Der Spätstarter vom Stilfser Joch – Alfa Romeo Stelvio

Der Spätstarter vom Stilfser Joch – Alfa Romeo Stelvio

Der Italiener Giorgio Gorelli, CEO Fiat Germany AG, erläutert für mein-auto-blog die neue Strategien bei Alfa Romeo.

Das SUV mit den italienischen Werten

Der Passo del Stelvio, oder etwas weniger poetisch zu deutsch das Stilfser Joch, ist mit 2757 Metern Sattelhöhe nicht nur die höchste Pass-Strasse in den italienischen Alpen, sondern auch Namenspate für den ersten SUV von Alfa Romeo. Der italienische Name gleitet Südländern natürlich eleganter über die Lippen. „Oh ja, wir setzen in Turin große Hoffnung auf den Stelvio“, betont Giorgio Gorelli, seit knapp einem Jahr Ceo von Fiat Deutschland anlässlich der eher symbolischen Enthüllung des hochbeinigen Bruders der Giulia in der letzten Woche in St. Moritz. Die wahre Weltpremiere feierte der Stelvio nämlich schon im letzten Jahr auf der Autoshow in Los Angeles. Ein Zeichen, wohin die Reise für die Marke gehen soll.

Die Front des neuen SUV von Alfa Romeo erinnert stark an die der Sportlimousine Giulia.

Auf eine Kombiversion der Giulia verzichtet Alfa, nicht aber auf weitere SUV’s

Ende März wird der neue Klassenkamerad von Audi Q5, BMW X3, dem Mercedes CLC, Jaguar F-Pace und einem Porsche Macan auf den erkennbar gut besetzten deutschen Markt rollen. Das SUV aus rein italienischer Produktion soll nicht weniger als die Wiedergeburt von Alfa Romeo, die mit der Sportlimousine Giulia begann, weiter manifestieren und endlich wieder nennenswerte Verkaufszahlen bringen. Mit seinem SUV kommt Alfa reichlich spät, davon tummeln sich schon Heerscharen bei eigentlich allen Herstellern dieser Welt. Was umgekehrt zeigt, der Markt ist lukrativ und erkennbar nicht gesättigt. Deshalb wollen die Turiner ihn nicht den anderen überlassen. Und beim Stelvio allein wird es auch nicht bleiben, verrät Gorelli. Er schiebt aber im nächsten Atemzug nach, dass man auf eine Kombiversion der Giulia, deren Plattform für alle die Basis bildet, hingegen verzichten wird.
Den Bedarf nach Kombi deckt der Stelvio mit ab, denkt Alfa. Bei größerer Stückzahl. Und weil die Welt partout SUVs will, kommen nach dem Stelvio noch eine größeren und eine kleiner Version, allesamt basierend auf den Heckantriebsplattform der Giulia – sinnigerweise Giorgio genannt. „Auch in feinen und gut sortierten Schuhgeschäften gibt es nachgefragte Modelle ja in mehreren Größen“, schmunzelt der Fiat-Statthalter bei seinen kurzen Exkurs über die nähere Modellzukunft. Ein Kombi sei nun mal ein Auto, dass Deutschland sehr beliebt sei, aber in anderen, wichtigen Märkten wie Nordamerika, China und Russland spiele er eine eher nachgeordnete, eigentlich keine Rolle.

Der Stelvio steckt in einer eleganten und fast grazil anmutenden Blechhaut
Vom Aussehen her erinnert der neue Alfa Romeo Stelvio mit der sorgfältig gezeichneten und fast schon grazil anmutenden Blechhaut in Front- und Heckpartie stark an die Giulia, besonders, wenn man ihm in die Augen schaut. Auffordernd bis aggressiv blickt er aus den schmal geschlitzten Scheinwerfern beiderseits des markentypischen Alfa-Dreiecks „Scudetto“ und den dominanten Lufteinlässen in das Schneetreiben. Der Einstieg in das Innere des 4,67 Meter langen Fünfsitzers fällt leicht, genau das ist es ja, was diese Klasse Auto bei Jung und Alt so beliebt macht. Doch trotz einer Bodenfreiheit von 20 Zentimetern hat man in diesem SUV nicht das Gefühl, dass man abgehoben über dem Asphalt thront. Die Sitze sind gut geschnitten, vorne wie hinten und mit einem Kofferraumvolumen von 520 bis 1600 Litern hinter der elektrischen Heckklappe bietet der Stelvio ordentlich Platz für seine Passagiere und ihr Gepäck. Der Startknopf sitzt links im Lenkrad, für diejenigen ohne Alfisti-Gene im Blut, zunächst etwas ungewohnt.

520 Liter Platz im Kofferraum für das Gepäck sollte auch für einen Winterurlaub zu viert reichen.

 

Etwas aggressiv schaut der Stelvio in die Welt.

Schwindet die Traktion, schickt der Allradantrieb bis zu 50 Prozent der Kraft nach vorn

Bei Bedarf schickt der 2,2 Liter Turbodiesel via Achtgangautomatik die Kraft von 210 PS primär ans Heck und erlaubt einen Sprint von 0 auf 100 km/h in forschen 6,6 Sekunden. Heute lassen wir es zurückhaltender angehen, auf der Strecke durch die Berglandschaft zwischen Südtirol und der Lombardei locken zwar Kehren ohne Ende, aber immer wieder blitzt blankes Eis durch den harschen Schnee. Schwindet die Traktion, wird die Kraft über den serienmäßigen Allradantrieb umgehend bis zu 50 Prozent auch an die Vorderräder geleitet. Doch der Stelvio bleibt souverän und lässt sich mit der leichtgängigen Lenkung auch durch enge Kurven sauber führen. Per Schalter lassen sich die unterschiedlichen Fahrmodi „normal“, „dynamisch“ oder „sparsam“ ansteuern, wobei sich immer die Charakteristik von Motor, ESP, Lenkung und Automatik insgesamt ändert.

Mit dem Allrad, der bei Bedarf bis zu 50 Prozent Kraft auf die Vorderräder bringt, ist der Stelvio für dieses Wetter bestens gerüstet.
Auf ein Head-up display hat Alfa Romeo beim Stelvio verzichtet. Foto: Alfa Romeo

Die Schaltwippen sind recht groß geraten

Beim Schalten kann man frei selbst Hand anlegen. Die Schaltwippen sind allerding recht groß geraten und überdies nicht am Lenkrad befestigt. Schalten während des Lenkens sollte man also vermeiden. An elektronischem Equipment hat Alfa dem Stelvio zwar einen Notbremsassistenten (bis 65 km/h), einen adaptiven Tempomaten, einen Spurhalte-Assistenten (allerdings nur akustisch) mitgegeben, dafür kein Head-up-Display und keine LED-Scheinwerfer. Unter der Motorhaube arbeite am Start zunächst wahlweise ein 280 PS starker Benziner, oderder 210 PS Diesel. Später im Jahr kommt ein Basisdiesel mit 180 PS und reinem Hinterradantrieb hinzu. Ende 2017 dann ein Benzin-Motor mit 200 PS und der Stelvio Quadrifoglio mit einem 510 PS starkem 2,9-Liter-V6-Benziner und den bekannten Ferrari-Genen. Der 280 PS Benziner kostet ab 49 000 Euro, der 210 PS Diesel ab 47 500 Euro.

Technische Daten

Alfa Romeo

Stelvio

Motor Vierzylinder Diesel
Hubraum 2.143 cm³
Leistung 210 PS @ 3750 U/min
Kraft 470 Nm @1750 U/min
Getriebe 8-Gang Automatik
Allradantrieb
Länge, Breite, Höhe 4.687, 1.903, 1.671  mm
Radstand 2.818 mm
Leergewicht 945 kg
 Wendekreis
Höchstgeschwindigkeit 215 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 6,6 sec
Normverbrauch 4,8 l/100 km

 

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Kahn Design Flying Huntsman 6×6 Soft-Top — Defender mal sechs auch ohne Dach

Der britische Tuner Kahn hat für den Autosalon Genf 2015 einen 6×6-Land Rover Defender entworfen. Saftig: Als Antrieb dient ein 6,2-Liter-V8 mit 430 PS. 2018 soll eine Soft-Top-Version folgen.

Die Kahn-Design-Umbauten des Land Rover Defender sind inzwischen fast schon legendär, mit allerlei Karosserie-Applikationen verpasst der britische Tuner dem kultigen Geländewagen eine abgefahrene Endzeit-Optik. Auf Basis des „Flying Huntsman“-Modells stellte Kahn auf dem Autosalon in Genf 2015 eine 6×6-Variante vor.

Der bereits bekannte Flying Huntsman-Defender von Kahn zeichnet sich neben den Änderungen an der Karosserie mit aufgesetzten Show-Planken, neuer Front und abgeänderter Motorhaube vor allem durch sein Antriebs-Aggregat aus: unter der Haube bollert ein 6,2-Liter V8 von General Motors, der es auf lustige 430 PS bringt.

Diesen Flying Huntsman hat Kahn gehörig verlängert, verbreitert und zum 6×6-Dreiachser aufgepumpt. Der Hintergedanke ist unschwer zu erkennen – die hervorragenden Geschäfte von Mercedes mit dem G 63 AMG 6×6 würde auch Kahn Design gerne machen, potentielle Kunden mit viel Geld und einem Faible für den extrovertierten Auftritt gibt es augenscheinlich reichlich. Daher stockt Kahn sein Angebot weiter auf. Mit Blick auf den Maybach G 650 Landaulet wird der Huntsman 6×6 auch in einer Soft-Top-Version als Landaulet aufgelegt. Die soll in Genf 2018 präsentiert werden. Die Technik wird vom normalen Flying Huntsman 6×6 übernommen.

Flying Huntsman 6×6 ist sechs Meter lang

Der Flying Huntsman 6×6 wurde nicht nur nach hinten verlängert. Der vordere Teil des Rahmens wurde um 40 Zentimeter gestretcht, was eine extravagant lange Motorhaube zur Folge hat. Im Heckbereich gab es eine Verlängerung um 80 Zentimeter, was den Kahn-Design-Defender auf respektable sechs Meter Länge anschwellen lässt. Damit nicht genug wurden Rahmen und Karosserie zusätzlich um 15 Zentimeter verbreitert, was in einer deutlich verbreiterten Hecktür und einem dritten Scheibenwischer für die stärker geneigte Frontscheibe resultiert.

Alle drei Achsen des Flying Huntsman 6×6 sind angetrieben und jeweils mit einer Differentialsperre bestückt. Zusätzliche Passagiere zu den beiden vorne sitzenden sollen durch die verlängerten Türen leidlich bequem einsteigen können, der Flying Huntsman 6×6 basiert auf dem dreitürigen Land Rover Defender Defender 110 Hardtop ohne zusätzlichen hinteren Einstieg. Bremsanlage und Fahrwerk wurden entsprechend verbessert und verstärkt. Ein Sechsgang-Automatikgetriebe ersetzt die serienmäßige Handschaltung.

Eine Serienfertigung des Defender Flying Huntsman 6×6 hält Kahn Design bei entsprechender Nachfrage für problemlos möglich und verspricht zusätzlich, den Flying Huntsman 6×6 bei Bedarf in verschiedenen gepanzerten Varianten bis hin zur Schutzklasse B7 anbieten zu können.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/kahn-design-flying-huntsman-110-wb-6×6-concept-defender-mal-sechs-auch-ohne-dach-9299312.html

Detroit Motor Show 2018 — Highlights der US-Automesse

Vom 13. bis zum 28. Januar startet in Detroit das Autojahr 2018 mit der North American International Auto Show (NAIAS). Erwartet werden zahlreiche US-Debüts sowie einige Weltpremieren. Wir haben sie alle.

Auch wenn die L.A. Autoshow im November schon zahlreiche Premieren abgefeiert hat, hält die North American International Autoshow (NAIAS) noch zahlreiche leckere Weltpremieren bereit. Zwei Wochen lang wird die Motor City Detroit wieder zum automobilen Nabel der Welt, wenn im Cobo Center die Detroit Motor Show läuft.

Das neue Mercedes G-Modell

Die Mercedes G-Klasse gehört zu den absoluten Urgesteinen der Geländewagenszene. Nach fast 40 Jahren bahnt sich in Detroit nach unendlich vielen Evolutionen nun endlich die Revolution an. Die neue Mercedes G-Klasse erfindet sich komplett neu, ohne ihre Tradition zu verleugnen. VW bereichert die Show mit dem neuen Jetta. Auf dem alten Kontinent eher verschmäht, soll der neue Jetta als kleiner Arteon an seine Verkaufserfolge auf dem US-Markt anknüpfen.

Verkaufserfolge feiert auch der Ram 1500 am laufenden Band. Damit das so bleibt zeigt sich der Pickup in aufgefrischter Form auf der NAIAS. Lexus wird mit der Studie LF-1 Limitless einen Ausblick auf ein großes SUV-Coupé geben. Toyota wird den neuen Avalon zeigen und Hyundai könnte in Detroit die nächste Generation des Veloster enthüllen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/detroit-motor-show-2018-highlights-der-us-automesse-774767.html