Fahrbericht: Hyundai Genesis Coupé 3.8

Fahrbericht: Hyundai Genesis Coupé 3.8

Wer die aktuelle Tagespresse für Wirtschaftsthemen liest, bekommt schnell einen Eindruck vom Erfolg des koreanischen Herausforderers Hyundai im Umfeld der etablierten Marken. Nicht nur auf dem deutschen Markt, sondern weltweit läuft der Autobauer aus Korea in der „Erfolgsspur“. Damit nicht genug: Neben den ständig steigenden Absatzzahlen ist Hyundai auch noch profitabel im Geschäft unterwegs. Mit einer Umsatzrendite von 10,4 % ist Hyundai ebenso erfolgreich wie AUDI und BMW.

Wie machen die das? 

Exemplarisch für die Marke Hyundai habe ich mir zwei Modelle angeschaut, die das verkörpern sollen, was Automobil-Hersteller am Markt anbieten müssen, um erfolgreich zu sein. Emotionen und/oder Praxisnutzen. Der Fahrbericht zum Hyundai i40cw, einem Mitbewerber des Volkswagen Passat Variant und das Modell meiner Wahl zum Thema „Praxisnutzen“, folgt in den kommenden Tagen. Hier erst einmal der Fahrbericht über das „emotionalste“ Auto im Hyundai-Angebot. Das Genesis Coupé.

Genesis Coupe

Im Fahrbericht:

Hyundai Genesis Coupé 3.8

Das potente Rauhbein

Das mit dem Design haben sie auf jeden Fall schon drauf. Das Genesis Coupé wirkt kraftvoll, die Dachkuppel zieht sich sportlich über die hinteren zwei Drittel des 4,63 Meter langen 2+2-Sitzers. Der Genesis überzeugt im Stand durch seine wohlig klassische Coupé-Form und den kurzen Überhängen. Energisch und kraftvoll wirken die 19 Zoll großen Räder in der Seitenansicht. Von vorn dominiert der Kühlergrill und ist bereit, um im Rückspiegel der Vorausfahrenden unmissverständliche Botschaften zu übermitteln.

Das Hyundai Genesis Coupé

Hyundai Genesis Fahrbericht Foto

Erstkontakt:

Die kurze Automobil-Historie der Koreaner im Hinterkopf wundere ich mich im Innenraum über das bereits erreichte Niveau in Bezug auf Materialwahl und Verarbeitung. Hier knarzt nichts. Was man anfassen kann, wirkt solide und viele Oberflächen können in der Qualität durchaus mit dem mithalten, was die großen Namen der Branche liefern. Der Startknopf lauert versteckt hinter dem Lenkrad, eventuell ein wenig zu tief im Armaturenbrett platziert. Die Mittelkonsole will mit einer Plastikblende in Titanfarbe beeindrucken, rund um das Radio-Bedienteil wartet Klavierlack auf Fettfinger-Abdrücke.

Cockpit Hyundai GenesisDie drei Rundinstrumente unter dem Radio-Bedienteil lassen das „Fast & Furios“-Fieber in mir aufkommen. Eine analoge Anzeige für die Motoröl-Temperatur? Das gibt es heute leider viel zu selten. Die beiden Rundanzeigen für „Acceleration“ und „Torque“ verbuche ich dafür unter der Kategorie „unnötige Folklore“.

Rundinstrumente versprühen den Charme der alten Tage

Rauhbein

Den 3.8 Liter großen und frei atmenden V6-Motor per Fingerdruck geweckt – eine rauhe Anfangssymphonie durchläuft die Karosse. Der erste Eindruck? „Der wirkt so herrlich ungehobelt.“ Das manuelle 6-Gang-Getriebe will mit Nachdruck bedient und geschaltet werden. Dazu liegt der Schaltknauf gut in der Hand und auch die Ergonomie hinter dem Lenkrad wirkt im ersten Moment gut.

Die Kupplung gibt sich gefühllos und der Druckpunkt will sich nicht so recht zu erkennen geben. Das können andere besser – doch der heisere Klang des mit reichlich Hubraum gesegneten V6-Motors entschädigt.

Kumpelhaft informiert mich das Fahrwerk des Genesis über den Zustand der Straße. Ein wenig mehr Zusammenarbeit von Federn und Dämpfer wäre wünschenswert; der Umgang mit den ersten Asphaltflicken auf meiner Tour fiele deutlich charmanter aus. Die Abstimmung des Fahrwerks wirkt unausgereift. Zu sehr bockt der über 1,6 Tonnen schwere Koreaner bei dynamischen Landstraßen-Touren. Nur zaghaft wächst das Vertrauen in die querdynamischen Leistungsfähigkeiten. Und wer ambitioniert am Lenkrad dreht, stört sich am zu flachen Winkel desselben und daran, dass wieder einmal der Verstellbereich nicht groß genug ist.

Dafür kann der Direkteinspritzer-Motor mit Kraft und Durchzug begeistern – also die Drehzahlleiter rauf und rein mit dem nächsten Gang. Doch zu lang sind die Schaltwege – und damit die Schaltpausen. Keine Beschleunigungsorgien ohne heftiges Kopfnicken.

Also gut. Runter von der Landstraße, rauf auf die Autobahn und das Genesis Coupé frei laufen lassen …

Hyundai Genesis Cockpit erste Reihe

Tempojagd

347 PS bei 6.400 Umdrehungen. Der Motor schiebt kräftig an und erst bei Tempo 260 ist Schluss mit der Herrlichkeit. Untermalt wird der Trip über die Autobahn durch ein angenehmes, kehliges Röhren des 3.8-Liter-Motors. Von 180 bis 240 geht es kurzweilig vorwärts, reale 260 erreicht der Korea-Brummer mit ein wenig Anlauf.
Potenter 3.8-V6-Saugmotor
Hyundai V6 Motor GDI

Der mit einer variablen Ventilsteuerung ausgerüstete Direkteinspritzer hat nicht nur oben herum ordentlich Dampf (347 PS), sondern auch unten herum genug Druck (400 Nm). Damit lässt sich die Fuhre auch schaltfaul fahren.

Feinschliff tut not

Doch Fahrwerk und Lenkung brauchen noch ein wenig Feinschliff, damit sie ihr ganzes Potential ausspielen können. Die Lenkung agiert in der Mittellage zu unpräzise, im niedrigen Geschwindigkeitsbereich zu schwergängig und bei hohem Tempo zu gefühllos. In Verbindung mit dem ungehobelten Fahrwerk wird daraus nichts, was man mit Begeisterung erfahren möchte. Es bleibt Platz für Verbesserungen und diese werden kommen, da bin ich mir sehr sicher. Denn Hyundai eröffnet demnächst ein Test- und Technik-Zentrum direkt am Nürburgring. Das potente Coupé dürfte von der Arbeit dort, vor allem im Bereich des Fahrwerks-Setups, enorm profitieren.

Zudem wäre es schlicht schade, würde man die Potentiale des urigen Coupés nicht nutzen!

Leistung:

347 PS

Kraft:

400 Nm

0-100 km/h:

6,1 s

Hyundai Genesis V6 Heckansicht

Vorteile – Nachteile – Fazit … auf der nächsten Seite geht es weiter.

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Link: fanaticar über das potente Korea-Coupé

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Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger