Dreckiges Spiel der Motorpresse!

Dreckiges Spiel der Motorpresse!

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Es gibt eine neue Stufe der Eskalation im Spiel zwischen klassischer Motorpresse und freien Bloggern.

Wie mir aus zuverlässiger Quelle bestätigt wurde, gibt es klare Ansagen aus den Verlagshäusern, keine Termine mit Bloggern zu besetzen! 

Zuerst habe ich es nicht glauben wollen, was ich da hörte. Zuerst dachte ich an eine Ausrede. Mittlerweile ist es mir jedoch zum zweiten Mal bestätigt worden. Leider – was ich verstehen kann – will keiner der Beteiligten mit seinem Namen eintreten. Denn was dann passieren würde, würde eine riesen Lawine lostreten. Es wäre ein konkreter Eingriff in die Presse-Freiheit, wenn Verlage an die Automobil-Hersteller heran treten und verlangen, die Presse-Termine der wichtigen Automobilen  Neu-Vorstellungen „Blogger-Frei“ zu halten

Selbst ich – als „Blogger“ – habe einen Presse-Ausweis. Ich bin Mitglied im VdM – ich unterstütze den Verband mit meinem Beitrag und ich arbeite für eine Erneuerung des sepiafarbigen Bildes der Motorjournalisten. Journalismus hin, Journalismus her – es gibt viele Diskussion über die Frage, wie weit die Medien im Umfeld der Automobil-Industrie überhaupt frei arbeiten und agieren können.  Darum geht es in diesem Beitrag  jedoch nicht.

Aber bin ich überzeugt – es gibt eine Form von „Motor-Journalismus“ der erfolgreich gelebt werden kann. Ohne dass hierbei Kollegen vom Pflaschenpfand und den Reisekosten leben müssen. Und ich bin überzeugt, auf der Seite der Automobil-Hersteller gibt es auch ein gesundes und berechtigtes Interesse daran, auch Artikel zu lesen, die nicht nach dem verlängertem Arm der eigenen PR aussehen! Und ich bin überzeugter Vertreter der höchst subjektiven Berichterstattung.

Nach dem es in diesem Jahr einen richtigen Buzz gab und viele Hersteller – endlich auch die großen, wie Audi – die Zusammenarbeit mit den Bloggern gesucht hat, baut die Seite der Verlagshäuser enormen Druck auf. Man hat Angst um die Exclusivität der Berichterstattung. Hierfür gibt es in diesem Jahr gute Beispiele. Die Neu-Vorstellung des Audi A3 oder der neuen A-Klasse. Bei beiden wichtigen Volumen-Modellen waren Blogger vor Ort. Und in beiden Fällen scheint es den Verlagshäusern Reichweite geraubt zu haben.

Und gerade um diese Reichweite sorgen sich die großen Verlagshäuser. Verständlich.  Wenig Verständnis habe ich jedoch für die „dreckigen“ Spielchen die nun begonnen werden. Die PR-Abteilungen der Hersteller vor die Wahl zu stellen: „Entweder ist der Termin „Blogger-frei“ oder wir ignorieren ihn!“ Das ist ein Tiefschlag gegen die Presse-Freiheit, unter der diese Termine stehen sollten und ein feistes Beispiel für die unverblümte Vermischung von wirtschaftlichen Interessen unter dem Deckmantel des Presse-Rechts!

In diesem Sinne:

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Mahatma Gandhi

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Das Spiel ist noch nicht zu Ende, aber mittlerweile sind wir schon im Teil 3 von 4!
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Bjoern

Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

http://about.me/bhabegger

110 Comments

  1. Lieber Björn, dazu würde mich wirklich der Original-Wortlaut und die Original-Begründung interessieren (das geht ja ohne Namen). Ich versteh Deine Verärgerung, aber in dieser vagen Form kann man das Thema nicht vernünftig diskutieren. Care to elaborate?

    1. Hallo Clemens,

      derzeit passiert sehr viel. Vermutlich kommt noch etwas nach. Derzeit kann ich nur sagen, was mir gesagt wurde: Wobei ich Wert darauf lege, dass der Kollege eben nicht getan hat – was man verlangt.

      Den Wortlaut des Verlags kann ich nicht wieder geben, da ich nicht direkt angesprochen wurde.

      LG
      Bjoern

  2. Moin!
    Wieso schreibst du „Es wäre ein konkreter Eingriff in die Presse-Freiheit..:“ (zumal du doch eine Bestätigung aus „zuverlässiger Quelle hast“)? Es IST doch ein Eingriff in die Pressefreiheit, sogar ein sehr schwerwiegender, der SOFORT und UMGEHEND beseitigt werden muss. Also Butter bei die Fische und ran an die Arbeit!

    Ahoi!
    Dietmar

    1. Es wäre, hätte ich die Bestätigung schriftlich und könnte diese verwenden. Klare Sachlage – ich habe eine Info bekommen. Ich finde diese „heftigst“ und ich wurde gebeten, keine Namen zu nennen. Ganz einfach.

    2. Ich hoffe – der Wirbel der verursacht wird, überzeugt „Wissende“ meine Aussagen zu bestätigen. Dann wird es auch wirklich „unterhaltsam“.

  3. Der Frust der „echten“ Zeitungs-Journalisten (ja man kann Journalismus studieren), kann nur daran liegen, dass die meisten Blogger sich derart unverschämt über die Buffets bei den Veranstaltungen hermachen, dass am Schluss immer nur diese ungenießbar harten Nußecken für die Print-Journalisten übrig bleiben!!! Da will man uns natürlich nicht mehr haben! Ich ärgere mich aber auch immer darüber, obschon ich meine Frischobst-Brotdose immer dabei habe.
    Interessanter wäre aber die Frage (wenn es denn mehr als ein Gerücht ist), ob die Autohersteller sich darauf einlassen. Und wenn ja, welcher Hersteller?

    1. Ich denke es ist weniger Frust, „der Journalisten“ – als schlicht die Sorge der Verlagshäuser um Reichweite (klickzahlen) im Netz. Es gibt einige „studierte Journalisten“ mit denen komme ich gut aus und viele andere Blogger auch. Es ist kein „Kampf“ zwischen „Motor-Journalisten“ Print und „Motor-Bloggern“ Online – es ist ein Zeitenwende, die bei den Verlagshäusern ankommt und aus wirtschaftlichen Interessen wehrt man sich. Verstehe ich sogar. Nur die Art, die ist verkehrt.

      Natürlich nenne ich keine Namen! Soviel Anstand, muss sein!

  4. Sorry, aber ich finde es schön. Schön zu sehen, wie hilf- und ratlos diese Verlagsdinosaurier immer noch sind. Und auch wenn das akut nicht tragbar ist, gilt es am Ende nur auf das finale Zitat von Ghandi zu verweisen. Nicht zuletzt, da es in Verlagshäusern noch ganz andere Dinge gibt, die nur unter vorgehaltener Hand umhergehen, und ähnlich desaströs das Steinzeitdenken der Verlagshäuser mannifestieren! Keep on und Gruß. Ralf

  5. Wir als Blogger haben kein Problem mit den Prints, wir beschweren uns ja auch nicht, bei den Autoherstellern.
    Super das du drauf aufmerksam machst Björn.
    Danke!

  6. Ich verstehe diese Reaktion der Verlage nicht so ganz, aber ich bin auch nicht so bewandert in der ganzen Automobilbranche. Vergleicht man diese Branche aber mit der Modebranche sieht man, dass es auch anders geht. Da existieren Blogger und Magazine nicht nur nebeneinander, sie bereichern sich auch noch gegenseitig. Und wie man da sehen kann macht das auch wirklich Sinn. Wie kommt es, dass die eine Branche es als neue Chance die andere als Bedrohung sieht?

    1. Liebe Anja, die MODEBRANCHE ist unter allen Medienteilen die mit Abstand krankeste. Dagegen ist Motorjournalismus Kohls blühende Wiesen im Osten. Es ist in der Modebranche de facto nicht möglich, irgendwas Handfestes zu schreiben, weil schon Wertungen „so mittel“ ein absoluter faux pas sind.

  7. Ich finde das nicht verwerflich – die Verlage dürfen ruhig drohen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Drohung ernstzunehmen ist, schließlich ist das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Anzeigenkunden und Fachblättern ein ziemlich einseitiges. Es gibt zudem auch genug alternative Medien, die sich an den Bloggern nicht stören dürften (und genau so gerne Werbegelder einstreichen).

  8. Ach je. Die Sichtweise ist aber auch nichts Neues. Es geht wohl nicht nur um Reichweite, sondern auch um Exklusivität. Das Problem der Printler ist, dass Blogs sofort über neue Modelle schreiben, also quasi parallel zum Termin. Die meisten Medien veröffentlichen aber erst mit Verspätung wegen der Vorlaufzeit für Druck und Grosso. Sonst müssten die Hersteller die Termine nicht so weit vor die Markteinführung legen. Da Online-Medien aber früher berichten, ist die Exklusivität und das SEO eingeschränkt. Das kostet Käufer und Klickzahlen. Die Automobil-Verlage machen interessanterweise die gleichen Fehler, wie die Tageszeitungen vor ihnen. Statt mit Blogs zu arbeiten, statt Blogger als Autoren anzuwerben, sucht man eher die Konfrontation und startet den Versuch, die eigene Nische zu bewahren. Was auf Dauer keine richtige Lösung ist.

  9. Letztendlich sind es alles Wirtschaftsunternehmen. Das hat mit freier Berichterstattung nichts zu tun.
    Ohne jemanden ankreiden zu wollen: das Ganze funktioniert auch andersrum „Wir schalten keine Anzeigen mehr, wenn ihr nicht über unseren XYZ schreibt.“
    Letztendlich liegt es aber am Hersteller, ob er sich die Pistole auf die Brust setzen lässt oder sich mit kugelsicherer Weste einfach weiter auf die Blogger einlässt,

  10. Unglaublich! Und schön, dass Du darüber schreibst!

    Im Techbereich gibt es auch ein paar Hersteller, die Pre-Pre-Launch Termine für die „richtige“ Presse vergeben.

    Wichtig ist es, solche Dinge immer wieder anzusprechen. Denn den meisten Lesern in DE ist noch zu wenig klar, welchen Wert Blogs für die Medienlandschaft haben.

    Wenn Du mal eigene Videos produzierst, sag mir bescheid 😉

    LG vom Wannsee,

    Sebastian

Zukunft der Mittelklasse — Alle Infos und Fotos zu A4, 3er, C.Klasse und Co.

Die Mittelklasse erfindet sich gerade mal wieder neu, denn mit einer behutsamen Evolution ist es nicht getan. Der vorgezeichnete Weg zur Elektromobilität und zum autonomen Fahren erfordert neue Konzepte, und der Trend zum SUV knabbert weiter am klassischen Portfolio.

So rechnet Audi-Chef Rupert Stadler bereits für 2025 mit einem SUV-Anteil von 50 Prozent in seiner Modellpalette, aktuell liegt er hierzu- lande noch bei 25 Prozent. Mit Folgen für das übrige Programm: Der A4 – lange Zeit Bestseller und Umsatzbringer der Marke – verliert an Bedeutung und Stückzahl. In Deutschland belegt er zwar von Januar bis September als erfolgreichster Audi Platz sechs bei den Neuzulassungen, doch speziell im wichtigen China-Markt schwächelt der Absatz.

Neuer Audi A4 kommt mit A8-Touchscreens

Als Hauptproblem gilt das Design, das sich zu wenig vom Vorgänger und von den Schwestermodellen unterscheidet. Abhilfe soll ein umfassendes Facelift schaffen, das allerdings noch bis Juni 2019 auf sich warten lässt. Dabei geht es nicht nur um kosmetische Retuschen im Detail, sondern um einen kraftvolleren, „lauteren“ Auftritt, der teure Änderungen am Blech erfordert. So sind die Radhäuser stärker ausgestellt, die Scheinwerfer deutlich flacher gestaltet und der Frontgrill in die Breite gezogen. Zudem werden die einzelnen Lines optisch klarer differenziert.

Im Cockpit halten analog zum neuen A8 und A7 zwei Touchscreens für Infotainment sowie Klima- und Komfortfunktionen auf der Mittelkonsole Einzug, die den bisherigen MMI-Controller ersetzen. Des Weiteren wird die Antriebspalette sukzessive hybridisiert und auf ein 48-Volt-Bordnetz umgestellt, um längeres „Segeln“ (bis 22 km/h) und mehr Rekuperation zu ermöglichen. Und während der S4 3.0 TFSI nach kurzer Homologationspause schon jetzt wieder lieferbar ist, kommt im nächsten Sommer erstmals ein S4 TDI mit V6-Biturbodiesel und rund 350 PS hinzu.

Der Modulare Längsbaukasten für Verbrennungsmotoren bleibt auch über den nächsten Modellwechsel hinaus (2022/23) erhalten, weil klassische Bauformen und Antriebsarten in vielen Märkten weiter dominieren. Nur die ganz Großen wie der VW-Konzern können sich parallel dazu eine völlig eigenständige Elektro-Plattform wie den Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) leisten, den auch Audi für seine neue e-tron-Familie nutzt. So wird der A4 keine zusätzliche Elektrovariante, sondern ab 2019 einen weiteren hausinternen Rivalen neben A5 und Q5 bekommen – den außen nur wenig größeren, aber wegen des platzsparenden Antriebs innen deutlich geräumigeren e-tron Sportback.

BMW 3er wird leichter und wächst

Auch BMW baut seine i-Palette weiter aus, setzt dagegen auf eine gemeinsame Cluster-Architektur (CLAR) für alle Antriebsarten und Baureihen mit Hinterrad- oder davon abgeleitetem Allradantrieb. Laut Firmenchef Harald Krüger soll künftig jede Baureihe auch rein elektrisch fahren können, den Anfang macht 2020 der X3. Ein Jahr später kommt dann der i4 mit zwei E-Motoren, Allradantrieb und -lenkung, Torque Vectoring und teilaktiver Radaufhängung wie in der IAA-Studie Vision Dynamics. Statt einer teuren Carbonstruktur nutzt der Stromer jedoch die weiterentwickelte CLAR-Basis mit gewichtsoptimierten Werkstoffen zur Kompensation der schweren Batterien.

Beim nächsten 3er dürfte die reine E-Variante auf den meisten Märkten eine Randerscheinung bleiben, denn für 2025 erwartet BMW nur noch eine E-Auto-Quote von 20 statt der einst avisierten 25 Prozent. Damit auch bei den konventionellen Modellen Verbrauch und Emissionen spürbar sinken, wird die Anfang 2019 mit der Limousine startende siebte Generation um rund 40 kg leichter und mit feingetunten Turbomotoren ausgerüstet – Stichwort Elektrifizierung und 48-Volt-Mildhybrid. Trotz der um sechs Zentimeter gewachsenen Länge soll auch die Fahrdynamik von der Diät profitieren.

Ab 2021 kommt die neue Mercedes C-Klasse

Obwohl Mercedes erst sechs Jahre nach BMW (2019) eine separate Elektrosparte an den Start bringt, verfolgt die Marke eine ähnliche Strategie. Die EQ-Modelle nutzen einzelne Komponenten aus dem großen Technikbaukasten des Konzerns, sind aber ansonsten völlig eigenständig. Schließlich erlaubt der kleinere E-Antrieb ein besseres Package, das der rund 4,70 m langen EQ Limousine im Format der C- das Raumvolumen einer E-Klasse beschert. Doch während sich das Design dauerhaft von dem des traditionellen Portfolios unterscheidet, werden die Plattformen für Verbrenner und E-Autos ab 2025 sukzessive zusammengeführt.

Die nächste C-Klasse (W 206, ab Anfang 2021) nutzt jedoch über ihre gesamte Laufzeit den MRA-II-Baukasten, bleibt auch in Format und Design der bisherigen Linie treu. Allerdings kommen weitere Ableger hin- zu, zumindest ein Kombi im Offroad-Look namens All-Terrain sowie das viertürige Coupé CLC im Stil des größeren CLS sind gesetzt. Die gerade erst vorgestellten Vier- und Sechszylinder (Benziner und Diesel, auch als Plug-in-Hybrid) bieten noch viel Potenzial, während eine reine E-Variante nicht zur Diskussion steht.

VW entwickelt den Passat weiter – Alfa kommt mit Giulia-Kombi

Selbst jenseits des deutschen Premium-Trios stellt sich die Mittelklasse neu auf. Nach den Erschütterungen des Dieselskandals ist der VW-Konzern voll auf die Elektromobilität eingeschwenkt, fährt aber noch auf lange Sicht zweigleisig. Denn neben der rein elektrischen, optisch futuristischen I.D.-Familie, zu der ab 2021 auch die Fließheck-Limousine Lounge gehört, werden die klassischen Modelle wie der Passat weiterentwickelt und hybridisiert; der nächste Schritt kommt zum Facelift im Herbst 2018.

Ähnlich geht Skoda beim Vision E vor, der zwar mit 4,65 m Länge auf Octavia-Niveau liegt, aber als coupéartiger Elektro-Crossover völlig neue Kunden anspricht. Während Alfa Romeo und Volvo weiterhin fest an die Zukunft von Limousinen und Kombis glauben, stellt man bei Toyota den fertig entwickelten Avensis-Nachfolger grundsätzlich infrage und überlegt, stattdessen nur noch einen Crossover anzubieten. Es bleibt also spannend, denn mit Mittelmaß kann man in der Mittelklasse längst keinen Blumentopf mehr gewinnen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/mittelklasse-zukunft-von-audi-a4-bmw-3er-mercedes-c-klasse-10216992.html

Absatzquote für emissionsfreie und emissionsarme Autos — Bedeutet die Jamaika-Verkehrspolitik das Verbrenner-Ende?

In den Sondierungsgesprächen zwischen der Union, den Grünen und der FDP wurde auch das Thema Verkehr heiß diskutiert. Künftig wolle man nur noch emissionsfreie Neu-Fahrzeuge zulassen. Das Ende des Verbrennungsmotors?

In einem Sondierungspapier zum Thema Verkehr heißt es, man habe sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten zwanzig Jahre den Zeitpunkt zu erreichen, an dem nur noch emissionsfreie Neuwagen beim Händler stehen. Um diese Zielsetzung voranzutreiben, sollen alternative Antriebe verstärkt gefördert werden. Beispielsweise durch eine dynamische Absatzquote von fünf Prozent, die ab 2020 in Kraft treten soll und für die Hersteller gilt. Jedenfalls dann, wenn der Prozentsatz der Zulassungen emissionsfreier Autos im Jahr 2019 noch unter 3,5 liegen sollte. Zudem werden die Autobauer in der Diesel-Frage in die Pflicht genommen. Eine wirksame und überprüfbare Nachrüstung soll die bereits im Verkehr befindlichen Selbstzünder zu Saubermännern machen.

Bonus-Malus-System bei Kfz-Steuer

Für die Verbraucher heißt es „Zuckerbrot und Peitsche“. Als Kaufanreiz soll ein effektives Bonus-Malus-System in die Kfz-Steuer eingearbeitet werden, um die Anschaffung von emissionsarmen und elektrischen Fahrzeugen zu befeuern. Fahrverbote in Städten stünden ebenso auf dem Zettel wie auch eine bundesweite blaue Plakette, schreibt etwa das Handelsblatt. Der bisherige Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte besagte Plakette bis zuletzt entschieden abgelehnt.

Als zusätzlichen Baustein auf dem Weg in die emissionsreduzierte Zukunft sieht das Bündnis die Begünstigung der Dienstwagenbesteuerung von effizienten Autos. Sie sollen beim geldwerten Vorteil aufkommensneutral besser gestellt werden, geht aus dem Sondierungspapier hervor.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/verkehr-politik-jamaika-koalition-verbrennungsmotor-ende-2017-12800528.html