Fünf Typische PHEV-Vorurteile

Fünf Typische PHEV-Vorurteile

Durch unseren Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid Dauertester kommen wir viel in Kontakt mit Menschen, die sich a) entweder für einen Outlander interessieren, oder b) für einen PHEV interessieren. Zudem haben wir durch die wöchentliche Berichterstattung einen treuen Stamm an Lesern gewonnen. Mit einigen Lesern ist man auch mehrmalig im Kontakt. Wie in diesem Fall – allerdings werde ich dieses Mal den Namen außen vor lassen, ich möchte bei den kommenden Punkten nicht, dass man Rückschlüsse auf Beteiligte ziehen kann.

Typische Plug-In Hybrid Vorurteile und der Unwillen der Verkäufer, den Kunden sinnvoll zu beraten

Der Leser berichtet in seiner eMail von den Erfahrungen, die er bei unterschiedlichen Autohäusern zum Thema PHEV gemacht hat. So wollte zum Bsp. der befragte Mitsubishi-Händler dem Kunden lieber einen „bewährten“ Diesel oder Benziner verkaufen und auch der VW-Händler riet ihm von der Anschaffung eines PHEV (in diesem Fall: VW Golf GTE) ab. Mit dem Leser hatte ich jedoch bereits über die Vor- und Nachteile des PHEV-Systems gesprochen. Wir haben gemeinsam über sein Fahrprofil gesprochen und festgestellt, ein Plug-In Hybrid würde ideal zu seinem Anforderungen passen. Zudem wünscht er sich ein Allradfahrzeug, weil er durchaus mit Schnee im Winter zu rechnen hat. Ernsthaft: Für den Leser passt der Outlander PHEV ideal. Aber nein – viele Händler scheuen die Beratung, wollen ihr angestammtes Terrain nicht verlassen. Und im Falle des VW-Händlers geht es vermutlich um Diesel-Lagerfahrzeuge. Wie dem auch sei – die Vorurteile sind doch immer wieder die gleichen. Auch von diesen Vorurteilen erzählt der Leser.

5 typische Vorurteile gegenüber dem PHEV

1.) Die Batterie hält nicht lange

Quatsch. Es gibt keine Anhaltspunkte, die diese Behauptung untermauern. Mitsubishi gibt beim Outlander PHEV zum Beispiel 8 Jahre Garantie auf die Batterie. Kennen Sie ein anderes Bauteil, auf das Autohersteller so lange Garantie geben? Natürlich unterliegen Akkuzellen einer Alterung, aber das wissen auch die, die einen solchen Akku herstellen und ergreifen Gegenmaßnahmen. So arbeitet in einem Akku nie die gesamte Zelltiefe. Defekte Zellen können gegen nicht genutzte Bereiche ausgetauscht werden. Der Alterungsprozess wird so lange verzögert.

2.) Niedriger Wiederverkaufswert nach „einigen“ Jahren

Wichtig ist die Frage nach den „einigen“ Jahren. Wer sich privat ein Fahrzeug kauft, sollte dies in den ersten 3 Jahren eh nicht verkaufen. Der Wertverlust ist überproportional. Zum Rest reicht ein einfacher Blick in die üblichen Online-Autobörsen. Schauen Sie doch mal ,was ein Outlander PHEV nach 3 Jahren kostet und vergleichen Sie den Wertverlust mit einem „klassischen“ Antrieb. Hier von „überproportional“ zu sprechen, ist nicht richtig.

Richtig ist: Wenn sich die Technik nicht durchsetzt, werden die Fahrzeuge schwerer zu verkaufen sein. Aber – im Augenblick sieht es ja so aus, als hätten reine EV und PHEV-Fahrzeuge endlich einen ordentlichen Start und eine steigende Akzeptanz.

3.) Folgekosten?

Das dümmste Argument. Welche Folgekosten? Gesunkene Inspektionskosten? Geringerer Verschleiß? Weniger Tankstellenbesuche? Haken Sie das sofort ab! Vergessen Sie es! #bullshit

4.) Viel zu teuer

Das Gegenteil von zu teuer ist billig und wie mein Sozialkunde-Professor schon immer sagte: Wer billig kauft, der kauft zweimal. Auto fängt mit Au an und wer sich etwas vernünftiges kaufen will, der sollte nicht die „Preis-Einschätzungen“ anderer anlegen, sondern sich selbst das Auto suchen, das zu ihm und seinem Geldbeutel passt. Ein Allrad-SUV mit „state of the art“ – Antriebsstrang ist nicht billig. Aber das ist auch gut so!

5.) Zuviel Technik

Schon wieder ein Argument von einem, der sich scheinbar noch nie mit einem Outlander PHEV beschäftigt hat. Elektromotoren sind wartungsfrei. Der Antriebsstrang des Mitsubishi Outlander PHEV besitzt einen soliden Saugmotor im Atkinson-Cycle. Ein 2.0 Liter Vierzylinder mit 121 PS. Wenn man mich von der mechanischen Seite fragt: Da ist nichts dran, was wirklich kaputt gehen kann. Die Batterie? Wartungsfrei. Hinzu kommt: Eine Lichtmaschine fehlt, ebenso wie eine Menge Keilrippenriemen zum Antrieb der Nebenaggregate. Der Outlander PHEV ist somit wartungsfreier als ein „klassischer“ Verbrenner. Dass ein modernes Auto ein gehobenes Maß an Technik on Board hat, ist normal. Niemand will mehr auf Navi, Tempomat, ABS, ESP und im Falle des Outlanders, auf Allradantrieb verzichten.

Angst vor der Veränderung

Was die Erfahrungen des Lesers zeigen, ist ein gehobenes Maß an Angst vor der Veränderung. Sowohl am Stammtisch als auch bei den Automobil-Verkäufern. Allerdings sollten sich gerade letztere jetzt angesprochen fühlen, sich kurz schämen und dann überlegen, was ihr Job ist. Den Kunden beraten und wenn ein Hersteller einen PHEV im Programm hat, dann wurde der zuvor genauso auf Herz und Nieren erprobt, wie die anderen Produkte aus dem eigenen Haus. Und wenn das Fahrprofil und der Alltagsanspruch des Kunden auf den PHEV passt – sollte man das auch bestätigen und nicht krampfhaft versuchen, die Restposten vom Hof verkaufen zu wollen!

 

 

Aktuelle Suchanfragen:
Previous ArticleNext Article
Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

8 Comments

  1. Und ja, Hr. Schmid – der Motor läuft im gleichen Kühlwasserkreislauf, von dem sich die Heizung bedient und der über die Standheizung aufgewärmt wird.

  2. Hallo BJOERN,

    kam gerade vom e-day am Kratzmühlsee bei Greding zurück. Zwei (!) Outlander PHEV und kein (!!) einziger Soul ev. Daran kann man sehen, wie „aktiv“ diese Hersteller ihre Produkte bweweben, am e-day mit unglaublich vielen, durchaus interessierten Menschen nicht.

    Schönen Restsonntag noch, ein begeisterter Mitleser. BERND.

    1. Hallo Bernd,

      wobei zur Verteidigung gesagt sei: Es gibt einfach viele Events derzeit – da kann man nicht überall auftauchen 😉

  3. Wenn viel elektrisch gefahren wird, läuft dann der Verbrennermotor nicht oft kalt und wird der Motor
    mit der Standheizung auch aufgewärmt?

    1. Hallo Hr. Schmid,

      ja, der Verbrenner läuft oft aus niedrigeren Temperaturen heraus. Ein Temperatur-Management, ein intelligenter und kleiner Wasserkühlkreislauf und ein Motor mit extrem geringen Toleranzen in der Fertigung ist jedoch dafür gewappnet.

Mit dem Plug-In Hybrid Outlander in den Urlaub!

[notification type=“notification_info“ ]mein-auto-blog testet den Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid im Alltag. Reichweite, Zuverlässigkeit der Technik und Nutzen – wir schauen ganz genau hin! [/notification]

Sonne, Urlaub, gute Laune

Im Plug-In Hybrid SUV in den Urlaub

Der Outlander packt auch als Plug-In Hybrid ordentlich was weg!

Dieser Artikel ist jetzt sehr persönlich. Wer zeigt schon gerne den Inhalt seines Gepäckraums? Niemand. Aber um zu demonstrieren, was in den Kofferraum des Outlander PHEV passt, haben wie vor der Rückfahrt das gesamte Gepäck hinter dem Fahrzeug aufgebaut.

Mit Kleinkind und jungem Hund in den Urlaub, da bleibt der Stauraum des PHEV nicht ungenutzt!

Platz dank cleverem PHEV-Konzept

Schaut man sich die technischen Daten des PHEV-Outlanders an, dann fällt auf, dass der „normale“ Outlander tatsächlich noch ein wenig mehr Ladevolumen bietet. Minimal 550-591 Liter gegenüber den 451-463 Litern des PHEV. Dass man von diesen Einschränkungen jedoch nichts mitbekommt, liegt an der cleveren Grundkonzeption des Outlander Plug-In Hybrid. Dank einer Konzeption als „PHEV“ von Grund auf wurde der Platz für die großen Batterien konsequent mit eingeplant. Die Einschränkungen halten sich daher sehr im Rahmen. Einzig eine dritte Sitzreihe ist im PHEV nicht möglich.

Beladung im Kombi-Modus

Mit dem Kindersitz in Reihe zwei war klar: Umgeklappt werden kann nichts. Denn auch der Hund braucht einen Platz und da der Kinderwagen auch noch mitzunehmen war, musste der Outlander seine komplette Ladefähigkeit im „normalen“ Kombimodus beweisen. Praktisch ist hierbei die Möglichkeit, die Sitzlehnen der Rückbank in der Neigung zu justieren.

Auf der Seite, auf der unser Hund seinen Platz bekam – natürlich mit Hundeschutzdecke und dem passenden Hundegurt zur Absicherung – haben wir die Sitzlehne maximal aufgerichtet, so entstand dahinter zusätzlich Platz, um den sperrigen Kinderwagen unterbringen zu können. Auf der anderen Seite blieb danach genug Platz, um zwei große, wirklich große Reisekoffer verstauen zu können.

gepäck laderaum Urlaubsfahrt
(ja, ja, altes Bild – hat sich aber nichts geändert)

Platzwunder?

Nein. Aber eben ein echtes Familien-SUV.

Ein Kind mit Kindersitz, ein Welpe mit Hundedecke – damit war die Rücksitzbank belegt. Die Kühlbox mit 12V-Anschluss fand hinter dem Fahrersitz Platz, denn der Hund brauchte keinen Knieraum. Praktisch ist an dieser Stelle dann auch der Anschluss der Box in der 12 Volt-Buchse unterhalb der Mittelarmlehne.

Die beiden großen Koffer brauchen nicht nur viel Platz – übereinander in der rechten Hälfte des Kofferraums klappte das jedoch prima – nein, sie waren auch gut schwer. Der PHEV hatte mit der Urlaubsbeladung jedoch keine Mühe – zumindest fällt einem dank der kraftvollen E-Motoren kein Leistungsmangel auf.

Die beiden Rucksäcke, Badesachen und einmal das mobile Büro des Auto-Bloggers mit Foto-Ausrüstung passten ebenso noch in den Kofferraum wie die Thermo-Tüte mit den Hundesachen. Dass die Baby-Tasche mit den notwendigen Reise-Utensilien der Kleinen dann doch vorne bei der Mama landete, lag nicht am Kofferraum, sondern eher daran, dass man da häufiger dran musste.

Der Kinderwagen war die größte Herausforderung. Selbst zusammengeklappt nimmt so ein Ding ordentlich Platz weg. Doch der Kofferraum des Outlander PHEV hat das alles „in den Griff“ bekommen.

Und Papa und Mama? Die hatten ihre bequemen Plätze in Reihe eins sicher – so wie immer. Kühle Getränke und Knabberzeug bekommt man dann in den Cup-Holdern in der Mittelkonsole und den Türtaschen unter! 

So kann man in den Urlaub fahren … 

[notification type=“notification_info“ ]Haben Sie Fragen? Anmerkungen oder Wünsche zu unserem Dauertest-Fahrzeug? Schreiben Sie uns! [/notification]

**Wiederholung**

Vieles spricht für den Plug-in Hybriden

Seit ein paar Tagen haben wir auf mein-auto-blog einen neuen Lieferanten für Automobile Nachrichten: Die Motor Presse in Stuttgart und ihre Traditionsmarke „auto, motor und sport“ liefern nun auch für mein-auto-blog die wichtigsten News aus dem Automobilbereich. Als „Blog“ haben wir nicht die notwendige Größe um eine Redaktion für tägliche News vorzuhalten. Deswegen gab es bereits seit gut zwei Jahren die Kooperation mit dem Mediendienst „Spotpress“. Doch auch, wenn mein-auto-blog auf News der etablierten Redaktionen zurückgreifen kann – es bedeutet nicht, dass man nicht einen konstruktiven Dialog innerhalb der Artikel führen kann. Und so müssen wir uns heute mit einem Artikel aus der Print-Version der „auto, motor und sport“ (12/2017) beschäftigen. Auf Seite 71 betrifft ein „Vergleich“ den Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander. Ein Fahrzeug das wir bei mein-auto-blog besser kennen als kein anderes. Seit über 2-Jahren fahren wir einen solchen Plug-in Hybrid im Dauertest. Und wir müssen daher ein paar „Aussagen“ richtigstellen und auch das Fazit des Autors hinterfragen!

Vieles spricht für den Plug-in Hybriden

Richtigstellung zum Plug-in Hybrid Outlander

In einer Vergleichsreihe befasst man sich mit der Frage, ob sich die Hybrid- oder Plug-in Hybridvarianten durchsetzen können. Ausgerechnet beim Plug-in Hybrid Outlander, gewinnt scheinbar die Dieselvariante den Vergleich. Doch das greift einfach zu kurz. Denn ein „simpler Vergleich“ zwischen den Technikwelten ist nicht möglich. Ein Plug-in Hybrid ist ein Fahrzeug für eine klar definierte Zielgruppe. Wer die täglichen Fahrten primär mit der Batteriereichweite von bis zu 54 km erledigen kann und seinen Strom aus „erneuerbaren Energien“ bezieht, der liegt mit der neuen Technik immer komplett richtig. Da gibt es nicht ein einziges Argument „pro Diesel“. Auch nicht die beiden vom Redakteur vorgeschobenen Gründe:

1.) NEIN, der PHEV hat keine CVT-Automatik

2.) NEIN, auch der PHEV hat einen permanenten Allradantrieb

3.) Und wie man sparen kann 

Es gibt keine CVT-Automatik im Plug-in Hybrid Outlander

Der Autor schreibt fälschlicherweise von einer „stufenlosen Automatik“, die unter „hoher Last“ den Benziner aufheulen lässt. Das ist falsch. Der Plug-in Hybrid Outlander besitzt eine permanent fixen Ein-Stufen Übersetzung. Ab 64 km/h kann über diese Übersetzung der Benzinmotor direkt auf die Vorderachse gekoppelt werden. Darunter arbeitet der Benziner als „Stromaggregat“ mit variabler Drehzahl – je nach Leistungsabruf.

Keine HALDEX-Kupplung beim Diesel 4×4, permanenter Allradantrieb beim Plug-in Hybriden

Der Autor schreibt ferner von einer Haldex-Kupplung im Diesel-Outlander. Auch das ist verkehrt. Denn Mitsubishi verwendet eine eigene Lamellenkupplung zur vollvariablen Kraftverteilung. Der Autor führt weiter aus, der „Diesel-Outlander“ hätte zur Differenzierung gegenüber dem PHEV-Outlander eine Taste „4WD-Lock“, die eine mechanische Differenzialsperre darstellt und damit der Achse mit mehr Traktion, mehr Drehmoment zuteilen würden. Auch das ist so nicht richtig. Die „4WD-Lock Einstellung“ sorgt für eine paritätische Verteilung der Antriebskraft und ist, genau so, mit der gleichen Funktion, auch im Mitsubishi Plug-in Hybrid vorhanden. Die Wirkung ist also – trotz vollständig unterschiedlichen Aufbaus, absolut gleich!

Der Plug-in Hybrid ist ein Erfolg für Mitsubishi

Am Schluß führt der Autor aus, der Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander sei ein Erfolg für Mitsubishi. Damit liegt er vollkommen richtig! Und einer der Gründe liegt in der massiven technologischen Überlegenheit die man als Kunde mit dem Plug-in Hybrid einkaufen kann. Und das man – anders als suggeriert wird – eine ernsthafte Sparmöglichkeit erhält. Der Plug-in Hybrid Outlander ist die Alternative, für Menschen die nicht ständig auf der Autobahn unterwegs sind. Wer einen Familien-SUV sucht, der oft nur Kurzstrecken fahren soll – mit Allrad, mit Platz, der kann sich im Prinzip nur für den Plug-in Hybrid Outlander entscheiden.

auto motor und sport 12/2017