Road to Wembley – FORD Anglia

Road to Wembley – FORD Anglia

Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.

Das ist ein Spruch von Gary Lineker.

Und ich, ich musste erst einmal googeln wer dieser Gary Linker denn wohl ist. Und siehe da – Gary ist Fußballkommentator bei der BBC und in den 1980er war er der beste Stürmer im englischen Fußball. Auf Wikipedia spricht man gar von legendär. Nun denn. Legendär ist für mich auf jeden Fall ein Ort mit besonderem Klang:

Wembley

Vor einigen Tagen fand dort das Champions-Liga Finale statt und es war klar, Gary Lineker würde wieder recht behalten – am Ende gewinnen die Deutschen. In diesem Fall würden aber auch die Deutschen verlieren. Waren es doch zwei deutsche Fußball-Spitzenvereine die sich an diesem Traditionsreichen Ort für ein Fußballspiel der Extraklasse treffen sollten.

Der FC Bayern gegen den BVB. So lautete das Finale der Champions Liga 2013. Und ich gebe offen zu – ich hatte keine Ahnung, wem ich die Daumen drücken sollte, denn für mich spielt Fußball keine wirkliche Rolle. Ganz ehrlich, ich habe sogar null Ahnung wer in der Bundesliga spielt und wer die Hauptdarsteller sind. Okay – ich kenne diesen BVB-Trainer Jürgen Klopp von einem genialen YouTube-Video mit den besten Sprüchen aus zahlreichen Presse-Konferenzen.

Jürgen Klopp

Und dann werde ich nach Wembley eingeladen und schlafe im gleichen Hotel wie „Kloppo“. Nah wem sollte ich nun die Daumen drücken? Der FIFA-Schal mit beiden Mannschaften wurde gleich einmal gekürzt und voller Vorfreude ging es nach Wembley:

Klopp Ford Anlia

Und dann mussten sich Jürgen Klopp und ich, auch noch den Platz auf dem Weg nach Wembley im 1969 er Ford Anglia teilen.  Nicht umsonst stand dieses Event unter dem Namen:

„Road to Wembley“

Für mich hat am Ende die richtige Mannschaft gewonnen. Denn während des Spiels wurde eines klar: Die Bayern mögen einen tragischen Fall von „Wirtschaftskriminalität“ in der Vereinsführung haben, aber die so gerne als „Echte Liebe“ beschworene Fan-Gemeinschaft der BVB-Fans ist auch nur oberflächliches „trullalala“. Was ich während des Final-Wochenendes so in meinem Facebook-Stream lesen durfte, das vermaledeite mir doch schnell alle Sympathien für die schwarz-gelben. Am Ende blieb nur ein rhetorisch abgebrühter Trainer mit Kult-Status. Auf Seite der Bayern aber – nun, da sitzt dieser leicht arrogante Habitus den man eben nur dann haben kann, wenn man über Jahrzehnte erfolgreich war. Und Erfolg ist selten ein Zufall.

Der BVB und Jürgen Klopp fuhren natürlich nicht mit dem Ford Anglia nach Wembley in das Stadion – dafür hatte die Mannschaft den feinen MAN-Reisebus mit nach England gebracht. Und sie fuhren deutlich vor uns los.

FORD Anglia

Der Name ist nun ein paar mal gefallen: FORD hatte mich nach Wembley eingeladen und neben den aktuellen Modellen wie Ford Kuga (Fahrbericht folgt im September), dem neuen Fiesta ST (muss ich noch fahren!) und dem neuen FORD Tourneo Custom (Bild hierunter) hatte es mir vor allem die Möglichkeit mit dem Anglia zu fahren, besonders angetan. Ich bin Baujahr 1975 – also bereits ein Youngtimer – der Anglia den ich fahren konnte, der stammte jedoch aus dem Jahr 1969 – der war also 44 Jahre alt.  Und das fand ich dann doch mal richtig geil. Als Auto-Blogger fahre ich ständig neue Autos – aber wie fährt sich eigentlich so ein Oldie?

Ford Tourneo Custom

Und nun zum:

Ford Anglia – 1969 – 1 Liter Hubraum – Kein EcoBoost – 39 PS

Ford Anglia driving to Hogwarts

Warum eigentlich der Anglia? 

Die Historie der Marke Ford ist reich an besonderen Fahrzeugen, eine Menge Oldies wären interessant gewesen. Für mich vor allem die alten Sportler aus den 80 zigern – oder auch alte US-Modell. Warum war der Anglia auserkoren worden?

Harry Potter

Nein, das ist dieses Mal kein Fußballspieler – das ist eine Romanfigur der englischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling und ganz in der Nähe unseres Hotels lagen die „Warner Bros. Harry Potter Filmstudios“. Neben dem Fußball-Event, dem neuen Fiesta ST, dem neuen Kuga, dem alten Anglia und diesem wundervollen Hotel gab es am Event-Wochende auch noch einen Einblick in die Geschichte der Harry Potter Filme. Und schon wieder erwischt.

HarryPotter Hogwards Speisesaal

Ich bin weder ein Fußball-Fan, noch reizt mich Harry Potter – hey, Star Wars wäre cool gewesen. Aber okay – ich werde alt und snobbisch 😉

Zurück zum FORD Anglia

Ford Anglia Harry Potter

Das von mir gefahrene Modell hatte einen 1 Liter Vierzylindermotor mit gnadenlosen 39 PS und ein Vierganggetriebe mit unsynchronisiertem ersten Gang.  Die erste Erkenntnis der Fahrt durch englische Hintergärten war: Früher waren die Menschen schmaler. Sie müssen.

Das große aber spindeldürre Lenkrad lies mir bedenklich wenig Platz über – aber die Sessel in der ersten Reihe waren, aufgrund des  Federkerns nicht in der Lage, meiner Gewichtsklasse viel entgegen zu setzen und so wurde dank ein wenig körperlicher Gewalt der Platz zwischen mild grünem Lesersessel und schwarzem Zweispeichen-Lenkrad auf wundersame Weise größer.

Rechts sitzen, links schalten. Nicht genug der Zumutung für uns Kontinental-Europäer, auf der Insel die falsche Straßenseite nutzen zu müssen, nein – den Schalthebel links zu finden, das verwirrte mich doch mehr, als die Nutzung eines Choke um den kleinen Vierzylinder nach dem Start noch bei Drehzahl und Laune zu halten.

Ford Anglia Cockpit

Doch der Rest war kinderleicht. Der erste Gang war wo ich ihn vermutete – vorne links, die Kupplung extrem nachsichtig mit einem Oldtimer-Anfänger und der kleine EcoBoost Motor ordentlich bei der Sache.  Bei meiner Ausfahrt raus aus der Park ähnlichen Anlage des Hotels – The Grove Hotel – und über – dieses Mal wirklich pittoreske und verwinkelte und – verflucht schmale Landstraßen hat mich ein „andere Blogger“ begleitet der ebenfalls zu diesem Event eingeladen war. Robert – seines Zeichen dünner als ich – aber auch nicht untergewichtig —  und ich. Wir beide in dieser 39 PS-Zauberkiste (die eben auch eine Rolle bei Harry Potter spielte!). Mit Robert und mir an Board, musste der Anglia dieses Mal wirklich zaubern. Und zwar ohne green screen, dafür mit ordentliche grünen Wiesen die unsere kleine Landtour einrahmten.

Während ich erstaunt und voller Endorphine darüber war, wie leicht sich dieses 44 Jahre alte Auto fahren lies, verpasste ich prompt die von den Veranstaltern vorgeplante Route und befand mich auf der Autobahn wieder.

Auf der Autobahn , mit dem Anglia

Als ich mich noch wunderte, wie schnell 50 km/h in diesem Anglia sind – kam mir der Gedanke, dass der Tacho vermutlich keine Kilometer pro Stunde anzeigte, sondern die zitternde Tachonadel mit Meilenwerten beglückte. Da relativierte sich dann auch die anfängliche Kritik während der Fahrt – so richtig lahm war der kleine Anglia doch gar nicht. Auf der Autobahn konnten wir im vierten Gang sogar problemlose die linke Spur für uns frei machen und behaupten. (Wer den Gag findet, darf ihn behalten!) 

Ernsthaft. Es gibt zwei Erkenntnisse für mich aus dieser Tour mit dem Anglia: Zum einen die Tatsache, dass auch ein 44 Jahre altes Auto, noch immer wie ein Auto zu bedienen ist und man erstaunlich viel zurück bekommt – selten bin ich so „ehrlich“ über Landstraßen gerumpelt. Und zum anderen:  Ich bin erstaunt wie wenig sich am eigentlichen Prozess des „Auto fahrens“ geändert hat.

Pedale und Lenkrad – Sitzende Haltung

Alles das hat sich in den letzten 40 Jahren überhaupt nicht verändert. Freilich, heutige Autos fahren genau dorthin, wohin man will und lenken nicht nur „in etwa“ in die Richtung in die man das Lenkrad einschlägt und ja, ABS und Bremskraftverstärker sind echt feine Erfindungen wenn man auf schmalen britischen Landstraßen vor einem großen Land Rover nicht in die Büsche verschwinden will.

Ford Anglia

Nach Wembley sind wir dann leider doch im klimatisierten VIP-Reisebus gefahren, aber gut – der Anglia hätte ohne die Zauberhilfe von einem gewissen Harry Potter vermutlich auch keine ganze Reisegruppe pünktlich zum Anpfiff in dieses Traditions-Stadion gebracht.

 

FORD Anglia – Galerie

Das Ergebnis des Fußball-Spiels?

Ach so, das haben natürlich die Bayern gewonnen.  2:1 gegen die Schwarz/Gelben – Tut mir leid für Jürgen Klopp.

 

 

 

 

 

 

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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