Blöde Orthografie

Blöde Orthografie

Komma-Regeln sind meine größte Schwäche.

Wie gerne würde ich über diese Schwäche hinweg sehen, doch mein Blog wird auch von Menschen gelesen, die Kommaregeln noch mit dem Rohrstock gelernt haben. Falsches Komma: Echter Rohrstock.

Im Grunde bin ich für diese Form des Feedbacks auch sehr dankbar. Wie gerade eben, da kam eine eMail von einem routinierten Kollegen mit dem ich im letzten Jahr in Malaga den neuen Nissan 1.6l Diesel-Motor erfahren durfte. An dieser Stelle werde ich den Namen nicht mehr erwähnen, habe ich doch auch gelernt, nicht jeder will namentlich genannt werden.

Es sind wirklich neue Zeiten. 

Der Journalismus verändert sich. Der Motor-Journalismus sowieso.  Und mein ernsthaft geschätzter Kollege von der Nissan-Tour hatte wirklich eine andere Form des Motor-Journalismus erlebt und vermutlich auch mitgeprägt. Ich selbst würde mich darüber freuen, wenn ich in 20 Jahren ähnliches über das sagen kann, was ich heute tue.  Die Zeiten ändern sich ständig und ich hoffe nur, ich bleibe immer so offen und positiv gegenüber Veränderungen wie ich das derzeit noch bin.  Es ist in meinen Augen die größte Bremse wenn wir als Menschen dem Fortschritt und dem ständigen Wechsel der Dinge nur noch skeptisch gegenüber stehen.

Veränderungen im Lebens- und Berufsumfeld sind für 90% der Menschen ein echtes Graus.  Plakativ im Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ dargestellt.

Autos sind Konsumgüter. Kein Mensch braucht ernsthaft ein Auto mit dem man 200 fahren kann. Ein Auto mit Lenkradheizung. Geschweige denn in jedem Jahr ein neues Modell. Doch der Mensch will Autos. Und es ist diese Stelle, dieser Punkt an dem sich der Motor-Journalismus verändern wird. Verändern muss. Selbstgerechte Motor-Journalisten die sich einbilden das höchste Urteil über die Fähigkeit eines Autos fällen zu können, sind zum Glück am Ende ihres Weges angekommen.

Motor-Journalismus ist deswegen nichts, was gekauft wird. Nein. Individuelle Geschichten mit subjektiven Urteilen sind die Zukunft. Wobei es auch die Vergangenheit ist. Der Unterschied besteht im aufgeklärten und ehrlichen Selbstverständnis. Moderner Autojournalismus sollte davon Abschied nehmen, sich selbst zu ernst zu nehmen. Zu denken, man könnte für den Leser ein objektives Urteil fällen, ist Selbstbetrug.

Jeder Mensch hat einen eigenen Bezugsrahmen und ordnet seine Erlebnisse, Empfindungen und Erfahrungen in diesem Bezugsrahmen unter. Wer dabei ehrlich zu sich selbst, aufrichtig, offen, freundlich und fair gegenüber anderen bleibt – der macht schon alles richtig. Aber noch lange nicht objektiv.

Zurück zur Orthografie. Sie ist mir ein Graus. 

Doch deswegen mache ich mich nicht verrückt. Meine Arbeitsschwerpunkte sind doch ein wenig anders, als die der klassischen Print-Motor-Journalisten.

Neben dem fachlichen Interesse, den Fähigkeiten zur starken Ausdrucksweise und der Lust an Texten, muss ein Online-Publisher ohne nachgelagertes Verlagshaus auch alle anderen Arbeiten selbst übernehmen. Fotos. Bildbearbeitung. Dateiformate und Komprimierungen. Contentmanagementsysteme pflegen. Suchmaschinen-Optimierung betreiben. Reichweiten prüfen und verbessern. Kontakte knüpfen, Netzwerke pflegen. Informiert bleiben. Unternehmerische Verantwortung übernehmen. Einnahmen generieren. Zeitmanagement betreiben. Dutzende ähnliche Webseiten im Auge behalten. Täglich auf der Suche nach Inhalten sein und so weiter und so weiter und so weiter …

Times are changing …

… und das ist gut so!

 

Doch ich hoffe schon bald mal wieder mit dem geschätzten Kollegen unterwegs sein zu können … auf bald!

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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