Test: Honda HR-V Diesel

Test: Honda HR-V Diesel

Test: Honda HR-V Diesel Stefan Beckmann

Test-Bewertung

Dynamik
Komfort
Emotionen
Multimedia
Sicherheits- und Assistenzsysteme
Preis und Leistung

Summary: Feiner und eleganter Crossover kommt leider viel zu spät

3.8

Fahrzeug und Motor - Beste Synergie

Benutzerbewertung: 4.4 (1 Stimmen)

Seit September 2015 ist der japanische Automobilhersteller auch in der Welt der Crossover angekommen, meint man. Trugschluss ! Denn Honda bot mit dem HR-V der ersten Generation bereits 1999 einen Mini SUV an, der als legitimer Vorgänger des ab Dezember 2013 in Japan angebotenen VEZEL gilt. Damals noch als High Rider Vehivle (HR-V). Basierend auf der gleichen Plattform des Honda Jazz stellt sich nun der HR-V seinen Mitbewerbern im viel umkämpften Markt der Crossover. Mit chicem Außenkleid, effizienten Motoren und Fahrerassistenzsystemen soll der Neue der zuletzt weniger präsenten Marke wieder zu mehr Standing verhelfen. Was er mit seiner frischen Frontpartie verspricht, denn die passt sehr gut zum Markenbild. Optisch führt sie ihn in die Reihe mit dem Jazz, Civic und CR-V. Die Japaner lassen die Preisliste mit der Dieselmotorisierung  bei 23.190 Euro starten.

Testbericht: Honda HR-V Elegance 1.6 i-DTEC

 Wiederbelebter Crossover mit Dieselpower

Chices und zeitgemäßes Design.

Sein zeitgemäßes Äußeres zeigt das als ausschließlich fünftüriges Modell erhältliche Fahrzeug in der sportlichen Darstellung der Honda-Familie. Rein von seinen Abmessungen passt er geradewegs in das Segment der Crossover. Die Front des Japaners formen unter anderem breite zu den Seiten hochgezogene Schürzen. Herausragend wird das „H-Mark“ vom Kühlergrill umfasst, dazu setzen sich die seitlichen Rundungen der Frontscheinwerfer in einer virtuellen Linie über die gesamte Fahrzeuglänge fort. Bogenförmig endet sie vor den Heckleuchten, wo sie kurz nach oben zieht. Markant am Heck sind seine Scheinwerfer, die dem HR-V einen dynamisch sportlichen Auftritt geben. Durch die fest mit dem Dach verbundene Dachreling verbessert sich der Crossover um einige Punkte beim Thema Aerodynamik. Der Wagen ist zudem mit knapp 1,78 Meter Breite und 1,60 Meter Höhe schmaler und niedriger im Vergleich zu den Mitbewerbern. Seine optimierte Windschlüpfrigkeit macht sich beim Kraftstoffverbrauch (4,0 Liter im Normtest) und Abgasemission (104 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer) positiv bemerkbar. Die im Labor gefahrenen Werte konnten wir während unserer Testphase nicht erreichen. Gründe sind dabei das hohe Verkehrsaufkommen des Rhein/Main-Gebietes und das generell selbstsichere Fahrgefühl, das uns der HR-V in Kombination mit dem Honda bekannten Fahrwerk (eine Federbein-Aufhängung vorne und eine Verbundlenkerachse hinten) und seiner durchaus direkten Lenkung vermittelt.

Schmaler und niedriger als die Wettbewerber.

Geräumiger Innenraum

Bei einer Fahrzeuglänge von 4,29 Metern finden bis zu fünf Personen bequem Platz. Leider hält auf der ein oder anderen Fläche Hartplastik Einzug, das aber mit einer guten Verarbeitungsqualität einher geht. Blickfang und Schaltzentrale im klar strukturierten Cockpit  ist sein Navigationssystem Honda Connect. Eine gute Rundumsicht sorgt darüber hinaus für ein großzügiges Raumgefühl. Das bereits im Jazz und Civic angewandte Sitzsystem Magic Seats® gibt dem Fahrzeug nicht nur eine große Ladeflexibilität. Es verschafft gerade den Passagieren im Fond große Beinfreiheit. Mit dem Verlegen des Tanks unter die Vordersitze lassen sich die hinteren Sitze zur Kinobestuhlung hochklappen oder sie bilden eine gerade Ladefläche. Durch diesen Klappmechanismus wächst das Laderaumvolumen von 470 Liter auf mehr als großzügige 1.533 Liter, rechnen wir das clever versteckte Unterfach mit.

Navigation als Schaltzentrale.

Power Diesel mit 1.6 Liter Hubraum

Als Urban Vehicle und Fahrzeug für den ländlichen Verkehr gleichermaßen ist der japanische Crossover sehr flott unterwegs. Enge Passagen in der Stadt, aber auch schnelle Spurwechsel bilden zu keiner Zeit eine Herausforderung für den HR-V. Seine Lenkung ist ausgesprochen spursicher ausgelegt, so dass in der Stadt auch dank seines kleinen Wendekreises ein sehr entspanntes Fahren und Einparken möglich ist. Das Bewältigen von nicht befestigten Wegen ist auch kein Problem für den Crossover. Der von uns getestete 120-PS-Diesel treibt bei viel Fahrspaß immer wieder ein Lächeln in unsere Gesichter. Mit einem maximalen Drehmoment von 300 Newtonmeter bei 2.000 Umdrehungen kann der Motor jederzeit und ohne Schwierigkeit locker noch einmal intensiv nachlegen. Allerdings fällt uns das laut knurrende Aggregat bei „Kaltphasen“ unangenehm auf, einmal „warm“ gefahren, besticht er auf Autobahnfahrten mit einer gewissen Laufruhe. Kombiniert mit dem Sechs-Gang-Schaltgetriebe lässt sich der japanische Crossover zwar effizient durch den urbanen Verkehr steuern, dennoch ist jeder Gangwechsel ein wenig hakelig.

Diesel aus der Earth Dreams Technology.

Fahrerassistenzssteme im Trend

Ab Werk kommt der HR-V mit einer reichhaltigen Serienausstattung daher. Für die Basis „Comfort“ listet Honda auf: einen ECON Modus, Kollisionswarnsystem, Sitzheizung vorn für Fahrer und Beifahrer, eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Bordcomputer und eine nützliche Coming-/Leaving-Home Begleitlichtfunktion. In der von uns gefahrenen mittleren Ausstattung „Elegance“ sind eine Klimatisierungsautomatik mit Zwei-Zonen-Reglung und dem Infotainment System Honda Connect mit Bluetooth®-Schnittstelle und USB-Anschluss an Bord. Hinzu kommen Nebelscheinwerfer, Lenkrad und Schalthebelknauf in Leder sowie 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Als Hersteller, der auf Innovation und Funktionalität setzt, punktet Honda im Bereich Fahrerassistenzsysteme. Demnach sind in unserem Testwagen „Elegance“ eine adaptive elektrische Servolenkung, Berganfahrhilfe (Hill Start Assist), City-Notbremsassistent, Fahrlichtassistent, Spurhalteassistent, intelligenter Geschwindigkeitsbegrenzer gekoppelt mit dem Verkehrszeichenerkennungssystem serienmäßig enthalten.

Schöne Heckansicht.

Niedriger Einstieg

Der HR-V, den es ausschließlich als Fronttriebler gibt, ist ab einem Preis von 23.190 Euro zu haben. Dafür bietet Honda einen Motor der Eath-Dreams-Technology Aggregate, den 1.6-Liter i-DTEC® mit 88 kW (120 PS). Diese Motorisierung ist nur mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe kombinierbar. Die Benzinmotorisierung hingegen wartet mit dem 1.5 i-VTEC® mit der Leistungsstufe 96 kW (130 PS) auf, zu bestellen mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder per Aufpreis mit einem CVT-Automatikgetriebe. Der Preis hierfür liegt bei 1.300 Euro. Der Basispreis steht bei 20.490 Euro. Die Preisunterschiede zwischen den drei Ausstattungslinien Comfort, Elegance und Executive mit 2.450 Euro bzw. 3.750 Euro sind moderat gehalten.

Crossover mit großem Auftritt.

Fazit: Mit der Kombination Raum- und Nutzangebot arbeitet sich der HR-V sehr gut in das Segment der Crossover ein. Sein zeitgemäßes Design und die Dieselmotorisierung sind jedoch verglichen zum Benziner die bessere Variante.

Motor und Getriebe

+

Honda

HR-V 1.6 i-DTEC

Motor R4, Diesel
Hubraum 1.597 ccm³
Leistung 120 PS @ 4.000 U/min
Kraft 300  Nm @ 2.000 U/min
Getriebe Sechs-Gang-Schaltgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

Abmessungen und Fahrleistungen

+
Länge, Breite, Höhe 4.294, 1.772, 1.605   mm
Radstand 2.610 mm
Leergewicht 1.395 kg
Wendekreis 11,4 m
Höchstgeschwindigkeit 192 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 10,1 sec
Normverbrauch 4.0 l/100 km

Verbrauch im Test

+
Alltagsfahrer 5.2 l / 100 km
Öko-Experte 4.2 l / 100 km
Außendienst-Modus 5.8 l / 100km

Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (HONDA MOTOR EUROPE) – Beitragsbild: Hersteller (HONDA MOTOR EUROPE)