Erste Ausfahrt: Toyota Aygo – Kleinstwagen mit dem großen X

Erste Ausfahrt: Toyota Aygo – Kleinstwagen mit dem großen X

Kann ich es schaffen, irgendwann ein guter Automobiljournalist sein? Wahrscheinlich nicht, denn bei Presseveranstaltungen der Hersteller bin ich meistens unzureichend vorbereitet: Weder mit einem Zollstock bin ich ausgerüstet, um die Höhe der Ladekante auszumessen, noch besitze ich einen automobilen Almanach, um die Aussage des Pressesprechers sofort verifizieren zu können, dass das vorgestellte Fahrzeug mittlerweile 20 Wettbewerber hat .Uff, so viele? Ja, denn es handelt sich um den neuen Toyota Aygo und der tritt in der mittlerweile hart umkämpften 10.000 Euro Kleinstwagen Klasse an. Ein erster Test zeigt, was man von dieser automobilen Basis erwarten darf.

Der neue Toyota Aygo

Kleinstwagen mit dem großen X

Doch wie teste ich überhaupt, so vollkommen unvorbereitet, aber auch unvoreingenommen? Zu Beginn leitet mich der erste Eindruck und ganz ehrlich: Toyota hat es geschafft, mich zu überraschen. Glich die erste Generation Aygo seinen ebenfalls in Tschechien produzierten Zwillingsbrüdern Citroën C1 und Peugeot 107 wie ein Ei dem anderen, sind die Japaner für die zweite Generation gewaltig über ihren Schatten gesprungen. Ein solch extrovertiertes Design hat man bei Toyota seit… eigentlich noch nie gesehen. Das prägnante X im Gesicht des 3,45 Meter Zwergs mit dem grimmigen Blick, der zackig ansteigenden Fensterlinie und den sichelförmigen Rückleuchten, welche die gläserne Heckklappe förmlich in die Zange zu nehmen scheinen – ja, das hat schon was. Doch leider hält der Innenraum nicht, was die knackige Schale verspricht: Etwas lieblos treffen hier an allen Ecken und Kanten billige Kunststoffarten aufeinander. Wirklich herausstechend im Cockpit ist daher nur ein 7 Zoll Touchscreen, der optional mit einem Navigationssystem, einer Rückfahrkamera und MirrorLink, dem neuesten Standard zur Smartphone Integration im Pkw, erweitert werden kann. Ansonsten helfen nur noch die farblichen Umrandungen von Lüftungsdüsen und Schaltkonsole, um – gegen Aufpreis- ein wenig die Tristesse aus dem Viersitzer zu treiben. Wobei: Wer spricht hier von Viersitzer? Die zweite Sitzreihe ist eigentlich nur zumutbar, wenn Pilot und Co-Pilot ein Körpermaß von 175cm nicht überschreiten.

 

Heiser rauchiger Dreizylinder

Als zweites Testkriterium kommt dann mein Bauchgefühl dazu. Das wird zwar durch den heiser rauchig werkelnden Dreizylinder Motor angenehm massiert, doch leider will der 69PS Floh so gar nicht die Fahrdynamik vermitteln, die ihm die Marketingabteilung auf die Fahnen geschrieben hat. Zu sehr quält sich das Saugmotörchen mit den (je nach Ausstattung) bis zu 985 Kilogramm. Auch zurückschalten in dem etwas gefühllos durch die Gassen rutschenden Fünfgang Getriebe hilft kaum, denn eigentlich wird der Aygo dann nur lauter, aber nicht wirklich schneller. Nein, die Autobahn ist definitiv nicht das Revier des kleinen Japaners. Und die Landstraße im Grunde auch nicht. Dafür bieten die Sitze einfach viel zu wenig Seitenhalt. Aber der Aygo ist wenigstens knauserig im Verbrauch. Auf meiner Testrunde zog der 998 cm³ Motor 5,1l Benzin pro 100km durch die Brennräume. Toyota gibt sogar noch einen Liter weniger an, aber die wollen anscheinend auch nicht zügig ans Ziel kommen.

 

Einstiegspreis ab 9.950 €

Stufe drei meines Testprozederes ist dann erst einmal eine Nacht Schlaf. Die brauche ich, um das Erlebte sacken zu lassen und danach mit den offiziellen Pressetexten abzugleichen, die technischen Daten zu analysieren und Preislisten zu studieren. Hier komme ich dann wieder ins stutzen: Toyota will definitiv seiner jungen urbanen Kundschaft kein X für ein U vormachen, denn es gibt drei Modellvarianten: Den Aygo x, x-play und x-play touch. Obendrein gibt es zum Verkaufsstart 19. Juli auch gleich noch drei Editionsmodelle mit den Namen x-cite, x-clusiv und x-wave, sowie ein umfangreiches Individualisierungsprogramm, um das X im Kühlergrill in unterschiedlichen Farben strahlen zu lassen. Wer jedoch viele X im Konfigurator setzt, der wird auch einen Preis deutlich über dem Einstiegspreis von 9.950 Euro für den Dreitüren ernten. Die fünftürige Topvariante x-play touch für 12.350 Euro lässt sich nämlich mit Leder, der wirklich schicken Sonderfarbe Vulcanorot, Faltdach, und Start-Stop Automatik auch locker über die 15.000 Euro Schwelle wuchten. Zum Glück serienmäßig ist in allen Modellen aber ABS, ESP, Traktionskontrolle und sechs Airbags. Doch das war beim 250 Euro günstigeren Vorgänger auch schon Standard.

 

Fazit der ersten Ausfahrt

Man darf also nicht zu viel erwarten vom neuen Toyota Aygo. Der Kleinstwagen bleibt auch in der zweiten Generation ein grundehrliches Auto im Kampf gegen VW up!, Kia Picanto, Fiat Panda und Co. um die kleinste Parklücke im Großstadtdschungel. Technisch bleibt eigentlich alles beim Alten und nur das Design, sowie das In-Car-Entertainment wurden zeitgemäß aufgefrischt. Ob der Kollege mit Zollstock, Autokatalog und vorab auswendig gelernter Preisliste wohl zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen ist?

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Axel Griesinger
Eigentlich wollte ich Auto Designer werden. Eigentlich würde ich gerne eine private Autosammlung eröffnen. Eigentlich war ich während meiner Schulzeit verdammt schlecht in Deutsch. Eigentlich verstehe ich bis heute nicht, warum ich so gerne über meine Erlebnisse in allem, was vier Räder und einen Motor hat, berichte. Eigentlich könnte ich den ganzen Tag Auto fahren, weil es einfach Spaß macht.

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Aston Martin Vanquish Zagato Shooting Brake — Extrem sportlicher und edler Ladewagen

Nur 99 Exemplare baut Aston Martin von ihm: Der Vanquish Zagato Shooting Brake könnte aus dem Stand heraus zum Sammlerstück werden. Laut Aston Martin Chief Creative Officer Marek Reichman ist die Nachfrage nach dem Wagen größer als das Angebot.

Der neue Aston Martin Vanquish Zagato Shooting Brake gehört zu einer Gruppe von 325 Fahrzeugen. Schließlich baut Aston Martin auch noch 28 Vanquish Zagato Speedster, 99 Vanquish Zagato Coupés und 99 Vanquish Zagato Volante. Die in Kooperation mit dem italienischen Designbüro entwickelten Vanquish-Modelle basieren auf dem Vanquish S, sind also mit 592 PS aus einem 5,9-Liter-V12-Sauger unterwegs. Das elektronische Dämpfersystem soll an die Eigenschaften jeder Karosserievariante individuell angepasst worden sein.

Der Shooting Brake kommt ausschließlich als Zweisitzer auf den Markt. Das Dach des sportlichen Transportwagens bekommt von Zagato den sogenannten Double Bubble – zwei Wölbungen über den Köpfen der Insassen. Das Double Bubble ist mit verglasten Lichteinlässen versehen die helfen sollen, den Innenraum mit Tageslicht wohnlicher zu machen. Die Heckklappe gibt beim Öffnen den Blick auf ein luxuriöses Kofferraum-Abteil frei, für das ein Maßgepäck-Set zur Verfügung steht.

Edle Tradition zwischen Aston Martin und Zagato

Innen gibt der Vanquish Zagato Shooting Brake ganz den Aston Martin: Feinmaschiges Karbon spannt sich über die Oberflächen, die Drehknöpfe bestehen aus Bronze und natürlich steht auch eine edle Vollleder-Ausstattung zur Verfügung.

Die Kooperation von Aston Martin und Zagato hat eine lange Tradition: Bereits beim DB4 GT Zagato von 1960 haben die Engländer mit den Italienern zusammengearbeitet. Der neue Vanquish Zagato Shooting Brake wird ab 2018 gebaut, die Preise hat Aston Martin noch nicht bekanntgegeben.

Noch seltener: Der teure Speedster

Der Aston Martin Vanquish Zagato Speedster ist mit seinem Purismus das Gegenteil der Shooting-Brake-Variante: Die Speedster-Frontscheibe neigt sich flacher in den Wind und direkt hinter den Passagieren ziehen sich sogenannte Airdomes nach hinten. Auf der Heckklappe soll sich ein ausfahrbarer Spoiler um eine optimale Aerodynamik kümmern. Eigenständige Außenspiegel und eine individuelle Heckabrisskante grenzen den Speedster zusätzlich von seinen Zagato-Modellgeschwistern ab. Front- und Seitenschweller sind ebenfalls neu und ganz unten entsorgt eine Vierrohr-Abgasanlage die Verbrennungsrückstände des Zwölfzylinder-Motors. Luftverwirbelungen minimiert ein aus Karbon gefertigter Heckdiffusor. Vor Wind und Wetter schützt ein Notverdeck – das wiegt kaum etwas und hilft so, den Schwerpunkt des Speedsters tief zu halten.

Von den 25 Zagato Speedster baut Aston Martin 18 als Links- und sieben als Rechtslenker. Und das die Wagen Begehrlichkeiten wecken, hat Aston Martin natürlich im Preis berücksichtigt: Während ein Zagato Volante bereits mit umgerechnet zirka 725.000 Euro zu Buche schlug, wird für den Speedster wohl mit 1.450.000 Euro das Doppelte fällig.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/aston-martin-vanquish-zagato-shooting-brake-2017-12455415.html

Abt VW Arteon — R-Version vom Tuner

Bei VW gibt es ab Werk vom Arteon keine R-Version. Tuner Abt Sportsline aus Kempten im Allgäu füllt die Lücke mit einer 336 PS starken Tuning-Version.

Bei VW rollt der Arteon mit maximal 280 PS und 350 Nm aus einem Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner an den Start. Gegen Aufpreis ist der Arteon auch mit einem R-Line-Paket für Exterieur und Interieur zu haben. Nur eine echte R-Version mit mehr Leistung gibt es bei den Wolfsburgern nicht.

Abt schafft hier Abhilfe. Mit einer Zusatzbox zur Motorsteuerung legt der Vierzylinder auf 336 PS und 420 Nm zu. Damit soll der Fronttriebler in 5,4 Sekunden von Null auf 100 km/h spurten und eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h erreichen.

Felgen in 19, 20 oder 21 Zoll Durchmesser

Auch im Bereich Fahrwerk hat Abt nachgelegt um den Arteon noch etwas sportlicher zu machen. Kürzere Federn senken den Schwerpunkt ab und lassen die neuen Felgen noch besser zur Wirkung kommen. Neue Felgen? Abt hält für den VW Arteon 19 Zöller mit 245/40er Reifen bereit. Alternativ können auf den Arteon auch Felgen im Durchmesser von 20 oder 21 Zoll montiert werden, die dann mit Reifen der Größe 245/35 – 20 oder 245/30 – 21 bestückt werden. Die Preise für die Komplettradsätze starten bei 3.839 Euro.

Aerodynamikkomponenten für den VW Arteon führt Abt noch nicht im Programm.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/abt-vw-arteon-r-version-vom-tuner-8500844.html