Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid – Pressespiegel

Der größte Vorteil eines Dauertest-Fahrzeuges ist die Tiefe in der man sich plötzlich mit dem Fahrzeug beschäftigen kann. Der Alltag mit einem speziellen Modell ist doch immer ein gänzlich anderer, als bei kurzen Testfahrten. Während man binnen weniger Stunden ein wenig über ein Auto herausfinden kann, so gewinnt man über einen längeren Zeitraum eine doch wesentlich tiefere Einsicht zum betreffenden Fahrzeug. Der Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid ist mittlerweile 4 Wochen bei uns im Einsatz und neben der Antriebstechnik des Outlander Plug-In Hybrid konnte ich auch schon viel über die enorme Spannbreite des Verbrauchs lernen.

Während man sich mit dem Testwagen beschäftigt, interessiert man sich auch mehr für die Meinungen und Erfahrungen von anderen Journalisten. Im Falle des Outlander Plug-In Hybrid bin ich nun über einen Fahrbericht auf focus.de gestolpert – und viele der Aussagen sind für mich nicht nachvollziehbar.

focus.de – Praxistest Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid

Im Fazit fasst der Redakteur des focus folgendes zusammen:

Doch ein dickes SUV muss familien- und reisetauglich sein, und da kann der Japaner nur zum Teil punkten. Das Platzangebot ist gut, der Laderaum trotz der zu hohen Ladekante ganz ordentlich, aber mehr auch nicht. Den Reisekomfort eines starken Dieselmotors erreicht der etwas schwachbrüstige Plug-In-Hybrid nicht

Sind 332 Nm Systemleistung wirklich „schwachbrüstig“?

Nun kann man bei einem SUV mit drei Motoren und einer Einzelleistung aus 137 Nm E-Motor an der Vorderachse und 195 Nm an der Hinterachse nur schwer von schwachbrüstig reden. Zudem wuchtet der Benziner noch einmal 190 Nm auf die Kurbelwelle. Allerdings erst ab etwa 65 km/h direkt auf die Achsen. Davor arbeiten die je 82 PS starken E-Motoren als Antriebsquelle. Schwachbrüstig stelle ich mir ein wenig anders vor. Man muss dem focus.de-Redakteur vermutlich zu gute halten, dass er das Fahrzeug nur die üblichen zwei Wochen fahren konnte und davon vermutlich auch nicht allzu viel im Alltag. Denn gerade moderne Hybrid-Fahrzeuge erfordern ein Umdenken und auch eine Umgewöhnung beim fahren. Stumpfes Ein- und ausschalten des Gaspedals führt zu weniger überzeugenden Ergebnissen. Das aber ist nicht die Schwäche des Plug-In Hybrid, auch nicht des Outlanders, sondern ist schlicht eine Frage der Einstellung und der Gewohnheiten. Der Outlander 2.2 DiD mit seinem potenten Dieselmotor hat im übrigen nur 28 Nm mehr Drehmoment als der PHEV!

Teil II seiner Kritik betrifft den Laderaum des Outlander Plug-In Hybrids

Bei uns im Dauertest wird der Outlander oft als Familien-Kutsche bewegt und der Outlander ist nicht der erste SUV im Test. Die Höhe der Ladekante liegt beim Outlander Plug-In Hybrid bei 71 Zentimetern, der ADAC nennt dies in seinem Test eine „durchschnittliche Höhe“, die Ladekante des Outlander mit Dieselmotors liegt sogar 2 Zentimeter höher.  Bei einem BMW X5 liegt die Höhe der Ladekante im übrigen bei 81 Zentimetern. Nun will ich nicht allzu polemisch werden, aber 10 Zentimeter machen schon einen Unterschied, nicht nur beim SUV.  Das aber war nur die Ladekante.

Das Laderaum-Volumen des Outlander PHEV bezeichnet der Test-Redakteur als „ganz ordentlich“ – nun auch hier ein kurzer Exkurs zu den Fakten:

Der Outlander Plug-In Hybrid hat ein Kofferraum-Volumen von 463 Litern. Das ist kaum weniger als beim normalen Outlander, trotz des großen Technik-Pakets aus Elektromotor und Batterien unter dem Blech des SUV. Und wesentlich wichtiger als die reine Literzahl ist die Variabilität und Nutzbarkeit eines SUV. Und wer die Rücksitze umklappt, der bekommt die maximale Nutzbarkeit zur Verfügung gestellt. Dann kann der PHEV-Outlander mit 1.472 Litern ordentlich punkten. Ein Porsche Cayenne Plug-in Hybrid, kann zwar mit 1.690 Litern maximal Volumen noch einmal etwas drauf legen, ist aber auch 20 Zentimeter länger als der Outlander Plug-In Hybrid.

Kritikpunkt Preis

Nachdem die Argumente zum Thema „Leistung“ und „Ladevolumen“ eher dürftig sind, bemängelt der Test-Redakteur des Focus noch den Preis des Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrids. Das wiederum ist eine extrem gewagte Kritik. Der Outlander Plug-In Hybrid ist „der Erste“ Plug-In Hybrid SUV auf dem Markt gewesen. Sein Einstiegspreis liegt bei € 39.900. Die vollständig ausgestattete Variante „TOP“ kostet € 49.990 und bietet alle Ausstattungs-Highlight die man sich in diesem Segment wünscht. Das ist mehr Geld als man für einen Basis-Benziner ausgeben muss, richtig, bleibt man aber im Segment der Plug-In Hybriden, dann wird es schon mächtig eng in der Diskussion. Es gibt de facto im Augenblick nur einen Allrad-SUV mit Plug-In Technik der als Alternative bleibt: Der Porsche Cayenne Plug-In Hybrid. Und dieses Autos ist, auch das ist klar, eine gänzlich andere Klasse. Ein Fahrzeug im Luxus-Segment und dementsprechend eingepreist:  Unter € 82.087,– geht da gar nix.

Bleibt man bei den Plug-In Hybriden, dann wäre der Toyota Prius Plug-In Hybrid eine Alternative, aber natürlich weder mit einem Allradantrieb ausgerüstet, noch mit den Raumverhältnissen des Outlanders gesegnet und dieser Plug-In fängt bei € 36.600 an.

Der Redakteur hat Recht wenn er sagt: Bis zu € 49.990  sind viel Geld, aber hey, er hat unrecht wenn es darum geht den Outlander Plug-In Hybrid als „teuer“ zu kritisieren – denn eine Alternative gibt es nicht.

 

Dauertest: Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid

Das schöne am Motor-Journalismus ist doch die Objektivität die man gerne walten lassen würde, noch schöner aber die ehrliche Subjektivität mit der man am Ende agiert.  Der Outlander Plug-In Hybrid ist ein extrem faszinierendes Stück Automobil-Technik und wer es verstehen will, der muss sich darauf einlassen. Binnen 14 Tagen ist das vermutlich zu schwer. Darum freue ich mich auf die Zeit die wir mit dem Outlander Plug-In noch haben werden.

Nächste Woche gibt es einen neuen Artikel zum Outlander im Dauertestbetrieb. Bis dahin freue ich mich auf Euer Feedback. Fragen, Wünsche, Ideen? Schreibt mir einfach…

 

 

Alle Zitate von focus.de - Praxistest Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid
Weitere Quellen: ADAC-Testbericht Mitsubishi Outlander 2.2D und PHEV.
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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

3 Comments

  1. Stünde da ne deutsche Marke drauf, wäre die Kritik sicher anders ausgefallen.
    Das ist genau der Grund, weshalb ich niemals Geld für Autozeitungen ausgebe.
    Dort werden zu 80% nur deutsche Autos getestet und die gewinnen auch immer, wenn auch nur knapp.