Gebrauchte Supertest-Helden in der Kaufberatung — Wie gut ist der Audi RS 4 (B7) mit V8-Saugmotor?

Gebrauchte Supertest-Helden in der Kaufberatung — Wie gut ist der Audi RS 4 (B7) mit V8-Saugmotor?

Mit dem Audi RS 4 B7 wagte sich Audi ins Segment der Hochdrehzahlmotoren, 420 PS leistete der V8-Sauger in Limousine, Kombi und Cabrio. Problem: Mit steigendem Alter leiden viele RS 4 an Leistungsschwäche. Wir sagen, was es beim Gebrauchtkauf zu beachten gilt.

Acht statt sechs! In der Mitte der 2000er-Jahre rüsteten die Premium-Hersteller ihre Sportlimousinen und -Coupés auf. BMW baute einen 4,0-Liter-V8 in den 3er, Mercedes setzte auf einen 6,2-Liter-Drehmomenthammer in der C-Klasse.

Auch Audi konstruierte einen neuen Motor mit 4,2 Litern Hubraum für den A4 – natürlich mit acht Zylindern, angeordnet in V-Form, freiatmend und langhubig ausgelegt, ohne Turbo oder Kompressor, 420 PS stark. Gekoppelt an ein Sechsgang-Handschaltgetriebe. Automatik? Gab’s nicht. Ein Fest für Puristen.

Wie bei Mercedes-AMG und anders als bei BMW war der RS 4 (B7) auch als Kombi erhältlich. Der Traum eines jeden praktisch veranlagten Menschen, der gerne sportlich unterwegs ist. Außerdem stand dieser RS noch als Limousine und Cabrio im Audi-Katalog. Alle nachfolgenden RS 4 gab’s nur noch als Avant. Vom B7 wurden zwischen 2005 bis 2009 etwa 14.350 Fahrzeuge gebaut. Die Anzahl variiert nach Quelle plus/minus 100 Stück. Der Neupreis betrug bei Einführung etwa 71.000 Euro.

Gebrauchtwagen-Markt: Preisspanne von 25.000 bis 50.000 Euro

Mittlerweile kann man sich auch als Normalverdiener einen gebrauchten RS 4 (B7) leisten. Doch bei Gebrauchtwagen, die wenigstens achteinhalb Jahre alt sind, gibt es auch beim Audi RS 4 B7 ein paar kleinere Problemchen und ein paar größere Probleme.

Schauen wir uns zunächst die Marktlage an. Auf den einschlägigen Gebrauchtwagenportalen wie mobile.de oder hier finden sich rund 90 Exemplare mit Laufleistungen bis zu 200.000 Kilometer und mehr. Konzentrieren wir uns auf solche mit 125.000 Kilometern oder weniger bleiben nur noch 30 Audi RS 4 B7 übrig. Die Preisspanne bewegt sich zwischen 25.000 und 50.000 Euro, je nach Alter, Karosserieform (Limousine, Kombi oder Cabrio), Zustand und Laufleistung.

Es finden sich auch Exemplare mit weit mehr als 200.000 Kilometern für weniger als 20.000 Euro. Das ist jedoch auch für diesen, recht standfesten V8-Motor eine Menge. Und, wie immer gilt: Beim Händler kauft es sich teurer, aber prinzipiell sicherer – aufgrund der gesetzlichen Gewährleistung.

Audi RS 4 (B7): Starke Performance im Supertest

Im Supertest überzeugte der RS 4: „4,7 Sekunden bis 100 km/h stehen einer 1.728 Kilogramm schweren Limousine gut zu Gesicht, ebenso der Beschleunigungswert bis 200 km/h: 16,9 Sekunden.“ heißt es dort. Problem: Damals haben wir die Testfahrzeuge noch nicht auf dem Prüfstand leistungsgemessen. Im Vergleich mit einem BMW E92 M3 war der Audi RS 4 exakt 1,2 Sekunden langsamer auf 200 km/h.

Auf der Nordschleife erreichte der RS 4 eine Rundenzeit von 8:09 Minuten. „Bis auf ein leicht unruhiges Verhalten bei starken Bremsmanövern aus extrem hohem Tempo offenbart der RS4 auch im Grenzbereich der Nordschleife keine beunruhigenden Eigenarten“, schrieb unser Supertester. Anderes Bild in Hockenheim: „Spontanem und agilem Einlenken folgt unter gleichbleibender Last zunächst deutliches Untersteuern – zumindest in den langsamen Kurven.“

Die Paradedisziplin der RS 4 war jedoch das damals noch getestete Nasshandling: „Die Vorteile des Allradantriebs liegen vor allem bei niedrigen μ-Werten, also bei Nässe und unter noch rutschigeren Bedingungen, auf der Hand.“ Der RS 4 erreichte damals die absolute Bestzeit auf dem bewässerten Handlingkurs.

Direkteinspritzung führt zu Verkokungen im Motorraum

„Grundsätzlich ist der Audi RS 4 ein sehr schönes Auto mit tollem Klang“, sagt Thomas Damm, RS 4-Experte bei Damm-Fahrzeugtechnik, einem Unternehmen aus Langenselbold in Hessen, das sich speziell mit Audi-RS-Modellen beschäftigt. „Leider ist der Motor das Sorgenkind“, fügt er hinzu. Zunächst verbrauchen die Motoren gelegentlich Öl (mehr als 1 Liter / 1.000 Kilometer). Das deckt sich mit vielen Berichten aus RS 4-Foren wie etwa hier.

Und dann wäre da noch das Leistungsproblem: Schon bei Werksauslieferung habe der RS 4 nur selten die versprochenen 420 PS erreicht. „Meistens lag die Leistung bei 380 bis 400 PS“, sagt Damm. Ein anderer Mangel ist aber auch ohne Prüfstand nachweisbar: die Verkokungen an den Einlassventilen. „Dadurch kann sich die Leistung nochmals um bis zu 40 PS reduzieren“, sagt Thomas Damm. Der Grund für diese Verkokung liegt auch in der damals noch recht neuen Direkteinspritzung.

Weil das Benzin nicht mehr durch das Saugrohr fließt (Reinigungseffekt), sondern direkt in den Brennraum eingespritzt wird, bildet sich vor dem Einlassventil eine Art Kruste aus unverbranntem Sprit und Öl.

„Das führt dazu, dass die Druckdifferenz und damit die Verluste im Ansaugtrakt steigen und der Motor nicht mehr ausreichend gefüllt wird. Konsequenz: weniger Leistung und weniger Drehmoment“, schreibt die „RS-Klinik“ aus Hannover zu diesem Problem. Die Lösung: eine mechanische Reinigung des Ansaugtrakts. „Eine chemische Reinigung bringt nur etwas bei geringen Verschmutzungen“, heißt es seitens der RS-Klinik. Kosten?

„Wir verlangen für unsere Reinigung etwa 950 Euro“, sagt Thomas Damm. Diese Reinigung bringt bei vorheriger starker Verschmutzung viel von der verlorenen Leistung zurück. Bei Nachmessungen sind es im Schnitt 30 PS, die nach der Reinigung zurückkehren. Kann man das Verkoken auch verhindern? Schwierig, meint die RS-Klinik. Eventuell könnte es sinnvoll sein, auf ein dickflüssigeres Öl (z.B. 15W50) zurückzugreifen, um die Ölmenge in der Ansaugung zu reduzieren.

Wenn der Motor beim ersten Starten am Tag rasselt und klackert (zwei bis drei Sekunden), müssen die Steuerkette und die Kettenspanner getauscht werden. „Dafür muss der Motor aus dem Auto raus und das Getriebe abgekoppelt werden“. Kostenpunkt für diese Reparatur: 2.000 bis 3.000 Euro laut Damm-Fahrzeugtechnik.

Dynamic Ride Control-Fahrwerk mit undichten Stoßdämpfern

Eine weitere Schwachstelle des Audi RS 4 (B7) ist das Fahrwerk, das nach Aussage der RS-Klinik „sehr anfällig“ ist. Das gilt vor allem für die Stoßdämpfer des adaptiven Dynamic Ride Control-Fahrwerks, die im Lauf der Zeit undicht werden.

An sich nur ein kleines Problem, wäre das DRC nicht ein geschlossenes hydraulisch arbeitendes Gesamtsystem, in dem normalerweise ein Öldruck von „etwa 15 bis 16 bar“ herrscht. Ist ein Dämpfer nun undicht, verringert sich der Druck im gesamten System – die Folge: Weitere Dämpfer werden beschädigt oder verschleißen schneller.

„Der Tausch und die Befüllung eines Stoßdämpfers ist nur bei Audi selbst möglich“, erklärt Damm. Somit wird es schnell außerordentlich teuer: Ein Stoßdämpfer kostet rund 450 Euro. Der Experte empfiehlt lieber gleich den Einbau eines Komplett-Fahrwerks, etwa von KW oder Bilstein. Das sei für den Kunden sowohl preislich als auch technisch attraktiver als das betagte DRC.

Keramikbremse mit eingerissenen Bolzen

Falls das Auto mit der optionalen Keramikbremse (sehr selten!) ausgerüstet wurde, könnte es auch hier Probleme geben, die allerdings nicht auf den ersten Blick zu sehen sind. „Hier sollte man sehr aufmerksam prüfen“, so Damm. Eventuell sind die Bolzen der vorderen Bremsscheiben eingerissen – sie verbinden den Topf der Bremse mit dem Reibring.

Demzufolge sind oft auch die Scheiben miteingerissen. Ein Tausch ist teuer – und bei Audi selbst gar nicht mehr möglich, da keine Ersatzteile mehr für diese Bremsanlage produziert werden. Ersatz gibt’s höchstens bei Spezialisten. Damm: „Inklusive Beläge kostet bei uns eine Bremsscheibe 2.700 Euro.“

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/kaufberatung-audi-rs-4-b7-gebrauchtwagen-schwachstellen-leistungsmangel-motor-8087248.html

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GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept — Spaßmobil mit Kettenantrieb für den Schnee

Der Winter steht vor der Tür, Zeit Winterreifen aufzuziehen – oder gleich einen Kettenantrieb, wie das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept, das jetzt vorgestellt wurde.

Nein, GMC stellt nicht von Allrad- auf Kettenantrieb um, zumindest nicht generell. Das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept enstand auf Basis einer Sponsor-Partnerschaft zwischen GM und der US-Skiregion Vail Mountain und bleibt ein Einzelstück, das über die komplette Wintersaison 2017/2018 im Nobelskigebiet präsent sein soll.

Als Basis für das Spaß-Snowmobil fiel die Wahl auf den GMC Sierra 2500HD Denali 4WD Crew Cab. Der bringt nicht nur reichlich Platz in seiner Doppelkabine und auf der Ladefläche mit, sondern auch einen Allradantrieb. Am All Mountain Concept wurden allerdings die vier Räder ausgemustert und durch Kettenantriebselemente ersetzt. Die sorgen nicht nur für ausreichend Traktion auf jeden Terrain und an jedem Hang, sie liefern zudem noch mehr Bodenfreiheit.

1.234 Nm für den Snowboardtransport

Beim Antrieb kommt das Serienaggregat des Sierra 2500HD zum Zuge. Der 6,6 Liter große V8-Turbodieselmotor liefert 445 PS und ein maximales Drehmoment von 1.234 Nm, die über eine Sechsgang-Automatik herfallen.

Und nur falls der Kettenantrieb noch nicht genug Aufmerksamkeit auslösen sollte, hat GM den GMC auch in ein besonderes Farbkleid gehüllt und mit Zubehör aufgerüstet. Karosserie und Unterboden werden von diversen LED-Leuchtmitteln illuminiert. Auf die Ladefläche wurde ein Snowboardhalter montiert. Auf dem vorderen Schutzbügel brennt eine LED-Lichtleiste Löcher in die Nacht. In der Kabine heizt eine Highend-Soundanlage den Passagieren ein. Abgerundet wird der Auftritt des GMC Sierra 2500HD All Mountain Concepts durch ein Bergpanorama auf den Flanken sowie einen roten Designstreifen über das Heck.

Neben dem Einsatzmobil für Vail Mountain soll ein ähnlich gestalteter Ketten-Pickup auf der L.A. Autoshow ausgestellt werden.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/gmc-sierra-2500hd-all-mountain-concept-spassmobil-fuer-den-schnee-8498807.html

Uniti Elektro-Stadtauto — Mit Siemens zur Serienproduktion

Das schwedische Elektro-Auto-Startup Uniti hat für die Serienfertigung seines Elektro-Stadtautos jetzt Siemens als Produktionspartner gewonnen. 50.000 Autos sollen gebaut, die ersten 2019 ausgeliefert werden.

Der Uniti ist ein rein elektrisch angetriebenes Stadtauto mit zwei oder drei Sitzen und Flügeltüren. Gefertigt wird es aus Kohlefaser und Materialien aus Bioverbundwerkstoffen. Pedale und ein Lenkrad gibt es nicht an Bord, gesteuert wird per Steuerruder wie in einem Flugzeug, und zwar ohne mechanische Verbindung zwischen Steuerruder und Rädern. Auch ein klassisches Armaturenbrett gibt es nicht. Alle relevanten Informationen werden über ein Head-up-Display auf die Frontscheibe projiziert. Zudem soll der Uniti autonome Fahreigenschaften mitbringen.

Angetrieben wird der Uniti von einem Radnabenmotor, der je nach Konfiguration zwischen 15 und 40 kW leistet. Als Energiespeicher stehen wahlweise Lithium-Ionen-Batterien mit 11 oder 20 kWh Kapazität zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit wird modellabhängig mit 90 bis 120 km/h angegeben, die Reichweite liegt entsprechend bei 150 bis 300 km. Der Spurt von Null auf 80 km/h soll der nur knapp 400 kg schwere Uniti in 3,5 Sekunden schaffen. Geladen werden können die Batterien per Induktion oder an der Steckdose.

Ab 2019 ab 20.000 Euro

Um den Uniti auch in Produktion zu bringen, hatten die Schweden per Crowdfunding schon rund 1,2 Millionen Euro bei 600 Investoren aus 45 verschiedenen Ländern eingesammelt. Jetzt steigt Siemens als Produktionspartner ein. Die Zusammenarbeit soll die vollautomatisierte Serienfertigung des Elektroautos möglich machen. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen jährlich 50.000 Exemplare produziert und ab Anfang 2019 ausgeliefert werden.Gebaut wird der Uniti im schwedischen Landskrona.

Der Preis für den Uniti soll bei rund 20.000 Euro liegen. Bislang soll es 200 Vorbestellungen geben.

Das Startup Uniti ist im Sommer 2015 aus einem Universitäts-Projekt hervorgegangen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/uniti-elektro-stadtauto-mit-siemens-zur-serienproduktion-3233959.html