Der neue Nissan X-Trail

Der neue Nissan X-Trail

Erste Ausfahrt im Nissan X-Trail

Der Crossover für Aufsteiger

Zu Beginn des Jahres stellte Nissan den neuen Qashqai vor, jetzt schieben die Japaner den neuen X-Trail und auch eine Facelift-Version des Nissan Juke hinterher (Juke Artikel folgt!) und frischen damit das eigene Portfolio an Crossover und kompakten SUVs auf.

Mit der neuen Modell-Generation des Qashqai (Fahrbericht klick) fiel bei diesem die „+2“ getaufte Version mit verlängertem Radstand weg. Und damit auch die Möglichkeit,  7 Personen im Qashqai zu transportieren. Der neue Nissan X-Trail basiert auf der gleichen Bodengruppe wie der Qashqai und teilt sich auch ansonsten viel mit dem kleineren Bruder. Damit rücken Qashqai und X-Trail zu einem sich ergänzenden Duett zusammen. Um für diese Rolle fit zu sein, wuchs die Gesamtlänge des neuen X-Trail nur um unwichtige 8 Millimeter (gegenüber dem Vorgänger), den Radstand aber, ein Indiz für den Platz im Innenraum, streckte man um stolze 7.6 Zentimeter. Und wer in der Zukunft die Sitzplätze 6+7 im Nissan Crossover sucht, der findet diese im neuen X-Trail.

Nissan X-Trail Namen Detail Fahrbericht

Vom Offroader zum Crossover

Der X-Trail ist ein Weltauto. Er wird in 190 Ländern verkauft und in 9 Fertigungsstätten auf der ganzen Welt montiert.  Als ein solches Weltauto muss er die Designsprache von Nissan klar und deutlich zum Ausdruck bringen. Doch er tut nicht nur das, der X-Trail sieht auch dem Qashqai zumVerwechseln ähnlich. Beide tragen die markante Nissan-Chromspange im Kühlergrill und bei beiden spielen die Designer mit den zu Nissan gehörenden Grafik-Elementen wie zum Beispiel den „boomerangförmigen“ Leuchten und den markanten LED-Tagfahrlichten in der Form von scharfen Zacken.

Anstelle eines nüchternen Box-Designs mit deutlichen Ecken wie bei den Vorgänger-Generationen von 2001 und 2007 tritt der neue X-Trail nun mit einem modernen Schwung und deutlichen Rundungen in der Karosserie auf. Er wirkt seinem zuvor präsentierten kleinen Bruder Qashqai sehr ähnlich im Design – ganz ehrlich, es fällt einem wirklich nicht leicht, die beiden von vorne zu unterscheiden. Doch sieht man dem X-Trail an, dass er eine ganze Nummer größer ist. Sein Raumangebot braucht sich nicht zu verstecken.

Mit dieser Familienähnlichkeit wandelt sich der zuvor eher hemdsärmelige X-Trail zum schicken Crossover.

Wichtiger als die großzügig bemessenen Platzverhältnisse in Sitzreihe eins ist der ganz klar gewachsene Anspruch an die eigene Verarbeitungsqualität und die im Innenraum verwendeten Materialien. Und diesen Anspruch erfüllt de neue X-Trail : Mit weichen Kunststoffe, einer freundliche Atmosphäre und modernen Formen zeigt er sich im Cockpit von seiner charmanten Seite.

In Reihe zwei bleibt genug Platz für die Mitfahrer. Dank einer gegenüber der ersten Sitzreihe erhöhten Sitzposition lässt es sich prima nach draußen schauen. Die ordentlich großen Fensterflächen und das neue, weit nach hinten gezogene Glasdach (mit der Möglichkeit, den vorderen Teil zu öffnen), tun ihr übriges, damit man im X-Trail ein Gefühl von Raumfülle und Weite erhält.

Nissan X-Trail Fahrbericht 130 PS Diesel

 

Der Antrieb

Bei den Motoren ziert sich Nissan derzeit noch ein wenig. Zum Marktstart ist nur ein 1.6 Liter Diesel mit 130 PS und 320 Nm erhältlich. Dieser kann mit einem 4×4-Antrieb und manuellem Sechsgang-Getriebe gekoppelt werden oder mit einem stufenlosen Getriebe und Frontantrieb. Bei Nissan geht man davon aus, dass der X-Trail Käufer eher zum Allradantrieb greift als der Qashqai-Käufer. Wobei sich das “eher” auf einen Mix von 50% beziffern lässt. Es scheint, als wäre auch beim Vorgänger die Geländegängigkeit nicht die wichtigste Eigenschaft gewesen.

Für das kommende Jahr wird ein 163 PS Turbo-Benziner mit Direkteinspritzung angekündigt. Bis dahin muss man sich mit dem 130 PS Diesel zufrieden geben. Bei einer ersten Ausfahrt rund um die Portugiesische Metropole Lissabon zeigte sich der moderne Selbstzünder von seiner ruhigen Seite. Ruhig vor allem was seine Arbeitslaute betrifft. Der X-Trail wirkt souverän gedämmt und lässt vom Motor nur leises grummeln vernehmen.

Für Ruhe sorgt aber auch das in Serie verbaute “Nissan Chassis Control”. Mit gezielten Brems- und Motorsteuer-Eingriffen sorgt dieses System für Handlichkeit im Fahrbetrieb und unterdrückt Wankbewegungen. Entsprechend handlich fährt sich der X-Trail über kurvige Passagen.

Dank eines souveränen Drehmomentverlaufes des Motors und leichter Diät (-90 kg) für die Karosserie, lässt sich der X-Trail mit niedrigen Drehzahlen über die Strecke bewegen. Der moderne Dieselmotor und die Gewichtsreduktion kommen dem Verbrauch zu Gute. Mit guten 6 bis 7 Litern ließ sich der X-Trail auf dieser ersten Ausfahrt zufriedenstellen.  Nissan gibt im NEFZ derweil knappe 5 Liter an. Der Unterschied zwischen NEFZ und Testfahrt ist jedoch überschaubar und üblich.

Sein Leergewicht von 1.500 – 1.600 Kilogramm ist im Fahrbetrieb nicht zu merken. Handlich mag für einen großen Crossover ein kaum zu glaubendes Prädikat sein, doch mit dem Wechsel der Plattform, der Verwendung der Nissan Chassis Control und einer gelungenen Feder-Dämpferabstimmung wirkt der X-Trail tatsächlich “handlich”.

Nissan X-Trail Cockpit

 

Der Innenraum

Den Innenraum hat Nissan nicht nur durch ein neues Niveau an Kunststoffen aufgefrischt, auch das Multimedia-Paket wirkt bei der ersten Ausfahrt stimmig. Routenplanung vom Handy zum Navigations-System schicken, kein Thema. Die Google-Suche im Auto nutzen? Machbar, wenn ein Handy per Bluetooth gekoppelt wurde und die Internetverbindung herstellt.

Lässt man die versenkbare dritte Sitzreihe im Kofferraumboden versteckt, dann bietet der X-Trail fürstliche Laderaum-Verhältnisse. Von 550 Litern im Normalmodus bis hin zu 1.980 Litern bei umgeklappter Rücksitzbank. Das ist ein gutes Stück mehr als im alten X-Trail. Die Rücksitzbank (Reihe 2) lässt sich zudem um 25 Zentimeter in der Position verschieben. Das kommt entweder den Beinen der Mitfahrer oder dem Gepäck zu gute.

In die dritte Reihe einsteigen? Eher etwas für Kinder. Und dann irgendwie auch ein Abenteuer. Aber dafür ist der X-Trail ja gedacht, für das Abenteuer, oder?

 

Nissan X-Trail Testfahrt

 

Nissan X-Trail – Zusammenfassung der ersten Begegnung:

Der X-Trail wird insgesamt sehr stimmig, die Verarbeitung passt, das Geräuschniveau ist gut und auf der Straße wirkt er ungewöhnlich handlich. Mit dem Einzug des Nissan Safety Shield wurden zudem die Assistenzsysteme auf den aktuellen Stand der Technik gehoben.

Also alles bestens?
Nicht ganz. Offroad wirkt er weniger ambitioniert als früher. Wobei das täuschen kann. Der Allradantrieb des X-Trail wird in der gleichen Form auch im Qashqai verwendet und kann wie dort maximal 50% der Kraft an die Hinterachse schicken. Wie beim Qashqai auch, muss der X-Trail zudem ohne mechanische Sperren auskommen. 21 Zentimeter Bodenfreiheit sind nur „normal für diese Klasse“.  Echte Offroader bieten da mehr.

Daher bleibt nach der ersten Ausfahrt folgendes Fazit:

Mit der dritten Generation des X-Trail wurde aus dem markigen Cowboy, ein stilsicherer Crossover für die Stadt – wer den Geländewagen im Nissan-Programm sucht, der wird in der Zukunft zum Pathfinder greifen müssen – der neue X-Trail ist eher der große Bruder des Qashqai und als solcher doch mehr Crossover, denn Offroader.

[notification type=“notification_info“ ]Fakten zum neuen Nissan X-Trail[/notification]

Verkaufsstart:  Juli 2014
Basispreis:  26.550 – 34.650 €
Motorleistung:  Diesel 1.6 dCi 130 PS -320 Nm
Antrieb und Getriebe:  6-Gang manuell, Stufenlose Automatik, 4×4 u. 4×2
Länge, Breite, Höhe, Radstand:  4.633, 1.820, 1.695, 2.706
Normverbrauch: 4,9 – 5,3l / 100km
Höchstgeschwindigkeit:  180- 188 km/h
Beschleunigung von 0 – 100 km/h  10,5 – 11,4 Sekunden
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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

3 Comments

  1. In meinen Augen bringt Nissan in den letzten Jahren immer bessere Wagen heraus, die mit eingesessenen, alte, deutschen Herstellern sehr gut mithalten können und nur einen Bruchteil kosten. Ich habe mir selbst überlegt, dieses Modell zu kaufen. Ich werde mir wohl bald eine Probefahrt vereinbaren.