Euphorischer erster Test des „autonomen Tesla“

Euphorischer erster Test des „autonomen Tesla“

Mit einem Software-Update alleine hat TESLA seinem Model S nun eine „teil-autonome“ Autofahrt ermöglicht. Das Jalopnik-Video zu einer ersten Testfahrt im New Yorker Straßenverkehr zeigt zudem schön, warum Automobil-Hersteller so gut beraten sind, in der Zukunft einfach keine Auto-Journalisten mehr einzuladen. Viel besser sind „Staff Writer, Weekend Editoren“ und was auch immer so als „Medien-Tätige“ im Netz unterwegs ist. Irgendwas mit „Lifestyle“ – aber besser nichts mit Autos.

Aber schauen wir uns doch erst einmal die „Autonome-Testfahrt“ von Michael Ballaban im Tesla an:

„Oh my gosh“ 

Ich bin begeistert. Der Jalopnik-Editor ist es auch. Ein Tesla-Werbevideo könnte nicht besser gefilmt sein. Diese authentische, die kindliche Begeisterung für eine banale Funktion. Im Prinzip können alle Mercedes-Benz mit aktuellen Assistenzsystemen genau das gleiche. Und alle Audi. Und alle BMW. Nur keiner der deutschen Automobilhersteller ist derart fahrlässig und erweitert eine Funktion „zum Autopiloten“ in dieser Form.

TESLA – So fährt das E-Auto der Kalifornier „autonom“

Wie immer ist die PR von Elon Musk perfekt. „Autonomes Fahren“ per Software-Update. Das klingt nach Zukunft. Nach zwei Schritten mehr. Nach diesem Vorsprung, den man den Tesla-Leuten so gerne unterstellt.

Es könnte aber auch einfach nur Fahrlässigkeit sein. 

Im Falle des „Software-Updates“ wird die bereits vorhandene Funktion des Abstandsradars, der Parksensonsoren und der Frontkamera dafür genutzt, dass man dem „voraus fahrenden Verkehr“ folgen kann. Und auch wenn Tesla-Fans nun vom „autonomen Fahren“ sprechen, genau das ist es eben nicht. Es ist eine Erweiterung der Funktionen, die bereits heute in vielen Oberklasse-Modellen erhältlich ist. Ein Staufolge-Assistent bei Mercedes-Benz in der S-Klasse macht genau das gleiche. Mit dem Unterschied: Mehr als 10 Sekunden „Hände weg“ vom Lenkrad akzeptiert das System nicht. Das ist auch gut so. Denn auch wenn die Grundfunktionen der „Fahrt“ innerhalb einer Spur per Frontkamera und Abstandsradar möglich ist – für die autonome Fahrt wird man ein paar Signale mehr verknüpfen müssen, als nur Frontradar, Spur-Erkennungs-Kamera und Parksensoren.

TESLA empfiehlt: Hände am Steuer lassen

Bei der ganzen guten PR-Arbeit ist man sich bei TESLA um die Gefahren bewusst. Man empfiehlt den Fahrern, auch im „AUTOPILOT“ Betrieb die Hände am Lenkrad zu lassen und auch wenn die Parksensensoren im direkten Umfeld die Nebenspur auf Verkehr prüfen können, den automatisierten Spurwechsel (per Blinkertippen) erst einzuleiten, nachdem man sich vergewissert hat, dass die Spur wirklich frei ist.

Warum halte ich den Vorstoß von Tesla für „fahrlässig“?

Weil nicht ausreichend differenziert kommuniziert wird, wie „autonom“ das Auto wirklich ist. Denn es ist nicht autonom. Es ist nicht einmal ein Autopilot. Es ist ein „Stau-Assistent“ ohne „Hands-off-Warnung“. Und es wird die Kunden dazu verleiten, lange Strecken an den Autopiloten abzugeben. Die Verantwortung wird leichtfertig an das Auto übergeben – man wird nur nebenbei „Auto fahren“. Weil es einem ermöglicht wird. Und das ganz ohne den immensen Aufwand, den man für das „echte autonome“ Fahren benötigt.

Journalisten als PR-Viech

Und genau deswegen finde ich dieses Jalopnik-Video so unsäglich dämlich. Hier macht sich ein Journalist zum PR-Handlanger von Tesla. Seine kindliche Begeisterung und Verwunderung über die Technik, besser kann man nicht „im Sinne“ von Tesla kommunizieren. Wo bleibt der kritische Abstand? Den verliert nicht nur der Journalist im Video, den könnte auch der „Tesla im Autopilot“ verlieren – genau deswegen empfiehlt Elon Musk in einem Telefon-Interview auch: „Wir empfehlen nicht, das Steuer loszulassen“ … 

 

Update:

Und so schaut es, wenn man dem TESLA-Autopiloten vertraut, ganz ohne Pressesprecher:

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Bjoern

Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

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9 Comments

  1. Danke für diesen Beitrag!

    Ich bin wirklich froh das es Tesla gibt und dadurch endlich mehr Schwung in die Elektroautoentwicklung kommt, aber das alle so unglaublich auf dieses Tesla Marketing reinfallen ist teilweise schwer auszuhalten.

    Das ein offiziell als Beta bezeichnetes Feature einfach so veröffentlicht wird ist schon fast grob fahrlässig. Musk kann nur hoffen dass die Aussage dass man alle Handlungen des Fahrzeugs überprüfen soll den amerikanischen Gerichten ausreicht wenn der erste Unfall passiert und jemand Klage einreicht.

    Auch das die Tesla Fahrzeuge alle von den Sensoren aufgenommenen Informationen an die Zentrale weiterleiten wird jubelnd aufgenommen. Wenn diese Informationen in dieser exzessiven Form von einem etablierten Hersteller genutzt würden hätten wir einen handfesten Datenschutzskandal in den Medien.

  2. Da bereits von einem Autopilot zu sprechen ist ja schon stark übrtrieben und „autonomes“ Fahren ist auch anders. Ist halt ein Werbegag von Tesla gewesen aber auch nicht mehr.
    Aber wie das halt so ist, selbst der Autopilot in echten Flugzeugen, also da wo das ja eigentlich her kommt, wird niemals komplett sich selbst überlassen. Da muss auch mindestens ein Pilot im Cockpit bleiben und alles überwachen.
    Also wird das so schnell noch nichts mit den schwenkbaren Sitzen, um sich während der „selbständigen“ Fahrt, von Angesicht zu Angesicht mit den hinten sitzenden Mitfahrern zu unterhalten ;-).

  3. Na ja, ob das nun autonomes Fahren oder nicht ist, darüber kann man stundenlang streiten. Das ist glaube ich aber auch nicht das entscheidende. Entscheidend ist, dass ein reines Software-Update aus einem Fahrzeug etwas anderes, „neues“ macht im Vergleich zu dem Stand, wie ich es gekauft habe. Das ist das wichtige daran, und das ist es, was die traditionellen Autohersteller gerade verpennen und warum Leute, die eigentlich aus der Software kommen plötzlich Autos bauen. Wenn Apple und Google sich des Themas ernsthaft annehmen (und danach sieht es aus) wird es noch manche böse Überraschung für die deutsche Paradeindustrie geben.

    1. Man kann darüber nicht streiten. Es ist weder „autonom“ noch soll es das sein. Es ist ein Feature von dem alle anderen Hersteller Abstand nehmen, selbst wenn man den gleichen Zulieferer und die gleichen Komponenten besitzt.

      Ein kostenpflichtiges OTA-Update ist toll. Der Mehrwert jedoch zweifelhaft. Ich schätze an den „klassischen“ Automobilherstellern, die Ernsthaftigkeit mit denen üblicherweise Probleme gelöst werden. WENN – und ja, wenn – Google oder Apple einen „Tesla-Killer“ bauen, denn darauf läuft es eher hinaus, als auf einen BMW/Daimler/Audi-Gegner, dann wird sich TESLA umschauen. Und das trifft wirklich nicht nur die „deutsche Parade-Industrie“, dass trifft ALLE Automobil-Hersteller. Die Fords, die GMs, die Fiats, die Toyota, usw …

    1. Nein. So verrückt ist niemand. Denn alleine auf die Daten aus den Ultraschall-Parksensoren zu setzen, dass würde kein Verantwortungsbewusster Hersteller akzeptieren. Daher schränkt Musk auch sofort ein: Der Fahrer sollte immer prüfen, dass die Spur frei ist. Es bringt also? Genau. Nichts.

  4. … die anderen können das Gleiche? Soweit ich das in dem Video erkennen konnte, ist der Tesla auch eine Kurve gefahren. Können das alle anderen auch?

Infiniti QX50 — Mittelklasse-SUV mit Super-Motor

Die Nissan-Nobeltochter Infiniti renoviert ihre Mittelklasse-SUV-Baureihe QX50. Auf der L.A. Autoshow debütiert das gänzlich neue Mittelklassemodell mit revolutionärer Motortechnik.

Bereits 2016 hatte die Nissan-Nobeltochter Infiniti-Fans an der Zukunft des QX50 schnuppern lassen, als man das Infiniti QX Sport Inspiration Concept gezeigt hatte. Auf der Detroit Motor Show 2017 wurde der neue Mittelklasse-SUV weiter konkretisiert. Das QX50 Concept gab sich seriennah. Wie seriennah das Concept bereits war, zeigt die Weltpremiere des neuen QX50 jetzt auf der L.A. Autoshow.

Technik für autonomes Fahren

Zu Technik wurde seinerzeit noch nicht viel verraten. Mittlerweile ist aber klar: Im neuen SUV wird aber der neue Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit variabler Kompression debütieren und mit einem CVT-Getriebe zusammenarbeiten. Die Leistung soll bei 272 PS und 380 Nm liegen. Die neue Plattform ist primär auf Vorderradantrieb ausgelegt, optional wird der Nissan QX50 aber auch mit Allradantrieb angeboten werden. Zudem wird der neue SUV mit einem „autonom-Fahren“-Technik-Paket gespickt, das demnächst in weiteren Serienmodellen angeboten werden soll. Zusammengefasst werden die Assistenzsysteme unter dem Namen ProPilot. Für den Spurt von Null auf 98 km/h geben die Japaner zwischen 6,3 (AWD) und 6,7 (FWD) Sekunden an. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 230 km/h liegen.

Der Kofferraum des QX50 soll dank längsverschiebbarer Rückbank zwischen 895 und 1.048 Liter Gepäck (US-Norm) schlucken können. Werden die Rücksitze umgelegt, so soll das Ladevolumen sogar bis auf 1.699 Liter anwachsen.

Beim Design des 4,69 Meter langen, 1,68 Meter hohen und 1,90 Meter breiten Infiniti QX50 (Radstand: 2,80 Meter) haben die Japaner dabei die neue Designlinie der Marke erstmals auf ein SUV-Modell übertragen. Kräftige Formen werden mit fließenden Linien kombiniert. Der Innenraum hat sich organischen Formen verschrieben, die sich optional mit Leder auf den Sitzen sowie Alcantara an den Türbrüstungen und am Dachhimmel zu einem Luxusambiente paaren. Dazu gibt es Edelhölzer und Aluminiumapplikationen. Auf der Mittelkonsole sitzt der obligatorische Touchscreen, der zahlreiche Bedienfunktionen bündelt. Den Mitteltunnel teilen sich der Automatikwählhebel und ein Dreh-Drück-Controller.

Der neue Infiniti QX50 soll noch in 2017 in das Modellprogramm aufgenommen werden. Seine Premiere feiert der QX50 auf der L.A. Autoshow 2017. In den USA kommt er Anfang 2018 in den Handel, in Europa erst im Herbst 2018. Gebaut wird der QX50 im Daimler-Nissan-Gemeinschaftswerk in Mexiko.

In der Fotoshow zeigen wir noch den Infiniti QX50 Concept.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/infiniti-qx50-daten-infos-marktstart-preis-1045203.html

Karlmann King Stealth SUV — V10-Kampfbomber für Ölscheichs

Auf der Dubai Motorshow hat der chinesische Tuner Karlmann King sein Stealth-SUV vorgestellt. Das Riesen-SUV setzt auf Ami-Technik und einen 370-PS-V10

Wenn man Autos verkaufen möchte, die auf den ersten Blick verhältnismäßig sinnfrei, aber exorbitant teuer sind, ist Dubai eine gute Adresse. Die Dubai Motorshow im November bringt neben den üblichen Protz- und Prunk-Gefährten für Menschen mit überquellenden Bargeldreserven auch regelmäßig Fahrzeuge ins Rampenlicht, die noch abgefahrener sind als die üblichen Verdächtigen. Auf den Karlmann King trifft das zweifelsfrei zu.

Erdacht wurde der Karlmann King von der chinesischen Firma IAT, die üblicherweise Ford-Offroader für den chinesischen Markt mit viel Bling-Bling „veredelt“. Entsprechend ist auch die Basis des im Design eines Tarnkappenbombers gehaltenen Mega-SUV eine sehr amerikanische, denn unter dem Karlmann King steckt die Plattform des Riesen-Pickup Ford F-450 Superduty. Das bedeutet neben dem Leiterrahmen auch zwei Starrachsen, also robuste Lkw-Technik mit Durchsetzungswillen im Gelände.

V10-Benziner mit 367 PS

Gefedert wird mit Luftfeder-Elementen, was trotz der archaischen Starrachsen einen gewissen Fahrkomfort vermitteln dürfte. Als Antrieb dient der damalige Top-Benziner der Baureihe, ein V10 mit 6,8 Liter Hubraum und 367 PS. Der erscheint auch notwendig, denn das Ungetüm (5,99 Meter lang und jeweils 2,48 Meter breit und hoch) ist nicht gerade ein Leichtgewicht. Im Standard-Trimm bringt der Karlmann King bereits 4,5 Tonnen auf die Waage, bei der optional angekündigten schussfesten Variante sollen es rund 6,5 Tonnen werden.

Wie für die angepeilte Kundschaft üblich wurde neben dem abgefahrenen Karosseriedesign vor allem der Innenraum sehr extravagant gestaltet. Barocke Farben und Formen mit ausreichend Gold-Verzierungen in verschiedenen Stilen stehen zur Auswahl. Der schwerreiche Besitzer kann vom Rücksitz aus wesentliche Funktionen per Mobiltelefon-App steuern, neben der Klimatisierung auch die Beleuchtung, den Kühlschrank und die Kaffeemaschine.

Karlmann King kostet 1,6 Millionen Euro

Wesentliche Unterhaltungselektronik ist natürlich auch an Bord, neben einem Video-System gibt es gegen Aufpreis auch Satelliten-TV und -Telefonanbindung, eine Spielkonsole und eine wattstarke Soundanlage. Richtig follt unterwegs ist der Karmann King allerdings nicht, bei 140 km/h ist Schluss mit Beschleunigung. Dafür ist das Auto laut Hersteller in Temperaturregionen zwischen -40 und +90 Grad Celsius funktionsfähig. Und was kostet der Spaß? Umgerechnet rund 1,6 Millionen Euro, ohne Extras.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/karlmann-king-stealth-suv-kampfbomber-fuer-oelscheichs-736894.html