Die schrägen Hightech-Cockpits der 80er — Kuriose Innenräume von Porsche bis Lancia

Die schrägen Hightech-Cockpits der 80er — Kuriose Innenräume von Porsche bis Lancia

Die 80er-Jahre bescherten uns frisch geföhnte Volumenfrisuren, Leggings, Pastellfarben, Schulterpolster, Synthie-Pop von Alphaville und abgefahrene Auto-Cockpits. Schauen Sie doch mal rein.

Die vielen Freunde deutscher Nobelmarken wie Audi, BMW und Mercedes müssen wir dieses Mal enttäuschen. Auch Ford-, Opel- und VW-Fans gehen auf diesen zwei Seiten leer aus. Mit wenigen Ausnahmen sind die kuriosen Hightech-Cockpits der 80er nämlich eine Domäne der französischen, italienischen und japanischen Hersteller. Die futuristisch gestalteten Armaturenbretter dienten vor allem dazu, technischen Fortschritt und firmen­typische Individualität zu demonstrieren – manchmal kam noch der Sicherheitsaspekt hinzu. Zwei Grund­elemente aller Science Fiction-Filme spielten dabei ein wichtige Rolle: Digitalinstrumente und Satelliten – genauer: Bedienungs-Satelliten. Zu „Beam me up, Scotty“ war es nur noch ein kurzer Griff.

Die Satelliten-Schüsseln

Die Idee der Bedienungs-Satelliten, der wir uns hier verstärkt widmen wollen, ist bestechend: Alle Schalter, Tasten und/oder Knöpfe rücken so nahe an das Lenkrad heran, dass diese bedient werden können, ohne die Hände vom Steuer zu nehmen. Offenbar stellten sich die Cockpitdesigner einen Fahrer wie Keyboarder Keith Emerson vor, der beim Fahren mit den beiden Daumen das Lenkrad hält, während seine restlichen Finger auf den vielen Knöpfen eines Synthesizers herumspielen. Das Ganze diente vor allem dem Sicherheitsaspekt, damit beide Hände ständig am Lenkrad bleiben.

Nur: Warum finden wir in einem für seine Sicherheit so gepriesenen Mercedes, Saab oder Volvo keine Bedienungs-Satelliten, sondern ganz konventionell auf dem Armaturenbrett und auf der Mittelkonsole angebrachte Schalter und Knöpfe? Vielleicht gibt uns der Prospekt des Subaru XT von 1986 einige wichtige Hinweise: „Bei aller Progressivität, die den Subaru XT Turbo Allrad auszeichnet, eines bietet er nicht: pseudo-futuristische Spielereien im Armaturenbereich.“

Übersicht und Ergonomie

Weiter heißt es trotzig: „Im Gegenteil: Das Cockpit ist nach dem Grundsatz größtmöglicher Übersichtlichkeit und Bedienungsfreundlichkeit gestaltet.“ Dazu zählt auch das höhenverstellbare Lenkrad, „das nie die Sicht auf eine Anzeige verdeckt“. Dabei bewegt sich der gesamte Instrumententräger mitsamt den beiden Bedienungs-Satelliten auf und ab. Dies erleichtere auch das Ein- und Aussteigen. Vielleicht fuhren deshalb bevorzugt ältere Damen das hochbeinige Allrad-Turbo-Coupé mit seinen sportlichen 136 PS.

Doch der eigentliche Satelliten-Pionier war eindeutig Citroën. Mit dem CX von 1974 erhoben die Franzosen das bewährte Einspeichenlenkrad, den Lupentacho und die Bedienungs-Satelliten zum Standard, der vom kleineren BX ab 1982 weitergepflegt wurde. Beim BX kommt ein weiteres Designelement der 80er-Jahre hinzu: eckige Formen und die Aufteilung des Cockpits in verschieden große Kästen.

Doch was hielten die Tester von auto motor und sport vom BX-Cockpit? Nur wenig Gutes: „Wäre nicht alles in sehr irdischem und keineswegs appetitlich anzuschauendem Plastik gehalten, man könnte sich gerade ins Raumschiff Enterprise versetzt fühlen.“ Dann hagelt es weiterhin die Kritik, dass die Bedienung der Satelliten „eine längere Gewöhnung“ brauche, dass es zu „Fehlgriffen“ komme und dass die gotisch-schlanken Ziffern des Lupentachos „grotesk gestylt“ seien.

Das klingt aus heutiger Sicht doch alles sehr aufregend und liebenswert.

Beta, Dedra, Tempra

Dann gibt es noch Fiat und Lancia, die in den 80ern unermüdlich und zum Verdruss der Käufer mit spacigen Cockpits protzten, auch im braven Fiat Tempra oder im Lancia Dedra. Die darin eingebettete Kontroll- und Komfort­elektrik/-elektronik spielte meistens verrückt. Markantestes Beispiel ist der Lancia Beta Trevi von 1980, die nachgereichte Stufenheckvariante des bereits 1974 vorgestellten Lancia Beta mit Schrägheck.

Das schwarze Plastik-Cockpit des Trevi sieht so aus, als hätte man mit verschiedenen Kalibern darauf geschossen. Was die Italiener damit erreichen wollten, steht im Prospekt: „aktive Sicherheit“ und „ergonomische Gesichtspunkte“.

Ein „neuartiges integriertes Kontrollsystem“ diene außerdem zur lückenlosen Überwachung der Technik. Doch bei aller Funktionalität: „Der italienische Sinn für Formschönheit hat ein großes Wort mitzureden.“Dem können wir nur zustimmen und jedem 80er-Fan raten, auch mal in die Autos reinzuschauen. Denn dort zeigt sich oft noch mehr als an den vom Fahrtwind geglätteten und mit viel Plastik verhütteten Karosserien echter Individualismus.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/kuriose-auto-cockpits-80er-design-innenraum-12421793.html

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Der erste Porsche 911 — Nr. 57 erstmals öffentlich zu sehen

Das Porsche Museum zeigt in einer Sonderschau ältesten Elfer der Werks-Sammlung. Das rote Coupé trägt die Fahrgestellnummer 300.057 und entstand im Oktober 1964 als eines der ersten Serienmodelle des Sportwagens noch unter der Typbezeichnung 901.

Porsche hatte den Nachfolger des 356 ursprünglich unter der Typbezeichnung 901 entwickelt und vorgestellt. Nur wenige Wochen nach Produktionsbeginn musste das Coupé im Herbst 1964 wegen eines markenrechtlichen Einspruchs von Autobauer Peugeot jedoch umbenannt werden und hieß fortan 911. Alle bis dahin produzierten Kundenfahrzeuge waren zwar unter der Bezeichnung 901 gebaut, aber als 911 verkauft worden. Eine dieser Raritäten fehlte 50 Jahre lang in der Werkssammlung von Porsche.

TV-Team entdeckt Klassiker

Aufgestöbert hatte die Rarität 2014 das TV-Team der Doku-Soap „Der Trödeltrupp – Das Geld liegt im Keller“ beim Verwerten einer längst aufgegebenen Sammlung in einer Scheune. Dort waren sie auf zwei 911 aus den 1960er Jahren gestoßen. Bei der Rückfrage im Porsche Museum stellte sich heraus, dass einer der beiden Sportwagen mit der Fahrgestellnummer 300.057 zu den seltenen Exemplaren zählt, die vor der Umbenennung gebaut wurden. Das Porsche Museum kaufte beide 911 zum Schätzpreis unabhängiger Sachverständiger an und schloss damit eine wichtige Lücke in der Sammlung bedeutender Klassiker der Marke.

Drei Jahre investierte Porsche in die Restaurierung des Klassikers. Der stark von Rost zerfressenen Sportwagen wurde mit zeitgenössischen Originalblechen wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Motor, Getriebe, Elektrik und Innenausstattung wurden nach dem gleichen Prinzip instandgesetzt. Grundsätzlich ging dabei der Erhalt von Teilen und Fragmenten vor den Ersatz.

Zu bewundern ist der 901 Nr. 57 eigt in der Sonderschau „911 (901 Nr. 57) – Eine Legende nimmt Fahrt auf“ vom 14. Dezember 2017 bis zum 8. April 2018 im Stuttgarter Porsche Museum.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/der-erste-porsche-911-nr-57-erstmals-oeffentlich-zu-sehen-1107636.html

Sportwagen-Neuzulassungen November 2017 — Ford schlägt Porsche und Mercedes

Die Statistik sieht für den November 2017 ein kleines Plus bei den Neuzulassungen von Sportwagen. Doch welcher Sportwagen ist Deutschlands Liebling?

Unter den Sportwagen liefern sich Porsche 911 und die Mercedes E-Klasse als Coupé einen permanenten Führungswechsel im Segment. Hin und wieder stört aber ein Mitbewerber das Duell. So auch im November 2017, denn der Ford Mustang holt sich den Sieg mit 648 Neuzulassungen. Knapp dahinter rangiert im Berichtsmonat das E-Klasse Coupé, das vom Kraftfahrt Bundesamt in Flensburg als Sportwagen geführt wird. Erst auf dem Bronze-Rang fährt der Porsche 911 über die Ziellinie.

Porsche 911 2017 an der Spitze

Im Jahresverlauf steht der Porsche mit 7.199 Neuzulassungen an der Spitze des Segments, dahinter reihen sich Audi TT mit 5.533 Neuzulassungen, Ford Mustang mit 5.356 Neuzulassungen und das E-Klasse Coupé mit 5.152 Neuzulassungen ein.

Auffällig in der Monatsstatistik sind die Zulassungsquoten der Marke Aston Martin. Alleine fünf Modelle – vom Vanquish bis zum DB11 sind im Ranking vertreten. Zum Vergleich: Porsche kommt auf drei Modelle, Mercedes auf vier Fahrzeuge und Ferrari auf drei Sportwagen. Auch ein Blick auf die Quote der gewerblichen Halter lohnt sich bei den Sportwagen. Diese liegt traditionell deutlich höher, als in anderen Segmenten. So kommt der Mustang auf eine Quote von 74,7 Prozent, das E-Klasse Coupé erreicht 62,5 Prozent und der Porsche 911 steht bei 63,3 Prozent. Die meisten privaten Halter kann der Toyota GT86 mit 84,6 Prozent auf sich vereinen.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen das Gesamtranking der Sportwagen-Neuzulassungen im November 2017.

Hinweis: Bei der Zulassungsstatistik handelt es sich um die offiziellen Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg. Die Einteilung in die jeweiligen Klassen erfolgt per Schlüsselnummer über die Hersteller. In der Statistik können auch Modelle erscheinen, die es nicht auf den deutschen Markt gibt, oder nicht mehr gebaut werden. Diese Besonderheit kann bei der KBA-Statistik auftreten, wenn z.B. ausländische Fahrzeuge erstmals in Deutschland zugelassen werden oder Fahrzeuge eine neue Ident-Nr. erhalten.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/sportwagen-neuzulassungen-november-2017-ford-schlaegt-porsche-und-mercedes-7778112.html