Fahrbericht und Test des Škoda Octavia Scout

Fahrbericht und Test des Škoda Octavia Scout

Die hübsche VW-Tochter aus Mlada Boleslav macht scheinbar alles richtig. Die richtige Technik, das richtige Design – die richtigen Angebote. Den Kompaktklasse Kombi Octavia haben die Tschechen in einem halben Dutzend Varianten im Angebot. Den Pampersbomber, die Vertreter-Limousine, den verkappten Sportler RS und mittlerweile auch als Lifestyle-4×4-Kombinationskraftwagen. Dieser, Scout getauft, durfte jetzt bei mein-auto-blog seine Qualitäten demonstrieren.

Škoda Octavia Scout 4×4 TDI

Mehr als Lifestyle

Test und Fahrbericht des praktischen Octavia Scout

Billig machen die anderen. Bei Škoda gibt es dagegen praktisch, schön und günstig. Und eben auch eine Portion Lifestyle. Sogar mit Allradantrieb und ein wenig mehr Bodenfreiheit. Dabei machen die 17 Zentimeter Bodenfreiheit aus dem Scout keinen SUV. Wozu auch? Einen solchen haben die Tschechen ja bereits im Angebot. Ein wenig kompakter zwar, aber der Yeti übernimmt die Funktion des SUV. Und bald folgt der Kodiak, dann hat man auch einen SUV eine Stufe oberhalb des Yeti. Während also die Klasse der SUV und Kombis fest im Visier der Tschechen ist – der Octavia Combi durfte sich bereits im Test beweisen – gilt es nun die Lifestyle-Offroad-Crossover-Fraktion zu erobern. Wobei der Scout nicht völlig neu ist. Bereits beim Vorgänger des Octavia gab es einen. In der jüngsten Generation wird dieses Paket jedoch moderner und modischer. Als Scout wird aus dem Octavia Combi ein schicker Crossover.

Test skoda octavia scout 035 Fahrbericht 2016

Erste Disziplin: Dynamik

Mit den 17 Zentimetern Bodenfreiheit, das sind 3.1 Zentimeter mehr als im Standard Octavia, ist der Scout weit entfernt davon, ein Offroader zu sein. Als Crossover will er verstanden sein. Schotter, Geröll und matschige Waldwege sind ihm recht, wer aber den buckelnden Geländewagen für die nächste Trans-Sibirien-Tour sucht, ist beim Octavia Scout fehl am Platz. Und das fühlt man im Alltag. Er torkelt nicht, er rumpelt nicht. Er fährt präzise über Landstraßen, fühlt sich auf der Autobahn wohl und die im Testwagen verbauten 184 Diesel-Pferde ziehen den Scout munter von dannen.

Es ist die perfekte Kombination aus Kraft, hier wuchten sich immerhin 380 Nm zum Dienst, und geschmeidiger Schaltung – dank des 6-Gang DSG. Denn den „dicken“ Dieselmotor gibt es im Scout nur mit 4×4-Antrieb und DSG. Dass man per Tastendruck die „Fahrdynamik“ beeinflussen kann hin zum sportlich schwereren Lenkgefühl, spontanerem Motor-Antritt und flotterem Durchwechseln der Gänge, gut, das ist ein „nice to have“. Aber am überzeugendsten wirkt der Scout in der Normal- oder der Comfort-Stellung des Fahrprofil-Schalters.

Kurz die Fakten: 0 auf 100 stemmt er in 7,8 Sekunden, bei 219 km/h ist Schluss.

Test skoda octavia scout 047 Fahrbericht 2016

Zweite Disziplin: Komfort

Platz? Ist immer ein Komfortmerkmal. Der Scout verfügt über ein famoses Platzangebot. In Reihe eins, genug Platz. In Reihe zwei, extrem viel Platz. Und im Kofferraum? Da bleiben 610 Liter Laderaumvolumen übrig, die sich, klappt man die Rücksitzbank um (was sich im übrigen von der Heckklappe aus erledigen lässt), auf bis zu 1.740 Liter ausdehnen lassen.

Was nicht in den Kofferraum passt, nimmt der Scout an den Haken. Der neue Scout darf bis zu zwei Tonnen anhängen und wird so zum praktischen Zugpferd mit ordentlicher Traktion. Im übrigen ein guter Grund für so ein „Crossover“. Der Pferdehänger, der über die verschlammte Wiese gezogen werden soll. Mit dem Plus an Bodenfreiheit ist man normalen Kombis überlegen. Dass man aber anstelle eines großen Geländewagens einen überschaubaren Kombi fährt, steigert das Wohlbefinden des Fahrers. Auch ein Komfortmerkmal.  Zudem sitzt es sich ausgezeichnet. Das Lenkrad ist gut verstellbar, sowohl in Länge als auch in der Höhe, und die elektrische Sitzverstellung erleichtert einem das Justieren in Reihe eins.

Test skoda octavia scout 066 Fahrbericht 2016

Dritte Disziplin: Emotionen

Eigentlich ist der Octavia Scout zu pragmatisch veranlagt, um Emotionen zu wecken. Er macht, er tut, er funktioniert. Der Scout verkörpert den Alleskönner im Kombiformat. Ein wenig glücklich darf man sich da schon fühlen. Und dann gibt es die Momente, in denen freut man sich. Über die cleveren Ideen der Škoda-Leute. Einen kleinen Mülleimer in der Türtasche? Praktisch. Die Schale, um das Handy festzuklemmen, der Eiskratzer im Tankdeckel, die extrem guten Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion. Die Mittelarmlehne mit dem großen Verstellbereich. Der logische Aufbau des Multimedia-Systems, der umfangreiche Bordcomputer, die wertigen Sitze mit dem eingeprägten SCOUT Schriftzug. Es sind die vielen kleinen Dinge, die einem den Wert eines guten Autos vermitteln. Der Scout schafft das umwerfend gut.

Test skoda octavia scout 080 Fahrbericht 2016

Was geht beim Thema Multimedia?

Das CANTON-Soundsystem im Testwagen kam als 470 € teure Option und konnte vor allem durch eine saubere Höhentrennung und einen subtilen Bass überzeugen. Fans von HipHop und scheppernd-heftigen Subwoofern kommen nicht auf ihre Kosten. Leider mit 2.980 € eine echte Ansage ist das Infotainmentpaket „Traveller“. Hier verbinden sich High-End Multimediasystem und ein grafisch anspruchsvoller Bordcomputer zu einem Gesamtpaket. DAB+, ein WLAN-Hotspot und Mirror-Link inklusive. Das System mag teuer sein, der Alltag gewinnt mit der Order des Paketes auf jeden Fall. Zumal das Paket eine Armada an Assistenzsystemen enthält – was am Ende den Paketpreis relativiert.

Test skoda octavia scout 013 Fahrbericht 2016

Das bietet er zum Thema Sicherheits- und Assistenzsysteme:

Von der Verkehrsschilderkennung bis hin zum adaptiven Tempomaten. Totwinkel-Warner und Assistenten für Fernlicht, Regen und Licht. Dazu gesellen sich Airbags, auch einer für die Knie des Fahrers. Dass der Octavia Scout im Euro-NCAP-Crashtest fünf von fünf Sterne erhält, ist logisch.

Der Spurhalte-Assistent funktioniert sehr gut, allerdings auch recht rigoros. So wünscht man sich manchmal ein wenig mehr „Toleranz“. Dass der Octavia Scout im Stau mit adaptiven Tempomat und Spurwarner fast ohne Zutun des Fahrers seinem Vordermann folgt, entspannt die tägliche Stausteherei.

Die Preisliste:

Mit dem anhaltenden Erfolg werden die Preise selbstbewusster. Den Scout gibt es nicht unter 30.250 €. Der besonders unterhaltsame 184 PS Diesel kommt inklusive Allrad und DSG auf 32.650 €. Vergleichen mit einem „Nicht-Scout“ Octavia Combi lässt sich das allerdings nur schlecht. Denn die Kombination aus „dickem Diesel“, Allradantrieb und DSG bietet Škoda ansonsten nicht. Wer sich dann an der Ausstattungsliste labt, der erntet schnell die 4 ganz vorne. Bei unserer ganz persönliche Konfiguration war erst bei 43.850 € Schluss.

Fazit:

Einen Crossover braucht man nicht, man will ihn. Die Tschechen haben das mit dem Octavia Scout sehr gut umgesetzt. Ein wenig mehr Bodenfreiheit, ein wenig Optik, fertig ist der „Plus-Kombi“. Und damit auch der Ausweg aus dem ständigen SUV-Zwang.

[notification type=“notification_info“ ]Tl;dr?

„Lifestyler mit Pragmatismus-Vorteil!“

Alternative zu: Seat Leon X-Perience, Skoda Octavia 4×4 und Subaru Outback
Passt zu: Menschen mit Charakter, Allradlust und SUV-Frust.
Das überzeugt: Ein cleveres Gesamtpaket.[/notification]

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Škoda

Octavia Scout

Motor R4, Diesel, Turbo, Direkteinspritzer
Hubraum 1.968 ccm³
Leistung 184 PS @ 3.750 U/min
Kraft 380  Nm @ 1.750-3.250 U/min
Getriebe 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsachse Haldex5, Hang-On Allradantrieb

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[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.685, 1.814, 1.463   mm
Radstand 2.679 mm
Leergewicht 1.559 kg
Wendekreis 10,96 m
Höchstgeschwindigkeit 219 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 7,8 sec
Normverbrauch 5.0 l/100 km

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[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 6.9 l / 100 km (Diesel)
Öko-Experte 6.1 l / 100 km
Außendienst-Modus 9.3 l / 100km
 Mehr zum Thema Verbrauch:  So messen wir auf m-a-b

Test, Text und Fotos: Bjoern Habegger

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Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

http://about.me/bhabegger

3 Comments

  1. Der Skoda Octavia ist und bleibt ein sportlicher Kombi für jeden. Ich selbst habe seit einem halben Jahr einen Skoda Octavia, doch dieses besondere Scout Modell gefehlt mir richtig gut ! Da ist man fast am übelregen die Infos zu sammeln und sein Auto wieder zu verkaufen ;-).
    Vor allem finde ich es richtig gut wie preiswert ein Skoda ist und trotzdem qualitativ sher hochwertig. Ein sehr gut verarbeitetes Leder und fast nirgends Plastik im Innenraum zu sehen. Ich liebe es !

    Lg Sascha

  2. Ja der Octavia ist auch heute noch, 3 Jahre nach dem Debut, echt schick. Zumindest in den hochwertigen Versionen. Der Vetreter-Combi (die Limousine ist doch eher die Option für Privatkäufer im besten Alter, dann auch gerne als 1.8 TSI) Ambition TDi mit Radblenden sieht schon arg gewöhnlich aus.
    Der Scout sagt mir optisch auch wenig zu, aber die Combi-Nation 184 PS TDI mit Allrad und DSG gibts ja auch im L&K oder, als Gegenpol zum Scout, endlich auch im RS.
    Schöner Test!

GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept — Spaßmobil mit Kettenantrieb für den Schnee

Der Winter steht vor der Tür, Zeit Winterreifen aufzuziehen – oder gleich einen Kettenantrieb, wie das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept, das jetzt vorgestellt wurde.

Nein, GMC stellt nicht von Allrad- auf Kettenantrieb um, zumindest nicht generell. Das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept enstand auf Basis einer Sponsor-Partnerschaft zwischen GM und der US-Skiregion Vail Mountain und bleibt ein Einzelstück, das über die komplette Wintersaison 2017/2018 im Nobelskigebiet präsent sein soll.

Als Basis für das Spaß-Snowmobil fiel die Wahl auf den GMC Sierra 2500HD Denali 4WD Crew Cab. Der bringt nicht nur reichlich Platz in seiner Doppelkabine und auf der Ladefläche mit, sondern auch einen Allradantrieb. Am All Mountain Concept wurden allerdings die vier Räder ausgemustert und durch Kettenantriebselemente ersetzt. Die sorgen nicht nur für ausreichend Traktion auf jeden Terrain und an jedem Hang, sie liefern zudem noch mehr Bodenfreiheit.

1.234 Nm für den Snowboardtransport

Beim Antrieb kommt das Serienaggregat des Sierra 2500HD zum Zuge. Der 6,6 Liter große V8-Turbodieselmotor liefert 445 PS und ein maximales Drehmoment von 1.234 Nm, die über eine Sechsgang-Automatik herfallen.

Und nur falls der Kettenantrieb noch nicht genug Aufmerksamkeit auslösen sollte, hat GM den GMC auch in ein besonderes Farbkleid gehüllt und mit Zubehör aufgerüstet. Karosserie und Unterboden werden von diversen LED-Leuchtmitteln illuminiert. Auf die Ladefläche wurde ein Snowboardhalter montiert. Auf dem vorderen Schutzbügel brennt eine LED-Lichtleiste Löcher in die Nacht. In der Kabine heizt eine Highend-Soundanlage den Passagieren ein. Abgerundet wird der Auftritt des GMC Sierra 2500HD All Mountain Concepts durch ein Bergpanorama auf den Flanken sowie einen roten Designstreifen über das Heck.

Neben dem Einsatzmobil für Vail Mountain soll ein ähnlich gestalteter Ketten-Pickup auf der L.A. Autoshow ausgestellt werden.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/gmc-sierra-2500hd-all-mountain-concept-spassmobil-fuer-den-schnee-8498807.html

Uniti Elektro-Stadtauto — Mit Siemens zur Serienproduktion

Das schwedische Elektro-Auto-Startup Uniti hat für die Serienfertigung seines Elektro-Stadtautos jetzt Siemens als Produktionspartner gewonnen. 50.000 Autos sollen gebaut, die ersten 2019 ausgeliefert werden.

Der Uniti ist ein rein elektrisch angetriebenes Stadtauto mit zwei oder drei Sitzen und Flügeltüren. Gefertigt wird es aus Kohlefaser und Materialien aus Bioverbundwerkstoffen. Pedale und ein Lenkrad gibt es nicht an Bord, gesteuert wird per Steuerruder wie in einem Flugzeug, und zwar ohne mechanische Verbindung zwischen Steuerruder und Rädern. Auch ein klassisches Armaturenbrett gibt es nicht. Alle relevanten Informationen werden über ein Head-up-Display auf die Frontscheibe projiziert. Zudem soll der Uniti autonome Fahreigenschaften mitbringen.

Angetrieben wird der Uniti von einem Radnabenmotor, der je nach Konfiguration zwischen 15 und 40 kW leistet. Als Energiespeicher stehen wahlweise Lithium-Ionen-Batterien mit 11 oder 20 kWh Kapazität zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit wird modellabhängig mit 90 bis 120 km/h angegeben, die Reichweite liegt entsprechend bei 150 bis 300 km. Der Spurt von Null auf 80 km/h soll der nur knapp 400 kg schwere Uniti in 3,5 Sekunden schaffen. Geladen werden können die Batterien per Induktion oder an der Steckdose.

Ab 2019 ab 20.000 Euro

Um den Uniti auch in Produktion zu bringen, hatten die Schweden per Crowdfunding schon rund 1,2 Millionen Euro bei 600 Investoren aus 45 verschiedenen Ländern eingesammelt. Jetzt steigt Siemens als Produktionspartner ein. Die Zusammenarbeit soll die vollautomatisierte Serienfertigung des Elektroautos möglich machen. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen jährlich 50.000 Exemplare produziert und ab Anfang 2019 ausgeliefert werden.Gebaut wird der Uniti im schwedischen Landskrona.

Der Preis für den Uniti soll bei rund 20.000 Euro liegen. Bislang soll es 200 Vorbestellungen geben.

Das Startup Uniti ist im Sommer 2015 aus einem Universitäts-Projekt hervorgegangen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/uniti-elektro-stadtauto-mit-siemens-zur-serienproduktion-3233959.html