Audi A3, BMW 1er und Mercedes A-Klasse — Neue Premium-Kompakte bis 2022

Audi A3, BMW 1er und Mercedes A-Klasse — Neue Premium-Kompakte bis 2022

In die Kompaktklasse kommt mit der jeweils nächsten Generation von Audi A3, BMW 1er und Mercedes A-Klasse nochmals neuer Schwung: mehr Varianten, frisches Design, aber auch höherer Nutzwert. Wird so die Mittelklasse überflüssig?

Falls irgendwer mal die Geschäftsidee zu Ende entwickeln sollte, ein Gruselkabinett zeitgenössischer automobiler Designsünden aufzubauen, wüsste jeder, welche Modelle darin die Hauptattraktionen bildeten, oder? Pontiac Aztek, Ssangyong Rodius (erste Generation), Fiat Multipla (warum eigentlich?). Aber auf dem Weg dorthin liefe der Besucher bestimmt auch an VW Jetta I oder II, Ford Orion und Opel Kadett E Formheck vorbei: allesamt kompakte Stufenheck-Limousinen, deren Design beim Versuch, traditionelle Werte mit maximalem Nutzwert zu verbinden, in gleißender Hässlichkeit verdurstete.

Kompakte Limousinen nur für den Export, oder?

Und heute? Alles anders. Audi wirft eine Stufenheckvariante des A3 auf den Markt, die innerhalb kürzester Zeit 60 Prozent des Baureihenerfolgs bringt. Zugegeben, dabei handelt es sich um den weltweiten Absatz. Bekanntermaßen stehen vor allem chinesische und amerikanische Kunden auf den klassischen Stufenschnitt, verweigern sich dem hierzulande beliebten Steilheck. Aber auch in Deutschland entscheiden sich immerhin 21 Prozent der A3-Käufer für die Stufenheck-Limousine – und da darf es dann gerne die 300 PS starke S3-Variante sein.

Beim RS 3 rechnen die Vertriebsstrategen in Ingolstadt mit einem nochmals höheren Stufenheckanteil. Dabei versucht Audi beim A3, den Kofferraum nicht mit allen Mitteln zu kaschieren, wie es Mercedes mit dem CLA vormacht. Den wiederum preisen die Stuttgarter gerne als viertüriges Coupé an, untermauern den Anspruch mit einer betont fließenden, flachen Silhouette und rahmenlosen Seitenscheiben. Eine ebenso erfolgreiche Strategie, da dieses Modell in den USA erstmals ein Angebot unterhalb der C-Klasse darstellt, deutlich günstiger eingepreist ist und so das Durchschnittsalter der Kunden senken konnte. Parallel entsteht jedoch auch ein klassisches Stufenheck, eine Studie gibt bereits die Richtung vor. Anwärter für einen Platz im Gruselkabinett? Garantiert nicht.

Und was treibt BMW? Nun, die Münchener zögerten zu lange, bieten derzeit zwar einen 1er mit Stufenheck an, schon auf der Frontantriebsplattform, aber noch im aktuellen Design – und auch nur für China. Dennoch: Auch im Vierzylinder-Hochhaus wurde der Trend längst identifiziert, und alle drei Hersteller arbeiten derzeit an neuen Modellvarianten in der Kompaktklasse. Wobei Audi eher noch nachdenkt.

Audi A3 Sportback im Stil des A5 und A7

Die Fakten: Das aktuelle Limousinendesign kommt gut an, aber die Optik der Schrägheck-Modelle A5 und A7 Sportback ebenso. Beim A3 heißt traditionell das viertürige Steilheck Sportback als Abgrenzung zum Zweitürer. Der fliegt allerdings zum Modellwechsel 2019 aus dem Programm, Sportback wird sozusagen Standard. Noch entwickelt man den Nachfolger auch unter der Zusatzbezeichnung, doch theoretisch wäre sie für eine weitere Variante frei. Da ein Sportback bislang immer mehr Platz bot als die jeweilige Basis, wird tatsächlich ein Viertürer mit großer Heckklappe diskutiert. Die Chancen auf eine Realisierung stehen gut, wenngleich es noch keine Vorstandsentscheidung gibt. Daher ist mit dem Verkaufsstart nicht vor dem ersten Quartal 2022 zu rechnen.

Bis dahin sollte der BMW 2er als Gran Coupé bereits eine feste Fangemeinde etabliert haben, er startet voraussichtlich Ende 2020. Anfangs gab es noch Überlegungen, ihn mit Hinterradantrieb zu bauen, doch das wurde verworfen. Aus zwei Gründen: Damit wäre der 2er fahrdynamisch zu nahe an die 3er Limousine gerückt, zugleich jedoch würde sich das Platzangebot im Fond kaum von dem des zweitürigen Coupés unterscheiden. Somit ist das Modell für BMW mit Vorderradantrieb strategisch cleverer positioniert. Einziger Haken: Bislang behaupten die Münchener ja gerne, dass es dem Kompaktklasse-Kunden wurscht sei, welche Räder angetrieben würden, rechtfertigen so die Aufgabe des Alleinstellungsmerkmals Hinterradantrieb.

Weshalb jedoch sollte das nicht genau so auf die 3er-Kunden zutreffen, wenn sie mit dem 2er Gran Coupé ein ähnlich agiles, optisch frischeres, zugleich etwa 4.000 Euro günstigeres Fahrzeug ihrer Lieblingsmarke bekämen? Eben. Also kann das Ziel nur lauten, Kunden der Wettbewerber zu gewinnen und – ebenso wie Konkurrent Mercedes – in den USA zu punkten.

Mercedes A-Klasse und CLA mit neuer Architektur

Die Schwaben arbeiten unterdessen an der zweiten CLA-Generation, leisten sich dabei auch weiterhin den Luxus des kombiähnlichen Shooting Brake. Obwohl diese Variante beim großen CLS nur in wenigen europäischen Märkten nennenswerte, dennoch kaum profitable Stückzahlen erreichte, soll sie auch nach Amerika exportiert werden. In jedem Fall bieten beide CLA spürbar mehr Platz als bislang, ebenso wie ihre Basis, die A-Klasse, was allein der neuen Architektur zu verdanken ist.

Sie beinhaltet zudem eine geradezu spektakuläre Inneneinrichtung, in deren Zentrum ein riesiger Monitor steht, der bis über die Fahrzeugmitte reicht. Im Gegensatz zu E- und S-Klasse steckt er nicht mehr unter einer Hutze, sondern sitzt direkt auf dem Instrumententräger, hat nur wenig Tiefe. Zugleich führt Mercedes eine neue Infotainment-Generation ein, die nicht nur den Anschluss zu BMWs Connected Drive schaffen, sondern zusätzlich webbasierte Updates für das Gesamtfahrzeug ermöglichen soll.

Bei den Motoren kommen in den oberen Leistungsvarianten die Ableger der neuen M-254-Generation zum Einsatz. Sie verfügen über einen Hubraum von 1.999 cm³ sowie einen Twin-Scroll-Lader, was eine maximale Leistung von 272 PS ermöglicht. Damit entwickelt sich der CLA 250 Sport zu einem direkten Konkurrenten von S3 Sportback und M240i Gran Coupé. Die M-254-Motoren sollen durch einen vom 48-Volt-Bordnetz unterstützten integrierten Riemenstartergenerator effizienter fahren, ein Benzinpartikelfilter reduziert die Emissionen zusätzlich.

Antworten auf den BMW M2

Audi, BMW und Mercedes eint in dieser Nische künftig also der aufgeladene Vierzylinder sowie ein Hang-on-Allradantrieb mit elektronisch geregelter Lamellenkupplung an der Hinterachse. Der S3 leistet auch weiterhin um 300 PS, BMW verzichtet durch die Umstellung auf den Vierzylinder auf etwas Leistung (M140i/M240i aktuell 340 PS), kann so den M2 (weiterhin Hinterradantrieb und Sechszylindermotor) radikaler positionieren.

Was Audi und Mercedes gegen den M2 auffahren? Klar, den RS 3 und die 45er-AMG-Modelle. Im RS 3 bollert auch künftig der charismatische Fünfzylinder-TSI, jedenfalls beteuert ein Audi-Sport-Manager, dass man „unbedingt an diesem traumhaften Motor festhalten“ wolle. Eine weitere Spezialität mit vier Ringen: der TT, technisch eng mit dem A3 verwandt – und eine feste Größe im Modellprogramm, da das kleine Sportcoupé auf absehbare Zeit keine Konkurrenz zu fürchten hat. Mercedes-AMG, heute schon mit über 190 PS König der Literleistung, legt auf Basis der neuen Motorengeneration nochmals nach, überspringt dann ebenfalls die 400-PS-Marke.

Alternative Antriebe und Modelle

Kommt denn nichts Effizienteres, Elektrisches gar? Natürlich. Mercedes-Entwicklungschef Ola Källenius kündigte unlängst ein Elektrofahrzeug mit rund 300 Kilometern Reichweite zum Preis und mit der Alltagstauglichkeit einer konventionellen B-Klasse an, BMW betont immer wieder die Flexibilität der Architekturen, was die Antriebsart betrifft.

Als Nächstes folgt voraussichtlich eine Plug-in-Variante der 1er Limousine – vorerst wieder nur für China. Warum eigentlich? Fürchtet sich BMW inzwischen vielleicht selbst vorm Frontantriebs-1er? Aufgrund seiner Optik müsste er jedenfalls nicht ins Gruselkabinett. Vielleicht aber wegen seiner Fahreigenschaften, wer weiß.

Als Alternative zu den selbst ernannten Premium-Kompakten drängen sich nicht viele Modelle auf. Ausgerechnet der Golf? Nun, schon der aktuelle wirkt hochwertiger als der 1er, fährt komfortabler als die A-Klasse, bietet mehr Platz als der A3. Golf Nummer acht startet 2019, übernimmt einige Assistenzsysteme vom großen Arteon, wächst kaum. Zu banal? Gut. Dann käme noch der Volvo V40 infrage, der ebenfalls 2019 kommt und statt einer Ford-Basis die sogenannte Compact Modular Architecture nutzt. Darauf baut eine ganze Modellfamilie auf.

Fazit – Eine Vielfalt wie noch nie

Neue Architekturen ermöglichen ein clevereres Package und somit auch ein harmonischeres Design der Kompakten. Dieses Potenzial haben alle drei Hersteller erkannt, Mercedes mit dem CLA zuerst, reicht nun das Stufenheck nach. Damit ist Audi schon erfolgreich, erwägt nun eine Neuinterpretation des Sportback. Einzig BMW zögert – hoffentlich nicht zu lange.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/audi-a3-bmw-1er-und-mercedes-a-klasse-neue-premium-kompakte-bis-2022-12449327.html

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Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/adventskalender-2017-lego-technic-flughafen-loeschfahrzeug-12800509.html

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Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/adventskalender-2017-carrera-digital-132-family-12798241.html