G-Ländewagen: Der Mercedes-Benz G 350 BlueTec

G-Ländewagen: Der Mercedes-Benz G 350 BlueTec

Die Mercedes-Benz G-Klasse bringt seit 1979 Offiziere in militärische Krisengebiete, Scheichs zur Beizjagd in die Wüste, Jäger zu den Wildsauen in ihrem Revier und Hollywood-Stars in die nächste exklusive Shopping Street. Die G-Klasse ist der deutsche Ur-Meter aller modernen Geländewagen und damit nach 34 Jahren Bauzeit so etwas, wie der Dinosarier im Zeitalter der weichgespülten SUV-Säugetiere. Dabei wurde der knapp zwei Meter hohe Kohlenkasten mehrfach modellgepflegt und immer an die geänderten Bedürfnisse seiner Käufer angepasst. Doch im innersten seines Herzens ist das G-Modell immer eines geblieben: Ein rustikaler Geländewagen.

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Das beweist auch die Ausfahrt im aktuellen G 350 BlueTEC.

Seit 2010 stellt der in diesem Modell verbaute 3,0-Liter-V6-Dieselmotor mit abgasreinigender Harnstoffeinspritzung den Einstieg in die G-Welt dar. Doch mit aktuell 85.311,10 Euro ist der Begriff „Einstiegsmodell“ relativ. Man muss sich eines der geländegängigsten im freien Handel erhältlichen Fahrzeuge eben leisten können, aber auch wollen. Denn im Vergleich zu den gängigen SUVs will der G kein Kompromiss zwischen Fahrdynamik, Lifestyle und Umweltverträglichkeit sein. G, das steht für Geländewagen und bedeutet eben auch, trotz etlicher moderner Sicherheitsausstattungen, wie ABS, ASR, ESP, 4ETS und sechs Airbags, eine sehr urwüchsige Fortbewegung auf einem Leiterrahmen mit permanenten Allradantrieb und drei separat sperrbaren mechanischen Differenzialen.

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Mit einem cw-Wert von 0,54 ist natürlich auch der Vortrieb trotz 211 PS nur beschränkt dynamisch. Ab 140 km/h spürt man auf dem mit feinstem Leder bezogenen Kutschbock, dass die 540 Newtonmeter langsam, aber sicher den Kampf gegen den Luftwiderstand verlieren. Die eingetragene Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h wird zwar erreicht und auch ein wenig mehr, doch das ist ein mühsamer Weg, der nur unnötig den Verbrauch des Selbstzünders in die Höhe treibt. Die außerstädtisch versprochenen 9,8 l auf 100 km können sich dann auch schnell mal verdoppeln. BlueTec hin, Piezo-Einspritzdüsen her – ein Spritsparwunder wird das G-Modell in diesem Leben nicht mehr.

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Doch wer eine solche fahrende Schrankwand sein Eigen nennt, kümmert sich nicht um Kraftstoffverbräuche, sondern genießt die Souveränität, mit der ein G einen durch den Alltag bringt. Im wahrsten Sinne des Wortes schwebt man über den Dingen. BMW X5, Audi Q7 oder die konzerneigene M-Klasse verkommen aus dem Blickwinkel des G 350 BlueTec zu Kleinwagen und wenn man aus dem G herabsteigt und die Türe schließt, bekommt der Begriff Wertigkeit eine ganz neue Bedeutung. Hier fällt mit einem wunderbar satten Geräusch eine Tresortüre ins Schloss und man bekommt den Beweis: Eine G-Klasse ist jeden Cent wert. Das zeigt auch ein Blick in die diversen Online-Gebrauchtwagen-Portale, denn man könnte bei dem gebotenen Preisgefüge fast vermuten, dieses Urgestein ist eine rollende Wertanlage.

Bis 2020 bleibt die G-Klasse noch im Programm. Das hat der Stuttgarter Konzern im vergangenem Jahr verlautbaren lassen. Militärs, Scheichs, Jäger und die Welt des Glamours werden es danken, denn mit keinem anderen Fahrzeug erhält man beim Kauf gleichzeitig auch ein Stück erlebbare Automobilgeschichte.

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Axel Griesinger
Eigentlich wollte ich Auto Designer werden. Eigentlich würde ich gerne eine private Autosammlung eröffnen. Eigentlich war ich während meiner Schulzeit verdammt schlecht in Deutsch. Eigentlich verstehe ich bis heute nicht, warum ich so gerne über meine Erlebnisse in allem, was vier Räder und einen Motor hat, berichte. Eigentlich könnte ich den ganzen Tag Auto fahren, weil es einfach Spaß macht.