Kurswechsel von Sergio Marchionne — Kommt der Ferrari-SUV 2021?

Kurswechsel von Sergio Marchionne — Kommt der Ferrari-SUV 2021?

Bisher sträubt sich Ferrari vor einem SUV wie das Kind vor einer Spritze. Doch Sergio Marchionne will einen Crossover im Ferrari-Stil nicht mehr ausschließen. Ein SUV könnte 2021 kommen.

Das Zitat verbreitete sich wie ein Lauffeuer. „Vorher muss man mich erschießen“, hatte Sergio Marchionne noch vor über einem Jahr auf die Frage nach einem Ferrari-SUV geantwortet. Inzwischen hat der FCA-Konzernchef und Ferrari-Boss seine Haltung abgewandelt. Das Zitat bleibt dasselbe. Allerdings setzt es Marchionne in einen anderen Zusammenhang. Man möge ihn erschießen, wenn Ferrari mit einem ähnlichen SUV wie BMW, Bentley oder Porsche auf den Markt stürme. So schreibt es ihm die Nachrichtenagentur Bloomberg zu.

Ferrari denkt um

Es hat ein Umdenken in Maranello stattgefunden. Ferrari denkt lautstark über einen SUV nach. „Es wird wahrscheinlich einen geben. Aber wir werden ihn im Ferrari-Stil machen“, sagte Marchionne laut Bloomberg bei der Vorstellung der Unternehmenszahlen aus dem zweiten Quartal 2017. Die logische Begründung: „Diese Marktlücke ist zu groß und einladend. Wir haben viele Kunden, die gerne einen Ferrari fahren würden, der den Nutzwertgedanken in den Vordergrund stellt.“

Porsche hat es vorgemacht mit dem Cayenne und dem Macan. Bentley baut den Bentayga. Maserati hat den Levante im Portfolio und Rolls-Royce arbeitet am Cullinan. Selbst Lamborghini widersteht dem SUV-Segment nicht, obwohl man in anderen Gebieten im Gegensatz zur Konkurrenz den Traditionalisten gibt. Lamborghini baut ausschließlich Sportwagen mit Saugmotor. Beim kommenden Urus wird man erstmals einen Turbo in einen Lambo integrieren.

Das Geschäft ist zu lukrativ, als dass Ferrari auf einen eigenen Hochbeiner verzichten könnte. Sei es als Ergänzung zum GTC4 Lusso (und dessen Nachfolger) oder als Ersatz. Der SUV soll Teil einer fünfjährigen Unternehmensstrategie werden, die die Italiener Anfang 2018 vorstellen wollen. Es heißt, Ferrari wolle bis 2022 den Gewinn verdoppeln. Im Vorjahr lag der bereinigte Nettogewinn bei 425 Millionen Euro. Mit einem SUV würden Ferraris Absatzzahlen bestimmt über die 10.000-Auto-Marke klettern. Im Vorjahr hatte Ferrari 8.014 Autos ausgeliefert. Für 2017 peilt man 8.400 Sportwagen an.

Ferrari würde über 10.000 Autos pro Jahr absetzen

Ein zu großes Wachstum bringt aber auch Nachteile. Derzeit profitiert Ferrari von lascheren Verbrauchs- und Emissionsvorschriften in der EU und in den USA. Weil man mit weniger als 10.000 ausgelieferten Fahrzeugen noch als Kleinserienherstellers gilt. Außerdem begrenzte Ferrari bewusst die Stückzahlen in der Vergangenheit. Um die Exklusivität zu wahren. Eine Verknappung macht die Autos mit dem springenden Pferd noch lukrativer und begehrenswerter. Marchionne hat dieses Prinzip in den vergangenen Jahren etwas aufgeweicht.

Ein SUV mit vier Sitzen wird frühestens für 2021 erwartet. Dann endet dem Vernehmen nach auch die Amtszeit Marchionnes. Noch wird spekuliert, ob Ferrari seinen Crossover als Zwei- oder Viertürer baut. Ansonsten gibt es wenige Infos. Aber bestimmt bald viele Spekulationen.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen Fantasie-Autos von Grafikkünstler Rain Prisk, der unter anderem einen Ferrari-SUV am Computer kreierte.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/kurswechsel-sergio-marchionne-kommt-ferrari-suv-2021-12414422.html