Future Mobility Corporation stellt neue Marke vor — Byton baut Elektroautos, die Emotionen lesen

Future Mobility Corporation stellt neue Marke vor — Byton baut Elektroautos, die Emotionen lesen

Zeitgleich zur IAA 2017 präsentiert die Future Mobility Corporation unter der der Leitung von Ex-BMW i8 Entwicklungsleiter Carsten Breitfeld die neue Automarke Byton. Geplant sind Premium Elektroautos. Erstes Produkt: Ein SUV.

„Ich habe jetzt eine 7-Tage-Woche, fühle mich aber zehn Jahre jünger“, witzelt der frischegebackene Byton-Chef Carsten Breitfeld. Der chinesische Konzern Future Mobility Corporation (FMC) hat im Spätjahr 2017 die neue Marke für Elektroautos ins Leben gerufen. Byton – time to be. So lautet der Claim, denn mit den kommenden Fahrzeugen soll die Zeit im Auto möglichst angenehm gestaltet werden. Der Markenname leitet sich frei von „Bytes on wheels“ ab und gibt damit einen Hinweis auf die Marschrichtung: Elektromobilität. Dafür haben sich die Chinesen jede Menge Personal aus München geholt. Neben Breitfeld, ehemals i8-Entwicklungschef, war Designer Benoit Jacob für die Gestaltung der i-Modelle zuständig und Henrik Wenders für deren Vermarktung und Vertrieb. Nun treffen sich alle unter dem Dach von Byton wieder und geben einen Ausblick auf das erste Konzeptfahrzeug, das sein Debüt auf der kommenden CES in Las Vegas geben soll. Dort wird es laut eigenen Angaben dann auch bereits fahrbar sein.

Es handelt sich dabei um ein Elektro-SUV mit Platz für vier bis fünf Personen auf einer Länge von rund 4,80 Metern. Trotz der Positionierung als Premium-Fahrzeug, liegt es preislich bei 40.000 Dollar. Zugänglich soll der Wagen sein, und zwar für ein breites Publikum. Präzise wird das zunächst ein ausgesprochen chinesisches Publikum sein, denn dort soll der Wagen 2019 auf den Markt kommen. Mitte 2020 rollt Byton dann in den USA vor und je nachdem, wie es dort läuft, später auch in Europa.

„Verarbeitung ist bei Tesla eine Katastrophe“

Dem Premiumanspruch will Byton über die verbaute Technologie gerecht werden. Ausgelegt auf autonomes Fahren in Level vier, beste Connectivität und ein vernünftiges Verhältnis von Ladezeit und Reichweite stehen im Lastenheft. Dazu natürlich beste Verarbeitung. „Tesla ist zwar ein echter Vorreiter in den USA, aber was die Verarbeitungsqualität betrifft, sind die Autos eine Katastrophe. Das können wir besser“, verspricht CEO Breitfeld, der selbst auch ein Tesla Model X fährt. In Sachen Design wird das Rad hingegen nicht neu erfunden. „Trotz aller modernen Technik bleibt ein Auto doch ein hoch emotionales Produkt. Wir haben auch weiterhin eine Motorhaube, Lenkrad und Pedalerie“, erläutert Chefdesigner Benoit Jacob. Der Kühlergrill sei dagegen Schnee von gestern, doch spacige Türen brauche man deshalb noch lange nicht. Was jedoch sehr progressiv wirkt, ist neben der Leuchtgrafik auch das Interieur.

Im Innenraum prangt unübersehbar ein riesiger gebogener Bildschirm, der sich über die komplette Breite auf 49 Zoll erstreckt. Dieser wird frei konfigurierbar mit Inhalten bespielt. Via Face Scan – iPhone X lässt grüßen – wird der Fahrer identifiziert und sein individuelles Profil aus der Cloud geladen. Damit wäre dann quasi jedes Byton-Modell individuell konfiguriert, ob es Ihr eigenes ist, oder nicht. Mehr noch: Die Software soll Gesichtszüge lesen können und zählt beispielsweise, wie oft der Fahrer lächelt. Aus dererlei Informationen zieht das System Rückschlüsse auf den Gemütszustand des Piloten und spielt wahlweise entsprechende Musik oder empfiehlt Aktivitäten in der Nähe. Das Fahrzeug lernt mit der Zeit dazu und verknüpft Emotionen mit Tageszeiten oder geografischen Positionen. So sollen Vorschläge und Angebote immer zielgerichteter werden.

Virtuelle Hand statt Knöpfe

Schalter? Knöpfe? Sucht der Byton-Fahrer vergebens. Gesteuert wird via Touchscreen auf dem Lenkrad, per Sprachsteuerung oder mit Gesten. Ja, sie lesen richtig. In diesem Fall soll das jedoch nicht bedeuten, dass Sie die Radio-Lautstärke verändern, indem Sie wie ein Zauberlehrling den erhobenen Finger durch die Luft wedeln. Das System scannt Ihre Hand ein und projiziert ein 3D-Abbild auf den Screen. So können Sie ihre neue digitale Hand zur Bedienung der Elemente nutzen. Mehr Minority Report als Harry Potter also.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/future-mobility-corporation-fmc-byton-neue-marke-elektroauto-china-12597697.html

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