Elektro-Kleinwagen Redspace Reds — Chris Bangles bunter Zauberwürfel

Elektro-Kleinwagen Redspace Reds — Chris Bangles bunter Zauberwürfel

Ein Mini-Bus mit nahezu senkrechten Karosserieflanken, zwei Schiebetüren, fünf Sitzplätzen, einem Lenkrad zum Wegklappen und Elektroantrieb: Das ist der Stadtwagen aus dem Studio von Chris Bangle.

Bangle is back: Auf der L.A. Autoshow zeigte er, was sich sein Designstudio in Zusammenarbeit mit CHTC (China Hi-Tech Group Corporation) zur urbanen Mobilität der Zukunft für Gedanken gemacht hat. Und das passt zu Bangles Wirken in der Vergangenheit: Die Karosserieflanken des Mini-Buses sind so flächig senkrecht, wie es der Heckdeckel des ersten 7er-BMWs (E65) aus der Feder von Chris Bangle waagrecht war, die Frontscheibe sieht aus wie ein Viertel eines riesigen Trinkglases und ist nach hinten geneigt, die A-Säulen sind quietschorange.

Schiebetüren und Drehsitz

Öffnen die zwei elektrischen Schiebetüren, nehmen sie die Ränder des ultraebenen Daches mit, auf dem Solarzellen Strom erzeugen. Dass sei praktisch, weil es die Passagiere vor Regen schütze, so Exterieur-Designer Paolo. Er demonstriert mir mit großem Enthusiasmus, wie sich der mittig montierte Fahrersitz auf dem ebenen Boden so verschieben und drehen lässt, dass er der Rückbank zugewandt ist. Dazu muss das Lenkrad nach vorne geklappt werden, was von außen seltsam aussieht, weil das Steuer dann zur Frontscheibe hinauszublicken scheint. Aber die Variabilität der Sitzanordnung ist Vorbereitung auf autonom fahrende Varianten der Zukunft und soll der Verwendung von Stadtautos Rechnung tragen, die nur 10 Prozent ihres Lebens unterwegs sind und sonst stehen. Dementsprechend ist der Reds konsequent von innen nach außen gedacht, um möglichst vielen Personen einen möglichst variablen Innenraum zu bieten

Mit 2,97 Meter Länge ist der Reds nur etwa 20 Zentimeter länger als ein Smart. Auf Breite 1,66 Meter Breite und 1,76 Meter Höhe sollen trotz des bescheidenen Radstandes von 1,44 Metern bis zu fünf Personen Platz finden. Aber nur, wenn das Fahrzeug parkt. In Fahrt dürfen nur vier Passagiere an Bord sein.

Mehr zum Stehen als zum Fahren

Wenn das Auto steht und trotzdem Passagiere an Bord sind, können sie sorglos das Infotainmentsystem nutzen, weil die Solarzellen den Strom dafür erzeugen. Sei speisen ihn in die große Batterie im Fahrzeugboden, die auch den Elektromotor versorgt, der die Hinterräder antreibt. Der Wendekreis soll daher so klein sein, wie beim Smart, die Beschleunigung bis 50 km/h soll besonders flott sein. Über die Reichweite des Redspace Reds ist noch nicht s bekannt, aber die Batterie am Netz laden kann er natürlich auch. Allerdings soll das kabellos, also induktiv funktionieren.

Das unkonventionelle Elektroauto auf der Messe in Los Angeles ist nur ein Showcar, Paolo aber bekräftigt, dass sie mit dem Ziel einer Serienfertigung entwickelt wurde. Erste Tests sind bereits fest geplant. Der Reds soll unter der CHTC-Submarke Redspace gebaut werden, in einer „nahen Zukunft“, wie es heißt. Zuzutrauen sollte CHTC das sein. Das Unternehmen baut unter anderem elektrische Nutzfahrzeuge.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/elektroauto-stadtauto-redspace-reds-chris-bangle-12810407.html

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