Angefahren: Der neue Subaru Forester

Angefahren: Der neue Subaru Forester

Raus aus der Stadt, rein in den Matsch.

Der neue Forester von Subaru im ersten Fahrbericht

Es ist die vierte Generation eines SUV, der in Deutschland eine ganz spezielle Fangemeinde besitzt. Neben dem neuen Heißsporn BRZ und der Rallye-Legende Impreza WRX STI, spielt der Forester die Rolle des zuverlässigen und sicheren Offroad-Kombis im Hause Subaru. Ab dem 23. März steht der neue Forester beim Händler.

Zeit für einen kleinen Ausflug, raus aus der Stadt – hinein in den Matsch der Heide.

Ganz egal ob auf dem Asphaltband oder im Gelände, die Besitzer eines Forester erwarten eine souveräne Verlässlichkeit ihrer Technik und dass auf jedem Untergrund. Damit ich mich von den Fähigkeiten der vierten Forester-Generation überzeugen konnte führte die Route aus dem Hamburger-Stadtgebiet hinaus, auf das Offroad-Gelände des ADAC in Lüneburg. Dank leichtem Schneefall und bewölktem Himmel gab es an diesem Tag genug Matsch – much fun!

Forester Much fun

Was ist neu, am Subaru Forester?

Fünf Sterne im EURO-NCAP Crashtest, für einen Subaru keine Überraschung – das muss so sein, dass erwarten auch die Kunden. Durch neue hochfeste Stähle wurde nicht nur die Sicherheit des Forester gesteigert, sondern auch das Gewicht gesenkt.

Wer von seinem Produkt überzeugt ist, der kann dies durch eine lange Garantie unterstreichen. Der Importeur Subaru bietet seit dem ersten Januar nicht nur für den Forester, sondern auch für alle anderen Modelle,  eine Garantie über fünf Jahre oder bis zu 160.000 Kilometer an. Im Gegensatz zum aktuellen Trend in der Automobilindustrie, ist der neue Allradler von Subaru nur wenig gewachsen. Der Radstand wuchs um 2,5 Zentimeter und das gesamte Fahrzeug ist nun 4,595 Meter lang. Die Bodenfreiheit wurde gegenüber dem Vorgänger um einen halben Zentimeter erhöht. Alles keine Zahlen, die mir Angst davor machen müssten, der Forester wäre in der Stadt unhandlich geworden. Er bleibt ein sehr übersichtlicher Begleiter. Und mit dem 505 Liter großen Kofferraum auch ein Kumpel für die Einkaufstour am Samstag.

Das Design ist jedoch auch weiterhin eher bieder und bietet zugleich fast altmodisch steile Fensterflächen. Davon profitieren kann jedoch der gesamte Innenraum, der noch immer luftige und großzügig wirkt.

Allradantrieb muss sein.

Ein Experte für Allradantrieb – wie eben Subaru – legt natürlich viel Wert auf eine beständige Entwicklung des Vierradantriebs. Neu ist eine X-Mode getaufte und für den Fahrer simpel gehaltene Technik, die den Allradantrieb für den Einsatz auf matschigen und unwegsamen Pfaden einstellt. Betätigt man den Knopf für den X-Mode, dann stellen sich der Antriebsstrang, die Kraftverteilung per Torque Split, das stufenlose Getriebe und das Stabilitätsystem des Forester auf die bevorstehende Offroad-Tour ein. Hierzu gehört unter anderem auch die Fähigkeit, Bergab zu kriechen, ohne dass der Fahrer hierbei das Bremspedal berührt.

Active Torque Split nennt Subaru ein cleveres Steuersystem für die Verteilung der Antriebskräfte zwischen den Vorder- und Hinterrädern. Neben einem Differential zur Verteilung der Kräfte in der Mitte zwischen Vorder- und Hinterachse, nutzt der X-Mode die Wirkung des Bremseneingriffes am Rad das durchzudrehen droht, um die Kraft auf die andere Seite zu schicken.

Mit dem Subaru Forester im Gelände

Der Turbo ist wieder da!

In den 16 Jahren, in denen der Forester in seinen unterschiedlichen Generationen in Deutschland auf dem Markt war, gab es Zeiten, da hatte man auf die Leistungsspritze durch eine Turboaufladung verzichtet. In der nun vierten Generation gibt es wieder eine Top-Motorisierung mit Turboaufladung.  Subaru wäre nicht der Technik-Extrovertierte Hersteller, der er nun einmal ist, würden nicht immer noch alle Motoren auf das Prinzip des „Boxers“ aufbauen. Flach und kurz im Aufbau, seidenweich durch das Drehzahlband huschend, grummeln die Vierzylinder-Boxer von Subaru ein einzigartiges Motorengeräusch vor sich hin. Im neuen Forester gibt es derzeit drei Motoren. Den zwei Liter großen Saugmotor mit 150 PS, den einzigartigen Zweiliter großen Boxerdiesel mit 147 PS und den aktuellen Top-Motor mit 240 PS.

Derart aufgepumpt erreicht der Forester 2.0XT dank seiner 240 PS und seiner 350 Nm eine Höchstgeschwindigkeit von 221 km/h. die Beschleunigung von null auf einhundert km/h legt der stärkste Forester in 7,5 Sekunden zurück.

Stufenlos glücklicher.

Subaru nennt die stufenlose Automatik Lineartronic und wer auf den starken 2.0 XT setzt, der bekommt nur diese Getriebevariante angeboten. Wer den Basis-Boxer wählt, der steht immerhin vor der Wahl – ob Sechsgang-Getriebe, oder stufenlose CVT-Automatik. Für den potenten Diesel-Boxer bietet Subaru hingegen nur die manuelle Sechsgang-Schaltbox an.

Theoretisch ist die stufenlose Automatik durch ihre voll variable Abstufung und die üblicherweise hohe Spreizung nicht nur eine effiziente, sondern auch komfortable Getriebevariante. Doch nicht immer ist, was sinnvoll erscheint, auch im Alltag angenehm und so ist der Erfolg der stufenlosen Getriebe auf unserem Markt noch kein Durchbruch zu bescheinigen. Doch gerade die japanischen Hersteller bleiben der CVT treu und im Falle der „Lineartronic“ bei Subaru hat man nun eine art „normales“ Automatikgetriebe imitiert. Subaru nennt es „Subaru Intelligent Drive“ und per Schalter am Lenkrad kann man zwischen der normalen Funktionsweise und einer imitierten Sechs- bzw. im Sport#-Modus über eine Acht-Gangautomatik wählen.

Abgesehen vom nervigen „Ping“ (ja, auch das ist typisch japanisch … ) funktioniert diese Variante der Beeinflussung sehr gut. Mit acht virtuellen Gängen verabschiedet sich die CVT vom heulenden Betrieb bei Vollgas und wird zu einer akzeptablen, bis cleveren Lösung.

Subaru der neue Forester Turbo

Mein erster Eindruck:

Ein sehr japanisches Auto. Auch dieser Forester von Subaru vermittelt viel von dem, was ich als „typisch japanisch“ im automobilbau bezeichne. Perfekt in der Technik. Zuverlässig wie eine Schweizer Uhr und mit der emotionalen Wirkung eines weiß gekachelten Duschraumes. Es fehlt die Liebe im Detail. Es wirkt alles einfach nur pragmatisch.

Sicher, der Forester ist wieder ein perfektes Auto geworden für Menschen, die ein Auto kaufen, dass schlicht funktionieren soll. Ein Auto dass angemessen erscheint, wenn es zur Jagd in den Wald geht. Ein Zugfahrzeug für den Pferdehänger. Ein praktischer Kombi für die ganze Familie. Der Forester ist  die pure re-Inkarnation des Funktionsfahrzeuges.

Die Windgeräusche auf der Autobahn sind bereits bei Tempo 160 so laut, dass man gar nicht erst in Gefahr läuft, den durstigen Zweiliter-Boxermotor mit Turboaufladung zu wilden Trink-Eskapaden heraus zu fordern – klar – das dieser Kombi mit seinen steilen Scheiben und dem wuchtigen Aufbau nicht zur wilden Jagd über die Autobahn gebaut wurde, dass erkennen auch Menschen mit weniger Benzin im Blut.

Er ist einfach praktisch und solide. Und er fährt auch dann noch über Stock und Stein, wenn die gesamte Gilde der Lifestyle-SUV schon lange, um Traktion winselnd, die Ölwanne durch das Bodenblech gedrückt haben.

Forester Subaru wieder mit turbo

Wie ihn der Hersteller beschreibt:

Confidence in Motion

Der Forester bietet ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten sowie ein hohes Maß an Fahrkomfort und Verlässlichkeit bei unterschiedlichsten Straßenverhältnissen.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: 

  1. Die stufenlose Automatik wurde grundlegend überarbeitet und vor allem im Zusammenspiel mit dem kraftvollen zwei Liter Boxer-Turbomotor kann man selbst als „Nicht CVT-Fan“ mit der Arbeitsweise gut leben. Zudem ist die  „Subaru-Intelligent Drive“ getaufte virtuelle Darstellung von bis zu acht Gängen gut geglückt!
  2. Das Innenraumgefühl ist für diese Klasse besonders gut gelungen. Steile Scheiben und eine aufrechte Sitzposition führen zu einem Gefühl von Weite im Raum und zugleich fördert es die Übersicht des SUV.
  3. Simpler Allradantrieb mit effektiver Wirkung. Ein Knopf ist alles was die Automatik-Modelle benötigen, um auch unter widrigen Bedingungen noch vorwärts zu kommen. X-Mode vereinfacht die Bedienung des Allradsystems.

Forester Subaru turbo CVT Innenraum

Was kann er besser als seine Mitbewerber?

Der Forester ist ein Fahrzeug für Pragmatiker. Ein Auto für Menschen die auch abseits von Feldwegen nicht stecken bleiben wollen. Er verkörpert den Nutzen eines Arbeitsgerätes mit der simplen Bedienung eines modernen SUV.

Forester X-Mode Knopf

Worin sind die Mitbewerber besser?

Die Windgeräusche oberhalb von 130 km/h sind enorm und der Durst des 240 PS Turbo-Aggregates ist ebenso beeindruckend. Es fehlen moderne Assistenzsysteme und eine Hybrid-Variante. Hier haben die direkten Mitbewerber mehr Auswahl zu bieten.

Forester Fahrbericht

Faktenlage:

  • Der neue Forester startet am 23. März
  • 2 Benziner und 1 Diesel stehen zur Wahl
  • Der Allradantrieb bleibt effektiv
  • Fünf Sterne im NCAP-Crashtest stehen für die Sicherheit des Forester
  • Nur der 2.0 Saugbenziner ist mit Start & Stop ausgerüstet
  • 28.900 € werden für den günstigsten Forester fällig

Fazit – Der neue Forester ist …

.. noch immer ein extrem zweckdienlicher Begleiter ohne jede Art von Star-Allüren. Dennoch bleibt auch der große Subaru eine Lösung für die Nische auf dem Markt der Neuwagen. Sein Alleinstellungsmerkmal ist eine betont technische Qualität und die Umsetzung von eher ungewöhnlichen Lösungen, wie dem Boxermotor und dem symetrischen Aufbau des Allradantriebs.

Pragmatiker werden sich am völlig fehlen eines Premiumanspruchs nicht stören – der boomende Markt der SUV-Modelle bietet eine Nische für Fahrzeuge wie den neuen Forester.

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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