Angefahren: Die neue E-Klasse im Fahrbericht

Angefahren: Die neue E-Klasse im Fahrbericht

Oberklassig und nur für Besserverdiener?

Die neue E-Klasse von Mercedes-Benz im ersten Fahrbericht

Mercedes-Benz hat mit der E-Klasse nicht nur den Markt der Droschken-Lenker, mit Lizenz zur Personenbeförderung, im festen Griff –  auch für Führungskräfte und Manager ist die E-Klasse seit Jahrzehnten eine feste Größe auf der Liste der gerne gefahrenen Firmenwagen.

Jetzt hat Mercedes-Benz die E-Klasse mit dem vermutlich größten Facelift aller Zeiten beglückt. 

Meinen ersten Kontakt mit der neuen E-Klasse hatte ich bereits vor einigen Wochen, bei einem Roadtrip von Los Angeles nach Detroit, im Rahmen von „Guarding the E-Class“ haben wir das neue Modell zur offiziellen Premiere auf der NAIAS in Detroit begleitet. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch „nur gucken“, nicht fahren angesagt.  Jetzt gab es in und um Barcelona die Möglichkeit zur ersten Ausfahrt.

Mercedes neue E-Klasse Kombimodell

Was ist neu, an der „Neuen E-Klasse„?

Es ist vermutlich das größte Facelift aller Zeiten und neben einer fast unüberschaubaren Menge an neuen Sicherheits- und Assistenzsystemen, bekam die E-Klasse nun auch den etwas barocken Touch der Ponton-Kotflügel aus dem Seitenblech gebügelt. Die vier schielenden Augen an der Front hat man wieder unter ein gemeinsames Deckglas gepackt und gleich mit LED-Technik in Serie ausgerüstet. Damit kann dann auch ich wieder mit dem Gesicht der E-Klasse leben, jedoch nur so lange der Stern auf der Haube bleibt. Leider folgt man in Stuttgart dem Diktat der Käufer aus Übersee und überzeichnet den Stern im Kühlergrill als prägendes Stilmittel für die sportlichen und luxuriösen Modelle.  Nur die Elegance und Executive Versionen bleiben von der großen Nase mit dem überdimensionalen Stern verschont.

Assistenten überall.

Der Stuttgarter Autobauer meint es gut mit den Käufern der neuen E-Klasse und nimmt viele neue Helferlein aus der noch zu präsentierenden, wirklich vollständig neuen S-Klasse und steckt diese bereits heute in die Business-Limousine mit Stern.

Ein kleiner Auszug gefällig?  Collision Prevention Assist, Attention Assist, Distronic Plus, BAS Plus, Üre-Safe, Pre-Safe plus, aktive Spurhalte-Assistent, adaptiver Fernlicht-Assistent Plus, aktive Park-Assistent, Verkehrszeichen-Assistent und Videokameras an jeder Seite um einen 360° Blick im Multimedia-Display darstellen zu können.

Mercedes Benz E400 Kombi T-Modell neue E Klasse

Perfekter Butler oder Rechthaber mit Nervfaktor?

Egal wie perfekt ein Assistenzsystem sein mag, am Ende entscheidet der Fahrer.  Das bleibt auch bei den Assistenz-Systemen aus Stuttgart so, allerdings konnte ich mich weder mit dem aktiven Spurhalte-Assistenten anfreunden, noch mit dem Collision Prevention Assist. Mir ist völlig bewusst, wie hilfreich die richtigen elektronischen Helferlein sein können. So war ich beim Trip durch die USA extrem dankbar, wenn ich einen Tempomaten mit „Distronic Plus“ nutzen konnte. Ebenso hilfreich ist die Verkehrszeichen-Erkennung.

Greif mir nicht ins Lenkrad!

Der aktive Spurhalte-Assistent ist sowohl ein Komfort- als auch ein Sicherheitsfeature. Theoretisch fährt das Auto mit aktiviertem Distronic Plus und Spurhalte-Assistent für 15 Sekunden relativ autonom. Der Fahrer kann sich in dieser Situation zum Beispiel die Nase putzen oder der Beifahrerin sagen, wie erfolgreich ihre Oberweite ein Dirndl ausfüllt.  Soweit die Theorie.

In der Praxis und auf Spaniens Autobahnen hatte ich eher das Gefühl einen Co-Piloten an Board zu haben, der mich bevormunden will. Ständig ging es ein wenig zu weit nach links, dann wieder nach rechts. Nein – bei dieser Ausfahrt konnte mich dieses Assistenzsystem ebenso wenig überzeugen, wie der Collision Prevention Assist, der gerne auch mal vor Schildern warnt, die am Straßenrand stehen. Beides führt dazu, dass man diese Systeme im Menü deaktiviert.

Mercedes E-Klasse E400 Rückansicht

Mein erster Eindruck:

60 Jahre E-Klasse und mehr als 13 Millionen verkaufte Modelle sprechen natürlich eine klare Sprache. Die E-Klasse (auch als AMG E63) bietet Autogourmets ein schmackhaftes Menü aus Komfort, Effizienz und echtem Nutzwert.

Erwachsen und souverän wirkte die E-Klasse schon immer, aber auch Spaß befreit und verstockt wie ein Preußischer Beamtenanwärter. Ich hatte immer das Gefühl, man würde sich selbst zu ernst nehmen, keinen Raum für Fehler lassen wollen. Doch dieser Wunsch nach Perfektion – unter dem Diktat der Kosten- Nutzenrechnung, sorgte vor allem im Falle der Limousine für einen emotionslosen Charakter. Wirkliche Sympathie-Punkte waren schwer zu vergeben.

Den großen Kühlergrill des AMG-Modells und des Avantgarde-Modells, mit dem fast ebenso großen Mercedes-Stern darin, kann man mögen, muss man nicht – auf jeden Fall polarisiert er ebenso wie die großen Luftöffnungen in der Stoßstange. Dank der neuen Scheinwerfer wirkt die Front nun stimmiger und die Seitenlinie wirkt nach dem Wegfall der Reiterhosen über den hinteren Radkästen, frischer, zeitloser und schlicht gestreckter.

Mercedes E-Klasse Vieraugen neu

Was der Hersteller gesagt hat:

Ein Auto für Menschen, die wissen was gut ist!

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: 

Die Sitzposition, das Gestühl an sich und die gesamte Ergonomie im Fahrzeug ist schlichtweg perfekt. Ebenso gut gefällt mir das Gefühl der Lenkung (ohne den nervösen Assistenten!) und die neuen Motorisierung. Hier sticht ein Motor als „perfekte“ Antriebsquelle hervor: Der 350er Diesel ist genau der Motor, den ich als Käufer einer E-Klasse erwarten würde. Kraftvoll bis dominant im Antritt, perfekt harmonierend mit der Siebengang-Automatik. Die 620 Nm seines 3 Liter großen V6 haben mir genau das Gefühl von souveräner Kraft vermittelt, dass ich beim Anblick der bald fünf Meter langen Limousine erwarte.

Doch es geht auch anders. Mercedes-Benz bietet dem Käufer die enorme Bandbreite von 6 Dieselmotoren und 6 Benzinmotoren und anstelle von Kompressoren, läuft nun auch „beim Daimler“ fast alles unter dem Druckverhältnis moderner Turbomotoren.

Den Anfang macht ein 136 PS starker Diesel im E 200 CDI und am anderen Ende des opulenten Menüs wartet der 585 Ps starke V8 Bi-Turbo auf mutige und mehr noch, auf extrem solvente Käufer.

Mercedes-Benz E-Klasse Detailaufnahme

Was kann er besser als seine Mitbewerber?

Mir fällt erst einmal kein Mitbewerber ein, der in dieser Klasse diese extreme Spannweite an Leistungs-Varianten und Modellversionen anbietet. Vom Taxi E200 CDI bis hin zum Extrem-Sportler E63 AMG, der im übrigen nun mit Allrad verfügbar ist – die neue E-Klasse bietet eine beeindruckende Fülle an Variationen auf!

Mercedes Benz E-Klasse Uhr

Worin sind die Mitbewerber besser?

Das Angebot an „alternativen Antrieben“ ist überschaubar. Gerade einmal eine Hybrid-Variante ist im Angebot. Mitbewerber Lexus wird aufatmen, hätte man doch erwarten können, dass Daimler auch endlich mit PlugIn-Hybriden und einem stillen Benzin-Hybriden in den Ring steigt.

Mercedes E350 in Barcelona

Faktenlage:

  • Die neue E-Klasse fängt bei 136 PS an und endet bei 585 PS.
  • Alle Motoren sind Turbomotoren mit Diesel- oder Benzin-Direkteinspritzung.
  • Es gibt keinen Mitbewerber am Markt, der mehr Assistenzsysteme anbietet.
  • Der E63 AMG kommt als „S-Modell“ in Serie mit dem 4matic Allradantrieb.
  • Das Display des Comand-Systems ist noch immer zu klein!

Fazit – Diese neue E-Klasse ist …

.. die beste E-Klasse aller Zeiten. Soweit sind meine Erwartungen erfüllt. Hätte ich heute die famose Chance, mir eine Business-Class Limousine als Dienstwagen sichern zu können, ich wäre vermutlich schon lange im Konfigurator auf der Mercedes-Benz Seite und würde mir überlegen, welche Extras ich weglassen kann, damit ich meinen Wunsch-Motor wählen kann.

Die E-Klasse bleibt ein anspruchsvolles Fahrzeug, mit einer ebenso anspruchsvollen Liste voller Sonderausstattungen und dank vieler Sicherheits- und Assistenzsystemen, ist die E-Klasse auch mächtig „intelligent“ geworden.

Die Oberklasse wird bei Daimler jedoch auf den Namen „S“ hören, dafür bekommen dank breiter Palette an Motoren und Ausstattung, auch die, die sich selbst nicht zum Kreis der Besserverdiener zählen, die Chance auf „ihre E-Klasse!“.

 

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Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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Lackierungen & Folierungen für Autos — Diese Farben sind momentan voll im Trend

In Sachen Lackierung und Folierung sind den eigenen Vorstellungen heutzutage kaum noch Grenzen gesetzt. Wir haben uns in den USA nach den neuesten Trends in diesem Bereich umgesehen.

Wenn Sie mit einem Lamborghini Huracan durch eine deutsche Großstadt fahren, dann ist Ihnen die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer gewiss. Wenn man aber an der Westküste der USA, im Dunstkreis von Hollywood und Silicon Valley lebt, dann muss man schon etwas mehr bringen, um aufzufallen.

Nirgends in den USA ist die Dichte der Superreichen so groß wie im kalifornischen Newport Beach. Hier reiht sich ein Luxus-Autohaus an das anderen. Und alle machen mächtig Umsatz. Damit die Besitzer ihre Schmuckstücke auch vor Gleichgesinnten präsentieren und vergleichen können, kommt es regelmäßig auf den Parkplätzen der Händler zu Autotreffen der anderen Art.

Folierung schneller gewechselt als Lackierung

Wer was auf sich hält, der kauft sich nicht nur eine Supersportwagen von der Stange, sondern veredelt ihn auch noch. Weil die Tuning-Möglichkeiten bei McLaren und Lamborghini begrenzt sind, konzentriert man sich vor allem auf die Farbgebung der Karosserie. Was hier lackiert und foliert wird, ist weltweit einzigartig. Hier werden die Trends gesetzt, die irgendwann auch über den großen Teich nach Europa schwappen.

Vor allem in Sachen Folierung ergeben sich dank moderner Technik immer neue Möglichkeiten. Was früher nur als Schutzhülle in Eierschalen-Optik auf Taxis zum Einsatz kam, hat der normalen Lackierung mittlerweile fast komplett den Rang abgelaufen. Die selbstklebenden Maßanzüge halten nicht nur den Original-Lack in Schuss, sondern sind auch schnell ausgetauscht, wenn einem der Look einmal nicht gefällt.

Flip-Flop-Folierung in mattem Finish

So werden vor allem die reichen Internet-Kiddies immer experimentierfreudiger, was die Beklebung ihrer Luxus-Sportler angeht. Besonders im Trend liegt, die Karosserie mit verschiedenen Farben zu „verschönern“. Auch der alte Flip-Flop-Look feiert wieder eine Rennaissance – nun aber nicht mehr glänzend, sondern in einem coolen matten Finish.

Erlaubt ist alles, was gefällt: Ob grellbunte Farben in jeder Kombination, schwarz-weißer Zebra-Look, Camouflage mit Neon-Tönen oder klarlackierte Carbon-Oberflächen als Kontrast – Hauptsache man fällt damit auf. In der Galerie zeigen wir Ihnen die neuesten Spielzeuge der Superreichen in ihren verschiedenen Lackierungen und Folierungen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/lackierung-folierung-farben-trend-12756609.html