HONDA Jazz Hybrid im ersten Fahrbericht.

Der HONDA JAZZ – bekannt von vielen Supermarkt-Parkplätzen in der Vorstadt und auch oft vor den örtlichen Kindergärten gesehen, kommt nun in einer neuen Variante:  Dem Hybriden.

In dieser  neuen Variante – dem „HONDA JAZZ HYBRID“  wird  (ähnlich wie der bereits vor einiger Zeit von uns gefahrene HONDA CR-Z)  nun  auch in dieser Variante der 1.3l 4 Zylinder VTEC Motor mit einem 14PS starken Elektromotor kombiniert.   Was ich in der Verbindung mit dem sportlichen CR-Z  noch als magere Motorisierung  bezeichnet habe, trifft im Umfeld des wesentlich praktischeren, weil vielseitigeren,  HONDA JAZZ auf eine stufenlose Automatik anstelle eines Schaltgetriebes und wird mit deren Hilfe zu einer 99%ig sinnvollen Lösung.

Natürlich sind der  HONDA CR-Z und  der HONDA Jazz nicht für die gleichen Aufgaben gebaut worden. Der CR-Z ist anders als der JAZZ nur als Hybrid auf dem Markt und somit ein kleines, handliches und durchaus noch sportliches Coupé für Singles und Ehepaare ohne Kinder –  aber eben mit einem grünen Gewissen. Der JAZZ  (in den USA und Asien unter dem Namen Fit am Markt) ist an sich kein neues Auto. Ganz im Gegenteil. Der HONDA JAZZ kam bereits 2002 auf den dt. Markt. An dieser Stelle hilft der schnelle Blick in die Online-KFZ-Börse und man stellt fest, im Vergleich zu den üblichen Verdächtigen überzeugt der JAZZ mit erfreulicher Wertstabilität.

Und wer damals in den ersten Tests sehr überzeugt vom praktischen Japaner war, ist eine Truppe der ich das nicht zugetraut hätte 🙂 – Die Jungs von TopGear. (klick,  klick,  klick – aber erst hier fertig lesen!!) 🙂

Doch zurück zum aktuellen  HONDA Jazz in der von uns gefahrenen Version als HYBRID.

Können Sie sich so einen Hybriden JAZZ als Taxi vorstellen?

Nein? Konnte ich mir zuerst auch nicht.

>> Nachtrag | Der HONDA JAZZ Hybrid wurde zum „Taxi des Jahres 2011“  gekürt.

Denkt man jedoch an die vollen Innenstädte und den Wunsch vieler Taxifahrer an die Flexibilität der Droschke, so wird schnell klar: „Wirtschaftlich und Flexibel muß die Fuhre sein und das paßt.“ Der JAZZ bietet den in der 2.ten Reihe eingestiegenen Mitfahrern weit öffnende Türen (fast im 90° Winkel) und eine – gegenüber vielen klassischen Limousinen- erhöhte Sitzposition.  Damit wird der HONDA Jazz vom „Taxi Mama“ zum alltagstauglichen Transport-Profi.  Mit seinen bis zu 1.320 Liter Kofferaumvolumen  und der Möglichkeit aus Rücksitzbank und Beifahrersitz eine nahezu ebene Durchreiche bis zum Armaturenbrett zu gestalten, wird der neue HONDA JAZZ zum besten Freund – nicht nur wenn der nächste Besuch im schwedischen Möbelhaus ansteht.

Fast 90° Öffnungswinkel

Die stufenlose Automatik ist noch immer die vermutlich dämlichste Lösung wenn man eine Automatik in ein Auto verbaut, aber in der Kombination mit einem Drehmomentstarken Elektromotor wird das unter starker Last nervige aufheulen des Motors auf ein Minimum reduziert. Gerade im bevorzugten Umfeld des Jazz Hybrid, der Stadt, überwiegen somit die Vorzüge einer Automatik – selbst in der stufenlosen Form.

Wie beurteile ich nun persönlich den variablen Japaner?

Äußerlichkeiten:

Sind wir ehrlich, Emotionen wecken kann diese Form nicht. Auch der Instinkt hier ein kleines zartes Pflänzchen zu schützen und vor den Widrigkeiten des täglichen Straßenverkehrs zu bewahren, schlief beim Anblick des im ausgefallenen grün lackierten Japaners, friedlich vor sich hin.  Aber zum ehrlich sein gehört auch zu bemerken das es keine Punkte am Fahrzeugdesign gibt, die derart störend sind, dass man mit ungläubigen Blick daran hängenbleibt.  Sagen wir es so: Der HONDA JAZZ ist gefällig designed. Und gerade in der HYBRID Version mit dem abgeänderten Kühlergrill muß man ihn nicht vor den Nachbarn verstecken.

Innere Werte:

Mit jeder Generation verlieren die Japaner ein Stück vom alten Eindruck der lieblosen und grauen Innenräume.   Nein, der JAZZ ist kein Oberflächen-Haptik-Einrichtungshaus im Stile von Rolf Benz, aber er ist auch kein Sconto-SB Markt mehr. Natürlich bleibt in dieser Klasse der praktischen und preiswerten Kleinwagen immer eine Möglichkeit der Verbesserung. Es ist immer eine Frage der persönlichen Wertung. Nun bin ich wahrlich kein Freund japanischer Kleinwagenkultur, doch ich war auch vom Innenraum positiv überrascht. Als Beispiel sei das Lenkrad genannt. Griffig dank des verwendeten Materials und der nicht zu dünnen Ummantelung. Könnte glatt Leder gewesen sein.  Aber auch das Armaturenbrett besteht nicht mehr aus billigem Hartplastik, sondern ist ein weiches geschäumtes und knarz freies Stück Heimat für die ansprechend gestalteten Armaturen.

Der Motor:

4 Liter Hubraum verteilt auf 8 Zylinder und die Trompeten von Jericho sind nicht an Bord.  Um ganz ehrlich zu sein. Mich interessiert weder der Sound noch das Prinzip des kleinen Dingens unter der vorderen Haube. Das kleine Dingens hat einen 14PS starken  E-Motor zur Seite gestellt bekommen und wurde an eine stufenlose Automatik montiert. Somit macht das kleine Dingens was man von ihm erwartet: Es bringt den HONDA JAZZ HYBRID von A  nach B. Das tut das kleine Dingens wirtschaftlich. Auf der von mir gefahrenen kurzen Runde waren 5.2l  (auf 100) das Ergebnis. Das ist an dieser Stelle angemerkt weder der angegebene Verbrauch noch besonders belastbar als Aussage, da die zur Verfügung stehende Zeit keine ausführliche Eingewöhnung auf den HYBRID und seine stufenlose Automatik erlaubte und zudem einige Passagen auf der kurzen Strecke mit Beschleunigungsversuchen absolviert wurden, die im Alltag vermutlich eher selten auf dem Plan stehen.  HONDA selbst gibt den JAZZ HYBRID mit 4.5l/100km an. Klingt für mich glaubwürdig. Zumal der HONDA JAZZ HYBRID über eine „ECON-Taste“ verfügt, mit deren Hilfe der Verbrauch durch eine Art elektronische Baldrian Pille die Steuerung von Motor und Getriebe verändert. Gerade für das stufenlose Getriebe bedeutet das einen Gewinn und rein vom ersten Eindruck wird der JAZZ durch diese Taste ein wenig „hybridiger“. Den tatsächlichen Erfolg der „Spritspar-Taste“ müßte man in einem ausführlichen Fahrtest klären.

Das Getriebe:

Der HONDA JAZZ hat ein stufenloses Getriebe. Mehr will ich dazu gar nicht sagen. Doch. Ich hasse diese Art der Getriebe. Ja, es ist praktisch. Ja, es kann gerade im städtischen Einsatzbereich glänzen. Ja. Ja. Ja. Aber ich hasse dieses aufheulen wenn man das Gaspedal auf das Bodenblech nagelt und „vollen Schub“ abruft. Im täglichen Berufsverkehr, beim pendeln auf die Arbeit oder dem Heimtransport der neuen Möbel wird man freilich diese Seite des Automatikgetriebes nicht erleben. Mein persönlicher Wunsch wäre dennoch eine andere Lösung.

Fazit:

Der HONDA JAZZ HYBRID ist eine Überraschung.

Ich persönlich stehe auf 2 extreme im Automobil-Bereich: Entweder muss das Auto besonders clever sein, oder besonders unsinnig. Autofahren ist für mich heute noch immer eine Sache die viele Emotionen weckt und auch befriedigt. Was weckt oder befriedigt der HONDA JAZZ HYBRID? Ist der Jazz besonders clever oder eher unsinnig oder einfach nur langweilig?

Für mich ist das Ergebnis klar, der JAZZ HYBRID ist clever. Mit seinem variablen Sitzkonzept und dem luftigen Innenraum ist der Jazz nicht nur für die beiden Extreme, Rentner oder junge Familien interessant, sondern auch für alle die ein Fahrzeug suchen, welches hohe Ansprüche an Praktikabilität und Ökonomie erfüllt.

HONDA Jazz Hybrid im ersten Fahrbericht

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger