News: Land Rover Discovery Sport TD4 – Willkommen zur Sport-Schau

News: Land Rover Discovery Sport TD4 – Willkommen zur Sport-Schau

Es soll ja durchaus Menschen geben, die unter „Sport“ den samstäglichen 18-Uhr-Griff zur Fernbedienung verstehen, um sich an Fußball satt zu sehen. Ganz so selbstbetrügerisch geht der Fahrer eines Land Rover Discovery Sport nicht vor, trotzdem sei so viel Fazit vorweg gestattet: Mit „Sport“ hat dieser Landy in etwa so viel zu tun, wie die beiden wohlbeleibten Damen, die wir fast jeden Morgen beim Walking – besser gesagt „Talking“ am Wanderpfad vor unserem Haus beobachten dürfen.

Das heißt nun nicht, dass der Disco ein schlechtes Auto wäre. Ganz im Gegenteil sogar, aber er ist nun eben auch kein Dynamiker. Und dies ganz besonders nicht mit der Motorisierung unseres Testwagens, dem kleineren der beiden zur Verfügung stehenden Diesel. Dessen 150 Pferde haben mit dem Leergewicht von rund 1,8 Tonnen schon merklich Probleme. Dazu kommt eine turbodieseltypische, kleine Anfahrtsschwäche, die in unserem Fall nicht von der hochmodernen Neungang-Automatik (für stolze 2.350 Euro) überspielt wird, sondern mit dem manuellen, sauber schaltbaren Sechsgang-Getriebe voll zur Geltung kommt.

Ein Jahr ist der Land Rover Discovery in der Variante „Sport“ nun auf dem Markt. Von den Range-Rover-Modellen abgesehen, war er der erste vollkommen neue Land Rover seit über zehn Jahren. Dabei ist er nicht als besonders durchtrainierte Version des normalen, schon seit 2004 bei uns erhältlichen Discovery zu sehen, die käme dann ja auch arg spät. Nein, der „Sport“ ist vielmehr der Nachfolger des Freelander, übertrifft diesen aber in der Länge um 10 und beim Radstand um 8 Zentimeter. Mit seiner Gesamtlänge von 4,59 Meter passt er nicht mehr wirklich in die Kompaktklasse, ist aber für die heutige Mittelklasse etwas zu klein.

Mit seiner Gesamtlänge von 4,59 Meter passt er nicht mehr wirklich in die Kompaktklasse, ist aber für die heutige Mittelklasse etwas zu klein.
Mit seiner Gesamtlänge von 4,59 Meter passt er nicht mehr wirklich in die Kompaktklasse, ist aber für die heutige Mittelklasse etwas zu klein.

Das Raumempfinden und der real zur Verfügung stehende Platz sind tatsächlich eine große Stärke des Briten. Das fängt auf den Vordersitzen an, wo man luftig-aufrecht sitzt und erhaben über dem Verkehr thront. Das geht weiter bei der großzügigen Rückbank, auf der tatsächlich auch mal drei Personen sitzen dürfen. Daran schließt sich ein alltagstauglicher Kofferraum an, der 541 Liter Gepäck schluckt. Wenn man auf die Passagiere hinten verzichtet, kann das Kofferraumabteil auf bis zu knapp 1.700 Liter ausgebaut werden. Wer nur etwas mehr Platz braucht, verschiebt dagegen die Rückbank um bis zu 16 Zentimeter nach vorne. Eine sehr praktische Lösung. Wenig Sinn macht es dagegen, gegen Aufpreis die dritte Sitzreihe zu bestellen. Dort kommen sowieso nur kleinere Kinder unter und der Kofferraum hat dann das Volumen eines Kleinwagens.

Was man bei einem Landy außerdem immer bekommt, ist echte Geländetauglichkeit. Zumindest wollen wir das gerne glauben, denn ausprobiert haben wir das Terrain-Response-System nicht. Mangels Gelände und mangels Gelegenheit. Doch aus Erfahrung wissen wir: Stock und Stein können die Briten zumindest fast immer besser als die Konkurrenz. Also fürs Protokoll: Permanenter Allradantrieb per Haldex-Kupplung ist an Bord. Obwohl es – kaum zu glauben – für dieses Modell auch eine reine Frontantriebsvariante gibt.

Eigentlich ist der Discovery Sport aber ein Fahrzeug für souveränes Gleiten. Wie schon erwähnt ist der Motor sowieso kein Muskelprotz. Das Drehmoment von 380 Newtonmetern, anliegend schon bei 1.750 Umdrehungen, hört sich zwar gut an, 11,7 Sekunden vergehen aber trotzdem, bis man auf Tempo 100 gekommen ist. Und bei 190 km/h ist schon Schluss. Nicht, dass wir mit dem Landy gerne 190 Sachen gefahren wären. Das ist irgendwie nicht ganz seine Tempo-Liga.

Zum gemütlicheren Fahren verleitet auch das eher auf Komfort denn auf Dynamik ausgelegte Fahrwerk des Allraders, was zum Gesamtkonzept des Autos – und auch zu seinem eher rundlichen als sportlichem Design – sowieso besser passt. Nur halt nicht zu seinem Namen. Aber das hatten wir ja schon.

Dieser Land Rover hat das neue Bediensystem für die Elektronik an Bord. Das ist nichts weniger als ein riesiger Fortschritt im Vergleich zu früheren Modellen.
Dieser Land Rover hat das neue Bediensystem für die Elektronik an Bord. Das ist nichts weniger als ein riesiger Fortschritt im Vergleich zu früheren Modellen.

Dieser Land Rover hat das neue Bediensystem für die Elektronik an Bord. Das ist nichts weniger als ein riesiger Fortschritt im Vergleich zu früheren Modellen. Klare Kachelgrafiken und ein vernünftiges Navi sind hier zuvorderst zu nennen. Die Anbindung ans Smartphone klappte problemlos, alle wichtigen Inhalte wie Anruflisten und Kontakte fanden wir auf dem Bildschirm wieder. Im Vergleich zu den besten Wettbewerbern – als Beispiel sei hier BMW genannt – fehlt allerdings immer noch ein gutes Stück, etwa was Bedienungsfreundlichkeit aber auch Rechnergeschwindigkeit angeht.

Aber wir haben ja Zeit. Der Land Rover Discovery Sport verleitete nicht zur Hektik, sondern zum gelassenen Reisen. Dass man das SUV leider gar nicht so häufig auf der Autobahn antrifft, dafür umso eher in Innenstädten, ist wohl der kaum nachvollziehbaren überwiegenden Nutzung dieser Fahrzeuggattung als falsch verstandenes Lifestyle-Vehikel zu verdanken. Aber das kann man dem lässigen Briten nun wirklich nicht vorwerfen. Höchstens seinen Fahrern.

Autor: Peter Eck/SP-X

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Land Rover Experience 2017 Peru – Über Stock und über Stein

Die Land Rover Experience Tour 2017 hat sich mit Peru sicherlich eines der interessantesten und vielfältigsten Länder dieser Erde für ein Abenteuer ausgesucht. Rund 1800 Kilometer Straßen und Pisten, entlang des Pazifiks, durch die Wüste, in die Höhe der Anden und in den Dschungel. Alle Teilnehmer können bei ihrem Abenteuertrip durch das Land im Osten Südamerikas auf den Discovery bauen, der, mittlerweile in seiner fünften Generation, Menschen und Material zuverlässig zum Ziel bringt. Mein auto blog Autorin Solveig Grewe war ein Stück weit dabei in dem Land voller Kontraste, extremer Höhenunterschiede und den gastfreundlichsten Menschen überhaupt.    

  

Mit Hingabe poliert Ciro die halbhohen dunkelbraunen Schnürschuhe, die er zuvor mit einer geheimnisvollen Creme behandelt hat. Der ausgehandelte, wohlwollende Preis für die Aktion liegt bei vier US Dollar. Das ist eine Menge Geld für den peruanischen Schuhputzer, in dessen Heimat der Durchschnittsverdienst pro Tag bei gerade mal einem Viertel davon liegt. In dem pittoresken Andenort Cusco sind Touristen die beste Kundschaft für Ciro. Nach getaner Arbeit gibt er breit grinsend noch vier Tage Garantie auf den Hochglanz, der sich jetzt eingestellt hat. Was er nicht ahnt, ist, dass die Schuhe schon einen Tag später einer harten Bewährungsprobe unterzogen werden. Cusco ist der erste Programmpunkt der zwölften Land Rover Experience Tour, die in diesem Jahr zum zweiten Mal nach Südamerika führt und aus einem Tross von 16 Land Rover Discovery und drei begleitenden Range Rover Sport besteht. Der erste Höhepunkt der Tour ist die für jeden Peru Touristen obligatorische Ruinenstadt Machu Picchu – Zeugnis der lange untergegangenen Inka-Kultur. Mach Picchu zeigt sich gerade wolkenverhangen und dadurch besonders mystisch. Die Anfahrt bleibt Bahn und Bus vorbehalten, Autos ist sie untersagt.

Am nächsten Tag geht es mit dem Flugzeug ins 500 Kilometer östlich und am Pazifik gelegene Pisco. Die heiße sandverhangene Luft flirrt, als der Tross bei Ica in eine der trockensten Wüsten der Erde abbiegt. Ein kurzer Stopp noch, um den Reifendruck der hier unerlässlichen Offroad-Reifen (Goodyear Wrangler DuraTrac) von knapp drei bar Druck auf 1,8 bar abzusenken. Das vergrößert die Auflagefläche und verbessert die Traktion im Sand. Dann heißt es, das  Fahrwerk hochstellen und im Offroad-Programm den passenden Modus für den Allradantrieb zu wählen. Es ist früher Nachmittag, die Sonne senkt sich langsam über die mit Reserverädern und Benzinkanistern auf dem Dach schwer bepackten „kings oft the hills“ inmitten der bizarr geformten mächtigen Dünen. Der Verlauf des Tracks wird wegen der Schatten langsam unübersichtlich. Ohne viel Wenn und Aber treibt der Sechszylinder Kompressor Benziner mit 340 PS und 450 Nm die weit mehr als 2 Tonnen schweren Fahrzeuge durch den Sand. Doch Achtung, wer der Spur nicht präzise folgt, der landet schnell im Abseits, was hier mit tiefem Sand gleichzusetzen ist. Eine tückische Linkskurve hinunter und gleich wieder ein steiler Hang nach rechts hoch, da ist es auch schon passiert. Gleich zwei Fahrzeuge bohren sich mit ihrer Front in den Sand. Eine erste Gelegenheit und in einem Fall eine wahre Herausforderung für die Mechaniker, die die Kolonne begleiten und deren hauptsächliche Aufgabe bisher nur daraus bestand, durchdrehende Räder mit Sand zu unterfüttern. Jetzt hängen gleich drei von ihnen über und unter dem aufgerissenen Kühler des einen Disco, um ihn mit Hilfe mitgeführter Ersatzteile, Kabelbinder und Klebeband wieder fahrbereit zu machen.

Über den so fein gewienerten Schuhen liegt längst die gleiche Patina wie über dem Lack eines jeden Discovery. Am nächsten Tag geht es von nur wenigen Metern über NN über asphaltierte Straßen, die diesen Namen eigentlich nicht verdient haben, immer wieder abgelöst von noch schlechter zu befahrenen scharfkantigen Geröllstrecken, hinauf auf 4500 Meter in den Zentralanden. Schlaglöcher ohne Ende und der gefährlichsten Art, weil man ihre Tiefe nur erahnen kann. Die schnellen Entscheidungen, welche umfahren werden müssen und welche durchfahren werden können, fordern den Fahrern volle Konzentration ab. Die Allradler machen dabei dank Luftfederung weitestgehend gute Miene zum bösen Spiel. Doch versehentlich übersehene „schlafende Polizisten“, wie sie in Deutschland gerne genannt werden und die hierzulande in besiedelten Gegenden oder Gefahrenstellen über die gesamte Fahrbahnbreite zu schnelle Fahrt abbremsen, nimmt selbst das komfortabelst eingestellte Fahrwerk krumm. Den Atem raubt das alleine noch keinem der Fahrer, wohl aber die Höhenluft bei einigen. Auf über 4000 Meter Höhe fällt der Sauerstoffgehalt so gering aus, dass selbst wenige Schritte draußen bei den unvermeidlichen Zwischenstopps zur vorher unvorstellbaren körperlichen Anstrengungen werden.

Den Einwohnern macht diese Höhe nichts aus. Stoisch treiben sie ihre Kuhherden an den Autos vorbei, winken aus ihren Häusern oder Hütten, obwohl ihre frisch gewaschene Wäsche auf der Leine unter dem von dutzenden von Rädern aufgewirbelten Staub erkennbar leidet. Sie lachen, freuen sich, dass in der Einsamkeit der Bergwelt endlich mal etwas passiert. Dann windet sich die Straße wieder höher hinauf, wird enger. Links die Felswand, rechts der Abgrund. Mehr als zwei Meter Breite bringt der Disco auf die Straße, das Verkehrsschild weist nicht mehr als 3,20 Breite der Straße auf. Entgegenkommen sollte jetzt besser niemand. Wer den Berg hinauf fährt, muss warten. An diese Regel halten sich ausnahmslos alle, Ausweichbuchten gibt es genug. Die warnenden Hupsignale vor jeder Kehre sind über Stunden die dominierende Geräuschkulisse der Fahrt.

Am nächsten Tag setzt Nieselregen ein. Die Straßen bleiben schmal, die Geröllstrecken werden glitschig. Steinbrocken, die sich irgendwann vorher gelöst haben, und jetzt auf der Straße liegen, machen die Fahrt zum Slalom. Zur rechten sucht sich ein Wasserfall Hunderte von Metern über den Autodächern seinen Weg, seine Ausläufer münden in einem ausgewaschenen Bachbett. 28 Zentimeter Bodenfreiheit beim Disco und Achsverschränkungen von 50 Zentimeter helfen, den Weg zum anderen Ufer mit Bedacht zu erreichen. Dort wird der rotbraune Weg immer mehr zum Schlammgemenge. Nur langsam schiebt sich die Kolonne vorwärts, die grüne Wand des Dschungels rückt immer näher und scheint den Tross verschlucken und auf ewig in sich aufnehmen zu wollen.

Als Tagesziel steht Huancayo auf dem Programm, eine Stadt mit über 300 000 Einwohnern auf etwa 3200 Metern Höhe. Welch ein Kontrast zu der Urform alles Lebens im Dschungel. Auf zwei Spuren strebt alles miteinander, aber eigentlich immer durcheinander in Richtung Innenstadt. Immer wieder sind es die kleinen Taxis, die hier wie wohl überall auf der Welt wegen ihres Motorengeräusches liebevoll TucTucs genannt, die einem gerne schon mal den Weg abschneiden. Doch immer wieder ist es dieses  entwaffnende Lächeln der Peruaner, das erst gar keinen Ärger aufkommen lässt und einen schnell die Strapazen der vergangenen Tage vergessen lässt. Leider führt der Weg nicht mehr nach Cusco, so dass die Garantie für den Glanz der braunen Schnürschuhe  leider verfallen wird.

Text und Bilder: Solveig Grewe

Range Rover Velar – Premiere für Nummer vier

Land Rover baut die Range-Rover-Familie aus. Das neue Mittelklasse-SUV Velar soll die Lücke zwischen dem kompakten Evoque und dem einen halben Meter längeren Range Rover Sport füllen. Premiere feiert der Allrader auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März), die Markteinführung erfolgt noch im laufenden Jahr.

Die genauen Abmessungen des Velar nennt der britische Hersteller noch nicht. Die Längen-Spanne, die seine beiden Modellgeschwister freilassen, liegt zwischen 4,35 und 4,85 Metern. Preislich wird er sich entsprechend im Bereich zwischen 35.000 und 62.000 Euro wiederfinden. Für den Antrieb kommen die unter anderem aus dem Evoque bekannten 2,0-Liter-Diesel und -Benziner in Frage, auch die Sechszylinder aus dem F-Pace der Schwestermarke Jaguar sind denkbar.

Zu den Wettbewerbern des vierten Range-Rover-Modells dürften Modelle wie Audi Q5, BMW X4 und Maserati Levante zählen. Im eigenen Haus richten sich Land Rover Discovery Sport und Jaguar F-Pace an eine vergleichbare Kundschaft. (Holger Holzer/SP-X)

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