News: Mit dem Infiniti QX80 durch die Emirate – Nashorn im Smoking

News: Mit dem Infiniti QX80 durch die Emirate – Nashorn im Smoking

BMW plant einen X7, Audi stellt dem neuen Q7 bald einen Q9 zur Seite und Mercedes rückt den GL näher an die S-Klasse – auch diesseits von Bentley und Rolls-Royce können Geländewagen offenbar gar nicht groß und luxuriös sein. Während die deutschen Nobelmarken in dieser Kategorie noch einen gewissen Nachholbedarf haben, sind die vornehmen Töchter der japanischen Massenhersteller für den Boom auf der Buckelpiste bereits gerüstet und profitieren davon entsprechend. Zumindest am anderen Ende der Welt.

Kaum jemand weiß das besser als Jürgen Schmitz. Denn der deutsche Manager ist Statthalter für die noble Nissan-Schwester Infiniti im arabischen Raum und hat entsprechend gut Lachen: Während seine Kollegen in Europa im letzten Jahr gerade einmal 3.900 Autos verkauft haben, stehen in seiner Bilanz rund 7.500 Autos und mit einem Marktanteil von knapp sechs Prozent steht er im Infiniti-Imperium weltweit an Nummer Zwei.

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Diesen Erfolg verdankt er vor nicht zuletzt dem urgewaltigen QX80, der sich Dubai, Abu Dhabi und andernorts in den Emiraten wacker gegen die Übermacht von Range Rovern und G-Klassen behauptet. Denn in einer Region, in der die Straßen breit und die Wüsten weit sind, ist man einfach gut aufgehoben in einem Geländewagen, der außen so imposant ist wie die Hochhäuser in der Sheik Zayed Road, innen so viel Platz bietet wie ein Beduinenzelt, es in Sachen Luxus mit den Palästen der Scheichs aufnehmen kann und sich auf Knopfdruck so weit herunter kühlen lässt wie das Regionallager von Bofrost.

5,3 Meter lang, 2,7 Tonnen schwer und von einem 5,6 Liter großen Achtzylinder angetrieben, mag das Auto für europäische Maßstäbe alle gängigen Dimensionen sprengen. Doch in Dubai, Katar oder dem Oman fühlt man sich darin ausgesprochen gut aufgehoben. Weich gebettet in einem von sieben dicken Ledersessel gefühlte drei Meter über dem Boden steht man buchstäblich über den Dingen und verliert deshalb nie den Überblick. Wie ein Elefant im Streichelzoo wirkt man plötzlich schier unverwundbar, wenn ein paar Kleinwagen um einen herum flitzen. Und es dauert keine 20 Kilometer, schon ist man so tief in die wohlige Welt aus Lack und Leder hinab gesunken, dass der Alltag immer weiter an die Wahrnehmungsgrenze rückt und einen die schläfrige Gelassenheit erfasst, die den Wüstensöhnen zu eigen ist.

Vorn thront man in Ledersesseln von Pullman-Format, hinten hat man mehr Beinfreiheit als in einer Mercedes E-Klasse und selbst die dritte Reihe ist geräumiger als die zweite in einem VW Tiguan. Dazu gibt es quadratmeterweise samtweiches Leder, vornehme Holzkonsolen und für die niedrigen Hilfstätigkeiten so viele Elektromotoren, dass andere damit ganze Autos antreiben könnten. Allein der Fahrersitz lässt sich zehnfach verstellen, die Plätze sechs und sieben falten sich auf Knopfdruck in den Wagenboden, und natürlich verstellt man auch das Lenkrad mit einem leisen Surren. Nur der Fußhebel für die Feststellbremse wirkt da seltsam antiquiert.

Hinter dem wuchtigen Bug und seinem imposanten Chrom-Ornat, das den QX80 aussehen lässt wie ein Nashorn im Smoking, steckt ein traditioneller V8-Motor mit 5,6 Litern Hubraum. Dieses Triebwerk ist wie gemacht für die Emirate. Denn mit 400 PS und 560 Nm kann man hinreichend Eindruck schinden und den Giganten wenn es sein muss unter wütendem Geheul auch überraschend schnell auf Trab bringen. Immerhin wuchtet das Kraftpaket den Koloss in knapp acht Sekunden auf Tempo 100 und schafft zur Not über 200 Sachen. Aber vor allem kann man damit wunderbar gelassen über die breiten Wüstenpisten cruisen und sich dann darüber wundern, dass die Sitzlüftung fast lauter ist als das Kraftwerk unter der Haube.

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Dass der riesige Tank dabei für kaum mehr als 400 Kilometer reicht, dass die Bremsen nicht unbedingt darauf ausgelegt sind, den fast drei Tonnen schweren Koloss in Rekordzeit zu stoppen, dass man beim Lenken die Weitsicht eines Tankerkapitäns braucht und dass die riesigen Sitze und Sofas so wenig Seitenhalt bieten, dass man sich hinten am besten zwischen der Tür und der riesigen Mittelarmlehne festklemmt, wenn es mit dem Fahrer mal durchgehen sollte, das stört dabei keinen. Denn wer wirklich sportlich fahren möchte in den Emiraten, der hat auch genügend Geld, sich neben einem Luxus-SUV noch einen echten Sportwagen als Spielzeug zu leisten. Autos wie der QX80 dagegen sind so etwas wie der VW Golf des gemeinen Scheichs und passen perfekt in ein Land, in dem der schöne Schein wichtiger ist als alles andere, der Liter Sprit keine 50 Cent kostet und man offiziell ohnehin nicht schneller als 120 km/h fahren darf.

Zwar weiß Schmitz um die Bedeutung des QX80 für sein ehrgeiziges Ziel, den weltweit größten Infiniti-Marktanteil zu erreichen. Und natürlich helfen ihm dabei auch der unkonventionelle QX60 als eigenwillige Kreuzung zwischen Van und SUV, der in Dubai fast schon handliche QX70 sowie die Limousinen der Q50 und Q70. Doch damit er es tatsächlich an die Spitze der Tabelle schafft, hat er noch ein paar Wünsche offen. Zum Beispiel eine sportliche Luxuslimousine wie die in Paris gezeigte Studie Q80, die gut zum schillernden Schaulaufen am Golf passen würde. Weil das aber, wenn überhaupt, erst in ein paar Jahren klappt, baut er weniger auf Schützenhilfe aus Japan als auf Unterstützung aus Stuttgart. Schließlich kooperiert Konzernmutter Renault-Nissan mit Daimler und denkt dabei immer wieder auch mal an Infiniti.

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Diese Hoffnung ist eine der wenigen Gemeinsamkeiten mit seinen Infiniti-Kollegen in Europa. Aber sie richtet sich auf ganz unterschiedliche Modelle. Während der Vertrieb bei uns sehnsüchtig auf die ersten Infiniti-Kleinwagen als Ableger von Mercedes A-Klasse und GLA wartet, hofft Schmitz auf ein paar dicke Dinger aus dem Daimler-Imperium und liebäugelt mit stärkeren Motoren, die seinetwegen gerne auch ein AMG-Logo tragen dürften. „Denn ein paar Performance-Modelle würden hier am Golf gut in unser Portfolio passen“, sagt der Deutsche in Dubai und muss darauf womöglich gar nicht mehr lange warten. Im November ist Motorshow in Dubai und eine lose Einladung hat er dazu schon ausgesprochen.

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

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Das Leben ist schön – Infiniti Q60

Es gibt Autos, die kauft man nur aus einem Grund: Weil man sie schön findet. Die Premium-Marke von Nissan, Infiniti, hat genau so ein Fahrzeug im Programm. Ein zweitüriges Coupé, elegant, sportlich, dynamisch im Design, einfach schön. Mit allen Nachteilen eines Zweitürers – aber hey, wir leben nur einmal. Warum also nicht einfach ein schönes Leben leben Auto fahren?

Fahrbericht

Infiniti Q60 3.0t AWD – Das Leben ist schön

Dass man sich bei der Marke Infiniti bei einem Premium-Brand befindet, merkt man schnell und deutlich. Nichts an diesem Q60 ist so, weil es einfach nur so sein müsste, sondern weil es schön und gut ist, so wie es eben ist. Alleine die Entscheidung als Nischenmarke, noch ein weiteres Nischenmodell zu bringen, muss mit Respekt belohnt werden. Der kleine Ableger der japanischen Marke Nissan, Infiniti, verkaufte 2016 gerade einmal knapp 3.000 Autos in Deutschland. Weit weg von dem, was man bereits in den USA erreicht. Aber sich da mit einem Luxusgerät, einem Coupé, weiter profilieren zu wollen, ist eine klare Ansage. Hier geht es einfach nur um eine Tatsache: Das Leben ist schön. Also fahren wir Autos, die dazu passen.

Schöne Schale

Der Q60 trägt die Handschrift von Alfonso Albaisa. Und was der Chef-Designer mit den kubanischen Wurzeln bei der asiatischen Marke mit der Limousine Q50 angefangen hat, führt er mit dem Q60 fort. Ein emotionales Design. Dabei doch so klassisch. Neu interpretiert. Eine lange Motorhaube, eine flache und dynamisch verlaufende Dachlinie, elegante Fensterlinien mit einem Charakter-Knick vor der C-Säule. Ein breiter Hintern, dennoch sportlich knackig, markiert den Abschluss. Darunter liegend, eine fette doppelflutige Auspuffanlage.

Während der Basismotor des Q60, ein Zweiliter-Vierzylinder Turbo mit 211 PS, vom Kooperationspartner Mercedes-Benz kommt und mit reinem Hinterradantrieb erhältlich ist, fährt das mit einem 3.0 Liter V6 Bi-Turbo und 405 PS starkem Triebwerk ausgerüstete Top-Modell mit Allradantrieb und Siebengangautomatik vor. Und genau diese Kombination passt zum unwiderstehlichen Luxusgedanken eine Zweitürers. Ein Autos, unnötig wie dem Papst seine Eier. Aber attraktiv wie Penelopé Cruz und sündig wie Katy Perry. Eventuell eine der sündigsten Versuchungen, derer man in dieser Preisklasse erliegen kann.

Kleiner Kern

Dass so  eine sexy Linie und deren ebenso klassischen Proportionen von Natur aus so unpraktisch sind wie High-Heels für die Wanderung auf den Watzmann, verständlich – aber akzeptiert. Die Rücksitzbank darf zum Beispiel mehr als Zeichen des guten Willens verstanden werden denn als Angebot, dort wirklich Platz zu nehmen. Mehr als Sitz-Pygmäen wird man dort nicht unterbekommen und bereits für Schulkinder wird es deutlich zu klein. Lassen wir den Bereich als großzügige Erweiterung des Handschuhfaches gelten. Und wie gesagt: Das hier ist ein automobiles Date, in dem der Q60 klar die Rolle von Penelopé Cruz in High-Heels spielt – wer fragt da nach dem schnöden Alltag und Wanderstiefeln? Praktischer Rucksack? Brauchen wir nicht – Selbstvertrauen und eine gut gedeckte Kreditkarte sind da viel wichtiger.

Potenz hilft

Der 3,0 Liter große V6-Bi-Turbo hat gemeinsame Wurzeln mit dem 3.8er aus dem Nissan GT-R, verfügt aber über eigene Kolbengrößen und man packt an Motorentechnik rein, was heute angesagt ist. Nur von einer Elektrifizierung bleibt er verschont. Klassischer Benziner, druckvoller Turbo, laufruhig und willig bei der Arbeit. Beim Sound bleibt der optisch zu auffällige Q60 jedoch auffallend unauffällig. Dafür hat er mächtig Zug an der Kette.

405 PS sorgen für ein souveränes Leistungsgefühl und sind ein gutes Argument, um mit den etablierten Mitbewerbern um die Aufmerksamkeit der Prestige gewohnten Kundschaft zu buhlen. BMW 440i und Mercedes C43 Coupé haben beide deutlich weniger Leistung und kosten dennoch deutlich mehr. Und auch die Ingolstädter Alternative Audi S5 ist nicht nur schwächer und teurer, sondern auch noch geradezu unterkühlt im Design. Da wird aus Penelope Cruz dann schnell einmal Frau Oberschwester aus dem Alten-Pflegeheim. Und das Date mit dieser Dame, das wollen wir doch noch ein wenig aufschieben.

Und mit den 475 Nm des Dreiliter-Turbo lässt es sich ebenso gut auskommen. Seine Leistung packt der Q60 als 3.0t AWD immer über die Siebengangautomatik (nein, nicht von Mercedes-Benz) in Richtung der vier Räder. Allradantrieb mit Torque-Vectoring Kraftverteilung ist inklusive. Es ist Penelope Cruz in Bestform. Der Q60 bleibt so – so lange die Stabilitätskontrolle mit Traktionskontrolle aktiviert ist – ein sexy Traumtänzer. Der allerdings allzu heftige Dynamik-Tests frühzeitig unterbindet. Er versteht sich eher als klassischer GT. Ein langes Date. Die Nächte durchtanzen, feiern, glücklich fühlen. Es ist ein Genuss, die Zeit im Q60 abzusitzen.

Ehrliche Liebe

Mit der „steer-by-wire“ Lenkung macht Infiniti dann endgültig alles anders als die sonstigen Mitbewerber. Das „DAS“ „dynamic adaptive steering 2.gen“ getaufte System besitzt die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderrädern nur noch für den Notfall. Im Alltag übernehmen drei Steuergeräte, die sich gegenseitig prüfen, ein Lenkwinkelsensor und elektrische Aktuatoren die Lenkarbeit. Das Ergebnis? Eine Lenkung, die sich unabhängig vom Fahrer selbst justieren kann. Fiese Schläge von Bodenwellen und das ständige „Lenkradwedeln“ gehören der Vergangenheit an. Bis zu 1.000 Lenkkorrekturen, je Sekunde, kann das System durchführen. Und natürlich ist es voll variabel. Sowohl in der Einstellung der Lenkkräfte also auch der Lenkwinkel. Die Lenkung lässt sich damit komplett auf den Fahrerwunsch adaptieren und ganz nebenbei, das ist die Zukunft.

Kombiniert wird das „direct adaptive steering“ System mit einem adaptiven Dämpfungssystem. Auch hier lassen sich die individuellen Vorlieben einstellen. Komfortabler? Oder sportlich direkter? In Verbindung mit dem steifen Q60-Chassis und dem „Active Noise Cancelling“ System, eine Variante, die viele von teuren BOSE-Kopfhörern kennen, lässt sich der Q60, so auf Komfort getrimmt und per Fahrdynamikschalter programmiert, als grandioser Komfort-Kumpel für die lange Tour identifizieren. Der jedoch immer die Reserven seines Doppel-Turbo V6 in der Hinterhand hat.

 

Was noch erwähnt werden muss

Das Cockpit wurde gegenüber dem Q50 nicht verändert, mit den beiden Touchscreens wirkt es noch auf der Höhe der Zeit und die analogen Rundinstrumente vor der Nase des Fahrers sind adrett – aber wer hier mehr auf Gadgets und neben gutem Sound auch auf eine ansehnliche Grafik des Multimediasystems setzt, der wird vermutlich wenig Freude empfinden.

Es ist ganz so, als würde uns am Ende des Dates das echte Geburtsdatum von Penelope Cruz verraten. Lässt das die Stimmung kippen? Sicher nicht. Während sich das Date dem Ende nähert, vertieft es noch einmal das Glücksgefühl und die Sinne für das Erlebte. Genießen wir es, so lange es diese Form der Dates noch gibt.

DATEN Infiniti Q60 3.t AWD

Preis: ab € 44.500 2.0t AT RWD  bis € 63.490 3.0t AWD AT Sport Tech
Antrieb Benziner: VR30DDTT 2.997 ccm, V6, Turboaufladung, CVVT, 405 PS bei 6.400 U/min, 475 Nm bei 1.600 bis 5.200 U/min
Dimensionen: 5 Sitze, L/B/H 4690, 1850, 1395 mm, Radstand 2850 mm, Gewicht 1874 kg, Kofferr. 342 l,
Fahrleistungen: 0-100 km/h 5,0 sec, Spitze 250 km/h, Normverbrauch 9,1l/100km

Test: Infiniti Q50

Die 1989 gegründete Luxusmarke des japanischen Autobauers Nissan Motor Co., Ltd. sollte zunächst in den Vereinigten Staaten und Kanada für ein Imagebewusstsein der Marke stehen. Nach getaner Arbeit weitete Nissan das Engagement ab 2008 unter anderem auf Europa aus. Mittlerweile drängt INFINITI mit seinen Modellen Q30, Q50, Q60 und Q70 sowie den analog dazu passenden QX Modellen sehr stark auf den europäischen Markt. Was mit einem Achtungserfolg startete, endet nun in einem Marktanteil zwischen 0,1 und 0,5 % in Deutschland. Mit dem Q50, der Mittelklasse Sportlimousine, starteten die Japaner im Sommer 2013 auch mit einem neuen Namen ihres Fahrzeug Portfolios weltweit. 2016 als Facelift neu aufgelegt, erfuhr der Q50 nicht nur kleinere kosmetische Korrekturen, er fasste als erstes Fahrzeug der Marke seine Fahrerassistenzsysteme im Marken eigenen Entwicklungsnamen „ProPILOT“ zusammen. Die Systeme sollen das Fahrzeug spätestens 2018 zum autonomen Fahren führen. Mit gerade mal zwei Benzinern, einem Diesel und einem Hybridantrieb schicken Nissans Ingenieure die Q50 Limousine auf den deutschen Markt. Der von uns getestete Q50 2.2d Sport Tech mit Automatikgetriebe startet in den Autohäusern mit einem Preis von 52.800 Euro.

Testbericht: Infiniti Q50 2.2d Sport Tech AT

Japanisch sportliche Reiselimousine
Der Q50, ein Auto fürs D-Segment.

Die Vermarktung der Luxusmarke in Deutschland findet in bislang 10 Infiniti-Zentren des japanischen Herstellers statt. Änderungen hierzu laufen beim in der Schweiz ansässigen Mutterkonzern auf Hochtouren. Sie sollen bis April 2018 abgeschlossen sein sollen. Im D-Segment startet  Infiniti seit Mitte 2013 mit dem Q50, einer Sport- und Reiselimousine. Zum Update des Q50 durften die Designer nochmals Hand anlegen. Der Infiniti typische Doppelbogen-Kühlergrill macht ersichtlich dabei den Anfang. Von dort aus ziehen die Japaner eine Linie, die über die am Ende der Scheinwerfer beginnende Sicke bis zu den Heckleuchten reicht. LED-Leuchten vorn und hinten geben dem Fahrzeug eine elegante Note, während eine geringe Bodenfreiheit gegenüber den Basisvarianten dem Q50 Sport Tech die sportliche Anmutung verleiht.

Breite und selbstbewusste Performance.

Innenraum mit durchdachtem Konzept

„Der Fahrgastraum des Q50 wurde mit künstlerischem Geschick gestaltet und ermöglicht den Insassen komfortabel und stilvoll zu reisen. Beim Q50 des neuen Modelljahres werden diese Eigenschaften durch handgearbeitete Materialen, die ein noch stärkeres Gefühl für die Verarbeitungsqualität als je zuvor vermitteln, auf eine neue Ebene gehoben.“, so Alfonso Albaisa, Executive Design Direktor von INFINITI. Von dieser Verarbeitung haben wir uns ausgiebig überzeugen können. Der Testwagen zumindest gab uns zwar das Gefühl, jedoch müssen wir gegenüber anderen Marken feststellen, dass auch die Mitbewerber bereits dort angekommen sind. Das erwartete Hartplastik bei japanischen Fahrzeugen ist längst weich geschäumten Kunststoff- und Lederoberflächen mit filigranen Nähten gewichen, die zur Prüfung ihrer Haptik einladen. Auch der Rest des Interieurs wirkt hochwertig verarbeitet. Das Cockpit ist zudem übersichtlich gestaltet und intuitiv zu bedienen. Dabei dient das in der Mitte des Armaturenbretts sitzende Display zur Darstellung der Navigationskarte, Rück- Front- und Overviewkamera sowie Telefoneinstellung und Mirrorlink für Applikationen. Bei genauer Einstellung der Bestuhlung gewährleistet dies eine ordentliche Rundumsicht. Das Ambiente wirkt stimmig, es gibt auch großzügigen Platz für Arme, Beine und Kopf und das auf den Vordersitzen wie auch im Fond. Die Sitze geben uns angenehmen Seitenhalt. Der Ein- und Ausstieg ist zudem bequem dank recht großer Türausschnitte. Im Kofferraum können ohne Umbau bis zu 450 Liter verstaut werden. Ein problemloses Unterbringen von zwei großen Koffern ist durch die recht breite Heckklappe gewährleistet. Größeres Ladegut kann durch die im Verhältnis 60:40 geteilte umklappbare Rückbank gut verstaut werden. Ein elektrisches Öffnen und Schließen der Heckklappe fehlt uns beim heutigen Trend. Ob seiner großzügigen Abmessungen und seinem Radstand von 2,85 m kommen wir mit dem Q50 im dichten Stadtverkehr gut zurecht.

Interieur mit Lederausstattung.

Durchzugsstarker 2.2 Diesel

Seinen im Hause Daimler entwickelnden turboaufgeladenen 2,2 Liter Diesel mit seinen 125 kW (170 PS), dem elastischen Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe und Start-Stopp-Automatik verdankt der Q50 Sport Tech schmale 4,5 Liter Diesel im Durchschnittsverbrauch, was einer Kohlendioxidemission von 119 Gramm pro Kilometer dank optimierter Windschlüpfrigkeit (Cw-Wert von 0,27) entspricht. Dabei ist das Aggregat im gesamten Test nie überfordert und bringt zwischen 1.600 bis 2.800 Touren satte 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, was ihm eine souveräne Laufruhe einträgt. Während unserer Fahrten steckt der Q50 zudem Unebenheiten locker weg, wirkt insgesamt sehr stabil und bietet ein komfortables Fahrverhalten. Immerhin liegt er auf der Liste der effizienten Fahrzeuge mit den angegebenen Werten im oberen Drittel. Im alltäglichen Verkehrsfluss lässt sich der angegebene Verbrauchswert gerade wegen des Fahrspaß nicht immer halten. Wir benötigen im Testverlauf (Nutzung von Stadt-, Land- und Autobahnverkehr) von 14 Tagen rund 5,9 Liter.

Diesel mit 400 Newtonmeter Drehmoment.

Viel Ausstattung mit hohem Preis

Die Ausstattungsliste des Infiniti Q50 ab Werk ist reichhaltige bestückt. In seiner „Basis“-Version stehen bereits sechs Airbags, Touchscreen – Infotainmentsystem, Bordcomputer, Bremsassistent, Berganfahrhilfe, elektronische Feststellbremse, Außenspiegel mit LED-Blinkeranzeige, Aktive Spursteuerung (ATC), Geschwindigkeitsregelanlage und Geschwindigkeitsbegrenzer zur Verfügung. In den Ausstattungsvarianten „Premium“ und „Premium Tech“ kommen Komfortfeatures wie LED-Tagfahrlicht, 19-Zoll-Aluminiumfelgen, Zweizonen Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze, Adaptives Kurvenlicht (AFS – Adaptive Front-lighting System), Smart Beam (automatische Umschaltung Fern-/Abblendlicht) und LED-Scheinwerfer mit automatischer Niveauregulierung hinzu. Die Aufpreispolitik von Infiniti ist in nach unserem Ermessen leider sehr gewagt, denn das Update vom „Basis“ zur „Premium“-Variante schlägt mit 3.300 Euro zu Buche und der weitere Abstand zur „Premium Tech“ – Ausstattung gar mit 8.150 Euro. Der Q50 2.2d Sport Tech dient bei der Dieselmotorisierung als Topmodell. Er rundet das Gesamtpaket Q50 ab. Infiniti ruft für diese Variante 52.8000 Euro auf.

Der Q50 ist ganz Business like.

Fazit: Der Q50 zeigt das Bild einer gelungenen sportlichen Reiselimousine. Der japanische Automobilhersteller bietet mit dem D-Segment-Fahrzeug in der Sport Tech Variante ein Rund-um-Sorglos-Paket. Hier verdient sich nicht nur das Fahrzeug, sondern auch die Marke das Prädikat „Premium“.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Infiniti

Q50 2.2d Sport

Motor Diesel
Hubraum 2.142 ccm³
Leistung 170 PS @ 3.200 – 4.000 U/min
Kraft 400 Nm @ 1.600 – 2.800 U/min
Getriebe 7-Stufen-Automatikgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

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[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.800, 2.084, 1.445   mm
Radstand 2.850 mm
Leergewicht 1.862 kg
Wendekreis 11,4 m
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 8,7 sec
Normverbrauch 4.5 l/100 km

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[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 5.5 l / 100 km
Öko-Experte 4.7 l / 100 km
Außendienst-Modus 5.8 l / 100km

[notification type=“notification_info“ ]Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (Infiniti Center Europe) – Beitragsbild: Hersteller (Infiniti Center Europe)[/notification]

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