Jaguar XE 25d – Darf es etwas weniger sein?

Jaguar macht seit einiger Zeit vieles richtig – eine subjektive Meinung, zugegeben. Doch die Modelle sehen ausnahmslos gut aus, legen eine Performance an den Tag, die sich nicht zu verstecken braucht und sind dabei in preislich attraktiven Regionen angesiedelt. Natürlich ist ein Jaguar kein Schnäppchen, doch im Bereich der Premium-Konkurrenz anzutreffen. Da macht der Jaguar XE keine Ausnahme. Die Mittelklasselimousine bekam jüngst einen neuen Diesel-Motor mit mächtig Dampf spendiert, den wir unter die Lupe genommen haben. Read more

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Jaguar F-Pace 25d AWD – Das Empire sized down

Während dem Volkswagen-Konzern sein Diesel-Problem ein ums andere Mal um die Ohren fliegt und Volvo ankündigt, in Zukunft komplett auf Selbstzünder zu verzichten, gehen die Briten einen anderen Weg. Im Jaguar F-Pace 25d zeigt die britische Nobelmarke einen 2.0 Liter Diesel mit 240 PS, der die Lücke zwischen dem 180 PS Diesel und dem 3.0 V6-Diesel mit 300 PS schließen soll. Wir haben den SUV bewegt und klären die Frage, ob es zwingend ein Sechszylinder-Diesel für den hübschen Briten sein muss.

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Jaguar F-Type – Jetzt als Vierzylinder

Der Jaguar F-Type ist mit seinen kraftvollen und stimmgewaltigen V6- und V8-Motoren ein echter Sportwagen der alten Schule. Nun erweitern die Briten das Modell-Portfolio und bringen eine Einstiegs-Variante – mit Vierzylinder-Turbo. Der 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder im neuen Baby-F-Type leistet 221 kW/300 PS und stemmt 400 Newtonmeter Drehmoment auf die Hinterachse. Als Getriebe wird lediglich eine Achtgang-Automatik angeboten, die manuelle Box aus der V6-Variante ist nicht erhältlich.

Der Zweiliter-Turbo leistet 300 PS und bringt 400 Newtonmeter Drehmoment

Äußerlich ist der neue Vierzylinder-F-Type an einem zentralen Endrohr am Heck und an neuen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen zu erkennen. Der kleine Motor hilft außerdem beim Abspecken: Das neue Modell ist 52 Kilogramm leichter als der V6. Fahrwerk und Lenkung sind auf das niedrigere Gewicht abgestimmt und sollen besonders auf kurvigen Landstraßen für Freude sorgen.

Der zentrale Auspuff ist das Markenzeichen des Einstiegsmodells

Der Jaguar F-Type mit Vierzylinder-Motor ist ab dem Frühsommer 2017 bestellbar und wird rund 59.000 Euro kosten. Zum Vergleich: Den Sechszylinder gibt es ab 66.200 Euro. (Max Friedhoff/SP-X)

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Elektroauto Jaguar I-Pace – Rotes Revival

Auch eine Sportwagenmarke wie Jaguar sieht ihre Zukunft in einer Elektrifizierung des Antriebs. Die E-Ambitionen der Briten hat die im November 2016 auf der Los Angeles Autoshow gezeigte Studie I-Pace untermauert. Auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März) wird das bereits seriennahe Konzeptauto in neuer Lackierung als Europapremiere gezeigt.

Wie die in Genf gezeigte Variante des I-Pace wird Jaguar auch die First Edition in Photon-Rot in den Markt bringen

Photon-Rot heißt die frische Außenfarbe, in der auch die ersten Serienfahrzeuge, die Jaguar für 2018 ankündigt, ausgeliefert werden sollen. Neben dem kräftigen Rot bietet der vermutlich 70.000 bis 80.000 Euro teure I-Pace zwei Elektromotoren mit 400 PS Leistung und 700 Nm Drehmoment. Die mit 90 kWh recht große Traktionsbatterie soll Reichweiten bis 500 Kilometer ermöglichen. (Mario Hommen/SP-X)

Elektroauto Jaguar I-Pace – Rotes Revival

Auch eine Sportwagenmarke wie Jaguar sieht ihre Zukunft in einer Elektrifizierung des Antriebs. Die E-Ambitionen der Briten hat die im November 2016 auf der Los Angeles Autoshow gezeigte Studie I-Pace untermauert. Auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März) wird das bereits seriennahe Konzeptauto in neuer Lackierung als Europapremiere gezeigt.

2018 will Jaguar den elektrisch angetriebenen I-Pace in den Markt bringen

Photon-Rot heißt die frische Außenfarbe, in der auch die ersten Serienfahrzeuge, die Jaguar für 2018 ankündigt, ausgeliefert werden sollen. Neben dem kräftigen Rot bietet der vermutlich 70.000 bis 80.000 Euro teure I-Pace zwei Elektromotoren mit 400 PS Leistung und 700 Nm Drehmoment. Die mit 90 kWh recht große Traktionsbatterie soll Reichweiten bis 500 Kilometer ermöglichen. (Mario Hommen/SP-X)

Jaguar XE, XF und F-Pace – Kleine Hightech-Kur

Jaguar erweitert zum Frühjahr 2017 für seine Baureihen XE, XF und F-Pace das Motorenangebot. Außerdem gibt es für alle drei Modelle der Briten neue Ausstattungsoptionen. Die neuen Motorvarianten sind bereits bestellbar, die Auslieferung erfolgt im Mai. Neu sind gleich mehrere Vierzylinder-Motoren der noch jungen Ingenium-Familie. Zum Technikarsenal der Aggregate gehören Twinscrollturbolader, im Zylinderkopf integrierte Abgaskrümmer, vollvariable Ventilsteuerung sowie Direkteinspritzung mit 200 bar. Jaguar verspricht unter anderem gehobene Lautkultur und niedriger Verbräuche.

Für die Mittelklasse-Limousine XE baut Jaguar zum Frühjahr 2017 ebenfalls das Motorenangebot aus

Für die Mittelklasse-Limousine XE werden zwei neue Zweiliter-Vierzylinderbenziner mit 147 kW/200 PS (20t) und 184 kW/250 PS (25t) zusätzlich ins Programm genommen. Ersterer erlaubt eine Sprintzeit von rund sieben Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, beim Stärkeren sind es in Kombination mit dem optionalen Allradantrieb sogar nur 6,2 Sekunden. Darüber hinaus hat Jaguar bei der sportlichen Variante XE S die Leistung des Dreiliter-V6-Kompressors von 250 kW/340 PS auf 280 kW/380 PS angehoben. Schließlich gibt es noch einen Zweiliter-Diesel mit 177 kW/240 PS (25d), serienmäßig in Kombination mit Allradantrieb. Die Sprintzeit soll hier rund 6 Sekunden betragen, der Verbrauch bei knapp über 5 Litern liegen.

Für den XF werden die beiden Benziner 20t und 25t sowie der Diesel 25d ebenfalls neu ins Programm genommen. Die Fahrleistungen sind leicht schlechter als beim XE, die Verbräuche etwas höher.

Auch der Jaguar XF bekommt neue Aggregate der noch jungen Ingenium-Motorenfamilie

Beim F-Pace wird das Angebot um zwei Diesel erweitert. Neue Basismotorisierung ist ein 120 KW/163 PS starker Vierzylinder, der in Kombination mit manueller Sechsgang-Schaltung und Heckantrieb 4,8 Liter verbrauchen soll. Beim neuen F-Pace 25d mit 240 PS ist der Motor mit Allradantrieb und Automatik zwangsverblockt. Gleiches gilt für die ebenfalls neue Benzinervariante 25t. Zusätzlich ist der bereits bekannte Diesel mit 132 kW/180 PS erstmalig in Kombination mit Achtgang-Automatik und Heckantrieb verfügbar.

Für alle genannten Baureihen baut Jaguar das Angebot an Fahrhilfen aus. So gibt es einen kamerabasierten Kollisionswarner, der beim Rausfahren aus Parklücken vor Querverkehr warnt. Der Tot-Winkel-Warner lenkt nötigenfalls auch aktiv gegen. Außerdem erlaubt der Fahrprogramm-Modus Dynamic individuelle Einstellungen. Für das Infotainmentsystem ist im XF und F-Pace auch ein 10,2-Zoll-Touchscreen mit Dual-View-Technologie erhältlich, was es Fahrer und Beifahrer ermöglicht, parallel unterschiedliche Inhalte auf dem Display zu sehen.

Der XE 20t ist ab rund 37.000 Euro bestellbar, den F-Pace mit dem schwächsten Diesel bekommt man ab circa 43.500 Euro. Der XF 20t ist ab 45.000 Euro zu haben. (Mario Hommen/SP-X)

Jaguar Land Rover – Special Vehicle Operations – Hauptsache besonders

Ein bisschen mehr Wumms unter der Haube, ausgefallene Lackfarben oder gleich die eigenen Initialen auf der Kopfstütze? Die Wünsche der Kunden werden immer individueller und die Hersteller versuchen, soviel wie möglich davon wahr werden zu lassen. Wer also mit den Standard-Modellen von Mercedes nicht vollends zufrieden ist, kann sich bei AMG mehr Leistung abholen oder den Wagen von der Designo-Abteilung aufhübschen lassen, bei BMW übernehmen das die Sparten M und Individual und auch Audi hat mit der quattro GmbH einen versierten Veredler in den eigenen Reihen. Jaguar– und Land Rover-Kunden dagegen mussten lange Zeit die Autos so nehmen, wie sie vom Band rollten – oder sie im Nachhinein in die Hände eines Tuners geben. Für die war das ein einträgliches Geschäft und dass dieser Umsatz an den eigenen Kassen vorbeigeht, schmeckte den Briten auf Dauer gar nicht. Also haben sie vor gut zwei Jahren kurzerhand den Haus-Tuner Special Vehicle Operations (SVO) ins Leben gerufen.

Jaguars Haustuner SVO kümmert sich um besonders Kundenwünsche

Zwar erinnert das kreisrunde SVO-Logo ein wenig an einen Computerspiele-Anbieter, doch geht es in den Werkstätten an der Oxford Road in Coventry keinesfalls um virtuelle Phantasien. „Hier werden Träume wahr“, schwärmt Hausherr Mark Stanton und verweist auf die Range-Rover Top-Modelle SVAutobiography und den bislang stärksten Jaguar, den F-Type SVR mit 575 PS, für die die gut 1.200 Mitarbeiter der SVO-Mannschaft verantwortlich zeichnen. Neben diesen „Spezial-Serienfahrzeugen“ kümmern sich Stantons Leute aber auch um ganz persönliche Wünsche der Kunden. Damit dieser genau das Auto bekommt, das er will, hat Jaguar Land Rover (JLR) an der Oxford Road extra eine „Commissioning Suite“ eingerichtet.

Die Individualisierung beschränkt sich derzeit vor allem auf die Luxusausstattung. Bald schon will SVO aber auch spezielle Design-Kits entwickeln

Umringt von unzähligen Farbmustern, Lederproben und Holzbeispielen können die wählerischen Kunden hier ihr Wunschfahrzeug auf einem riesigen Touchscreen frei konfigurieren und es auf einer hochauflösenden Leinwand aus allen Blickrichtungen betrachten: Oben gelb, unten blau, dazu lila Leder, graues Holz und ein paar Metall-Dekorteile mit individueller Prägung – erlaubt ist, was gefällt. Um den kleinen Hunger zwischendurch kümmert sich ein eigens beschäftigter Sternekoch, und ist auch nach dem Ausprobieren aller 288 bereitgestellten Farbtöne die richtige Nuance noch immer nicht gefunden, mischt Jaguar den passenden Lack eben extra an. Aufgetragen wird er nur wenige Meter entfernt in der eigenen Lackiererei, die einen Großteil des SVO-Geländes einnimmt.

Rund 25.000 Pfund pro Auto werden in die Personalisierung gesteckt – natürlich zusätzlich zum Listenpreis

„Momentan kommen etwa vier Kunden pro Woche zu uns“ erklärt der für die Personalisierung zuständige Direktor Greg Clark. „Wir könnten mehr einladen, doch wollen wir sicher gehen, dass wir genug Zeit für jeden einzelnen Kunden haben. Manche planen schließlich nur ein, zwei Stunden ein und bleiben dann doch den ganzen Tag.“ Dass JLR nicht alle Wunsch-Fahrzeuge in Coventry besprechen kann, ist Clark bewusst, schließlich will auch nicht jeder Kunde aus China, dem mittleren Osten oder den USA extra nach England reisen. „Das hier ist ein Testversuch. In Zukunft wollen wir vergleichbare Suiten rund um den Globus anbieten.“ Das Geschäft mit den individuellen Vorlieben ist nämlich durchaus einträglich: Rund 25.000 Pfund pro Auto werden in die Personalisierung gesteckt – natürlich zusätzlich zum Listenpreis.

Luxusautos lassen sich noch luxuriöser machen

Die Individualisierung beschränkt sich derzeit vor allem auf die Luxusausstattung. Bald schon will SVO aber auch spezielle Design-Kits entwickeln, die ab dem Frühjahr auch vom Händler vor Ort angebracht werden können und dem jeweiligen Land Rover oder Jaguar ein etwas markanteres Aussehen verleihen. Und auch den Offroad-Bereich, die Kernkompetenz der Marke Land Rover, will man stärker in den Fokus nehmen. Was die Kunden da erwartet, hat SVO-Chef Stanton noch nicht verraten: Denkbar sind aber spezielle Geländeumbauten, Höherlegungen – oder warum nicht in Zukunft ein Defender mit 6×6-Antrieb? Mercedes hat das mit der G-Klasse zumindest schon vor Jahren vorgemacht. Und dass sie sich bei SVO nicht nur mit Feinarbeiten, sondern auch mit dem Groben ganz gut auskennen, beweisen die Techniker schon heute: In Coventry werden inzwischen auch die bis zu 300.000 Pfund teuren, gepanzerten Hochsicherheits-Varianten namens Sentinel von Range Rover und Discovery gefertigt.

: Zur SVO-Sparte gehört auch noch die Oldtimer-Abteilung des Herstellers

Doch damit nicht genug: Zur SVO-Sparte gehört auch noch die Oldtimer-Abteilung des Herstellers, die in Kürze vom Jaguar-Stammsitz Browns Lane und der Land-Rover-Heimat Solihull an die Oxford Road umsiedelt. Historische Modelle sollen hier unter besten Bedingungen restauriert werden können und auch die Ersatzteilversorgung erfolgt künftig vom SVO-Hauptquartier aus. „Alles was besonders ist, findet bei uns eben seinen Platz“, betont der Leiter der Spezialeinheit – und fährt mit der Hand über den mattgrünen Lack eines neuen Land Rovers. (Michael Gebhardt/SP-X)

Umringt von unzähligen Farbmustern, Lederproben und Holzbeispielen können die wählerischen Kunden hier ihr Wunschfahrzeug auf einem riesigen Touchscreen frei konfigurieren
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Jaguar E-Type wird zum Eagle Spyder GT – Radikal verteuert

Ein Jaguar E-Type ist auch heute noch ein Augenschmaus. Fahrtechnisch bietet die 60er-Jahre-Ikone aus heutiger Sicht allerdings viel Optimierungspotenzial. Das hat auch der englische Restaurator Eagle entdeckt, der alte E-Types restauriert oder auch radikal umbaut und dabei auf einen modernen Stand der Technik bringt. Das jüngste Modernisierungs-Projekt aus dem Hause Eagle heißt Spyder GT.

Vielleicht eine Frage des Geschmacks, doch durch den Eagle-Umbau macht der E-Type durchaus mehr her

Als Basis für den Spyder GT diente ein historisches E-Type Cabriolet, das durch den Umbau das Prädikat Originalzustand definitiv verloren hat. Bereits optisch ist das erkennbar, denn Eagle hat die Karosserie deutlich umgearbeitet. So entfallen zum Beispiel die großen Chromstoßstangen, was dem Fahrzeug zusammen mit einer Verbreiterung der Spur knackigere Proportionen verleiht. Am Heck fallen zudem zwei mittig montierte, kanonenrohrartige Auspuffrohre ins Auge.

Eagle hat dem Jaguar E-Type ein modernes Sportfahrwerk verpasst

Darüber hinaus wurde das Fahrwerk umfangreich modernisiert. Neben der komplett neuen Radaufhängung mit Dreieckslenkern und Öhlins-Dämpfern gibt es eine neue Bremsanlage von AP Racing. Die Speichenräder mit 16 Zoll Durchmesser wurden mit modernen Sportreifen bestückt; vorne gibt’s 225er-Pneus, hinten 235er.

Liebe zum Detail: Auf dem Zentralverschluss der Speichenräder steht neben Jaguar E-Type auch der neue Name Spyder GT

Auch beim Motor hat Eagle Hand angelegt. Unter anderem sorgen eine Hubraumerweiterung des Reihensechsers auf 4,7 Liter und neue Vergaser für eine Leistungssteigerung von 198 kW/269 PS auf 246 kW/335 PS und 460 Newtonmeter. Ein neues Getriebe mit fünf statt den vormals vier Stufen leitet die Kraft an die mit Sperrdifferenzial bewaffnete Hinterachse. Der nur knapp über eine Tonne leichte Zweisitzer soll damit den Standardsprint auf 100 km/h in gut 5 Sekunden hinter sich bringen und sogar 275 km/h Topspeed erlauben. Das Original braucht sieben Sekunden und schafft maximal 241 km/h.

Der englische Restaurator hat das Jaguar E-Type Cabrio radikal umgebaut

Wer Interesse an einen Spyder GT hat, muss Eagle dafür netto mindestens 695.000 Pfund überweisen, was über 800.000 Euro entspricht. Mit Mehrwertsteuer errechnen sich für deutschen Kunden rund 950.000 Euro. Und wer ein paar Spezialwünsche hat, kann die Kosten problemlos noch weiter nach oben trieben. (Mario Hommen/SP-X)

Auch den Innenraum hat Eagle deutlich aufgemöbelt
Das Triebwerk wurde von Eagle stark umgearbeitet und bietet so deutlich mehr Leistung
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Jaguar F-Type – Sondermodell mit 400 PS

Jaguar legt zum Modelljahreswechsel beim Sportwagen F-Type ein Sondermodell auf. Die „400 Sport“-Edition von Coupé und Cabrio wird von einem um 20 PS auf 294 kW/400 PS verstärkten 3,0-Liter-V6-Kompressormotor angetrieben, der wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb kombiniert werden kann. Die Kraftübertragung leistet in beiden Fällen eine Achtgangautomatik. Dazu gibt es als optische Erkennungszeichen gelbe Bremssättel, Sportsitze in Lederausführung und diverse Sondermodell-Plaketten im Innenraum. Die Preisliste startet bei 99.350 Euro für das Coupé und 106.350 Euro für das Cabrio. Gegenüber dem Standardmodell in der Ausführung mit 280 kW/380 PS entspricht das einem Aufschlag von knapp 12.000 Euro.

Jaguar legt ein Sondermodell des F-Type auf

Jaguar hat das Sondermodell aus Anlass der ersten Modellpflege bei seiner Sportwagenfamilie aufgelegt. Alle Varianten tragen nun eine minimal modifizierte Front und verfügen über ein neues Infotainmentsystem, darüber hinaus gibt es die neue Ausstattungslinie „R-Dynamic“. (Holger Holzer/SP-X)

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Jaguar F-Pace 30d AWD – Bestanden im ersten Versuch

Sogenannte Gewissheiten waren ja bei Lichte betrachtet noch nie viel wert. Aber was in diesem Jahr so alles zu Grabe getragen werden musste: “Der Brexit kommt nicht”, “Trump wird niemals Präsident” oder “Deutschland wird Europameister”. Und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Auch im automobilen Bereich hatten Fans diverser Marken einiges wegzustecken, Vierzylinder-Benzinmotoren bei Porsche etwa, vor allem aber SUVs von Alfa, Bentley und sogar Jaguar. Wobei, man hätte es ja zumindest im letzteren Fall ahnen können. Auch die Einführung von Dieselmotoren oder Kombis hatte man der Marke einst nicht zugetraut. Aber haben die Hersteller eine Wahl? Nicht wirklich, zu wichtig und lukrativ ist der Markt der Pseudo-Geländegänger einfach geworden.

Das Design des F-Pace mit der fließend-dynamischen Linienführung und einem aggressiven, irgendwie spitz wirkenden Heck erfüllt schon mal die vom Modellnamen geschürten Erwartungen
Das Design des F-Pace mit der fließend-dynamischen Linienführung und einem aggressiven, irgendwie spitz wirkenden Heck erfüllt schon mal die vom Modellnamen geschürten Erwartungen

Nun also der F-Pace. Schon die Namensgebung verrät, dass die Briten das Augenmerk vor allem auf die dynamische Seite legen wollen. Denn das “F” soll ja auf jeden Fall eine zumindest sprachliche Brücke zum reinrassigen Sportwagen F-Type schlagen und “Pace” spricht – nun ja – eigentlich für sich. Das Design mit dem aufrecht stehenden Grill, der fließend-dynamischen Linienführung und sogar einem aggressiven, irgendwie spitz wirkenden Heck erfüllt schon mal die vom Modellnamen geschürten Erwartungen.

Das SUV ist keinesfalls über Gebühr sportlich oder sogar hart abgestimmt
Das SUV ist keinesfalls über Gebühr sportlich oder sogar hart abgestimmt

Umso größer ist die Überraschung, wenn man mit dem F-Pace einen ersten Ausritt unternimmt. Das SUV ist keinesfalls über Gebühr sportlich oder sogar hart abgestimmt, bietet vielmehr echten Langstreckenkomfort (2,87 Meter Radstand!) und dies ohne Luftfederung. Andererseits kann dieser Jaguar – ganz in der Markentradition – natürlich auch anders. Er fährt, geführt von einer präzisen Lenkung und dem effizient arbeitenden Allradantrieb, zackig um Kurven und der 300-PS-Diesel in unserem Testwagen ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Trotz Alu-Bauweise ist der F-Pace in dieser Variante immerhin 1,9 Tonnen schwer, aber sowohl Sprintvermögen (6,2 s auf 100 km/h), als auch Endgeschwindigkeit (241 km/h) lassen nichts zu wünschen übrig. Die ZF-Achtgangautomatik unterstützt V6 und Fahrer fast immer optimal, wählt meist den richtigen Gang und verzichtet auf allzu sportliches Schaltverhalten. Was wir hier auf jeden Fall als Kompliment verstanden wissen wollen.

Mit Liebe zum Detail: Die Felgenmitte ziert der legendäre Raubkatzen-Kopf
Mit Liebe zum Detail: Die Felgenmitte ziert der legendäre Raubkatzen-Kopf

Zu dieser letztlich erfreulichen Alltagstauglichkeit passt auch das Raumangebot, was wir in Ermangelung eines passenderen Adjektivs einfach als “großzügig” bezeichnen wollen. Man sitzt hinten zu zweit grandios, selbst zu dritt noch okay, sicher auch dank der Rekordbreite von 1,94 Metern (ohne Außenspiegel). Was allerdings wiederum die Gesamtbreite inklusive Außenspiegel auf fast schon 2,20 Meter anwachsen lässt, für manchen Fahrer in der Autobahnbaustelle durchaus auch ein Alptraum. Dafür gibt es, anders als bei vielen anderen Modellen dieser Kategorie, einen wirklich großen, gut nutzbaren Kofferraum von 650 Liter Fassungsvermögen, durch Umlegen der Rückenlehnen auf über 1.700 Liter erweiterbar.

Der F-Pace bietet zudem einen wirklich großen, gut nutzbaren Kofferraum von 650 Liter Fassungsvermögen, der durch Umlegen der Rückenlehnen auf über 1.700 Liter wächst
Der F-Pace bietet zudem einen wirklich großen, gut nutzbaren Kofferraum von 650 Liter Fassungsvermögen, der durch Umlegen der Rückenlehnen auf über 1.700 Liter wächst

Die größte Schwäche des F-Pace liegt nicht im Fahrzeug selbst begründet, sondern in der für Jaguar typischen, positiv ausgedrückt extravaganten Bedienung. Warum die Automatik per (langsamem) Drehknopf bedient werden muss, hat sich wohl noch keinem Fahrer erschlossen. Sie ist ein gutes Beispiel für einen Gag auf Kosten der Praktikabilität. Denn beim Rangieren und dem damit in manchen Fällen verbundenen mehrfachen Wechsel zwischen “D” und “R” nervt der Knopf einfach. Im Testwagen hakte er zudem, ließ sich zweimal aus “D” nicht auf “P” zurückführen, tat es aber nach Abschalten des Motors dann aber doch.

Vorne ist das Platzangebot im Jaguar F-Pace großzügig
Vorne ist das Platzangebot im Jaguar F-Pace großzügig

Auch die Bedienung von Infotainment, Telefon oder Navi erfordert einiges an Eingewöhnung. Und dies trotz des in unserer Ausstattung eingebauten mächtigen 12,3-Zoll-Touchscreens. Das Navi hat uns einige Male sogar richtig geärgert, in dem es uns etwa auf dem Kölner Ring mehrfach in eine offensichtlich falsche, weil komplett schon verstopfte Richtung lenken wollte, obwohl es bessere Alternativen gab. Mittlerweile überzeugend, weil hochauflösend und gut ablesbar, sind dagegen die volldigitalen Instrumente, auch wenn mancher Jaguar-Fan sicher den analogen Anzeigen hinterhertrauert.

Insgesamt hat uns der F-Pace aber schon überrascht. Natürlich profitieren die Jaguar-Ingenieure hier vom SUV- und Allrad-Wissen der Schwestermarke Land Rover. Tatsächlich wirkt der mächtige Brite daher auch nicht wie das erste Produkt einer (Sportwagen-)Marke in diesem Segment, sondern schon sehr ausgereift. Für ein gutes SUV benötigt es Tradition und Erfahrung? Noch so eine vermeintliche Gewissheit, die man in diesem Jahr ad acta legen kann. (Peter Eck/SP-X)

Jaguar Land Rover startet Elektrifizierung – Sauber durch Strom

Das Elektro-SUV I-Pace ist nur der Anfang. Bis 2020 soll in der Hälfte der Baureihen von Jaguar Land Rover ein batteriebetriebener Motor zumindest einen Teil der Antriebsarbeit übernehmen. Das soll den Briten auch beim Erreichen ihrer CO2-Ziele helfen.

Premiere feiert der jüngst auf der Auto Show in Los Angeles als Studie vorgestellte Jaguar I-Pace bereits 2017. Auf den Markt kommen soll der emissionsfrei fahrende Allrader allerdings erst Ende 2018, dann zu Preisen zwischen 70.000 und 80.000 Euro. Das in den USA präsentierte Concept Car ist optisch und technisch bereits nicht mehr weit entfernt vom Serienauto; der Hersteller spricht von 95 Prozent Seriennähe. Verzichten werden man nur auf Details wie etwa die 23-Zoll-Räder oder die leicht futuristischen Sitze, erläutert Jaguar Land Rover-Deutschlandchef Peter Modelhart.

An der Technik dürfte sich demnach nicht mehr viel ändern. Für Vortrieb sorgen zwei Elektromotoren mit 400 PS Leistung und 700 Nm Drehmoment – von der ersten Umdrehung an. Die mit 90 kWh recht große Traktionsbatterie soll Reichweiten bis 500 Kilometer ermöglichen. Durchaus schon alltagstauglich, wobei Jaguar die Rolle des Elektro-SUV eher als Zweit- bis Viertwagen solventer Kunden sieht. Für Modelhart ist der I-Pace trotzdem mehr als ein Imageprojekt für die Sammlergarage: „Es wird ein Auto für jeden Tag.“

Wie Jaguar das erste Elektromobil des Konzerns vertreiben will, ist noch unklar. Andere Hersteller etwa haben ihre E-Flaggschiffe zu Beginn nur bei ausgewählten Händlern angeboten. Keine Sonder-Vertriebswege wird man hingegen bei den ebenfalls angekündigten Plug-in-Hybridmodellen der beiden Marken gehen. Welche Fahrzeuge genau elektrifiziert werden, ist jedoch noch nicht bekannt. Ebenso wenig ist klar, ob neben Jaguar auch die Schwestermarke Land Rover ein E-Auto erhält. Für die Einführung bei der Limousinen- und Sportwagenmarke habe man sich aus zwei Gründen entschieden, so Modelhart. Zum einen aufgrund des generell niedrigeren Fahrzeuggewichts bei Jaguar, zum anderen wegen des passenderen Images bei der als innovativ und sportlich positionierten Marke.

Wahrscheinlich jedoch dürfte es sich auch um Volumenbaureihen wie Jaguar XE und Range Rover Evoque handeln. Die Spritspartechnik soll dem Hersteller helfen, künftige CO2-Grenzwerte zu erreichen. Bis 2020 will und muss Jaguar Land Rover die Emissionen seiner verkauften Fahrzeuge um rund 25 Prozent auf dann 132 Gramm pro Kilometer senken.
(Holger Holzer/SP-X)

Jaguar Elektro-Strategie – Katze unter Hochspannung

Lange haben sich die Briten bei ihren Plänen für Elektroautos zurückgehalten. Kurz nach dem Eintritt in die Rennserie der Stromer startet Jaguar nun auch eine Offensive bei den Elektroautos für den Normalkunden – und einen Frontalangriff auf die Konkurrenz.

Bisher ohne elektrisches Antriebsprogramm nehmen die Briten bereits im kommenden Jahr diese Klasse in Angriff: Kurz vor Beginn der L.A. Motor Show hat Jaguar jetzt das I-Pace Concept präsentiert. Die sehr seriennahe Studie steht laut Design-Chef Ian Callum „für die nächste Generation von Elektrofahrzeugen”. Ab Ende kommenden Jahres werden die Briten die hauseigene Konkurrenz anbieten – zu Preisen, die unter 50.000 Euro liegen dürften. Dafür bekommt der Kunde ein Fahrzeug, dass anders als andere Elektroautos auch als alleiniges Auto im Haushalt volle Dienste leisten soll. Und Spaß machen: Der I-Pace sprintet in rund vier Sekunden von Null auf 100 Stundenkilometer; zwei E-Motoren mit zusammen 294 kW (400 PS) und 700 Newtonmeter Drehmoment sorgen für mächtigen Vortrieb und Allrad-Traktion.

Der I-Pace bietet auf dem Platz von 4,68 Meter Länge deutlich mehr Raum als der fünf Zentimeter längere F-Pace. Dieses konventionell angetriebene SUV zitiert der Elektro-Jaguar aber in Front und Heck
Der I-Pace bietet auf dem Platz von 4,68 Meter Länge deutlich mehr Raum als der fünf Zentimeter längere F-Pace. Dieses konventionell angetriebene SUV zitiert der Elektro-Jaguar aber in Front und Heck

Dank neuester Batteriengeneration verspricht Jaguar zudem einen Aktionsradius von mehr als 500 Kilometern. Die 90 kWh-Batterie mit Schnellladefunktion ist sehr tief im Boden verbaut und soll ein sportlicheres Handling ermöglichen als Teslas Elektro-SUV Model X, weil sie Schwerpunkt und Gierneigung des Fahrzeugs optimiert. Das flach zwischen den Achsen installierte Batteriepaket erlaubt zudem einen langen Radstand von fast drei Metern – und “komfortables Reisen”, so Callum. Auf dem Platz von 4,68 Meter Länge bietet der I-Pace deutlich mehr Raum als der fünf Zentimeter längere F-Pace. Dieses konventionell angetriebene SUV zitiert der Elektro-Jaguar in Front und Heck.

Mit einem 150kW-Ladegerät kann der Fahrer innerhalb von zehn Minuten 100 Kilometer neue Reichweite erzielen. Beim Schnellladen an einer öffentlichen Säule mit 50 kW Gleichstrom dauert ein Ladevorgang aber immer noch rund zwei Stunden. Jaguar bereitet sich jedoch auch auf die Einführung induktiven Ladens vor – dabei fährt das Auto nur auf eine kontaktlose Ladeplatte, etwa in einem Parkhaus.

Solche Technik dürfte auch bei den Käufern von Oberklasse-Limousinen gut ankommen. Denn nach dem I-Pace wird wohl wenige Monate später auch der Nachfolger des Topmodells XJ mit einem Elektroantrieb auf den Markt kommen. Die neuen Fahrzeuge könnten bereits ab 2017 von Magna in Graz gefertigt werden, wo Jaguar dafür Kapazitäten aufbaut. Auch in diesem Segment wollen die Briten schneller als Wettbewerber wie Audi oder Mercedes am Markt sein – und Teslas Model S angreifen.

Ab Ende kommenden Jahres werden die Briten die hauseigene Konkurrenz anbieten - zu Preisen, die unter 50.000 Euro liegen dürften.   Dafür bekommt der Kunde ein Fahrzeug, dass anders als andere Elektroautos auch als alleiniges Auto im Haushalt volle Dienste leisten soll
Ab Ende kommenden Jahres werden die Briten die hauseigene Konkurrenz anbieten – zu Preisen, die unter 50.000 Euro liegen dürften. Dafür bekommt der Kunde ein Fahrzeug, dass anders als andere Elektroautos auch als alleiniges Auto im Haushalt volle Dienste leisten soll

Jaguar hat sich lange nicht gerade an vorderster Front der Elektroantriebs-Enthusiasten gezeigt: Zwar haben die Briten schon 2010 ein Showcar präsentiert. Der C-X75 ergänzt die Akku-Angebote durch einen Range-Extender in Form von zwei Feuerlöscher-großen Jet-Turbinen. Die katapultieren die Studie von 0 auf 100 in rund drei Sekunden und bis zum Tempo 330. Es wären aber mit der Kraft der vier jeweils 195 PS starken Elektromotoren theoretisch auch 900 Kilometer bis zum nächsten Tankstopp drin.

In diesem Fahrzeug war eher eine Fingerübung für den Start in der Formel-E zu sehen, der vor wenigen Wochen gelungen ist. “Die Formel E gibt uns die einzigartige Möglichkeit, unsere Technologien weiterentwickeln“, hat Jaguars Entwicklungschef Nick Rogers allerdings bereits vor dem Start angekündigt. Da war ja auch einiges nachzuholen. Denn anders als die großen Rivalen haben Jaguar und die Schwestermarke Land-Rover bisher Elektro-Erfahrung gerade mal mit dem Range Rover Hybrid vorzuweisen, der einen Diesel-V6 mit einem 35-kW-Elektromotor koppelt.

Auch bei der klassischen Geländewagen-Marke wird indes der reine Elektroantrieb wohl bald zu sehen sein: Schließlich ist auf der Plattform des I-Pace ohne allzu großen Mehraufwand auch ein Land-Rover machbar.

(Peter Weißenberg/SP-X)

Markenausblick Jaguar Land Rover – Geländeparcours mit Hindernissen

Erfolg kann manchmal auch zum Fluch werden. Jaguar Land Rover (JLR), seit mehr als sechs Jahren im Besitz des indischen Tata-Konzerns, geht es so blendend wie nie zuvor. Die Briten feiern ein Rekordjahr nach dem nächsten. Seit 2009 hat sich der Absatz mehr als verdoppelt. Die Marke hat kein „faules Ei“ im Nest. Sämtliche Modelle, ob Limousinen, SUVs oder Sportwagen, kommen bei den Kunden gut an. Das Design stimmt, das Image stimmt, die Technik stimmt. Und doch hat JLR ein Problem: Den für 2021 von Brüssel geforderten CO2-Flottenausstoß zu schaffen. Ansonsten drohen empfindliche Strafen und damit einhergehender Imageverlust. Für jedes Gramm CO2 zu viel hat die EU den Herstellern ein Bußgeld von 95 Euro angedroht. Was zunächst nach wenig klingt, kann sich zu beachtlichen Beträgen von zig Millionen Euro addieren.

Lange konnten sich beide Traditionsmarken als sogenannte Nischenhersteller bequem zurücklegen. Doch nun, mit jährlich zusammen über 500.000 produzierten Einheiten, ist der Welpen-Schutz vorbei. Es gilt auch für JLR die 95-Gramm-Regel, die aufgrund der größeren Gewichtsklassen, in denen die meisten Modelle unterwegs sind, noch ein paar Gramm nach oben abweichen darf. Aber selbst 102 oder gar 105 g/km liegen derzeit Lichtjahre entfernt vom heutigen Flottenwert (165 g/km). Nur ein einziges Fahrzeug, der Jaguar XE mit dem 163 PS starken Einstiegsdiesel, erreicht 99 g/km. Löblich. Dafür schlägt ein XJR mit V8-Kompressor und 550 PS mit 264 g/km zu Buche. Bei Land Rover ist die Spreizung ähnlich. Sie reicht von 113 g/km (Evoque) bis zum großen Range Rover mit 299 g/km.

Ausgleichsmodelle wie Kleinwagen in hoher Stückzahl oder gar Plug-in-Hybride sowie Elektrofahrzeuge mit Mehrfachzählungen (Supercredits)? Fehlanzeige. Erstere wird es nicht einmal auf lange Sicht nicht geben, letztere haben dagegen Dringlichkeitsstufe eins. Anstelle den Hybrid-Supersportwagens C-X75 (spielte im Bond-Film „Spectre“ mit) zur Serienreife zu bringen, kündigte Jaguar bereits an, bis Ende 2019 zwei reine Elektromodelle auf den Markt bringen zu wollen, eine Limousine und einen SUV.

In den zeitlichen Rahmen würde da die nächste Generation des XJ passen. Die aktuelle Version wird seit 2009 gebaut. Das Flaggschiff könnte als Gegenstück zum Tesla Model S positioniert werden. Ein zweites Eisen im Feuer hätte Jaguar mit dem SUV F-Pace (seit diesem Jahr auf dem Markt), der als Elektrovariante deutlich mehr Kunden ansprechen würde. Aufs gleiche Crossover-Pferd setzen auch Mercedes mit der Serienversion des EQ und Audi mit dem C-BEV, der vermutlich Q6 e-tron heißen wird. Jaguars SUV mit Stromantrieb (Projektname J-Pace) könnte E-Pace am Heck tragen. Zumindest hat man sich diese Bezeichnung schützen lassen. Gut möglich, dass der E-Pace als Studie in wenigen Wochen auf der Los Angeles Auto Show Premiere feiert.

E-Drive-Erfahrung sammeln die Briten derzeit in der Formel E. Hier hat Jaguar ein Team am Start und nutzt die Rennserie, das Know-how im Bereich der Elektromobilität voranzutreiben. Das gesammelte Wissen kommt natürlich auch der Schwester Land Rover zugute. Zunächst war zu lesen, die Offroad-Marke soll ausschließlich den Plug-in-Hybrid-Part übernehmen. Ob dies so bleibt, ist ungewiss. Vorstellbar ist durchaus eine BEV-Variante (Battery Electric Vehicle), vielleicht sogar als Defender, der Anfang dieses Jahres eingestellt wurde und 2019/20 in Neuauflage beim Händler stehen soll. Entwickelt hat JLR bereits ein E-Modul (EDM), das für nahezu jeden Getriebetyp einsetzbar ist und sogar als alleiniger Antrieb genutzt werden kann. Auch am 48-Volt-Teilbordnetz arbeiten die britischen Ingenieure.

Für den weltweiten Vertrieb von Plug-in-Hybrid-Modellen steht ab nächstem Jahr der komplett neu entwickelte Zweiliter-Vierzylinderbenziner aus der Ingenium-Familie bereit. Kombiniert wird das 296-PS-Turboaggregat mit einer ZF-Achtgangautomatik und kommt in den großen Modellen zum Einsatz. Evoque und Discovery Sport erhalten dagegen einen Dreizylinder-Ingenium-Dieselmotor als Plug-in-Hybrid.

Helfen, die CO2-Werte nach unten zu bringen, soll natürlich auch der Leichtbau. Es ist davon auszugehen, dass zukünftig bei JLR jedes neue Modell in Vollaluminiumbauweise vom Band rollt mindestens 75 Prozent Recyling-Alu enthalten wird (interne Zielwerte), um die Energiekosten bei der Herstellung massiv zu senken. Keine Automarke der Welt fertigt schon heute einen größeren Anteil ihres Portfolios in Leichtmetall. Davon ausgenommen ist nicht einmal der Kult-Geländewagen Defender, bei dem man sich sogar vom klassischen Leiterrahmen verabschiedet und ebenfalls auf das PLA-Monocoque (Premium Lightweight Architecture), wie schon beim neuen Discovery (Marktstart: Frühjahr 2017) setzt.

Noch geheim hält Jaguar Land Rover, wo man welche neuen Modelle fertigen wird. Zur Disposition steht das neue Werk in der Slowakei sowie als Partner Magna Steyr in Graz. Man sei da sehr flexibel, heißt es aus der britischen Zentrale. So wanderte bereits der Jaguar XE von Solihull nach Castle Bromwich, um für den F-Pace Platz zu machen, der dort zusammen mit den großen Aluminium-Geländewagen gefertigt wird. Halewood ist komplett mit dem Evoque ausgelastet, noch immer der Bestseller. Einen weiteren Schub hat die Cabrioversion gebracht. Allein in Deutschland sorgte der offene Lifestyle-SUV für ein Plus von 20 Prozent an der Baureihe.
(Michael Specht/SP-X)

Test: Jaguar XF 35t AWD

Der Landlord hat es eilig

Jaguar XF 35t – Britische Alternative?

Test des Jaguar XF mit Kompressor V6-Triebwerk

Schreibt man über einen Testwagen aus England, dann müssen schnell die konstruierten Argumente und Brücken zu den deutschen Mitbewerbern herhalten. Dabei hat ein Jaguar eine gänzlich andere Zielgruppe. Einen Jaguar fährt man, weil man mit seiner Fahrzeugwahl auffallen will. Mangelnde Zuverlässigkeit, historisch belegt, oder eine Verarbeitung, die weit weg vom spektakulären Niveau der Ingolstädter ist? Das alles nimmt man in Kauf, um einen Aristokraten in der Hofeinfahrt zu parken. Oder nicht?

Für Automobil-Journalisten gilt wie für Automobil-Blogger: Die Schubladen sind ausgefüllt und jede Marke hat ein Markenbild bekommen. Aber manchmal muss man sich kneifen, kurz umschauen, nochmal schütteln und die eigenen Vorurteile dann über Bord werfen. Zum Beispiel, wenn man Jaguars neuen XF 35t AWD fährt.

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Im Test der Jaguar XF 35t AWD

Der XF muss sich gegen Audi A6, BMW 5er und Mercedes-Benz E-Klasse stellen. Oder eben nicht. Denn wie eingangs erwähnt, Jaguar-Käufer sind vermutlich gar keine klassischen Firmenwagen-Käufer. Vermutlich stehen eher Lexus, Infiniti oder auch Cadillac auf der Liste des Interessenten. Dabei haben die Engländer, seit TATA mit viel Geld in die Marke eingestiegen ist, ordentliche Sprünge gemacht. Der neue Jaguar XF besteht zum Beispiel aus einer mehrheitlich aus Aluminium hergestellten Karosserie. Aufwendige Achs-Konstruktionen, ebenso aus dem leichten Material, ein aufgeräumtes Cockpit und ein breites Angebot an Motoren. Der Brite ist so gar nicht altbacken.

Als uns der neue Jaguar XF vor die Türe gestellt wurde, war ich sehr gespannt. Wie gut ist die Limousine geworden? Fahrspaß? Aristokratie? Dynamik? Verarbeitung? Die Ansprüche in der oberen Mittelklasse sind massiv. Und um das gleich deutlich zu machen: Ja, gut, sehr gut, mäßig und enttäuschend – alles kommt im Ergebnis vor!

 

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190 Kilogramm leichter als der Vorgänger und knapp 100 Kilogramm leichter als die Mitbewerber im Segment. Die Diät des Jaguar XF zeigt Wirkung. Und das hilft doppelt. Während Menschen mit ausgeprägter Neigung zur Vernunft vermutlich einen der neuen Dieselmotoren wählen würden, musste der Testwagen in der Benziner-Version mit 340 PS zum Test antreten. Wenn Jaguar, dann eben auch anders als die anderen. Das trifft auch auf das Triebwerk zu. Denn obwohl ein „t“ im Namen, ist der V6 Benziner mit einem Kompressor im Bankwinkel ausgerüstet und nicht mit einer Turboaufladung. Das führt zu reichlich Kraft aus dem Keller, aber auch zu einer ganz eigenen Geräuschkulisse. Man hört den Kompressor immer ein wenig mitsurren. Und wenn auch moderne Turbotriebwerke als Lösung für den Spagat zwischen Leistung und Effizienz gehandelt werden,  man muss sich wundern, wie effizient sich der Twin-Vortex Kompressor-V6 im Alltag gab. Allerdings mag man an seinen 340 PS den einen oder anderen Zweifel gehabt haben. 450 Newtonmeter? Auch wenn sich die 8-Gangautomatik von ZF (ZF 8HP70) alle Mühe gab – ein besseres Getriebe kann man sich für dieses Auto nicht vorstellen – so blieben doch massive Zweifel an den Werksangaben. 5.4 Sekunden auf 100 km/h? Für uns war die Performance leider nicht nachmessbar, gefühlt fehlten da aber mindestens 0.9 Sekunden oder mehr. Auch ab Tempo 200 fühlte sich der Vortrieb leicht ermattend an, die V-Max von 250 km/h waren in Ermangelung der richtigen Reifen nicht machbar. (Der Test fand im März statt, zu dem Zeitpunkt waren noch Winterreifen montiert), aber so sportlich, wie sich 340 PS anhören, hat sich der XF in seiner Ausstattung als Prestige nicht angefühlt.

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Erfreulich dennoch: der Innenraum des XF. Weiches Leder und wenig rustikaler Kunststoff vermitteln die Landlord-Laune, die man sich beim Kauf eines Jaguars vorstellt. Bei der Verarbeitung ist Jaguar um Welten weiter als vor ein paar Jahren, aber sobald man „hinter die Kulisse“ schaut, findet man das Diktat zum Sparen, dem Druck im Automobilbau. Ein Blick in den Kofferraum sei da exemplarisch. Schauen sie bei geöffneter Kofferraumklappe mal in Richtung Hutablage. Das geht einfach besser. Massive Fortschritte gibt es im Bereich Bedienlogik, Entertainment und Navigation. Das 10.1 Zoll Diesplay wirkt zuvorderst aufgeräumt und klar strukturiert, allerdings ist speziell in der Bedienlogik noch Raum für Verbesserungen. Oder das Lenkrad mit seinen vielen Tasten, die nicht immer klare Menüführung dahinter und das kompliziert wirkende Multifunktionsdisplay im Cockpit. Wobei die Kritik hier immer von Autotestern kommt, die eben alle 14 Tage ein anderes Fahrzeug fahren und die Eingewöhnung, wie man das als Kunde hat, nicht wirklich stattfindet. Dem Navi gehört allerdings noch ein Kritikpunkt an: Es rechnet schlicht zu langsam!

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Aber, der Jaguar bleibt ein Fahrerauto. Inklusive variabler Dämpfer und den mittlerweile nicht mehr aus der Klasse zu streichenden elektronischen Anpassungen von Getriebe, Motor und Fahrwerk spannt sich das Talent des XF vom ruhigen Gleiter bis hin zum sportiven Limousinen-Vertreter. Wobei, und es liegt nicht an den 1700 Kilo Leergewicht oder am Getriebe, so richtig sportlich wirkt der XF35t nicht. Dafür stets sicher. Dank Allradantrieb auch bei nasser Straße nie überfordert, bevorzugt er die klar komfortable lange Strecke. Dort spielt er seine Trümpfe aus. Und – das überraschte im Test: Wer den V6 nicht ständig über die 4.000er Linie jagt, der findet ein ausgewogenes UND sparsames Auto. Unter 10 Liter sind problemlos möglich, die von Jaguar im NEFZ eingefahrenen 8.6 Liter sind machbar. 15 bei schneller Autobahn-Hatz jedoch auch.

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So lässt sich nach dem Test sagen: Der XF ist deutlich besser als sein Vorgänger und gleichzeitig der im Moment wohl ausgereifteste und modernste Jaguar im Sortiment. Und er bewegt sich so nahe an den deutschen Premium-Platzhirschen wie noch nie zuvor. Er fährt eigentlich erstmalig sogar auf Augenhöhe. Obwohl man ganz schön schielen muss, denn der Jaguar will gar nicht mit BMW und Co mithalten, er will die Alternative sein. Und das macht er sehr gut!

[notification type=“notification_mark“ ]Das ideale Auto für:

Eben nicht nur für Tee-Trinker und Cricket-Spieler. Der Jaguar XF überzeugt vor allem durch Fahrdynamik und Verarbeitung. Wenngleich zukünftige Käufer hier wenig Wert auf die Details legen sollten. Dennoch, wer schon immer Jaguar fahren wollte, weil er dachte, es passe zu seinem Charakter – das hier ist der erste Jaguar ohne Kopfweh beim Experten.
[/notification]

[notification type=“notification_info“ ]

„Landlord mag es launisch“

Alternative zu: Lexus GS, Infiniti Q70 und anderen Exoten. Okay, auch zum BMW 5er und Audi A6.
Passt zu: Freiberuflern mit Status-Denken.
Das überzeugt: Leichtbau und Fahrgefühl sind top. [/notification]

 

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Alle technischen Daten des Jaguar XF 35t AWD im Überblick:

Der Fahrzeugschein für den Jaguar XF 35t AWD

Verkaufsstart:  erfolgt
Basispreis:  Ab 64.870 €
Motorleistung: 340 PS / 450 Nm
Antrieb und Getriebe:  8-Gang Automatik, Allradantrieb
Beschleunigung:  5,4  Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  8,6l / 100 km NEFZ-Norm
Höchstgeschwindigkeit:  250 km/h (el. begrenzt)
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.954, 1.880, 1.457, 2.960 mm

[notification type=“notification_info“ ]Stand vom 01.09.2016[/notification]

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Große Galerie des Jaguar XF 35t AWD

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[notification type=“notification_info“ ]Text: Bjoern Habegger;  Foto-Nachweis:  Bjoern Habegger [/notification]

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Jaguar-Allradstrategie – Alles für die Familie

Prima, dass es dann doch noch regnet: Strahlender Sonnenschein und staubtrockene Straßen sind nämlich nicht das, was man braucht, um die neuesten Jaguar-Erzeugnisse auf den Spitzkehren des Gerlos-Passes zu fordern. Es geht schließlich um Kompetenz. Allrad-Kompetenz.

Die hat der typische Jaguar-Interessent in den vergangenen Jahrzehnten eher nicht mit der britischen Marke verbunden. Mal war es ausgeprägte Sportlichkeit, dann exaltierter Luxus, einige Jahre Massenware in besseren Kleidern – und erst nach dem Neustart 2009 hat Jaguar sich neu erfunden. Mit durchschlagendem Erfolg. Nur eben nicht überall dort, worauf die Kunden abfahren.

Gerade Frauen lieben es, in höher bauenden SUV geborgen zu fahren. Und jeder vierte Fahrer besserer Dienstwagen setzt bereits in der Premium-Mittelklasse auf die Kraft von vier angetriebenen Rädern – am liebsten mit Diesel. Eine Klasse drüber sind es sogar ein Drittel, wie die Jaguar-Vermarkter analysiert haben. Dumm nur, dass sie denen bisher nichts zu bieten hatten.

Bis jetzt: “Erstmals in seiner Geschichte hat Jaguar eine Modelpalette, die komplett mit Allrad zu haben ist”, wie die verantwortliche Ingenieurin Emma Penney sagt. Und mit dem F-Pace ist seit drei Wochen auch in Deutschland ein Mittelklasse-SUV erhältlich, dass die Sehnsüchte der besseren Familien erfüllen soll.

Könnte klappen, wie das Anfahren auf der leicht seifigen Straße beweist. Denn da rutscht einfach nichts. Satt zieht der F-Pace los. “Drehmoment ganz nach Bedarf”, heißt das dafür verantwortliche System übersetzt – es verteilt bei rutschigem Untergrund in 165 Millisekunden die normalen 100 Prozent Heckantrieb bis zur Hälfte an die Vorderachse. Der Fahrer merkt davon nur, dass alles läuft wie immer.

Solche Allradtechnik, im F-Pace ab 42.390 Euro zu haben, baut auf den Erfahrungsschatz der Jaguar-Schwester Land-Rover. Mit deren Entwicklern arbeiten die Jaguar-Kollegen bereits seit drei Jahren in einer Abteilung – und suchen dabei den speziellen Allrad-Weg für die Raubkatzenmarke. Schließlich sollen die neuen Kunden ja nicht von der eigenen Konzernmarke kommen.

Mit den ähnlich großen Range-Rover Evoque oder Land-Rover Discovery Sport hat der F-Pace denn auch strategisch wenig zu schaffen. Er soll im Revier von BMW X3, Mercedes GLC oder Audi Q5 wildern – das ist Pflicht.

Kür ist es, auch dem sportlichen X4 und dem Porsche Macan weh zu tun. Und da sieht Entwicklerin Penney nicht nur wegen des viel billigeren Einstiegspreises Chancen: “Der F-Pace ist 50 Prozent verwindungssteifer als der Macan – und hat eine 35 Prozent höhere Quersteifigkeit”, sagt sie. Dieser Vorteil der Voll-Alu-Karrosse ist auf der Straße durchaus zu spüren. Der F-Pace liegt sehr direkt, nicht zu hart, aber auch bei höheren Geschwindigkeiten äußerst präzise auf der Straße.

Wobei die Leistung des 180-PS-Diesel gepaart mit Allrad im schnittigen F-Pace genau wie in den Limousinen XE (ab 41.900 Euro) und XF (ab 47.660 Euro) nicht so sportlich ist, wie es die Form verheißt sowie Lenkung und Straßenlage ermöglicht. Die Fahrzeuge aus dem SUV-, Mittelklasse- und obere Mittelklasse-Segment sind souveräne Reisewagen mit Leistungsreserven; Agilitätswunder sind sie nicht. Wer es krachen lassen will, wird wohl eher Allrad mit dem Sechszylinder-Benziner (340 bis 380 PS) für XF und F-Pace wählen. Oder das SUV mit dem Dreiliter-Diesel (300 PS) und Allrad. Hierzulande wird das aber eine Minderheit sein.

Jaguars Strategie hinter den preiswerten Allrad-Dieseln ist es darum auch eher, eine wirkliche Alternative bei den Premium-Allradlern in den Volumensegmenten zu bieten. Und da stimmen neben den niedrigen Verbräuchen um die Fünf-Liter-Schwelle auch die inneren Werte. Im F-Pace etwa sitzt es sich deutlich luftiger als in den deutschen Konkurrenten. Und schnell fühlt sich der Fahrer heimisch in den logischen Bedienkonzepten – alles sitzt, wo der Kunde es erwartet.

Überhaupt überzeugt die Raumnutzung – auch auf der verstellbaren Rückbank. Dahinter liegen noch mal 650 Liter Kofferraum – und maximal sind es sogar 1.740 Liter, mehr als im größeren X5. Auch bei der Raumaufteilung haben sich die Jaguar-Mannen sicher von den Erfahrungen der Land-Rover-Kollegen mit dem Discovery-Sport inspirieren lassen.

Die sehr umfangreiche Assistenz- und Sicherheitstechnik ist wie das Multimedia-System mit seinem 12,3 Zoll großes Display ebenfalls konzernweit im Einsatz. Navi und Co. überzeugen mit schneller Reaktion und den Verbindungsmöglichkeiten zum Smartphone. Weniger gediegen sind lediglich Materialien etwa in den Türtafeln, an den Lautsprechern oder Sitzwangen. Premium ist da nur die Verarbeitung.

Bislang 1.000 deutsche Kunden hat diese Berührung mit dem Hartplastik nicht zu negativ berührt: Sie haben den F-Pace bereits gekauft, ohne ihn je gefahren zu sein. Bei den Limousinen XE und XF will Jaguar solche Begeisterung aus dem Stand nun nutzen, um auch hier mehr Allrad-Autos abzusetzen.

(Peter Weißenberg/SP-X)

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Erste Fahrt: Der neue Jaguar F-Pace

Es gibt ein Problem, wenn Menschen über ihre Traumautos sprechen. Meist sind das dann klassische Limousinen, wunderschön gezeichnete Sportwagen mit erotischen Formen. Oder Cabriolets, mit denen man, den geliebten Partner an seiner Seite, in den Sonnenuntergang rollt. Gerade bei Klassikern ist die Limousinen-Form obligatorisch. Ein Jaguar Mk2 zum Beispiel, mit langer Schnauze, erotischen Rundungen und einem Greenhouse mit filigranen Blechstelzen, der Hintern, eher rund und dennoch elegant und nah am klassischen Design einer Limousine. Schaut man auf die Jaguar-Modelle der 70 und 80er Jahre, dann stehen aristokratische Limousinen vor einem. Das ändert sich. Denn auch wenn die Menschen am liebsten über den klassischen Style von „früher“ sprechen – kaufen tun sie heute SUVs. Und genau deshalb hat man jetzt bei Jaguar den ersten SUV der Firmengeschichte präsentiert.

Der neue Jaguar F-Pace im ersten Fahrbericht

Miss Moneypenny in Hot Pants

Erstes Aufatmen bei Jaguar Fans. Was Ian Callum, der Direktor für Design bei Jaguar, und seine Truppe auf die Räder gestellt haben, wirkt auf den ersten Blick bereits stimmig. Grimmiges Schlechtreden des SUV-Kaufbooms wird durch das stimmige Design des Jaguar-Derivates kurz ad absurdum geführt. 

Und was Porsche kann, will man bei Jaguar auch können. Nur eleganter. Bei dem klassischen Sportwagen-Hersteller haben schon lange die SUV-Modelle vom Schlage Cayenne und Macan die Stückzahl-Führerschaft übernommen. Die Legenden der Marke werden gepflegt. Aber im Alltag gewinnen die SUV-Modelle die Überhand. Doch bei Porsche ruft man bereits beim „kleinen Macan“ einen selbstbewussten Einstiegspreis auf. Auch das will Jaguar besser machen und strickt eine breite Preisspanne. Und so werden Porsche und dazu gleich Audi, BMW und Mercedes in nur einem Schwung zu den Mitbewerbern des neuen Jaguar F-Pace.

Test Fahrbericht 012 Jaguar F-Pace erster Test

Klassisches Rezept

Ein SUV erfüllt heute alle Bedürfnisse. Oder sollte. Zumindest liegen sie voll im Trend. Um das umzusetzen, muss man ein wenig in der Technikkiste kramen. Der F-Pace beruht – und erst so konnte sich Jaguar diesen Extra-Wunsch erfüllen – auf der gleichen Plattform, mit der sich auch XF und XE brüsten. Viel Aluminium, um das Fahrzeuggewicht zu drücken. Mit einem Leergewicht von 1.665 kg fängt man beim F-Pace an. Wobei das wie der Basispreis – auch hier greift man hinunter zu 42.390 € – ein eher theoretischer Wert ist. Denn der F-Pace – Einstieg ist ein 2-Liter Diesel mit 180 PS, Heckantrieb und manueller Sechsgang-Box. Da dürfte sich der Puls nur bei Mietwagen-Piloten erhöhen. Wer sich den F-Pace vor seinen Bauhaus-Bungalow stellt, der greift vermutlich eher zum 3.0 V6 Diesel. Mit 300 PS und 700 Nm kann man sich dann erhobenen Hauptes unter das SUV-Volk mischen. Der Allradantrieb und die 8-Gangbox von ZF ist dann auch schon an Bord. 

Test Fahrbericht 001 Jaguar F-Pace erster Test

Miss Moneypenny in Hot Pants

Egal, aus welchem Blickwinkel: Ein SUV sah noch nie so scharf aus. Jaguar hat es tatsächlich geschafft und vereint die treue Seele eines pragmatischen Großserienautomobils mit den scharfen Waffen eines Top-Models. Wer sich für die 22-Zöller entscheidet und das Auto in „italian racing red“ ordert, der zieht Miss Moneypenny die Hot Pants an und präsentiert die treue und hilfreiche Seele des britischen Geheimdienstes als Centerfold-Girl. Das muss man so erst einmal umsetzen. Das Lob gebührt dem Designer Ian Callum.

Am Heck leuchten die Rücklichter im Stile des Jaguar F-Type und an der Front erinnert alles an die modernen Kollegen XF und XE. Dazu die obligatorischen Kühlluft-Nüstern im XXL-Format. Anders geht das einfach nicht. Auch wenn bei den Dieselmodellen nur eine Seite wirklich Luft in Richtung Ladeluftkühler leiten muss.

Test Fahrbericht 014 Jaguar F-Pace erster Test

Die Katze stellt sich auf die Hinterpfoten

F-Pace First Edition 3.0D AWD – Es ist kein Test, wenn man ein paar Stunden auf einem abgesperrten Flugplatz im Kreis oder ein paar Kilometer in der Eifel auf Tour fährt. Dennoch – der 3.0 Liter Diesel mit seinen 700 Nm wirkt sofort, zusammen mit dem 8-Gang Automaten, genau richtig an seinem Platz. So muss sich ein SUV fahren lassen. Druckvoll von unten aus dem Keller, das Automatikgetriebe vom Experten ZF hält dazu immer die richtigen Gänge parat. Es geht geschmeidig ums Eck, das Leergewicht des Testwagens dürfte sich in Richtung 1.9 Tonnen bewegt haben. Als First-Edition waren die 22-Zöller montiert. Herzhaftes Räderwerkzeug. Und dennoch schaut es einfach nur richtig aus.

Dem Fahrgefühl zuträglicher sind allerdings die 20-Zöller. Hier bietet der größere Reifenquerschnitt mehr Abrollkomfort. Denn dieser Jaguar hat mit dem Gelände nichts am aristokratischen Hut. Ein Dynamiker will er sein. Ein Partner für die flinke Hatz über Landstraßen und Autobahnen.

Der Dampf ist dafür vorhanden, einzig die Entscheidung zwischen 300 PS Diesel und 300 PS Diesel muss getroffen werden. Denn die Alternative sind 180 PS, was fast ein wenig „zu wenig“ für einen geborenen SUV-Dynamiker ist und die Benziner mit 340 und 380 PS. Wer sich den Alltag mit dem sexy Briten-SUV verschönern will, muss sich aktuell für „hopp & topp“ entscheiden.

Sportstudio in Leder

Dass man sich allzeit dynamisch um das Eck wuchten kann, nachdem die Bodenfreiheit zuvor auf über 20 Zentimeter erhöht wurde, verdankt man den feisten Rädern und der aufwendigen Fahrwerkstechnik. Natürlich mit verstellbaren Dämpfern. Wobei hier vor allem die „First Edition“ überzeugt, denn hier sind fast alle wichtigen Goodies bereits inkludiert. Die anderen 5 Ausstattungsvarianten lassen sich das „Adaptive Dynamics Fahrwerk“ etwas kosten.

Im Gegensatz zu vielen anderen SUV, teilweise eben auch den „Kompakten“ am Markt, ist der F-Pace ein Sprössling einer Heckantriebs-Kultur. Der Motor längs eingebaut und vermutlich auch mit Heckantrieb im Alltag völlig passend. Zum SUV-Konzept gehört jedoch der Allradantrieb, von ihm spürt der Fahrer erst einmal nichts. 52 Zentimeter Wattiefe sind auch ein eher theoretischer Wert. Und wenn der kurze vordere Überhang auch für eindrucksvolle Böschungswinkel gut ist, im Alltag wirkt er einfach trefflich zum gelungenen Design.

Den Innenraum verpackt Jaguar, je nach Ausstattungslevel, mit mehr oder weniger viel Leder. Im gefahrenen „First Edition“ lassen sich die 80.000 € (roundabout) ganz gut wiederfinden. Die Qualität der Ausstattung passt zum Anspruch der Marke.

Dass man auf 4.73 Metern ordentlich Kofferraumvolumen und dennoch Platz sowohl in Reihe 1 als auch 2 anbieten kann, spricht für das gelungene Grundlayout. Während man in Reihe 1 mit knapp 1.80 vernünftig sitzt, bleibt in Reihe 2 ungewöhnlich viel Beinfreiheit übrig. Die 650 Liter Kofferraumvolumen lassen sich variabel erweitern. Die Rücksitzbank ist 40:20:40 umklappbar, die Ladekante noch erfreulich niedrig und flach. Der Kofferraumdeckel geht jedoch wiederum weit genug auf, um sich nicht den Kopf zu stoßen.

Test Fahrbericht 008 Jaguar F-Pace erster Test

Buzzword-Bingo

All Surface Progress Control, Torque Vectoring, Jaguar Drive Control, InControl Touch, Performance Crossover, und so weiter … Kein modernes Auto mehr, bei dessen Handbuch-Lektüre man nicht ständig „Bingo“ schreien möchte. Am wichtigsten von diesen Keywords ist jedoch der Begriff „Crossover“. Denn damit sagt Jaguar selbst: Eigentlich ist das kein SUV. Und weil die Mehrzahl der F-Pace-Kunden zudem von anderen Marken kommen dürfte, ist der F-Pace am einfachsten als „wichtigster Jaguar der Neuzeit“ zu umschreiben.

Fazit: Der F-Pace geht seinen Weg

Das wird er tun und er wird dabei der erfolgreichste Jaguar aller Zeiten werden. Seine Wege werden ihn von Kalifornien nach Asien, von der Düsseldorfer Kö bis zur Coté führen, nur durch Matsch und über schweres Geläuf ganz sicher nicht. 

Der F-Pace ist der Dynamiker unter den SUV, pardon, Crossovern. Nur anstelle von Cross-Country-Läufen will er behende auf der Landstraße sein. Allerdings erwartet Jaguar eine ähnliche Dynamik von den zukünftigen Besitzern und macht sich Gedanken darüber: Wohin die Autoschlüssel, wenn man mal wieder surfen geht oder zum Wasser-Ski? Der Activity-Key soll die Lösung sein. Ein wasserfestes Armband, das die Funktion des Schlüssels übernimmt. Nun denn.

Wir hätten ja lieber eine Runde mit Miss Moneypenny gedreht …

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Der Fahrzeugschein für den Jaguar F-Pace  AWD 3.0D 

Verkaufsstart:  Seit 16. April 2016 im Handel
Basispreis:  Ab 42.390 € (Basispreis für 180 PS Diesel mit 6G- Manuell und RWD)

Das gefahrene Fahrzeug: 3.0D First Edition liegt bei 84.000 €-

Motorleistung:  300 PS / 700 Nm
Antrieb und Getriebe:  8-Gang Automatik, ZF, Allradantrieb
Beschleunigung:  6,2 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  6,0 (je nach Variante F-Sport ect.)
Höchstgeschwindigkeit:  241 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.731, 1.936, 1.652, 2.874 mm

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Jaguar mit neuen Reihensechszylindern – Sechs in Reihe

Jaguar ersetzt künftig die V6-Aggregate von Ford in der Modellpalette durch eigene Reihensechszylindermotoren. Das britische Magazin „Autocar“ berichtet, dass die Benzin- und Diesel-Reihensechser auf der neuen Ingenium-Motorenfamilie basieren, die im Werk in Wolverhampton entsteht.

Die Motorenfamilie ist modular, mit 0,5 Liter Hubraum pro Zylinder. Für die Sechszylinder ergibt sich damit weiterhin ein Hubraum von 3,0 Liter. Neben den bereits bekannten Vierzylinder-Aggregaten sollen künftig auch Dreizylinder-Motoren mit 1,5 Liter Hubraum auf dieser Basis entstehen. Vorteil ist unter anderem eine hohe Zahl von Gleichteilen.

Damit liegt Jaguar voll im Trend, auch andere Autohersteller verfolgen eine Baukasten-Strategie. Bei Mercedes beispielsweise kommen künftig in der E-Klasse ebenfalls Reihensechszylinder zum Einsatz, die Teil einer modularen Motorengeneration sind, zu der auch Vierzylinderaggregate gehören.

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Jaguar F-Pace 3.0d AWD – Britischer Eroberer

Lange konnte das ja nicht mehr gut gehen. Während die Schwestermarke Land Rover einzig und bestens von Geländewagen und SUV lebt, kann Jaguar seinen Kunden in dieser Hinsicht nichts bieten. Diese kaufen stattdessen Porsche Macan, BMW X3, Mercedes GLC oder Audi Q5. Jetzt werden die Karten neu verteilt. Jaguar fährt das erste SUV seiner Firmenhistorie vor, den F-Pace. Er dürfte bei so manchen Managern der deutschen Premiumhersteller für einiges an Stirnrunzeln sorgen. Denn bislang hat es kein ausländischer Hersteller in diesem SUV-Segment geschafft, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Der F-Pace hat das Zeug dazu.

Er ist der Jaguar mit der höchsten Alltagstauglichkeit. Dies honorieren auch die Käufer. Ohne den F-Pace auch nur einen Meter gefahren zu haben, unterschrieben bisher weltweit mehr als 10.000 von ihnen einen Kaufvertrag. „Eine so hohe Nachfrage noch vor der Markteinführung hatten wir noch nie“, sagt Peter Modelhardt, der Geschäftsführer von Jaguar Deutschland. Es zeugt zudem von viel Vertrauen in die Marke. Und in die Arbeit der Ingenieure. Seit Jahren hat Jaguar einen Lauf, liefert Hightech, schickes Design, effiziente Antriebe und eben auch noch das bisschen Exotik, was man bei der Konkurrenz vermisst.

Man fühlt sich schnell wohl in diesem Auto. Das Raumgefühl ist großzügig, die Sitzposition einwandfrei, und auch die Bedienung gibt keinen Anlass zur Kritik.
Man fühlt sich schnell wohl in diesem Auto. Das Raumgefühl ist großzügig, die Sitzposition einwandfrei, und auch die Bedienung gibt keinen Anlass zur Kritik.

Wie die beide Limousinen XE und XF besteht auch der F-Pace auf einer neuartigen Aluminium-Struktur. Das macht ihn leicht und sehr stabil, was sich wiederum positiv aufs Fahrverhalten auswirkt. Eine erste Ausfahrt mit dem F-Pace bestätigt dies. Das 4,70-Meter-SUV lässt sich handlich, direkt und zielgenau durch jede Kurvenkombination treiben und erkauft sich die Sportlichkeit nicht auf Kosten von unnötiger Härte. Lediglich mit der Einstellung „Dynamic“ hat man es wohl zu gut gemeint. Aber der Fahrer kann ja jederzeit auf „Normal“ zurückschalten.

Hinten bietet der F-Pace ebenfalls üppige Platzverhältnisse, angeblich sogar die beste Beinfreiheit seiner Klasse.
Hinten bietet der F-Pace ebenfalls üppige Platzverhältnisse, angeblich sogar die beste Beinfreiheit seiner Klasse.

Zum harmonischem Fahrgefühl tragen ganz entscheidend auch der Dreiliter-V6-Diesel mit 231 kW/300 PS in Kombination mit der Achtgangautomatik bei. Ein Genuss an Laufkultur, kernig-bulligem Klang und toller Kraftentfaltung. 700 Newtonmeter Drehmoment schickt der Selbstzünder in den Antriebsstrang und macht den F-Pace in dieser Motorisierung zu einem absolut souveränen SUV. Das Allradsystem verteilt die Kräfte in Millisekunden zu den beiden Achsen. Das können je nach Situation hinten 100 Prozent und vorne null oder 50:50 sein. Der Fahrer muss sich um nichts kümmern, alles läuft voll automatisch ab.

Eher weniger nachgefragt in Deutschland dürfte der Dreiliter-V6-Kompressor-Motor aus dem F-Type sein. Ihn gibt es mit 340 oder 380 PS. Trotz der höheren Leistung legt er jedoch nicht die angenehme Geschmeidigkeit des Diesel-V6 an den Tag, braucht recht hohe Drehzahlen, um ähnlich flott auf Touren zu kommen.

Jaguar fährt das erste SUV seiner Firmenhistorie vor, den F-Pace. Er dürfte bei so manchen Managern der deutschen Premiumhersteller für einiges an Stirnrunzeln sorgen.
Jaguar fährt das erste SUV seiner Firmenhistorie vor, den F-Pace. Er dürfte bei so manchen Managern der deutschen Premiumhersteller für einiges an Stirnrunzeln sorgen.

Für Sparfüchse ist der kleine Vierzylinder-Diesel gedacht, eine komplette Eigenentwicklung von Jaguar. Im F-Pace leistet der Zweitliter 132 kW/180 PS. Natürlich reicht auch dies im Alltag in 98 Prozent aller Verkehrssituationen bestens aus. Zudem fährt sich der 2.0d ausgesprochen handlich, weil er die Vorderachse mit deutlich weniger Gewicht belastet. Und sein Verbrauch ist sensationell niedrig, zumindest der EU-Norm-Wert. 4,9 Liter gibt Jaguar an, was einem CO2-Ausstoß von 129 g/km entspricht. Das dürfte besonders Flottenbetreiber und Dienstwagenfahrer interessieren.

Das gut proportionierte Außendesign des F-Pace (möglich sind Räder bis 22 Zoll) findet sich auch im Interieur wieder. Man fühlt sich schnell wohl in diesem Auto. Das Raumgefühl ist großzügig, die Sitzposition einwandfrei, und auch die Bedienung gibt keinen Anlass zur Kritik. Lediglich die Schalter für die elektrischen Fensterheber sind ergonomisch ungünstig platziert. Sie liegen viel zu weit oben und vorne auf der Türverkleidung. Hinten bietet der F-Pace ebenfalls üppige Platzverhältnisse, angeblich sogar die beste Beinfreiheit seiner Klasse.

Selbst in Sachen Gepäck ließen sich die Jaguar-Entwickler nicht lumpen. Der Kofferraum bietet mit 650 Litern Gardemaß. Liegen die Rücksitzlehnen flach – per Fernbedienung vom Laderaum aus – sind es sogar 1740 Liter. Der Boden ist dabei perfekt eben, misst in der Breite einen und in der Länge 1,80 Meter. „Wir bieten mehr nutzbare Fläche als ein BMW X5“, sagt Baureihenleiter Kevin Stride. Zudem besitzt der F-Pace über neigungsverstellbare Rücksitzlehnen und die Heckklappe lässt sich per Fußschwenk öffnen. Vielseitiger war noch kein Modell von Jaguar.

Er ist der Jaguar mit der höchsten Alltagstauglichkeit.
Er ist der Jaguar mit der höchsten Alltagstauglichkeit.

Moderner wohl auch nicht. Gegen Aufpreis gibt es das Multimedia-System Incontrol Touch Pro, das über einen 12,3 Zoll großes Display verfügt. Die Software dahinter zählt laut Jaguar zur leistungsfähigsten im Automobilbau. Leider vergaßen es die Programmierer, die Karte des Navigationssystems dauerhaft auf Nord-Süd-Richtung zu fixieren. Zwar lässt sie sich kurz umschalten, springt jedoch nach weniger als einer Minute wieder in den Fahrtrichtungsmodus. Aus England heißt es: „Wir arbeiten dran.“

90 Prozent neue Kunden soll der F-Pace zur Marke Jaguar bringen. Die Marketing-Strategen sprechen gern von Eroberungsrate. Ob’s gelingt, wird sich zeigen, zumal sich die Briten ziemlich viele Ausstattungen gesondert bezahlen lassen. Zwar beginnt der F-Pace als Zweiliter-Diesel bei 42.390 Euro, doch fährt dieser mit Handschaltung und Stoffsitzen. Der am besten zum Auto passende V6-Diesel kostet bereits 57.690 Euro und liegt damit knapp unter Porsche-Macan-Niveau. Gut 20.000 Euro kann man für Extras mindestens kalkulieren, soll der Wagen premium-like dastehen. Oder gleich die First Edition für 80.040 Euro nehmen (als Benziner-V6 sogar 84.350 Euro). Doch hier sollte man sich sputen. Die Serie ist fast ausverkauft.

(Michael Specht/SP-X)

Jaguar F-Pace – Dynamisch über Stock und Stein

Das erste SUV in der Geschichte der Marke Jaguar könnte schon bald das hierzulande erfolgreichste Modell werden. In diesen Tagen kommt der 4,73 Meter lange F-Pace in Deutschland auf den Markt, seinen Platz im gut gefüllten Wettbewerbsumfeld will er sich als Mischung aus Sportlichkeit und Alltagsnutzen sichern und einem wettbewerbsfähigen Einstiegspreis von 42.390 Euro.

Optisch fügt sich der F-Pace in die Markenfamilie mit den Limousinen XE, XF, XJ und dem Sportwagen F-Type ein: Die Front prägt der gleiche große Kühlergrill, der von den typischen scharf geschnittenen Scheinwerfern flankiert wird. In der Seitenansicht sorgen kurze Überhänge für stimmige Proportionen.

Für sportliche Fahreigenschaften soll die vom Mittelklassemodell XE übernommene Aluminium-Plattform sorgen. Insgesamt 80 Prozent der Karosserie bestehen beim F-Pace aus dem Leichtmetall. Die Diät ist nicht nur gut für die Beweglichkeit, sondern auch für den Verbrauch. Das Basismodell mit dem 132 kW/180 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinderdiesel und Hinterradantrieb benötigt laut Hersteller 4,9 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Das entsprechende Allradmodell genehmigt sich 0,3 Liter mehr.

Wer Kraft mehr schätzt als Minimalverbrauch, findet im Angebot zwei weitere Motoren: einen V6-Diesel mit drei Litern Hubraum und 221 kW/300 PS Leistung sowie einen gleich großen Benziner mit Kompressor-Aufladung und 280 kW/380 PS. Die beiden Top-Triebwerke sind immer mit Allradantrieb kombiniert. Die Technik des AWD-Systems stammt vom Sportwagen F-Type. Entsprechend arbeitet das Verteilergetriebe mit Lamellenkupplung in erster Linie für die Fahrdynamik, weniger für Geländegängigkeit.

Trotz des dynamischen Zuschnitts zählt der Fünfsitzer innen zu den größeren Modellen seiner Klasse. Der Radstand von 2,87 Metern sorgt für viel Kniefreiheit im Fond, der Gepäckraum fasst bei voller Bestuhlung 650 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze auf gut 1.700 Liter erweitern. Der Vorverkauf des Allraders verläuft gut – so gut, dass man bei der britischen Traditionsmarke davon ausgeht, dass der F-Pace von allen Jaguar-Modellen hierzulande am häufigsten nachgefragt werden wird.

Jaguar XF: In China auf die Streckbank

Auf dem Weg zum Global Player startet Jaguar die erste Fahrzeugmontage in China.

Seit der Übernahme durch den indischen Tata-Konzern gedeihen die britischen Marken Jaguar und Land Rover prächtig. Während die Off-Road-Marke schon immer zur Benchmark in ihrem Segment zählte, konnte Jaguar das einengende Adelskostüm abstreifen und tritt „Smart Casual“ gegen die vor allem deutschen Premiummarken an. Um mit den Großen mitzuspielen lancierte man z.B. ein kleineres Modell, den XE, dazu wird aktuell der erste Jaguar SUV namens F-Pace in den Markt eingeführt.

Und weil die erklärten Mitbewerber vom Schlage BMW, Mercedes und Audi in China sehr erfolgreiche Strategien mit auf lokale Bedürfnisse angepasste Modelle fahren, gibt es bald auch den ersten Jaguar aus einer chinesischen Fabrik.

Den Bedürfnissen chinesischen Geschäftsleute und ihrer Vorliebe für das Gefahrenwerden entsprechend hat Jaguar dafür den XF auf die Streckbank geschnallt.  Zusammen mit dem chinesischen Joint-Venture-Partner Chery betreiben die Briten eine Fabrik in Changshu. Dort sind bereits 4.500 Menschen in Lohn und Reis, da sie seit 2014 bereits die Modelle Range Rover Evoque und Land Rover Discovery Sport  zusammenbauen. Der verlängerte Jaguar XF kommt im zweite Halbjahr 2016 hinzu, Premiere feiert er Ende April auf der Automesse in Peking.

Die Chinesen bekommen also „ihren“ XF. Natürlich wissen wir, dass der deutsche Markt nur einen Bruchteil so groß ist wie der im Reich der Mitte, aber dennoch wünschen wir uns – F-Pace hin oder her – weiterhin wieder einen XF Kombi.

Chinesen bevorzugen diese Perspektive aufs Cockpit: Von hinten rechts.
Chinesen bevorzugen diese Perspektive aufs Cockpit: Von hinten rechts.
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Erste Fahrt: Jaguar XJ, der Souverän

Wer sich für einen großen Jaguar entscheidet anstatt für einen BMW oder Mercedes, der tut dies bewusst. Einen großen Jaguar zu fahren, ist etwas besonderes. Man will sich unterscheiden. Und das hat oftmals eine Tradition. Denn Jaguar-Fahrer gehören zu den besonders loyalen Kunden. Als der große Jaguar, der XJ, vor bald sechs Jahren der Öffentlichkeit präsentiert wurde, da war der Schock erst einmal groß. Den Traditionalisten hatte man ordentlich etwas vor den Latz geknallt. Geschwungene Formen anstelle klassischer Linien. Das war durchaus ein Risiko. Doch es hat sich scheinbar ausgezahlt. Ebenso wie die Entscheidung, einen Dieselmotor unter die Haube zu stecken.

Erste Fahrt im Jaguar XJ 3.0D LWB – Modelljahr 2016

Britischer Souverän

Natürlich gibt es den XJ auch in einer „kurzen“ Variante. Wenn britisch. Wenn Kultur. Dann aber doch gleich als XJ „LWB“ – oder? Die „Long Wheelbase“ ist 13 Zentimeter länger als der „normale“ XJ. Was der gleitenden Karosserieform jedoch nur ein Extra, ein Plus, oder nein – das erwartete Maß an Eleganz verleiht. Die aufgearbeitete XJ-Variante für 2016 hat nur sachte Design-Anpassungen erlebt. Viel wichtiger ist, was unter dem Blech passierte. Der umfangreich überarbeitete 3.0 Liter Dieselmotor zum Beispiel.

Jaguar XJ LWB 30d Autobiography, V6 Diesel, 300 PS, Storm Grey. EUROPA, Deutschland, Nordrhein Westfalen, Nordkirchen, 11.02.2016: Veroeffentlichung honorarfrei - Copyright by Stefan Baldauf / SB-Medien - Kontakt: SB-Medien, Bassenheim, Tel. (+49)171 5290990, info@sbmedien.com.

Dem verbauten Sechszylinder hat Jaguar 25 PS mehr Leistung geschenkt und mit nun 700 Nm geht der Doppelturbo mächtig eindrucksvoll ans Werk. Die 700 Nm des Direkteinspritzer-Diesels landen via 8-Stufenautomatik von ZF an der Hinterachse. Dass sich das Triebwerk bei aller Leistung dennoch auf die „samtenen Pfoten“ einer Großkatze besinnt und mit ebenso viel Elan wie Beherrschung aufmacht, es erfreut den Besitzer. Dass der V6-Diesel vor sich hinschnurrt, wäre jetzt zuviel der Analogien, aber dennoch nicht verkehrt. Beim Antriebspaket aus wuchtig antretender Dieselmaschine und souverän agierender Automatik muss sich der Brite nicht vor seinen Mitbewerbern verstecken. Egal, ob München oder Ingolstadt, der Engländer kann sein Gewicht gut kaschieren und platziert sich bereits bei der ersten Testfahrt als „interessante Alternative“.

Dass alle XJ ab Werk mit einem Luftfahrwerk kommen, sollte gerade deutschen Premium-Mitbewerbern zu denken geben. Es geht eben nichts über den adaptiven Fahrspaß-Gewinn dieser Technologie.

Jaguar XJ LWB 30d Autobiography, V6 Diesel, 300 PS, Storm Grey. EUROPA, Deutschland, Baden Württemberg, Stuttgart, 14.02.2016: Veroeffentlichung honorarfrei - Copyright by Stefan Baldauf / SB-Medien - Kontakt: SB-Medien, Bassenheim, Tel. (+49)171 5290990, info@sbmedien.com.

Einen XJ als Fahrer genießen? Klar. Aber dank „langem Radstand“ lässt sich der Brite zum Fünf-Uhr-Tee auch auf die Rücksitzbank bitten und genießt dann dort die lässige Beinfreiheit. Soweit, so normal. Doch 2016 ist nun auch bei den Engländern eingezogen und auch in den Fond des XJ. Mit Internet und Multimedia-Entertainment gerüstet, verkürzt die elegante Limousine nun nicht nur dem Hedgefonds-Manager und Land-Lord die lange Fahrt, sondern im Zweifelsfall auch den verwöhnten Bälgern der britischen Königshäuser. Mit bis zu 26 Lautsprechern lässt sich zudem ordentlich untermalt das Wochenende eingrooven.

Ein extra förmliches Lob verdient sich das neue Multimedia-System. Gerade die Nutzung des neuen Navigationssystemes ist nun so flott und stimmig möglich, wie man sich das eben bei einem „Hochpreis-PKW“ wünscht.

Die Krönung ist jedoch die Ausstattungslinie: Autobiography, die es passenderweise auch nur für den „LWB äx tschey“ gibt. Die würdevolle Ausstattungslinie packt nicht einfach nur alle Goodies in das Fahrzeug, die man sonst von Hand aus der Optionsliste auswählen müsste, sie umfasst vor allem ein wenig „british style“ für den Engländer. Einzelsitze mit massiven Tischen in den Lehnen der Vordersitze zum Beispiel. Darüber gezogen, das gesteppte Anilin-Leder für die Oberflächen, mit denen man ständig in Kontakt steht.

Während die Rücksitzbank also nicht nur vom Facelift massiv profitiert, darf man sich auch in Reihe eins über die zeitgemäße Aufrüstung des XJ in Sachen Assistenzsysteme freuen. Von der Verkehrszeichenerkennung über das Abstandsradar über die 360°-Kamera bis hin zum Einpark-Assistenten. Jaguar hat den XJ mit dem jüngsten Facelift ordentlich frisch gemacht.

Jaguar XJ LWB 30d Autobiography, V6 Diesel, 300 PS, Storm Grey. EUROPA, Deutschland, Baden Württemberg, Heilbronn, 14.02.2016: Veroeffentlichung honorarfrei - Copyright by Stefan Baldauf / SB-Medien - Kontakt: SB-Medien, Bassenheim, Tel. (+49)171 5290990, info@sbmedien.com.

Bleibt als einzige Baustelle mit Optimierungsbedarf der Absatz. Die Stückzahlen des XJ. Ob es den Traditionalisten stört? Vermutlich nicht. Das coole Design des großen XJ hat man ja mittlerweile auch akzeptiert. Da nimmt man mit „british coolness“ auch alles andere hin.

 [notification type=“notification_info“ ]Jaguar XJ 3,0 – Technische Daten
Viertürige Limousine mit fünf Plätzen, Heckantrieb, Länge: 5,13 Meter, Breite: 2,11 Meter (mit Außenspiegeln), Höhe: 1,46 Meter, Radstand: 3,03 Meter, Kofferraumvolumen: 520 Liter Sechszylinder-Diesel mit Twin-Turbo. Hubraum: 2.993 cm3, 221 kW/300 PS, 700 Nm bei 2.000 U/min . Vmax: 250 km/h. 0-100 km/h: 6,2 Sekunden. Verbrauch: 5,7 l/100 km. Co2: 149 Gramm/km. Euro 6. 8-Gang-Automatik; Preis: ab 81.000 Euro (5,26 Meter Langversion: 90.350 Euro)[/notification]

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News: Jaguar F-Pace-Tuning – Wildes Kätzchen

Jaguars erstes SUV kommt in wenigen Wochen auf den Markt, doch schon jetzt bietet Lumma ein Umbaukit für den F-Pace an. Auch Leistungsspritzen für alle Aggregate sind bei den Winterlinger Tunern erhältlich.

Um die Optik des 4,73 Meter langen Allradlers markanter zu gestalten, bekommt der F-Pace ein Karosserieumbaukit. Es besteht aus Frontspoilerstoßstange, Heckschürze, Seitenschwellern,Radlaufverbreiterungen und einer neuen Motorhaube. Auffällig ist die Sportauspuffanlage mit den vier Auspuffendrohren. Die Anbauteile sind aus Karbon und machen aus dem Jaguar F-Pace den Lumma CLR F.

Um die Optik des 4,73 Meter langen Allradlers markanter zu gestalten, bekommt der F-Pace ein Karosserieumbaukit.
Um die Optik des 4,73 Meter langen Allradlers markanter zu gestalten, bekommt der F-Pace ein Karosserieumbaukit.

Neben dem neuen Blechkleid greift der Tuner auch in das Herz des F-Pace an. Vorrangig für den 3,0 Liter großen V6 wird Lumma voraussichtlich ab Herbst ein Upgrade von serienmäßigen 280 kW/380 PS auf 353 kW/480 PS anbieten. Zu den anderen Aggregaten sowie den Preisen gibt es noch keine weiteren Informationen.

Während der vom Tuner optimierte F-Pace im Spätsommer erhältlich sein wird, schickt Jaguar sein SUV schon in wenigen Wochen in den Handel. Mit Preisen ab 42.390 Euro will der Fünfsitzer das hierzulande erfolgreichste Modell der Briten werden.

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News: Jaguar XF 3.0 V6 Diesel – Souveräner Sportler und dynamischer Dressman

Wir Journalisten neigen ja dazu, Fahrzeuge vor allem relativ zu beurteilen. Relativ zum Wettbewerb natürlich. So kann es passieren, dass die eigentlich überzeugende Limousine einer Importmarke im Vergleich mit der stets ein wenig perfektionistischeren deutschen Konkurrenz den Kürzeren zieht. Marken wie Lexus, Infiniti oder Jaguar können davon ein Vergleichstest-Lied singen.

Als uns der neue Jaguar XF vor die Türe gestellt wurde, waren wir daher doppelt gespannt. Wie gut ist die Limousine der oberen Mittelklasse geworden, sowohl im Vergleich zur vorigen Generation als auch mit dem vornehmlich deutschen Wettbewerb? Die Antworten vorweg, sie lauten: sehr gut und gut.

Mit dem großen V6-Diesel mit 221 kW/300 PS hatten wir die vielleicht optimale Kombination aus Kraft, Prestige und Sparsamkeit gewählt. Nur zur Info: Es gibt zwei weitere Selbstzünder im Angebot, Vierzylinder mit 163 und 180 PS – sparsam, aber für den fast 5 Meter langen Jaguar vielleicht doch ein wenig zu viel des Understatements. Zudem offerieren die Briten auch zwei Sechszylinder-Benziner, mit wahlweise 340 oder 380 PS. Für die würden angesichts wahrscheinlich recht rauer Trinksitten lediglich ein sanfterer Lauf und der gegen Aufpreis zur Verfügung stehende Allradantrieb sprechen.

Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert.
Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert.

Nun aber zu unserem Fahrzeug. Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert. Und doch wirkt die Limousine deutlich dynamischer und versprüht mehr Leichtigkeit, als der etwas behäbigere Vorgänger. Die gestrafften Linien, der verkürzte vorderen Überhang, ein verlängerter Radstand – all das trägt zum Eindruck bei, dass man es mit einem Sportler im Maßanzug zu tun hat: Die Eleganz überwiegt, aber die Muskulatur schimmert an jeder Stelle durch den Stoff ergo die Blechhaut.

Das mit der Leichtigkeit ist übrigens nicht nur Optik: War der Vorgänger noch recht gewichtig, was sich auch in mangelnder Agilität auf der Straße bemerkbar machte, wirkt der Neue einfach frisch. Kein Wunder, sorgt die Diät doch laut Jaguar für bis zu 190 Kilogramm weniger Gewicht. Alleine die Leichtbau-Karosserie soll im Vergleich zu Wettbewerbern bis zu 80 Kilo einsparen.

Das macht sich in jeder Hinsicht positiv bemerkbar. Der große Diesel liegt dem XF deutlich weniger schwer auf der Vorderachse, als im Vorgänger. Geradeaus und lange Strecken konnte der Jaguar schon immer, jetzt kann er auch Kurven und Kehren. Auch dank der Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF, die jederzeit Herr der Lage bleibt. Über Höchstgeschwindigkeit und Maximaltempo schweigen wir hier mal, erwähnt seien lediglich die 700 Newtonmeter Drehmoment schon bei 2.000 U/min. Da sollten keine Fragen offen bleiben. Ach ja, unser Testverbrauch lag bei 7,2 Litern (Norm: 5,5 l) , was angesichts der Leistung sehr akzeptabel ist.

Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung. Fortschritte gibt es auch im Bereich Bedienlogik, Entertainment und Navigation zu vermelden. Allerdings ist speziell hier noch Raum für Verbesserungen. Als Beispiel sei das mit Tasten überladene Lenkrad genannt, die nicht immer klar Menüführung und das höchstens mittelschnelle Navi. Über die Vielzahl der im Testwagen vorhandenen Assistenzsysteme schweigen wir an dieser Stelle auch. Sie sind mal mehr, mal weniger nützlich – gehören aber wohl für ein Fahrzeug dieser Klasse heute einfach dazu.

Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung.
Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung.

Trotzdem und gerade deswegen ist es erfreulich, dass der XF ein Fahrerauto geblieben ist. Klar, hinten sitzt es sich auch sehr bequem auf den äußeren Plätzen. Aber wie es sich für einen Jaguar gehört, ist der schönste Platz vorne links (bzw. vorne rechts in seinem Heimatland). Dabei beherrscht der Brite passend zu seinem Outfit sowohl den sportlich-dynamischen Antritt wie den souverän-gelassenen Auftritt. Letzteres passt dann sogar noch ein wenig besser zu Antrieb, Getriebe und Lenkung. Und dies, obwohl der XF keinesfalls weich abgestimmt ist, er wirkt sogar eher straff und teilt das auf Querfugen auch recht deutlich mit. Macht aber nichts, denn insgesamt geht es im Innenraum sehr komfortabel und leise zu.

So lässt sich denn konstatieren: Der XF ist eine ganz (Auto-)Welt besser als sein Vorgänger und gleichzeitig der im Moment wohl beste Jaguar im Sortiment. Und er bewegt sich so nah an den deutschen Platzhirschen wie noch nie. Mehr noch: Er fährt eigentlich erstmals in seiner Karriere praktisch sogar auf Augenhöhe.

Autor: Peter Eck/SP-X

News: Jaguar F-Type SVR – Die Raubkatze im Detail

Das Bessere ist des Guten Feind, das war schon immer so. Und da der Mensch immer mehr möchte, frei nach dem Motto „höher, schneller, weiter“, setzt Jaguar auch noch eins drauf und krönt die Spitze der F-Type-Varianten mit dem SVR. Alle Details, alle Leistungsdaten und die wichtigesten Features des sportlichen Coupés liegen nicht mehr im Verborgenen und wollen preisgegeben werden. Die Details zeigen die nächsten Zeilen. Read more

Aktuelle Suchanfragen:

News: Jaguar XF 3.0 V6 Diesel – Souveräner Sportler und dynamischer Dressmen

Wir Journalisten neigen ja dazu, Fahrzeuge vor allem relativ zu beurteilen. Relativ zum Wettbewerb natürlich. So kann es passieren, dass die eigentlich überzeugende Limousine einer Importmarke im Vergleich mit der stets ein wenig perfektionistischeren deutschen Konkurrenz den Kürzeren zieht. Marken wie Lexus, Infiniti oder Jaguar können davon ein Vergleichstest-Lied singen.

Als uns der neue Jaguar XF vor die Türe gestellt wurde, waren wir daher doppelt gespannt. Wie gut ist die Limousine der oberen Mittelklasse geworden, sowohl im Vergleich zur vorigen Generation als auch mit dem vornehmlich deutschen Wettbewerb? Die Antworten vorweg, sie lauten: sehr gut und gut.

Mit dem neuen Jaguar XF gibt es vielleicht erstmals überhaupt eine echte Alternative zu den deutschen Platzhirschen.
Mit dem neuen Jaguar XF gibt es vielleicht erstmals überhaupt eine echte Alternative zu den deutschen Platzhirschen.

Mit dem großen V6-Diesel mit 221 kW/300 PS hatten wir die vielleicht optimale Kombination aus Kraft, Prestige und Sparsamkeit gewählt. Nur zur Info: Es gibt zwei weitere Selbstzünder im Angebot, Vierzylinder mit 163 und 180 PS – sparsam, aber für den fast 5 Meter langen Jaguar vielleicht doch ein wenig zu viel des Understatements. Zudem offerieren die Briten auch zwei Sechszylinder-Benziner, mit wahlweise 340 oder 380 PS. Für die würden angesichts wahrscheinlich recht rauer Trinksitten lediglich ein sanfterer Lauf und der gegen Aufpreis zur Verfügung stehende Allradantrieb sprechen.

Nun aber zu unserem Fahrzeug. Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert. Und doch wirkt die Limousine deutlich dynamischer und versprüht mehr Leichtigkeit, als der etwas behäbigere Vorgänger. Die gestrafften Linien, der verkürzte vorderen Überhang, ein verlängerter Radstand – all das trägt zum Eindruck bei, dass man es mit einem Sportler im Maßanzug zu tun hat: Die Eleganz überwiegt, aber die Muskulatur schimmert an jeder Stelle durch den Stoff ergo die Blechhaut.

Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert.
Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert.

Das mit der Leichtigkeit ist übrigens nicht nur Optik: War der Vorgänger noch recht gewichtig, was sich auch in mangelnder Agilität auf der Straße bemerkbar machte, wirkt der Neue einfach frisch. Kein Wunder, sorgt die Diät doch laut Jaguar für bis zu 190 Kilogramm weniger Gewicht. Alleine die Leichtbau-Karosserie soll im Vergleich zu Wettbewerbern bis zu 80 Kilo einsparen.

Das macht sich in jeder Hinsicht positiv bemerkbar. Der große Diesel liegt dem XF deutlich weniger schwer auf der Vorderachse, als im Vorgänger. Geradeaus und lange Strecken konnte der Jaguar schon immer, jetzt kann er auch Kurven und Kehren. Auch dank der Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF, die jederzeit Herr der Lage bleibt. Über Höchstgeschwindigkeit und Maximaltempo schweigen wir hier mal, erwähnt seien lediglich die 700 Newtonmeter Drehmoment schon bei 2.000 U/min. Da sollten keine Fragen offen bleiben. Ach ja, unser Testverbrauch lag bei 7,2 Litern (Norm: 5,5 l) , was angesichts der Leistung sehr akzeptabel ist.

Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung.
Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung.

Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung. Fortschritte gibt es auch im Bereich Bedienlogik, Entertainment und Navigation zu vermelden. Allerdings ist speziell hier noch Raum für Verbesserungen. Als Beispiel sei das mit Tasten überladene Lenkrad genannt, die nicht immer klar Menüführung und das höchstens mittelschnelle Navi. Über die Vielzahl der im Testwagen vorhandenen Assistenzsysteme schweigen wir an dieser Stelle auch. Sie sind mal mehr, mal weniger nützlich – gehören aber wohl für ein Fahrzeug dieser Klasse heute einfach dazu.

Trotzdem und gerade deswegen ist es erfreulich, dass der XF ein Fahrerauto geblieben ist. Klar, hinten sitzt es sich auch sehr bequem auf den äußeren Plätzen. Aber wie es sich für einen Jaguar gehört, ist der schönste Platz vorne links (bzw. vorne rechts in seinem Heimatland). Dabei beherrscht der Brite passend zu seinem Outfit sowohl den sportlich-dynamischen Antritt wie den souverän-gelassenen Auftritt. Letzteres passt dann sogar noch ein wenig besser zu Antrieb, Getriebe und Lenkung. Und dies, obwohl der XF keinesfalls weich abgestimmt ist, er wirkt sogar eher straff und teilt das auf Querfugen auch recht deutlich mit. Macht aber nichts, denn insgesamt geht es im Innenraum sehr komfortabel und leise zu.

So lässt sich denn konstatieren: Der XF ist eine ganz (Auto-)Welt besser als sein Vorgänger und gleichzeitig der im Moment wohl beste Jaguar im Sortiment. Und er bewegt sich so nah an den deutschen Platzhirschen wie noch nie. Mehr noch: Er fährt eigentlich erstmals in seiner Karriere praktisch sogar auf Augenhöhe.

Autor: Peter Eck/SP-X

News: Jaguar F-Pace – Tausche Kies gegen Schotter

Das erste SUV in der Geschichte der Marke Jaguar könnte schon bald das hierzulande erfolgreichste Modell werden. Obwohl der F-Pace erst in wenigen Wochen in Deutschland auf den Markt kommt, sind die Prognosen für den 4,73 Meter langen Allrader äußerst positiv: „Wir sind jetzt schon auf dem Weg, dass der F-Pace das meistverkaufte Jaguar-Modell wird. Das sehen wir im Vorverkauf“, so Jaguar-Deutschland-Geschäftsführer Peter Modelhart.

Damit dürfte das Modell im boomenden Segment weiter auf den Erfolgskurs einzahlen, den die Marke derzeit sowieso fährt: Unter anderem mit dem neuen XE und XF hat Jaguar im vergangenen Jahr ein Neuzulassungsplus von rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. In den ersten zwei Monaten 2016 verkaufte die britische Traditionsmarke hierzulande gar 82 Prozent mehr als im Januar und Februar 2015. Noch auf niedrigem Niveau allerdings, der Marktanteil betrug 2015 mit rund 5.000 Fahrzeugen gerade einmal 0,2 Prozent.

Seinen Platz im gut gefüllten Wettbewerbsumfeld will sich der F-Pace als Mischung aus Sportlichkeit und Alltagsnutzen sichern. Mit Preisen ab 42.390 Euro ist der Fünfsitzer äußerst wettbewerbsfähig aufgestellt. Trotz des durchaus sportlichen Zuschnitts zählt der F-Pace innen zu den größten Modellen seiner Klasse. Der Radstand von 2,87 Metern sorgt für viel Kniefreiheit im Fond, der Gepäckraum fasst bei voller Bestuhlung 650 Liter.

Optisch fügt sich der F-Pace in die Markenfamilie mit den Limousinen XE, XF, XJ und dem Sportwagen F-Type ein: Die Front prägt der gleiche große Kühlergrill, der von den typischen scharf geschnittenen Scheinwerfern flankiert wird. In der Seitenansicht sorgen kurze Überhänge für stimmige Proportionen. „Wir haben die längsten Radstände und die kürzesten Karosserieüberstände, das bringt Dynamik in unsere Fahrzeuge“, betont Modelhart. „Jeder Jaguar, auch wenn er nur steht, muss immer die Dynamik der Katze haben, die gerade auf dem Sprung ist und ihre Muskeln anspannt.“

Dass Jaguar nun auch im Boom-Segment vertreten ist, sieht der Deutschland-Chef als logische Konsequenz der Markenentwicklung: „Wir gehen mit dem F-Pace in ein Segment, in dem wir noch nie vertreten waren, weil wir es jetzt können“, so Modelhart. „Die Marke Jaguar kann eine weite Spreizung zeigen, weil der Markenkern klar ist: Performance, Technologie und britisches Design.“

Der F-Pace könnte den Weg zu einem größeren Absatzsprung ebnen, dürfte doch der Boom in der SUV-Klasse noch eine Weile anhalten. Wie gut das einem Hersteller tun kann, zeigt Porsche mit Cayenne und Macan. Den Spekulationen um ein SUV oberhalb des F-Pace will Modelhart derzeit zwar keine neue Nahrung geben, sagt aber: „Es ist gut, dass man darüber spekulieren kann. Es zeigt, dass die Marke mehr Möglichkeiten hat.“

News: Jaguar F-Type SVR – Höchstgeschwindigkeit: 322 km/h

Mit 322 km/h Höchstgeschwindigkeit setzt der Jaguar F-Type SVR eine Duftmarke unter den Sportcoupés. Bevor der schnelle Brite in der geschlossenen Version und als Cabrio im Sommer auf den Markt kommt, feiert der Zweisitzer auf dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März) Premiere.

Bevor der schnelle Brite in der geschlossenen Version und als Cabrio im Sommer auf den Markt kommt, feiert der Zweisitzer auf dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März) Premiere
Bevor der schnelle Brite in der geschlossenen Version und als Cabrio im Sommer auf den Markt kommt, feiert der Zweisitzer auf dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März) Premiere

Schon als R-Version leistet der 5,0-Liter-V8-Kompressorbenziner 405 kW/550 PS und ist 300 km/h schnell. Der F-Type SVR ist der erste aus der von Jaguar Special Operations entwickelten SVR-Serie. Die höhere Geschwindigkeit erreichen die Spezialisten durch weiter gesenktes Gewicht und nochmals angehobene Leistung. Details dazu hat Jaguar noch nicht veröffentlicht. Laut Medienberichten soll der V8 nun auf 575 PS kommen, bei einem Drehmoment von 700 Newtonmetern und Coupé wie Cabrio in 3,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Den Verbrauch gibt Jaguar mit 11,3 Liter/100 km an.

News: Jaguar XJ – Die Katze schärft die Krallen

Es war schon immer etwas Besonderes, einen großen Jaguar zu fahren. Das gilt vor allem, seit die Engländer vor gut fünfeinhalb Jahren ihre treue, traditionsbewusste Kundschaft mit einem komplett veränderten Flaggschiff XJ regelrecht geschockt haben. Schluss mit barocken Formen, die britische Ikone kam von da an glatt und geschwungen daher und war in der Neuzeit angekommen. Das Wagnis glückte, vor allem neue Kunden machten Jaguar wieder stark. Und ebenso „Shocking“: Zumindest in Europa hatten die meisten Edelkarossen einen Dieselmotor unter der langen Haube. Und genau den haben sich die Techniker beim jetzt fälligen Update besonders vorgenommen. Die Preise für die Neuauflage des XJ beginnen bei 81.000 Euro, nach oben lässt die Preisliste kaum Wünsche offen.

Doch der Reihe nach. Seit dem Erscheinen des neuen XJ im Herbst 2009 hat sich die Technik fast dramatisch weiterentwickelt. Vernetzung mit dem Internet, neue Assistenzsysteme, LED-Scheinwerfer, Instrumententafeln mit hochauflösenden Monitoren und natürlich immer sparsamere Triebwerke. Vor allem nach Erscheinen der neuen Mercedes S-Klasse und des Siebener-BMW gab es Nachholbedarf auf der Insel.

Als beeindruckend nach nur wenigen Kilometern erweist sich die Neuauflage des bekannten Dreiliter-Diesel
Als beeindruckend nach nur wenigen Kilometern erweist sich die Neuauflage des bekannten Dreiliter-Diesel

Das erfolgreiche Design dagegen musste nur behutsam verändert werden. Um die Feinarbeit der Designer zum Beispiel an der Frontpartie zu entdecken, muss man schon ganz genau hinschauen. Der Kühlergrill wurde um einen Hauch vergrößert, steht zudem etwas steiler. Neu in den sportiven Versionen die verchromten Spangen in den äußeren Lufteinlässen des vorderen Stoßfängers. Da die Hauptscheinwerfer jetzt mit Voll-LED-Technik leuchten, verändert sich der „Blick“ des XJ. Es entsteht der Eindruck eines „Vier-Augen-Gesichts“, eine Hommage an einstige Jaguar-Modelle. Dass die Strahlkraft der neuen Lichttechnik auch tagsüber beeindruckt, zeigten die ersten Ausfahrten im XJ bei trübem Januar-Wetter rund um Birmingham. Logisch, dass nun auch der je nach Version bis zu 5,26 Meter lange Nobel-Engländer bei Gegenverkehr automatisch abblendet. Die Tagfahrleuchten zeichnen übrigens jetzt ein doppeltes „J“ nach, damit auch bei Dunkelheit zu erkennen ist, welches Modell da entgegenkommt.

Als beeindruckend nach nur wenigen Kilometern erweist sich die Neuauflage des bekannten Dreiliter-Diesel, der mit dem rund 1,85 Tonnen schweren Dickschiff keine Mühe hat. Der Sechszylinder mit Doppelturbo schickt jetzt 221 kW/300 PS an die Hinterachse, 25 PS mehr. Wichtiger noch die gesteigerte Durchzugskraft. 700 Newtonmeter schon bei recht niedriger Drehzahl sind eine markante Ansage an die Rivalen aus Süddeutschland. Der Diesel schnurrt wie sein tierischer Namensgeber, läuft je nach Gasfuß des Fahrers auf leisen Tatzen oder im kraftvollen Galopp. Dezent bewegt ist ein Praxisverbrauch von unter acht Litern möglich, die Norm liegt bei 5,7 Litern auf 100 Kilometern. Um möglichem Ärger mit den Behörden zu entgehen, entgiftet der Diesel-XJ die Abgase mit aufwendiger Technik. Den kritischen Stickoxiden wird jetzt nach heute verbreiteter Technik mit einem sogenannten SCR-Kat zu Leibe gerückt, der mit Harnstoff arbeitet.

Völlig neu ist das Navigationssystem, das nun endlich eine zeitgemäße Kartendarstellung bietet und bereits zu Hause am PC programmiert werden kann
Völlig neu ist das Navigationssystem, das nun endlich eine zeitgemäße Kartendarstellung bietet und bereits zu Hause am PC programmiert werden kann

Um die vielen Pferde nicht ins Straucheln zu bringen, hilft jetzt im Flaggschiff das aus dem kleineren XE und dem Sportwagen XF bekannte elektronische Kontrollsystem, das auch bei Schnee, Eis oder auf nassem Gras dafür sorgt, dass die Antriebsräder beim Gasgeben nicht haltlos zirkulieren. Hier nutzt Jaguar die Erfahrungen der Allradmodelle der Schwestermarke Landrover. Die hilfreichen Chips im Bordcomputer sind auch für weitere Assistenzsysteme zuständig, die jetzt bestellt werden können. Beispiele sind die Verkehrszeichenerkennung, Abstandsradar mit Staufunktion, halbautomatisches Einparken oder die 360-Grad-Rundumsicht. Mit alledem hat der XJ die bestehende technische Lücke zu den S-Klassen und Co. deutlich verringert.

Auch der Jaguar lenkt nunmehr über eine elektromechanische Servolenkung, die das bisher bereits spurgenaue Zirkeln des Riesen um Biegungen jeder Art noch präziser macht. Auf den schmalen Landstraßen der mittelenglischen Cotswolds mit ihren welligen Hügelketten ließ sich der XJ fast spielerisch um Kurven bewegen, nahm auch der bedrohlichen seitlichen Nähe bei Begegnungen ihren Schrecken. Je nach Laune des Fahrers tanzte die ZF-Automatik dabei durch ihre acht Gänge. All das macht die feine Limousine zum Spaßmobil.

Auch hinten sitzt es sich kommod
Auch hinten sitzt es sich kommod

Wenn die Lords, Dukes oder Earls auf den Rücksitz wechseln, sitzen sie nicht nur wie gewohnt in feiner Umgebung aus Leder und Holz, sondern jetzt auch im Cyberspace. Digitale Vernetzung per Internet, ein Hotspot, diverse Apps und vieles mehr bietet ein verbessertes Multimedia-System. Völlig neu ist das Navigationssystem, das nun endlich eine zeitgemäße Kartendarstellung bietet und bereits zu Hause am PC programmiert werden kann. Für die akustische Untermalung sorgen gleich 26 Lautsprecher.

So behutsam die Verjüngungskur auch sein mag, dem XJ hat sie spürbar gut getan. Das macht den begehrten Außenseiter fit für den nächsten Lebensabschnitt. Ungemach droht jedoch aus der eigenen Familie: Wenn der F-Pace, das erste SUV von Jaguar, Mitte April erscheinen wird, könnten manche Kunden ins Grübeln kommen.

Autor: Peter Maahn/SP-X