Die Zukunft von Kia — Kia fordert Ende der „Diesel-Hysterie“

Kia will mit zahlreichen elektrifizierten Modellen auf die Überholspur. Gleichzeitig fordert Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Deutschland, eine sachliche Debatte zum nach wie vor notwendigen Dieselmotor.

Trotz aktuell steigender Absatzzahlen der Marke in Deutschland macht sich Kia-Geschäftsführer Steffen Cost auf einer Presseveranstaltung dafür stark, den Dieselmotor nicht in Bausch und Bogen zu verdammen. Er sei „mehr als unzufrieden darüber“, wie die Dieseldebatte derzeit geführt werde, in der „sehr wenig Fakten und sehr viel Politik“ zum Tragen kämen. Auf absehbare Zeit gäbe es laut Cost schlicht keine Chance, ohne den Dieselmotor die angestrebte CO2-Reduzierung zu erreichen.

Die Statistik gibt Cost recht: Die dramatisch rückläufigen Zulassungszahlen für Diesel-Pkw sorgen dafür, dass die durchschnittlichen CO2-Emissionen neu zugelassener Pkw seit kurzem wieder steigen, nachdem sie zuvor jahrelang zurückgegangen waren. Ein Neuwagen in Deutschland kam 2017 auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 127,9 g/km.

EU-Grenzwerte schwer zu schaffen

Dass mit solchen Werten die bis 2020 vorgeschriebene Reduktion auf durchschnittlich 95 g/km CO2 in weite Ferne rückt, hatte zuletzt auch Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Detroit Motorshow zu bedenken gegeben. Eine schnellstmögliche Abhilfe durch Elektroantriebe sieht Steffen Cost indes nicht, denn nach wie vor gäbe es große unbewältigte Probleme wie etwa die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen zur Batteriefertigung oder die Ladeinfrastruktur.

Dass Kia keine große Freude am zuletzt dramatisch eingebrochenen Dieselmarkt hat, ist nachvollziehbar. Denn obwohl die Marke 2017 in Deutschland um starke 5,9 Prozent zulegen konnte, war das in erster Linie auf erfolgreiche Kleinwagen und Kompaktklässler zurückzuführen. Bei den zuvor extrem erfolgreichen SUV Sorento und vor allem Sportage, dem meistverkauften und für die Marke natürlich auch lukrativsten Kia überhaupt, brachen die Absatzzahlen dramatisch ein – Folge der Dieseldebatte.

Mehr elektrifizierte Verbrenner

Die wird sich aber laut Cost sehr bald versachlichen, alleine aufgrund der verfügbaren Technik. So kündigte er an, innerhalb von 12 Monaten alle Kia-Diesel beim Stickoxid-Ausstoß auf oder unter den Level der Benziner zu drücken. Einen Ausblick auf die entsprechende Entwicklung der Marke in den kommenden Jahren gab er ebenfalls. Kia will in naher Zukunft die herkömmlichen Verbrenner elektrifizieren, wobei sowohl für Diesel- als auch für Benzinmotoren mindestens die 48-Volt-Technik für Mildhybride zum Einsatz kommt.

Bereits jetzt sieht sich Kia in Sachen Hybrid gut aufgestellt, der Verkaufsanteil alternativer Antriebe bei Kia lag zuletzt bei 7,6 Prozent, man liege in Sachen Hybridverkäufe in Deutschland auf dem zweiten Platz (hinter Toyota), so Cost. Bis 2025 sollen 16 weitere elektrifizierte Kia-Modelle folgen, außerdem plant das Unternehmen bereits 2020 die Einführung eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs in Serienfertigung. Noch vor dem Wasserstoff-Wagen will Kia in Deutschland einen Diesel-Mildhybrid vorstellen. Eine Studie dazu hatte Kia 2014 in Verbindung mit dem Optima gezeigt. 10 Milliarden US-Dollar investiert der Mutterkonzern Hyundai Motor Group bis 2025 in die Entwicklung.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/kia-zukunft-antriebe-in-europa-bis-2025-736434.html

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