Smart „ready to share“ – Nimm’ doch meinen!

Smart „ready to share“ – Nimm’ doch meinen!

Erst kürzlich hat Smart seinen Paket-Service „ready to drop“ gestartet, jetzt zündet die Mercedes-Tochter die nächste Stufe. Mit „ready to share“ können Smart-Fahrer ihren Wagen, wenn sie ihn nicht selbst brauchen, ganz einfach Freunden, Bekannten oder Kollegen überlassen und müssen nicht mal mehr den Schlüssel persönlich übergeben. Möglich macht’s die Technik, die auch die Car-to-go-Flotte nutzt.

In ausgewählten Städten (unter anderem Stuttgart, Köln und Berlin) können Smart-Fahrer ihren City-Flitzer seit kurzem mit einer Connectivity-Box ausrüsten lassen. Über das kleine Kästchen hinter der Windschutzscheibe lässt sich der Smart dann per Smartphone-App öffnen – so kann der DHL-Bote ein Paket im Kofferraum platzieren. Nun erweitert Smart diesen Pilotversuch um eine weitere Funktion: Wer schon ”ready-to-drop“ nutzt, kann mit der gleichen Hardware auch sein eigenes, kleines Car-Sharing-System aufsetzen. Über die App können Smart-Besitzer festlegen, zu welchen Zeiten sie ihren Wagen vermieten möchten und dann Leute dazu einladen, auf den Kalender zuzugreifen. Noch muss jeder potentielle Mieter persönlich hinzugefügt werden, so dass sich der „Kundenkreis“ anfangs wohl auf Familie, Freunde oder die Kollegen in einem kleinen Unternehmen beschränken wird. Später könnte dieser Kalender auch öffentlich zugänglich sein – zum Beispiel über Daimlers zusätzlichen Car-Sharing-Service Croove oder per Facebook.

Neben den verfügbaren Zeiten kann man in der App auch einen Preis für die Vermietung festlegen: Entweder, man überlässt den Wagen kostenlos, zum Selbstkostenpreis – den der Wagen auf Basis der aktuellen Spritpreise automatisch errechnet – oder sogar mit einem kleinen Aufschlag, um Geld zu verdienen. So soll es über kurz oder lang möglich sein, mit wenigen Fahren im Monat zum Beispiel die komplette Leasing-Rate zu verdienen. Das System kann sogar so programmiert werden, dass es nur Geld verlangt, bis eine voreingestellte Summe erreicht ist. Denn: Wer mit der Vermietung mehr Geld einnimmt, als ihn der Wagen überhaupt kostet, rutscht schnell in den gewerblichen Bereich. Das sollte zumindest zuvor mit dem Finanzamt abgeklärt werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. Zusätzlich zum Preis lässt sich auch eine Homezone festlegen, in der der Wagen nach der Fahrt wieder abgestellt werden muss; auch das wird wohl erst wirklich interessant, wenn man seinen Wagen im größeren Stil anderen überlässt. Anfangs dürften Formalitäten wie der Abstellort oder aber wer die Tankrechnung zahlt eher auf dem kurzen Dienstweg zwischen Eigentümer und Fahrer geregelt werden.

Hat man seinen Smart zum Verleih freigegeben und einer der eingeladenen Car-Sharing-Teilnehmer will den Wagen nutzen, kann er ihn über die App buchen – je nach Einstellung muss die Buchung eventuell vom Eigentümer noch bestätigt werden. Der kann sie auch jederzeit wieder stornieren, falls er den Smart doch selber braucht. Erst kurz vor der vereinbarten Mietzeit erfährt der Nutzer den exakten Standort des Wagens; dort angekommen kann er ihn dann über sein Smartphone entriegeln. Gestartet wird vorerst noch ganz konventionell per Schlüssel, der im Auto deponiert werden muss. Ohne die vorherige Entriegelung per App ist der Schlüssel allerdings nutzlos, sprich, wenn jemand den Wagen aufbricht, kann er trotzdem nicht den Motor starten. Ein Vorteil für den Eigentümer: Er kann in Zukunft den Auto-Schlüssel immer daheimlassen, denn als Eigner braucht er den Wagen natürlich nicht zu buchen, sondern kann ihn jederzeit per App öffnen und mit dem hinterlegten Schlüssel davonbrausen.

Zumindest so lange der Pilotbetrieb läuft – während dem die Nachrüstung der Connectivity-Box und die Bereitstellung der Services übrigens kostenlos ist – stellt Smart außerdem eine Vollkasko-Versicherung für alle Car-Sharing-Fahrer bereit. Wie das in Zukunft mit den Assekuranzen geregelt wird, ist noch offen – doch zeigen laut Smart die großen Versicherungsgesellschaften großes Interesse an der CarSharing-Thematik. Auch das finale Preismodell für die Connectivity-Box und die „ready-to“-Angebote ist noch nicht in trockenen Tüchern. Allerdings geht Smart von eher geringen Kosten für aus. (Michael Gebhardt/SP-X)

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