Fahrbericht: Opel Adam Rocks

Fahrbericht: Opel Adam Rocks

Wer behauptet, es käme auf die Größe an, liegt bei Kleinwagen völlig richtig. Hier geht es ganz klar um die Größe. Besonders mir als Großstädterin ist es wichtig, flink, aber nicht zu gehetzt durch den oftmals aberwitzigen Stadtverkehr zu kommen. Und das geht nun mal mit einem dicken SUV wie zum Beispiel einem großen Jeep nicht so gut wie mit einem Kleinfahrzeug. Da lob ich mir den Opel Adam, den ich nun für zwei Wochen testen durfte, noch dazu in der Rocks-Version. Ordentliche Ausstattung und ungewöhnliche Annehmlichkeiten hatte der Opel Rocks zu bieten, meinem verwöhnten Großstädter-Ego hat das richtig gut getan.

Wer spielt hier? Karaoke unerwünscht?

In Diamond Yellow –  oder wie alle behaupten, in Senf-Gelb –  und dem farblich abgesetzten Dachpaket in Midnight-Black parkt der kleine Rocks vor meiner Tür. Unter seiner Haube: der 1.0 Liter Ecotec Direct Injection Turbo mit 115 PS und einem 6-Gang-Getriebe. Zugegeben: Schick. Nicht ganz meine Farbe, aber schick. Die bequemen Ledersitzen machen Eindruck. Und: Oh, Sitzheizung UND Lenkradheizung? Winter, du kannst mich mal gern haben, hier kommt der Opel Adam Rocks – der versteht mich.

Perfekt ausgerüstet für die zwei Testwochen, auch wenn das große Multifunktions-Lenkrad für den kleinen Opel viel zu groß wirkte. Schlüssel in das Zündschloss, Zündung an. Rot leuchtet mir das Display entgegen. Hui, ist aber eine Menge Informationen. Etwas weniger Zahlenklimbim auf den Anzeigen hätte mir auch gereicht. Aber er will einem halt viel erzählen, dieser Opel Adam Rocks. Das obligatorische Touchdisplay leuchtet ebenfalls auf und lässt sich wunderbar einfach bedienen. Mit dem Finger. Ist eh die beste Lösung. Kein richtiges Navigationsgerät an Bord – leider – wie auch schon im Opel Corsa bemängelt, „nur“ die BrinGo App für das eigene Smartphone. Dafür entschädigt der Sound aus den Boxen mit fetten Beats. Was mich jedoch verwirrte: Die Radio-Funktion weigerte sich immer wieder, bestimmte Sender zu spielen und „sprang“ einfach wild durch das Frequenzband. Natürlich stehe ich darauf, im Auto auch mal laut mit zu singen, aber muss man mir meine schlechten Gesangskünste gleich so undiplomatisch unter die Nase reiben? Einfach den Song abrupt abbrechen und zum nächsten Sender springen? Gemein, so was.

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Es macht Vroooommm.

Kaum Hubraum, aber Turboaufladung. Dank des sportlichen 115 PS-Turbomotors lässt sich der Opel Adam Rocks flott durch den Verkehr treiben und hinter dem Steuer kommt auch an tristen Tagen ein freudiges „VroomVroom“-Gefühl auf. Platz da, hier komme ich. Da wird der graue Alltag mit typisch Hamburger Schietwetter gleich viel netter. Kalte Finger an den kühlen Tagen? Kein Problem, dank dem beheizten Lenkrad. Bei Nullgraden ist diese Lenkradheizung einfach perfekt und ich will sie nicht missen. Wenn jetzt aus der Mittelkonsole noch der schön heiße Kakao gereicht würde, wäre auch das Schietwetter ganz schnell vergessen.

Guck, guck, wo bin ich?

Die Parkplatzsuche ist mit dem Opel Adam Rocks kein Problem. Auch kleine Lücken sind schnell in Beschlag genommen. Dank „Biep-Biep“ oder auch Einparkhilfe ist man schnell und problemlos in jeder Lücke, auch in der kleinsten. Ein Problem stellt höchstens das Wiederauffinden des kleinen Flitzers dar, denn er scheint mit Vorliebe Verstecken zu spielen. Oder ich muss es eingestehen und mit dem Alter kommt einfach die Vergesslichkeit beziehungsweise die Sehschwäche, denn abends nach Einbruch der Dunkelheit war der Kleine nicht immer sofort auszumachen und ich lief schon mal öfter einfach an ihm vorbei. In diesem Fall ist die Größe dann wohl doch wieder entscheidend. Trotzdem machte mir der laut Werbung jetzt Hipstern vorbehaltene Adam Rocks viel Spaß, auch beim Versteck-Spiel.

Beim alltäglichen Fahren von Zuhause zur Arbeitsstelle pendelte sich der Verbrauch bei rund 7,2 Litern ein. Durst hatte er, der Opel Adam, und das trotz Start&Stopp Funktion. Möglicherweise hält er sich doch eher für einen Rocker als für einen Hipster. Die trinken bekanntlich ja auch gerne mal einen über den Durst. Oder es lag einfach an den niedrigen Temperaturen während des Testzeitraums.

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Doch an der Tankstelle tut es dank seinem kleinen 35 Liter Tank zum Glück nicht so weh. Sie kennen diesen Witz mit den Benzinpreisen? Was juckt mich der Benzinpreis? Ich tanke immer für 20 €. Okay. Na gut, besser zurück zum Autotest. Bei der längeren Fahrt dann zin Richtung Heimat nach Rüsselsheim lieferte er dann auch einen ordentlichen Verbrauch zwischen 6,2 und 6,8 Litern ab. Geht doch. Kommt eben immer darauf an, was man mit dem „Kleinen“ macht. Logisch!

Da schleudert der Hippster

Ein wenig holprig wird es, wenn es um den Großeinkauf wird. Da kann man beim kleinen Opel Adam Rocks leider keine Höchstleistung erwarten. Mit 170 Liter Fassungsvermögen sind ausgedehnte Shoppingtouren leider nicht drin und auch die Mitfahrer werden hinten schon mal ein paar Beine kürzer gemacht. Es sei denn, sie gehören selbst zur Sorte „kleiner Mensch“. Viel Platzangebot hat der Opel Adam Rocks leider nicht zu bieten. Ein paar Ablageflächen gibt es, aber auch hier an manch unerreichbarer Stelle wie zum Beispiel der etwas zu weit hinten angebrachte Kaffeebecherhalter, an den der Fahrer ohne Hilfe nicht unbedingt wieder herankommt beim Fahren. Da ist kalter Kaffee quasi programmiert.

Wer sowieso keinen Kaffee trinkt, kann sich seinen eigenen Opel Adam Rocks zusammenstellen, wie er mag, denn die große Anzahl an Individualisierungsmöglichkeiten bietet fantasievollen Interessenten viele Möglichkeiten. Während der Opel Adam bei flockigen 11.750 Euro anfängt, muss man für den Basis-Rocks bereits 15.990 Euro hinblättern. Hier hat man dann aber „nur“ 51 kW (70 PS) mit einem 5-Gang-Getriebe unter der Haube. Für die Stadt reicht das aber locker, denn flotte Überholmanöver sind da ja meistens sowieso nicht drin.

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Fazit

Der Opel Adam Rocks macht Spaß und fällt auf, besonders in einer seiner tollen Farben. Für die Stadt ist er perfekt geeignet und wenn man auch auf das eine oder andere Assistenzsystem verzichten könnte, ist es doch schön, sie zu haben. Sicherheit geht ja bekanntlich immer vor. Wer ein wenig darauf achtet, schafft es sicherlich auch, seinen Rocker-Durst zu zügeln. Mit dem Opel Adam Rocks hat man nicht nur einen ansehnlichen Zeitgenossen, sondern auch einen, der dem Alltag nochmals den oft fehlenden Pep verleiht. Denn er macht sowohl in als auch außerhalb der Stadt Spaß und zeigt, was flottes Touren sein kann, auch ganz ohne Hipster als Beifahrer.

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Simone Amores
Autos waren schon immer meine Passion, aber erst vor ein paar Jahren fing ich damit an, auch darüber zu berichten. Als freie Online-Journalistin genieße ich die Zeit auf vier Rädern so oft es geht. Neben dem modeln und reisen surfe ich aber auch gerne auf der virtuellen Welle. Frei nach dem Motto: „Lieber dauernd online als ständig von der Rolle.“

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