Mitsubishi Lancer Sportback im Fahrbericht

Mitsubishi Lancer Sportback im Fahrbericht

Wer Golf sagt, der meint entweder einen Alt-Herrensport, der sich zunehmend auch bei jüngeren Menschen beliebt macht, und bei dem der Spieler die Aufgabe hat, einen kleinen weißen Ball mit möglichst wenigen Schlägen in ein absurd weit entferntes Loch zu putten – oder er redet von einem Auto.

Vom Nachfolger des Wolfburger Krabbeltieres, der  einer ganzen Fahrzeuggattung seinen Namen aufgedrückt hat, einer, der Frontmotor und Frontantrieb zum Standard für jedermann machte und in der Automobilwelt genauso angesehen ist wie Tiger Woods auf dem Golfplatz.

Erfolg ruft Mitbewerber auf den Plan, und so haben vor allem die Japaner die Golf-Klasse schon lange im Focus. Und während sich Opel und Ford immer schwer taten, den Klassenprimus vom Thron zu stoßen, darf man gespannt sein, wie erfolgreich die Japaner mit ihren neuen Versuchen agieren (z.B. Honda, die haben auf der vergangenen IAA den neuen Civic vorgestellt, und  auch den werden wir ausgiebig testen.

Heute steht jedoch zuerst ein anderer Kandidat aus dem Land der aufgehenden Sonne auf dem Programm. Einen, den nur wenige auf  im Hinterkopf haben, wenn sie für unter 25.000€ einen praktischen 5 Türer mit potentem Diesel-Motor suchen.

Mitsubishi Lancer sportback Fahrbericht

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ „Extra“

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ “Extra”

Während man in Wolfsburg den 140PS Diesel Motor in einem ähnlich ausgestatten Golf ab einem Preis von ca 29.500 € bekommt, bietet Mitsubishi das Sondermodell “Extra” mit einer umfangreichen Ausstattung zum Knüllerpreis von 21.480 € an.

Aber das ist dann doch bestimmt so ein abgespecktes Sparbrötchen ohne Sitzheizung, ohne Xenonlicht, ohne Kurvenlicht, ohne Licht- und Regensensor, ohne Tempomat und ganz sicher auch ohne Klimaanlage, geschweige denn CD-Radio.

Weit gefehlt. Alles inklusive.

Das ist umso erstaunlicher, als Mitsubishi in der Golfklasse bereits deutlich mehr Auto liefert als andere. Der Lancer in seiner „Sportback“ getauften Variante bietet dank der Abstammung vom Stufenheckmodell eine für diese Klasse respektable Außenlänge von fast 4,6 Metern und als Ergebnis dessen einen Innenraum, der bequem Platz für 5 bietet. Da der Mitsubishi Lancer Sportback sich die Bodengruppe nicht nur mit dem legendären Evo-Biest, sondern auch mit dem “Bullen” ASX teilt, durchzieht jedoch, für die zweite Reihe sichtbar, ein Kardantunnel den Fußbereich. Derart unterteilt sitzen 4 Erwachsene jedoch noch immer bequem im Lancer. Die Schwiegermutter lässt sich nicht durch die Mitfahrt in zweiter Reihe ärgern. Im Gegenteil.

Mitsubishi Lancer sportback zweite Reihe
Viel Beinfreiheit in der zweiten Reihe

Platz ist also vorhanden, aber wie soll man in der hart umkämpften Golf Klasse die Blicke auf sich lenken?
Der Lancer versucht es mit einer aggressiven Front, die der Sportback ebenso trägt wie sein Bruder mit dem großem Stufenheck. Doch während der Stufenheck Lancer von hinten beinah italienische Eleganz verströmt, kann der Sportback-Lancer die modische Frontlinie nicht bis zum Schluß aufrecht erhalten.

Mitsubishi hat dem Lancer eine große Klappe spendiert – das hilft beim Beladen ebenso wie die praktisch von einer Hand umklappbaren Rücksitzlehnen. Dem Design womöglich gut getan hätte aber eine weniger flache Heckscheibengestaltung und ein wenig mehr Mut für das Rückleuchtendesign. Wäre der Heckabschluss nicht so flach auslaufend,dann müsste auch kein überdimensionaler Heckspoiler über den Köpfen der hinten Mitfahrenden für Aufsehen sorgen. Hier wäre mehr Dachlänge und ein steilerer Abschluss, ganz im Design des Wunderknaben VW Golf, die vermutlich attraktivere Lösung gewesen. Auch ein Zeichen dafür, dass sich nicht alles verbessern lässt – es gibt Formen, die sind bereits perfekt.

Mitsubishi Lancer sportback Fahrbericht Koferraum
Die große Klappe ist praktisch, der Heckabschluss gesamt aber irgendwie langweilig

Perfekt – das ist das Stichwort für den Dieselmotor der im Lancer den zuvor eingesetzten und von VW zugekauften 140PS Diesel abgelöst hat. Mitsubishi hat mit seinem 1.8l großen Vierzylinder Diesel alles richtig gemacht. Davon zeugen 150PS und ein Drehmoment Hochplateau von 300Nm zwischen 2.000 und 3.000 Umdrehungen. Uns hatte dieser Motor bereits im Mitsubishi ASX vollauf begeistern können.

Mitsubishi Lancer sportback Diesel MIVEC
Japanische Motoren Werke? Ein richtig guter Dieselmotor!

Was den Mitsubishi ClearTec Diesel so besonders macht ist seine variable Einlassnockenwelle, mit der die Steuerzeiten angepasst werden können. Eine Technik, die ursprünglich für Hochdrehzahl-Sportmotoren konstruiert wurde und von Mitsubishi für den Diesel weiter entwickelt und nun zum ersten Mal in einem Serien-Dieselmotor eingesetzt wird. In Verbindung mit einer extrem niedrigen Grundverdichtung, einer 2.000 Bar Common-Rail Einspritzanlage und der stufenlos variablen Turbinengeometrie sorgt dieser intelligente Motorenbau für niedrige Emissionen und eine gesteigerte Kraftstoff-Effizienz.

Großer Innenraum, potenter Motor und dabei ganz klein im Preis?
So wird aus der Golf-Klasse eine klassenlose Gesellschaft. Ganz nach dem Vorbild des Wolfsburger Originals.

Nur günstiger.

Mitsubishi Lancer sportback Heckansicht
Vielfahrer, Vielflieger?

Besonders interessant dürfte der der aktuelle Mitsubishi Lancer Sportback DI-D+  auch für Firmenwagenfahrer sein.  Denn gerade bei der pauschalen 1% Besteuerung spielt der Grundpreis des Fahrzeuges eine wichtige Rolle. Der Mitsubishi Lancer entscheidet das Kostenkapitel also ganz klar für sich.

Doch ist er eine Kaufempfehlung?
Noch immer sind japanische Modelle nicht dafür berühmt, mit einer opulenten Materialqualität zu beeindrucken. Auch an der Platzierung von einigen Bedienelementen könnte man arbeiten. Wer vermutet die Sitzheizung hinter der Handbremse? Oder die Bedienung des Bordcomputers über einen Knopf, der anderswo glatt als Starterknopf durchgehen würde?

 Schwamm darüber – oder würden Sie sich darüber beschweren, wo die Schalter für die Sitzheizung sind, wenn man Ihnen diese Sitzheizung geschenkt hat?

Eben.

Uns hat der Fahrtest die Augen geöffnet:

In der Golf-Klasse mit potentem Dieselmotor, viel Platz und umfangreicher Ausstattung die Herzen der Käufer zu gewinnen, scheint für den Mitsubishi Lancer ebenso leicht möglich, wie der nächste Sieg von Tiger Woods bei der PGA-Tour.

 

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Bjoern

Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

http://about.me/bhabegger

Vorsicht Wildwechsel

Auf den ersten Blick sind wir eine  ganz normale Familie: Papa, Mama, zwei pubertierende Jungs, ein kleiner Hund. Wir leben auf dem Land in Schleswig-Holstein, fahren eine geräumige Familienkutsche: Den Fiat Doblo Maxi. Das hat ausschließlich pragmatische Gründe: In dieses Auto passt die ganze Familie samt BMX- und anderer Fahrräder und Crossmaschine bequem rein, einfach so, Klappe auf, alles rein, Klappe zu, und los. Der Doblo ist unser Eselchen, ein ehrliches von A-nach-B-Auto, zuverlässiges, unaufgeregtes Lastentier mit Grundausstattung, weil er so gerade im Autohaus rumgestanden hatte und wir ihn gleich mitnehmen konnten.

Auf den zweiten Blick fährt die Mama dieser ganz normalen Familie immer mal wieder so richtig abgefahrene vollausgestattete State-of-The-Art-High-Tech-Premium-Karren, weil sie als Journalistin und Bloggerin über sie schreibt und sie fotografiert. Und so kennt sie jeweils das Beste aus zwei Welten.

Die Mama, das bin ich, Sandra Schink. Und Mitsubishi hatte ich bisher nicht auf dem Schirm. Bis dieses Reh meinen Weg kreuzte.

Vorsicht, Wildwechsel

Fünf Tage bevor ich mit Freundin, Jungs und Hund in den Urlaub starten wollte, gab es diesen Augenblick auf der Landstraße, in dem in der Dämmerung im Lichtkegel vor mir dieses Reh auftauchte. Und nach dieser unendlich dauernden Schrecksekunde mit einem dumpfen “BONG” und einem Ruck wieder aus dem Sichtfeld verschwand. Kennen Sie diese unendlich dauernden Schrecksekunden? Diese ewigen Momente in denen Sie genau wissen, was Furchtbares passieren wird. Und diese gnadenlose Gewissheit, dass sie rein gar nichts mehr dagegen tun können? Diese Momente, die vor dem inneren Auge in messerscharfer Zeitlupe in 3D und HD und Oweh ablaufen. Die in der Außenwelt aber bereits geschehen sind? Genau. So eine Schrecksekunde war das.

In den nächsten Sekunden aktiviert man die Warnblinker, fährt rechts ran, checkt Sohn auf dem Beifahrersitz und Hund auf dem Rücksitz auf Unversehrtheit. Und dann öffnet man die Fahrertür – und hört das zweite vernehmliche “BONG.” Und in dem Moment weiß man zwar, dass zumindest keiner verletzt ist. Das Auto aber Schrott ist. Kotflügel nach hinten verschoben, Fahrertür verkeilt und kaum zu öffnen. Mehr war vom schwarzen Auto auf der unbeleuchteten Landstraße nicht zu erkennen.

Zwei Stunden später, nach fachgerechter “Entsorgung” des bedauernswerten Rehbocks durch die unaufgeregten Jäger des Reviers (“Jo. Da ham se uns ja Munition gespart, nech. Den hatten wir schon länger im Visier.”), stehe ich mit der Familie vor dem demolierten Auto vor unserer Tür und uns wird klar: Damit fahren wir maximal noch zur Werkstatt. Aber sicher nicht mehr in den Urlaub. Außer Kotflügel und Fahrertür, auf die der sterbende Bock noch im Flug seine Losung hinterlassen hatte, hatte es Motorhaube, Scheinwerfer, Kühlergrill und evtl. den Rahmen erwischt. Das würde ein Gutachter klären müssen. Ich setzte meine ganze Hoffnung auf einen Ersatzwagen.

Die starb mit einem morgendlichen Telefonat. “Ja, wir können Ihnen gern einen Ersatzwagen anbieten.” erklärte uns die Dame von der Reparaturwerkstatt. “Wir haben gerade noch einen Smart da.” Und damit hatte sich der Urlaub erledigt. So dachte ich.

Power of Network: Kampf um einen Testwagen

Doch “With a little help from my friends” werden Wunder gemacht. Das gut vernetzte Autobloggernetzwerk, allen voran Robert Basic, aktivierte seine Pressekontakte um mir noch einen Testwagen in passender Größe aufzutreiben – und den Urlaub so möglich zu machen. Mir wurde sehr warm ums Herz, ich fand das toll. Wenn ich auch ehrlich gesagt wenig Hoffnung hatte. Die Testwagenplaner der Autohersteller brauchen in der Regel viel mehr Vorlauf und so mal eben spontan innerhalb von drei Tagen einen Testwagen in passender Größe UND einen Fahrer für die Überführung bereitzustellen, das ist fast unmöglich. Noch dazu für eine Bloggerin, die dem Unternehmen bisher vielleicht noch gar nicht bekannt ist.

Doch Robert kennt Bjoern und Bjoern kennt Stefan und Ulf von Mitsubishi und Stefan und Ulf von Mitsubishi haben es tatsächlich ganz fix möglich gemacht: Sie haben mir superkurzfristig, unkompliziert und unbürokratisch einen Outlander 2.2 Di-D 4WD Cleartec MT Top als Testwagen zur Verfügung gestellt. In karmin-rot! Und damit gewinnt Mitsubishi für mich schon mal den Sympathiepreis 2017.

Hey, Ihr habt uns gerettet! Unseren Urlaub, unser Abenteuer, unsere Sonnenzeit! DANKE!

Tetris im Outlander

Donnerstag kam der Outlander in Hamburg an, das Gepäck meiner Freundin Caro sammelte ich gleich nach der Übergabe ein, und dann ging es zurück aufs Land, um auch das restliche Gepäck für die Fahrt am nächsten Morgen zu verstauen.

Zur Erinnerung: Meine Jungs sind die Dimensionen des Fiat Doblo Maxi gewöhnt: 1050l Kofferraumvolumen zum Vollstopfen bis zum Dach. Der Outlander hat mit 591l (bei 5 Sitzen) gerade etwas mehr als die Hälfte. Und so kam es, wie es kommen musste: Der Monster-Koffer von Sohn 2.0 war zu groß, wenn noch drei andere Leute etwas Gepäck mitnehmen wollten. Nach einem Blick in diesen Monsterkoffer ließ sich das Problem allerdings leicht lösen, der war nämlich nur halb voll gepackt und das Zeug konnte in kleinere und leichter verstaubare Taschen umgepackt werden. Merke: Auch Platz ist reiner Luxus, und wer über ausreichende Tetris-Skills verfügt, kann eine Menge davon sparen 😉

Schlussendlich waren Koffer- und alle Zentimeter verfügbarer Fußraum zwar voll gepackt, verzichten mussten wir mit vier ausgewachsenen Menschen und einem kleinen Hund allerdings auf nichts. Zumal auch unter den Vordersitzen, unter einer kleinen Klappe vorne im Kofferraumboden und in den Seitentaschen wirklich noch viel Stauplatz für weiches, kleines und formbares Gepäck vorhanden ist und weidlich von uns genutzt wurde.

Infotainment im Retro-Look

Freitag morgen ging es dann los. Südlich von Berlin, auf dem Krüpelsee im Dahme-Spree-Revier, wartete ein Bungalowboot auf uns. Eine Woche auf dem Wasser und Indian-Summer-Feeling lagen vor uns, und gut gelaunt starteten wir in den Tag. Doch halt, erst mal die Zieladresse ins Navi eingeben. Äh, ja.

Vermutlich ist es nur Gewöhnungssache, aber das Navi im Mitsubishi, das auf den Here-Dienst zugreift, bedient sich so vollständig anders, als die Google Maps auf dem Smartphone oder zum Beispiel in Audi-Navis, dass wir doch erst mal ein wenig suchen und probieren mussten, bis die Adresse endlich eingegeben war. Und auch die Darstellung war irgendwie verwirrend und wenn man mal rauszoomen will, kommt man nur schwer wieder zur Fahransicht zurück.

Überhaupt hat das gesamte Mitsubishi-Infotainment, das sich über Touchscreen und Buttons bedienen lässt, die Anmutung von Windows 98 und ist ein wenig unübersichtlich. Aber auch daran gewöhnt man sich natürlich.

Einfacher wäre es vermutlich gewesen, sich vor der Fahrt mal mit dem Bordbuch vertraut zu machen, aber hey, ich mag Autos, in die ich mich reinsetzen und losfahren kann, ohne vorher ein IT-Studium abgeschlossen oder einen 2.000-Seiten-Wälzer gelesen zu haben. Das wird bei neuen Fahrzeugen zunehmend schwerer dank der vielen neu eingeführten Fahrassistenzsysteme, die uns letztendlich das Leben erleichtern und sichern sollen, und die bei jedem Hersteller anders zu bedienen sind. Aber normalerweise entscheidet man sich auch für EIN Fahrzeug und man weiß dann auch schnell, wie es tickt.

Der Outlander und der Snob

Ich jammere also auf hohem Niveau. Aber es gibt immer noch einen, der noch höher jammern kann. “Mama, hat der Massagesitze? Sitzkühlung? WLAN?” fragt der 15jährige Auskenner vom Rücksitz. Da kommt einem das erste Mal der Gedanke, dass es für die eigene Brut pädagogisch vielleicht gar nicht mal so wertvoll ist, immer wieder Premium-Fahrzeuge zu testen.

“Äh, nein. Der hier kostet aber auch nur rund ein Drittel von dem, was der letzte vollausgestattete Superduper-Oberklasse-SUV-Hybrid-Testwagen gekostet hat…” “Oh, echt jetzt?” “Ja, echt!” “Dafür ist der hier aber echt okay.”

Na, wie beruhigend.

Okay, das ist er wirklich. Als ich den mit vier Personen und Gepäck voll beladenen 1,6-Tonner auf unserer Landstraßennebenstrecke an einem Trecker vorbeilotsen und dafür mit den beiden rechten Rädern durch wadentiefen Modder manövrieren musste, zuckte nicht mal die Lenkung. Kein Durchdrehen, kein Rutschen, keine unerwarteten Schlenker.

Okay, ich hatte den Vierradantrieb sicherheitshalber von Eco auf locked gestellt. Das geht fix mit einem Taster hinter der Handbremse und hat mir in der Testzeit oft geholfen. Vielleicht wars auch nur fürs Gefühl wichtig, dieses locken. Ob er das in der Eco4WD-Einstellung auch so selbstverständlich gemacht hätte, habe ich gar nicht erst getestet.

Danach ging es auf die Autobahn und mit 150 PS im Turbodiesel gen Berlin. Die A24 ist eine unaufgeregte Strecke mit wenig Tempolimit, und bis 180km/h fühlte ich mich trotz Beladung wohl am Steuer. Leider habe ich nicht gecheckt, wie ich den Tempomat einstellen kann (und hab stattdessen den Limiter aktiviert…), und ja, ich weiß, das ist ganz schön blöd, und ja, ich weiß: RTFM.

Umsteigen von Dickschiff zu Dickschiff

Nach drei Stunden kamen wir entspannt an unserem Hausboot an, luden um und starteten in unser Abenteuer. Und ein bisschen bedauerte ich schon, dass mir nach unserer Reise nur wenige Tage zum Fahren des Outlanders bleiben würden.

Unsere Hausboottour wurde fantastisch: Wir hatten das denkbar beste Wetter, milde Temperaturen, Sonnenschein, eine coole Crew, einen verrückten See-Hund und erlebten eine Woche Indian Summer mitten in Brandenburg.

Als wir nach einer Woche zurück kehrten, wartete das rote Dickschiff auf uns, und wir nutzten das Herbstlicht für ein bisschen Auto-Posing am Wasser. 

… Story wird fortgesetzt … 

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Eclipse trifft Eclipse

Der Name verpflichtet. Wenn man als Hersteller ein Auto Eclipse, also Sonnenfinsternis nennt, dann muss man sich zur wirklichen Sonnenfinsternis schon etwas Besonderes einfallen lassen. Mitsubishi hat genau dies getan.

Ein Feld irgendwo im Nichts, gut 60 Meilen südlich von Portland im US-Bundesstaat Oregon. Für Mitsubishi dürfte dieser Acker zum wichtigsten Ort der Firmengeschichte gehören. Ein Hotspot. Genau hier wird das neue SUV-Modell Eclipse Cross in Position gebracht. Zum Foto-Shooting.

Das ist normalerweise nichts Ungewöhnliches. Für Werbung und Marketing treiben die Autohersteller oft großen Aufwand. Dieser Fototermin allerdings ist etwas Besonderes, er nimmt den Fotografen das Licht. Denn in wenigen Stunden, pünktlich um 10:13 Uhr wird sich für knapp zwei Minuten der Mond in voller Größe zwischen Erde und Sonne schieben, den Tag kurzzeitig nahezu zur Nacht machen.

Das tut er nicht oft, zumindest nicht in diesem Ausmaß und schon gar nicht in Amerika. Die vorige totale Sonnenfinsternis, die den amerikanischen Kontinent vom Pazifik im Westen bis zum Atlantik im Osten überquerte, liegt knapp 100 Jahre zurück. Und auf die nächste Sonnenfinsternis in dieser Form müssen die Amis bis 2081 warten. Ob es dann noch ein Modell mit dem Namen Eclipse oder Eclipse Cross geben wird, who knows?

[notification type=“notification_info“ ]Eclipse: In den USA steht der Name Eclipse nicht nur für die Sonnenfinsternis, sondern hat auch eine lange Tradition im Automobilbau: Von 1988 bis 2011 liefen im Mitsubishi Werk Normal (Illinois) bei Chicago vier Generationen des Sportcoupes von den Bändern, insgesamt über 1,4 Millionen Fahrzeuge. Von den ersten beiden Generationen fanden 15.000 Fahrzeuge den Weg über den Atlantik nach Deutschland. Jetzt wird der Name mit dem Eclipse Cross wiederbelebt. Das SUV soll Ende des Jahres nach Europa kommen.[/notification]

Daher hat der Mitsubishi-Vorstand in Japan auch grünes Licht für diese wohl einmalige Eclipse-Aktion gegeben. Über 100 Leute sind seit dem vorigen November am Planen und Werkeln. Vieles lässt sich dabei natürlich logistisch perfekt vorbereiten, Transporte organisieren, Filmteams, Flüge und Hotels buchen. Nur eines ist nicht kalkulierbar: das Wetter. Ein bewölkter Himmel oder – noch schlimmer – Regen ist der größte Feind aller „Sofi“-Fans. Die Stuttgarter können ein Lied davon singen, als am 11. August 1999 um 12:32 Uhr der sogenannte Kernschatten der Sonnenfinsternis über die Landeshauptstadt zog. Nichts war zu sehen, es regnete und wurde dunkel.

Oregon dagegen gilt im August wettertechnisch als ziemlich stabil. Ein blauer Himmel wäre das Optimum. Natürlich hat das Mitsubishi-Team mehrere Locations entlang des Kernschattens für einen Plan B ins Auge gefasst. Sogar bis rüber nach South Carolina. Doch so schön es in Charleston auch wäre, es besteht hier die Gefahr von Sommergewittern. Keine gute Kombination. Zudem fallen auch Orte heraus, die zu geringe Hotel-Kapazitäten haben, was in Wyoming der Fall war oder flugtechnisch nicht günstig angebunden sind.

Entlang des etwa 100 Kilometer breiten Eclipse-Streifens haben Städte schon vor Jahren mit den Vorbereitungen begonnen. Gastronomie, Hotels, Tankstellen, sie alle erwarten Rekorderlöse. Selbst private Unterkünfte über AirBnB sind komplett ausgebucht. Die NASA spricht von einem „Jahrhundertereignis“, die US-Medien schreiben von der „Großen Amerikanischen Finsternis“. Nie zuvor standen wegen eines Eclipse so viele Filmkameras, Foto-Apparate, Teleskope und Smartphones bereit, um das kurze Naturschauspiel einzufangen. Drei Millionen Menschen waren allein in Oregon auf den Beinen. Viele haben sich den Tag frei genommen.

Der einzige Unterschied zu den Mitsubishi-Fotografen und Filmleuten? Deren Motto lautet: Eclipse trifft auf Eclipse. Und plötzlich geht alles sehr schnell. Man spürt den Temperaturabfall von etwa 5 Grad Celsius, obwohl die Sonne noch sichtbar voll scheint. Tut sie aber nicht. Erst der Blick durch die Spezialbrille öffnet einem buchstäblich die Augen. Der Mond hat sich bereits zu dreiviertel vor die Sonne geschoben. Als nur noch eine dünne Sichel zu sehen ist, wird es dunkel, vormittags um 10:13 Uhr. Wenige Sekunden später ist „The total Eclipse“ und bereitet Wissenschaftlern und Hobby-Astronomen an ihren Teleskopen die wohl größten Glücksmomente ihres Lebens.

Hoch zufrieden dürfte auch das gesamte Mitsubishi-Team sein. Alles hat perfekt geklappt, Wetter, Timing, Fotos, Film. Dann blinzelt die Sonne hinter dem Mond wieder hervor, spendet Licht und Wärme. Die Leute applaudieren. Was für ein herrliches Gefühl! Das Leben kann weitergehen…

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