Bugatti Chiron (2016) — 1.500 PS, W16-Motor und 2,85 Mio teuer

Bugatti Chiron (2016) — 1.500 PS, W16-Motor und 2,85 Mio teuer

In Genf 2016 debütierte mit dem Chiron der Nachfolger des legendären Supersportwagens Veyron. Das Hyper-Car hat wieder einen W16-Motor, diesmal mit 1.500 PS. Vom 2,856 Millionen Euro teuren Hyper-Car sollen nur 500 Exemplare gebaut werden, 250 sind schon verkauft. Jetzt gibt es den ersten Gebrauchtwagen.

Bugatti Chiron als Gebrauchtwagen

Eines der ersten Chiron-Modelle, die nach Großbritannien geliefert wurden, steht nun zum Verkauf. „Romans International“ bietet aktuell das Modell mit nur einem Vorbesitzer an – und mit „nur“ 1.330 Meilen (umgerechnet 2.140 Kilometer) auf dem Tacho prangt ein extremes Preisschild am Supersportwagen. 2,856 Millionen Euro kostete der Chiron als Basis-Neuwagen, jetzt soll er für umgerechnet 4,1 Millionen Euro einen neuen Besitzer finden. Immerhin, der Verkäufer hat bei der Bestellung investiert und seinen Chiron mit Leder/Carbon-Interieur für umgerecht 60.500 Euro bestellt, dazu noch Carbon-Sitze zu 18.200 Euro geordert.

Die Technik des Bugatti Chiron

Wie beim Veyron arbeitet auch im Chiron ein mächtiger Achtliter-W16 mit Abgasturboladern und Ladeluftkühlern als Mittelmotor, der seine Kraft auf alle vier Räder abgibt. Für die Kraftübertragung ist ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe verbaut. Der Motor erhält statt der Multipoint-Injection gibt es eine Duplex-Kraftstoffeinspritzung mit 32 Einspritzventilen. So wird die Euro 6-Norm erfüllt.

In Sachen Leistung kommt der Bugatti Chiron auf 1.500 PS und ein maximales Drehmoment von 1.600 Nm. Als Top-Speed sollten nach Computersimulationen 463 km/h erreicht werden, nun gibt Bugatti 420 km/h an. Bei dieser Geschwindigkeit rennt das neue Hyper-Car in den Begrenzer. Ohne Speedlimiter sollen echte 458 km/h drin sein. Der Spurt von Null auf 100 Sachen soll in unter 2,5 Sekunden erfolgen. Über den Kraftstoffverbrauch kann nur spekuliert werden, er soll bei unter 20 Liter pro 100 Kilometer liegen, der CO2-Ausstoß bei rund 450 Gramm CO2 pro Kilometer.

Diverse elektronische Helfer werden den Kunden bei der Fahrt im brachialen und unter 2 Tonnen schweren Supersportlers mit Carbon-Chassis unterstützen. Außerdem ist ein Easy-to-Drift-Knopf an Bord, mit dem der Allrad-Chiron gewollt und kontrolliert Übersteuern darf. Die weiteren technischen Daten finden Sie in unserer Tabelle.

Neuer Speedrekord geplant + Belastung für die Reifen

Das Guinness Buch der Rekorde führt den Bugatti Veyron 16.4 Super Sport noch heute als schnellstes straßenzugelassenes Serienauto der Welt. Die Bestmarke brannte der Chiron-Vorgänger vor sechs Jahren mit 431 km/h in den Asphalt. Damals auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien.

Der Chiron soll diesen Rekord pulverisieren, wenn es nach Bugatti geht. „Wir werden einen neuen Weltrekord versuchen. Ich weiß, dass der Chiron schneller als der Veyron sein wird, aber wir wissen nicht um wie viel. Wir haben die Kalkulationen aus unseren Simulationen, aber es ist immer eine andere Geschichte, im Auto zu sitzen und es zu machen“, verlautbarte Bugatti-Chef Wolfgang Dürheimer. Schon beim Veyron deaktivierte Bugatti für die Rekordfahrt den Tempobegrenzer. Zunächst zickten die Guinness-Verantwortlichen zwar, doch man erkannte später den Rekord an.

Geschwindigkeiten jenseits der 400 km/h beanspruchen nicht nur Motor und Getriebe, sondern treiben auch die Reifen an die Grenzen. Michelin bleibt wie schon beim Veyron der exklusive Reifenpartner. Die Franzosen backen für den Chiron spezielle Walzen, die auf das Gewicht von knapp zwei Tonnen, die hohe Leistung und das hohe Drehmoment abgestimmt sind.

Bei Speeds von 300, 400 und mehr km/h müssen die Gummis einerseits zuverlässig halten, andererseits genügend Haftung aufbauen, damit das Fahrzeug auf dem Asphaltband klebt. Hohe Geschwindigkeiten treiben in der Regel die Temperaturen und dadurch die Drücke in den Reifen nach oben. Die Zentrifugalkräfte pellen den Gummi auf, das Profil wird gewissermaßen spitzer, die Lauffläche schmaler. Das reduziert den Griplevel. Ein bisschen vergleichbar mit dem Aufpumpen eines Fahrradreifens.

Michelin wirkt dem entgegen, indem man Aramidfasern in die Struktur einarbeitet. Diese haben einen „negativen Temperaturkoeffizient“. Bedeutet: Die Fasern dehnen sich bei höheren Temperaturen nicht so stark aus, sondern ziehen sich eher zusammen. Das sorgt wiederrum dafür, dass die Lauffläche sich nicht verschmälert. Mehr Grip ist die Folge. In aufwendigen Prüfstandstest werden die Reifen hohen Kräften ausgesetzt. Dabei dürfen sie weder kaputt gehen, noch Ablösungserscheinungen auf der Lauffläche aufweisen.

Das Selbstverständnis des Bugatti Chiron

„Das Lastenheft für den Chiron lässt sich in einem Satz zusammenfassen und ist damit wahrscheinlich das kürzeste, das es je in der Automobilwelt gab: Wir machen das Beste spürbar besser“, sagt Wolfgang Dürheimer, Präsident Bugatti Automobiles S.A.S. „Der Chiron wird in jeder Hinsicht neue Maßstäbe setzen. Wir werden weiterhin den leistungsstärksten, schnellsten, luxuriösesten und exklusivsten Serien-Supersportwagen der Welt bauen. Das ist der Anspruch Bugattis und unserer Kunden.“

Das Selbstbildnis

Erstmals ging die doch sehr konservative VW-Luxus-Marke einen eher ungewöhnlichen Marketing-Weg und gab erste Hinweise auf der Design in Form eines virtuellen Rennspiel-Modells. Einige Design-Elemente des Bugatti Vision GT aus dem Sony Playstation-Spiel Gran Turismo zeigten nämlich die neue Formen- und Designsprache der Marke. Auf der IAA 2015 wurde der Spiele-Renner dann in voller Größe gezeigt.

Das Design des Bugatti Chiron Der Bugatti Vision GT hat einen Ausblick gegeben. Das Serienmodell orientiert sich also stark an der virtuellen Studie. Der Hufeisen-Kühler und das geschwungene „C“ an der Seite sind die zentralen Designelemente. An der Front schauen rechts und links vier Voll-LED-Scheinwerfer böse drein. Die Schürze mit den großen Luftöffnungen und die Motorhaube mit seinen starken Sicken führen von dem Hufeisen-Grill den Blick weg. Dadurch entsteht schon im Stehen eine gewisse Dynamik. Kräftig ausgestellte Radhäuser mit 20 Zoll Rädern vorne und 21 Zöllern hinten geben dem Supersportler im Zusammenspiel mit der Zweifarbigkeit und dem abgesetzten „C“ auch in der Seitenansicht seine Sportlichkeit.

Betrachtet man das Heck des Bugatti Chiron, so erscheinen hier die größten Unterschiede zur Vision-Studie. Hingucker ist das LED-Leuchtenband aus 82 einzelnen LED, das die weit geöffnete Heckschürze optisch zusammenhält. Ein Doppelrohrauspuff prangt in einem riesigen Diffusor. Ein schmaler Steg führt mittig nach oben über das Dach hinweg – zusammen mit zwei starken Karosseriesicken werden das schmale Heckfenster und das leicht überstehende Dach eingefasst … darunter ist der W16-Motor zu sehen.

Der Innenraum

Auch hier zeigt sich das C-Element von der Seitenansicht wieder. Es strebt von der mächtigen Mittelkonsole zwischen den beiden Sportsitzen empor und mündet schwungvoll im Rückspiegel – begleitet von einem LED-Lichtband. Ansonsten zeigt sich das Interieur luxuriös aber puristisch. Große TFT-Bilderschirme? Fehlanzeige. Stattdessen hat Bugatti auf der Mittelkonsole den Schalthebel sowie vier metallene Drehknöpfe samt Mini-Display für Sitzheizung, Klimaanlage und Ventilation untergebracht – das wars. Der Fahrer hingegen greift in eine Multifunktions-Ledersportlenkrad mit Schaltwippen, Fahrmodus- und Start-Stopp-Knopf. Er schaut auf ein digitales Kombiinstrument, das von einem 500-km/h-Tacho dominiert wird.

Wer sich nicht nur am Sound des W16-Motor erfreuen kann oder will, für den hält der Chiron noch eine Musikanlage mit Ein-Karat-Diamenten in den vier Hochtönern bereit.

Der Preis

Vorab durften schon einige solvente Kunden den neuen Bugatti Chiron begutachten. Diese Vorvermarktung soll bereits über 120 Bestellungen generiert haben – immerhin, kostet der Bugatti Chiron 2,856 Millionen Euro – deutlich über 1 Million mehr als das nunmehr ausverkaufte Modell Veyron. Wer sich noch eine Chiron sichern will, muss mit einer Anzahlung von 200.000 Euro rechnen, bei der endgültigen Bestellung werden weitere 900.000 Euro fällig, den Rest zahlt der Kunde bei Übergabe.

Wie beim Veyron bleibt es bei der streng limitierten Auflage von 500 Exemplaren – pro Jahr sollten 50 Fahrzeug die Manufaktur verlassen, unterdessen wurde der Output auf 65 Modelle pro Jahr ausgedehnt. Alleine der Bau eines Modells dauert zwei Monate. Mit Stand März 2017 sind schon 250 Modelle des Chiron verkauft. Europa ist mit 37 Prozent aller Verkäufe – wie schon beim Veyron – die stärkste Region, gefolgt von Nordamerika, von wo bislang 30 Prozent der Bestellungen kommen. Der Nahe Osten ist mit 26 Prozent ein weiterer traditionell wichtiger Markt für Bugatti. In den Tagen rund um den Genfer Autosalon werden die ersten Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert.

Die Käufer

Klar, wer einen Bugatti Chiron kauft, der ist kein Ersttäter: Durchschnittlich 42 Fahrzeuge besitzt jeder Chiron-Kunde. 2,7 Privat-Jets kommen dazu, außerdem noch 1,2 Yachten, 3,2 Helikopter und 4,6 Immobilien.

Der Name

Der Namensgeber des Bugatti Chiron ist Louis Alexandre Chiron, der gebürtige Monegasse fuhr in den 20er- und 30er-Jahren für Bugatti und konnte einige GPs für sich entscheiden, bevor er zu anderen Marken wie Alfa, Maserati und Mercedes wechselte. Eher unrühmlich war ein Vorfall 1949, als Chiron öffentlich auf einer Party in Monaco Hellé Nice – Rennfahrerin, Model und Tänzerin – der Kollaboration mit den Nationalsozialisten beschuldigte. Mit seiner Äußerung, die sich als unwahr herausstellte, hatte Chiron die Rennfahrerkarriere von Nice vorzeitig beendet. Chiron hat bis zu seinem Tod 1979 maßgeblich an der Ausrichtung der Grand Prix von Monaco mitgewirkt. Übrigens: Schon 1999 hatte Bugatti mit dem 18/3 Chiron eine Sportwagen-Studie präsentiert, die den Veyron vorwegnahm. Das Modell wurde seinerzeit von Fabrizio Giugiaro von Italdesign gezeichnet.

Die Zukunft des Bugatti Chiron

Klar ist jetzt schon, der Bugatti Chiron wird den gleichen erfolgreichen Marketingweg gehen, wie sein Vorgänger Veyron. Bedeutet: Vom Chiron wird es nicht nur einen offene Version geben, sondern im Verlaufe des Modellzyklus auch noch eine stärkere Version. Darüber hinaus lässt es sich Bugatti nicht nehmen, Sondermodelle nach speziellen Kundenwünschen aufzulegen.

Was wurde aus dem viertürigen Bugatti Galibier?

Der Bugatti Galibier, der 2009 als Studie präsentiert wurde, kommt leider über den Status eines Conceptcars nicht hinaus, auch wenn VW und Bugatti lange die Möglichkeit einer Serienfertigung aufrecht erhieltem. Schließlich kam es zum finalen Rettungsschuss: Ein viertüriger Bugatti würde, so der damalige Bugatti-Chef Schreiber, „die Kunden verwirren“.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/bugatti-chiron-2016-vorstellung-bilder-daten-preise-8513199.html

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GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept — Spaßmobil mit Kettenantrieb für den Schnee

Der Winter steht vor der Tür, Zeit Winterreifen aufzuziehen – oder gleich einen Kettenantrieb, wie das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept, das jetzt vorgestellt wurde.

Nein, GMC stellt nicht von Allrad- auf Kettenantrieb um, zumindest nicht generell. Das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept enstand auf Basis einer Sponsor-Partnerschaft zwischen GM und der US-Skiregion Vail Mountain und bleibt ein Einzelstück, das über die komplette Wintersaison 2017/2018 im Nobelskigebiet präsent sein soll.

Als Basis für das Spaß-Snowmobil fiel die Wahl auf den GMC Sierra 2500HD Denali 4WD Crew Cab. Der bringt nicht nur reichlich Platz in seiner Doppelkabine und auf der Ladefläche mit, sondern auch einen Allradantrieb. Am All Mountain Concept wurden allerdings die vier Räder ausgemustert und durch Kettenantriebselemente ersetzt. Die sorgen nicht nur für ausreichend Traktion auf jeden Terrain und an jedem Hang, sie liefern zudem noch mehr Bodenfreiheit.

1.234 Nm für den Snowboardtransport

Beim Antrieb kommt das Serienaggregat des Sierra 2500HD zum Zuge. Der 6,6 Liter große V8-Turbodieselmotor liefert 445 PS und ein maximales Drehmoment von 1.234 Nm, die über eine Sechsgang-Automatik herfallen.

Und nur falls der Kettenantrieb noch nicht genug Aufmerksamkeit auslösen sollte, hat GM den GMC auch in ein besonderes Farbkleid gehüllt und mit Zubehör aufgerüstet. Karosserie und Unterboden werden von diversen LED-Leuchtmitteln illuminiert. Auf die Ladefläche wurde ein Snowboardhalter montiert. Auf dem vorderen Schutzbügel brennt eine LED-Lichtleiste Löcher in die Nacht. In der Kabine heizt eine Highend-Soundanlage den Passagieren ein. Abgerundet wird der Auftritt des GMC Sierra 2500HD All Mountain Concepts durch ein Bergpanorama auf den Flanken sowie einen roten Designstreifen über das Heck.

Neben dem Einsatzmobil für Vail Mountain soll ein ähnlich gestalteter Ketten-Pickup auf der L.A. Autoshow ausgestellt werden.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/gmc-sierra-2500hd-all-mountain-concept-spassmobil-fuer-den-schnee-8498807.html

Uniti Elektro-Stadtauto — Mit Siemens zur Serienproduktion

Das schwedische Elektro-Auto-Startup Uniti hat für die Serienfertigung seines Elektro-Stadtautos jetzt Siemens als Produktionspartner gewonnen. 50.000 Autos sollen gebaut, die ersten 2019 ausgeliefert werden.

Der Uniti ist ein rein elektrisch angetriebenes Stadtauto mit zwei oder drei Sitzen und Flügeltüren. Gefertigt wird es aus Kohlefaser und Materialien aus Bioverbundwerkstoffen. Pedale und ein Lenkrad gibt es nicht an Bord, gesteuert wird per Steuerruder wie in einem Flugzeug, und zwar ohne mechanische Verbindung zwischen Steuerruder und Rädern. Auch ein klassisches Armaturenbrett gibt es nicht. Alle relevanten Informationen werden über ein Head-up-Display auf die Frontscheibe projiziert. Zudem soll der Uniti autonome Fahreigenschaften mitbringen.

Angetrieben wird der Uniti von einem Radnabenmotor, der je nach Konfiguration zwischen 15 und 40 kW leistet. Als Energiespeicher stehen wahlweise Lithium-Ionen-Batterien mit 11 oder 20 kWh Kapazität zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit wird modellabhängig mit 90 bis 120 km/h angegeben, die Reichweite liegt entsprechend bei 150 bis 300 km. Der Spurt von Null auf 80 km/h soll der nur knapp 400 kg schwere Uniti in 3,5 Sekunden schaffen. Geladen werden können die Batterien per Induktion oder an der Steckdose.

Ab 2019 ab 20.000 Euro

Um den Uniti auch in Produktion zu bringen, hatten die Schweden per Crowdfunding schon rund 1,2 Millionen Euro bei 600 Investoren aus 45 verschiedenen Ländern eingesammelt. Jetzt steigt Siemens als Produktionspartner ein. Die Zusammenarbeit soll die vollautomatisierte Serienfertigung des Elektroautos möglich machen. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen jährlich 50.000 Exemplare produziert und ab Anfang 2019 ausgeliefert werden.Gebaut wird der Uniti im schwedischen Landskrona.

Der Preis für den Uniti soll bei rund 20.000 Euro liegen. Bislang soll es 200 Vorbestellungen geben.

Das Startup Uniti ist im Sommer 2015 aus einem Universitäts-Projekt hervorgegangen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/uniti-elektro-stadtauto-mit-siemens-zur-serienproduktion-3233959.html