Erste Ausfahrt: Der neue VW Polo

Erste Ausfahrt: Der neue VW Polo

Üblicherweise trottet die Automobil-Industrie den aktuellen Multimedia- und Smartphone-Themen immer nur frustriert hinterher. Da hat man tolle Navigationssysteme entwickelt und dann kommt Google daher und lässt die Menschen mit aktuellen Karten, schneller, mobiler – vor allem aber; kostenlos navigieren. Gut, dann eben mp3 integrieren. Kaum war das geschafft, nutzte man seine Musik nicht mehr von einem lokalen Speicher, sondern per Streaming aus der Cloud. Kurzum: Die Entwicklungszyklen in der Automobil-Industrie waren für das, was man im „Internet- und Mobil-Cloud-Streaming-Hipster-Twitter-Facebook-Foursquare-Glympse-Zeitalter“ brauchte, schlicht zu lang.

Der neue VW Polo hat das nun so radikal auf den Kopf gestellt, dass er schlicht als „early adopter“ verstanden werden muss. (Und wer nur wissen will, was es damit auf sich hat, scrollt bis zum letzten Absatz!)

Besser zu früh, als zu spät!

Der neue VW Polo – die erste Ausfahrt

In diesem Artikel sind nicht die falschen Fotos verwendet. Das auf den Fotos ist der neue Polo. Man muss es dazu sagen, denn die Veränderungen sind so marginal, man könnte selbst als Profi in die Verlegenheit kommen, den „neuen“ für den „alten“ zu halten.  Und so bezeichnet das Adjektiv „neu“ in diesem Fall ein Facelift mit dem die Wolfsburger vor allem die inneren Werte des Kleinwagen pflegten.  Was ist denn nun neu am Polo 2014?

  • Er wurde sparsamer
  • Er wurde sicherer
  • Er wurde zum „early adopter“

Zudem bekam er einen Premium-Nachschlag bei der Serien-Ausstattung. Anstelle auf 14-Zoll Felgen, rollen fortan alle Modelle mindestens auf 15 Zoll großen Rädern. Die geteilte Rücksitzbank und der doppelte Ladeboden gehören nun auch zur Grundausstattung. Eine Funkfernbedienung ist weniger überraschend, eine Reifendruckanzeige ist es schon eher – aber beides gehört nun zum Serien-Umfang.

VW Polo Fahrbericht mirror-Link

Sparsamer

Das Motorenprogramm des neuen Polo enthält nur noch Motoren die die EU6-Norm erfüllen. Bei den Benzinern wird im Sommer der neue 1.0 Liter TSI-Motor als BLUEMOTION als sparsamster Motor das Programm vervollständigen und mit 94 Gramm je Kilometer die CO²-Emissionen beeindruckend nach unten schrauben. Der sparsamste Diesel schafft es dennoch, diesen Wert noch einmal zu unterbieten. Mit nur noch 82 Gramm je Kilometer wird man hier den effizientesten Vertreter seiner Klasse im Programm haben.

Der Polo TDI BlueMotion soll nach Norm mit 3.1 Liter auf 100 Kilometer auskommen. Ein beeindruckender Wert. Denn der Polo ist schon seit einer Modellgeneration nicht mehr der Kleinwagen, für den man ihn hält. Mit einer Länge von 3.97 Metern übertrifft die aktuelle Generation den Ur-Ahn um satte 47 Zentimeter.  Weder die Platzverhältnisse im Innenraum, noch die Technik an Board des VW Polo zwingt zum Verzicht.

VW Polo Cockpit Innenram

Sicherer

Mit dem sanften Facelift, die Änderungen im Design sind wirklich so marginal, dass Besitzer des Vorgängers froh sein werden, zogen umso wichtigere Updates bei den inneren Werten in den Polo ein. Während die neuen LED-Scheinwerfer (optional) an der Front eventuell noch auffallen, bleiben die neuen Assistenzsysteme im verborgenen. Bis man sie braucht.

Zwischen 30 und 160 km/h arbeitet der Tempomat nun mit einem Frontradar zusammen. Für den Tempomaten übernimmt das Radar die Entfernungsmessung zum Vordermann und verringert die Geschwindigkeit soweit, damit trotz Tempomat der richtige Abstand eingehalten wird. Ein Feature aus der Premium-Klasse, angekommen im VW Polo. Ebenso wie die Multikollisionsbremse und eine Müdigkeitserkennung. Zusätzlich bekam der neue Polo einen City-Notbrems-Assistenten. Bis 30 km/h kann dieses System Auffahrunfälle in der Stadt vermeiden, oder wenigstens mildern.

Das neue optionale Sportfahrwerk, mit auf Knopfdruck verstellbaren Dämpfern, gehört eher in die Kategorie Fahrspaß denn zum Thema Sicherheit. Doch bei der ersten Ausfahrt hat sich gezeigt, der Polo braucht diese Spielerei nicht. Das Serienfahrwerk ist völlig in Ordnung – wen es nach mehr Fahrspaß dürstet, wird im kommenden Polo GTI den richtigen Partner finden.

VW Polo Multimedia

Besser zu früh – Der „early adopter“

Zum ersten Mal seitdem ich mich mit Autos beschäftige, erlebe ich diese Situation. Volkswagen hat für den neuen VW Polo das bordeigene Multimediasystem so weit aufgebohrt, dass die Schnittstelle Mirror-Link bereits integriert ist und zwar, noch bevor man bei den Smartphone-Herstellern für die notwendige Software gesorgt hat. Der Testwagen war bereits mit der optionalen Schnittstelle „Mirror Link“ ausgerüstet, wollte aber nicht mit meinem Android-Handy kooperieren.  Theoretisch verbindet man das eigene Handy (Mirror-Link wird nur mit Android und Nokia-Symbian-Geräten zusammenarbeiten) per USB-Kabel mit dem Multimedia-System im Fahrzeug, wählt die Option Mirror-Link und erhält die Inhalte vom eigenen Smartphone über das große Touchscreen dargestellt. Zudem wird es Apps geben die Mirror-Link kompatibel sind. Derzeit ist das zum Beispiel Facebook, Glympse und ein paar andere. Das eigene Handy landet dann in einer speziellen Schale, die wiederum eine Verbindung zu einer externen Antenne bereithält (optional). So wird das Handy sicher im Auto verstaut, man kann es über das Multimedia-System bedienen, die Freisprecheinrichtung nutzen und dank USB-Verbindung wird das Handy auch geladen. Kurzum: So stelle ich mir die Zukunft von meinem Smartphone im Auto vor.

Und jetzt kommt das „Aber“: HTC hat angekündigt die aktuellste Android-Version, die dann Mirror-Link unterstützt, im Mai zum Update anzubieten. Für das HTC One. Samsung redet beim S4 über den Sommer und andere Hersteller oder Modelle sind derzeit noch völlig offen. Somit wird tatsächlich – zum ersten Mal – ein Automobil-Hersteller zur Speerspitze einer neuen Technik die sich um Smartphone, Multimedia und „always on“ dreht.

Volkswagen der neue Polo

Der Polo.

Neben LED-Scheinwerfern, neuen Erfolgen bei der Minimierung von CO²-Emissionen und der erwartet guten Verarbeitungs-Qualität eines Wolfsburger-Derivat, ist es in der Tat diese „Mirror-Link-Geschichte“ die mich wirklich beeindruckt hat. Denn, das der Polo – z.Bsp. als TDI mit 90 PS und DSG locker flockig durch die Landschaft trommelt, dabei gewohnt verschliffen die Gänge wechselt und niemals das Gefühl von Leistungsarmut aufkommen lässt, war zu erwarten.

Gewohnt solide wirkt der Innenraum. Knistern und klappern? Das ist dem Polo so fremd wie dem Mittellandkanal echter Wellengang.

Aber das man mit Mirror-Link ausgerechnet im neuen Polo zu den allerersten auf dem Markt gehört – noch bevor die Smartphone-Hersteller ihre Systeme upgedatet haben, ist wirklich eine Überraschung. Eine positive!

 Zu den technischen Daten:

 

Wer sich nur für die Multimedia-Integration interessiert, sollte sich auch die Apple-Lösung durchlesen: Apple CarPlay. (Link)

Fahrberichte von Kollegen:

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

3 Comments

  1. Der kleine neue Polo sieht cool aus, wir haben einen der Vorgängermodelle und sind bis jetzt 75000 km auf der Uhr und keine Probleme, wir werden wieder einen kaufen.

Lotus Elise Cup 260 — Absolut limitierter Rennableger

Der britische Sportwagenbauer Lotus legt mit der Elise Cup 260 eine auf weltweit 30 Fahrzeuge limitierte Sonderserie auf, die ganz dicht am Rennfahrzeug Elise Race 250 bleibt.

Lotus setzt weiter auf Diversifizierung seiner Baureihen und bringt mit der Elise Cup 260 eine neue Modellvariante des leichten Zweisitzers. Diese ist zwar für die Straße zugelassen, soll aber technisch ganz nah am Rennwagen Elise Race 250 liegen. Von der extremsten Elise aller Zeiten sollen nur 30 Exemplare für den gesamten Weltmarkt gebaut werden.

Im Lotus Elise Cup 260 kommt der 1,8-Liter-Kompressormotor auf 253 PS und stellt ab 4.000 Touren ein maximales Drehmoment von 255 Nm bereit. Damit soll der Zweisitzer in 4,2 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen können und maximal 243 km/h schnell werden. Geschaltet wird per manuellem Sechsgang-Sportgetriebe, die Traktion optimiert ein elektronisches Sperrdifferenzial.

Neue Aeroparts für deutlich mehr Abtrieb

Zur Ausstattung des Lotus Elise Cup 260 zählen Vorderradkotflügel mit Entlüftungsöffnungen, die den Abtrieb weiter erhöhen, ein Frontsplitter aus Carbon sowie Carbon-Hauben vorne und hinten und ein großer Heckspoiler – ebenfalls aus Kohlefaserlaminat gefertigt. Alle neue Aerobauteile zusammen sollen den Abtrieb bei Topspeed um 180 kg erhöhen. In den Radläufen drehen sich an einer um 10 mm verbreiterten Spur extrem leichte Schmiedefelgen mit schwarzem Finish in den Dimensionen 16 und 17 Zoll. Vorne sind 205/45er Pneus aufgezogen, hinten drehen sich 235/40er Reifen. Hinter den Felgen lugen rot lackierte Bremssättel hervor. Alle Leichtbauteile zusammen senken das Gewicht der Elise um 15 kg auf trocken 862 kg. Neu sind auch die einstellbaren Federbeine

Den Innenraum haben die Briten mit schwarzem Alcantara mit gelben Kontrastnähten ausgeschlagen. Die beiden Passagiere sitzen in Carbonschalen, der Fahrer greift in ein mit Alcantara bezogenes Sportlenkrad, während sich die Augen an Carbonapplikationen ergötzen können. Die sechs Gänge werden mit einem polierten Schaltknauf angesteuert, kommt die elise zum Stillstand so arretiert ein Lederhandbremshebel die Stopper.

In Deutschland ist die neue Lotus Elise Cup 260 ab sofort ab 76.000 Euro bestellbar.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/lotus-elise-cup-260-daten-infos-marktstart-preis-8563182.html

Alpina XD3 Erlkönig (2018) — SUV mit über 350-PS-Diesel

BMW hat den SUV X3 gerade aktualisiert. Jetzt steht Kleinserienhersteller Alpina in den Startlöchern mit dem ebenfalls renovrierten Alpina XD3 Biturbo.

Mit dem X3 hat Alpina nur einen einzigen SUV im Angebot und der ist auch nur als Diesel zu haben. BMW hat jetzt das Basismodell für den Alpina XD3 renoviert, Zeit für Alpina auch den XD3 zu modernisieren.

Mehr Power mit Diesel aus D5 S

Der neue Alpina XD3 baut wieder auf dem X3 mit Reihensechszylinder-Turbodiesel und drei Liter Hubraum auf. Im noch aktuellen Alpina XD3 leistet der Biturbo-Selbstzünder 350 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 700 Nm. Damit spurtet der SUV in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 251 km/h.

Im neuen XD3 könnte Alpina die Chance nutzen und den Power-SUV noch kräftiger zu machen. Im Alpina D5 S stünde dazu der Biturbodiesel in einer Leistungsvariante mit 388 PS und 800 Nm bereit. Zur Modellpflege gehören selbstverständlich wieder eine neue Frontschürze, eine Vierrohrabgasanlage sowie ein speziell abgestimmtes Fahrwerk und Alpina-Leichtmetallräder.

Sein Debüt dürfte der neue Alpina XD3 auf dem Genfer Autosalon 2018 geben. Die Preise dürften bei rund 70.000 Euro starten.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/alpina-xd3-erlkoenig-2018-daten-infos-marktstart-preis-8876619.html