Dauertest: Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid

Dauertest: Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid

Outlander-PHEV Zwischenfazit 1

Nach fast drei Monaten ist es Zeit für ein erstes Fazit zum Dauertester. Am 6. Oktober haben wir den Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid in Empfang genommen und sind seitdem knapp 4.000 Kilometer mit ihm gefahren. Das entspricht einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 16.000 Kilometern und liegt damit genau im Durchschnitt von den Fahrleistungen, die man üblicherweise für Familienautos ansetzt.

Als Plug-In Hybrid ist der Outlander eine Ausnahme im Feld der beliebten SUV-Modelle. Er war der erste Plug-In Hybrid und ist derzeit noch immer der einzige Plug-In Hybrid SUV der sich im preislichen Rahmen für „normale“ Autokäufer bewegt. Einen Porsche Cayenne Plug-In Hybrid bekommt man zum Beispiel erst ab dem Preis von zwei Outlander Plug-In Hybrid.

Dauertest Outlander PHEV 16 Plug-in Hybrid Fahrbericht Test

Der Alltag im Outlander Plug-In Hybrid

Lohnt sich die Anschaffung? Was spart man im täglichen Betrieb? Wie fährt sich der SUV im Elektro-Modus? Kann man mit dem Outlander PHEV wirklich auch Offroad fahren? Wie weit schafft er es wirklich im elektrischen Betrieb? Macht das Laden irgendwelche Probleme? 

Die Fragen, die wir uns zum Start des Dauertests gestellt haben, konnten bislang zum Teil beantwortet werden. Neben den eigenen Fragen kommen aber auch immer wieder Fragen von Lesern herein. Darunter zum Beispiel die eMail vom Leser Rinner, seine Fragen hatte ich in einem Blog-Beitrag vor zwei Wochen beantwortet.  Oder wie diese Fragen, die uns per Kommentar erreicht haben:

Ich freue mich, hier über Alltags-Erfahrungen mit dem Outlander PHEV lesen zu können. Was mich im speziellen interessieren würde, wäre folgendes:

– Gerade die letzten Tage: Wie waren die Wintereigenschaften?
– Wie verhält es sich mit der Geräuschkulisse – ist der Outlander im Praxis-Alltag eher ein wirklich leises Auto oder sind die Fahrgeräusche von Reifen, Wind und (ab und an) Benzinmotor doch gar nicht soviel angenehmer als in einem reinen Benzinfahrzeug?
– Wie gut ist der Fahrkomfort im Alltag? Also Sitzergonomie, Federungskomfort, Ansprechzeit der Heizung, Heizwirkung?
– Wie sitzt es sich? Steigt man bequem und entspannt aus oder zwickt der Rücken schon mal?
– Wie gut ist das Licht im Outlander?
– Wie gut funktionieren die Assistenzsysteme – allen voran der adaptive Tempomat?

Viele Fragen – und für die Antworten schon mal vielen Dank im voraus!

Und wieder einmal passen die Fragen genau zum geplanten Artikel.  

Im ersten Fazit zum Dauertest des Outlander Plug-In Hybrid wollte ich auf einige der genannten Punkte eingehen und weitere Fragen von Leser „Andreas“ sind eine tolle Ergänzung. Vielen Dank an dieser Stelle für die Anfragen!

Der Outlander Plug-In Hybrid im Winter

Gerade ein Plug-In Hybrid hat im Winter mit verschärften Bedingungen zu kämpfen. Die Kälte setzt den Batterien in ihrer Leistungsfähigkeit zu, gleichzeitig arbeiten die elektrische Heizung, das Klimagebläse, die Sitzheizung, die Scheibenheizung und auch die Wischer deutlich öfter oder mit mehr Intensität. Das kostet Strom. Das lässt den Benziner häufiger anspringen und geht an die reine Elektro-Reichweite.

Man sieht am aktuellen Durchschnittsverbrauch von gut 5 Litern, jawohl,  im Winter braucht auch ein Plug-In Hybrid SUV Benzin. Was zum Beginn des Tests völlig problemlos möglich war, nämlich rein elektrisch zum Einkaufen zu fahren, ohne den Benziner einmal zu hören, ist jetzt bei Minusgraden und Schneefall unwahrscheinlich. Dennoch, dank der elektrischen Standheizung startet man mit einem vorgewärmten Auto und das hilft bei der gesamten Kosten-Nutzenrechnung. Neben den gut 5 Litern auf 100 km hat der Outlander PHEV bei uns bislang 265 kWh-Strom getankt. Das ist nicht nur reiner Energie-Verbrauch für die Fahrt, da läuft auch täglich die Standheizung des Plug-In Hybrid mit.

Rechnet sich das?

Knapp 70 € Strom und 259 € Benzin für knapp 4.000 Kilometer. Das sind reine Energiekosten von 8.22 ct je Kilometer, inklusive wohlige Wärme ab dem Start und ohne Eis kratzen zu müssen. Bedenkt man die Größe des Outlander, das Platzangebot, den Allradantrieb sowie Komfort und Sicherheit, dürfte das als „gutes Angebot“ gesehen werden. Klar ist aber auch hier: Ja, die Kosten-Nutzen-Rechnung muss individuell gestellt werden. Und die Ansprechzeit der Heizung ist, auch ohne Standheizung, dem Diesel-Outlander überlegen. Wohlige Wärme dank elektrischer Heizung – der PHEV ist hier im Vorteil.

Winter-Eigenschaften des Outlander Plug-In Hybrid

Der Outlander PHEV hat an jeder Achse einen Elektromotor und realisiert so einen voll variablen Allradantrieb. Obwohl der Plug-In Hybrid SUV mit knapp 2 Tonnen Leergewicht nicht zu den leichten Autos gehört, spürt man das Gewicht nicht beim Handling. Die Akkus sind tief im Boden verbaut, das senkt den Schwerpunkt. Dieser und der hochvariabel agierende Allradantrieb sorgen für ein absolut sicheres Fahrverhalten auf Schnee und Eis.

Am Berg anfahren, auf einer geschlossenen Schneedecke, darunter immer wieder Eisflächen? Kein Problem! So lange die Traktionskontrolle aktiviert bleibt, dreht kein Rad des PHEV durch!

Die Bodenfreiheit von 190 mm lässt den Outlander auch vor Wiesen und Waldwegen nicht zurückstecken. Und die Frage, ob die Elektromotoren genug Kraft liefern können, damit man einen steilen Hang hinauf kommt, die ist auch geklärt. Selbst wenn der Hang mit Schnee bedeckt ist, wühlt sich der Outlander PHEV tapfer den Berg hinauf.

Die Taste zwischen den Vordersitzen zum Aktivieren des „permanent gesplitteten“ Allradantriebes kann man sich als Fahrer des PHEV jedoch schenken. Bei Tests auf schneebedeckten Fahrbahnen konnte kein Vorteil festgestellt werden. Das wiederum spricht für eine vom Start weg gute Logik des Allradantriebes. Hier ist der Eingriff des Fahrers unnötig.

Fahrkomfort des Outlander PHEV im Dauertest

Wie ist das eigentlich mit der Geräuschkulisse im Outlander Plug-In Hybrid? Erst einmal besitzt der Outlander PHEV die Fähigkeit, rein elektrisch zu fahren. Das ist vor allem auf Parkplätzen und in Parkhäusern so gespenstisch, dass man in der EU nun plant, einen Lautsprecher zur Pflicht zur machen. Der Outlander PHEV hat auch so einen „Klangkörper“ nach außen, damit klingt er ein wenig nach Raumfähre. Das soll helfen, vor allem in Park-Situationen nicht „überhört“ zu werden. Das konterkariert die Vorteile der „Geräuschlosigkeit“ ein wenig. Auf der anderen Seite: Einmal in Fahrt, kommen die Geräusche ohnehin. Vom Wind, der über die Karosserie fegt und von den Reifen.

Aber – man spürt eben auch keine Vibrationen. Und diese Mischung aus „kein Motorgeräusch“, keine Vibrationen und kein Schaltrucken steigert den Komfort eines teil-elektrischen Automobils doch erheblich. Der Outlander im Speziellen ist bis Tempo 120 in der Lage, ohne Benzinmotor auszukommen. Das spürt und hört man durchaus, vor allem im Vergleich zum Diesel-Outlander. Wenngleich ab Tempo 80 die Windgeräusche und Reifengeräusche auch dort überwiegen. Aber der PHEV erzieht und motiviert den Fahrer durch seine „Lautlosigkeit“ ab dem Start weg zu einem dezenten Fahrstil.

Dank des Benziners unter der Haube sind die Touren im PHEV durchaus auch mal länger. 600 bis 800 Kilometer am Stück? Möglich, ohne Zapfsäule oder Steckdose aufzusuchen. Da sind bequeme Sitze wichtig.

So sitzt es sich im Outlander

Das Ein- und Aussteigen ist trotz SUV-Größe als angenehm zu betrachten. Die Sitzhöhe liegt leicht über dem Straßenverkehr und die Sitzposition ist aufrecht. Die elektrische Sitz-Verstellung im Testwagen erlaubt eine umfangreiche Einstellung und auch das Lenkrad lässt sich anpassen. Blinkerhebel, Multimedia, Handbremse, alles in guter Griffweite. Einzig die Verstellung des Bordcomputers über einen Taster, der sich hinter dem Lenkrad im Armaturenträger versteckt, ist eher schwach. Auch die Platzierung der elektrischen Sitzheizung könnte überdacht werden. Denn die beiden Schalter stecken weit hinten, in Richtung Armlehne.

Sehr positiv ist natürlich das Platzangebot im Outlander. Auf seiner Gesamtlänge von 4.65 Metern bringt er seine fünf Passagiere bequem unter und der Kofferraum mit rund 460 Litern hat eine angenehme Ladehöhe und bietet genug Platz für die große Reise.

Assistenzsystem im Outlander Plug-In Hybrid

Zum Spurhalte-Assistenten, den Auffahrwarner und den adaptiven Tempomaten hatte ich bereits einen eigenen Artikel verfasst (klick). Anmerken sollte man hier noch: Das Gepiepse kann als störend empfunden werden. Es ist anscheinend eine typisch japanische Sache: Alles piepst. Wenn das Radar ein Fahrzeug vor dem Outlander erfasst hat, piepst es. Die elektrische Heckklappe, sie piepst im Betrieb. Die Temperatur einstellen? Der Outlander bestätigt die Änderung mit einem Piepsen. Mittlerweile haben wir uns an das Gepiepse gewöhnt, aber es wäre schön, könnte man solche Bestätigungstöne abstellen.

Zwischenfazit:

Es könnte alles so einfach sein. Solarzellen auf das Dach, den Strom selbst produziert und dann zum Null-Tarif Auto gefahren. Der Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid zeigt die Machbarkeit der Idee auf. Zudem lässt sich seine Batterie als Puffer und Strom-Aggregat im Freizeit-Einsatz nutzen. Im Prinzip geht es nur darum, die cleveren Ideen auch in den Alltag zu integrieren.

Als erster Plug-In Hybrid SUV gehört der Outlander zu einer Fahrzeugklasse, die uns einen neuen Weg in die Mobilität von morgen aufzeigt. Dass man dabei in einem SUV sitzt, dem klassischen Automobil für Touren abseits der asphaltierten Pisten, kann nicht einfach nur Zufall sein! 

 

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Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

11 Comments

  1. Danke für`s Beantworten meiner Fragen! Ich freue mich schon auf weitere Dauertest-Erfahrungen mit dem Outlander PHEV!

  2. Reiner Strombetrieb geht mit einem kleinen Stirling BHKW, das mit 1 kW Dauerleistung neben Heizwärme- und Strombedarf auch noch 3.000 Kilowattstunden Strom zum Billigtanken bereithält.

  3. Besten Dank für den Test!
    Das gepiepse hat schon andere gestört und kann selektiv ausgeschaltet werden.
    Eine Anleitung dazu gibts im „Elektroauto Forum“.
    Ich finde dass der Outlander für alle die nicht mehr als 150 km pro Tag fahren eine optimale Sache, weil es so eine Art „WollMilchButterSau“ ist: niedriger Benzinverbrauch, lange Strecken in den Ferien, rein elektrisch zur Arbeit, viel Platz und 4-Radantrieb…
    Wird mein nächstes Auto werden 🙂

  4. Danke fur dieser test, aber die kosten sind billiger.
    70€ strom und 259€ benzin ist zusammen 329€, das ist vor 4000km nur 8ct/km und kein 12ct!

  5. Danke für diesen tollen Outlander PHEV Blog.

    Ich habe jeden Beitrag mit großem Interesse gelesen!

    Leider habe ich erst seit 1nem Jahr einen Hybrid (Auris TS), sonst hätte ich mir wahrscheinlich jetzt den Outlander PHEV gekauft.

    Ich denke, dass dem Plug-In Hybrid die Zukunft für die nächsten 15-20 Jahre gehört!

    Erst dann werden neue Alltags(!)autos mit Benzin/Dieselantrieb verschwinden. Dann kommt wahrscheinlich die Brennstoffzelle für Fahrzeuge, die rd. 1000km fahren können müssen/sollen.

    Reine Elektroautos werden nur dann in großer Zahl in Städten kommen, wenn die Speicherkapazität verdreifacht wird und Reichweiten zwischen 500 und 800km mit einer Ladung möglich wird. Erst dann macht es in Städten Sinn, sich damit zu beschäftigen
    –> Grund: die wenigsten(!) haben grade in der Stadt eine Ladeinfrastruktur!

    Zum Glück werden die PHEVs lfd. verbessert und durch die Konkurrenz und Menge günstiger. Dh: in 3-5 Jahren bin ich dann auch dabei. Welcher Hersteller es dann wird, wird sich dann noch weisen.

    Gruß kofel