Le Mans 2014 – Ein Rückblick, oder so.

Le Mans 2014 – Ein Rückblick, oder so.

Das Rennen in Le Mans war in diesem Jahr eine grandiose Materialschlacht und wieder einmal war ich nicht vor Ort. Allerdings habe ich eine gute Entschuldigung. Meine Tochter und ihre avisierte Geburt für die Woche vor dem Rennen. Was also blieb mir übrig? Am Ende war es ein Rennen im Kreißsaal. Nach der Geburt am Samstag Morgen, der ganze Vorgang dauerte im übrigen knapp 24 Stunden (was ich irgendwie als Hinweis verstehen will), half mir das Web dabei, den Überblick über das Rennen in Le Mans nicht zu verlieren.

Neben der Live-App des Veranstalters, der damit auch ein Live-Streaming anbot, waren es vor allem die Fotos von Freunden aus der Szene, die mir die richtigen Eindrücke von der Stimmung vor Ort und auch echte News boten.

24h-Le Mans – Der Socialmedia-Rückblick

Und am Ende gewinnt ein Audi.

Seit 2004 gewinnt ein Audi in Le Mans. Unterbrochen nur 2009 als Peugeot mit dem 908 HDI FAP an den Start ging. Im Jahr drauf ging es dem Unternehmen Peugeot so schlecht, da war der Motorsport in Le Mans schlicht nicht finanzierbar.

Doch in diesem Jahr sollte alles anders sein. In diesem Jahr traten nicht nur wieder die Japaner von Toyota mit ihrem 1000 PS starken Benzin-Hybriden an, auch Porsche kehre zurück an die Rennstrecke im französischen Hinterland.

Die Rückkehr von Porsche nach Le Mans

Am Sonntag-Vormittag sah es fast nach einer Sensation aus. Sollten wirklich die Rückkehrer aus Stuttgart das Prestigeträchtige Rennen gewinnen? Die Mit-Favoriten hatten sich in vielen Fällen selbst ein Bein gestellt oder schlicht Pech gehabt. Da waren die Toyota die mit beeindruckendem Speed über das 5 Kilometer Asphaltband flogen. Die TS 040 waren ganz klar die schnellsten Autos in Le Mans, doch am Sonntagfrüh um 5:30 Uhr war es vorbei. Der bis dato führende Toyota mit der Startnummer 7 fällt aus. Am Ende war es ein Elektrik-Problem und ein dazu gehörender Kabelbrand.  Damit ist der Traum vom Sieg für die Fahrer der #7 geplatzt. Alexander Wurz, Stephane Sarazzin und Kazuki Nakajima sind mit enttäuschten Mienen im TV-Bild zu sehen.

Doch auch bei den ewigen Gewinnern will dieses Jahr nicht alles rund laufen.

Die Startnummer #1  zerlegt sich bereits beim Training am Donnerstagabend in mehr Teile als gedacht. Mit Loic Duval am Steuer fliegt der R18 bei Tempo 270 im Bereich der Porsche-Kurven, ausgerechnet in den Porsche-Kurven, von der Strecke und hinterlässt ein Trümmerfeld. Duval entkommt diesem Unfall mit Schrammen. Für die Audi-Mechaniker bedeutet dies jedoch viel Arbeit. Im Prinzip wurde in Rekordzeit ein R18 erneut vollständig aufgebaut und für die Strecke in Le Mans abgestimmt.

Als am Samstag um 15h die Startflagge geschwenkt wird, stürmt ein zig Tausend PS-starkes Feld in das legendäre 24h-Rennen. Porsche, Toyota und Audi an der Spitze. Doch man darf die „kleinen“ Klassen in Le Mans nicht vergessen.

Während die großen LMP 1 Fahrzeuge mit aberwitzigen Tempi über die Strecke fliegen, fahren die LMP 2, die GTE Pro und GT AM ihr eigenes Rennen und müssen dabei ständig in die Spiegel schauen. Mit einem Augen nach vorne, den Gegner im Visier, mit dem anderen Augen im Rückspiegel, damit man bloß nicht einem etwaigen Gesamtführenden im Weg steht.

LM24 GT-Klassen: Das Rennen im Rennen

Die CORVETTE Racing C7.Rs mit der Startnummer #73 und #74 qualifizierten sich im Training in ihrer Klasse auf Platz 2 und 4. Das Rennen brachte dann mit einem leckenden Getriebe, einem abgerutschten Keilriemen für die Lichtmaschine und schlichtem Rennpech dann jedoch ein eher bescheidenes Rennergebnis für die V8-Boliden.

Heike vom Blog Koeln-Format fuhr sogar mit einer C7 direkt nach Le Mans und wieder zurück. Das muss für die Reise-Bloggerin ein beeindruckedes Erlebnis gewesen sein.

Tom Schwede vom Blog 1300ccm.de knipste dieses emotionale Foto. Auf dem Bild der Porsche 919 Hybrid bei seiner langsamen Fahrt zurück in die Box. Zugleich das Ende der Sieg-Träume für die Porsche-Truppe.

Am Ende siegt ein Audi, so ist Le Mans

Und auch wenn es am Anfang nicht so aussah, auch 2014 gewann Audi das 24h-Rennen in Le Mans. Entscheidend war wieder einmal, der Einsatz von drei Rennfahrzeugen. Während Porsche und Toyota mit „nur“ zwei Fahrzeugen an den Start gingen, schöpfte Audi aus dem vollen und lies Le Mans zu einer Materialschlacht der PS-Güteklasse 1 werden. Trotz dem Totalschaden im Training, mehreren Turboladerschäden während dem Rennen, einem defekten Fahrzeug bereits 90 Minuten nach Beginn des Rennens, setzten sich die Ingolstädter Buben mit ihrem R18 e-tron mal wieder durch.

Für das nächste Jahr bleibt nur zu hoffen: Dass auch Toyota und Porsche mit 3 Fahrzeugen an den Start gehen und eventuell kommt ja noch ein Franzose zurück. Zurück zum wichtigsten Langstrecken-Rennen der Welt.

In dieser Woche geht es gleich weiter mit den legendären Motorsport-Events. Am Nürburgring steht das 24h-Rennen an und dieses Mal werde ich, trotz Baby, vor Ort sein.

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger