Ferrari 812 Superfast – Aus Tradition stark

Im Jahr seines 70sten Firmenjubiläums zeigt Ferrari auf dem Genfer Autosalon (9. – 19. März 2017) eine neue F12-Generation namens 812 Superfast. Das neue Topmodell der Marke ist der bislang stärkste rein mit Verbrennungsmotor angetriebene Serien-Ferrari überhaupt.

800 PS soll der Frontmotor des 812 Superfast mobilisieren

Bereits in den 1960er-Jahren gab es ein 400 PS starkes V12-Coupé namens 500 Superfast. Beim neuen Superfast hat sich die Leistung exakt verdoppelt. Der 6,5-Liter-V12, der über eine 350-bar-Direkteinspritzung und variable Ansaugrohre verfügt, stemmt 588 kW/800 PS und 718 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterräder. Damit soll der 1,5-Tonner in 2,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprinten und über 340 km/h schnell werden. Der Verbrauch ist mit 15 Litern entsprechend hoch.

Dank der mitlenkenden Hinterräder soll der Ferrari 812 Superfast auch gut durch enge Kurven kommen

Neben mehr Leistung bietet das neue F12-Derivat als erster Ferrari die neue elektrische Servolenkung EPS, die im Zusammenspiel mit den mitlenkenden Hinterrädern ein besonders gutes Handling in engen Kurven ermöglichen soll. Für Freunde des gepflegten Drifts ist der Superfast zudem mit der neuesten Version der Side-Slip-Control ausgestattet.

Die Front des 812 Superfast wurde aerodynamisch im Vergleich zum F12 deutlich verbessert

Obwohl unverkennbar ein Ableger des F12, wurde das Design des 812 in vielen Details modifiziert. So gibt es LED-Scheinwerfer und vier statt bisher zwei runde Rückleuchten. Auch das Aerodynamikdesign wurde in umfassend verändert und soll mehr Abtrieb als bisher garantieren.

Auch der Kabine des 812 Superfast hat Ferrari ein sportlicheres, radikaleres Styling verpasst

Angaben zum Marktstart und zum Preis hat Ferrari noch nicht gemacht. In seiner bisher schärfsten Ausbaustufe mit Namenszusatz tds kostete der F12 rund 380.000 Euro. Gut möglich, dass der Superfast teurer wird.
(Mario Hommen/SP-X)

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70 Jahre Ferrari – Mit Vollgas zum Erfolg

Auch eine große Marke wie Ferrari fing einmal klein an. 1947 wurde der Urvater aller Ferrari, der Tipo 125 S mit 1,5-Liter-V12, von der italienischen Presse zunächst als enttäuschend klein, rot und hässlich beschrieben. Doch beim anschließenden Auftaktrennen in Rom lehrte er allen Rivalen das Fürchten und setzte den Grundstein für eine beispiellose, nunmehr 70 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte. Diesen Erfolg hat die Sportwagenmarke vor allem der Begeisterung und dem Engagement des Firmengründers Enzo Ferrari für den Motorsport zu verdanken.

Diese Motorsport-Besessenheit war es, mit der sich Ferrari von Wettbewerbern wie Aston Martin, Jaguar und Mercedes, aber auch von Maserati abhob. Alles Geld, was mit dem Verkauf von Straßenautos verdiente wurde, investierte Enzo in den Rennsport. Tatsächlich verdiente Ferrari von Beginn an gut. Seine speziellen „America“-Typen 340, 342, 375 konnten in den 1950er Jahren in den USA zu abgehobenen Preisen verkauft werden. Und im Folgejahrzehnt stärkten die Modelle 400 Superamerica, 500 Superfast, 365 California sowie 365 GTB/4 Daytona den Status von Ferrari als schnellste und teuerste Stilikone der Welt. Schließlich machten die Sportseiten in allen Zeitungen beständig die wertvollste Werbung für Ferrari. Ob Mille Miglia, Targa Florio, Le Mans, Daytona oder Nürburgring – die Scuderia Ferrari sammelte bis heute fast 6.000 Titel.

Sportliche Erfolge, die zugleich so viel Geld verschlangen, dass Henry Ford Anfang der 1960er Jahre auf eine Übernahme von Ferrari hoffte. Diese scheiterte zwar, Ford rächte sich jedoch durch den eigens entwickelten GT40, der in Le Mans mehrfach über Ferrari triumphierte. Trotzdem, den Mythos Ferrari vermochten die Niederlagen bei derartigen Duellen nur zu erhöhen. Der respektvoll Commendatore genannte Enzo Ferrari wusste um den Wert der motorsportlichen Auseinandersetzungen für sein Lebenswerk. Als er 1969 auf der Suche nach frischem Kapital 50 Prozent seiner Unternehmensanteile an den Fiat-Konzern verkaufte, beharrte er deshalb auf seiner Führungsposition in der Scuderia Ferrari.

Aber Ferrari trug nicht nur den Motorsport als Markenzeichen. Das Werk in Maranello stand auch für unwiderstehlich schöne Sportwagen, die komfortabel und luxuriös genug für den Alltagseinsatz waren. In den 1950er Jahren waren es neben dem Hausdesigner Pininfarina auch Karossiers wie Vignale, Bertone und Scaglietti, die extravagante Coupés und Cabriolets kreierten. In den 1960er Jahren kontrastierte der relativ bezahlbare Dino mit Sechszylinder gut zum Daytona mit V12. Und in den Folgejahrzehnten verführten der erste Ferrari (400) mit Automatikgetriebe, die kleineren Modelle Mondial und 308 bzw. 328 GTB, sowie die neuen Topmodelle 512 BB und Testarossa nicht nur Sammler, sondern auch Geschäftsleute zum Kauf. Dieser Modellmix aus Rennern, Designjuwelen und Vmax-Boliden wurde nach Enzo Ferraris Tod weitergeführt. Die Formel-1-WM-Titel unter Michael Schumacher, neue Kundensportprogramme und Marken-Themenparks vitalisierten den Ferrari-Mythos auch im 21. Jahrhundert. So startet die Marke mit Rekordverkaufszahlen ins Jubiläumsjahr 2017 und feiert den 70. Geburtstag mit einem bunten Strauß Sondermodelle. Damit der Mythos weiter wächst. (Wolfram Nickel/SP-X)

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Ferrari J50 – 10 zum Japan-Jubiläum

Jubiläums-Modelle sind derzeit bei Ferrari angesagt. Unter anderem feiern die Italiener ihr siebzigstes Gründungsjubiläum im nächsten Jahr mit einem Blumenstrauß an Sonder-Editionen. Außerdem wird jetzt die fünfzigjährige Präsenz auf dem japanischen Markt mit einem Oben-ohne-Flitzer namens J50 zelebriert. Von dem Targa sollen lediglich zehn Fahrzeuge gebaut werden.

Der Innenraum des J50 ist mit dem des 488 weitgehend identisch

Basis für den Sonder-Ferrari ist der 488 Spider. Die Leistung des 3,9-Liter-V8-Benziners wurde speziell für den J50 von 493 kW/670 PS auf 507 kW/690 PS angehoben. Dieses enorme Potenzial erlaubt einen Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in drei Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h.

Beim J50 handelt es sich um einen umgebauten Ferrari 488 Spider

Beeindruckender ist jedoch das deutlich aggressivere Styling des J50. Bereits seine Targadach-Konstruktion mit visierartigen Scheiben verspricht stürmische Hochgeschwindigkeitsräusche. Markant: In den Flanken verläuft eine schwarze Linie von der Nase bis zu den Türgriffen. Zudem verleihen schmale und böse dreinschauende horizontale Scheinwerfer sowie große Luftöffnungen in der Fronthaube dem Renner einen eigenständigen Charakter. Gleiches gilt für das Heck. Als Besonderheiten bietet der J50 dort unter anderem eine Glasabdeckung, die den Blick auf den Mittelmotor frei gibt. Auch die Rückleuchten oder Auspuffendrohre setzen sich stilistisch klar vom Design des 488 ab.

Im Fall des J50 ist Ferrari offen für spezielle Kundenwünsche

Der Innenraum ist hingegen weitgehend mit dem des 488 identisch. Der J50 bietet lediglich noch ein paar Applikationen in Sichtcarbon sowie in Außenfarbe. Das gezeigte Fahrzeug ist allerdings nur ein Beispiel, denn Kunden stehen viele Möglichkeiten zur Fahrzeug-Individualisierung zur Wahl. Ein derart exklusiver Bespoke-Ferrari dürfte entsprechend ein Vielfaches des rund 240.000 Euro teuren 488 Spider kosten. (Mario Hommen/SP-X)

Ferrari hybridisiert seine Modellpalette – Mehr Effizienz und noch mehr Dynamik

Ferrari will ab 2019 die Antriebe praktisch aller Modelle hybridisieren. Dies hat Ferrari-Chef Sergio Marchionne gegenüber dem britischen Magazin Autocar angekündigt. Demnach soll die Elektrifizierung des Antriebsstrangs Fahrzeuge der Sportwagenmarke aber nicht nur sparsamer, sondern auch schneller machen.

Bereits beim Ausnahmeathleten LaFerrari haben die Italiener einen Mix aus Verbrennungs- und Elektromotor im Einsatz. In wenigen Jahren soll diese Doppelherztechnik auch für das Gros der anderen Baureihen Standard werden. Demnach könnte die nächste Generation des F12 Berlinetta mit Hybridantrieb antreten. Voraussichtlich wird die Neuauflage im Jahr 2019 vorgestellt und 2020 auf den Markt kommen.

Gleichzeitig hat Marchionne einen allgemeinen Ausbau der Produktion bei Ferrari angedeutet. Bis zum Jahr 2025 könnte demzufolge der Absatz auf bis zu 10.000 Einheiten wachsen. Im vergangenen Jahr hat die Sportwagenschmiede rund 7.700 Fahrzeuge abgesetzt. (Mario Hommen/SP-X)

Bengala F12 Caballería – Ferrari mit Carbon-Rüstung

Selbst an einem Ferrari F12 Berlinetta hat man sich irgendwann satt gesehen. Wenn es soweit ist, kann nun ein neues Carbon-Bodykit vom spanischen Fahrzeugveredler Bengala für neue optische Reize sorgen. Vorbild für den nach dem Umbau in F12 Caballería umgetauften Supersportwagen sollen die GT3-Rennwagen von Ferrari sein.

Zu Preisen sagt das Unternehmen nichts, das Grundfahrzeug mit dem 545 kW/740 PS starken V12-Motor kostet rund 270.000 Euro
Zu Preisen sagt das Unternehmen nichts, das Grundfahrzeug mit dem 545 kW/740 PS starken V12-Motor kostet rund 270.000 Euro

An sie gemahnen etwa der aggressive Frontspoiler und ein extragroßer Diffusor am Heck. Außerdem gibt es eine neue Motorhaube, neue Schweller und noch breitere Kotflügel. Insgesamt wollen die Spanier lediglich zehn Umbauten vornehmen, die im Sommer 2017 ausgeliefert werden sollen. Zu Preisen sagt das Unternehmen nichts, das Grundfahrzeug mit dem 545 kW/740 PS starken V12-Motor kostet rund 270.000 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

5x Sonder-Ferraris zum 70sten – Bunte Bande

2017 wird die Marke Ferrari 70 Jahre alt. Das runde Jubiläum nimmt die Sportwagenschmiede zum Anlass, von den fünf Baureihen California T, GTC4 Lusso, F12 Berlinetta sowie 488 Spider und GTB jeweils 70 individualisierte Fahrzeuge zu bauen, die allesamt auf historische Modelle der Sportwagenmarke verweisen. Zum Auftakt dieser Einzelstück-Offensive zeigen die Italiener auf dem Pariser Autosalon (bis 16. Oktober) fünf dieser Fahrzeuge.

Besonders ins Auge fällt bei diesem Quintett ein „The Green Jewel“ genannte 488 Spider. Dieser Frischluftrenner will mit seiner feschen Außenfarbe in Metallicgrün an den 365 P2 erinnern, von dem in den 1960er-Jahren insgesamt sechs Fahrzeuge entstanden. Das britische David Piper Racing Team fuhr mit dem 365 P2 in den Jahren 1965 und 1966 jeweils Siege bei den 9 Stunden von Kyalmi ein. Wie dieser einstige Siegertyp trägt auch der 488 die Startnummer 25. Goldfarbene Leichtmetallräder und ein roter Fahrersitz im sonst schwarz gehaltenen Interieur sind weitere Details dieses Jubiläums-488.

The Green Jewel heißt dieser 488 Spider, der an einen in den 1960er-Jahren vom David Piper Racing Team eingesetzten 365 P2 erinnern soll
The Green Jewel heißt dieser 488 Spider, der an einen in den 1960er-Jahren vom David Piper Racing Team eingesetzten 365 P2 erinnern soll

Ein zweiter offener 488 alias „The White Spider“ ist als Referenz an den von 1953 bis 1955 gebauten Rennwagen Ferrari 375 MM gedacht. Insgesamt wurden von diesem 23 Exemplare als Spider und Berlinetta gebaut – einer von Vignale, 22 von Pininfarina. Unter anderem kamen die Fahrzeuge beim Ferrari-Werksteam und später auch bei anderen Rennställen vor allem in Nordamerika zum Einsatz. In über zehn Jahren fuhren die 375 MM 56 Rennsiege ein. Wie einst einige Original-375 wurde der 488 in Weiß lackiert und mit einem mittig über die Fahrzeuglänge verlaufenden Rallyestreifen in Blau verziert. In diesem Blau ist auch ein wasserdichter und besonders durabler Mycroprestige-Überzug im Innenraum gehalten.

The White Spider ist als Referenz an den von 1953 bis 1955 gebauten Rennwagen Ferrari 375 MM gedacht
The White Spider ist als Referenz an den von 1953 bis 1955 gebauten Rennwagen Ferrari 375 MM gedacht

Beim dritten Auto handelt es sich um einen 488 GTB mit dem Namenszusatz „The Schumacher“. Mit diesem Fahrzeug will Ferrari an den Formel-1-Renner F2003-GA erinnern, mit dem der einstige Rennfahrer Michael Schumacher allein im Jahr 2003 sieben Siege einfahren und sich den Weltmeistertitel sichern konnte. Mit ein paar weißen Akzenten auf der ansonsten roten Außenhaut soll er farblich an den einst erfolgreichen Formel-Boliden erinnern. Der Innenraum finden sich zudem besonders edle Sportledersitze und Carbon-Einleger.

The Schumacher heißt dieser heiße 488 GTB. Er soll an den siegreichen Formel-1-Boliden erinnern, mit dem Michael Schumacher 2003 die F1-Weltmeisterschaft gewann
The Schumacher heißt dieser heiße 488 GTB. Er soll an den siegreichen Formel-1-Boliden erinnern, mit dem Michael Schumacher 2003 die F1-Weltmeisterschaft gewann

Ebenfalls an eine Rennfahrerlegende erinnert der auf einem F12 Berlinetta basierende „The Stirling“. Inspirationsquelle für das Design war der 250 GT Berlinetta SWB, mit dem Stirling Moss 1961 bei der Tourist Trophy als erster durchs Ziel rauschte. Entsprechend seinem historischen Vorbild trägt der Berlinetta eine Sonderlackierung in Indigoblau mit einem weißen Querstreifen über der Motorhaube sowie Startnummerntafeln in den Türen und Hammerschlag-Alu-Applikationen im Innenraum.

Inspirationsquelle für The Stirling war der 250 GT Berlinetta SWB, mit dem Stirling Moss 1961 bei der Tourist Trophy als erster durchs Ziel rauschte
Inspirationsquelle für The Stirling war der 250 GT Berlinetta SWB, mit dem Stirling Moss 1961 bei der Tourist Trophy als erster durchs Ziel rauschte

Beim fünften Spezial-Ferrari handelt es sich um einen California T alias „The Steve McQueen“, dem ein 250 GT Berlinetta aus dem Jahr 1963 als Vorbild diente. Diese nicht für den Renneinsatz konzipierte Preziose schenkte einst die Schauspielerin Neile Adams ihrem damaligen Ehemann Steve McQueen. Wie dieses historische Original wurde auch der California T in dunklem Braun lackiert und mit hellbrauen Masoni-Ledersitzen ausgestattet. (Mario Hommen/SP-X)

The Steve McQueen ist eine Hommage an den 250 GT Berlinetta, den einst Steve McQueen von seiner Frau als Geburtstagsgeschenk bekam
The Steve McQueen ist eine Hommage an den 250 GT Berlinetta, den einst Steve McQueen von seiner Frau als Geburtstagsgeschenk bekam

Ferrari GTC4 Lusso T Concept – Neue Basis

Ferrari wird auf dem Pariser Autosalon (1. – 16. Oktober) eine V8-Version des GTC4 Lusso als Konzeptfahrzeug vorstellen. Der Shooting-Brake-Viersitzer bietet einen konkreten Vorgeschmack auf eine Serienversion, die schon bald einen günstigeren Einstieg in die GTC4-Baureihe erlauben dürfte.

Wie bereits die V12-Version des GTC4 Lusso wird auf das V8-Derivat mit mitlenkender Hinterrachse kommen
Wie bereits die V12-Version des GTC4 Lusso wird auf das V8-Derivat mit mitlenkender Hinterrachse kommen

Von einer Einstiegsversion zu sprechen, wäre in diesem Fall allerdings unangemessen. Der 3,9-Liter-V8-Turbomotor leistet imposante 610 PS und 760 Newtonmeter. Fahrleistungen werden nicht genannt, doch dürfte der GTC4 Lusso T nur etwas langsamer als die 690 PS starke V12-Version sein, die den Sprint aus dem Stand auf 100 in 3,4 Sekunden erledigt und bis zu 335 km/h schnell wird.

Anders als die allradgetriebene V12-Version wird GTC4 Lusso T über einen reinen Heckantrieb verfügen
Anders als die allradgetriebene V12-Version wird GTC4 Lusso T über einen reinen Heckantrieb verfügen

Ferrari verspricht für die V8-Version einen markigen Motorsound und messerscharfes Handling. Letzteres sollen unter anderem die mitlenkende Hinterachse als auch die jüngste ESP-Generation 9.0 garantieren. Anders als beim allradgetriebenen V12 wird der Lusso T über einen Heckantrieb verfügen. Auch deshalb dürfte sich die V8-Version preislich deutlich unterhalb des rund 260.000 Euro teuren V12 bewegen und vermutlich auch deutlich weniger als 15 Liter verbrauchen. (Mario Hommen/SP-X)

Ferrari LaFerrari – Comeback für Erdbebenopfer

Ferrari baut entgegen früherer Pläne ein weiteres Exemplar des Supersportwagens LaFerrari. Eigentlich war die Produktion des Coupés bereits 2015 nach 499 gebauten Einheiten eingestellt worden. Das 500. Fahrzeug soll nun jedoch zugunsten der Opfer des schweren Erdbebens Ende August in Mittelitalien versteigert werden. Dabei dürfte locker ein siebenstelliger Betrag zusammenkommen. Für die ursprünglichen Exemplare haben die Italiener nie einen offiziellen Preis genannt, sie dürften jedoch um die 1,1 Millionen Euro gekostet haben. Gebrauchte Modelle werden mittlerweile für den vierfachen Wert angeboten – auch wenn Ferrari offiziell den Weiterverkauf der Autos verbietet.

Der Ferrari LaFerrari wurde 2013 als Nachfolger des legendären Ferrari Enzo vorgestellt. Als erstes Modell der Marke verfügt der Zweisitzer über einen von der Formel Eins inspirierten Hybridantrieb; Elektromotoren und V12-Benziner kommen gemeinsam auf 708 kW/963 PS. Auf dem Pariser Salon im Oktober wird Ferrari eine offene Version seines Supersportlers präsentieren. Das limitierte Cabrio wird mit einem Hardtop aus Carbon sowie einem Softtop ausgestattet. Wie viele Exemplare man bauen will, wie die genaue Spezifikation und der Name des Hybridsportlers sein werden, verrät Ferrari noch nicht, nur dass er bereits ausverkauft ist.

Pizza Speciale: Ferrari 458 MM Speciale

Wer hat, der kann!

Wir hatten es ja erst vor einer Woche, diese Sonderkarosserien aus vergangenen Tagen – als der Hersteller bloß das Chassis lieferte und man dann zum Blechschneider der Wahl ging, um sich seine ganz eigene Linie zaubern zu lassen.

Touring, Pininfarina, Zagato, Bertone, Giugiaro, Vignale, Scaglietti, Fantuzzi – es ließe sich ewig so weitermachen. Sie alle haben fantastische Kreationen in dünnes Blech geklopft, damals. Heute sieht das leider etwas anders aus, da kümmert man sich höchstens um neue Steppungen des Leders, paint-to-sample-Lackierungen, dann und wann neue Felgen, Hölzer, Verdeckstoffe und überhaupt, Hauptsache der Nachbar hat nicht den identfarbenen Bentayga vor der Tür stehen. Die Individualisierungsabteilungen der Hersteller kommen angesichts dieser kleinteiligsten Änderungen vor Lachen nicht mehr in den Schlaf – so nimmt Porsche gerne einmal 50.000 EUR von seinen 918 Spyder-Kunden, wenn sie das besondere „Liquid Metal“ lackiert haben wollen. Bei den Italienern sind es dann gleich ein paar Tausender für den, der seine Bremssättel nicht in rot sehen mag, sondern, sagen wir, rosa mit weißen Punkten.

Mehrere Modifikationen an Aerodynamik-Details ändern das Einzelstück auch optisch, wie die neuen seitlichen Lufteinlässe oder der Spoiler an der neu gestalteten Rückseite

Wir möchten deshalb gar nicht wissen, was der Ferrari 458 MM Speciale gekostet hat.

Denn in Maranello ist man nicht nur gewitzt, was die Aufpreisgestaltung bei Farbsonderwünschen angeht, nein, hier darf man als Kunde tatsächlich noch eine Karosserie nach Wunsch bestellen. So tat es ein Brite, dem der neue 488 mit seinem Turbomotor zuwider war. Seinen 458 Speciale solle man doch bitte in etwas Einzigartiges verwandeln, so ein bisschen mit Zitaten an 288 GTO, Lancia Stratos und eben die Moderne, also F12 und 488. Ein bisschen besser dürfe die Aerodynamik auch werden und: leichter, wenn es geht, auch.

Und so enthüllten sie in den vergangenen Tagen feierlich in Fiorano das Einzelstück, frisch eingefahren von Testchef Dario Benuzzi, lackiert in Bianco Italia, das diesen wunderschön breit auslaufenden Tricolore-Streifen in der Wagenmitte beinhaltet. Bis auf die Türen hat das Centro Stile alle Teile des alten Speciale überarbeitet. Die CFK-Stoßfänger optimieren den Luftfluss um das Auto, dafür mussten selbst die Wasserkühler im Bug neu angeordnet werden. Zudem strömen die seitlichen Lufteinlässe jetzt nicht nur die Airbox an, sondern eine neue Simulation verbessert auch die Kühlung im Motorraum an sich.

Die Windschutzscheibe mit den schwarzen A-Säulen sorgt für das gewünscht wrap-around-Design, was das Internet allerdings schon wieder zur Häme anstiftet, dass dieses one-off bloß ein teurer Lotus Evora sei.

Man darf derlei Kommentare getrost vergessen und sich stattdessen daran freuen, dass Ferrari auch heute noch auf den Wunsch des Kunden im Ganzen eingeht. Und auf Basis des 458 Speciale ist das etwas ganz besonders Schönes, schließlich ist der 605PS-V8 mit seiner Nenndrehzahl von 9000 Umdrehungen ein wirklich einzigartiges Juwel, das in seiner neuen MM-Umgebung sicher noch freier aufspielen wird.

Und zum Preis: da reden wir in dreißig Jahren noch einmal drüber.

Auf Kundenwunsch legt Ferrari den 458 Speciale als individuelles Einzelstück auf. In der neusten One-Off-Kreation ist der ohnehin schon kompromisslose Sportler optisch und aerodynamisch noch spektakulärer geworden

Ferrari 308 zum Vollblut-Stromer umgebaut – Tabubruch

Die Amis kennen keine Gnade: Ob Monster-Trucks, Stretch-Limos oder Lowrider – nichts scheint im Land der unbegrenzten Möglichkeiten heilig. Jüngste Eskalationsstufe: der Umbau eines betagten Ferrari 308 zum ökologisch korrekten Zero-Emission-Mobil.

Ferrari 308? Fans der 80er-Jahre-Krimi-Serie Magnum erinnern sich sicherlich an die rote Flunder, mit der Privatdetektiv Thomas Magnum durchs sonnige Hawaii kurvte. V8-Sound inklusive. Heute ist der 308 ein Sammler-Objekt, für das hohe fünfstellige Summen verlangt werden. Wohl auch deshalb hat die in Kalifornien beheimatete Firma Electric GT auf ein stark beschädigtes Exemplar für ihren Umbau zurückgegriffen. Unter anderem dank eines Feuers im Motorraum bot sich der Totalschaden-308 regelrecht an für eine solche Aktion.

Die Reichweite fällt zunächst noch knapp aus
Die Reichweite fällt zunächst noch knapp aus

Der hinfällige V8-Motor wurde durch gleich drei E-Maschinen ersetzt, die, wie einst der Benziner, direkt hinter der Fahrgastzelle untergebracht werden konnten, ohne dabei die ursprüngliche Form der Karosserie zu verändern. Die über zwei Riemen verbundenen Motoren leiten ihr mächtiges Drehmoment über ein fünfstufiges Transaxle-Getriebe von Porsche standesgemäß an die Hinterräder.

306 PS und 450 Newtonmeter verspricht Electric GT. Das ist deutlich mehr als die 227 PS und 284 Newtonmeter beim ursprünglichen V8. Trotz eines 30-kWh-Akkupakets konnte zudem das Gewicht niedrig gehalten werden. Laut Electric GT erhöhte sich das Leergewicht im Vergleich zum V8-Original um 45 auf nur 1.520 Kilogramm.

Die in Kalifornien beheimatete Firma Electric GT hat einen Ferrari zum E-Mobil umgebaut
Die in Kalifornien beheimatete Firma Electric GT hat einen Ferrari zum E-Mobil umgebaut

Fahrleistungen nennen die Amis nicht, doch dürfte die Beschleunigung zumindest aus dem Stand auf 100 km/h sehr kurz sein. Die Reichweite fällt zunächst noch knapp aus: Vorerst sind es maximal 160 Kilometer, bis der Besuch einer Ladesäule nötig wird.

306 PS und 450 Newtonmeter verspricht Electric GT
306 PS und 450 Newtonmeter verspricht Electric GT

Ferrari und Ladesäule? Der Ferrari-Chef Sergio Marchionne hat ein solches Ansinnen als Tabubruch bezeichnet. Bei Electric GT glaubt man, dass der E-Antrieb die bessere Alternative ist. (Mario Hommen/SP-X)

Neidfaktor Auto – Diese drei Marken machen den Nachbarn grün

Auch wenn man seines Nächsten Auto nicht begehren soll: Rund 42 Prozent der Deutschen waren laut einer Umfrage des Gebrauchtwagenportals „Mobile.de“ schon mindestens einmal neidisch auf den Wagen eines anderen. Die größten Begehrlichkeiten wecken Modelle von Audi, die bei 34 Prozent der Befragten Neid wecken. Es folgen BMW mit 32 Prozent und Porsche mit 27 Prozent. Damit schlagen die süddeutschen Premiumhersteller auch Traumwagen-Marken wie Lamborghini (22 Prozent), Ferrari (20 Prozent) und Maserati (18 Prozent). Und auch ganz bürgerliche Marken können Gefühle des Haben-Wollens wecken: VW kommt immerhin auf 10 Prozent.

News: Ferrari-Museum – Roter Teppich statt Rennstrecke

In der Ausstellung „Red Carpet“ zeigt das Enzo-Ferrari-Museum in Modena nun die lange Film- und Fernsehgeschichte der Sportwagenmarke. Zu sehen sind unter anderem Exponate wie der 308 GTS von TV-Detektiv Thomas Magnum, der Testarossa aus Miami Vice oder der Rennwagen 512S aus dem Filmklassiker Le Mans. Darüber hinaus wird auch die Beziehung verschiedener Hollywood-Stars zu den italienischen Sportwagen beleuchtet – zu den Ferrari-Fans sollen unter anderem Marilyn Monroe und Peter Sellers gezählt haben. Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 Euro.

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News: Alfa will in die Formel 1

Der Fiat Chrysler Boss Sergio Marchionne möchte, dass Alfa Romeo sein eigenes Formel 1 Team bekommt. Das ist natürlich eine stramme Ansage, wenn man bedenkt, dass die Marke stark marode ist und nur noch ein Schattendasein fristet. Zwar steht es um die italienische Traditionsmarke nicht so schlimm, wie um Lancia, aber Massen an Alfas werden nicht gerade abgesetzt. Vielleicht ändert sich das ja mit der neuen Giulietta?

Das soll an dieser Stelle aber gar nicht der Diskussionspunkt sein. Der Fiat Chrysler CEO denkt, dass ein eigenständiges Formel 1 Team das Beste für Alfa Romeos Image wäre, so zumindest äußerte sich der Italiener den Kollegen von Motorsport.com gegenüber. Um den traditionellen Namen und das dazu passende „Cuore Sportivo“ wieder aufzubügeln, müsse man in Betracht ziehen, in die Formel 1 zurückzukehren. Dabei schiele Marchionne auch zu Ferrari herüber, mit denen er eine Zusammenarbeit anstreben würde.

Einst hatte er den Plan Red Bull mit Motoren und Antrieben auszustatten, was jedoch anders ablief. Die Österreicher haben ein Renault Energy Aggregat in ihrem Renner. Aber dem italienischen CEO des Großkonzerns reichen Alfa-Antriebe alleine in der F1 nicht aus, Marchionne will ein eigenes Rennteam mit dem Namen Alfa Romeo. Dennoch spielt Geld natürlich eine große und entscheidende Rolle. Alfa könne sein Chassis nicht selbst anfertigen und und gleichzeitig noch Motoren konzipieren. Trotzdem wolle man unbedingt in den größten Rennsport-Zirkus überhaupt zurück. Das wird wahrscheinlich nur klappen, wenn man auf Ferrari-Aggregate zurückgreift.

Ganz gleich, wie die Details ausgestaltet werden, wichtig ist, dass neue Hersteller in die F1 kommen – vor allem mehr konkurrenzfähige Hersteller, damit das Spektakel weiter belebt wird. Denn letztendlich ist die Spannung etwas verloren gegangen, weshalb sich die Veranstalter immer neue Challenges ausdenken müssen. Außerdem gibt es doch nur drei wirklich interessante Teams, wenn man ehrlich ist. Der Kampf um das Träppchen wird nur noch von Renault bzw. Red Bull, Mercedes-Benz oder Ferrari gekämpft.

Andere Rennsportserien gefallen dem CEO Marchionne nicht so, er wolle Alfa Romeo am liebsten in der Formel 1 haben. Das wäre toll, schließlich sind die Italiener seit den späten 80er Jahren nicht mehr in der Königsklasse vertreten gewesen. Ob wir also demnächst wieder ein weiteres italienisches Team in der obersten Rennliga sehen, steht noch etwas in den Sternen. Interessant wäre es. Dennoch wäre es vielleicht angebrachter, das Geld lieber in konkurrenzfähige Straßenfahrzeuge zu investieren, als in einem teuren Sport zu verpulvern.

 

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News: Ferrari „on the rocks“ – Heißer Ritt auf kaltem Eis

Ferrari. Schon der Name klingt feurig, nach Bella Italia und Bella Macchina, vielleicht auch nach Pizza und Pasta, auf jeden Fall aber nach endlosem Sonnenschein. Und sicher nicht nach dichtem Schneetreiben, vereisten Fahrbahnen und dicken Pelzmänteln. Genau in diesem Szenario aber präsentierte sich das Einstiegsmodell der Marke, der California T, für einen ganz speziellen Ausritt – aufs blitzblanke Eis.

Was der California T bei unserem heißen Ritt auf dem kalten Eis bestens beweisen konnte, ist, welche Kraft selbst in dem Einstiegsmodell der Marke steckt.
Was der California T bei unserem heißen Ritt auf dem kalten Eis bestens beweisen konnte, ist, welche Kraft selbst in dem Einstiegsmodell der Marke steckt.

Dass solche Ausflüge bei der Marke mit dem Cavallino Rampante, dem sich aufbäumenden Pferdchen, im Logo nicht unbedingt im Lastenheft stehen, wird auf den ersten Metern schnell klar: Breite Reifen, Hinterradantrieb und Leistung im Überfluss sind Garanten für heiße Pirouetten auf dem Eis, nicht aber für größtmögliche Kontrolle und Präzision. So zaghaft wie sich ein Pferd mit seinen glatten Hufeisen auf dem spiegelnden Eis fortbewegt, tasten wir uns mit dem California T langsam nach vorne, immer auf der Suche, irgendwo doch ein bisschen Traktion zu finden. Hier oben im schweizerischen Andermatt, gut 1.500 Meter hoch, am Fuße des Gotthards gelegen, ist das allerdings vergebene Liebesmüh’. Hatte es doch über Nacht wieder Dutzende Zentimeter Neuschnee gegeben.

Nach wenigen Minuten auf öffentlichen Straßen, wo der 3,9 Liter große V8-Biturbo sein Können nicht im geringsten unter Beweis stellen konnte, führt uns die Rutschpartie ans Ziel: Dort, wo im Sommer Gutbetuchte auf professionell manikürtem Rasen kleine weiße Bälle ersuchen, in unwesentlich größeren Löchern zu verschwinden, ist mit reichlich Handarbeit – und kaltem Wasser – ein Spielplatz aus Eis entstanden. Genau das richtige Terrain, um dem Ferrari die Sporen zu geben, ohne Leitplanken, Bordsteine oder gar andere Verkehrsteilnehmer fürchten zu müssen. Und der optimale Untergrund, um entweder die elektronische Stabilitätskontrolle auf Herz und Nieren zu prüfen. Oder einfach nur jede Menge Spaß zu haben.

Um nicht schon bei der ersten Runde den mindestens 183.499 Euro teuren Roadster in einer Schneewehe zu versenken, lassen wir das ESP erstmal lieber eingeschaltet. Und das Dach geschlossen – man weiß ja nie. Doch der elektronische Helfer macht seinen Job tadellos. Zwar kommt der Ferrari kaum vom Fleck, da die Traktionskontrolle jeglichen Schlupf zu vermeiden versucht und die Motorleistung rabiat drosselt. Doch ist er in einmal in Fahrt, lässt sich der Hütchenparcours mit dem Boliden dank pausenloser Eingriffe der Regelsysteme erstaunlich einfach meistern. Wer von den 560 PS und 755 Newtonmeter etwas mehr spüren will, muss allerdings vom Comfort- in den Sportmodus wechseln. Der Schalter dafür, von Ferrari liebevoll Manettino gennant, ist direkt am Lenkrad angebracht. So kommt man einerseits mit dem rechten Daumen problemlos ran, andererseits soll diese Anleihe aus der Formel 1 das sportliche Image der Marke betonen.

Sobald der Hebel nach oben klickt, lassen die Kontrollsysteme dem Fahrer mehr Freiheiten und das ESP reagiert später. Zusätzlich wird die Gaspedalkennlinie etwas gestrafft und das schnelle Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe dreht die Gänge weiter aus. Der Ritt auf dem Eis wird deutlich rutschiger: Die Hinterräder wühlen beim Anfahren im Schnee, der Motor dreht hoch und verleiht seiner Kraft auch akustisch Ausdruck. Hohes Gekreische gibt’s beim California T allerdings nicht, vielmehr brummelt und grummelt der turbogeladene Achtzylinder kraftvoll vor sich hin.

Um nicht schon bei der ersten Runde den mindestens 183.499 Euro teuren Roadster in einer Schneewehe zu versenken, lassen wir das ESP erstmal lieber eingeschaltet.
Um nicht schon bei der ersten Runde den mindestens 183.499 Euro teuren Roadster in einer Schneewehe zu versenken, lassen wir das ESP erstmal lieber eingeschaltet.

Sobald die Räder ein wenig Grip auf dem verschneiten Golfplatz gefunden haben, prescht der Ferrari nach vorne; im Sportmodus allerdings liegt deutlich mehr Verantwortung beim Fahrer, um nicht alle Pylonen abzuräumen. Ein Hauch zu viel Gas in der Kurve, schon tänzelt der California mit dem Heck, und würde sich am liebsten gleich um die eigene Achse drehen. Dann heißt es flott Gegenlenken, denn bis die Stabilitätskontrolle eingreift, dauert es. Für den maximalen Fahrspaß lässt sie sich mittels Manettino freilich auch ganz abschalten – dann allerdings endet das Driftvergnügen schnell und der Ferrari macht einen auf Prima Ballerina. Erst nach einigen Runden mit flotten Drehern um die eigene Mitte gelingt es uns, Gaspedal und Lenkrad so feinfühlig zu koordinieren, dass der gut 1,7 Tonnen schweren California quer – und mehr oder weniger elegant – durch die Kurve jagt. Jetzt trauen uns wir uns auch, das Klappdach aufzumachen, das in 14 Sekunden im Kofferraum verschwindet.

Noch flinker, nämlich nach gut 11 Sekunden, soll der Ferrari schon 200 km/h schnell sein, den Null-auf-hundert-Sprint absolviert er in 3,6 Sekunden. Beides Werte, die auf der spiegelglatten Eisbahn ebenso wenig nachzuprüfen sind, wie die Vmax von 316 km/h. Und auch den serienmäßigen Carbon-Keramik-Bremsen müssen wir einfach glauben, dass sie den 2+2-Sitzer auf trockener Straße in Windeseile zum Stehen bringen. Was der California T dagegen bei unserem heißen Ritt auf dem kalten Eis bestens beweisen konnte, ist, welche Kraft selbst in dem Einstiegsmodell der Marke steckt. Und wieviel Spaß man auch mit einem Ferrari im Winter haben – zumindest dann, wenn der Spielplatz groß genug ist.

News: Ferrari GTC4Lusso in Genf – FF-Nachfolger mit fast 700 PS

Auf dem Genfer Automobilsalon (3.-13.März) debütiert der neue viersitzige Ferrari GTC4 Lusso. Der FF-Nachfolger kommt wieder mit Allrad, erstmals kombiniert mit Hinterradlenkung. Unter der langen Haube bleibt es beim V12-Sauger mit 6,3 Litern Hubraum, der nun aber 507 kW/690 PS leistet, das maximale Drehmoment liegt bei 697 Newtonmetern.

Die Proportionen des FF bleiben dem neuen Viersitzer erhalten, das Design wurde leicht überarbeitet
Die Proportionen des FF bleiben dem neuen Viersitzer erhalten, das Design wurde leicht überarbeitet

So beschleunigt der GTC4Lusso in 3,4 Sekunden auf 100 km/h, maximal wird er 335 km/h schnell. Die Proportionen des FF bleiben dem neuen Viersitzer erhalten, das Design wurde leicht überarbeitet: So ist zum Beispiel der Frontgrill geändert, die Dachlinie verläuft etwas flacher und mündet in einen Spoiler, vier Rückleuchten zieren nun zudem das Heck.

Im neu gestalteten Cockpit kommt zum ersten Mal die neue Infotainment-Plattform mit einem rund zehn Zoll großen Touchscreen zum Einsatz
Im neu gestalteten Cockpit kommt zum ersten Mal die neue Infotainment-Plattform mit einem rund zehn Zoll großen Touchscreen zum Einsatz

Der weiterentwickelte Allradantrieb mit elektronisch gesteuertem Differenzial und Hinterradlenkung soll den Shooting Brake zusammen mit elektronisch gesteuerten Dämpfern noch dynamischer machen. Im neu gestalteten Cockpit kommt zum ersten Mal die neue Infotainment-Plattform mit einem rund zehn Zoll großen Touchscreen zum Einsatz.

Vier Personen haben im Ferrari GTC4Lusso Platz
Vier Personen haben im Ferrari GTC4Lusso Platz

Der neue Name soll eine Referenz an Vorfahren wie 330 GTC oder 250 GT Berlinetta Lusso sein, während die „4“ auf die vier Sitzplätze hinweist.

Ferrari GTC4Lusso: Was für ein Auto. Was für ein Name?

Ferrari zeigt auf dem Genfer Salon das Facelift des 2+2-sitzigen FF. Und nennt ihn nun GTC4Lusso. Ja, ohne Leerstellen.

3,4 Sekunden aus dem Stand auf Hundert. Spitze 335 km/h. Eine fast ausgeglichene Gewichtsverteilung von 47% auf der Vorderachse und 53% hinten – gemessen ohne Kindersitze. Ferraris Steilheck ist trotz rabiater Leistungsdaten nämlich so etwas wie der Vernunftkauf für Menschen, denen das Geld aus schierem Überfluss ständig aus der Hosentasche fällt.

Bisher gab es ihn als Ferrari FF. Vielleicht war ihnen das „Ferrari Four“ zu nah am Smart For Four, den es ja wieder gibt. Vielleicht war es auch der Drang nach einem neuen Namen, der Ferrari bei jedem Facelift heimzusuchen scheint. Zumindest heißt das Steilheck aus Maranello jetzt ungleich sperriger GTC4Lusso. Das klingt verdammt nach Opel. Dort läuft der dreitürige Astra – Entschuldigung das Astra Coupé – seit dem Modellwechsel als Opel GTC vom Band. Der Ferrari-Fan wird jetzt berechtigterweise einwerfen, dass die Bezeichnung GTC bei Ferrari schon Tradition hat, wir dürfen an den ebenfalls 2+2-sitzigen 365 GTC/4 aus den frühen 70ern erinnern. Trotzdem bleibe ich dabei: FF war griffiger. Überheblicher. Lauter.

Im Gegensatz zur Kehrtwende bei der Modellbezeichnung zeigt sich das Karosseriekleid des großen Ferrari sanft geliftet. Der Kühlergrill vorne ist breiter, zu einem größeren Markenemblem konnten sich die Designer aber immer noch nicht durchringen. Die Motorhaube ist nun glatt und hat keine Lüftungsschlitze mehr, dafür sind die Kiemen in den Kotflügeln deutlich gewachsen.

Das Heck wirkt mit vier Leuchten deutlich breiter. Foto: Ferrari
Das Heck wirkt mit vier Leuchten deutlich breiter. Foto: Ferrari

Am Heck kommen die deutlichsten Änderungen zum Vorschein. Der GTC4Lusso hat jetzt vier runde Leuchten anstatt zwei, außerdem ist der Stoßfänger neu und der darin verbaute Diffusor, der nun mächtig nach Rennwagen aussieht. Die Heckklappe ist kleiner geworden, aber eine höhere Ladekante dürfte nun wirklich kein Grund sein, den Ferrari nicht zu kaufen.

Schon eher die Angst vor Fingerabdrücken. Vor allem innen. Denn während alle Welt über zwei große Displays in der neuen Mercedes E-Klasse staunt, schraubt Ferrari kurzerhand drei in seinen Shooting Brake. Eines mit virtuellen Instrumenten vor dem Fahrer und eines als zentrale Infotainment-Zentrale in der Mittelkonsole. Neu ist das große Display vor dem Beifahrer, das Aufpreis kosten wird. Hier können sämtliche Fahr- und Motordaten abgerufen werden. Dass man zumindest weiß, warum einem der Mageninhalt von unten in die Speiseröhre gedrückt wird, wenn der 6,3 Liter große V12 mit nun 690 PS (bisher im FF 660 PS) von der Leine gelassen wird. Als erstes Auto der Welt kombiniert der Ferrari übrigens Allradantrieb mit Vierradlenkung. Der höhere Grenzbereich dürfte dem sensiblen Beifahrer aber nicht viel nützen, im Gegenteil.

Entertainment für den Beifahrer: Optionales Display mit Fahrdaten. Foto: Ferrari
Entertainment für den Beifahrer: Optionales Display mit Fahrdaten. Foto: Ferrari

Der genaue Preis des GTC4Lusso ist noch nicht bekannt, aber eines dürfte eh schon klar sein: Für die meisten von uns ist er eh zu teuer.

Neulich in Tokio: In diesem FF fuhr tatsächlich ein Baby nebst Kinderwagen mit. Foto: Bernd Conrad
Neulich in Tokio: In diesem FF fuhr tatsächlich ein Baby nebst Kinderwagen mit. Foto: Bernd Conrad

Sebastian Vettel, Donuts, Rauch und eine Blondine!

Einer der Ferrari Formel 1-Partner, die US-Transportfirma UPS, hat sich selbst beschenkt und Sebastian Vettel zum „Vor Ort Termin“ geladen.

Unter anderem wurden Mitfahrten mit dem vierfachen-F1-Champion Sebastian Vettel verlost. Über die „blonde Gewinnerin“ auf den Fotos ist m-a-b nichts weiter bekannt – nur, dass die Reifen des Ferrari leiden mussten, davon zeugt nun das Parkgelände 5 am Köln-Bonner Flughafen! Und dass Vettel, ganz der Gentleman, der er scheint, dabei half, die Handtasche zu verstauen.

Am Ende ein PR-Termin von vielen für den Heppenheimer-Bub. Und natürlich durften die Kollegen von RTL vor Ort nicht fehlen. Unser Foto-Reporter René Hey hat auch einen Interview-Mitschnitt mitgebracht, darauf aber nur das übliche Interview-Gefasel. Wir ersparen unseren Lesern das und zeigen lieber noch ein paar Fotos von den Donuts am Flughafen!

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Auf unserer Facebook-Seite gibt es zudem einen kurzen „Donut-Clip“ vom Ferrari-Chauffeur .. [klick] ..

 

 

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News: Ferrari 488 Spider – Offen genauso schnell

Ferrari bringt seinen neuen Mittelmotor-Sportwagen nun auch als offene Version: Der 488 Spider wird von dem 3,9-Liter-V8 angetrieben, der auch im 488 GTB eingesetzt wird. Das mit einem faltbaren Hardtop ausgestattete Cabrio debütiert auf der IAA (17. bis 27. September).

Das feste Dach sorgt gegenüber einem herkömmlichen Softtop laut Ferrari sowohl für eine Gewichtsersparnis von 25 Kilogramm als auch für mehr Komfort
Das feste Dach sorgt gegenüber einem herkömmlichen Softtop laut Ferrari sowohl für eine Gewichtsersparnis von 25 Kilogramm als auch für mehr Komfort

Das feste Dach sorgt gegenüber einem herkömmlichen Softtop laut Ferrari sowohl für eine Gewichtsersparnis von 25 Kilogramm als auch für mehr Komfort. Innerhalb von 14 Sekunden lässt sich das Hardtop vor- und zurückklappen. Ist das Dach geöffnet, liegen die zwei übereinander gefaltete Elemente platzsparend auf der Motorabdeckung.

Darunter schlägt das Herz des 488. Im Gegensatz zum Vorgänger mit Saugmotor ist hinter den Sitzen ein Turbo-Aggregat montiert: Der aufgeladene 3,9-Liter-V8 leistet 493 kW/670 PS und 760 Newtonmeter Drehmoment. In 3,0 Sekunden schnellt der offene Sportwagen so auf 100 km/h – genauso schnell wie in der geschlossenen Variante. Die Ferrari-Ingenieure rühmen sich mit der besonders direkten Gasannahme und dem quasi völligen Abschaffung des Turbolochs.

Sitzt wie angegossen: Der Pilotenplatz im 488 Spider
Sitzt wie angegossen: Der Pilotenplatz im 488 Spider

Eine ausgeklügelte Aerodynamik mit Unterzugspoiler und optimiertem Unterboden macht das Cabrio aus Maranello besonders windschnittig. Die elektrische Heckscheibe kann bei geöffnetem Dach die Turbulenzen im Innenraum reduzieren. Auch bei geschlossenem Dach kann man sie komplett versenken – dann um dem vollen Klang des Mittelmotors zu lauschen.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

Vettel-Feeling – Eine Ausfahrt im Sebastian Vettel Ferrari California T

Der vierfache Weltmeister aus Heppenheim, der seit Beginn dieser Formel 1 Saison für die Roten aus Maranello fährt, besuchte am 15 Juli das Ferrari Team in Wiesbaden. Die dreiwöchige „Sommerpause“ in der Formel 1 macht es möglich, die deutsche Niederlassung seines neuen Arbeitgebers in seinem Heimatland zu besuchen. Ein so autobegeisterter Mensch wie Sebastian Vettel möchte aber nicht nur sitzen und reden, er möchte am liebsten fahren. Am besten natürlich in einem italienischen Sportwagen und weil das Wetter in Deutschland gerade so schön ist, in einem Cabrio. In einem natürlich in rot lackierten California T fährt er durch die schöne Landschaft um Wiesbaden, den Rheingau und den Untertaunus. Wir kennen die Strecken nur zu gut, unser Redaktionsbüro hat seinen Sitz im grünen Taunus, der mit zahlreichen fast toskanisch anmutenden Landstraßen durchzogen ist.

Testdrive 114 Ferrari California T

Und nun, nur ein paar Tage später, ist es soweit. Wir sitzen in exakt dem Ferrari California T, in dem der 28-jährige Formel 1 Fahrer neulich noch am Volant drehte. Als wäre ein Ferrari, das Heiligtum der Italiener, auch wenn man das im benachbarten Sant’Agata Bolognese nicht gerne hört, nicht schon genug. Der Traumwagen nicht einer, sondern vieler Generationen, natürlich auch meiner. Aber hier ist es noch mal anders. In diesem mit cognac-farbenen Leder bezogen Sportsitzen saß „der Seb“ und hat an diesem Lenkrad gedreht, was ich gerade noch versuche einzustellen.

Die Sitzposition ist nicht ungewöhnlich, aber das Lenkrad steht recht hoch. Es ist halt kein Pseudosportler, auch wenn der Blech-Klapp-Dach-California gerne mal bei Kritikern mit dem Image des Frauensportlers belastet wird, wie früher der Porsche Boxster. Aber haben Kritiker überhaupt Ahnung von der Materie oder kritisieren sie nicht generös alles, was nicht schwarz oder weiß ist? Und muss ein „Frauenauto“ schlecht sein? Ehern nein, zumal es diesen Begriff auch nicht wirklich gibt und wohl eher zu einem knallbunten Cityflitzer passt, wo vorne ein Motörchen 60 PS erzeugt, die hinten, ja fast unbemerkt, in einem Auspuff mit Trinkhalm-Durchmesser zart entsorgt werden.

Testdrive55 Ferrari California T habby

Push the Button

Beim California T ist das ganz anders. Nach dem Drücken des Start-Knopfes am Multi-Funktions-Lenkrad brüllen 560 PS aus vier dicken Endrohren ihre italienische 8-Zylinder-Sinfonie in die Freiheit. Die ganz große Bühne. La Traviata im Taunus. Wer Aufmerksamkeit beim Boulevard-Cruisen mag, ist im California T richtig.
Und es scheinen viele zu sein. Vom Vorgänger, der noch mit dem obligatorischen Saugmotor ausgestattet war, verkaufte Ferrari über 10.000 Modelle. So viele wie noch von keinem anderen Modell mit dem schwarzen „Cavallino Rampante“ auf der Haube. Und es sind nicht nur die Ferraristi, die zugriffen. Mit dem California kamen über 70 Prozent der Käufer zur Marke, die vorher noch nie einen Ferrari besaßen.

Zum Glück ist auch heute das Wetter mit uns und wir öffnen das Dach, was gefühlt recht lange dauert, um die Sonne zu genießen. Aber auch, um dem Geräusch des 3,9 l V8-Aggregats noch intensiver zu lauschen. Und es ist enorm, was uns im dicht bewachsenen Wald im Taunus an Sound förmlich zurückgeschmettert wird. Vorne saugt der California T nun durch zwei in die Haube geschnittene Nüstern die Luft für die Lader an, die dann im fast zentral eingebauten Motor als Benzin-Luft-Gemisch explodiert. Und hier hat das Wort Explosion noch eine Bedeutung. Zumindest klingt es so. Wir können gar nicht sagen, woher die Geräusche überall kommen. Nur aus dem Auspuff oder unterstützt der Motor die orchestrale Klangfülle? Es ist auch egal. Die kleinen Härchen am Arm stehen alle im 90 Grad Winkel von der Haut ab nach oben.

Ein Turbo! Ein Turbo? Lange gab es bei Ferrari keinen Turbo mehr. Schon über 20 Jahre ist es her, als im legendären F40 die beiden oben liegenden Ladeluftkühler von Behr durch die durchsichtige Heckscheibe zu betrachten waren. Eine Erklärung, Ferrari arbeitete am Turboloch, um dieses Manko eines Turboladers, der bekanntlich erst ab einigen Umdrehungen Schub liefert, zu verringern.

Testdrive65 Ferrari California T habby

Turbo läuft

Dies scheint gelungen, als wir zu ersten Spurts ansetzen. Von unten raus dreht der Motor schnell hoch und liefert permanent Schub an die Hinterräder. Ein Novum, haben sich doch schon viele Sportwagenhersteller an dieser Problematik die Zähne ausgebissen. Die Ferrari-Techniker haben hier Pionierarbeit geleistet und einen Turbomotor entwickelt, der nahezu an die Charakteristik eines Saugers erinnert. Den Erfolg gaben nicht nur zuletzt die gleichlangen Krümmer, die die Strömung der Abgase zur Turbine der beiden Twinscroll-Lader gleich schnell beschleunigen.

Die Automatik schaltet bravourös und lässt uns auf der freien Autobahn in Sekundenschnelle auf Renntempo kommen. In nur 11,5 Sekunden sind wir aus dem Stand auf 200 km/h, die lachhaften 100 km/h durcheilt der California T schon nach 3,6 Sekunden. Theoretisch geht es bis zu 316 km/h Spitze, die aber heute, wie so oft, auf der Autobahn natürlich nicht erreicht werden können. Dennoch nimmt der California T uns auf der „Autostrada“ ein, als wir in verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit durch eine langgezogene Autobahnkurve eilen.

„Es fühlt sich nicht an wie eine schnelle Autobahnkurve, es ist eher wie die „Curva Parabolica“ in Monza!“

Testdrive 125 Ferrari California T

„Vettel-Feeling“ durchströmt uns, der Hauch von über 200 GP-Siegen und 16 F1-Konstrukteurs-Weltmeisterschaften umgibt uns. Dazu dieses direkte Handling, als wir auf den kurvigen Landstraßen dem California T ein wenig Auslauf gestatten. Ja, dieses Auto fasziniert und ist sicherlich mehr als der „Frauen-Ferrari“. Es hat seine kleinen Mängel. Die Windgeräusche am Klappdach und die Seitenscheiben, die nicht perfekt anliegen. Oder die Bauart bedingte dezentrale Anordnung der Schalter, um das Getriebe bedienen zu können. Wobei man das in Italien mit den Worten „thats passion“ einfach übersieht. Und wer einen teils langweilig anmutenden Sportwagen möchte, kann ja bei den hiesigen Premiummarken fündig werden. Perfektion bis ins Detail, aber oft ohne Tradition und Emotion.

Wir sind uns einig, als wir den California T in Frankfurt, dort, wo Geld gemacht wird und die Käufer sitzen, wieder abgeben. Für ein Fahrzeug, das bei 183.499 Euro startet, bietet er eine grandiose Mischung aus Sportwagen und Cruiser. Nirgendwo sonst gibt es aktuell einen solch tollen Turbomotor. Dazu diese Geschichte der Marke und mittlerweile auch noch Zuverlässigkeit, die sich in einer siebenjährigen Routine-Kosten-Übernahme durch Ferrari selbst widerspiegelt.

Und für den Besitzer dieses unbezahlbare Gefühl, wenn sonntags die F1 Übertragung vorbei ist, schnell in die Garage gehen zu können, um ein ganz klein wenig „Vettel“ sein zu können.

Nummernschild-Check: Sebastian Vettel fuhr unseren Testwagen!
Nummernschild-Check: Sebastian Vettel fuhr unseren Testwagen!

 

Text: Bernd Schweickard | © Foto: Ferrari, Björn Habegger, Bernd Schweickard
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Ferrari California T – Unter Druck noch besser

Im tiefen Rosso California lächeln dich die Kurven an. Der Herzschlag beschleunigt sich, diese Form der Emotionen gibt es nur, wenn man sich darauf vorbereitet, Ferrari zu fahren. Nicht auf der Rennstrecke, nicht im adligen Monaco. Hier – im Taunus – raus aus der Bankenstadt Frankfurt, rein in die kurvige Verlockung in Richtung „hoher Feldberg“.

Der California ist der „immer da“ Ferrari. Der Ferrari für jeden Tag. Er stellt sich dem Wettbewerb mit edlen Sportlern aus Stuttgart. Kein Wildpferd für einen Tag, ein „urbanes“ Aufstehen an jedem Tag. Der Startpunkt kann nur Mainhattan sein, das Ziel ist klar: Wilde Kurvenradien im Taunus.

Ferrari California T

Leidenschaft, Druck und Open Air

Das bisschen Stop & Go-Verkehr aus Frankfurt heraus versickert im „Comfort-Modus“ des Italieners. Unebene Gassen? Dämpft der California lässig aus. Stadtverkehr? Geht. Ganz cool, ruhig und vermeintlich mädchenhaft. Magnetic-Ride Dämpfer bieten geschmeidiges Abrollen auf Sportler-Niveau. Es ist ein fast ungebührlicher Fahrkomfort, mit dem der „T“ nach seinem Lifting prahlt. Sexy war der „kleine“ Ferrari schon immer, jetzt ist er auch noch unfassbar gut. Unter der Haube zudem der erste Turbo-Motor für Ferraristi – gut, der erste Turbo für Ferraristi im Alltag. Turbo hatten die Italiener schon. Aber jetzt, in der Neuzeit. Jetzt ist das der erste, echte, nicht zu unterschätzende Turbo. Früher, beim F40, da war das mehr derb. Richtig derb. Im neuen California T ist Turbo anders. Nix mehr mit einer Gedenksekunde, nix mehr mit einem Turboloch und einemDrehmoment-Hammer, der dich per Schwinger im Wimpernschlag an deine fahrerischen Grenzen befördert. Statt dessen regiert das Gefühl am Pedal. Eine einfache Gleichung eröffnend: Je mehr Druck, desto mehr Druck. Und dazu in jedem Gang ein wenig mehr. Erst in Welle sieben hämmert die volle Packung von 755 Nm über die Hinterachse herein.

Testdrive 32 Ferrari California T

Auf der A661 in Richtung Bad Homburg. Zum ersten Mal fällt der Hammer. Das Doppelkupplungsgetriebe agiert als Dr. Gnadenlos und zimmert die Gänge durchs Gehäuse, dass einem die Gänsehaut in hab Acht fährt. Der 180°-V8-Sound bläst seine italienische Lobeshymne. Trotz der Turbos faucht es grummelig bis selig aus den vier Endrohren. Der 3.9 er V8 bekommt von den zwei Turbos so richtig den Marsch geblasen. Vom Wimmern bis zum Blaffen rauf zum Fauchen und Brüllen. 560 PS und kein fühlbares Turboloch!

Testdrive65 Ferrari California T habby

Flat-Plane Kurbelwelle, langhubig ausgelegter 3.9er V8, TwinScroll Lader. Das ganze Paket wird fein hinter der Vorderachse untergebracht. 47% liegen vorne, 53 % des Gewichtes hinten. Gut für die sportliche Gangart. Mit dem erotischen Nebeneffekt der langen Motorhaube. Und auf Wunsch binnen Sekunden offen zu fahren.

Testdrive16 Ferrari California T habby

Per du mit 755 Nm

Mit aller Macht stemmen sich die italienischen Sportreifen gegen die schäumende Wut von 610 Nm in den unteren Gangstufen (1-3). Der Italiener zuckt, 1.625 kg denken kurz über die Massenträgheit nach und dann schmettert der „oben ohne Ferrari“ in Richtung Horizont los. Im Moment des Schaltens, dann, wenn die Kräfte eigentlich unterbrechungsfrei exekutiert werden sollten, baumelt dein Kopf wie die Holzmurmel eines zu lose angenähten Puppenkopfes durch das Cockpit, weil jetzt das Manettino nicht auf „Comfort“ steht, sondern auf Sport. Mit Mühe balanciert dich die Traktions-Elektronik am Rande des Haftungsverlustes und das Rosso California zieht der restlichen Welt einen dunkel roten Wimpernstrich.

Als du das erste Mal wieder durchatmen kannst, hat sich der Tacho bereits der 300 km/h Marke genähert. 316 gehen, sagen die Italiener, der Verkehr aus Frankfurt heraus hat nur 307 km/h zugelassen. Die Geräuschkulisse ist atemberaubend gut, trotz der Turbos. Jetzt, bei Tempo 260, pressen die Turbos kubikmeterweise Luft in die Brennräume. Die „Lust“ Ferrari ist bereits jetzt klar. Bewusst, was Rosso California im Bauch auslöst.

Testdrive54 Ferrari California T habby

Und dabei sind wir erst geradeaus gefahren.

Am Ende der Autobahn ist es dann bloß noch ein Kilometer. Im Abfahrtskreisel spürst du endlich, was es bedeutet, einem gut durchgewärmten Sportreifen vertrauen zu müssen. Die Vorderachse springt in die Kurve, dass sich ein „ach so Einstiegs-Ferrari“ derart easy in die Biegung werfen lässt, erschreckt. Befehl: Vollgas. Gänzlich ohne Ladedruckpause wird der Befehl vollstreckt. Die Kurven werden winkliger, der Straße schmaler. Jetzt müssen die Synapsen und der lässige Italo-Roadster die gleiche Sprache sprechen.

Was stand in der Presse-Mappe? Neue Magna-Ride Dämpfer? Reagieren noch einmal 50% schneller als zuvor? F1 Trac-Traktisonskontrolle? Das große Besteck der italienischen Traktions-Experten. Und eine Karbon-Keramik Anlage, die den wilden Hengst binnen 34 Metern aus Tempo 100 zusammenbremsen kann?

Was dachten wir da nur? Der California ist nur ein „Frauen-Ferrari“. Kein echter Ferrari, weil Frontmotor und sogar 2+2 Sitze. Und dann dieses Dach. Klapp, zack, binnen Sekunden offen. Das kann ja nichts für „Männer“ sein. Ein Spielzeug. Mehr so Schickeria. Und absolut nicht auf Augenhöhe mit den anderen wilden Tieren der Ferraristi? Nun? Er ist vor allem von allem mehr. Mehr Performance, mehr Druck, mehr Leidenschaft. Natürlich darf man das Ganze nicht mit dieser unnachahmlichen Theatralik eines Ferrari 458 Speciale vergleichen. Doch der neue California T ist schlicht unfassbar gut. Wunderbar komponiert. Eine Symphonie für jeden Tag.

Testdrive 43 Ferrari California T

Eine Auto zum Genießen des Alltags. Du sollstest es genießen. Dir eine Lektion erteilen lassen. Verstehen, dass ein Ferrari nicht deswegen zum Hausfrauen-Auto wird,weil der Motor vorne und das Dach unten ist.  Das Gerede, dass früher alle Ferrari viel mehr Ferrari waren, lächle darüber.

Am Abend, nach Stunden des Glühens am Feldberg, kannst du glücklich und genussvoll zurück in die Stadt fahren. Die Köpfe werden sich wieder umdrehen – niemand wird denken: Er fährt das Auto seiner Frau. Niemand, denn der neue „California T“ ist, was draufsteht: Ein echter Ferrari. 

 

News: Ferrari 488 GTB – Maranello bläst zum Sturm

Es ist Montagmorgen um Sechs und ein Brüllen zerreißt die Stille im verschlafenen Maranello. Während der gemeine Italiener noch auf das Blubbern seiner Espresso-Schraubkanne wartet, ist Raffaele di Simone bereits draußen in den Hügeln. Denn Ferraris oberster Testfahrer ist unterwegs auf den letzten Abstimmungsfahrten mit dem neuen 488 GTB und kann ein Vierteljahr vor dem Beginn der Auslieferungen auf den Schlaf der Anwohner nun wirklich keine Rücksicht nehmen.

Kehlig, kreischend und mit jedem Gangwechsel eine andere Octave – der Weckruf des Achtzylinders klingt vertraut wie eh und je. Doch damit das so ist, musste di Simone oft hinaus in den frühen Morgen von Maranello. Denn auch wenn der 488 GTB eigentlich nur das Halbzeit-Facelift für den 458 Italia ist, markiert er so etwas wie eine Trendwende bei den Italienern – zum ersten Mal seit dem seligen F40 bauen sie wieder ein Coupé mit Turbo.

Was man im letzten Jahr im California T noch als Ausrutscher abtuen konnte, entwickelt sich deshalb langsam zum Trend: „Auch wir kommen nicht ums Downsizing herum“, räumt Motoren-Chef Vittorio Dini ein. Doch zumindest konnte der Ingenieur dafür sorgen, dass es nicht ganz so schlimm kommt. Er hat deshalb nur 0,6 Liter Hubraum geopfert und hat das Triebwerk nicht für einen minimalen Verbrauch optimiert, sondern auf maximalen Output getrimmt. Der Spriteinsparung von knappen zwei Litern stehen deshalb ein Leistungsanstieg um 100 PS und ein Plus von irrwitzigen 240 Nm gegenüber. Und bei Eckwerten von 670 PS und 760 Nm hat sich die Frage nach der Moral im Motorenbau ohnehin erledigt. Erst recht, wenn der Motor so spontan anspricht, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und wenn er wie jeder Ferrari so klingt, dass einem noch Tage nach der Testfahrt die Ohren singen. Basta, Schluss mit der Diskussion.

Obwohl die Italiener den 458 nun wirklich gründlich überarbeitet haben, gibt es Motor und Modellpflege nahezu zum Nulltarif und der 488 GTB steht mit 204.411 Euro in der Liste.
Obwohl die Italiener den 458 nun wirklich gründlich überarbeitet haben, gibt es Motor und Modellpflege nahezu zum Nulltarif und der 488 GTB steht mit 204.411 Euro in der Liste.

Mit seinem Kraftakt hat Dini allerdings auch die anderen Fakultäten bei Ferrari ordentlich ins Schwitzen gebracht. „Denn wir wollten, dass man die gestiegene Power des 488 genau so entspannt nutzen kann wie beim 458“, sagt Marketing-Mann Nicola Boari: Man muss kein Rennfahrer sein, um mit diesem Auto Rennen zu fahren. Dafür haben die Italiener noch einmal alle Register gezogen, das Fahrwerk neu abgestimmt, die Elektronik neu programmiert und viele Stunden im Sturm des Windkanals verbracht.

Dass man den 488 GTB diese Arbeit von außen nur an Details wie den Türgriffen ansieht, hat einen einfachen Grund: Bei aller Sportlichkeit wollen wir die Eleganz nicht preisgeben, sagt Designer Flavio Manzoni. Spoiler und Schweller verbieten sich für ein Auto wie den 488 GTB deshalb von selbst. Statt etwas anzustückeln an der Karosserie hat er deshalb lieber etwas weggenommen –zum Beispiel unter der Luftbrücke am Heck. Denn anstelle eines fetten Flügels haben die Italiener eine Art Windkanal ins Blech geschnitten, durch den die Luft unter einem formschlüssigen Quersteg hindurch nach hinten strömt und so bei 200 km/h immerhin 205 Kilogramm Abtrieb auf die Hinterachse bringt, ohne den Luftwiderstand zu erhöhen. Auch das ist ein Grund, weshalb 85 Prozent der 488 GTB neu sind. „Außer dem Dach und den Scheiben haben wir vom 458 nichts übernommen“, sagt der Designer

Aber die Arbeit hat sich gelohnt: Das Auto saugt sich jetzt förmlich an den Asphalt, liegt wie ein Brett auf der Straße und ist so explosiv wie eine Sprenggranate, wenn jemand den Stift gezogen hat. Von 0 auf 100 in 3,0 Sekunden, nach 8,3 Sekunden bei 200 km/h und bei Vollgas schneller als 330 km/h – so raubt es einem erst den Atem und dann die Sprache. Denn irreschnell und trotzdem narrensicher, beschleunigt er ohne jede Mühe, die Gangwechsel kommen so schnell und hart wie Gewehrsalven und die Nadel des Drehzahlmessers dreht so rasant, dass Auge und Gehirn kaum mehr hinterher kommen. Dazu noch die Bremsen mit einer Verzögerung, die sich anfühlt, als fahre man mit Vollgas gegen eine Betonmauer, und eine Lenkung, die direkter und präziser kaum sein könnte – so fährt man den Ferrari wie im Rausch und ist froh und dankbar, wenn man am Ende der Testrunde noch immer im Besitz seines Führerscheins ist.

Das Auto saugt sich jetzt förmlich an den Asphalt, liegt wie ein Brett auf der Straße und ist so explosiv wie eine Sprenggranate
Das Auto saugt sich jetzt förmlich an den Asphalt, liegt wie ein Brett auf der Straße und ist so explosiv wie eine Sprenggranate

Als wären die Reifen von Pattex und nicht von Pirelli klebt der mühsam zivilisierte Rennwagen auf der Straße, giert nach Kurven und macht mit jedem Kilometer süchtiger. Dabei lässt er sich beim Ritt auf Messers Schneide von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen und erweist sich als ausgesprochen umgänglicher Wegbegleiter. Denn wo andere Sportwagen ihren Fahrer gerne spüren lassen, wer hier der limitierende Faktor ist, gibt einem der 488 GTB gefährlich viel Vertrauen und motiviert zu mehr und immer noch mehr Gas. Der beste Beleg dafür ist eine neue Elektronikfunktion mit hohem Suchtpotenzial, die Ferrari ein bisschen sperrig Side Slip Angle Control (SSC) nennt. Offiziell regelt sie das Zusammenspiel von Stabilitätskontrolle, Differential und Drehmomentverteilung, inoffiziell ist sie aber die perfekte Drifthilfe. Denn mit ihren rasend schnellen Sensoren kann sie erkennen, ob der 488 tatsächlich aus der Bahn läuft oder der Fahrer absichtlich ein Übersteuern provozieren will. Im ersten Fall fängt die Elektronik den Tiefflieger im Nu wieder ein. Doch im zweiten Fall lässt sie dem Schicksal so lange seien Lauf, bis die Reifen quietschen, das Blut kocht und das Adrenalin rauscht – nur um den Wagen im letzten Moment doch wieder auf den Pfad der Tugend zurück zu führen: Heissa, was für ein Höllenritt.

Was mindestens genauso überrascht wie das Fahrverhalten des Turbos, ist übrigens sein Preis. Denn auch da ist der neue ganz der alte: Obwohl die Italiener den 458 nun wirklich gründlich überarbeitet haben, gibt es Motor und Modellpflege nahezu zum Nulltarif und der 488 GTB steht mit 204.411 Euro in der Liste. Da muss man sich lange überlegen, ob man aus reiner Sentimentalität die letzten Exemplare des 458 Spider bestellt, der noch bis zum Sommer gebaut wird. Denn der mag zwar den alten V8-Sauger haben, kostet aber gleich mal 15.000 Euro mehr – und fährt deutlich langsamer.

Zwar sind mit California T und 488 GTB nun die beiden absatzstärksten Modelle auf den Turbo umgestellt, doch auf den Weckruf der hochdrehenden Sauger müssen die Anwohner in Maranello trotzdem noch nicht ganz verzichten, verspricht Motorenmann Dini „Denn zumindest beim Zwölfzylinder ist der Abschied vom Sauger noch kein Thema für uns.“ Wenn Testfahrer di Simone demnächst mit den Prototypen der F12- und FF-Updates zur Frühschicht startet, dann wird deshalb nicht mehr geblasen, sondern wieder gesaugt. Den Anwohnern dürfte das egal sein. Denn egal mit welchen Motor – wenn ein Ferrari vorbei fährt, ist an Schlaf nicht mehr zu denken.

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

News: Ferrari-V12 der neuen Generation – Ohne Turbo, dafür mit Elektro-Boost

Als Ferrari den Mittelmotor-Sportler 488 GTB mit einem V8-Biturbomotor vorstellte, seufzten die Saugmotor-Fans. Befürchtungen, dass künftig auch die V12-Aggregate aus Maranello künstlich beatmet werden, zerstreut nun das britische Magazin „Autocar“. Die Zeitschrift zitiert eine der Firma nahestehende Quelle mit den Worten: „Es wird unsere V12 nicht mit Turbos geben.“ Stattdessen dürfe man sich in den kommenden Generationen auf 48-Volt-Systeme einstellen.

Um den Normverbrauch zu senken und globale Emissionsziele zu erreichen, müssen sich auch die Nobelhersteller etwas einfallen lassen – zum Beispiel den Einsatz eines Turboladers. Saugmotor-Fans hingegen bevorzugen das unmittelbare Ansprechverhalten eines nicht zwangsbeatmeten, also frei saugenden Aggregats. Ein 48-Volt-Hybridsystem kann sowohl die Verbrauchswerte optimieren wie auch zusätzlichen Schub beim Anfahren und Beschleunigen bringen. Zulieferer wie Bosch haben solche Systeme heute bereits im Produktportfolio.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

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Ferrari 488 GTB: Dem Druck gebeugt

Das Cabrio California T hat es vorgemacht: Nun setzt Ferrari auch beim Nachfolger seines Mittelmotorsportlers 458 Italia auf Turboladung. Dank der Zwangsbeatmung kommt der V8 des neuen 488 GTB bei relativ kleinem Hubraum auf 492 kW/670 PS Leistung. Premiere feiert der Supersportwagen auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März).

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Äußerlich ähnelt der Neue bis auf die zusätzlichen Lufteinlasskanäle auf den hinteren Kotflügeln noch dem 458, hinter beiden den Sitzen kommt nun aber der aus dem Frontmotor-Cabrio bekannte 3,9-Liter-Biturbobenziner zum Einsatz, der den noch 4,5 Liter großen Sauger des Vorgängers in fast jeder Beziehung alt aussehen lassen soll. Zunächst einmal bei der Leistung: Die wächst um 100 PS, das Drehmoment legt sogar um 210 Nm auf 760 Nm zu. Entsprechend besser sind die Fahrleistungen: Der Spurt auf Tempo 100 wird in nur 3 statt 3,4 Sekunden gelingen, weitere 5,3 Sekunden später soll die 200er-Marke erreicht werden. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit jenseits der 330 km/h angegeben (458: 325 km/h). Weiterer Effekt der Turboaufladung: Durch den geringeren Hubraum sinkt der Normverbrauch von 13,3 auf 11,4 Liter.

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Bei der Verbrauchsreduzierung spielt auch die überarbeitete Aerodynamik eine Rolle. Dabei ging es aber nicht vordringlich um einen reduzierten Luftwiderstand, sondern um größeren Abtrieb. Dafür sollen neben den neuen Einlasskanälen vor den Hinterrädern größere Lufteinlässe und eine doppelte Spoilerlippe an der Front, ein neuer Unterboden und ein Diffusor mit aktiven Luftleitelementen sorgen. Auch bei der Elektronik haben die Italiener nachgelegt. So ist der Drift-Assistent nun stärker mit Differenzial und aktivem Fahrwerk vernetzt. Im Cockpit gibt es ein neues Infotainment-System und neue Instrumente.

Der 488 GTB ist auch eine Reaktion auf die neue Konkurrenz in Person des McLaren 650S, der ein sehr ähnliches Motorenkonzept mit kleinem Hubraum und zwei Turboladern verfolgt, mit 477 kW/650 PS aber knapp unter dem Leistungsmaximum des Ferrari bleibt. Zu den weiteren Wettbewerbern des Italieners zählen Lamborghini Huracan, Audi R8 und Porsche 911 Turbo. Beim Preis dürfte sich der Ferrari mit wohl deutlich über 200.000 Euro an die Spitze setzen.

Autor: Holger Holzer/SP-X

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#radical14: Der Ferrari F458 speciale

Superlative lauern an allen Ecken. Der Beste. Der Schnellste. Der Schärfste. Als Auto-Blogger läufst du schnell in die Falle und verpulverst alle Superlative, noch bevor Du ein Superlativ erfahren konntest. Und dann? Wie willst du jemandem erklären, dass der Ferrari-V8 schneller die Drehzahlleiter hochdreht als ein katholischer Priester bei der Lektüre des Playboy auf sündige Gedanken kommt? Wie willst du erklären, was das warme Messer in der Butter macht? Wie die Präzision eines Skalpells erklären, wenn du dein ganzes rhetorisches Schwergeschütz bereits beim letzten Golf GTI verpulvert hast?  Eben. Aufgepasst. Denn es kommen Tage an denen fährt man Pagani, Lamborghini, McLaren oder eben Ferrari. Und selbst dann gibt es noch eine Steigerungsform, nein, dann muss noch eine rhetorische Steigerungsform in deinem Arsenal liegen, denn sonst bist Du der Arsch. Der Depp der keine Worte findet. Zumindest keine ausgelutschten.

Ferrari 458 speciale  @ #radical14

Es ist einer dieser Tage an denen die Kindheitsträume platzen könnten. Neben McLaren 650s, Corvette C7, Porsche GT3 und weiteren Spielsachen steht ein Ferrari F458 speciale vor der Käserei. Die Käserei? Ex-Käserei und heute Büro von Peter Ruch und Markus Chalilow und Startpunkt für #radical14. Weil ich im September mehr im Flieger als zu Hause auf der Couch saß, erlebte ich nur einen Teil des #radical14-Trips, vermutlich aber den geilsten Teil. Nachdem ich am Vortag den neuen Ford Focus und den neuen Nissan Pulsar gefahren bin, stand für diesen Tag mehr Leistung, viel mehr Leistung, auf dem Programm. Oder aber viel mehr Leidenschaft. Sowie dieser neue kleine Sportwagen, die Re-Inkarnation einer Marke. Das ich den Alfa Romeo 4C fahren konnte, war mir klar, da passte ich hinein. Das wusste ich noch von der Präsentation des Alfa 4C im letzten Jahr. Gedanken machte ich mir mehr um seinen großen Bruder. Die beiden Schweizer Journalisten hatten für #radical14 einen Ferrari 458 speciale eingeladen und den wollte ich, den musste ich, fahren. 135 PS pro Liter Hubraum. Es gibt keinen Saugmotor mit Straßenzulassung der mehr Kraft aus seinen Zylindern pumpt. 4.5 Liter Hubraum ergeben 605 PS. 605 PS bei 9.000 Umdrehungen (sic!!)und geschaltet wird bei diesem 458 nicht mehr von Hand. Binnen 60 Millisekunden wechselt das Doppelkupplungsgetriebe in F1-Manier die Gänge. (Um diese Zeitspanne mal zu erklären: Das menschliche Auge benötigt 50-80 Millisekunden um einen visuellen Reiz zwischen Netzhaut und Sehrinde zu verarbeiten. )

#radical14 toby25 Ferrari F458 speciale

Und dann stehst Du vor diesem außergewöhnlichen Fahrzeug, spulst im Kopf die technischen Daten ab:  605 PS, 540 Nm, 9.000 Umdrehungen maximal Drehzahl, Trockengewicht von 1.290 Kilogramm, 2.13 Kilogramm je PS, 58 % des Gewichts auf der Hinterachse. 398 mm große Carbon-Keramik Bremsscheiben. Mindestens 325 km/h Top-Speed. Und Du siehst die dünnen Schalensitze und darauf liegend, Vierpunkt-Gurte. Allgemein als der etablierte Feind des Bierbauchs bekannt. Innerlich hast du bereits Deine Emotionen unter Kontrolle. Egal. Auch nur ein Fiat. Fahre ich eben 4C. Oder Porsche GT3. Denn in die Porsche habe ich schon immer gepasst und der GT3 hier vor der Käserei hat auch keine Vierpunktgurte. Aber einmal reinsetzen, dass muss erlaubt sein. Das muss gehen.  Die erste Überraschung: Die Halbschalen passen. Klar, sie kneifen dich in deine Speckfalten, aber es passt. Sollten die SABELT-Gurte am Ende auch? Gezerrt, gefummelt, gedrückt, was im Rennsport Sinn macht ist einem schnellen Fahrertausch in den Schweizer-Alpen weniger zuträglich. SABELT-Gurte. Grmpfl. Komplett aufgezogen, die Schnalle über den Bauch geführt und *klack. Da bleibt sogar Luft. Also schnell noch einmal kräftig an den Laschen gerupft, Sitzt. Passt. Wackelt nicht mehr und Luft? Bekomme ich auch kaum noch. Aber ich sitze. Im F458 speciale. Ab in die Berge!

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Tempo 80 in der Schweiz

Als es endlich losgeht, hat dich der Ferrari bereits vollständig in Besitz genommen. Der fehlende Teppich, die fehlende Dämmung, Carbon für die Füße und nicht einmal ein Radio. Alleine die Schmiederäder in 20 Zoll haben je Rad 3 Kilogramm einsparen müssen. Die Klimaanlage haben sie dir gelassen. Scheint auch in der Emiglia Romana im Sommer, bei 9.000 Touren, zu warm zu werden als das man darauf auch noch verzichten könnte. Das „speciale-Programm“ für den Ferrari hat nicht nur schnellere Schaltzeiten für das F1-Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gebracht, sondern auch die Verzichtserklärung an Komfort und Schnick-Schnack. Hier geht es nur noch darum die Sportreifen warm zu fahren, die Bremse in ihre Temperatur-Komfortzone zu bringen und dann zu schauen, wer eher zuckt, der Fahrer oder der Ferrari. 9.000 Umdrehungen sind laut. Wer den F458 speciale ausdreht, der erhält das volle Programm. Rotziger Halb-V8-Sound untenherum, gieriges saugen durch die Luftsammler im mittleren Bereich und das Trompeten-Konzert von Jericho sobald es unter Vollast über 5.500 Touren geht. Darüber hinaus radikalisiert sich der Schalldruck, wandert Dir ohne Umwege direkt ins Hirn. Zerebraler Schnellweg ins Stammhirn. Empfindungen von Gewalt. Kontrollierte Gewalt. Der Mensch zuckt, der speciale schlägt sich ums Eck.

Porsche wird oft und zu Recht für die Entwicklung und die Perfektion des Heckmotors gelobt. Jede neue Porsche-Generation wird leichter zu fahren. Schneller und sicherer, trotz wenig idealen Antriebskonzepts. Während man bei Porsche diese Schritte feiert, so wie auch ich das tat, hat Ferrari dem Mittelmotor das kontrollierte driften angewöhnt.

Side Slip Angle Control (SSC) nennt Ferrari diese Technik. Wie ein ESP für Rennfahrer lässt Kollege Computer den Sportfahrer an der verlängerten Leine die Haftgrenze überschreiten und genehmigt der 305er Hinterachs-Bereifung  eine kontrollierte Dosis Gleitreibung. Auf dem Weg zum Gipfel, links löst sich der Himmel mit dem Tal ab und rechts kontrolliert das Bergmassiv deinen Freiraum, lasse ich die Experimente. Konzentriere mich auf den Teil mit der Haftung. Der 458 speciale beeindruckt auch ohne Side Slip.

 Alles andere ist Kindergeburtstag.

Mehr hätte ich zum F458 speciale eigentlich nicht schreiben müssen. Fabian Mechtel fand diese treffliche Beschreibung für den Italiener. Was Fabian, Sebastian und Peter sonst noch zum F458 speciale zu erzählen hatten, kann man in diesem Clip anschauen!

#radical14 toby01 Ferrari F458 speciale

Für mich persönlich war der Ferrari alleine die Anreise in die Schweiz wert. 4 Stunden hin, vier Stunden zurück. Alleine der speciale hätte mich glücklich gemacht. Und ja, natürlich hatte ich dem Italiener die größte Portion Emotionen zugestanden. Ja, Leidenschaft in Blech, Karbon und Edelmetall. Auch martialischen Sound habe ich erwartet. Was ich nicht erwartet hatte war die Perfektion mit der dieser Ferrari sein Leistungsversprechen erfüllt. Die Zusammenarbeit der Sportreifen mit dem Fahrwerk. Diese pedantische Präzision am Lenkrad, die unfassbare Traktion.  Mit dem Ferrari F458 speciale gibt es endlich ein Auto dem man zu Recht das Prädikat: Rennwagen mit Straßenzulassung zusprechen kann. Jeder der das zuvor über ein Auto schrieb, dass kein „speciale“ war, hat sein Pulver zu früh verschossen und wird wie ein Depp aus der Wäsche schauen, wenn ihm später keine Superlative mehr einfallen …

 —-> Zur Ferrari F458 speciale Galerie!

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Alle Fotos: Tobias Heil

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