Zurück in die Zukunft: Der Fiat 124 Spider

Zurück in die Zukunft: Der Fiat 124 Spider

Wir denken zurück an die goldenen Tage, als Fiat noch viel Amore, Stil und sogar Sportsgeist verkaufte. Damals durfte ein flottes Cabriolet im Portfolio natürlich nicht fehlen und so kam es, dass die Italiener 1966 den Fiat 124 Spider auf den Markt brachten. Bis 1985 wurde der hübsche Roadster in verschiedenen Ausbaustufen gebaut. Seinerzeit reichten 90 PS noch für flotte Fahrleistungen, doch das ist mittlerweile vorbei. Außerdem ließen die Italiener den Urahn 1985 auslaufen, ohne ihm einen würdigen Nachfolger zu spendieren. Fiat wurde sonderte sportliche Modelle immer weiter aus, bis das Label Abarth wiederbelebt wurde.  Das hat nun ein Ende: Der neue Fiat 124 Spider will da ansetzen, wo das alte Modell aufgehört hat und neben dem typischen „dolce vita“-Feeling auch den puristischen Fahrspaß nicht zu kurz kommen lassen. Und das klappt bestens – sogar ohne die Abarth-Plakette.

Heutzutage ist es fast undenkbar, dass ein Erfolgsmodell keinen würdigen Nachfolger bekommt. Doch Mitte der 1980er Jahre endete die Ära der schönen italienischen Cabriolets jäh. Zwar gab es Mitte der 1990er Jahr den Fiat Barchetta, der sogar recht erfolgreich war, aber so recht passte er nicht ins Schema des 124. Das hat sich mit der Einführung des neuen Fiat 124 Spider geändert, die am 18. Juni stattfand. Welch Segen! Schließlich will der kleine Italiener nicht nur mit seinem Äußeren, sondern auch mit seinen Fahreigenschaften punkten. Werfen wir aber zunächst einen Blick auf das Blechkleid des neuen Roadsters.

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Kurvige Landstraßen sind sein Revier: Der neue Fiat 124 Spider

Design – Vorsichtiger Retro-Chic

Frisch und modern flirtet der 124 Spider mit der Außenwelt, versäumt es aber nicht, auf etwas Retro-Charme zurückzugreifen. Warum auch nicht, schließlich funktioniert das beim Fiat 500 bestens. Doch ganz so nah am der Historie ist der Roadster dann doch nicht gebaut, sondern setzt gekonnt auf Ähnlichkeiten zum Klassiker. Diese zeigen sich etwa an der Front, die mit ihren mandelförmigen Scheinwerfern die Strahler des Urmodells nachahmen will. Auch die separierten Blinker passen in dieses Bild und rahmen den sechseckigen Kühlergrill ein, der ebenfalls eine Reminiszenz an den Ur-124 darstellt. Hinzu gesellt sich das Fiat-Wappen, das von einem historischen Logo herrührt und eine selbstbewusste Größe zeigt.

Erinnerungen weckt auch die Seitenlinie des neuen Italieners: Zwar kann man dem neuen Fiat 124 Spider klassische Roadster-Proportionen – eine lange Hauben-Partie und ein kurzes Heck – zuschreiben, doch finden sich auch hier Stilelemente des Oldies. Beispielsweise erinnert der elegante Hüftschwung, ausgehend vom Türgriff bis hin zu den Rückleuchten, an das Ur-Modell. Schade nur, dass er – je nach Farbe – etwas untergeht. Am Heck nennt Fiat als Parallele die waagerecht angebrachten Rückleuchten, doch das scheint etwas weit hergeholt.

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Klassischer Hüftschwung als Reminiszenz an das Ur-Modell

Schön ist aber dennoch die Eigenständigkeit des Roadsters, schließlich hat er nicht ausschließlich italienische Gene in sich. Als Basis dient der aktuelle Mazda MX5 – und das tut dem Fiat 124 Spider richtig gut, was die gekonnten Proportionen und das Konzept anbelangt. So bietet der offene Zweisitzer etwa einen brauchbaren Kofferraum, in dem man gerne zwei Wasserkisten transportieren kann. Außerdem passt die Sitzposition: Sowohl Groß, wie auch Klein finden auf den Stühlen angenehm Platz. Leider ist das Lenkrad nicht in der Weite, sondern nur in der Höhe einstellbar, doch das lässt sich recht schnell verschmerzen.

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Innen zeigt sich die Verwandschaft zum Mazda MX5

Innenraum – Wie ein Lederhandschuh

So nimmt man also auf gut geschnittenen Ledersitzen Platz, die zur Lusso-Ausstattung – also der höheren der beiden aktuellen Ausstattungsvarianten – gehören , Platz. Die Sessel bieten einen guten Kompromiss aus sportlichem Halt – der für meinen Geschmack noch etwas ausgeprägter sein dürfte – und Komfort. Und auch sonst liegen alle Bedienelemente gut erreichbar: Der Schaltknauf fällt fast von selbst in die Hand und auch das Infotainment, das vom japanischen Plattformspender stammt, lässt sich nach kurzer Eingewöhnung blind bedienen. Schade nur, dass der Lautstärke-Regler auch auf der Mittelkonsole und nicht am Armaturenbrett sitzt, da man hier intuitiv gerne mal daneben greift. Doch die Eingewöhnung ist kurz und als Alternative steht noch das leicht bedienbare Multifunktionslenkrad bereit. Ansonsten haben die Italiener nicht viel gegenüber dem MX5 geändert. Die Materialien sollen feiner sein und das Ambiente mehr „Emozione“ bieten. Davon merkt man nicht sehr viel, da auch der Mazda eine sehr ordentliche Basis stellt. Allerdings fehlt es an Ablagen für den alltäglichen Krimskrams. Das Handy? Bleibt dank Bluetooth-Verbindung besser in der Hosentasche. Ansonsten fliegt es aus dem Fach in der Mittelkonsole und damit um Innenraum umher. Neben diesem Fach bietet der Fiat noch ein paar Ablagen in der Mittelkonsolen, doch diese sind recht klein und nicht unbedingt praktisch zu erreichen. Auf ein Handschuhfach verzichtet der Fiat 124 Spider gänzlich.

Von der praktischen Seite zeigt sich der 124 aber bei der Dachkonstruktion. Nein, das Stoffverdeck bietet keinen elektrischen Antrieb – und das ist auch gut so, pflegte einst ein charismatischer Politiker zu sagen. Zum Öffnen heißt es schlicht und ergreifend: Hebel ziehen und die leichte Konstruktion einfach nach hinten werfen. Dann mit einem sanften Ruck arretieren – fertig. Der Schließvorgang gehen genauso leicht von der Hand und ist in „Windeseile“ erledigt. Zum Öffnen oder Schließen benötigt man etwa fünf bis sieben Sekunden – je nach Dringlichkeit. Das soll mal ein elektrisches Verdeck nachmachen, zumal es ein paar Kilo mehr auf die Waage bringt.

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Kurvige Landstraßen sind das Zuhause des Fiat 124 Spider

Fahreindrücke – Born to drive

Um sein Gewicht muss sich der 124 Spider aber keine Sorgen machen. Etwas über 1.100 kg wirft er ins Spiel. Damit haben die 140 PS natürlich leichtes Spiel und treiben den Roadster zügig voran. Zusammen mit dem agilitätssteigernden Heckantrieb ergeben sich damit flotte Fahrleistungen. Aus dem Stand auf Tempo 100 benötigt der Zweisitzer gerade einmal 7,5 Sekunden und lässt es erst bei 217 km/h bewenden. Doch diese Stammtischwerte sind nicht das, was den Italiener ausmacht.

Da das Windschott recht klein geriet, weht der Wind bei zügigem Tempo durchaus vehement ins Fahrzeuginnere. Gut so! So fühlt man sich viel näher mit der Natur und dem Fahrerlebnis verbunden und ist nicht so stark vom Geschehen entkoppelt, wie man es von anderen Fahrzeugen kennt. Und um möglichst viel davon zu genießen, empfehle ich Zwischenspurts auf winkligen Landstraßen. Der 1.4 Liter Turbo drückt seine 240 Nm bei rund 2.200 Umdrehungen in der Minute auf die Hinterachse und macht Überholvorgänge auf der Landstraße zum echten Vergnügen. Dabei röhrt der Fiat 124 Spider angenehm und vernehmlich aus seinen beiden Endrohren. Meiner Meinung nach dürfte es ruhig etwa ungestümer sein – aber Schwamm drüber. Die Lösung dafür ist ein beherzter Griff zum Schaltknauf des Sechsgang-Getriebes. Trocken und sauber rücken die Gänge in ihre Gassen und benötigen dafür nur kurze Wege. Genau so wünscht man sich eine Schaltung.

Besonders, da der 1.4er bei Laune gehalten werden will. Mit 30 km/h im dritten Gang eine Bergstraße im Rheingau erklimmen? Das wird schwierig. Also schnell einen Gang runterschalten und das Aggregat bis rund 5.000 Touren drehen lassen, bevor man das nächste Zahnrad bemüht. Unterwegs seziert man nahezu telepathisch die nächste Kurve, da die Lenkung eins mit dem Fahrer und seinem Popometer wird. Sauber zieht der Fiat 124 Spider seines Weges und bietet angenehme Rückstellkräfte gepaart mit einem sauberen Feedback. Dabei nervt der Italiener nicht mit Nervosität, sondern bietet genau die richtige Dosis an Präzision, die man sich wünscht. Hinzu kommt der Heckantrieb: Beherzt mit Vollgas in die Kurve – und zack – rückt das Heck für eine Millisekunde nach außen, bevor die Elektronik sanft eingreift. Ein herrliches Vergnügen.

Preise – gut verdaulich

Herrlich ist auch, dass dieser Fahrspaß recht erschwinglich erscheint. 23.990 Euro verlangt Fiat für die bereits ordentlich ausgestattete Basis. Sie bietet Nettigkeiten, wie eine Klimaanlage, ein MP3-fähiges Radio, 16-Zoll-Leichtmetallräder oder eine Geschwindigkeitsregelanlage. Die „Lusso“-Variante kostet 26.490 Euro und hält eine Lederausstattung, eine Klimaautomatik, 17-Zoll-Alufelgen und eine aufgewertete Optik parat. Das empfehlenswerte Infotainment addiert nochmals 1.000 Euro hinzu. So ist man mit rund 27.500 Euro dabei. Klingt nach viel, besonders, da Mazda den MX5 mit dem 131 PS starken 1.5 Liter Aggregat ab 22.590 Euro anbietet. Doch dieser Saugmotor wirkt weniger sportlich. Der Fiat 124 indes bietet mit dem Turbo – wenn er seinen vollen Schub abgibt – einen nachdrücklicheren Vorwärtsdrankg. Damit relativiert sich der moderate Aufpreis für den Italiener und zeigt, dass Fiat ein wirklich guter Roadster gelungen ist.

Fotos: Marc Frauendorf

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Adam Meyer

Ich bin vernarrt in Autos, seit ich denken kann. Bereits im Alter von vier konnte ich alle Autos mit Marke und Typ benennen. Eine Krankheit, die mich begeistert und meine Umwelt auch mal zu Tode nerven kann… :)
So hat es sich schließlich entwickelt, dass ich zum Schreiben über die blechgewordenen Träume gekommen bin.

Von SUV bis zum Kleinwagen, vom Supersportler bis zum Vernunftsdiesel – ich halte Euch mit News und Fahrberichten auf dem Laufenden und freue mich über Eure Anregungen, Wünsche und Kritik!

Lebensmotto: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen als durch noch mehr Hurbaum!

Erste Fahrt: VW Nutzfahrzeuge Crafter Derivate

VW Nutzfahrzeuge Crafter Derivate Fahrbericht

Mit seinen Derivaten so flexibel wie noch nie

Mehr als 40 Jahre Know-how im Bau von Nutzfahrzeugen legt der Volkswagen Konzern mit seiner Sparte aus Hannover an den Tag. Dass sie das auch alleine können, beweisen die Hannoveraner seit diesem Jahr ohne die Kooperation mit Mercedes-Benz. Innerhalb von 28 Monaten stampfte VW ein komplett neues Werk in Polen aus dem Boden, um den Ansprüchen und Wünschen seiner Kunden zu genügen. Denn mit dem neuen Crafter möchte man auch neue Wege zum Thema Konzeptionierung und Entwicklung gehen. Eine Symbiose aus Produktfokussierung und Kundenorientierung soll gefunden werden. Kurz und gut: VW möchte den Crafter so flexibel wie möglich seinen Kunden, ob Klein-, Mittelgroßer- oder Großkunde präsentieren. Ein hohes Maß an Fahrerassistenz- und Komfortsystemen stecken in dem „Nutzler“ aus Hannover, die das Arbeiten mit und um das Fahrzeug erleichtern werden. Der Transporter stellt sich in den Showroom der Händler in vier „Grundbaukästen“ mit 3 unterschiedlichen Längen und Höhen sowie zwei unterschiedlichen Radständen. Daraus ergeben sich 69 Derivate, deren Einstiegspreis mit der kleinsten Motorisierung und Ladekapazität bei 33.815 Euro beginnt. 

Keine Angst vor selbstständiger Entwicklung

Entgegen alle Erfahrungen mit Kooperationen von Kompetenzpartnern trennte sich Volkswagen Nutzfahrzeuge von seinem langjährigen Partner aus Baden Württemberg und stemmt die Sparte Kleintransporter um den Crafter vollkommen aus einer Hand. Im eigens in Polen neu errichteten Werk, das in einer Rekordzeit von nur 28 Monaten hochgezogen wurde, will Volkswagen bis 100.000 Fahrzeuge (inklusive aller Spezialfahrzeuge) produzieren und weltweit ausliefern. Was im Herbst 2016 mit der Weltpremiere des Hannoveraners begann, soll 2018 mit einem komplett flexibel bestellbaren Fahrzeug, das zumindest beim Durchgehen seiner Spezifikationen keinen Platz für weitere Verbesserungen in seiner Klasse lässt, enden. Gestartet mit einem Frontantrieb und einem Gesamtgewicht von bis zu 3.500 Kilogramm, präsentiert uns Volkswagen Nutzfahrzeuge gut ein Jahr später 75 Prozent seines Portfolios des Crafters in der Nähe des Neusiedler Sees an der ungarischen Grenze. In einem naturbelassenen Steinbruch, angelegt für Großevents wie Theater oder Oper, testen wir den „Lastenesel“ mit seinen bis Dato angebotenen Aufbauten, Motoren, Antrieben sowie Fahrerassistenzsystemen.

Im Werk in Polen produziert.

Flexibel durch unterschiedliche Längen

Karosserieseitig bietet der Crafter mit jeweils drei Längen, Dachhöhen und Gewichtsgrenzen den Grundstock für jeden Nutzer. Im Angebot sind ein Kastenwagen, Kombi, Einzel- und Doppelkabine sowie Koffer. Hinzu kommen die Spezialaufbauten Pritschenwagen, Kipper und Fahrgestell. Darüber hinaus gewinnt er mit zwei Radständen von 3,64 und 4,49 Meter an Variabilität. Die Gesamtlängen von 5,9, 6,8 und 7,4 Meter kombiniert der Kastenwagen mit den Dachhöhen 2,3, 2,6 und 2,8 Meter. Beim Pritschenwagen ergeben sich die Gesamtlängen von 6,2, 7,0 und 7,4 Meter. Weitere Möglichkeiten ergeben sich bei der Nutzung des Crafter als Fahrgestell für individualisierte Aufbaulösungen. Seine verschiedenen Zuladungsgrenzen ergeben sich aus der Verbindung von Antrieb, Motor und Getriebe. Dies signalisiert der Crafter mit seinen Fahrzeugbezeichnungen. Als Crafter 30 sind es 3.000 kg zulässiges Gesamtgewicht, beim Crafter 35 steigt der Wert auf 3.500 bis 4.000 Kilogramm. Mit Zwillingsreifen an der Hinterachse kann der Crafter 50 mit  bis zu 5 Tonnen Gesamtgewicht gefahren werden. Die Erweiterung auf 5,5 Tonnen steht dem „Nutzler“ 2018 ins Haus.

Drei unterschiedliche Längen machen ihn flexibel.

Neueste Motorentechnologie

Das Thema Antriebe und Motorisierungen gehen die Ingenieure aus Hannover mit einer Kombination aus Turbodiesel, Sechs-Gang-Schaltgetriebe und Acht-Stufen-Automatikgetriebe an. Hinzu kommt die Möglichkeit, zwischen einem Front-, Heck- oder Allradantrieb zu wählen. In jedem Fall wird der 2.0 Liter TDI mit Dieselpartikelfilter und SCR-Katalysator, die zur Reduzierung der Emissionen beitragen, ausgeliefert. Seine Leistungsstufen 75 kW (102 PS), 90 kW (122 PS), 103 kW (140 PS) und 130 kW (177 PS) bringen die Motorleistungen ab 300 Newtonmeter auf die Straße. Diesmal gibt der Hersteller die Kombinationsmöglichkeiten gemäß einer Sinn bringenden Nutzleistung vor. An Hand des Kastenwagens erklärt ergeben sich die Verknüpfungen Crafter 30 und 35 gekoppelt mit den Leistungsstufen 75, 103 und 130 kW. Die Version Crafter  50 wird demnach mit der 90 kW oder 130 kW Motorisierung ausgeliefert. Von Haus aus ist der Neue der Volkswagen Nutzfahrzeuge mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet. Ist die Acht-Stufen-Automatikgetriebe Variante optional bislang dem Fronttriebler mit 130 kW vorbehalten, wird die Wahl künftig auch für weitere Antriebsarten und Leistungsstufen möglich sein. Seine Variabilität bezieht der neue Crafter ansonsten über die drei verschiedenen Antriebsarten Front-, Heck- und Allradantrieb. Hier bieten die Verantwortlichen aus Hannover eine Zusammenstellung für Ihre Kunden an, um deren individuellen Transportaufgaben mit maßgeschneiderten Lösungen entgegen zu wirken. So meistert der 4MOTION Crafter mit Allradantrieb auf Baustellen den schwierigen Untergrund souverän, was wir auf dem Testgelände des Steinbruchs gut testen konnten. Sowohl ohne als auch mit Vollbelastung bahnte sich der Crafter seinen Weg. Selbst beim Rangieren mit kleinem Hänger konnten wir keine Schwächen erkennen.

Power durch Motoren- und Antriebstechnologie.
Auch als Pritsche immer eine gute Figur.
Pritsche mit komfortablen Führerhaus.

Fahrerassistenzsysteme, die ihn gut fahrbar machen

Bei der Auswertung seiner Kundenumfragen stellte der Hersteller der Nutzfahrzeugsparte immer wieder eine Thematik heraus. In der heutigen Zeit ist die Fluktuation gerade im Lieferservice der Mittel- aber auch Großunternehmen sehr hoch und die Fahrer werden immer jünger, bedienen sich immer mehr der derzeitigen Fahrerassistenz- bzw. Fahrerkomfortsysteme. Die Reaktion aus dem Hause Volkswagen ließ auch hier nicht lange auf sich warten. Der Crafter ist mittlerweile gespickt mit Systemen, die das Arbeiten mit und um das Fahrzeug einfacher bzw. bequemer machen sollen. Sind viele der nachfolgend beschrieben Systeme optional erhältlich, ist die „Multikollisionsbremse“ ein serienmäßiges Feature im Nutzfahrzeug aus Hannover. Sie soll dazu beitragen, Folgeunfälle zu minimieren oder sogar zu verhindern. In den Bestelllisten der Verkäufer aufgeführt sind unter anderem das Umfeldbeobachtungssystem  „Front Assist“ inklusive der „City-Notbremsfunktion“, der Spurwechselassistent „Blind Spot-Sensor“ inklusive „Ausparkassistent“, der Anhängerrangierassistent „Trailer Assist“ und der Parklenkassistent „Park Assist“. Letzteren konnten wir nochmals ausführlich in einer Einparksimulation testen. Zwischen zwei bereits parkenden Fahrzeugen fand der Crafter bis auf 40 Zentimeter genau seine Parklücke und auch beim Ausparken kam uns das System zu Hilfe, so dass wir uns bereits nächsten Aufgaben hätten widmen können. Für uns in der Auflistung der Systeme sehr sinnvoll und hilfreich, der „Ausparkassistent“, der gerade bei den Fahrzeugen mit deutlich mehr Länge als ein PKW die seitlichen Flanken durch ein akustisches Geräusch nicht nur gegenüber dem eigenen Transporter schützt. Hier werden teure Kaskoschäden verhindert und nicht nur Geld, sondern auch Nerven gespart. Volkswagen verspricht zudem für den Crafter 50 einen serienmäßigen Spurhalteassistenten „Lane Assist“ und eine automatische Distanzkontrolle, der Adaptive Cruise Control (ACC). Beide Systeme ermöglichen es, den Crafter als erstes Nutzfahrzeug seiner Klasse mit einer elektronischen Servolenkung zu bestücken.

Testgelände der Fahrerassistenzsysteme.

Fazit: Der neue, in Eigenregie konzipierte und produzierte Crafter aus der Schmiede des Nutzfahrzeuge Herstellers Volkswagen ist ein Arbeitsgerät für Kunden von Kunden. Dies versprechen die ersten Tests, sowohl auf der Straße, als auch im schwierigen Gelände. Erschwinglich bei einem Startpreis von knapp 34.000 Euro (inkl. MwSt) bleibt er für Klein- und Mittelständige Unternehmen alle mal. Darüber hinaus erweist er sich als gut nutzbares Arbeitsgerät, was genau zu  seiner Bestimmung passt.

Letzte und neueste Version des Crafter als Entwicklung von VW.

Die Crafter Familie lässt keine Lösung offen und kann mit ihren Derivaten jedem Unternehmen nützlich sein. Aber auch privat lädt der Lastenesel aus Hannover keine andere Alternative zu.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Matthias Luft

Test: Mazda MX-5

Die fünfte Generation des japanischen Roadster Klassikers bewirbt sich bereits seit 2015, weiter der meist verkaufte Zweisitzer zu sein. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert setzt der MX-5 die Philosophie des japanischen Automobilherstellers um, das Streben nach dem Gleichklang von Fahrer und Fahrzeug zu perfektionieren. „Jinba Ittai“ nennen die Japaner das Gefühl dieser Symbiose. Den nach seiner Modellpflege Ende 2016 aufgefrischten Roadster konnten wir auf „Herz und Nieren“ mit dem 131 PS starken SKYACTIVE-G Benziner für vierzehn Tage testen. Seinen Einstieg findet die Ikone mit der Basisausstattung „Prime-Line“ bei runden 23.000 Euro.

Testbericht: Mazda MX-5 SKYACTIV-G

Nimmermüder Samurai
Elegant auch in der Bergwelt.

Kam die 1. Generation 1989 des MX-5 vom Konzept als Evolution der kleinen britischen und italienischen Sportwagen der 60iger Jahre – z.B. Triumph Spitfire, MG, Fiat 124 Spider – daher, revolutionierte er die Roadster Community und startete durch als meist verkaufter Roadster der Welt. Die aggressiv kleinen nach innen gezogenen Frontscheinwerfer rahmen den tief sitzenden Kühlergrill ein, der ganz prominent das Markenlogo zur Schau trägt. Am Heck machen die schmalen Leuchten dem relativ großen Kofferraumdeckel Platz. Ein hohes Maß an Sicherheit, Fahrspaß und Zuverlässigkeit wollen die Ingenieure aus Japan dem MX-5 trotz seines kleinen Chassis dennoch bieten. Wichtig sind die geraden Träger und eine möglichst durchgängige Rahmenstruktur, der es speziell bei Cabriolets mit Frontmotor und Hinterradantrieb bedarf, wie es der MX-5 ist.

Enge Kurven sind ein Kinderspiel.

131 PS Vollspaß Motor

Von Anfang an hielt Mazda die Motorenpalette des MX-5 übersichtlich und so kommen in der 5. Generation wieder zwei Benziner zum Einsatz. Der von uns getestete SKYACTIVE-G 1,5 Liter Benziner bringt 96 kW (131 PS) bei 7.000/min auf die Kurbelwelle und hängt mit seinem gut abgestimmten Sechs-Gang-Schaltgetriebe immer agil und drehfreudig am Gas. Durch den für einen Roadster typischen tiefen Schwerpunkt ist er zudem sehr wendig, gerade in engen Kurven.

Baugleich mit Fiat 124 Spider

Beim MX-5 steigen wir wie schon wie dem baugleichen Fiat 124 Spider in ein äußerst enges und dennoch angenehmes Ambiente ein. Die große Frontscheibe leitet den Fahrtwind beim Fahren mit offenem Verdeck gekonnt ab. Der Zweisitzer verfügt außerdem für beide Fahrgäste über sportliche Sitze, die uns auch beim Cruisen fest im Griff haben. Das „Gepäckraumvolumen“ des MX-5 ist mit 130 Litern schon fast üppig bemessen für einen Roadster. Die Kofferraumbreite macht es möglich, auch Gepäck mit bis zu 1,10 m Breite einzuladen.

Roadster mit üppigem Kofferraum.

Voll ausgestatteter Roadster für unter 30.000 Euro

Mit der von uns getesteten Ausstattungsvariante „Sport-Line“ bietet Mazda das „Rundum-Sorglos-Paket“. Außer den bereits ab der Basisversion serienmäßigen Features wie LED-Scheinwerfer mit automatischer Leuchtweitenregulierung, einer Klimaanlage und einem Multi-Informations-Display mit Touring-Computer finden sich im Lieferumfang ein SD-Navigationssystem mit 3D-Kartendarstellung und kostenlosem Kartenupdate für 3 Jahre, ein auf den MX-5 zugeschnittenes BOSE® Sound-System mit neun Lautsprechern inklusive Lautsprechern in den Kopfstützen und Lederausstattung in schwarz. Der Listenpreis für das Testfahrzeug beträgt insgesamt 27.890 Euro

Erfolg in der 5. Generation.

Fazit: Auch mit der fünften Generation des Erfolgsmodells von Mazda schreibt der japanische Automobilhersteller seine Erfolgsgeschichte in Punkto Roadster weiter fort. Die Neuauflage verbindet in gekonnter Art und Weise die Tugenden eines puristischen Zweisitzers mit den sicherheitstechnischen Anforderungen eines modernen Fahrzeugs, ohne den Fahrspaß außer Acht zu lassen.

Motor und Getriebe

Mazda

MX-5 Skyactiv-G 131 Sports-Line

Motor Benzin
Hubraum 1.496 ccm³
Leistung 131 PS @ 7.000 U/min
Kraft 150 Nm @ 4.800 U/min
Getriebe Sechs-Gang-Schaltgetriebe
Antriebsachse Frontantrieb

Abmessungen und Fahrleistungen

Länge, Breite, Höhe 3.915, 1.735, 1.225   mm
Radstand 2.310 mm
Leergewicht 1.050 kg
Wendekreis 10,4 m
Höchstgeschwindigkeit 204 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 8,3 sec
Normverbrauch 6.0 l/100 km

Verbrauch im Test

Alltagsfahrer 6.9 l / 100 km
Öko-Experte 6.1 l / 100 km
Außendienst-Modus 7.2 l / 100km

Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (Mazda Motors (Deutschland) GmbH) – Beitragsbild: Hersteller (Mazda Motors (Deutschland) GmbH)