ausfällt. Ein Familien-Van fällt eventuell in der „Straight-Performance“ durch. Das Ranking ist natürlich ein völlig subjektives – es ist das mein-auto-blog Ranking. Bjoern Habegger

[toggle title=“Disclosure:“] Mein Testurteil ist  unverkäuflich und wurde daher ohne Einfluss und Kontrolle des Herstellers erstellt!
Dennoch: Danke an Lexus Deutschland  für das Testfahrzeug.[/toggle]

Text/Fotos: Bjoern Habegger | mein-auto-blog.de | 2012 |  by-nc-nd

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

11 Comments

  1. Schön geschriebener Beitrag zu einem viel zu selten zu sehenden Wagen. Aber vielleicht macht das auch einen Teil des Reizes aus, sich solch ein Gefährt zuzulegen.

  2. Sehr schönes Auto, in Technik wie Design. Lediglich diese Auspuffhülsen in der Heckschürze sind furchtbar prollig. Da hat der Zubehörmarkt sicher dezenteren Ersatz zu bieten.

Test: Nissan X-Trail

Seit 2014 fährt der Nissan X-Trail in der 3. Generation für den japanischen Autohersteller und dies als meistverkauftes Fahrzeug der Marke überhaupt. Zur Modellpflege 2017 bietet Nissan einen neuen Powerdiesel mit 2 Liter Hubraum zur Ergänzung des 1.6 Liter Diesel. Als zusätzliches Kaufargument soll darüber hinaus die Ausstattungslinie „N-Connecta“ dienen, um den SUV weiter auf Dauerbrennerkurs zu halten. Der X-Trail passt sich damit den Wünschen seiner Kunden an. Diese wollen außer einem geländefähigen SUV ein umfangreiches Sicherheitspaket und Komfortausstattung. Bestehen bleibt der seit 2014 auf den Markt gebrachte Mainstream Look, der die Ecken und Kanten der 2. Generation abgelöst hatte. Mit seinem Lifestyle-Charme und drei Motorisierungen startet er ins Modelljahr 2018 durch. Den Einstieg findet der X-Trail bei einem Preis von 24.990 Euro.

Testbericht: Nissan X-Trail 2.0 dCi N-Connecta Xtronic

On- und Off-Road-Mix aus Japan
Nissan X-Trail 2.0-Liter Diesel.

Die Front des sportlichen Kompakt SUVs prägen Stilelemente der aktuellen Murano und Qashqai Modelle. Damit findet Nissan eine Konzernsprache, die zumindest die Crossover Familie einheitlich auftreten lässt. Breit zu den Seiten hochgezogene Schürzen fassen den chrombesetzten Kühlergrill ein, der wiederum das Markenlogo prominent zur Schau trägt. Die seitlichen Enden der Frontscheinwerfer setzten sich in einer geschwungenen Sicke über die gesamte Fahrzeuglänge fort, bevor sie bogenförmig bei den Heckleuchten wieder aufsteigen. Am Heck sorgen die Scheinwerfer für einen dynamischen Auftritt. Die Dachreling ist fest mit dem Dach verbunden. Das verbessert die Aerodynamik. Der Wagen ist zudem mit knapp 1,82 Meter Breite und 1,73 Meter Höhe größer dimensioniert im Vergleich zu seinen Mitbewerbern. Die optimierte Windschlüpfrigkeit macht sich beim Kraftstoffverbrauch (5,8 Liter im Normtest mit 19’’ Rädern) und Abgasemission (152 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer) trotz seines Xtronic-CVT-Automatikgetriebes positiv bemerkbar. Wir erreichen die angegebenen Werte nicht ganz, dafür haben wir gerade durch das Automatikgetriebe viel Spaß an der Performance des X-Trail. Selbst im Gelände macht das frontangetriebene Fahrzeug eine erstaunlich gute Figur und meistert den einen oder anderen unbefestigten Weg. Der ausschließlich als Fünf- und Siebensitzer erhältliche X-Trail ist in der Stadt gleichermaßen bequem unterwegs, obwohl sein Wendekreis sich manchmal als hinderlich erweist. Auf längeren Autobahnstrecken bietet der Japaner zwar einen guten Sitzkomfort, jedoch fallen uns die Innenraumgeräusche unangenehm auf.

Kann auch zur Jagd ausgeführt werden.

Cockpit einfach strukturiert

Das sich selbst erklärende Cockpit gefällt bereits beim ersten Einsteigen. Alle Instrumente, die das Fahrzeug betreffen, sowie das in der Mitte des Armaturenbretts sitzende Navigationssystem mit Smartphone-Anbindung bieten nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Information. Zudem leistet das Nissan Connect System Zugriff auf die Applikationen des jeweiligen benutzten Smartphones. Die sehr gut zugeschnittenen Vordersitze wirken nicht nur ergonomisch durchgestylt, sondern geben Halt in jeder Fahrsituation. In Sachen Flexibilität liegt der X-Trail deutlich über dem Trend seiner Mitbewerber. Durch den Klappmechanismus für die Rücksitzbank wächst das Laderaumvolumen von 565 Liter auf angemessene 1.996 Liter.

Schlicht, einfach und doch voller Informationen.

Kleiner Diesel mit viel Drehmoment

Eine gehörige Portion Fahrspaß vermittelt der von uns getestete neue 177-PS-Diesel. Denn mit einem maximalen Drehmoment von 380 Newtonmetern bei 2.000 Umdrehungen agiert das Aggregat durchzugsstark. Bei einer Beschleunigung ab 100 km/h indessen wirkt der X-Trail ein wenig schwerfällig. Kombiniert mit dem komfortabel abgestuften Xtronic-CVT-Automatikgetriebe lässt sich der SUV aus Japan effizient durch den Stadt- und urbanen Verkehr steuern. Seine Lenkung ist spursicher ausgelegt, so dass in der Stadt ein sehr entspanntes Einparken in Verbindung mit seiner Rückfahr- und 360-Grad-Kamera möglich ist.

2.0 Liter Diesel mal ganz überzeugend.

N-Connecta steht für Konnektivität

Die Fahrerassistenzsysteme, die wir bereits aus dem neuen Qashqai kennen, finden wir auch im X-Trail wieder. Die japanischen Ingenieure konfigurierten bereits ab dem Basismodell  „VISIA“ ein stark verbessertes ESP-System mit Berganfahrhilfe, das Fahrerassistenz-Paket bestehend aus autonomen Notbrems-Assistent, Spurhalte-Assistent und Verkehrszeichenerkennung, LED-Tagfahrlicht, einer elektronischen Parkbremse und Einparkhilfe vorn und hinten. Zum Einsatz kommen in der von Grund auf neu aufgelegten Version „N-CONNECTA“ unter anderem das NissanConnect System inkl. Round View Monitor für 360 Grad Rundumsicht. Lieferumfang ist hier das Navigationssystem mit Sieben-Zoll-Touch-Farbdisplay inkl. 3 Jahre kostenloser Kartenaktualisierung, USB-Schnittstelle, Rückfahrkamera und Smartphone Integration. Zusätzlich schnürt Nissan für die neue Ausstattungsline das Style-Paket, tertiär aus 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und Bereifung, einer elektrisch öffnend und schliessenden Heckklappe und dem Intelligent Key mit Start-/Stopp-Knopf.

Dick bereift mit 19 Zoll Rädern.

SUV zu kleinen Preisen

Der X-Trail, den es sowohl als Fronttriebler als auch mit 4 x 4 Allradantrieb gibt, ist ab einem Preis von 24.990 Euro zu haben. Dafür bietet Nissan einen 1.6-Liter Benziner mit 163 PS. Die Dieselmotorisierung hingegen wartet mit dem 1.6 dCi sowohl als frontgetriebenes als auch 4 x 4 angetriebenes Aggregat mit der Leistungsstufe 96 kW (130 PS) und einem Sechsgang-Schaltgetriebe auf. Der Basispreis beträgt hier 32.630 Euro. Die Preisunterschiede zwischen den fünf Ausstattungslinien VISIA, ACENTA, N-CONNECTA, N-VISION und TEKNA sind moderat gehalten, dabei verführen sie in erster Linie immer zur nächst höheren Ausstattungslinie.

SUV mit viel Potential.

Fazit: Alles in allem trifft den X-Trail eher die Bezeichnung „geländegängiger SUV“, als „Kompakt-SUV“. Zusätzlich sind die Synergien zwischen Raumangebot, Fahrdynamik und nettem Lifestyle Look sehr gut gelungen.

Motor und Getriebe

Nissan

X-Trail 2.0 dCi N-Connecta

Motor Diesel
Hubraum 1.995 ccm³
Leistung 177 PS @ 3.750 U/min
Kraft 380 Nm @ 2.000 U/min
Getriebe Xtronic-CVT-Automatikgetriebe
Antriebsachse Frontantrieb

Abmessungen und Fahrleistungen

Länge, Breite, Höhe 4.690, 1.830, 1.730   mm
Radstand 2.705 mm
Leergewicht 1.823 kg
Wendekreis 11,2 m
Höchstgeschwindigkeit 199 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 9,6 sec
Normverbrauch 5.8 l/100 km

Verbrauch im Test

Alltagsfahrer 6.2 l / 100 km
Öko-Experte 5.9 l / 100 km
Außendienst-Modus 6.8 l / 100km

Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (NISSAN CENTER EUROPE GmbH) – Beitragsbild: Hersteller (NISSAN CENTER EUROPE GmbH)

Renault Kadjar – SUV à la francaise

SUV und Crossover sind zurzeit total angesagt: Kein Hersteller, der es schafft, ohne diese Fahrzeuge am Markt zu überleben. Selbst reine Sportwagen- und Luxus-Marken haben sie im Programm oder planen sie. Konkrete Beispiele? Gern! Bentley warf zuletzt mit dem Bentayga ein Luxus-SUV auf den Markt, Rolls Royce plant eines und selbst Lamborghini und Ferrari wollen ein solches in Planung haben. Von diesen Fahrzeugkategorien ist der Renault Kadjar zwar weit entfernt, macht aber vieles besser, als sein wenig beliebter Vorgänger, der Renault Koleos. Was der Franzose auf dem Kerbholz hat, haben wir uns genauer angesehen.

Design – Smokey Eyes für den nachhaltigen Eindruck

Aggressiv dreinschauende Voll-LED-Scheinwerfer mit selbstbewusst großem Markenlogo.

Bereits auf den ersten Blick bemerkt man den Renault Kadjar. Grund dafür ist sein ausdrucksstarker Blick aus den beiden optionalen Voll-LED Scheinwerfern. Serienmäßig kommt der Franzose allerdings bereits mit einem LED-Tagfahrlicht vorgefahren und sorgt auch im Basis-Trimm dafür, dass man ihm hinterherschaut. Und so erzeugt das SUV einen grimmig dynamischen Auftritt, der vom prominent gesetzten Markenzeichen (Rhombe) eine angenehme Spur Selbstbewusstsein eingeimpft bekommt. Gut so, wirkte der Vorgänger – der Renault Koleos – doch etwas buckelig und fand vermutlich aus diesem Grund wenig Abnehmer.

Den Kadjar hingegen lässt man sich gern gefallen: Mit seinen 4,45 m Außenlänge wirkt er stattlich, liegt aber auf Augenhöhe mit der Konkurrenz vom Schlage eines Kia Sportage oder Volkswagen Tiguan. Diese Stattlichkeit rührt von den wohlgeformten Rundungen her, wie sie etwa an den vorderen Kotflügeln oder am hinteren Hüftschwung zu finden sind. Die geschwungene, untere Fensterlinie, das sanft nach hinten abfallende Dach und die hübschen 19-Zoll-Räder sorgen für einen Spritzer Dynamik im SUV-Design-Cocktail. Das Heck wirkt hingegen unaufgeregt. Kein Wunder, war gerade diese Partie jene, die beim Koleos die Geister schied. Hier haben sich die Designer wohl bewusst zurückgenommen. Der Name „Renault Koleos“ besteht übrigens weiter, wurde aber an ein größeres SUV vergeben. Auch dieser ist sehr ansehnlich und lässt die Vergangenheit schnell vergessen.

Interieur – Der Renault Kadjar wirkt aufgeräumt

Übersichtliches Cockpit im Renault Kadjar. Einzig über die digitalen Instrumente lässt sich diskutieren.

Im Innenraum macht der Renault Kadjar fast schon einen nüchternen Eindruck. Eine Tastenflut sucht man ebenso vergeblich wie effektheischende Elemente. OK, die digitale Tachoeinheit ist nicht jedermanns Sache und lässt sich bei direkter Sonneneinstrahlung nicht optimal ablesen. Diese Kritik müssen sich aber auch andere Hersteller, die gar „virtuelle Instrumente“ anbieten, auch gefallen lassen. Funktional gibt es ansonsten an der Instrumentierung nichts auszusetzen. Die farbliche Anpassbarkeit ist eine Spielerei, die man allerdings kaum benötigt.

Gefallen hat das Infotainment des französischen SUV, das mit seiner einfachen Bedienung überzeugen konnte. Per Wisch- und Touchgeste scrollt man durch Menüs. Angenehm auch, dass man sich Bildschirme nach eigenen Präferenzen zusammenstellen kann. Und noch etwas: Renault hat sich zwar auf das Weglassen konzentriert was die Bedienung anbelangt, doch eines ist geblieben: Der Drehregler für die Lautstärke. Danke! Mancher Hersteller hat sich vollends von diesem Element verabschiedet – schade. Schließlich greift man hier blind hin und kann so die Augen auf der Straße lassen. Gleiches lässt sich über den Bedienungssatelliten hinter dem Lenkrad sagen, der für die Infotainmentsteuerung verantwortlich ist. Als alter Renault-Fahrer ist dieses Element natürlich in Fleisch und Blut übergegangen. Für Novizen wirkt er zunächst befremdlich, lässt sich aber schnell verstehen und verinnerlichen.

Fragwürdige Unterbringung der Tasten für die Sitzheizung.

Eine Schrulligkeit – und das ist bei Renault schon lange ein Thema – ist die Unterbringung der Tasten für die Sitzheizung. Sie befinden sich in der Mittelkonsole unter der Armlehne. Warum sie nicht mit der Klimaautomatik gruppiert werden? Ein Rätsel. Kommen wir aber zurück zum positiven Teil: Dem Platzangebot. Vier Erwachsene reisen entspannt im Renault Kadjar. Die Vordersitze bieten dabei jeder Statur eine angenehme Sitzposition, wenn auch nicht mit viel Seitenhalt. Gut nutzbar und mit einem cleveren Gimmick ausgerüstet zeigt sich auch der Laderaum des SUVs. Zwar bieten seine Konkurrenten mehr Basisvolumen als die 472 Liter des Renault Kadjar. Dennoch ist das Volumen alltagstauglich und verkraftet das Reisegepäck einer vierköpfigen Familie. Reist man mit kleinem Gepäck – und hier kommt das Gimmick im Kofferraum zum Tragen – lässt sich der Ladeboden aufstellen und teilt das Gepäckabteil in zwei Bereiche. Verrutschen oder Herumfliegen von Ladegut gehört der Vergangenheit an.

Fahreindrücke – Zurück zu alten Tugenden

Der Renault Kadjar mag grimmig aussehen, fährt aber angenehm komfortabel. Eine Wohltat im Alltag.

Französische Autos? In der Vergangenheit verband man mit diesen vor allem weiche Reisemobile, die an Omas Sofa erinnerten. Zwar ist der Renault Kadjar weit entfernt von diesem „Schiffsschaukel“-Fahrverhalten, doch macht er einen großen Bogen um steife und vermeintlich sportliche Federn und Dämpfer. Stöße und Unzulänglichkeiten im Straßenbau absorbiert das SUV gekonnt, was vor allem auf langen Strecken besonders wohltuend wirkt. Bei niedrigen Tempi spürt man zwar den verhältnismäßig geringen Querschnitt der 19-Zoll-Bereifung, allerdings nicht in einem sonderlich störenden Rahmen.

Ein weiteres, entscheidendes Element, das für die lange Reise prädestiniert, ist der kräftige Motor des Renault Kadjar. Ausgerüstet mit dem 1.6 dCi und 130 PS wirkt der Franzose angenehm druckvoll. Reisetempi von 170 km/h stellen sich von selbst ein und wirken angenehm. Dabei liegt der Verbrauch bei rund acht Litern auf 100 km, was angesichts der Größe, dem  cW-Wert und der gebotenen Leistung als gut bewertet werden kann. Lässt man es gemütlicher angehen, liegen gut sechs Liter an.

Der 1.6 dCi gibt sich kräftig, sparsam und ist zudem ein kultivierter Zeitgenosse.

Ein Gebiet, das dem Renault Kadjar wenig liegt, ist die wilde Hatz über Landstraßen. Überraschung? Keineswegs. Die komfortable Ausrichtung des SUVs wirkt im Allgemeinen eher angenehm als störend und wird durch den Allradantrieb mit hoher Fahrsicherheit verbunden. Dennoch sollte man vor stärkeren Kurven wissen, dass sich der Kadjar etwas behäbig zur Seite neigt. Unterstützt wird dieser Eindruck von seiner leichtgängigen, etwas taub wirkenden Lenkung. Dafür gibt er sich in der Stadt recht wenig auffällig.

Fazit – Der Alltag ist stressig genug

Termine, die Kinder von der Schule abholen, die Wochenendeinkäufe erledigen und noch schnell zum Baumarkt. Bei diesem Stress braucht man kaum ein Fahrzeug, das mit Straffheit und übertriebener Sportlichkeit nervt. Ganz im Gegenteil, man sucht eher nach einem Kandidaten, der einen unbehelligt jeglicher Widrigkeiten unterstützt. Dieser Kandidat könnte der Renault Kadjar sein. Sein komfortabler Gesamteindruck ist sehr angenehm, der Antrieb druckvoll und effizient. Zwar hat das SUV seine Eigenheiten, wie etwa die Bedienung mancher Elemente. An diese gewöhnt man sich aber schnell. Vor allem, wenn man die geheimnisvolle Ausstrahlung des Renault Kadjar betrachtet, mit der man sich überall sehen lassen kann.