CES 2017: ZF und NVIDIA lassen das Auto denken

CES 2017: ZF und NVIDIA lassen das Auto denken

Von der Zahnradfabrik zur Denkfabrik

Wenn sich unsere Mobilität ändert, dann müssen es die Big Player auch. War es früher einmal eine hohe Kunst, mit präziser Mechanik für die beständige Kultur des Automobils zu sorgen, verändern sich die Anforderungen in dem gleichen Atemzug, in dem man “Autonomes Fahren”, “always on” Konnektivität und Elektromobilität ausspricht. Einer der großen Player im Zuliefererbereich ist ZF. Ein Konzern, der sich derzeit mit Hochdruck auf die Veränderungen einstellt. Zu diesem Wandel gehört eine völlig neue Partnerschaft, die man nun in Las Vegas bekannt gegeben hat.

NVIDIA und die “Zahnradfabrik Friedrichshafen” – Global Player für die Zukunft der Mobilität

Bereits 2018 wird der Zulieferer ZF ein Steuergerät in Serie liefern, dessen Fähigkeiten auf den beachtlichen Rechenleistungen der NVIDIA Prozessor-Struktur des “PX 2 AI” basiert. Eine “ECU”, ein Steuergerät, das man sich als “Kopf” der Rechnerarmada in einem modernen Auto vorstellen muss. Eine Hightech-Plattform, die in Echtzeit die Eingangssignale von mehreren Kameras, Lidar, Radar und Ultraschallsensoren verarbeitet und mit den anderen Steuergeräten des Fahrzeuges verknüpft. Ein intelligentes Steuergerät, in der Lage, selbstständig zu lernen.

Mit ZF ProAI bringen ZF und NVIDIA künstliche Intelligenz in die
Transportbranche – und legen damit die Grundlage für eine
schnelle Realisierung autonomer Fahrfunktionen.

ZF präsentiert “Pro Ai”

Künstliche Intelligenz und “Deep Learning” für Maschinen. Die Grundvorraussetzungen für das autonome Fahren in der nahen Zukunft. Die Partnerschaft mit NVIDIA katapultiert ZF in ein völlig neues Zeitalter. Man kommt endgültig in der digitalen Welt an. Es ist die fruchtbare Kooperation von zwei High-Tech Unternehmen. Das eine produziert Rechenkerne mit der Leistung von Supercomputern und das andere bringt das Know-How und die Erfahrung eines globalen Automobil-Zulieferers mit. Rechnersysteme für Automobile müssen gänzlich andere Ansprüche erfüllen. Gemeinsam präsentiert man mit dem nun vorgestellten “Bordcomputer” ZF PRO AI die Basis für den nächsten Entwicklungssprung in der Automobil-Industrie.

AI eröffnet enorme Möglichkeiten

Durch Supercomputing und „Deep-learning“-Fähigkeit kann die Entwicklung des autonomen Fahrens drastisch beschleunigt werden. Die NVIDIA DIRVE PX 2 AI-Plattform stellt dafür eine enorme Rechenleistung bereit, die es erlaubt, das komplette 360-Grad-Umfeld um das Fahrzeug herum präzise zu verstehen und daraus Aktivitäten abzuleiten.

ZF liefert ZF ProAI als ins Fahrzeug integriertes System, das über die Cloud aktualisiert und während des gesamten Automobil-Lebenszyklus mit zusätzlichen Funktionen und Fähigkeiten ausgestattet werden kann. Das System ist für V2X-Applikationen ausgelegt, kann also mit anderen Fahrzeugen und mit der umgebenden Infrastruktur kommunizieren. Außerdem kann die  Lernfähigkeit und Vernetzung von ZF ProAI im Sinne einer Schwarmintelligenz ganze Fahrzeugflotten sicherer und effizienter machen.

Die Zukunft von ZF: Vernetzt und intelligent

„Die Elektromobilität und das autonome Fahren verändern die Fahrzeugbranche grundlegend und enorm schnell“

Dr. Stefan Sommer, CEO ZF

SEE – THINK – ACT

Wer mit der wachsenden Geschwindigkeit der Veränderungen in der Automobilbranche nicht mithalten kann, wird schon bald keine Rolle mehr zugeteilt bekommen. Dr. Stefan Sommer, der Vorstandsvorsitzende von ZF weiß um diese Gefahr und hat, zusammen mit seinen Kollegen, die Weichen bei ZF neu gestellt. Der einprägsame Claim “see – think – act” vereint alles, was die Zukunft an Anforderungen bereit hält. Das autonome Fahren, das elektrifizierte Fahren, das vernetzte Fahren. Unter dem neuen Claim der Friedrichshafener fällt die zukünftige Markenkompetenz des traditionsreichen Zulieferers. Und auch wenn die Akquise von HALDEX auch nicht so klappte, wie man sich das wünschte – mit der Übernahme von TRW hat man sich breiter als je zuvor aufgestellt. SEE, THINK, ACT – das Sehen umschreibt die Sensorik, das Denken die zukünftige Kompetenz im Bereich der leistungsfähigen Steuergeräte und das “Handeln” bildet die Brücke zur bisherigen Kernkompetenz der “Zahnradfabrik Friedrichshafen”.

Ebenfalls Premiere in Las Vegas gefeiert hat ein System zum Retten von Menschenleben. 

Mit X2SAFE kommt die Vernetzung aller “Verkehrsteilnehmer” einen Schritt näher. Eine einfach zu implementierende Technologie könnte das Smartphone als Gefahrenquelle im Straßenverkehr zum persönlichen Sicherheits-Assistenten werden lassen. Die Vernetzung aller Teilnehmer, Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger über die Cloud bildet die Möglichkeiten der Digitalisierung unter Sicherheitsaspekten ab.

Von der Warnung bis zum aktiven Eingriff
Die Intelligenz des Systems besteht darin, dass der Algorithmus das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer in der näheren Umgebung individuell analysieren kann und über eine Reaktion
entscheidet. Hält ein Fußgänger etwa Rotphasen von Ampeln nicht ein oder überquert Straßen an dafür nicht geeigneten Stellen, vermag es dieses Verhalten als besonders „unsicher“ zu bewerten und geht von einem größeren individuellen Gefährdungspotenzial aus. In dem sich nähernden Fahrzeug wäre in diesem Fall eine Warnung des Fahrers möglich. Gleichzeitig würde auch der Fußgänger von seinem Smartphone oder Smartwatch akustisch und optisch alarmiert.

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