Gefahren: Der neue Infiniti Q50

Gefahren: Der neue Infiniti Q50

Kneift man die Augen ein wenig zu, blinzelt man beim Blick auf die Scheinwerfer und schaut man nur flüchtig auf die Linien des neuen Q50, dann findet man doch ein paar optische Anleihen, die an einen Premium-Hersteller aus München erinnern. Und da wollen sie auch hin, die Revoluzzer des Dienstwagen-Segments. Im Interview mit Christian Blank (Direktor Infiniti Europa) wurde deutlich, der neue Q50 ist nicht einfach nur ein Neustart für die Marke in Deutschland, sondern eine mögliche Revolution für den Dienstwagen-Markt und dank Heckantrieb und dynamischen Handling ist die Stoßrichtung klar definiert.

Revolte in der Dienstwagenklasse

Infiniti Q50 erste ausfahrt

Der erste Eindruck:

Der neue Infiniti Q50 ist eine klassische Limousine geworden. Mit knappen 4.80 Metern genau zwischen dem Dreier und dem Fünfer von BMW positioniert. Der Radstand streckt sich über 2.85 Meter und liegt damit abermals genau zwischen BMW Dreier und Fünfer. Die Proportionen zeichnen eine dynamisch gestreckte Limousine mit langer Motorhaube, kurzem Heckdeckel und einer markanten C-Säule. Die hintere Tür geht in eine kraftvolle Schulterlinie über, die den Q50 satt auf der Straße stehen lässt. Das Design ist erfrischend anders, zum Glück aber weniger Barock als der Vorgänger.

An der Front steht der mittlerweile zum Markengesicht gewachsene Kühlergrill mit einem selbstbewusst in die breite gegangenen Infiniti-Logo.

Infiniti Q50 Dienstwagen Alternative Test

So fährt er sich:

So richtig Eindruck schindet der Q50 in der Verbindung mit dem „DAS“ getauften „Steer-by-Wire“ System, bei dem die Lenksäule von der Vorderachse entkoppelt wird und Sensoren, Aktuatoren und Elektromotoren die Führung übernehmen, wenn es über schlechte Straßen geht. War es bislang nur logisch, dass der Weg vom Lenkrad zu den Rädern auch genauso zurück funktioniert, also Stöße und Vibrationen von den Rädern der Vorderachse über die Lenkung an den Fahrer zurück gegeben werden, ist das „Dynamic Active Steering System“ in der Lage genau das zu vermeiden. Während man über üble Buckelpisten fährt, bleibt das Lenkrad ruhig, es schlägt nicht hin und her – das System filtert dieses Feedback der Räder an das Lenkrad einfach aus.

Was für eine neue Dimension des Lenkkomfort sorgt, wirkt auf der Straße erst einmal sehr künstlich. Es scheint als wolle uns die Zukunft im Automobil dorthin entführen, wo Flugzeuge heute bereits sind. Auch wenn der Q50 noch immer eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse besitzt – bleibt dies nur die „Back-Up Lösung“ für den Notfall. Im Alltag wird es möglich die Reaktion der Lenkung auf die Eingabe des Fahrers nach Wunsch einzustellen. Sportlicher, direkter und mit mehr Widerstand – oder extrem leicht, mit größeren Lenkwinkel? Die Software des „DAS-System“ spielt den Übersetzer zwischen den Wünschen der Fahrer und der Lenkung. Beeindruckend demonstrieren lies sich das auf einer speziell vorbereiteten Slalom-Strecke. Während der Q50 in der Version ohne „DAS“ bei Tempo 30 beim durchfahren des Slalom ein überkreuzen der Arme notwendig macht, fuhr der Q50 mit „Dynamic Active Steering“ und aktivierter Sport-Einstellung mit nur halb soviel Lenkradarbeit durch den gleichen Parcours.

Infiniti Q50 Firmenwagen Auto Leasing Test

Zurück auf die Straße

Auch beim neuen Q50 bietet Infiniti weiterhin den sportlichsten Hybriden im Segment an. Mit einer Systemleistung von 364 PS sprintet der Q50 mit der Kraft aus Benzinmotor und E-Antrieb binnen 5.1 Sekunden auf Tempo 100 und bleibt dennoch unter der 150 Gramm / KM CO² Marke (NEFZ kombiniert)

Er versteht sich auch mit neuem Namen, neuem Gesicht und neuen Talenten als der Dynamiker unter den Hybriden – eben wie sein Vorgänger der M35h. Doch mit dem neuen Q50 zieht eine sinnvolle Alternative mit in die Preisliste ein: Der „kleine Diesel“.

Infiniti q50 Front kühlergrill Logo Design

Kleiner Diesel

Pssst. Interessierte Dienstwagen-Käufer werden es nicht gerne lesen, aber der 2.2 Diesel macht aus dem sportlich gezeichneten Q50 die Buchhalter-Variante im Infiniti-Programm.  Plötzlich sind 170 PS genug und mit 4.4 Liter (NEFZ-Norm) auf 100 km wird der Q50 zu einem echten Sparbrötchen. Nicht gespart wird am Drehmoment. Der von Technologie-Partner Mercedes-Benz gelieferte Bi-Turbo Diesel stemmt 400 Nm in Richtung des Siebengang-Automatikgetriebes. Das reicht um den klassisch per Heckantrieb bewegten Edel-Japaner kraftvoll durch die Landschaft zu schieben.  Es reicht wirklich. Das 7-Gang Getriebe bleibt dabei wohltuend cool in seiner Schaltstrategie und vertraut auf den Drehmomentschwall des kleinen Diesels.

Im Gegensatz zum Hybrid-Q wird der Diesel-Q in der Stadt jedoch nicht zum „Flüsternden Firmenwagen“, der Q50 2.2 Diesel nagelt hörbar vor sich hin, wenn nicht gerade die Start-Stopp-Automatik an der Ampel eingreift. Der Hybrid-Q (den es übrigens sowohl mit reinem Heckantrieb, als auch mit Allradantrieb gibt) kann dank 67 PS Elektromotor den Stopp&Go Alltag in den Städten auch völlig geräuschlos und ohne lokale Emissionen meistern.

Infiniti Q50 erster Test seite Design

Varianten, Versionen, Verkaufspreis

Infiniti meint es ernst. Auch wenn die Marke im Prinzip erst 2012 als eigenes Unternehmen gegründet wurde, seit 24 Jahren gibt es die Edelmarke des Nissan-Konzern bereits in den USA und mit dem Q50 will man nun in Europa für Bewegung im Segment der klassischen Limousinen sorgen. Und die Zeichen stehen gut.

Zum Marktstart im November bietet Infiniti zwei Motoren, zwei Ausstattungslevel, zwei Getriebevarianten und zwei Antriebstechniken an. Der 2.2 Liter Diesel von Mercedes gehört nicht zu den verschliffenen Aggregaten auf dem Markt, aber zu den sportlichsten und vor allem, zu den sparsamsten.

Der Q50 Hybrid ist ein großer Sprung und bedeutet eine vollständige Charakterverwandlung des Q50. Vom sparsamen Dienstwagen, zum edlen Sonderling mit fulminantem Antriebsstrang.

Den absoluten Einstieg markiert der 2.2 Diesel mit manueller Sechgangschaltung und 34.350 € in der Preisliste, dafür bekommt man eine Limousine mit Heckantrieb, 114 Gramm CO²-Emissionen je Kilometer und einer A+ Effizienz-Einstufung.

Die kraftvolle Hybrid-Version kostet mindestens 51.356 €.

Infiniti Q50 Heckleuchten Gestaltung Design

Fazit:

Die Marke Infiniti hatte in Deutschland keinen leichten Start. Als man 2008 auf den Markt kam, schlug gerade die Wirtschaftskrise zu und auch bei den Fahrern von Firmen- und Dienstwagen war man erst einmal nicht in der Laune, Experimente zu starten. Der Q50 könnte sich zum Geheimtipp unter den Limousinen-Käufer dieser Republik etablieren. Die Verarbeitung stimmt, die Technik-Features sind wirklich gut und was die Fahrdynamik angeht, so gehört der Q5o zu den Dynamikern seines Segments.  Wird dabei aber nicht zum Säufer. 

Die Zeichen in der Klasse der Firmenwagen stehen auf Sturm, der Q50 ruft die Revolte aus! Ich bin gespannt auf seine Erfolge!

Technische Daten:

Hersteller: INFINITI
Modellname: Q50
Karosserievariante: Limousine 4-Türig
Motor: 2.2 Diesel oder V6-Hybrid
Getriebe: 6-Gang Manuell oder 7-Gang Automatik
Antrieb: Heckantrieb, oder Allrad
Hubraum: 3.498 ccm | Q50 3.5h
Leistung: 364 PS  | Q50 3.5h
Drehmoment:
Von 0 auf 100 km/h: 5.1 Sek. | Q50 3.5h
Höchstgeschw.: 250 km/h | Q50 3.5h
Verbrauch nach Norm: 6.2 Liter / 100 km | Q50 3.5h
CO2-Ausstoß nach Norm: 144 g/km | Q50 3.5h
Testverbrauch: nicht ermittelt
Räder:
Leergewicht: ab 1.641 kg
Länge, Breite, Höhe: 4790 / 1820 / 1455
Lustfaktor / max 10 Punkte:  6 von 10
Preis: ab 34.350
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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

3 Comments

  1. Hallo, mein Name ist Torben und ich wollte Fragen ob das Gefühl am Lenkrad auch nach ein paar Kilometern noch merkwürdig war oder ob du dich daran schnell gewöhnen konntest.

    Ich lese Deinen Blog immer, würde mich sehr freuen wenn Du meine Frage ausführlich beantworten könntest.

Das Leben ist schön – Infiniti Q60

Es gibt Autos, die kauft man nur aus einem Grund: Weil man sie schön findet. Die Premium-Marke von Nissan, Infiniti, hat genau so ein Fahrzeug im Programm. Ein zweitüriges Coupé, elegant, sportlich, dynamisch im Design, einfach schön. Mit allen Nachteilen eines Zweitürers – aber hey, wir leben nur einmal. Warum also nicht einfach ein schönes Leben leben Auto fahren?

Fahrbericht

Infiniti Q60 3.0t AWD – Das Leben ist schön

Dass man sich bei der Marke Infiniti bei einem Premium-Brand befindet, merkt man schnell und deutlich. Nichts an diesem Q60 ist so, weil es einfach nur so sein müsste, sondern weil es schön und gut ist, so wie es eben ist. Alleine die Entscheidung als Nischenmarke, noch ein weiteres Nischenmodell zu bringen, muss mit Respekt belohnt werden. Der kleine Ableger der japanischen Marke Nissan, Infiniti, verkaufte 2016 gerade einmal knapp 3.000 Autos in Deutschland. Weit weg von dem, was man bereits in den USA erreicht. Aber sich da mit einem Luxusgerät, einem Coupé, weiter profilieren zu wollen, ist eine klare Ansage. Hier geht es einfach nur um eine Tatsache: Das Leben ist schön. Also fahren wir Autos, die dazu passen.

Schöne Schale

Der Q60 trägt die Handschrift von Alfonso Albaisa. Und was der Chef-Designer mit den kubanischen Wurzeln bei der asiatischen Marke mit der Limousine Q50 angefangen hat, führt er mit dem Q60 fort. Ein emotionales Design. Dabei doch so klassisch. Neu interpretiert. Eine lange Motorhaube, eine flache und dynamisch verlaufende Dachlinie, elegante Fensterlinien mit einem Charakter-Knick vor der C-Säule. Ein breiter Hintern, dennoch sportlich knackig, markiert den Abschluss. Darunter liegend, eine fette doppelflutige Auspuffanlage.

Während der Basismotor des Q60, ein Zweiliter-Vierzylinder Turbo mit 211 PS, vom Kooperationspartner Mercedes-Benz kommt und mit reinem Hinterradantrieb erhältlich ist, fährt das mit einem 3.0 Liter V6 Bi-Turbo und 405 PS starkem Triebwerk ausgerüstete Top-Modell mit Allradantrieb und Siebengangautomatik vor. Und genau diese Kombination passt zum unwiderstehlichen Luxusgedanken eine Zweitürers. Ein Autos, unnötig wie dem Papst seine Eier. Aber attraktiv wie Penelopé Cruz und sündig wie Katy Perry. Eventuell eine der sündigsten Versuchungen, derer man in dieser Preisklasse erliegen kann.

Kleiner Kern

Dass so  eine sexy Linie und deren ebenso klassischen Proportionen von Natur aus so unpraktisch sind wie High-Heels für die Wanderung auf den Watzmann, verständlich – aber akzeptiert. Die Rücksitzbank darf zum Beispiel mehr als Zeichen des guten Willens verstanden werden denn als Angebot, dort wirklich Platz zu nehmen. Mehr als Sitz-Pygmäen wird man dort nicht unterbekommen und bereits für Schulkinder wird es deutlich zu klein. Lassen wir den Bereich als großzügige Erweiterung des Handschuhfaches gelten. Und wie gesagt: Das hier ist ein automobiles Date, in dem der Q60 klar die Rolle von Penelopé Cruz in High-Heels spielt – wer fragt da nach dem schnöden Alltag und Wanderstiefeln? Praktischer Rucksack? Brauchen wir nicht – Selbstvertrauen und eine gut gedeckte Kreditkarte sind da viel wichtiger.

Potenz hilft

Der 3,0 Liter große V6-Bi-Turbo hat gemeinsame Wurzeln mit dem 3.8er aus dem Nissan GT-R, verfügt aber über eigene Kolbengrößen und man packt an Motorentechnik rein, was heute angesagt ist. Nur von einer Elektrifizierung bleibt er verschont. Klassischer Benziner, druckvoller Turbo, laufruhig und willig bei der Arbeit. Beim Sound bleibt der optisch zu auffällige Q60 jedoch auffallend unauffällig. Dafür hat er mächtig Zug an der Kette.

405 PS sorgen für ein souveränes Leistungsgefühl und sind ein gutes Argument, um mit den etablierten Mitbewerbern um die Aufmerksamkeit der Prestige gewohnten Kundschaft zu buhlen. BMW 440i und Mercedes C43 Coupé haben beide deutlich weniger Leistung und kosten dennoch deutlich mehr. Und auch die Ingolstädter Alternative Audi S5 ist nicht nur schwächer und teurer, sondern auch noch geradezu unterkühlt im Design. Da wird aus Penelope Cruz dann schnell einmal Frau Oberschwester aus dem Alten-Pflegeheim. Und das Date mit dieser Dame, das wollen wir doch noch ein wenig aufschieben.

Und mit den 475 Nm des Dreiliter-Turbo lässt es sich ebenso gut auskommen. Seine Leistung packt der Q60 als 3.0t AWD immer über die Siebengangautomatik (nein, nicht von Mercedes-Benz) in Richtung der vier Räder. Allradantrieb mit Torque-Vectoring Kraftverteilung ist inklusive. Es ist Penelope Cruz in Bestform. Der Q60 bleibt so – so lange die Stabilitätskontrolle mit Traktionskontrolle aktiviert ist – ein sexy Traumtänzer. Der allerdings allzu heftige Dynamik-Tests frühzeitig unterbindet. Er versteht sich eher als klassischer GT. Ein langes Date. Die Nächte durchtanzen, feiern, glücklich fühlen. Es ist ein Genuss, die Zeit im Q60 abzusitzen.

Ehrliche Liebe

Mit der „steer-by-wire“ Lenkung macht Infiniti dann endgültig alles anders als die sonstigen Mitbewerber. Das „DAS“ „dynamic adaptive steering 2.gen“ getaufte System besitzt die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderrädern nur noch für den Notfall. Im Alltag übernehmen drei Steuergeräte, die sich gegenseitig prüfen, ein Lenkwinkelsensor und elektrische Aktuatoren die Lenkarbeit. Das Ergebnis? Eine Lenkung, die sich unabhängig vom Fahrer selbst justieren kann. Fiese Schläge von Bodenwellen und das ständige „Lenkradwedeln“ gehören der Vergangenheit an. Bis zu 1.000 Lenkkorrekturen, je Sekunde, kann das System durchführen. Und natürlich ist es voll variabel. Sowohl in der Einstellung der Lenkkräfte also auch der Lenkwinkel. Die Lenkung lässt sich damit komplett auf den Fahrerwunsch adaptieren und ganz nebenbei, das ist die Zukunft.

Kombiniert wird das „direct adaptive steering“ System mit einem adaptiven Dämpfungssystem. Auch hier lassen sich die individuellen Vorlieben einstellen. Komfortabler? Oder sportlich direkter? In Verbindung mit dem steifen Q60-Chassis und dem „Active Noise Cancelling“ System, eine Variante, die viele von teuren BOSE-Kopfhörern kennen, lässt sich der Q60, so auf Komfort getrimmt und per Fahrdynamikschalter programmiert, als grandioser Komfort-Kumpel für die lange Tour identifizieren. Der jedoch immer die Reserven seines Doppel-Turbo V6 in der Hinterhand hat.

 

Was noch erwähnt werden muss

Das Cockpit wurde gegenüber dem Q50 nicht verändert, mit den beiden Touchscreens wirkt es noch auf der Höhe der Zeit und die analogen Rundinstrumente vor der Nase des Fahrers sind adrett – aber wer hier mehr auf Gadgets und neben gutem Sound auch auf eine ansehnliche Grafik des Multimediasystems setzt, der wird vermutlich wenig Freude empfinden.

Es ist ganz so, als würde uns am Ende des Dates das echte Geburtsdatum von Penelope Cruz verraten. Lässt das die Stimmung kippen? Sicher nicht. Während sich das Date dem Ende nähert, vertieft es noch einmal das Glücksgefühl und die Sinne für das Erlebte. Genießen wir es, so lange es diese Form der Dates noch gibt.

DATEN Infiniti Q60 3.t AWD

Preis: ab € 44.500 2.0t AT RWD  bis € 63.490 3.0t AWD AT Sport Tech
Antrieb Benziner: VR30DDTT 2.997 ccm, V6, Turboaufladung, CVVT, 405 PS bei 6.400 U/min, 475 Nm bei 1.600 bis 5.200 U/min
Dimensionen: 5 Sitze, L/B/H 4690, 1850, 1395 mm, Radstand 2850 mm, Gewicht 1874 kg, Kofferr. 342 l,
Fahrleistungen: 0-100 km/h 5,0 sec, Spitze 250 km/h, Normverbrauch 9,1l/100km

Test: Infiniti Q50

Die 1989 gegründete Luxusmarke des japanischen Autobauers Nissan Motor Co., Ltd. sollte zunächst in den Vereinigten Staaten und Kanada für ein Imagebewusstsein der Marke stehen. Nach getaner Arbeit weitete Nissan das Engagement ab 2008 unter anderem auf Europa aus. Mittlerweile drängt INFINITI mit seinen Modellen Q30, Q50, Q60 und Q70 sowie den analog dazu passenden QX Modellen sehr stark auf den europäischen Markt. Was mit einem Achtungserfolg startete, endet nun in einem Marktanteil zwischen 0,1 und 0,5 % in Deutschland. Mit dem Q50, der Mittelklasse Sportlimousine, starteten die Japaner im Sommer 2013 auch mit einem neuen Namen ihres Fahrzeug Portfolios weltweit. 2016 als Facelift neu aufgelegt, erfuhr der Q50 nicht nur kleinere kosmetische Korrekturen, er fasste als erstes Fahrzeug der Marke seine Fahrerassistenzsysteme im Marken eigenen Entwicklungsnamen „ProPILOT“ zusammen. Die Systeme sollen das Fahrzeug spätestens 2018 zum autonomen Fahren führen. Mit gerade mal zwei Benzinern, einem Diesel und einem Hybridantrieb schicken Nissans Ingenieure die Q50 Limousine auf den deutschen Markt. Der von uns getestete Q50 2.2d Sport Tech mit Automatikgetriebe startet in den Autohäusern mit einem Preis von 52.800 Euro.

Testbericht: Infiniti Q50 2.2d Sport Tech AT

Japanisch sportliche Reiselimousine
Der Q50, ein Auto fürs D-Segment.

Die Vermarktung der Luxusmarke in Deutschland findet in bislang 10 Infiniti-Zentren des japanischen Herstellers statt. Änderungen hierzu laufen beim in der Schweiz ansässigen Mutterkonzern auf Hochtouren. Sie sollen bis April 2018 abgeschlossen sein sollen. Im D-Segment startet  Infiniti seit Mitte 2013 mit dem Q50, einer Sport- und Reiselimousine. Zum Update des Q50 durften die Designer nochmals Hand anlegen. Der Infiniti typische Doppelbogen-Kühlergrill macht ersichtlich dabei den Anfang. Von dort aus ziehen die Japaner eine Linie, die über die am Ende der Scheinwerfer beginnende Sicke bis zu den Heckleuchten reicht. LED-Leuchten vorn und hinten geben dem Fahrzeug eine elegante Note, während eine geringe Bodenfreiheit gegenüber den Basisvarianten dem Q50 Sport Tech die sportliche Anmutung verleiht.

Breite und selbstbewusste Performance.

Innenraum mit durchdachtem Konzept

„Der Fahrgastraum des Q50 wurde mit künstlerischem Geschick gestaltet und ermöglicht den Insassen komfortabel und stilvoll zu reisen. Beim Q50 des neuen Modelljahres werden diese Eigenschaften durch handgearbeitete Materialen, die ein noch stärkeres Gefühl für die Verarbeitungsqualität als je zuvor vermitteln, auf eine neue Ebene gehoben.“, so Alfonso Albaisa, Executive Design Direktor von INFINITI. Von dieser Verarbeitung haben wir uns ausgiebig überzeugen können. Der Testwagen zumindest gab uns zwar das Gefühl, jedoch müssen wir gegenüber anderen Marken feststellen, dass auch die Mitbewerber bereits dort angekommen sind. Das erwartete Hartplastik bei japanischen Fahrzeugen ist längst weich geschäumten Kunststoff- und Lederoberflächen mit filigranen Nähten gewichen, die zur Prüfung ihrer Haptik einladen. Auch der Rest des Interieurs wirkt hochwertig verarbeitet. Das Cockpit ist zudem übersichtlich gestaltet und intuitiv zu bedienen. Dabei dient das in der Mitte des Armaturenbretts sitzende Display zur Darstellung der Navigationskarte, Rück- Front- und Overviewkamera sowie Telefoneinstellung und Mirrorlink für Applikationen. Bei genauer Einstellung der Bestuhlung gewährleistet dies eine ordentliche Rundumsicht. Das Ambiente wirkt stimmig, es gibt auch großzügigen Platz für Arme, Beine und Kopf und das auf den Vordersitzen wie auch im Fond. Die Sitze geben uns angenehmen Seitenhalt. Der Ein- und Ausstieg ist zudem bequem dank recht großer Türausschnitte. Im Kofferraum können ohne Umbau bis zu 450 Liter verstaut werden. Ein problemloses Unterbringen von zwei großen Koffern ist durch die recht breite Heckklappe gewährleistet. Größeres Ladegut kann durch die im Verhältnis 60:40 geteilte umklappbare Rückbank gut verstaut werden. Ein elektrisches Öffnen und Schließen der Heckklappe fehlt uns beim heutigen Trend. Ob seiner großzügigen Abmessungen und seinem Radstand von 2,85 m kommen wir mit dem Q50 im dichten Stadtverkehr gut zurecht.

Interieur mit Lederausstattung.

Durchzugsstarker 2.2 Diesel

Seinen im Hause Daimler entwickelnden turboaufgeladenen 2,2 Liter Diesel mit seinen 125 kW (170 PS), dem elastischen Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe und Start-Stopp-Automatik verdankt der Q50 Sport Tech schmale 4,5 Liter Diesel im Durchschnittsverbrauch, was einer Kohlendioxidemission von 119 Gramm pro Kilometer dank optimierter Windschlüpfrigkeit (Cw-Wert von 0,27) entspricht. Dabei ist das Aggregat im gesamten Test nie überfordert und bringt zwischen 1.600 bis 2.800 Touren satte 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, was ihm eine souveräne Laufruhe einträgt. Während unserer Fahrten steckt der Q50 zudem Unebenheiten locker weg, wirkt insgesamt sehr stabil und bietet ein komfortables Fahrverhalten. Immerhin liegt er auf der Liste der effizienten Fahrzeuge mit den angegebenen Werten im oberen Drittel. Im alltäglichen Verkehrsfluss lässt sich der angegebene Verbrauchswert gerade wegen des Fahrspaß nicht immer halten. Wir benötigen im Testverlauf (Nutzung von Stadt-, Land- und Autobahnverkehr) von 14 Tagen rund 5,9 Liter.

Diesel mit 400 Newtonmeter Drehmoment.

Viel Ausstattung mit hohem Preis

Die Ausstattungsliste des Infiniti Q50 ab Werk ist reichhaltige bestückt. In seiner „Basis“-Version stehen bereits sechs Airbags, Touchscreen – Infotainmentsystem, Bordcomputer, Bremsassistent, Berganfahrhilfe, elektronische Feststellbremse, Außenspiegel mit LED-Blinkeranzeige, Aktive Spursteuerung (ATC), Geschwindigkeitsregelanlage und Geschwindigkeitsbegrenzer zur Verfügung. In den Ausstattungsvarianten „Premium“ und „Premium Tech“ kommen Komfortfeatures wie LED-Tagfahrlicht, 19-Zoll-Aluminiumfelgen, Zweizonen Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze, Adaptives Kurvenlicht (AFS – Adaptive Front-lighting System), Smart Beam (automatische Umschaltung Fern-/Abblendlicht) und LED-Scheinwerfer mit automatischer Niveauregulierung hinzu. Die Aufpreispolitik von Infiniti ist in nach unserem Ermessen leider sehr gewagt, denn das Update vom „Basis“ zur „Premium“-Variante schlägt mit 3.300 Euro zu Buche und der weitere Abstand zur „Premium Tech“ – Ausstattung gar mit 8.150 Euro. Der Q50 2.2d Sport Tech dient bei der Dieselmotorisierung als Topmodell. Er rundet das Gesamtpaket Q50 ab. Infiniti ruft für diese Variante 52.8000 Euro auf.

Der Q50 ist ganz Business like.

Fazit: Der Q50 zeigt das Bild einer gelungenen sportlichen Reiselimousine. Der japanische Automobilhersteller bietet mit dem D-Segment-Fahrzeug in der Sport Tech Variante ein Rund-um-Sorglos-Paket. Hier verdient sich nicht nur das Fahrzeug, sondern auch die Marke das Prädikat „Premium“.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Infiniti

Q50 2.2d Sport

Motor Diesel
Hubraum 2.142 ccm³
Leistung 170 PS @ 3.200 – 4.000 U/min
Kraft 400 Nm @ 1.600 – 2.800 U/min
Getriebe 7-Stufen-Automatikgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.800, 2.084, 1.445   mm
Radstand 2.850 mm
Leergewicht 1.862 kg
Wendekreis 11,4 m
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 8,7 sec
Normverbrauch 4.5 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 5.5 l / 100 km
Öko-Experte 4.7 l / 100 km
Außendienst-Modus 5.8 l / 100km

[notification type=“notification_info“ ]Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (Infiniti Center Europe) – Beitragsbild: Hersteller (Infiniti Center Europe)[/notification]

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