NAIAS 2013 – Weshalb es US-Modelle einfach schwer haben!

NAIAS 2013 – Weshalb es US-Modelle einfach schwer haben!

Der Besuch auf der NAIAS in Detroit war verbunden mit einer langen Anreise. Über 4.600 Kilometer quer durch die USA. Von der Westküste nach Detroit und das binnen knapper 5 Tage. Der Mercedes-Benz Roadtrip war nicht nur eine passende Gelegenheit die neue E-Klasse durch die USA zu scheuchen, sondern auch – um einen Einblick in die US-Automobil-Welt zu bekommen.

US-Modelle – Einblicke auf der NAIAS 2013

Fährt man mehrere Tage lang über die Interstates der Vereinigten Staaten von Amerika, dann fällt einem nicht nur auf, dass die USA wirklich und noch immer die „Autofahrer-Nation“ Nummer 1 auf der Welt sind, sondern auch, dass man keinen ernsthaften Lokalkolorit zu den eigenen Automobil-Herstellern pflegt. US-Automobil-Hersteller verkaufen vor allem große und nicht günstige, sondern vielmals billige Fahrzeuge. Man kann es gut beobachten: Auf den Highways sind unzählige japanische und vermehr koreanische Fahrzeuge unterwegs. In den Wohnvierteln der „Upper Class“ wiederum stehen vor allem deutsche Automobil-Marken.

Aber wer fährt denn nun ab, auf diese US-Kisten? 

Es ist vor allem im Süden der USA zu beobachten, dass dort der klassische US-Pickup zum Standard-Fahrzeug gehört. Alle anderen wählen vermehrt Modelle anderer Hersteller. Doch woran liegt das? Sind US-Fahrzeuge zu simpel? Zu teuer? Zu schlecht verarbeitet? Nicht clever genug? Nicht weit genug entwickelt?

Auf der NAIAS hatte ich die Gelegenheit den Puls der US-Automobilhersteller zu fühlen, besonders interessiert war ich hier an Fahrzeugen und Herstellern, die es bei uns nicht gibt: Buick, Lincoln und GMC. An Full-Size SUV und Pickups.  Ein Beispiel für die Erfolglosigkeit von US-Automobil-Herstellern habe ich mir an dieser Stelle herausgesucht:

Lincoln Navigator

Ich kann mich gut an mein erstes Treffen mit diesem Modell erinnern, es muss Ende der ’90er  gewesen sein, als ich für ein paar Tage in New York war. Der Navigator fiel mir damals besonders auf. Ein großes imposantes Fahrzeug, mit stattlichem Kühlergrill und der Straßen-Präsenz eines Lastkraftwagen.

Der 2013’er  Lincoln Navigator basiert wie alle seine Vorgänger auf einer FORD-Plattform im Falle der aktuellen Modelle auf der gleichen Plattform, auf der auch der FORD F-150 hergestellt wird.  Das gezeigte Modell ist ein 64.570 $ teurer Navigator mit 5.4 Liter Flexfuel V8, einer Sechsstufen-Automatik und der Möglichkeit bis zu 4,1 Tonnen Anhängelast zu ziehen.

Rechnet man das in Euro um, dann steht dort ein echtes Schnäppchen: 48.500 Euro für einen V8-Fullsize SUV der bis zu sieben Sitzplätze bietet und echt schwere Hänger ziehen kann.  Soviel zur Theorie, aber am Ende ist es eben nur Theorie. Geht man davon aus, dass Fahrzeuge auf einer Automesse besonders gut vorbereitet sein müssen, ist der Zustand des ausgestellten Navigators schlicht erschreckend:

Katastrophale Heckklappen-Verkleidung. Nicht nur Spaltmasse in denen U-Boote wenden können, auch die Kanten sind nicht abgerundet - sondern weisen scharfe Grate auf!
Katastrophale Heckklappen-Verkleidung. Nicht nur Spaltmasse in denen U-Boote wenden können, auch die Kanten sind nicht abgerundet – sondern weisen scharfe Grate auf!
Klebereste an einer Dichtkante und eine optimistische bis gelangweilt wirkende Dichtleiste an der hinteren Tür.
Klebereste an einer Dichtkante und eine optimistische bis gelangweilt wirkende Dichtleiste an der hinteren Tür.
Klötzchen für Klötzchen. Ein wenig Plastik-Holz, viel Hartplastik und ein abstruser Mix aus Spaltmaßen und unterschiedlichster Plastikvarianten. Bäh.
Klötzchen für Klötzchen. Ein wenig Plastik-Holz, viel Hartplastik und ein abstruser Mix aus Spaltmaßen und unterschiedlichster Plastikvarianten. Bäh.

Ich bin durchaus fasziniert von der Größe und der schieren Masse eines Navigators und mein „Probe sitzen“ in einem F-150 Pickup hat mir klar gemacht: Ich muss so etwas mal fahren, aber kaufen?

Ein Auto das mit derartig offensichtlicher Lieblosigkeit gebaut wird? Niemals. Nie!

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger