BMW, Daimler, VW, Bosch und das EUGT — Abgastests an Affen und Menschen

BMW, Daimler, VW und Bosch haben jahrelang ein Institut finanziert, das laut Zeitungsberichten Abgase an Menschen und Affen testen ließ. Die Fakten im Überblick.

In einem Report über die Jahre 2012 bis 2015 beschrieb die Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) laut Süddeutscher Zeitung „mehrstündige Inhalationsversuche mit Affen“. An zehn Affen sollte untersucht werden, wie sich Diesel-Abgase auf die Lunge und das Herz-Kreislaufsystem auswirken. Die Affen bekamen im Rahmen der Versuche Comicfilme zur Beruhigung gezeigt, während sie Abgase einatmen mussten. „Erst wurden ihre luftdichten Kammern mehrere Stunden lang an den Auspuff eines alten, schmutzigen Ford (Baujahr 1999) angeschlossen, dann kam ein moderner, angeblich sauberer VW Beetle (Baujahr 2012) auf den Prüfstand“, schreibt die Stuttgarter Zeitung. Von den Abgastests mit Affen hatte zunächst die „New York Times“ berichtet.

Abgastests an Affen und Menschen

Aus einem EUGT-Report ginge auch hervor, „der Forschungsverein habe auf Empfehlung seines Beirates eine “Kurzzeit-Inhalationsstudie mit Stickstoffdioxid bei gesunden Menschen gefördert„ ,schreibt die Süddeutsche Zeitung. An 25 gesunden Untersuchungspersonen soll untersucht worden sein, wie sich unterschiedliche Konzentrationen von Stickoxid (NO2) auf Menschen auswirken. Auswirkungen hätten nicht nachgewiesen werden können.

Daimler distanzierte sich von dem Versuchsaufbau und kündigte laut Bericht eine Untersuchung an. Auch BMW habe sich distanziert, VW habe die Methodik als falsch bezeichnet und sich entschuldigt.

Das ist die EUGT

Die Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) war laut Süddeutscher Zeitung “ein Lobbyisten-Verein mit wissenschaftlicher Fassade„. Das von der Autoindustrie finanzierte Forschungsinstitut sei zehn Jahre lang betrieben und Mitte 2017 aufgelöst worden. Gegründet hätten den Verein BMW, Daimler, VW und Bosch – Bosch sei nach 2013 wieder ausgestiegen. Die EUGT soll 2013 beim Lovelace Respiratory Research Institute (LRRI) in New Mexico (USA) Tierversuche in Auftrag gegeben haben.

“Im Vorstand des Forschungsvereins saßen Manager von BMW, Daimler und Volkswagen, und auch ein Vertreter der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport„, so der Bericht weiter. Der Verein sollte die Auswirkungen des Verkehrs auf Menschen und Umwelt untersuchen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/abgastests-menschen-affen-eugt-diesel-skandal-bmw-daimler-vw-12884125.html

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