Das System „ampnet“ ist überholt.

Das System „ampnet“ ist überholt.

Bislang habe ich sehr viele Inhalte direkt aus den Angeboten von „Auto-Medienportal.net“ und „Auto-Reporter.net“ übernommen. Nicht wie einige meiner Publisher Kollegen unkontrolliert und per Feed, sondern per copy & paste per Hand. Das hatte unter anderem den Vorteil, das man so manchen Tippfehler noch korrigieren konnte und eben nicht jede Meldung blind übernommen hat.

Wenn ich vom „System ampnet“ spreche, dann spreche ich von der Möglichkeit guten freien Content umsonst benutzen zu können. Es gibt im Internet eine schier unübersichtliche Anzahl von Webseiten die mit den Nachrichten der beiden kostenfreien Anbieter die Server füllen und die Suchergebnisse von google fluten. (Ich will nicht einmal von „spammen“ reden.)

Eine meiner bislang stärksten Seiten: „auto-und-motorsport.de“ kam dank dieser Grundfütterung mit massig Content und als Hub für den eigenen Content auf ganz beachtliche Zugriffszahlen.

Aber google findet doppelten Content scheiße. Und google scheißt auf die Geschäftsmodelle von anderen und so passierte was passieren musste: Die Portal-Seiten die mit Ampnet und Auto-Reporter.net Inhalten gefüllt sind, haben massiv an Klicks verloren und sind abgestürzt. Ähnliche „Sichtbarkeitsverluste“ konnte ich jetzt bei den anderen üblichen Verdächtigen nachvollziehen.

Das „System Ampnet“ ist damit Geschichte. Warum sollte noch jemand „kostenfreien“ Content anbieten, wenn man am Ende doch alles neu schreiben muss weil Tante google einem sonst die kalte Schulter zeigt?

Content ist King – ich kann diesen Satz nicht mehr hören und doch war es noch nie so wichtig wie heute, mit wertvollem – eigenem Content in den Wettbewerb zu gehen.

Ich frage mich natürlich wie lange es dauern wird, bis die Automobil-Hersteller diese Tatsachen für sich entdecken und verstehen was es bedeutet – wenn der kostenfreie Content zwar abgegriffen werden kann, aber der Impact der breit gestreuten Meldungen ständig nachlässt.

Ich sehe dank dem Internet, dank der Tante google, ein „Back to the roots“. Mediendistribution im Internet und die Arbeit mit den Suchmaschinen lässt sich nicht vollständig automatisieren. Es müssen individuelle Storys her, es muß „unique content“ in die Serps. Google sorgt dafür. Und am Ende bedeutet daß:  Der Online-Redakteur oder eben der Blogger, der seine Inhalte selbst schreibt und verteilt – wird wieder genauso wichtig wie vor ein paar Jahren der Journalist, der seine Inhalte für „seine“ Tageszeitung geschrieben hat.

Der „mid“ hat mit dem Vertrieb von unique content an Tageszeitungen zwar das „grundsätzlich“ bessere System, aber die schlechtere Zielgruppe. Vermutlich führt der Weg weiter zu digitalen Medien-Büros. Doch auch hier darf eines nicht vergessen werden: Es ist nicht nur der Inhalt der unique sein muss – es muss auch ein Stil sein, der Leser findet. Natürlich kann man schon längst Unique Content dank Spin-Writing erstellen lassen, aber auch das wird Google abstrafen.

Denn für die Suchergebnisse der Zukunft wird Google auf den social graph achten. Was wurde „wirklich gelesen und geteilt“ und was wurde nur publiziert.  Der Kampf um die besten Plätze hat gerade erst begonnen.

 

Ich bin weiterhin überzeugt, Blogger (bzw. Online-Medienmacher) sind die Botschafter in der digitalen Welt. Die Diversifizierung wird immer stärker und Automobil-Hersteller sind gezwungen neue Wege in der Pressearbeit zu gehen. Öffentlichkeitsarbeit in Zeiten von social media und social graph wird nicht neu erfunden, aber ordentlich verändert.

Geile Sache – eigentlich.

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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