Abgas-Skandal – Jetzt auch Opel betroffen?

Abgas-Skandal – Jetzt auch Opel betroffen?

Die „Deutsche Umwelthilfe DUH“ (bei uns bislang eher durch Abmahnverfahren gegen Autohändler auf Facebook aufgefallen) erhebt schwere Vorwürfe gegen den Automobil-Hersteller Opel. Bei Tests soll ein Opel Zafira mit einem 1.6 Liter Dieselmotor durch stark erhöhte NOx-Werte aufgefallen sein.

Schummelt Opel bei den Stickoxiden?

Der Volkswagen-Skandal hat nicht nur die Automobil-Industrie aufgeschreckt, beinahe jeder Prüfstands- und Umweltexperte ist mittlerweile auf der Jagd nach den „Betrügern“ und „Umweltsündern“.  Die Deutsche Umwelthilfe ist für eine besonders kritische Meinung zum Dieselmotor bekannt. Jetzt hat die DUH zusammen mit einer Berner Fachhochschule und der Schweizer Abgasprüfstelle einen Opel Zafira 1.6 CDTi getestet. Das wenige Monate alte Fahrzeug hatte zum Testzeitpunkt 6.000 km auf dem Tacho.

17-fache Werte?

Bei den Ergebnissen hat der DUH Messwerte aus sechs Prüfstandsläufen veröffentlicht. Das Ergebnis laut DUH sagt aus: Sobald das Fahrzeug erkennt, es steht auf einem Prüfstand, erreicht es bis zu 17-fache Werte beim NOx-Ausstoß.

Um dem Fahrzeug die „Prüfstands-Umgebung“ vorzuspielen, hat der DUH zu sehr simplen Mitteln gegriffen. Ein Rollenprüfstand der Marke „AFHB GSA 200“ mit der Möglichkeit zur Prüfung von 4-Rad angetriebenen Fahrzeugen wurde in mehreren Prüfstandsläufen mehrfach zwischen 4- und 2-Rad Betrieb umgestellt.

Die von der DUH protokollierten Ergebnisse lassen in 2 x 3 Läufen den Schluss zu: Der Opel Zafira erkennt den Prüfstand und schaltet beim „Prüfstandslauf“ (es drehen sich nur die Vorderräder) in einen „Prüfstandsmodus“ mit korrekten Emissionswerten. Sobald die vier Räder auf dem Prüfstand rollen, werden deutlich erhöhte NOx-Emissionen erkannt.

Der Opel Zafira 1.6 CDTi ist mit einer SCR-Nachbehandlung ausgerüstet. Das Harnstoff-System wurde zudem testweise von bei den Prüfstandsläufen lahmgelegt. Der DUH behauptet: Das führe nicht zu einer Fehlermeldung im Motorsteuergerät.

Die Ergebnisse lassen den Eindruck zu, der getestete Opel Zafira würde, sobald er eine Prüfstandsumgebung erkenne, die SCR-Behandlung deaktivieren.

Testergebnisse und offene Fragen

Die Ergebnisse des DUH sind jedoch in mehreren Punkten zu hinterfragen. Zum einen wurden nicht alle Prüfstandsläufe  (mind. 20) veröffentlicht, sondern nur 2 x 3 ausgewählt. Zum anderen wurden die Prüfstandsläufe nach Angaben der DUH in Verbindung mit den elektrischen Verbrauchern gefahren. Die NEFZ-Normierung sieht dies jedoch nicht vor. Auch wenn sich die DUH bemüht hat, einen realistischen Zusammenhang zwischen Prüfstands-, NEFZ und Abgaswerten herzustellen – es fehlt die Aussage, wann das Testfahrzeug mit den Verbrauchern bewegt wurde und wann nicht. Zudem ist es wichtig zu wissen, wo die 14 anderen Testprotokolle sind und was deren Ergebnis ist. Zudem ist nicht festgehalten, in welchen Prüfstandsläufen das SCR-System deaktiviert war.

Die DUH ist nicht für eine objektive Sichtweise auf die Automobil-Industrie im allgemeinen und den Diesel im speziellen bekannt. Die einseitige Darstellung der Messergebnis erweckt zudem den Eindruck, hier nur zu veröffentlichen, was gerade zur eigenen Meinung passt.

Aber Opel ist in der Pflicht!

Eines hat die DUH jedoch jetzt bereits geschafft. Der Dieselskandal wird an diesem Wochenende, von Wolfsburg ausgehend, auch das Rhein-Main-Gebiet und die Opel-Zentrale in Rüsselsheim beschäftigen. Man kann nur allen Presse-Abteilungen raten, maximale Transparenz walten zu lassen. Opel ist nun in der Pflicht.

Und auch diese Frage ist zu klären: Weswegen hat das Motorsteuergerät des Zafira nach der Manipulation des SCR-Betriebes durch die DUH keine Fehlermeldung gespeichert?

 

Opel bekräftigt in einer ersten Stellungnahme, eine Manipulation finde nicht statt!

Opel weist die Behauptungen der Deutschen Umwelthilfe scharf zurück.

„Für alle unsere Autos gilt nach wie vor und ohne Einschränkung: Von GM entwickelte Software hat keine Features, die feststellen, ob das Fahrzeug einem Emissionstest unterzogen wird. Aufgrund der Anfrage der Deutschen Umwelthilfe haben unsere Ingenieure aktuell zusätzliche Tests mit einem entsprechenden Fahrzeug (Zafira mit 1.6-Liter Euro 6 Dieselmotor) nach den gesetzlichen Vorschriften nachgefahren und protokolliert – und zwar sowohl auf einem Zwei- als auch auf einem Vier-Rollen-Prüfstand. Das Resultat: Die Werte sind absolut korrekt und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Das heißt: Die Anschuldigungen sind eindeutig falsch und unbegründet.“

 

Hier gibt es das Prüfprotokoll als pdf zum Download – klick – 

 

Titelbild: Copyright „Holzmann / DUH“

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Bjoern

Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

http://about.me/bhabegger

Selbstfahrende Autos auf Englands Straßen — Großbritannien will autonom voranfahren

Autofahren in England findet auf der linken Straßenseite statt. Das dürfte Touristen und Geschäftsleute bald nicht mehr kümmern, wenn es nach den Plänen der Regierung geht.

Die britische Regierung möchte unter anderem die chronisch verstopften Straßen der Hauptstadt London möglichst schnell mit autonom fahrenden Autos bevölkern. Dafür sollen Unternehmen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten, mit 75 Millionen Pfund (aktuell ca. 84,4 Millionen Euro) gefördert werden. 160 Millionen Pfund (180 Millionen Euro) sollen in den Ausbau des Mobilfunknetzes mit 5G-Standard fließen.

Regierung fördert Autodrive-Projekt

Natürlich möchte Großbritannien hiermit die eigene Wirtschaft nach dem Brexit im internationalen Wettbewerb nach vorne bringen. Der englische Autobauer Jaguar Land Rover spielt hierbei eine wichtige Rolle. Das Unternehmen ist Teil des mit öffentlichen Geldern geförderten „UK Autodrive“ Projektes, dem außerdem Unternehmen wie Ford, AXA und andere angehören.

In Coventry nahe Birmingham und damit vor der eigenen Haustüre hat Jaguar Land Rover nun mit der Erprobung von selbstfahrenden Autos begonnen. Mit den Testfahrten soll nicht nur die Kommunikation unter den Autos, sondern auch zwischen Fahrzeug und der Verkehrsinfrastruktur, z.B. Ampeln und Verkehrszeichen, perfektioniert werden.

Touristen und Geschäftsreisenden in England dürfte die schnelle Durchsetzung der autonomen Autos sehr recht sein. Anstatt sich auf dem Weg zum nächsten Termin an den Linksverkehr gewöhnen zu müssen, lässt man das Auto selber fahren.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/feldversuch-mit-autonomen-autos-in-england-12802960.html

VW Virtus — Stufenheck-Polo für Brasilien

Der Autobauer VW hat aus dem neuen Polo für den südamerikanischen Markt eine Stufenhecklimousine entwickelt. Der VW Virtus wurde jetzt in Sao Paulo vorgestellt.

Der neue VW Virtus baut natürlich auch auf dem Modularen Querbaukasten des Konzerns auf. Im Virtus schmieden die Wolfsburger daraus eine 4,48 Meter lange Limousine, die den Polo um satte 43 Zentimeter in der Länge überragt. Zudem soll der Virtus mit einem 2,65 Meter langen Radstand – 10 Zentimeter mehr als im aktuellen Polo – Platz für fünf Erwachsene und zusätzlich einen der größten Kofferräume seiner Klasse mit 521 Litern Volumen bieten (270 Liter mehr als im Polo).

Ethanol taugliche Motoren für den Virtus

Einzig angebotener Motor ist ein Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner, der auch mit Ethanol betrieben werden kann. Im Benzin-Modus gibt der 1.0 TSI 115 PS an die Vorderräder ab, wird Ethanol getankt, so soll die Leistung auf 129 PS steigen. Das maximale Drehmoment liegt in beiden Fällen bei 200 Nm. In 9,9 Sekunden soll der Virtus von Null auf 100 km/h beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 194 km/h angegeben. Später soll noch ein 1,6-Liter-Saugbenziner angeboten werden, der ebenfalls mit Ethanol gefüttert werden kann. Beide Motoren werden wahlweise mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder einer Sechsgang-Automatik gekoppelt.

Das Angebot an Assistenz- und Infotainmentfeatures übernimmt der Virtus aus dem Polo.

Der neue VW Virtus wird ausschließlich in Brasilien angeboten und auch dort gebaut. Später könnte er auch die Stufenheckversionen des alten Polo in den Märkten Russland und Indien ersetzen. Preise wurden noch nicht genannt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/vw-virtus-stufenheck-polo-fuer-brasilien-716599.html