Fahrbericht Skoda Citigo: Der kleine Große

Der neue Citigo von Skoda

Bevor ich den kleinen Skoda Citigo zum Testen bekommen habe, ist er mir auf den Straßen gar nicht weiter aufgefallen. Als er dann so in Candy-White vor mir stand, musste ich zugeben, dass er doch recht schick anzusehen war. Da ich als Großstadtmädl viel in der City herumdüse, ist der 3,56 Meter lange, 1,65 Meter breite und 1,48 Meter hohe Skoda Citigo der perfekte Begleiter. Er gehört zu den kompaktesten und zugleich geräumigsten Fahrzeugen seines Segments. Ich war positiv überrascht über das schnittige Design, das als erstes Modell überhaupt das neue Fahrzeuglogo in Chrom der Marke vor sich hertragen darf.
Das neue Skoda Logo ziert die Citigo Front

Der Lamellen-Kühlergrill umrahmt von einem Chromrahmen und die charakteristischen Scheinwerfer vermitteln zusammen mit dem neuen Logo das typische Skoda Aussehen. Klare Konturen und die markentypische C-Form der Heckleuchten machen den Skoda Citigo auch von hinten unverwechselbar. Man hatte mir einen Fünftürer hingestellt, sodass etwaige Mitfahrer auch hinten bequem einsteigen konnten, ohne sich durch zu enge Sitze quetschen zu müssen. Der Fondeinstieg ist einfach und es finden sogar 3 Personen bequem auf der Rückbank platz. Selbst Sitzriesen können beruhigt einsteigen und sicher sein, dass ihr Kopf von der Fahrzeugdecke fern bleibt.
Minimalistischer geräimiger Font im neuen Skoda Citigo

Das Interieur des Fünftürers ist relativ minimalistisch gehalten. Die bequemen Sitze bieten vernünftigen Seitenhalt und sorgen dafür, dass man auch nach 2 Stunden im Stau auf dem Weg an die Ostsee noch entspannt auf seinen vier Buchstaben sitzen kann. Ein paar kleine Chromdetails versuchen davon abzulenken, dass an den Türverkleidungen und Kofferraumseiten das nackte Blech zu sehen ist. Durch die vielen Ablagen gibt es viel praktischen Stauraum. Auch der Kofferraum kann sich mit seinen 251 Liter Volumen sehen lassen. Bei umgeklappter Rückbank wächst dieser sogar auf ganze 951 Liter. Perfekt zum Shoppen ist der Kleine also schon mal. Doch leider fehlt das Kofferraumlicht und die Ablage, die normalerweise beim Schließen des Kofferraumdeckels mit runter geht, muss immer manuell geklappt werden. Ein wenig nervig, wenn man sonst etwas anderes gewöhnt ist.

Geräumiger Kofferraum im Skoda Citigo

Bei über 30 Grad auf dem Weg an die Ostsee kommt die Klimaanlage gerade recht. Diese gibt es allerdings erst ab der Ausstattung ‚Elegance’ serienmäßig. Schade dabei ist, dass in der Mittelkonsole die Luftausströmer fehlen, sodass mein Mitfahrer hinten von der kühlen Brise nur wenig mitbekam. Zum Glück konnte er hinten die kleinen Seitenfenster ausklappen. Die automatischen Fensterheber sind eher semi gut, denn man muss den Knopf gedrückt halten, damit sie komplett aufgehen. Beim Rückwärtsfahren waren die Parksensoren besonders hilfreich, bei dem Modell waren die getönten Scheiben hinten nämlich nur schlecht zu ‚durchschauen’. Sobald man den Rückwärtsgang reingekloppt bekommen hat, was sich hin und wieder als zäh erwies, klappte das Einparken wunderbar. Der Bordcomputer lieferte alle wissenswerten Daten rund um den kleinen Stadtflitzer und ließ sich leicht bedienen. Navigationsfunktion inklusive.

Beim Verbrauch war ich wirklich überrascht. Bei den zwei neuen Dreizylinder-Benzinmotoren, die beim Citigo zur Auswahl stehen, durfte ich den Elegance 1,0 MPI mit 75 PS und einem 5-Gang-Schaltgetriebe testen. Beide Motoren verfügen über einen Hubraum von einem Liter (999 cm3) und leisten 44 kW (60 PS) (bzw. 55 kW (75 PS)). Die Emissionen betragen 95 g/km CO2. Motoren und Getriebe sind auf optimale Treibstoffeffizienz in der Stadt und im städtischen Umfeld ausgelegt. Die kleine Schüssel erreicht im Kurzstreckenverkehr schnell Betriebstemperatur und arbeitet damit äußerst wirtschaftlich. Das wirkt sich sehr positiv auf den Verbrauch aus.

Praktischer Stadtflitzer: Der Skoda Citigo

In der sparsamsten Variante Green tec mit Start-Stopp-Automatik, liegt der durchschnittliche kombinierte Verbrauch bei 4,1 Litern / 100 km. In der Stadt kam ich tatsächlich nicht über 4,7 Liter und auch auf dem längeren Fahrtweg in den Osten blieb der Verbrauchswert unter 5 Litern / 100 km. Wäre ich nicht mit Sack und Pack an die Ostsee gefahren, hätte ich in meinen 2 Testwochen gar nicht zu tanken gebraucht. Der Fahrspaß war dank der 75 PS auch nicht zu verachten. Im Gegenteil. Er war so gut, dass ich direkt in eine Foto-Falle getappt bin und das direkt am zweiten Tag. Soviel zum Thema flotter Flitzer.

Der Einstiegspreis für den jüngsten Spross der Skoda Familie liegt bei 8.890 Euro. Mit der besonders Kraftstoff sparenden Green tec-Technologie kann er schon für 9.990 Euro geordert werden. Insgesamt bietet der tschechische Automobilkonzern drei Varianten des Citigo zu einem Preis von unter 10.000 Euro an.

Fazit: Wer ein vernünftiges Stadtauto zu einem fairen Preis sucht, bei dem es egal ist, dass hier und da der Rotstift angesetzt wurde, ist mit dem Skoda Citigo gut bedient. Dank seiner kompakten Maße und der guten Übersicht ist auch das Einparken in jeder Verkehrssituation kein Problem. Selbst wenn man dem Fahrspaß etwas zu sehr frönen sollte, pendelt sich der Verbrauch bei annehmbaren Werten ein und das tut beim Tanken dann nicht so weh. Der recht günstige Preis und die qualitativ hochwertige Technik machen den Citigo zu einem praktischen und guten Begleiter im Alltag.

Fotos: Skoda

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Simone Amores
Autos waren schon immer meine Passion, aber erst vor ein paar Jahren fing ich damit an, auch darüber zu berichten. Als freie Online-Journalistin genieße ich die Zeit auf vier Rädern so oft es geht. Neben dem modeln und reisen surfe ich aber auch gerne auf der virtuellen Welle. Frei nach dem Motto: „Lieber dauernd online als ständig von der Rolle.“

3 Comments

  1. Nachdem ich mir gerade einen gebrauchten Citigo angesehen habe finde ich es interessant, dass er, der VW Up und der Seat Mii, die alle auf der gleichen Grundlage basieren (aber deshalb natürlich trotzdem nicht identisch sind) im Unterhalt deutlich unterschiedlich ausfallen. Der 1.0 60PS Motor sollte bei allen dreien der gleiche sein, zumindest fällt die KFZ Steuer jeweils gleich aus. Vergleicht man jedoch die Versicherungsklassen wird es interessant. In der Haftpflicht ist der Seat der günstigste, gleichzeitig jedoch der teuerste in der Vollkasko. Bei der Teilkasko ist der VW am teuersten (http://www.autokostencheck.de/VW/VW-UP/UP/vw-up!-1-0-60-ps-aa_36269/versicherung-typklassen/). Möglicherweise werden VW öfter gestohlen als Seat oder Skoda. Der Skoda liegt im bei den Versicherungskosten Mittelfeld. Warum es überhaupt Unterschiede gibt muss man wahrscheinlich nicht verstehen können …